Mariä Heimsuchung

Melodie: Send Deinen Geist, Herr Jesu Christ (GL Berliner Anhang GL 773)

Da, noch den Menschen unsichtbar
von deinem keuschen Leibe war
der Herr der Welt umgeben,
da gingst du fort aus Nazareth
ins Bergland, zu Elisabeth,
in ihr auch wuchs ein Leben.

Du grüßtest sie, und da gewahrt
ihr Kind das Deine, noch so zart,
und hüpft in frohem Ahnen.
Der Wegbereiter und Prophet
erkennt den Herrn, eh er versteht,
dass er den Weg soll bahnen.

Elisabeth, voll Gottes Geist,
erkennt, dass Gott dich selig preist,
und staunt, wer ihr begegnet.
Da stimmst du an ein neues Lied
vom Herrn, der Seine Magd ansieht
und der die Armen segnet.

Ein Ungeborner kannte schon
den ungebornen Gottessohn
in dir, du Himmelsschöne.
Ihr beiden Mütter, alt und jung,
bleibt ewig in Erinnerung
durch eure beiden Söhne.

Maria, du warst Jesu Hort,
da Gottes Geist hat Gottes Wort
in deinem Schoß gewoben.
In des Johannes Jüngerschar
Elisabeth die erste war,
den, der da kommt, zu loben.

© Claudia Sperlich

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Ein neues Spinnensonett

Zwar habe ich gerade Urlaub (Balkonien ist so schön!), aber auch meine Wohnung muss gelegentlich geputzt werden, und außerdem dachte ich schon seit einiger Zeit darüber nach, mein eigenes Sonett „Putzfrau aus Spinnensicht“ zu beantworten. Heute früh entstand nun dies:

Spinnen aus Putzfrauensicht

Ich habe eigentlich nichts gegen Spinnen
Und geh so weit, sie gradewegs zu ehren
Dafür, daß sie sich von Insekten nähren.
Ich setze manche frei, lass sie entrinnen.

Doch kann ihr Schicksal nicht so weit mich scheren,
Daß ich sie schone, wenn sie Raum gewinnen
In Kirchen und auf Buchregales Zinnen –
Auch grau verstaubten Weben muss ich wehren.

Zudem hat mancher Angst vor diesen Kleinen.
Auch Spinnenmangel ward noch nie vernommen.
Dem Flederwische könnten sie entkommen.

Aus Menschenrücksicht muss ich Spinnen töten!
So schlag und tret ich, ohne zu erröten,
So viel ich treffe. Gott erkennt die Seinen.

© Claudia Sperlich

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Goltzstraße Ecke Hohenstaufenstraße

Das ist ein bemerkenswertes Haus! Und erfreulicherweise sind darin nicht solche doofen seelenlosen Discounter untergebracht, sondern außer zahlreichen Wohnungen zwei schöne Restaurants und ein Modelädchen. Schick, aber noch feiner sind die Figuren an der Fassade.

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Hörnchen posiert!

Und mein neuer Photoapparat bewährt sich.
Ich kenne Hörnchen ja nun schon eine Weile – aber immer wieder schmelze ich einfach weg vor so viel Niedlichkeit. Auch wenn sie im täglichen Leben mürrische Einzelgänger sind, die einander keine halbe Nuss gönnen und vor randvoller Futterstation zetern, wenn ein anderes Hörnchen in die Nähe kommt. Auch wenn sie Gelege und Jungvögel fressen. Natur ist eben nicht eigentlich romantisch und süß, aber mit meinen menschlichen Sinnen und meinem Menschenherzen kann ich der sachlichen Biologie klar widersprechen: Doch, süß! Und wie!

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Johanniswürmchen

Heute war, wie jeden Mittwoch, die Kirche zu putzen. Aber heute konnte ich nur einmal durchfegen, denn es fand vormittags ein besonderer Gottesdienst statt.

Vor dem Altar stand ein weißer Kindersarg, ein weiterer stand im Sargraum. Ich liebe meine Arbeit, aber ich werde mich an Kindersärge nicht gewöhnen.

Zweimal jährlich werden auf dem Friedhof, wo ich arbeite, Sternenkinder bestattet – Kinder, die viel zu früh geboren wurden. Sie werden gemeinsam in den Kindersarg gelegt, winzige, noch nicht wie Menschen aussehende Würmchen, aber Menschen sind sie, daran besteht kein Zweifel. In einem ökumenischen Gottesdienst dürfen Mütter, Väter und Verwandte von den Winzlingen Abschied nehmen.

Sternenkinder nennt der Volksmund solche kleinen Toten. Heute ist St. Johannis, und ich muss an die nach ihm benannten Leuchtkäfer denken. Ich nehme an diesem Gottesdienst nicht teil – ich sorge nur dafür, daß die Kirche sauber ist. Die Totenglocke höre ich aber wie immer bei einer Bestattung während meiner Arbeitszeit. Wie immer bete ich für die Toten und die Trauernden, besonders die armen Eltern. Gott tröste sie.

Abends dann in einer anderen Kirche zur Messe – Sankt Johannes, eine frohe Messe in schöner Kirche. In jeder Messe feiern wir Tod und Auferstehung des Herrn. Ohne Zweifel dürfen diese Kleinen auch mit Ihm auferstehen. Gott gebe den Eltern, diesen Glauben zu bewahren.

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Ich happ die App!

Gemeint ist die Corona-Warn-App. Und nun denken zahlreiche Leser, ich habe Herrn Zuckerberg meine Seele verkauft, meine laufend aktualisierten Daten von Zeugung bis Tod unter Bill Gates und dem Bundesgesundheitsministerium aufgeteilt oder was auch immer.

Tatsächlich habe ich nur
– ein hierfür geeignetes Gerät in einfacher Ausführung erworben;
– mich dabei über mein technisches Unwissen, die Arroganz eines jungen Technikers im Fachhandel sowie die bockige Ablehnung meiner Mailadresse durch Google ein paarmal geärgert. Ersteres ist keinen Ärger wert, letzteres hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, und junge Schnösel muss man halt ab und zu ertragen;
– mal wieder über die technischen Möglichkeiten unserer Zeit gestaunt, die ich als junge Erwachsene noch für abgehobene Science Fiction hielt.

Je mehr Menschen diese App haben, desto besser die Vernetzung. Persönliche Daten werden nicht preisgegeben. Wenn ich einem anderen App-Nutzer über den Weg laufe, und einer von uns beiden wird kurz darauf positiv auf Covid19 getestet, bekommt der andere eine Nachricht, er möge sich testen lassen. Ob man das dann auch wirklich tut (man sollte!), liegt bei einem selbst, ebenso, ob man ein positives Ergebnis der App meldet (damit andere zum Test aufgerufen werden können, die einem über den Weg gelaufen sind) – das liegt bei einem selbst. Anzunehmen ist, daß Inhaber der App solchen Aufrufen aber folgen – wozu sonst hätten sie sich die App heruntergeladen?

Und was bringts?

Eine gute Möglichkeit, im Falle einer Infektion schnell und kostenlos getestet zu werden, frühzeitig behandelt zu werden und nicht erst zahlreiche andere zu infizieren. Ein bißchen Geld und ein paar Nerven sind draufgegangen für einen Akt, der mit Selbstschutz ebenso wie mit Nächstenliebe zu tun hat.

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Blumen zum Sonntag

Sie können weder politisch noch ideologisch gedeutet werden, wohl aber religiös (Ehre Gottes! Vanitas!) – und damit sind sie hier richtig.

Da ist zunächst der wunderbare Vorgarten.
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Pyrenäen-Storchschnabel  (Geranium pyrenaicum) – lecker Bienenfutter!

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Gilbweiderich (Lysimachia punctata) und verblühender Rhododendron

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irgendein Lippenblütler mit kugeliger Dolde

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Roter Fingerhut (Digitalis purpurea)

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Römische Scheinkamille (Chamaemelum nobile)

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Der deutsche Name ist sehr uncharmant, der lateinische wird der reizenden Schönheit gerecht: Knollen-Platterbse (Lathyrus tuberosus)

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Mittagsgoldblume (Gazania „Tiger Stripes“)

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Johanniskraut  (Hypericum perforatum)

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Und der nicht weniger schöne Vorgarten eines Nachbarn mit einer prachtvollen weißen Hortensie.

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Am Straßenrand wächst allerhand, z.B. Schweizer Löwenzahn (Leontodon crispus).

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Und vor der Marienkirche blühen, der Allerseligsten zu Ehren, Rosen.

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Vor der Kirchentür liegt ein vertrocknetes Ahornblatt – sehr schöne Vanitas!

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Zum heutigen Marienfest

Unbeflecktes Herz Mariä
Melodie: GL 482 – Die Kirche steht gegründet

(andere Melodievorschläge: GL 395 – Den Herren will ich loben; GL 418 – Befiehl Du Deine Wege; GL 465 – Das Jahr steht auf der Höhe)

Maria voller Gnaden, dein Herz in Gottes Licht
ist ohne jeden Schaden, die Sünde trübt es nicht.
Dein Herz ist voller Güte und ohne Dunkelheit,
wie eine Rosenblüte bewahrt in Ewigkeit.

Du hast dem Herrn gesungen als herzenstreue Magd.
Vom Leidensschwert durchdrungen blieb dein Herz unverzagt.
Als du den Sohn gefunden, hat dich Sein Wort berührt.
Sein Leid und Seine Wunden hat dein Herz auch gespürt.

Dein Herz voll Gottesliebe schlägt für die Christenheit.
Du bist wie Blütentriebe in kalter, dunkler Zeit,
du führst auf Blumenpfaden uns ins gelobte Land:
Du Mutter ohne Schaden, zeig uns des Sohnes Hand.

© Claudia Sperlich

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Heidewitzka!

Als katholische Bloggerin bin ich von Zeit zu Zeit mit unschönen Kommentaren konfrontiert.

Hier haben schon Neuheiden und Neonazis kommentiert – jeweils nicht lange. Ein paarmal habe ich mich sogar auf Diskussionen mit utilitaristischen Sonderlingen eingelassen, aber das ist fruchtlos und unterbleibt nun.

Es geht immer noch eine Stufe absurder. Heute erreichte mich der Kommentar eines Menschen, der sich ausdrücklich als Christ bezeichnet und den ich ausdrücklich hier nicht zulasse. Zu meinem Beitrag Fronleichnam 2020 schreibt er:

Heilige Messen sind überflüssig. Spirituelles Heilen und Mystik müssen gefördert werden. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

Nun, den Gefallen, Deine Seite hier zu verlinken, tue ich Dir nicht, Christseinwollender. Aber damit klar ist, worum es Dir geht, verweise ich hier auf Kathpedia und hier auf Wikipedia. Ich vermute, der Wikipedia-Artikel ist weitaus genauer als die Gedankengebäude der Theosophen unserer Zeit.

Mit Neuheiden kann ich übrigens gerne reden, solange sie meine Religion nicht beleidigen – das habe ich damals bewiesen.
Mit Nazis, Antifas, Utilitaristen und Theosophen bin ich nicht bereit zu kommunizieren. Sie mögen mir allesamt (und bitte nur virtuell) den Buckel runterrutschen.

Was immer Theo soph, ich trink das Zeug nicht.

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Fronleichnam 2020

Wir werden auch diesmal
das Tantum ergo singen,
und feiern die Gegenwart des Herrn.

Wir werden auch diesmal
den Leib des Herrn empfangen
und in uns aufnehmen: Lebensbrot.

Wir dürfen Ihn diesmal
nicht durch die Straßen tragen
mit Blumen, Fahnen, Spiel und Gesang.

Ich will Ihn immer
in meinem Herzen tragen
und zu den Menschen tragen mein Herz.

Seid Baldachine
und Chöre und Kapellen,
schaut froh und festlich auf diese Welt!

Wir Christusträger
können vor allen Menschen
strahlen vor Freude und Seligkeit.

Wir Christusträger
zeigen die frohe Lehre
durch unsre Freude der ganzen Welt.

© Claudia Sperlich

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