Balkon kurz vor der Ernte

Montag nächster Woche werde ich die erste Ernte des Jahres haben und bin wahnsinnig gespannt. Und so sieht es jetzt gerade aus:

Die Malve ist abgeblüht und nährt nun Vögel und Eichhörnchen. Die Wilde Möhre blüht mit dem charakteristischen schwarzen Punkt in der Mitte (der evolutionäre Trick ist: Insekten sehen, dass da bereits jemand sitzt, und werden dadurch an die „offenbar ergiebige“ Quelle gelockt). Auch die Minze blüht; sie schmeckt jetzt nicht mehr ganz so gut, sieht dafür sehr hübsch aus.

Die Paprika blüht hübsch; wann sie fruchtet, weiß ich noch nicht, aber es macht nicht den Eindruck, als werde es noch in diesem Monat sein!

Kartoffeln sind auch schöne Zierpflanzen. Das üppige Laub verbessert das Klima auf meinem Balkon, und die weiß-rosa Blüten sehen allerliebst aus. Die ersten öffneten sich zum Sommerbeginn. Es gibt zahlreiche weitere Knospen, die aber leider nicht aufgegangen sind; ich vermute, sie haben die große Hitze nicht vertragen. Schade, es hätte mich schon interessiert, wie Kartoffelfrüchte aussehen, und dafür hätte ich gerne eine stehenlassen! Aber im Wesentlichen kommt es mir ohnehin auf die Knollen an – und da muss ich mich noch eine Woche gedulden.

Die Buschbohnen blühen und fruchten wie wild, aber fertig ausgebildet ist erst eine Schote. Die reifen Schoten dieser Sorte sind violett, werden aber leider beim Kochen wieder grün. Dieser Schote gebe ich noch eine Woche; vielleicht ist dann etwas mehr da. Denn eine Mahlzeit aus einer einzigen Bohnenschote ist mir trotz allem Willen zum Abnehmen zu wenig.

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Nicht Frieden, sondern Schwert?

Denkt nicht, Ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen!
Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn Ich bin gekommen, um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter; und die Hausgenossen eines Menschen werden seine Feinde sein. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als Mich, ist Meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und Mir nachfolgt, ist Meiner nicht wert.
Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um Meinetwillen verliert, wird es finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt Mich auf, und wer Mich aufnimmt, nimmt den auf, der Mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist – amen, Ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.
Als Jesus die Unterweisung der zwölf Jünger beendet hatte, zog Er weiter, um in den Städten zu lehren und zu predigen.

Matthäus 10,34-11,1

Jesus will nicht, dass wir uns zerstreiten, gar mit Waffengewalt. Was Er aber fordert, ist ein klares Bekenntnis: Nichts ist wichtiger als Gott, nicht einmal die Familie! Wenn jemand sich als einziger in der Familie zum Dreieinen Gott bekennt, gibt das Ärger – und den muss er dann aushalten, auch wenn er Ärger und Trennung wie ein Schwert empfindet. Wer nicht bereit ist, nötigenfalls sogar die Familie zu verlassen, die ihn vom Glauben an Jesus Christus abbringen will, der ist eben nicht bereit für den Herrn.

Als ich mit 22 Jahren Christin wurde, führte das zu heftigem Streit in der atheistisch geprägten Familie. Es dauerte lange, bis die meisten Familienmitglieder erfasst hatten, dass ich nicht komplett durchgedreht, verrückt, Angehörige einer finsteren Sekte geworden war, sondern einfach Christin katholischer Prägung. Ich habe selbst lange gebraucht, um einen freundlichen Modus zu finden, wenn die Sprache darauf kam.

Bemühen wir uns nach Kräften, mit anderen, auch Un- und Andersgläubigen, gut auszukommen – selbst mit der eigenen Familie, wo es zuweilen am schwierigsten ist. Aber suchen wir das Auskommen nicht um den Preis der Treue zu Jesus und Seiner Kirche.

Wundern wir uns nicht, wenn andere, auch Nahestehende, ihre Probleme damit haben, dass wir Christus folgen. Und hören wir um des Himmels Willen nicht auf, Ihm zu folgen! Er ist wert, alles für Ihn zu verlassen. Und keine Familie, Freundschaft, Arbeitsstelle oder Gemeinschaft der Welt ist es wert, sich um ihretwillen von Ihm abzukehren.

Das sagt sich alles leicht in einem Land, wo wir Christ sein dürfen, ganz legal, und wo es weder erlaubt noch üblich ist, zum Christentum übergegangene Familienmitglieder zu töten. Zur Nachfolge gehört auch, für die verfolgten und drangsalierten Christen jeglicher Konfession zu beten, und es kann nie schaden, sich an ihrem Mut ein Beispiel zu nehmen.

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Blühende Buschbohnen

Als letzte Frühjahrssaat hatte ich Mitte Mai Buschbohnen gesät, eine Art, die auch im Topf gedeiht.

So sah es am 25. Juni aus:

Jetzt sind sie eine voll entwickelte Freude fürs Auge.

Mal schauen, wie die Ernte wird – vermutlich peu à peu und keine Unmengen. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass Buschbohnen hier gut gedeihen.

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Hörnchen mag Malve

Die Malve ist abgeblüht, und das Hörnchen tut sich gütlich an Blättern und unreifen Samenkapseln. Guten Appetit, Hörnchen!

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Mariä Heimsuchung

Melodie: Send Deinen Geist, Herr Jesu Christ (GL Berliner Anhang GL 773)

Da, noch den Menschen unsichtbar
von deinem keuschen Leibe war
der Herr der Welt umgeben,
da gingst du fort aus Nazareth
ins Bergland, zu Elisabeth,
in ihr auch wuchs ein Leben.

Du grüßtest sie, und da gewahrt
ihr Kind das Deine, noch so zart,
und hüpft in frohem Ahnen.
Der Wegbereiter und Prophet
erkennt den Herrn, eh er versteht,
dass er den Weg soll bahnen.

Elisabeth, voll Gottes Geist,
erkennt, dass Gott dich selig preist,
und staunt, wer ihr begegnet.
Da stimmst du an ein neues Lied
vom Herrn, der Seine Magd ansieht
und der die Armen segnet.

Ein Ungeborner kannte schon
den ungebornen Gottessohn
in dir, du Himmelsschöne.
Ihr beiden Mütter, alt und jung,
bleibt ewig in Erinnerung
durch eure beiden Söhne.

Maria, du warst Jesu Hort,
da Gottes Geist hat Gottes Wort
in deinem Schoß gewoben.
In des Johannes Jüngerschar
Elisabeth die erste war,
den, der da kommt, zu loben.

© Claudia Sperlich

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Peter und Paul

Melodie: Johann Crüger, Schmücke dich, o liebe Seele

Petrus, auf den Jesus baute,
Paulus, der die Heiden lehrte,
einer, der Ihm gleich vertraute,
einer, der sich spät bekehrte:
Säulen und Apostelfürsten,
die nach Jesu Liebe dürsten,
geben Jesu Liebe weiter,
sie sind Gottes Mitarbeiter.

Petrus, der den Sohn bekannte,
Paulus, Meister im Ergründen,
zwei, die Jesus Christus sandte
um durch sie das Heil zu künden:
Beide hat uns Gott gegeben,
beide gaben Gott ihr Leben.
Geben wir die Liebe weiter!
Wir sind Gottes Mitarbeiter.

© Claudia Sperlich

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Paprikablüte und Karotte

Die Spitzpaprika auf meinem Balkon zeigt eine erste Blüte.

Überhaupt gedeiht mein Nutzgärtlein gut! Die Karotten grünen prächtig. 

Eine Wurzel lag heute halb über der Erde; spaßeshalber habe ich sie geerntet  – ich bin aber hoffnungsvoll, dass ihre Geschwister noch etwas wachsen. Immerhin schmeckte sie gut.

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Havelberg

Als Lektorin, Kantorin und gelegentlich auch Sakristanin der Krankenhauskapelle St. Gertrauden bin ich ganz offiziell „Mitarbeiterin“ und darf an den vom Krankenhausseelsorger organisierten Fahrten der Mitarbeiter dieses Krankenhauses teilnehmen. Diesmal ging es nach Havelberg. Die alte Hansestadt ist heute vor allem ein Erholungsort.

Vor dem Dom stehen zwei von sich sehr eingenommene Herren: Peter der Große und Friedrich Wilhelm I. (der „Soldatenkönig“), die 1716 an diesem Ort einen Deal eingehen: Bernsteinzimmer gegen 200 russische Soldaten („lange Kerls“ mit dem damals sehr ungewöhnlichen Mindestmaß von 1,85 m). Das gelieferte Bernsteinzimmer war übrigens klein (nach einem damaligen Bericht „ein prätieuses Bernstein-Getäffel zu einer vollenkommenen Bekleidung eines Cabinets“; es wurde erst später zu dem riesigen Bernsteinzimmer erweitert, das im 2. Weltkrieg von den Nazis erbeutet, im Königsberger Schloss eingebaut und beim Vormarsch der Roten Armee abgebaut wurde – und seitdem verschollen ist).

Die Figuren haben jeweils einen Schlitz für Geld auf dem Orden und eine herausziehbare Klappe am Uniformrock; man kann sich so eine Karte für die Besichtigung des Doms ziehen. Wir mussten das nicht, da im Voraus bezahlt worden war.

Die Krücken hinter dem Soldatenkönig sind meine; ich bin gestern das erste Mal eine längere Strecke zu Fuß gegangen und habe festgestellt, wenn ich dazu gleich die Krücken nehme und nicht erst, wenn es gar nicht mehr geht, kann ich das ohne Probleme.

Der Dom selbst ist seit der Reformation evangelisch, die katholische Pracht ist aber erhalten geblieben. Wir hielten dort eine ökumenische Andacht und besichtigten den Dom ausgiebig und unter der Leitung einer Frau, die hervorragend erklärte. Von mir gibt es nur Bilder ohne lange Kommentare.

In einem Restaurant nahe der Kirche gab es ein delikates Mittagessen und dazu einen Blick auf die Stadt.

Zuletzt folgte eine Stadtbesichtigung zu Fuß. Havelberg ist sehr schön, leider gibt es auch viel Leerstand. Aber die genutzten Häuser und die Baudenkmäler sind sehr gepflegt.

Eine kleine Kapelle, leider geschlossen.

Das Beguinenhaus.

Stadt und Gegend.

Ein wundervoller Ausflug, an den ich dankbar zurückdenke.

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Ein C-Falter

… hatte es sich auf meinem Fahrradsattel bequem gemacht und sonnte sich. Seinen Namen hat er von der feinen, weißen C-förmigen Zeichnung auf der Innenseite der Flügel.

Er öffnete nach und nach seine Flügel.

Aber als ich ihn von der anderen Seite photographieren wollte, fand er mich aufdringlich und flog weg.

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Was deutsche Bischöfe so konferieren

Dass Laienpredigten in der Messe nichts zu suchen haben  – weil Wortgottesdienst und Liturgie aus einem Guss sein sollen – ist jedem römisch-katholischen Bischof bekannt.  Dass der Papst davon nicht abrücken will, ebenfalls.

Wenn nun die Deutsche Bischofskonferenz wieder einmal bei Rom anklopft und sagt, wir wollen aber doch Laienpredigten in der Messe, dann hat das etwas von aufstampfenden Kindern. Will aber!

Ich erwarte von einem Bischof, dass er sich erwachsen benimmt. In einigen Fällen muss ich wohl sagen: Da kann ich lange warten.

Das Wort Konferenz kommt von lat. conferre, das heißt zusammentragen (in einer Konferenz werden Ideen zusammengetragen). Deshalb steht es auch für austauschen und dienlich sein. Aber wenn ich mir die DBK so anschaue, fällt mir auch die klassische Übersetzung zum Kampf bringen ein.

Werte Eminenzen und Exzellenzen, seien Sie der Kirche dienlich. Und wenn Sie zum Kampf zusammentrommeln wollen, bitte zum Kampf gegen das Böse und den Bösen  – und nicht gegen Christi Braut, die Kirche.

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