Reime finden

Ja, ich weiß: Vom Himmel oben
Ward den Mädchen wie den Buben,
Wenn sie fromme Lieder schruben,
Geist und Hilfe stets gegoben.

Manche zwar sind längst begruben,
Eh die Welt, der tumbe Kloben,
Merkt, wie kühnen Reim sie schroben,
Als den Herrgott sie geluben.

Ich hingegen, Mädels, Jungen,
Lebe noch und schreib schon wieder,
Hab euch schon so viel gebrungen!

So, nun hab ich mich erkloren,
Kauft nun endlich meine Lieder,
Denn sie schmeicheln euren Ohren.

© Claudia Sperlich

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Gerechtigkeit und Gleichberechtigung

Seit längerer Zeit kursiert ein Bild auf Facebook, daß den Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gerechtigkeit zu erklären vorgibt.

Nebeneinander sieht man das gleiche Bild mit einem wesentlichen Unterschied. Auf dem ersten, mit „Gleichberechtigung“ betitelten Bild stehen drei verschieden große Kinder hinter einem Lattenzaun und wollen rübergucken, um ein Fußballspiel zu sehen. Jedes Kind auf einer Kiste; die beiden größeren können über den Zaun gucken, das kleinste nicht. Das zweite Bild, „Gerechtigkeit“ betitelt, zeigt das größte Kind ohne Kiste, das zweite auf einer und das kleinste auf zwei Kisten, so daß alle drei knapp über den Zaun gucken können. Zur Erklärung steht unter den Bildern:
1. Gleichberechtigung: Menschen die gleichen Dinge geben
2. Gerechtigkeit: Fairness in jeder Situation

Aussage dieses Doppelbildes ist: Gleichberechtigung ist schlecht, Gerechtigkeit ist gut. Gleichberechtigung ist das Gegenteil von Gerechtigkeit. Und das ist Unfug!

Jeder Mensch hat das Recht auf ausreichend Essen.
Dies Recht wird nicht durchgesetzt, indem man jedem Menschen, vom Säugling bis zum Greis, vom Athleten bis zum Schreibtischarbeiter, genau das gleiche Essen in genau der gleichen Menge gibt, sondern indem man jedem Menschen das Essen gibt, das seinen Bedürfnissen entspricht.
Das ist übrigens auch gerecht. (Daß dies übrigens nicht geschieht, ist ungerecht – merkt der geneigte Leser aber schon selbst, oder?)

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Das bedeutet nicht, daß Frauen Pissoirs haben müssen, weil Männer die auch haben. Es bedeutet auch nicht, daß Männer Anspruch auf eine regelmäßige Untersuchung auf Brustkrebs haben müssen. Sondern es bedeutet unter anderem, daß Männer wie Frauen gleichermaßen Zugang zu adäquaten Sanitäranlagen und Recht auf regelmäßige adäquate medizinische Untersuchungen haben.
Das ist übrigens auch gerecht. (Zusatz wie oben.)

Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung.
Wenn nun der eine sich für Musik interessiert, der andere für Landwirtschaft, dann ist es eben kein Akt der Gleichberechtigung, beiden ein Musikstudium zu ermöglichen oder beiden eine Ausbildung zum Landwirt, sondern dem einen dies und dem anderen jene. Denn Gleichberechtigung bedeutet: Sie haben das gleiche Recht auf eine ihrer Neigung und ihrem Können entsprechende Ausbildung.

Gleichberechtigung bezieht sich immer auf ein Ziel (Fußball gucken, sich bilden, seine eigenen Fähigkeiten fördern etc.) Hier wird so getan, als sei Gleichberechtigung darin erfüllt, daß jeder unabhängig von seinen Bedürfnissen genau das gleiche Stück Weg bekommt.

Gleichberechtigung in einem griffigen Bildchen als etwas der Gerechtigkeit Entgegengesetztes zu bezeichnen, ist nicht einfach dumm. Es ist sogar ziemlich gerissen. Man kann so in einprägsamer, witzig erscheinender Weise Menschen dahin bringen zu glauben, daß Gleichberechtigung schlecht ist. Wenn dieser Gedanke sich erst einmal etabliert hat, wird am Ende im Namen der Gerechtigkeit das Recht gebrochen.

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Hedwig von Andechs

Heute ist ihr Gedenktag, und als Berlinerin (Hedwigskathedrale!) und Patenkind einer Hedwigsschwester bin ich ihr besonders verbunden.
Heilige Hedwig, bitte für uns!

Hedwig von Andechs
Melodie: Liebster Jesu, wir sind hier

Hedwig hat die Pracht der Welt
Bloßen Fußes übergangen,
Wünschte weder Schmuck noch Geld,
Gott allein galt ihr Verlangen.
Kranken half sie, gab den Armen,
Voller Liebe und Erbarmen.

Sie verstand der Menschen Not,
Stritt für Gnade und für Leben.
Wo ein hartes Urteil droht,
Bat sie, Schulden zu vergeben.
Heilger Geist hat sie getrieben,
Aufzubauen und zu lieben.

In der kriegerischen Zeit
Schlug sie zwischen Feinden Brücken,
Liebend überwand sie Streit,
Ließ sich nicht von Hass berücken,
Half, die Lehre zu verbreiten
Und die Welt zu Gott zu leiten.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015

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Hörnchen soll nicht hungern!

Lange Zeit habe ich keine Hörnchenbilder gezeigt. Ich füttere nun auf dem Balkon, um den Nachbarn mit der Terrasse unter mir keinen Anlass zum Ärger wegen herunterfallender Nüsse zu geben. Und die Hörnchen brauchen es wirklich. Durch den heißen Sommer fiel die Nussernte schlecht aus. An den Preisen für Haselnüsse aus dem Laden ändert das nichts oder wenig – komm, Hörnchen, friss dich satt!

Nüsse!
Eichhörnchen

Guckt auch keiner?
Eichhörnchen

Ah, lecker!
Eichhörnchen

War da was?
Eichhörnchen

Egal, erst mal essen…
Eichhörnchen

… und die Quelle im Auge behalten.
Eichhörnchen

Von unten kommt auch kein Feind.
Eichhörnchen

Ach, Essen ist immer so anstrengend.
Eichhörnchen

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Was am Katholizismus so klasse ist: Die Priester!

Haben die Männer nicht eh das Sagen in der Kirche, diese habituellen Unterdrücker? Zumindest wenn sie Priester sind? Nein, haben sie nicht und sind sie nicht!

Die Kirche lehrt, der Mensch – nicht nur der Mann, nicht nur die Frau – ist nach Gottes Bild geschaffen, zwar durch die Sünde korrumpiert, aber durch die Gnade immer fähig zur Umkehr. Die Kirche lehrt, was sich daraus ergibt: daß Frauen und Männer die gleiche unzerstörbare Würde innehaben.

Männer haben ihre spezifischen Fähigkeiten und Aufgaben, so wie Frauen die ihren – und dann gibt es noch eine ganze Reihe Dinge, die beiden gleichermaßen aufgetragen sind, insbesondere Gott zu lieben und den Mitmenschen liebevoll, gütig und hilfsbereit entgegenzukommen. Glauben, Gebet und Soziales Engagement sind beiden möglich, sind beiden aufgetragen.

Einige Männer sind zum priesterlichen Dienst berufen. Das ist eine extreme Anforderung, und es ist auch in Ländern ohne nennenswerte Christenverfolgung grundfalsch, diese Aufgabe mit sozialer Sicherheit und Wohlstand zu verwechseln. Ich bin sehr froh, als Frau gar nicht überlegen zu müssen, ob ich vielleicht zu priesterlichem Dienst berufen sein könnte – ich bin es nicht, Dank sei Gott. Ich bin froh um jeden Priester, der seinen Dienst treu versieht, und ich kenne deren genug, um zu sagen: Es ist durchaus nicht ausgeschlossen.

Priester spenden die Sakramente. Das Sakrament der Ehe zwar spenden die Eheleute sich gegenseitig (daß ein Priester dabei ist, für sie und mit ihnen betet und ihnen den Segen erteilt, ist dennoch sinnvoll). Die Taufe spendet in der Regel ein Priester – im Notfall darf das aber jeder tun, der guten Willens ist und die Taufformel kennt und versteht. Die Eucharistie spenden darf auch ein Diakon oder Kommunionhelfer, wenn es sinnvoll ist (z.B. bei sehr großem Andrang oder bei einem Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung). Aber das Eucharistische Opfer darf nur der Priester darbringen. Er handelt in der Person Jesu Christi, wenn er die Wandlungsworte spricht. Auch die Beichte hören, die Krankensalbung spenden und die Weihe spenden kann nur ein Priester (im letzten Falle ein Bischof).

Die kirchliche Lehre wird durch Priester weitergegeben. Ich weiß schon, viele meiner katholischen Freunde werden jetzt seufzen: Schön wärs ja! – aber erstens wird sie das tatsächlich immer noch, zweitens würde sie es ohne Priester gewiß bald gar nicht mehr. Die lange Ausbildung zum Priester beinhaltet ein gründliches Studium der Theologie, in dem es nicht zuletzt um Vernunftgründe für den Glauben, um Klarheit über das, was die Kirche ist und soll, geht. Um Jesu Lehre weiterzugeben, braucht es zwar kein Studium, sondern Frömmigkeit und Einsicht (Eigenschaften, die ein Priester notwendig auch haben soll). Aber um die zweitausendjährige Geschichte der Kirche als Geschichte Gottes mit Seiner mystischen Braut zu verstehen, trotz aller Abirrungen, und um sektiererische Bewegungen und Unverbindlichkeit gleichermaßen zu meiden, ist eine gute Ausbildung vorteilhaft.

Eine weitere, wichtige Aufgabe des Priesters ist die Seelsorge. Natürlich sorgt der Priester für die Seelen schon dadurch, daß er die Sakramente spendet, daß er die Messe feiert und daß er – wozu er verpflichtet ist – das Stundengebet pflegt. Aber die Aufgabe der Seelsorge umfasst noch mehr. Er muss auch zuhören, Rat wissen, trösten, in bestimmten Situationen helfen und Hilfe organisieren. Das sind zwar alles Aufgaben, die generell jeder Christ hat, der dazu fähig ist. Aber ein Priester hat auch die Aufgabe, beispielhaft in der Nächstenliebe zu sein. Er ist eine Vertrauensperson, zu der Menschen mit ihren Nöten kommen dürfen.

Daraus folgt auch, daß Priester mit Überforderung und Nerverei umgehen können müssen. Denn natürlich kommen Menschen auch fordernd und unverschämt zum Priester, erwarten mehr als menschenmöglich ist, stänkern beim Pfarrer oder auch beim Bischof über die zu kurzen Rochettes der Ministranten, über den Organisten, der nie ihr Lieblingslied spielt, über die zu lauten Glocken und die zu leisen Predigten (oder umgekehrt), über schlichtweg alles, was sich bemeckern lässt. (An dieser Stelle eine Bitte: Geht einigermaßen schonend mit den Priestern um! Überlegt Euch dreimal, ob dieser oder jener Ärger unbedingt ins Pfarrbüro getragen oder in des Pfarrers Mailbox gesandt werden muss. Habt Nachsicht mit Pfarrern, die ab und zu auch gereizt reagieren.)

Daß in unseren Tagen Priester unzählige Dinge erledigen „müssen“, die gar nicht zum Priesteramt gehören – Verwaltungssachen, Teilnahme an allen möglichen Sitzungen irgendwelcher Grüppchen in der Gemeinde, weil die sonst beleidigt sind etc. – ist ein Übel, und in vielen Fällen könnte das durch bessere Organisation behoben werden, einerseits durch tüchtig helfende Laien, andererseits auch durch das Zutrauen der Priester, daß die Laien das können. Das ändert aber nichts an der Größe des Priesteramtes.

Ohne Priester kann die Kirche eine Zeitlang irgendwie bestehen, wie die Geschichte Japans und Koreas zeigen. Aber Trost und Kraft der Kirche kommen aus den Sakramenten. Wenn es nicht nur eine Zeitlang irgendwie, sondern immer und mit Verve gehen soll, sind Priester nötig.

Ich bin dankbar für jeden Mann, der dem Ruf zum Priesteramt folgt, Jesus Christus zu Mittelpunkt seines Lebens und Dienens macht und auch in Schwierigkeiten treu bleibt. Weil das Priesteramt nicht nur herrlich, sondern auch schwer ist und so wichtig, bete ich auch für Priester. Ich kann es nur empfehlen. Priester dienen Gott und den Menschen – dienen wir ihnen wenigstens gelegentlich durch ein Gebet.

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Sonett zum Frühstück

Nach Frühstück und Kaffee steht mein Verlangen!
Die Laudes sind gebetet und die Messe,
Die Seele ist gestärkt. Und nun: Ich esse.
Der Kaffee dampft. Der Tag hat angefangen.

Nicht daß ich drüber meinen Herrn vergesse,
Der auch den Kaffee schuf, nach dem wir bangen.
Der Kaffee rötet die verschlafnen Wangen
Und ölt mein Hirn, wenn ich die Verse messe.

Mein Gott, nach Deinem Willen lass mich handeln,
Auf Deinen (keinen andern) Wegen wandeln!
Gib mir, daß ich, was Du von mir willst, seh.

Gib, daß in diesen undurchsichtgen Zeiten
Die Venen mir das Blut noch hirnwärts leiten.
Ganz kurz gesagt: Gib mir genug Kaffee.

© Claudia Sperlich

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Was am Katholizismus so klasse ist: die Gelübde!

Katholiken haben verschiedene Möglichkeiten, Gelübde abzulegen. Am bekanntesten sind die Ordensgelübde, die „Evangelischen Räte“ Armut, Keuschheit, Gehorsam – gewöhnlich zunächst auf die Zeit von drei Jahren abgelegt, dann auf Lebenszeit. Dabei gibt sich ein Mensch ganz in Gottes Hand, verzichtet auf Besitz, Sex, Autonomie – und erhält gerade dadurch eine nonkonformistische Freiheit, die ihresgleichen sucht.
Auch Priester – nicht nur Ordenspriester – geloben etwas, nämlich Gehorsam gegenüber ihrem Bischof, Keuschheit und das treue Versehen ihrer Amtspflichten, wozu das tägliche Stundengebet gehört.
Gelübde kann aber auch jeder katholische Laie leisten. Es muss nur immer eine gute, gottgefällige Sache beinhalten, dem Gläubigen möglich und erlaubt sein, wohlüberlegt und freiwillig geschehen.

Oft sind das im Gebet vor Gott gemachte Versprechen – z.B. eine Wallfahrt, eine Kerze, ein Opfer irgendeiner Art, wenn man eine Gefahrensituation übersteht oder eine Prüfung erfolgreich ablegt. Einige Früchte solcher Gelübde halten sich über Jahrhunderte, so verschiedene Kirchen und Kapellen oder die Oberammergauer Passionsspiele. Andere halten nur kurz – so lange wie eine dicke Kerze zum Abbrennen braucht, so lange wie eine Messe, die jemand gestiftet hat, oder wie ein Tag der Einkehr. Wieder andere halten ein halbes Menschenleben lang, von dem Tag, an dem sie geleistet wurden, bis zum Tod. Und schließlich gibt es auch solche, die gar nicht halten. Hat jemand privat etwas gelobt und merkt, daß er es nicht halten kann oder will, so kann ihn ein Priester in der Beichte davon lossprechen.
Dann gibt es die Möglichkeit eines privaten Gelübdes, das man öffentlich (in einem Gottesdienst) und vor einem Priester leistet. Von einem solchen Gelübde kann nur der Papst entbinden. Nicht nur deshalb wird vorher sehr genau mit einem Priester darüber gesprochen, der mit dem Gläubigen gemeinsam bespricht, ob das Gelübde die Grundvoraussetzungen „gut, durchdacht, freiwillig, möglich“ überhaupt erfüllt. Ist dies der Fall – nur zu!

Vor übereilten Gelübden warnt die Bibel (Spr. 20,25; Dtn. 22-24; Koh. 5,3-6) – denn in Gefahrensituationen neigt der Mensch nun einmal zu vorschnellen Versprechen. Wohlüberlegte Gelübde aber sind ein Akt der Frömmigkeit, des Dankes und der Anbetung (Ps. 61, Ps. 76,12).

Deshalb muss ein Gelübde auch nicht unbedingt etwas beinhalten, was ein leidlich sozial gestimmter Atheist verstehen kann. Selbstverständlich kann man geloben, ein Ehrenamt in einem Krankenhaus zu übernehmen oder Geld zu spenden. Aber man kann auch im Weltsinn völlig unpraktische Dinge geloben, wie die Evangelischen Räte, oder eine Wallfahrt, oder das Aufstellen einer Kerze vor einem Heiligenbild. Wieweit die anbetende Verehrung Gottes dem Nächsten nützen kann, ist Gottes Sache, und wer an Ihn nicht glaubt, sieht in Keuschheit, Wallfahrt und Kerzenlicht vor dem Marienbild keinen Nutzen.

Gelübde sind nichts für Utilitaristen. Sie sind etwas für liebende Menschen, die Gott anbeten und ehren wollen.

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Vor den Reliquien der Heiligen Bernadette

Ein kleiner goldner Dom mit Edelsteinen,
In Kreuzform auch ein Handreliquiar,
Darin, geborgen vor der frommen Schar,
Ein Stück von jungen weiblichen Gebeinen.

Der Priester segnet, reicht zum Kusse dar
Das Kreuz, und gerne will ich mich vereinen
Mit jener Heiligen, der armen Kleinen,
Die durch Maria reich gesegnet war.

Sekunden, wo ich lieber Stunden hätte,
Und nichts ergreift mich, nichts lässt mich begreifen,
Daß hier der Heiland wirkt durch eine Frau.

In mir ist alles so vernünftig grau,
Es will kein Wunderglaube in mir reifen –
Doch Er wirkt Wunder auch durch Bernadette.

© Claudia Sperlich

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Vertraut den neuen Wegen

Pilgerheft
Pilgerstempel

Unter diesem Motto stand der heutige Pilgertag im Pastoralen Raum Wilmersdorf-Friedenau. In meiner Heimatgemeinde St. Marien ging es um 10.00 Uhr los mit einer noch kleinen Gruppe. Nach einer Andacht zogen wir in die dem Heiligsten Herzen Jesu geweihte Kapelle des Gertrauden-Krankenhauses (übrigens sehr sehenswert mit einem großen Mosaik in der Apsis). Dort konnten wir nicht nur Andacht halten, sondern lernten auch einiges Interessante über die Baugeschichte des Krankenhauses – von einem kühnen Frauenorden geplant und errichtet, Bauzeit von Plan bis Einweihung: 1,25 Jahre! (Nimm das, BER!)
Weiter ging es zur nahen Heilig-Kreuz-Kirche, wo es eigentlich erst Kaffee geben sollte, aber wir Pilger waren so fromm gestimmt, daß wir das gar nicht merkten und erstmal in die Kirche gingen. Hinterher war der Kaffee immer noch gut.
Nun folgte das längste Stück (einige ältere Pilger wichen hier auf die Öffentlichen aus). St Ludwig ist eine große und wunderschöne Kirche, und der lange Weg dorthin führt teils durch Park, teils durch sehr schöne Straßen. Der Organist mußte zwar gerade mit dem Kinderchor proben (natürlich nicht in der Kirche), aber alles war gut geplant: Jemand hatte seine Ziehharmonika dabei. Keine Andacht ohne Instrumentalbegleitung!
Das letzte Stück Weg führte nach St. Albertus Magnus – die einzige moderne Kirche dieses Pastoralen Raumes. Zum Abschluß der Andacht bekamen alle papierene „Fußspuren“, auf die sie ihre Wünsche oder Befürchtungen bezüglich des ziemlich großen Pastoralen Raumes schreiben sollten. Diese wurden dann wie eine lange Spur auf die Stufen zum Altar ausgelegt.

Am Ende gab es im Pfarrgarten große Mengen Würstchen, Kartoffelsalat und Kuchen – und weitere freundliche Gespräche.

Das Wetter war die ganze Zeit herrlich, und die Wege waren schön, die Andachten erbaulich. Ich hätte mir ein wenig mehr Stille auf dem Weg gewünscht. Schade fand ich, daß keine Jugendlichen dabei waren. Kinder hatten sich auf den Weg gemacht und waren alle Stationen mitgegangen! Aber Jugendliche hatten sich nicht locken lassen.

Ein ganz großer Dank an die Organisatoren, die für alles von Liederheft und Pilgerstempel über die Auswahl und Kenntnis der sehr schönen Wege und die so frohmachenden Andachten bis zur üppigen Verpflegung so gut geplant und gesorgt hatten.

Vor allem aber – Dank sei Gott für diesen wunderbaren Tag!

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Zum Erntedank

In unserer Gemeinde wurde Erntedank zwar schon vergangenen Sonntag gefeiert. Aber in vielen wird morgen gefeiert – Erntedank ist kein im liturgischen Kalender bestimmtes Fest und wird in Europa am Sonntag nach Michaelis oder am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, in anderen Klimazonen zu anderen Zeiten. Was Erntedank in einer westeuropäischen Großstadt bedeutet, schreibe ich in meiner Monatskolumne auf kath.net.

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