Mir zum 59. Geburtstag

 Ein neues Jahr – ich kann nicht einmal ahnen,
 Was es mir bringen, was es fordern wird.
 Ich lebe, das ist viel. Mein Guter Hirt
 Wird, wie schon immer, einen Weg mir bahnen.
 
 Er wird nicht jeden Stein beiseite räumen
 Und nicht die Disteln und die Nesseln mähen.
 Doch wird Er Bäume pflanzen, Blumen säen,
 Und Beeren werden manches Wegstück säumen.
  
 Ich hab von meiner Zukunft keine Ahnung.
 Doch hoff ich, auf die Disteln nicht zu treten,
 Und will mich über ihre Blüten freuen.
  
 Was Gott mir schickt, ob Segen oder Mahnung,
 Ich will voll Dank und Liebe zu Ihm beten.
 Mit Ihm muss ich vor nichts und niemand scheuen.

© Claudia Sperlich
 
 
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Atheistisches Kommando

Warum glauben eigentlich viele Menschen – meiner Erfahrung nach in der Überzahl Männer -, durch Kommandos andere Menschen in ihre (aus ihrer Sicht also in die einzig wahre) Spur zu bringen? Und warum neigen aggressive Atheisten so zum Missionieren?

Unvergesslich sind mir die Männer, die mir auf dem Marsch für das Leben den Weg versperrten und mich zum Schweigen aufforderten, in der ausdrücklichen Absicht, die Freiheit der Frau zu verteidigen. Ein anderer stand am Rand und rief den Teilnehmern geradezu flehentlich zu: „Verlasst die Kirche!“ Ich bin rückblickend ziemlich sicher, daß sie von dem Wunsch getrieben waren, mich armes, von Papisten geknechtetes Weiblein in die Freiheit ihres strahlenden Atheismus zu führen. Danke, lieb gemeint!

Kürzlich auf Facebook dann diese auf den Titel meines Blogs bezogene Ansage, selbstverständlich von einem Manne: „Eine Frechheit, das Wort „logisch“ zu benutzen! Religionen sind das Unlogischste überhaupt! Es sind Lügen, denn es gab nie Götter! Austreten jetzt!“ Hier wird mir also erst Frechheit (also die mutwillige falsche Verwendung des Wortes „logisch“) vorgeworfen, dann der strenge Befehl zum Kirchenaustritt ausgesprochen (weil ich armes, gehirngewaschenes Weiblein es ja nicht anders verstehe).

Es gäbe noch unzählige Beispiele. Religion ist für viele Menschen etwas Unbekanntes, das man zu hassen und zu fürchten hat und vor dem man die Welt befreien muss. Religion – und insbesondere das Christentum – hat für zahlreiche Atheisten den Platz des Teufels eingenommen, exorziert wird durch stimmgewaltige Befehle. „Austreten jetzt!“ ist die atheistische Übersetzung von „Apage Satanas!“ Der Unterschied ist nur, daß der katholische Exorzist sehr genau weiß, wofür und wogegen er ist.

Liebe Religionsfeinde (ich nenne Euch nicht „Religionskritiker“, denn Kritik setzt sich mit der Sache auseinander), Ihr seid naiv, wenn Ihr glaubt, durch Befehle den Glauben anderer erschüttern zu können. Ihr seid größenwahnsinnig, wenn Ihr andere nach Eurem Bilde formen wollt. Ihr seid chauvinistisch, wenn Ihr anderen die Freiheit des Glaubens und der Rede entziehen wollt.

Ihr seid die, für die ich nach dem Wort Jesu beten soll. Das tu ich gerne. Da könnt Ihr nix gegen machen, Ihr Nervensägen.

Disclaimer: Es ist mir klar, daß es aggressive Kommandierer nicht nur unter Atheisten gibt. Ebenso, daß es wundervolle, sanftmütige Männer gibt – ich kenne deren mehrere. Ebenso, daß Religionen auch mißbraucht werden. Aber das ist nicht das Thema dieses Artikels.

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Sieben Thesen und warum ich sie ablehne.

Die neueste Aktion von Maria 2.0 bestand in einem „Thesenanschlag“. Die Initiative schreibt dazu:

Neuer Thesenanschlag nach 500 Jahren

Wir hängen unsere Thesen für eine lebendige Kirche an Dom- und Kirchentüren. Mit diesem Thesenanschlag im gesamten Bundesgebiet weisen wir auf die eklatanten Missstände in der katholischen Kirche hin und untermauert damit unsere Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen, geschwisterlichen und vielgestaltigen Kirche. … An alle Menschen, die guten Willens sind!

Vorab: Luthers Thesenanschlag an genau einer Kirchentür war zunächst gar nichts Besonderes. Es war üblich, daß theologische Thesenpapiere auf diese Weise veröffentlicht wurden. Damit wurden Thesen zur Diskussion gestellt, nicht mehr und nicht weniger. Heute, in Zeiten der sehr preisgünstigen Produktion von Drucksachen, mehr noch, in Zeiten des Internet, hat man für die Diskussion von Thesen praktischere Mittel, und ein Thesenanschlag dieser Art wirkt antiquiert. Spätestens wenn er dann fleißig photographiert, hochgeladen, geliked und geteilt und besonders revolutionär gefunden wird, wirkt die Aktion auch komisch.

Luthers Thesenanschlag leitete die Kirchenspaltung ein, auch wenn Luther das zunächst nicht wollte. Wer eine solche Aktion fünfhundert Jahre später vollführt und sich auf Luther bezieht, kann nicht ehrlich behaupten, die Einheit der Kirche zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund ist die Adresse „An alle Menschen, die guten Willens sind“ eine Frechheit gegenüber all denen, die guten Willens durch Wort, Gebet und Tat die katholische Kirche unterstützen. An die scheint sich das Papier nämlich nicht zu richten. Aber ich will dennoch gutwillig auf alle sieben Thesen antworten.

1. #gerecht – gleiche Würde – gleiche Rechte

In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern. Denn Menschenrechte und Grundgesetz garantieren allen Menschen gleiche Rechte – nur die katholische Kirche ignoriert das. Mannsein begründet heute Sonderrechte in der Kirche.

Mit der Taufe haben alle Christen eine unauslöschliche Würde, die sie allerdings selbst negieren können, wenn sie sich von der Gemeinschaft der Christen abwenden. Das bedeutet: Unabhängig von allen äußeren und inneren Merkmalen, Eigenschaften, Umständen ist ein getaufter Mensch Gottes Kind. In keiner anderen Organisation oder Gruppierung, ob Familie, Staatswesen, Verein oder was auch immer, wird das mit gleicher Absolutheit gesagt wie in der Katholischen Kirche, z.B. im Katechismus, Teil III, Abschn. 1, Kap. 1, Art. 1.

Das allgemeine Priestertum der Getauften ergibt sich bereits aus den Kurztexten zu vorgenanntem Artikel. Lumen Gentium II,10 erläutert den wesentlichen Unterschied zwischen allgemeinem Priestertum und Weiheamt:

Christus der Herr, als Hoherpriester aus den Menschen genommen (vgl. Hebr 5,1-5), hat das neue Volk "zum Königreich und zu Priestern für Gott und seinen Vater gemacht" (vgl. Offb  1,6; 5,9-10). Durch die Wiedergeburt und die Salbung mit dem Heiligen  Geist werden die Getauften zu einem geistigen Bau und einem heiligen  Priestertum geweiht, damit sie in allen Werken eines christlichen  Menschen geistige Opfer darbringen und die Machttaten dessen verkünden,  der sie aus der Finsternis in sein wunderbares Licht berufen hat (vgl. 1  Petr 2,4-10). So sollen alle Jünger Christi ausharren im Gebet und gemeinsam Gott loben (vgl. Apg 2,42-47) und sich als lebendige, heilige, Gott wohlgefällige Opfergabe darbringen (vgl. Röm  12,1); überall auf Erden sollen sie für Christus Zeugnis geben und  allen, die es fordern, Rechenschaft ablegen von der Hoffnung auf das  ewige Leben, die in ihnen ist (vgl. 1 Petr 3,15). Das  gemeinsame Priestertum der Gläubigen aber und das Priestertum des  Dienstes, das heißt das hierarchische Priestertum, unterscheiden sich  zwar dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach. Dennoch sind sie einander  zugeordnet: das eine wie das andere nämlich nimmt je auf besondere Weise  am Priestertum Christi teil. Der Amtspriester nämlich bildet kraft  seiner heiligen Gewalt, die er innehat, das priesterliche Volk heran und  leitet es; er vollzieht in der Person Christi das eucharistische Opfer  und bringt es im Namen des ganzen Volkes Gott dar; die Gläubigen  hingegen wirken kraft ihres königlichen Priestertums an der  eucharistischen Darbringung mit und üben ihr Priestertum aus im Empfang  der Sakramente, im Gebet, in der Danksagung, im Zeugnis eines heiligen  Lebens, durch Selbstverleugnung und tätige Liebe.

Warum genau es weder falsch noch ungerecht ist, daß es keine katholischen Priesterinnen gibt, erläutere ich hier auf Radio Horeb. Ich habe keine Lust, das hier noch einmal in anderen Worten auszuführen – in meinem Vortrag gebe ich Quellen an.

Männer und Frauen haben die gleiche Würde. Sie haben Aufgaben, die sehr oft gleich oder ähnlich sind und in einigen Punkten verschieden.

2. #partizipativ – gemeinsame Verantwortung

In unserer Kirche haben alle teil am Sendungsauftrag; Macht wird geteilt. Denn der Klerikalismus ist heute eines der Grundprobleme der katholischen Kirche und fördert den Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten.

Christen haben, sobald sie eigenverantwortlich handeln können, auch die Pflicht, ihren gottgewollten Platz zu finden und auszufüllen. Christen sind dazu aufgerufen, zu dienen. Mit einem Dienst gehen immer auch bestimmte Befugnisse einher. Klerikalismus bedeutet, der Geistlichkeit einen Einfluss zu verschaffen, der ihr nicht zukommt. Die Geistlichen das tun zu lassen, was sie zu tun haben, ist kein Klerikalismus, sondern eine Selbstverständlichkeit. Amtsmißbrauch in der Kirche und anderswo hat seine Wurzeln in angemaßter Macht, nicht in tatsächlicher Befugnis. Daß z.B. die Arbeit der Putzfrau oder der Hymnendichterin als niedriger denn die Arbeit eines Geistlichen angesehen wird, ist in der Tat klerikalistisch, und darin ist seltsamerweise die Welt größer als die Kirche, und innerhalb der Kirche erfahre ich von der Geistlichkeit meist weit höheren Respekt für meine Arbeit als von Frauen vom Schlage Maria 2.0. (Gerechterweise muss ich hinzufügen: hochnäsiges Abwatschen kenne ich auch von männlichen Laien, sowohl aus dem Tradilager als auch von expliziten Kirchenfeinden. Standesdünkel gibt es leider häufig, nur gerade bei Priestern erlebe ich ihn so gut wie nie.)

Es geht im Priestertum genau wie im Christentum überhaupt um Dienst, nicht um Macht. Natürlich kann man sagen: finanziell stehen Priester in Deutschland recht gut da, und Geld gibt eine gewisse Macht. Allerdings sehe ich auch die liebevolle Großzügigkeit vieler Priester, und dann ist Deutschland ja nur ein sehr kleiner Teil der Welt. Die allermeisten katholischen Priester leben finanziell in sehr bescheidenen Verhältnissen. Die Macht von Priestern in Pakistan, Nigeria, China oder Saudi-Arabien ist marginal, der Dienst oft heldenhaft – und das Verständnis für diese sieben Thesen düfte dort gegen Null tendieren. Jede Frau, ob bei Maria 2.0 oder woanders in Deutschland, hat durch ihr Einkommen (selbst wenn es ALG II ist) mehr Macht als jene.

3. #glaubwürdig – respektvoller Umgang und Transparenz

In unserer Kirche werden Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Ursachen werden konsequent bekämpft. Denn viel zu lange schon ist die katholische Kirche ein Tatort sexueller Gewalt. Kirchliche Machthaber halten immer noch Informationen zu solchen Gewaltverbrechen unter Verschluss und stehlen sich aus der Verantwortung.

Umfassende Aufklärung und Ahndung von Straftaten (ganz besonders, wo Menschen mißbraucht werden), Ursachenbekämpfung und Opferschutz sind zweifellos wichtig, und vieles liegt im Argen. Zu behaupten, die Kirche sei „ein Tatort sexueller Gewalt“, ist dennoch Unfug. Selbst angesichts der himmelschreienden Taten, die in jüngster Zeit aufgedeckt wurden, ist nicht „die Kirche“ als Ganzes Tatort (und am besten noch Täterin dazu), sondern es sind einzelnde Geistliche und einzelne Orte. Umfassende Aufklärung gibt es in meiner Heimat Berlin durchaus. Mir ist klar, daß hier noch viel zu tun ist. Aber zu behaupten, die ganze Kirche sei „viel zu lange schon Tatort“, ist unredlich. Mit dem gleichen Unrecht könnte man alle Familien und alle Sportvereine als „Tatorte“ bezeichnen.

4. #bunt – leben in gelingenden Beziehungen

Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft. Denn die offiziell gelehrte Sexualmoral ist lebensfremd und diskriminierend. Sie orientiert sich nicht am christlichen Menschenbild und wird von der Mehrheit der Gläubigen nicht mehr ernst genommen.

Sexualität ist der katholischen Kirche so heilig, daß sie ihr ein eigenes Sakrament gibt. Der Katechismus Teil II, Abschn. 2, Kap. 3, Art. 7 erläutert anhand der Bibel die Bedeutung der Ehe. Ich weiß aus Erfahrung und Beobachtung, daß es viel Herzeleid erspart, wenn man sich schlicht an die katholische Sexuallehre hält. Jesus hat das Verbot des Ehebruchs bestätigt und zugleich deutlich gemacht, daß Er Barmherzigkeit will (Joh. 8,2-11). Aber Barmherzigkeit heißt eben nicht „mach weiter so“ – sondern gibt eine Chance, besser, also richtiger, zu leben als vorher.

Wenn die Mehrheit der Gläubigen das nicht mehr ernst nimmt, liegt das an mangelnder Katechese – nicht etwa an Mängeln in der Heiligen Schrift. „Bunt“ steht hier für „beliebig“ – und das kann die Kirche nicht sein, wenn sie von irgendjemandem noch ernst genommen werden will. Sie kann es nach ihrem Selbstverständnis nicht sein, weil Gottes Wort nicht beliebig ist.

5. #lebensnah – ohne Pflichtzölibat

In unserer Kirche ist die zölibatäre Lebensform keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes. Denn die Zölibatsverpflichtung hindert Menschen daran, ihrer Berufung zu folgen. Wer diese Pflicht nicht einhalten kann, lebt oft hinter Scheinfassaden und wird in existentielle Krisen gestürzt.

Die Berufung zum Priesteramt geht an Menschen, die zum Priesteramt fähig sind. Das sind in den meisten Fällen unverheiratete Männer; es hat allerdings seit der verbindlichen Einführung des priesterlichen Zölibats schon Ausnahmen gegeben – spätberufene Witwer und in jüngerer Zeit zur katholischen Kirche konvertierte ehemals evangelische Pfarrer mit Familie. Warum man von einem „Pflichtzölibat“ gar nicht sprechen kann und warum der Zölibat sinnvoll ist, habe ich hier erklärt.

6. #verantwortungsvoll – nachhaltiges Wirtschaften

Unsere Kirche wirtschaftet nach christlichen Prinzipien. Sie ist Verwalterin des ihr anvertrauten Vermögens; es gehört ihr nicht. Denn Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger haben das Vertrauen in die Kirche tiefgreifend erschüttert und schwinden lassen.

Teilweise Zustimmung. Prunk und Pracht sind für Gott – und zur Freude des Gottesvolkes. Ich möchte den Petersdom nicht schlichter haben, und ich möchte auch weiterhin, daß die Kirche Künstler zu Gottes Ehre beschäftigt, aber nicht nur für Gotteslohn. Dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung sind übel und müssen aufgeklärt, geahndet und künftig möglichst verhindert werden. Allerdings ist hier wieder ein unschöner Unterton, als seien diese Dinge ganz typisch für die Kirche. Tatsächlich sind sie typisch für die gefallene Menschheit, wie Sünde halt überhaupt. Es bedarf vieler Gebete und großer Wachsamkeit, mit Geld verantwortlich umzugehen – aber die Kirche, die an so vielen Orten in so vielen Situationen auch mit Geld hilft, verdient im Ganzen dennoch Vertrauen.

7. #relevant – für Menschen, Gesellschaft und Umwelt.

Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesellschaftlichen Diskurs. Denn die Kirchenleitung hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Sie schafft es nicht, sich überzeugend Gehör zu verschaffen und sich im Sinne des Evangeliums für eine gerechte Welt einzusetzen.

Ihr glaubt der Kirche nicht mehr. Ihr sagt in sechs Punkten, daß „unsere Kirche“ (also Eure) alles endlich mal richtig machen wird, und sprecht der Katholischen Kirche deshalb die Glaubwürdigkeit ab, weil Ihr nicht mehr an sie glaubt. Aber die Kirche, die Ihr ablehnt, ist von Jesus Christus gegründet auf das Fundament der Apostel, und weder die Mächte der Unterwelt noch ein Heer von Frauen, die die Allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria updaten wollen, werden die Kirche überwältigen.

Ich als Christin und Sünderin liebe die Katholische Kirche, die ich „meine“ nenne, obwohl sie nicht mir gehört (sondern ich ihr). Ich bin traurig über ihre Verfehlungen, freue mich an ihrer Wahrheit und Ewigkeit und bleibe ihr treu. Maria verehre ich in der ursprünglichen Version, ohne Update.

Am Fest St. Matthias, anno Domini 2021

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Was am Katholizismus so klasse ist: Die Eucharistie!

Über Quelle und Gipfel unseres Glaubens habe ich schon öfter geschrieben, z.B hier und hier. Das Eucharistie- bzw. Abendmahlsverständnis verschiedener Konfessionen unterscheidet sich teilweise gravierend, teils nur wenig – dennoch ist eine interkonfessionelle Mahlgemeinschaft nicht möglich, schon weil man damit die Überzeugung der je anderen Konfession nicht ernst nehmen dürfte. Dies vorausgeschickt, schreibe ich über die Eucharistie aus katholischer Sicht; der geneigte Leser wird mir zugestehen, daß ich diese Sicht für die beste halte.

In Joh. 6,32-59 kündigt der Herr in der Synagoge von Kafarnaum bereits an, daß Er sich im Wortsinn verzehren lassen wird. Dem Unverständnis einiger Jünger begegnet Er mit einer Ankündigung Seiner Himmelfahrt – und daraufhin haben einige endgültig genug von der Jüngerschaft. Petrus spricht aber für den Kreis der Zwölf – es gibt für sie gar keine andere Möglichkeit, als Jesus, dem Messias, zu folgen.

Die Einsetzungsberichte finden wir bei den Synoptikern und im Brief an die Korinther. Jesus Christus sagt eindeutig: Das Eucharistische Brot ist Sein Leib, der Eucharistische Wein ist Sein Blut. Paulus hat die Eucharistie als regelmäßigen Ritus kennengelernt und betont Bedeutung und Würde der Eucharistie in einer kleinen Katechese (1 Kor. 11,26-34). Wenn wir Jesus Christus und dem Neuen Testament vollkommenen Glauben schenken, können wir gar nicht anders als die Eucharistie als Christi Fleisch und Blut verstehen – als den lebendigen Gott in Gestalt von Brot und Wein.

Johannes schweigt über das Paschamahl (von der erwähnten Ankündigung abgesehen). Dafür beschreibt er (Joh. 13,1-20) als einziger die anschließende Fußwaschung, bei der der Herr sich zum Knecht der Apostel macht. Er belehrt Petrus über die Notwendigkeit dieser Zeichenhandlung und darüber, daß sie in genau dieser Form vollständig ist, und Er macht deutlich: In dieser Weise sollen alle Jünger ihren Nächsten dienen.

Wir werden von Gott mit Gott gestärkt, um dann unseren Mitmenschen (und Ihm, den wir im leidenden Nächsten erkennen sollen) dienen zu können. Aber die Eucharistie ist nicht bloß Stärkung zum Dienst, Mahlzeit für die Arbeiter. Wir haben in ihr innigste Gemeinschaft mit Gott. Gott kehrt die Verhältnisse um, Er liefert sich uns aus, macht sich zerbrechlich, riskiert, daß Sein Leib und Blut zerstört und verschüttet wird (und genau das ist ja am Kreuz geschehen). Er bleibt über Tod, Auferstehung und Himmelfahrt hinaus sinnlich wahrnehmbar, greifbar und doch unbegreiflich.

Der unendliche Gott wird nicht vermehrt (obwohl seit Beginn der Christenheit tonnenweis Hostien und Wein konsekriert wurden) und nicht vermindert (obwohl die Hostien gegessen werden, der Wein getrunken wird), Er wird auch nicht verändert (obwohl leider neben Fehlern aus Ungeschick oder Unwissen auch Hostienfrevel vorkommen). Er ist und bleibt Gott.

Man kann dennoch nicht sagen, daß es Gott „nichts ausmacht“, wenn die Eucharistie ohne Ehrfurcht oder unvorsichtig behandelt wird. Er will ja unser Heil, dazu ist über allem die Eucharistie da. Es macht Ihm sehr wohl etwas aus, wenn Seine Kinder sich gegen das Heil wehren. Väter und Mütter schauen ja auch nicht achselzuckend zu, wenn das Kind etwas zugleich Dummes und Gefährliches tut.

Gott wandelt durch die Worte des Priesters Brot und Wein in sich selbst und liefert sich uns aus. Vor diesem Wunder, dieser Hingabe kann ich nur staunen und beten. Gott nährt mich mit sich selbst! Im Tabernakel lässt Er, der immer und überall da ist, sich in Brotgestalt aufbewahren, ist leiblich anwesend. In der Monstranz lässt Er sich betrachten. Die Anbetung vor dem Tabernakel, die noch intensivere Anbetung vor dem sichtbaren Herrn in der Monstranz, ist meine tägliche Kraftquelle, meine seelische Stärkung, oft auch körperlich spürbar. Selbst wenn ich fahrig und innerlich mit hundert anderen Dingen beschäftigt bin und mir echte Anbetung nicht gelingen will, werde ich durch das bloße Verharren vor dem Tabernakel ruhiger und froher.

Die Wahrheit der Wandlung wird manchmal wunderbar bestätigt. Der erst 15jährig an Leukämie verstorbene Selige Carlo Acutis hat bereits mit elf Jahren eine Internetseite über Eucharistische Wunder erstellt. Noch wichtiger, er konnte anderen Jugendlichen das Eucharistieverständnis vermitteln, war selbst voll Liebe und Begeisterung für den Herrn. Er nannte die Eucharistie seine „Autobahn zum Himmel“.

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Meinem Liebsten zu Aschermittwoch 2021

 Du bist mein Liebster. Niemand kann uns trennen,
 Du bist bei mir, wo immer ich mag sein.
 Du machst Dich mir zuliebe schwach und klein.
 Du brennst in mir, und ich will für Dich brennen.
  
 Die Welt nennt unsre Liebe Traum und Schein,
 Doch Du bist Wahrheit. Ich darf Dich bekennen,
 Dich Bräutigam und mich Dein Eigen nennen.
 Du bist mein Leben, bist mein Brot und Wein.
 
 Ich will Dir neu mein Herz und Haus bereiten
 Und will in diesen ungewohnten Zeiten
 Mit Mut und Frische das Gewohnte tun.
  
 Hilf, daß in böser Zeit mit guter Miene
 Ich Dir in Liebe und Gehorsam diene,
 Um Dich zu feiern und bei Dir zu ruhn.
 
 © Claudia Sperlich
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Macht der Synodale Weg dumm?

In fast jede Diskussion um katholische Belange mischt sich über kurz oder lang jemand ein, der alles Katholische aus der Kirche nehmen möchte. In der Regel lobt er dabei den Synodalen Weg und tadelt alles und jeden, der den Synodalen Weg (mit oder ohne Begründung) ablehnt. Der Vorwurf der Mißachtung von Laien und Frauen wird dabei regelmäßig erhoben.

Wenn dann eine katholische Frau die Stimme erhebt und sagt, sie werde keinesfalls mißachtet, wird sie von oben herab, mit größtmöglicher Arroganz, belehrt – darüber, daß sie sich irrt, daß sie sich ganz zu unrecht in der katholischen Kirche wohlfühlt, daß ihre Argumente und ihre Treue nichts wert sind, daß es ihr natürlich freigestellt ist, sich gern unterdrücken zu lassen, aber…

Ihr Synodalen!

Ich bin eine Frau, bin Laie, und ich erfreche mich, Euch zu widersprechen. Ich bin katholisch, und das will ich mit Gottes Hilfe auch bleiben. Die Kirche hat ihre Regeln, Gesetze und Rechte, und die will ich respektieren. In meiner Reihe „Was am Katholizismus so klasse ist“ habe ich schon viel dazu geschrieben, auch über Frauenbild, Zölibat und Priester. Warum es keine katholischen Priesterinnen gibt, erkläre ich hier. Ich bin freiwillig Katholikin, und ich bin es mit wachsender Begeisterung, nicht obwohl die Kirche so ist, wie sie ist, sondern weil sie so ist.

Selbstverständlich kann man anderer Meinung sein. Man kann die Kirche schlecht finden, sich von ihr unterdrückt fühlen, man kann als Mann einer Frau sagen, sie dürfe sich in der katholischen Kirche nicht gut fühlen, weil sie, als Frau, von ihr gegängelt werde, worauf er, der Mann, nie und nimmer kommen würde, weil er ja für meine Freiheit eintritt bei Tag und bei Nacht. Das ist alles legitim, ich habe kein Recht und auch keine Möglichkeit, jemandem zu verbieten, mich für ein armes, dummes, gegängeltes Weiblein zu halten, so gehirngewaschen, daß ich meine Versklavung auch noch gut finde. Aber ich habe das Recht, zu antworten.

Atheisten, die mich für spinnert halten, weil ich nicht Atheist bin, stören mich nicht sonderlich. Freikirchler, die die katholische Kirche als satanisch ansehen, sind insofern nervig, als ich immer wieder der Versuchung nachgebe, vernünftig mit ihnen zu reden, und das geht immer wieder schief. Christen anderer Denominationen, die einfach sagen „Das und das an der katholischen Kirche verstehe ich nicht oder mißfällt mir“ kann ich Rede und Antwort stehen, und das kann durchaus bereichernde Gespräche ergeben, in denen die gemeinsame Grundlage, der Glaube an Jesus Christus, das Fundament bildet.

Katholiken, die die katholische Kirche zu Tode reformieren wollen, erlebe ich oft als furchtbar intolerant. Da hält sich eine an die katholische Lehre? Mit der kann ja was nicht stimmen! – Bei Unterstützern des Synodalen Weges ist diese Haltung besonders ausgeprägt. Da wird dann gesagt: Die Priester wollen uns unbegründet irgendwas vorschreiben! Dagegen sage ich: Nein, die Priester müssen uns begründet sowohl die Heilige Schrift als auch die katholische Lehre verkünden!

Und dann kommt als Antwort ein ellenlanger Sermon, der mich armes dummes Weiblein belehren soll darüber, wie Kirche und Schrift überhaupt zu verstehen sind.

Das ist typisch für Verfechter des Synodalen Weges. Einer meiner Fehler ist, sie trotz dieser Erfahrungen immer wieder für diskussionsfähig und belehrbar zu halten, und immer wieder werde ich enttäuscht. (Macht nichts. Eine Ent-Täuschung ist das Ende einer Täuschung, und Täuschung ist nicht gut.) Die Verfechter des Synodalen Weges gehen zudem davon aus, daß diese auf Deutschland beschränkte Bewegung allen anderen Katholiken auf der Welt überlegen ist und die Weltkirche nach ihrem Bilde formen muss.

Wenn ich Fragen habe zu Gott, Religion, Glauben, katholischer Lehre, bestimmten kirchenpolitischen Vorgängen oder was auch immer, dann wende ich mich an Leute, die etwas vom Christentum katholischer Denomination verstehen und sich für dies alles interessieren. Auch dann besteht noch die Gefahr, daß ich eine falsche oder zweifelhafte Antwort bekomme, denn Menschen sind nun einmal fehlbar. Aber die Wahrscheinlichkeit, eine vernünftige Antwort zu erhalten, ist dann schon ziemlich groß.

Verfechter des Synodalen Weges sagen mir ihre Meinung gern ungefragt. Sie entspricht der katholischen Lehre im Regelfall nachweislich nicht. Meist auch nicht dem ganz simplen Menschenverstand. Ich erfahre den Synodalen Weg als eine Gemeinschaft von Menschen, die mir die Denkfähigkeit absprechen und mich mit väterlicher bzw. mütterlicher Strenge auf den rechten Weg bringen wollen. Ersteres ist Unfug, letzteres ist Sache meines Beichtvaters.

Zur provokanten Ausgangsfrage: Ja, ich befürchte, der Synodale Weg hat das Potential, dumm zu machen. Anders kann ich mir nicht erklären, daß zahlreiche überdurchschnittlich gebildete Menschen im Glauben, sie treten für Freiheit und Gerechtigkeit ein, anderen Menschen die Fähigkeit zum freiheitlichen und gerechten Handeln und Denken absprechen. Auch glaube ich nicht, daß die meisten Teilnehmer des Synodalen Weges boshaft sind (im Gegenteil, das sind wahrscheinlich die wenigsten). Dann aber ist nicht anders als mit Dummheit zu erklären, wenn leicht nachprüfbare Aussagen der Kirche ständig verfälscht werden.

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Schnee in Berlin

Seit gestern liegt auch in Berlin Schnee. Es ist mild, tagsüber frostfrei, aber es langt, daß unzählige Menschen fröhlicher sind als gewöhnlich. Überall stehen Schneemänner herum, Erwachsene liefern sich Schneeballschlachten. Ich war gestern zum ersten Mal mit meiner Patentochter alleine auf dem Spielplatz und habe mit ihr einen winzigen Schneemann gebaut. Zwei große standen da schon.

Und mitten in dieser Freude kommen zwei Kinder, höchstens fünf und sechs Jahre alt, schlagen alle Schneemänner kaputt und nehmen die Möhre, die der eine als Nase hat, um sich selbst einen Schneemann zu bauen. Die Eltern sitzen regungslos davor und sagen nichts.

Ich sage zu meiner Nichte laut genug, daß die beiden Rotzlöffel (und hoffentlich auch die Eltern) es hören: „Guck mal, die beiden haben die Schneemänner kaputtgemacht. Sehr doof. Tut man nicht.“ Und sie, vollkommen gelassen: „Bauen wir einen neuen Schneemann!“ Das taten wir dann auch, und sie war glücklich.

Eigentlich sollen ja Patentanten und -onkel ihren Patchen etwas beibringen. Aber es schadet nichts, wenn das dreijährige Patchen der empörten und ratlosen Tante auch etwas beibringt, nämlich die Umsetzung der Devise „Ned amal ignorieren“. Jemand hat etwas wirklich Doofes und Boshaftes getan, aber Menschen sind nicht verletzt? Täter ignorieren, Schaden beheben und gut.

Die Kleine hat erreicht, daß ich gestern Abend entspannt und froh eingeschlafen bin – nach einem Gebet für die beiden Rotzlöffel.

Von dem Vorfall oder den Schneemännern habe ich kein Bild. Aber von meinem zauberisch verschneiten Balkon.

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Bekehrung des Paulus

 Saulus von Tarsus,
 Hüter des Gesetzes,
 klug und belesen –
 voller Zorn und Eifer
 wolltest du wahren  
 deiner Väter Glauben
 an Gott den Vater.
  
 Vom Licht getroffen,
 stürztest du zu Boden,
 hörtest die Stimme,
 sanft und unerbittlich:
 Warum verfolgst du
 Jesus, deinen Heiland?
 Folge dem Sohne!
  
 Drei Tage Blindheit
 musstest du erdulden,
 bis Gott zur Heilung
 Hananias sandte.
 In neuer Klarheit
 strahlten Herz und Augen
 vom Geiste Gottes.
  
 Gottes Gesandter
 zu den Heidenvölkern,
 über die Grenzen
 Künder neuer Lehre,
 flammend vor Liebe
 littest du für Christus –
 Paulus von Tarsus.
 
 © Claudia Sperlich
 
 
 
 
 
 
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Hörnchens Restaurant

Heute war Hörnchen angesichts des ungemütlichen Wetters mal richtig schick essen.

Vorab ein Salat von Strohblumengrün. Man sitzt hier von neugierigen Blicken durch Lavendel halbwegs abgeschirmt, und die Rosendeko ist hübsch.

Als Hauptgericht gibt es Haselnüsse. Hier kann man den Ausblick genießen – nicht besonders heute, Schneegestöber und kalter Wind, aber den Nüssen tut das keinen Abbruch.

Alles in allem, kein schlechter Ort! Aber die Bedienung könnte etwas flotter sein.

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Morgendliche Ermutigung

 Hast dich bekreuzigt und hast gedankt
 Für vergangene Nacht und für neuen Morgen
 Bist unter der Dusche dann richtig erwacht,
 Hast die Laudes gebetet und Frühstück gemacht
 Und bist schon wieder voll Sorgen?
  
 Hast auf Facebook die Nöte der andern gesehn
 Den Zorn und die Tränen der Brüder und Schwestern,
 Und irgendwo anders bricht man das Recht,
 Hast die Zeitung gelesen, die Welt ist schlecht,
 Das war sie aber schon gestern.
 
 Ja Himmel! Wirf deine Sorgen auf Gott,
 Er sorgt für dich, Er trägt deine Bürden.
 Er hält das aus, Er will das ja so!
 Jetzt trink deinen Kaffee. Vertraue. Sei froh!
 Und dann nimm des Tages Hürden. 

© Claudia Sperlich
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