Diskussion mit einem Christenhasser

Ich habe mir alle Mühe gegeben,  seine Vernunft herauszukitzeln. Sie muss ja irgendwo sein. Aber es ist mir nicht gelungen, sie ausfindig zu machen. Hier die Diskussion:

M.: Tja, da die Bibel genauso gefährlich ist wie Koran und „Mein Kampf“… einziehen und vernichten

Ich: M., interessant,  wie Du zur Büchervernichtung aufrufst. Aber warum ist Dir dann ausgerechnet „Mein Kampf“ ein Dorn im Auge?

M.: Claudia Sperlich interessant auch das du das Entsorgen von Büchern ditekt mit der Bücherverbrennung der Nazis gleichstellst. Ist damit jeder der ein Buch, egal welches, in den Papiermüll wirft, ein Nazi?

Ich: M., nein. Aber jeder, der öffentlich dazu aufruft, alle religiösen Bücher abzuschaffen (Du schreibst „einziehen und vernichten“), kommt den Nazis und anderen Diktatoren sehr nahe. Wenn Dir der Vergleich mit den Nazis nicht gefällt, kannst Du Dich auch mit Kim Jong Un vergleichen, bei dem der Besitz einer Bibel mit Straflager geahndet wird.

M.: Claudia Sperlich Ah, der ewige Vorwurf das Atheisten das absolut Böse sind. Komisch das ich noch nie bei Un und Co „Im Namen des Atheismus“ gehört hab. Vielmehr ist es so das in den meissten kommunistischen Ländern die Kirche einfach keine Macht ausüben darf. In der DDR waren Kirchen zb nicht verboten, hatten aber keine Sonderrechte. Aber das ist ja dann schon Verfolgung für euch

Ich: M., ich werfe nicht „dem Atheismus“ irgendwas vor, sondern den Büchervernichtern und Zensoren.

M.: Claudia Sperlich Warum verbietet dann ausgerechnet das Christentum zb Homosexuellen die Ehe? Warum will man Abtreibungen verbieten? Warum dürfen Frauen weder predigen noch Papst werden?

Ich: M., auf alles gibt es Antworten im öffentlich zugänglichen Katechismus der katholischen Kirche. Auf meinem Blog thematisiere ich das auch. Bitte lies selbst.

M.: Claudia Sperlich Katholische Kirche… 2000 Jahre Terrorkirche, Hexenverbrennungen (sogar durch Gott lt. Bibel gewollt), Kreuzzüge gegen alles Nichtchristliche, Judenverfolgung, Kindsmissbrauch, Korruption, Geschichtsrevidierung, Kolaboration mit Faschisten und vieles mehr… und jetzt Opfer spielen? Die Kirche ist nicht Opfer, sie ist der Täter… aber das wird ja von den Gläubigen toleriert während man auf andere, zb Muslime, zeigt. Alles Böse ausser der katholischen Kirche.

Ich: M., nichts von dem, was Du sagst, hat mit dem, was ich hier geschrieben habe, das Geringste zu tun. Du unterstellst mir Aussagen, die ich nicht gemacht habe, und bist zu faul, Hinweisen auf tatsächliche Aussagen zu folgen. Von Geschichte hast Du so gut wie keine Ahnung und plapperst nur alles Mögliche nach. Wenn Du weiter mit mir kommunizieren willst, lies 1. die Bibel (NT und AT), 2. sinnvolle Exegese (z.B. Ratzinger; für die Psalmen empfehle ich Zenger). Lies außerdem das Grundgesetz, insbesondere zu den Punkten Meinungsfreiheit und Eigentum. Besichtige mindestens fünf Kathedralen. Höre mindestens fünfmal still und aufmerksam zu, wenn eine Messe gefeiert wird; stelle Fragen zum Verständnis in höflicher Form. Lies, was Teresa von Avila und Teresa Benedicta a Cruce geschrieben haben – wenigstens einige Kapitel. Lies einige Kapitel Thomas von Aquin. Dann – und keine Sekunde vorher – darfst Du wieder mit mir kommunizieren.

***

Darauf folgte ein Lachsmiley von M. – das Argument der Argumentlosen. Schade eigentlich.

Mein Vater war ein hochgebildeter Atheist und hätte diesem M. in seinem schönen Dialekt gesagt: „Rrredense nicht solchen Unsinn,  junger Mann!“

Leider ist M. exemplarisch für zahlreiche Menschen, die bei Worten wie „Bibel“ oder „Christentum“ komplett ausflippen. Viele von ihnen – vielleicht auch M. – Sind im übrigen keine schlechteren oder dümmeren Menschen als die meisten, aber bei diesen Reizwörtwrn gehen ihnen Verstand und Güte plötzlich flöten. Genauso wie mir nach einer Weile die Geduld.

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Ernte und Eigensucht

Lk. 12,13-21

In jener Zeit
bat einer aus der Volksmenge Jesus:
Meister, sag meinem Bruder,
er soll das Erbe mit mir teilen!
Er erwiderte ihm: Mensch,
wer hat mich zum Richter oder Erbteiler bei euch eingesetzt?

Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht,
hütet euch vor jeder Art von Habgier!
Denn das Leben eines Menschen besteht nicht darin,
dass einer im Überfluss seines Besitzes lebt.

Und er erzählte ihnen folgendes Gleichnis:
Auf den Feldern eines reichen Mannes stand eine gute Ernte.
Da überlegte er bei sich selbst: Was soll ich tun?
Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen könnte.
Schließlich sagte er:
So will ich es machen: Ich werde meine Scheunen abreißen
und größere bauen;
dort werde ich mein ganzes Getreide
und meine Vorräte unterbringen.
Dann werde ich zu meiner Seele sagen:
Seele, nun hast du einen großen Vorrat,
der für viele Jahre reicht.
Ruh dich aus, iss und trink
und freue dich!

Da sprach Gott zu ihm: Du Narr!
Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern.
Wem wird dann das gehören, was du angehäuft hast?

So geht es einem,
der nur für sich selbst Schätze sammelt,
aber bei Gott nicht reich ist.

Der reiche Mann im Gleichnis ist nicht deswegen kritikwürdig, weil er viel besitzt.  Eine gute Ernte ist zunächst eben gut und ein Grund zur Freude.  Auch der Bau eines ausreichenden Speichers ist erstmal vernünftig. Ganz und gar nicht vernünftig ist aber, eigensüchtig auf seinem großen Besitz zu hocken. Es geht dem Mann nur um sein eigenes Leben, andere kommen in seinem Denken nicht vor.

Er hätte auch sagen können: „Die Ernte ist außergewöhnlich gut, und ich habe schon so viel. Ich will schauen,  wo es noch leere Scheunen gibt, und veranlassen,  dass sie gefüllt werden.“

Es geht in diesem Gleichnis nicht nur um den sozialen Umgang mit materiellem Besitz, so wichtig der ist. Es geht um all unsere Gaben,  Fähigkeiten,  Talente, und darum,  dass wir unser ganzes Leben entweder für uns selbst dahinleben oder für Gott und unsere Nächsten einsetzen können. Das bedeutet nicht,  dass wir zu ständigem Gewusel aufgerufen sind. Wir sollen auch zu uns selbst gut sein. Ruhe ist ein wichtiger Begriff in der Bibel. (Jesus hat auch geschlafen,  gegessen und gefeiert.) Aber wir dürfen nicht ständig um uns selbst und den Erhalt unseres Eigentums kreisen wie der Reiche im Gleichnis. Versuchen wir heute,  mit unseren Gaben freundlich und verantwortungsvoll umzugehen.

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Rosen, Astern, Sonnenblumen

Der Vorgarten hört nicht auf zu blühen. Die Rosen blühen und fruchten gleichzeitig, und das Rosa der Blüten beißt sich nicht mit dem Rot der Hagebutten.

Die Staudensonnenblumen gucken erstaunt.

Die Goldraute ist aufrecht und prachtvoll wie immer.

Die Astern liegen seit dem letzten Regen am Boden, lassen sich dadurch aber nicht beim Blühen stören.

Das schreit doch nach einem meiner Lieblingsgedichte!

Gottfried Benn:
Astern


Astern – schwälende Tage,
alte Beschwörung, Bann,
die Götter halten die Waage
eine zögernde Stunde an.

Noch einmal die goldenen Herden,
der Himmel, das Licht, der Flor,
was brütet das alte Werden
unter den sterbenden Flügeln vor?

Noch einmal das Ersehnte,
den Rausch, der Rosen Du –
der Sommer stand und lehnte
und sah den Schwalben zu,

noch einmal ein Vermuten,
wo längst Gewißheit wacht:
Die Schwalben streifen die Fluten
Und trinken Fahrt und Nacht.

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Warum ich nicht die Klappe halte

Facebook-Kommentatorin an mich:

„Es ist doch immer das gleiche Leute die keine behinderten Kinder haben verurteilen Menschen die sich gegen ein behindertes Kind entscheiden. Werden sie Pflegemutter und kümmern sie sich erst mal jahrelang um ein behindertes Kind. Leben sie den Alltag und was alles dazu gehört ..erst dann können sie urteilen und andere verurteilen.“


Meine Antwort:

„Stimmt, ich habe kein behindertes Kind. Aber ich war ein behindertes Kind. Hätten Menschen wie Sie damals über mich zu entscheiden gehabt, wäre ich keine elf Jahre alt geworden.“


Übrigens habe ich meiner behinderten Mutter beigestanden,  seit ich acht Jahre alt war. Ein bisschen weiß ich wohl doch über das Problem Behinderung.

Hinzu kommt,  dass es unsinnig ist, jedwede Beurteilung von irgendwas ausschließlich denen zuzugestehen, die unmittelbar betroffen sind. Sonst dürften Menschen,  in deren Heimat gerade kein Krieg ist, nichts gegen Krieg sagen. Wer weder Onkologe noch Krebspatient ist, dürfte sich an keinem Gespräch über Krebstherapien beteiligen, auch keine Fragen dazu stellen. Über Geschichte dürften nur Historiker sprechen,  über Rezepte nur Köche, über Menschenrechte nur Juristen und Philosophen. Man hätte am Ende Kommunikation ausschließlich in Expertenkreisen, alle anderen müssten stumm bleiben  – oder sich als Blockwarte der neuen Gesprächskultur gerieren, die jeden denunzieren, der etwas sagt, ohne genau dafür nachweislich Experte zu sein.


Mittlerweile weiß ich auch, dass Menschen wie ich einer wachsenden Zahl von Mitmenschen ein zu beseitigendes Problem darstellen. Was mich selbst angeht,  ist mir das ziemlich egal. Ich kann mich wehren, habe zudem bereits viel gelebt. Aber es gibt viele,  die sich nicht wehren können. Und für diese will ich mich so gut einsetzen, wie ich eben kann.


Die zunehmende Herzlosigkeit und Kaltschnäuzigkeit gegenüber ungeborenen und geborenen Menschen,  die nicht in die Schablone „brauchbarer, voll funktionsfähiger Steuerzahler“ passen, widert mich an.
Da hilft auch nicht, wenn mir ebenso schlechtgelaunt wie wahrheitswidrig vorgeworfen wird,  ich hätte keine Ahnung,  was Mütter behinderter Kinder durchmachen müssen.


Ich bin gegen Abtreibung,  und ich bin gegen Euthanasie (heute „Sterbehilfe“ und „assistierter Suizid“ genannt). Ich bin zudem gegen die dreiste Lüge, dass erstere ja so gut wie nur Behinderte träfe und letztere nie und nimmer gegen den Patientenwillen stattfinde. Ich ekle mich vor Menschen,  die mir erzählen,  ich habe keine Ahnung und kein Recht. Damit ekle ich mich derzeit vor etwa drei Vierteln aller stimmberechtigten Deutschen.

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Heiliger Carlo Acutis

Carlo teilte gern mit Armen,
half geplagten Schülern gern,
sah am Ende auch sein Leiden
als ein Opfer für den Herrn.
Ref.

Gott vollbringt in uns die Wunder,
die nur Er vollbringen kann,
wenn wir selbst es Ihm erlauben!
Er sieht unsern Willen an.
Ref.

Jesus Christus sei gepriesen,
dessen Liebe nie vergeht!
So wie Carlo lasst uns wachsen
in der Liebe, im Gebet.
Ref.

© Claudia Sperlich

Heuer wird der Gedenktag für Carlo Acutis zum ersten Mal liturgisch begangen,  da er im vergangenen Jahr vom Sonntag verdrängt wurde. Und in der Kapelle des Gertrauden-Krankenhauses wurde mein Lied zum ersten Mal im Gottesdienst gesungen.

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Lebensschutz muss für jeden gelten!

In den USA wird ein Mensch durch Erschießung hingerichtet. Was Nidal Hasan getan hat, war schrecklich – er hat 13 Menschen getötet und 32 verletzt. Alle hatten ihm vertraut, denn er war ihr Kamerad und Militärpsychiater.

Ich kann verstehen, dass Menschen wütend auf ihn sind. Ich kann verstehen,  dass Menschen ihm den Tod wünschen,  auch wenn ich das nicht gut finde. Nicht verstehen kann ich, dass zahlreiche Menschen,  die sich Christen nennen,  es richtig finden, ihn zu töten. (Einsperren mit Sicherheitsverwahrung und im übrigen menschlich behandeln wäre nach US-amerikanischem Recht möglich und nach christlichen Maßstäben richtig.)

Das ist nicht alles. Die Hinrichtung wird öffentlich stattfinden und über Livestream übertragen werden. Unzählige Menschen werden zusehen, wie drei Menschen einen vierten erschießen. Die Seelen dieser drei, die dabei mit Sicherheit Schaden nehmen, interessieren kaum einen. Dass auch Kinder das sehen können und mit Sicherheit werden, lässt die Trumpisten kalt. (Jaja, es wird Zugangsbeschränkungen geben, und an Zugangsbeschränkungen bei Livestreams haben sich ja schon immer alle gehalten,  nicht wahr?)

In der gleichen Zeit findet eine 50jährige Frau langsam wieder ins Leben,  nachdem ihre Hinrichtung per Giftspritze schiefgegangen ist. Sollte sie wieder ganz gesund werden,  versucht man es halt nochmal.

Auch Christa Pike hat etwas Entsetzliches getan. Mit achtzehn Jahren. Mit einer von Missbrauch geprägten Kindheit belastet. Das macht ihre Tat – die äußerst grausame Ermordung einer Mitschülerin – nicht gut. Aber auch ihre Hinrichtung macht nichts gut. Sie hätte Hilfe und Barmherzigkeit gebraucht und bekam eine Todeszelle und Gift.

Die Leute,  die in den USA am lautesten nach Todesstrafe schreien und sich die Übertragung anschauen werden, nennen sich „Pro Life“. Das ist anmaßend und verlogen. Ich verteidige seit vielen Jahren das unbedingte Recht auf Leben von der Zeugung bis zum natürlichen Tod. Ich will mit dieser MAGA-Bagage nicht in einem Atemzug genannt werden.

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Selbstgebackenes Knäckebrot

… schmeckt um Längen besser als gekauftes. Nur muss man aufpassen,  dass es nicht verbrennt.

Sauberen Zuschnitt lerne ich vielleicht noch. Andererseits sind mir rechte Winkel nicht so wichtig.

Rezepte gibt’s im Internet zuhauf.

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Ein weiterer Grund für Sozialgesetzgebung

In den letzten Monaten habe ich gelegentlich darüber nachgedacht, was ich tun kann, wenn ich mir nach einem weiteren, äußert ungünstigen Regierungswechsel und folgender Abschaffung der Sozialgesetze die für mich notwendigsten Medikamente nicht mehr leisten kann.

Die Formel ist verhältnismäßig einfach,  und mit einiger Übung könnte ich das Zeug selber mixen. Das Problem ist nur, dass die Grundstoffe nicht alle bei dm erhältlich sind. Ein noch größeres Problem ist, dass der Ausgangsstoff auch zur Herstellung von Plastiksprengstoffen genutzt wird. Das   macht das DIY-Verfahren eventuell zu einem höheren Risiko als die Absetzung des Medikaments wäre – und das Risiko beträfe nicht nur mich.

Also werde ich einfach weiter wider alle Hoffnung hoffen,  dass  ein Rest an sozialem Gewissen auch der nächsten und übernächsten Regierung erhalten bleibt. Andererseits wäre es vielleicht auch spannend,  auf meinen alten Tag noch autodidaktisch Chemie zu lernen.

Ein bisschen ärgert es mich schon, dass ich Chemie damals abgewählt habe. Andererseits könnte ich dann nicht so gut Latein. Irgendwas ist immer.

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Zum Erntedank

Mein Balkon misst, wenn man die äußeren Balkonkästen mitrechnet, 2,35 · 1,20 Meter, also 2,82 Quadratmeter. Das ist überschaubar. Dennoch habe ich hier Blumen, Kräuter, Kartoffeln, Paprika und Karotten, und alles gedeiht prächtig. (Rosenkohl gedeiht auch, wird aber von Eichhörnchen und Ringeltauben geerntet, die mir nichts übrig lassen – nächstes Jahr werde ich stattdessen mehr Buschbohnen ziehen.) Ein kleiner Tisch und ein Stuhl haben auch noch Platz, ebenso Futterstellen für Vögel und Eichhörnchen. Es ist mein Privatgärtchen, und die Ausbeute ist gar nicht so schlecht:

Minze, Salbei und Thymian hatte ich in der warmen Jahreszeit übergenug, einiges davon habe ich in Öl eingelegt. Oregano und Rosmarin sind mir wegen Staunässe eingegangen; sie werde ich neu kaufen und sorgsamer behandeln. In der kalten Jahreszeit stehen die Kräuter auf der Küchenfensterbank.

Geerntet habe ich:

Kartoffeln – die muss ich nächstes Jahr etwas sparsamer gießen.

Ohne Bild: Spitzpaprika – ein gutes Pfund.

Bohnen – drei Portionen; sie gedeihen hier sehr gut, reifen nach und nach.

Karotten: 400 Gramm. Nächstes Jahr werde ich sie, wenn überhaupt, sorgfältiger aussäen, d.h. mit mehr Abstand, damit sie einander nicht so bedrängen. Das ist das Anspruchsvollste daran, denn die Samen sind winzig. Vielleicht lasse ich es auch bleiben; die billigen gekauften Möhren sind nicht schlechter.

Kartoffeln, Bohnen und Paprika werde ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder anbauen.

Blumensamen habe ich ebenfalls gesammelt.

Damit hat sich mein Balkon-Nutzgarten in diesem Jahr nicht rentiert, aber ich vermute, dass es in wenigen Jahren soweit ist. Jedenfalls macht das Gärtnern Freude! Und Freude rentiert sich ja am Ende doch, wenn auch nicht in barer Münze.

Ernten durfte ich auch in dem zur Gertraudenklinik gehörigen Schwesterngarten. Trauben und Äpfel ergeben zusammen mit Zimt und sonst nichts, sorgfältig gekocht und püriert, einen sehr delikaten Aufstrich. Macht viel Arbeit (wegen des Entkernens), lohnt aber!

Mein Erntedankbrot wurde riesig, ich habe Teile davon verschenkt.

Melodie: Wenn ich, o Schöpfer, Deine Macht (GL 463)

Du teilst aus vollen Händen aus
in unsre leeren Hände.
Du sorgst für Land und Stadt und Haus,
dass alle Not sich wende.
Voll Duft und Farbe ist das Land,
gefüllt der Becher bis zum Rand
mit Deinem Wein der Liebe.

Du gibst uns Brot und gibst uns Sinn,
Du gibst ein jedes Leben.
Wir nehmen Deine Gaben hin,
lass sie uns weitergeben.
Mach unsre Herzen groß und gut,
lass teilen uns mit frohem Mut
die Früchte dieser Erde.

Du kommst als Mensch in unsre Zeit,
lehrst uns die Wahrheit sehen.
Durch Deinen Tod sind wir befreit
und durch Dein Auferstehen.
Du gibst Dich selbst auf dem Altar,
Du Rat und Hilfe wunderbar,
gibst Ewigkeit und Frieden.

© Claudia Sperlich

Und in der Kirche sah es so aus:

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Kartoffelernte

Heute war es endlich so weit: Die Kartoffeln vom Balkon wurden geerntet. Dabei habe ich gemerkt,  dass ich sie zu großzügig gegossen hatte,  denn von den unteren sind einige verfault. Die übrigen sind von sehr verschiedener Größe,  einige eben kartoffelgroß, andere nur wie Murmeln. Aber für das erste Mal ist das gar nicht schlecht.

Bei Edeka gab es Matjes billig (Mindesthaltbarkeit bis heute), und nun gibt es Pellkartoffeln und Hering.

Hering und Kartoffeln waren einst ein Armeleuteessen. Heute ist Fisch generell sehr teuer, Hering ist da keine Ausnahme.  Kartoffeln dieser Qualität haben auch ihren Preis. Mein Balkon-Nutzgarten hat Sinn!

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