Jeanne d’Arc

Heute gedenkt die Kirche des Mädchens, das im Hundertjährigen Krieg (der eigentlich ein 116jähriger Krieg war) zu Frankreichs Sieg über die Besatzung durch die Engländer maßgeblich beitrug.

Melodie: Herr, wir kommen schuldbeladen (GL Berliner Anhang 753)

Bauernmädchen, fromm erzogen,
Ging zur Messe oft und gern,
War den Heiligen gewogen,
Liebte Jesus, unsern Herrn.
Schon als sie zur Welt gekommen,
War das Land vom Feind besetzt,
Der die Herrschaft übernommen,
Der das Gottesrecht verletzt.

Gott hat sie in Dienst genommen
Durch der heil’gen Frauen Wort:
„Zu dem König sollst du kommen!
Geh vom Elternhause fort.“
So verließ sie Heimatstätten,
War der Weg auch schwer und steil,
Vor dem Untergang zu retten
Frankreichs Krone, Frankreichs Heil.

Bauernmädchen setzt die Krone
Auf des jungen Königs Haupt,
Will nicht, dass er sie belohne,
Will nur, dass er Jesus glaubt.
Königshof und reiches Leben
Haben für sie keinen Wert,
Bittet nur, man mög ihr geben
Eine Rüstung und ein Schwert.

„Und dann gebt mir eine Fahne,
Weiße Lilien seien drauf,
Dass sie uns zur Reinheit mahne
In des Krieges hartem Lauf.
Jesu und Marien Namen
Sollen auf der Fahne stehn,
Dass sie wie ein großes Amen
Über den Soldaten weh’n.“

Als sie wurde Feindes Beute,
Als ihr der Prozess gemacht,
Hat sie vor der Richter Meute
Noch vertrauend vorgebracht:
„Lieber ist mir meine Fahne,
So viel lieber als mein Schwert!
Jesus einen Weg mir bahne –
Herr, Du bist mir alles wert!“

Endlich, da in Henkers Flammen
Gottes Heilige verbrannt,
Sank wie Asche er zusammen
Und hat weinend laut bekannt:
„Als das Feuer sie berührte,
Schaute sie schon Gottes Licht!
Nie ich solche Reue spürte:
Seht – ihr Herz verbrannte nicht!“

© Claudia Sperlich

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Der Saaleckplatz blüht!

Berlin hat nicht viele schön gestaltete Plätze. Dieser aber ist ein Juwel! Teils Wiese, teils Beet – mit Iris, Geranium, Margeriten und mehr. Im Abendlicht ist er besonders schön.

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Was Charlotte von Schiller sagte

Friedrich Schiller sitzt am Schreibtisch. Er grübelt. Aus der Küche hört er Klappern, Schurren und einen leicht angeekelten Aufschrei.

„Charlottchen, was ist denn los?“

„Das willst du nicht wirklich wissen.“

„Selbstverständlich will ich wissen, was mein Charlottchen so kränkt, dass ich mich kaum auf meine Arbeit an einer Ballade konzentrieren kann!“

Charlotte betritt das Schreibzimmer. Sie trägt eine leicht fleckige Küchenschürze über dem Alltagsgewand.

„Es ist gar nicht so bedeutend. Nur… ach, wirklich, Liebster, nicht schön.“

„Sollten Mäuse in der Küche ihr Unwesen treiben?“

„Nein, durchaus nicht. Da treibe gerade nur ich – nun, nicht mein Unwesen, aber den Staub aus den Ecken. Und der Küchenschrank musste wirklich mal abgerückt werden.“

Friedrich, mit mildem Vorwurf: „Und bei dieser herkulischen Arbeit lässest du dir nicht helfen, mein Ein und Alles?“

Charlotte, abwiegelnd: „So schwer ist das nicht, wenn man schon mal ein Kind geboren hat. Da kann man noch ganz anderes. Aber unter dem Schrank…“ Sie verstummt angewidert.

„Nun?“

Charlotte ringt nach Fassung. „So eine Grundreinigung ist ja nicht weiter schlimm, selbst in den Ecken nicht. Aber was man sieht, wenn man den Schrank abrückt, ist – nicht schön.“

„Kannst du es nicht etwas anschaulicher beschreiben? Nicht schön ist beispielsweise auch unsere Nachbarin, die ihre lange Nase hoffentlich nicht auch noch unter unseren Küchenschrank steckt.“ Er grinst. „Obwohl ich das schon gerne mal sehen würde.“

Charlotte kichert kurz. Dann, wieder ernst: „Die Nachbarin ist so schlimm nicht. Da unten aber ists fürchterlich! Begehre das nimmer und nimmer zu schauen!“

Friedrich: „Charlottchen! Du meine Muse! Genau das hat mir gefehlt!“

Er schreibt eifrig, Charlotte zieht sich still zurück.

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine Frau, die seine Wohnung putzt.

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Frohe und gesegnete Pfingsten!

Geist der Freude
Melodie: Holy Ghost, dispel our Sadness (Louis Bourgeois)

Geist der Freude, Gottes Feuer,
das in unsre Herzen fällt,
flammend wie ein Abenteuer,
das den Menschengeist erhellt!
Du machst uns für Gott bereit,
gibst uns wahre Frömmigkeit,
Rat, Erkenntnis, Weisheit, Stärke,
zeigst den Weg zum guten Werke.

Du lässt Grenzen überwinden,
gibst uns Liebe, Kraft und Mut.
Du lässt unsre Ängste schwinden,
Du machst unsre Herzen gut.
Du bist stark und sanft und hell,
heilig, fröhlich, siegreich, schnell,
lässt uns beten, lässt uns handeln,
Du willst unsre Sinne wandeln.

Stürmisch bist Du, Gottes Künder,
unberechenbar und frei,
füllst mit Jubel unsre Münder,
stehst uns in der Trauer bei,
Geist, der über Fluten schwebt,
der uns stärkt und neu belebt!
Wenn auch alles dunkel bliebe,
Du gibst Hoffnung, Glauben, Liebe.

© Claudia Sperlich

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Platanen

… gehören zu meinen Lieblingsbäumen. Heute hatte ich Gelegenheit, auf einem Platz mit Platanen zu sitzen und an einem sonst arbeitsreichen Tag eine Weile gar nichts zu tun. Das geht unter belaubten Platanen besonders gut. Denn sie geben einen besonders schönen Schatten, ein heiteres Hell-Dunkel, und lassen zwischen den schönen Blättern viel Himmel sehen.

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Vorgekeimt und ausgebracht

Vorkeimen durften die Cherrytomaten und die Spitzpaprika. Das sah zunächst langweilig aus:

Die Tomaten keimten bald, die Paprika etwas später.

Die Spitzpaprika habe ich in der zweiten Aprilwoche auf den Balkon gesetzt; einige Tage später waren die sehr zarten Tomatenpflänzchen dran. Die Tomaten sind leider eingegangen oder wurden von irgendwelchen Balkongästen aufgefressen. 

Den Rosenkohl habe ich am Ostersonntag in den Balkonkasten gesät. Nun sieht er so aus:

Die Karotten brauchten bei Direktsaat im März so lange zum Keimen, dass ich schon befürchtete, sie kommen gar nicht! Sie tun es aber. Ostern waren bei genauem Hinschauen mikroskopische Keimlein zu sehen. Jetzt aber dies:

Und da nun ein Kasten frei ist, habe ich Rosenkohl und Karotten vereinzelt und jeweils die Hälfte in diesen Kasten gesetzt, nachdem ich

Und die Kartoffeln entwickeln sich gut.  So sahen die flottesten unter ihnen am 10. Mai aus:

Nun aber:

Mein letztes Gemüseprojekt für dieses Jahr sind Bohnen. Damit ist auch der letzte Quadratzentimeter des Balkons verbraucht. Und weil viel mehr Bohnen im Samentütchen waren, als in diesen großen Pflanztopf passen,  habe ich mich noch erkundigt,  neben welchen Gemüsesorten sie gern wachsen.  Kohl, Möhren und Kartoffeln werden vorgeschlagen. Rosenkohl, Karotten und Kartoffeln habe ich. Nun sind alle untergebracht.

Meisen und Hörnchen sind auch wieder versorgt.

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Bitten und Gewähren

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, das wird er euch geben. Bis jetzt habt ihr noch um nichts in meinem Namen gebeten. Bittet und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen ist. Dies habe ich in Bildreden zu euch gesagt; es kommt die Stunde, in der ich nicht mehr in Bildreden zu euch sprechen, sondern euch offen vom Vater künden werde. An jenem Tag werdet ihr in meinem Namen bitten und ich sage euch nicht, dass ich den Vater für euch bitten werde; denn der Vater selbst liebt euch, weil ihr mich geliebt und weil ihr geglaubt habt, dass ich von Gott ausgegangen bin. Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen; ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.

Joh 16,23b-28

Jesus sagt hier zweierlei.  Erstens: der Vater gibt, worum wir im Namen des Sohnes bitten. Das heißt,  Er gibt uns kein dummes Zeug, nichts, was uns oder anderen schadet, denn darum können wir nicht ehrlich in Jesu Namen bitten.  Er gibt das, was unsere Freude vollkommen macht. (Freude auf Kosten anderer ist nicht vollkommen.) Zweitens: Jesus ist vom Vater ausgegangen und geht wieder zu Ihm. Das ist eine Bestätigung von Jesu Gottheit. Zwar geht auch alles Geschaffene vom Vater aus, aber so wie Jesus formuliert, und im Zusammenhang mit Seinen anderen Worten, wird hier eine Gleichwertigkeit angedeutet, „Gott von Gott“.

Dennoch bleibt dies Evangelium schwierig für viele,  die ehrlichen Herzens und fromm um etwas unstreitig Gutes bitten,  wie um Heilung,  Leben,  Frieden oder Bekehrung eines geliebten Menschen. Und dann ist Krieg,  Menschen sind krank, sterben früh oder verharren in Irrlehren oder Unglauben.  Wie passt das zusammen?

Zum einen ist da die Freiheit jedes Menschen,  selbst wenn sie sehr bedingt ist durch äußere Umstände. Wenn Gott mir jede Möglichkeit gibt, gut und fromm und heil an Leib und Seele zu sein,  und ich finde einen miserablen Lebensstil mit esoterischem Firlefanz interessanter, dann lässt Er mir die Freiheit,  mich und womöglich auch andere zugrundezurichten.

Zum anderen sagt Jesus nichts über den Zeitraum,  in dem unsere Gebete Erhörung finden,  und nichts über die Art,  in der das geschieht.

Es bleibt oft rätselhaft,  warum Gott scheinbar taub bleibt. Aber ich vertraue darauf, dass Er ein sehr feines Gehör hat und die Weisheit, unsere Wünsche besser zu erfüllen,  als wir ahnen konnten. An diesem Glauben will ich auch angesichts privater Schwierigkeiten und globaler Katastrophen festhalten.

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Wunschlos glücklich

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und klagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, aber eure Trauer wird sich in Freude verwandeln. Wenn die Frau gebären soll, hat sie Trauer, weil ihre Stunde gekommen ist; aber wenn sie das Kind geboren hat, denkt sie nicht mehr an ihre Not über der Freude, dass ein Mensch zur Welt gekommen ist. So habt auch ihr jetzt Trauer, aber ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude. An jenem Tag werdet ihr mich nichts mehr fragen.

Johannes 16,20-23a

Wir erleben nicht nur, aber auch angesichts der Bedrängnis und Abwanderung von Christen aller Konfessionen viel Schadenfreude und Häme, besonders in den sozialen (oft sehr unsozialen) Medien. Die Welt freut sich! Das stimmt traurig,  und Jesus sagt nicht „Seid nicht traurig“, denn Er weiß, dass Trauer eine selbstverständliche Reaktion auf Martyrium oder Untreue anderer Menschen ist. Der Herr ist realistisch. Gerade deshalb dürfen wir auch Seine Verheißung ernst nehmen: Unsere Trauer wird sich in Freude verwandeln, darauf dürfen wir vertrauen!

Wir werden einst vor dem Herrn stehen, hoffentlich um ewig bei Ihm zu leben in vollkommener Freude. Dann wird alle materielle und seelische Not für immer vorbei sein. Wir dürfen jetzt schon vor Ihm stehen und Ihn sehen,  wenn auch verhüllt in der Gestalt von Brot und Wein, ja wir dürfen Ihn in uns aufnehmen! Ein Grund zur Freude, neben der jede andere Freude verblasst. (Bei dieser Gelegenheit empfehle ich die Eucharistische Anbetung, hier in St Gertrauden mittwochs von 18.00 bis 19.00 Uhr und donnerstags von 17.00 bis 18.00 Uhr.)

Auch wer jetzt Grund zur Trauer hat (was niemand kleinreden darf), wird sich wieder freuen – hoffentlich noch in diesem Leben, und danach immer und ewig.

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Christi Himmelfahrt

Melodie: GL 465 „Das Jahr steht auf der Höhe“

Entzogen unserm Sehen, erhoben in das Licht,
Will Er nicht von uns gehen, der Herr verlässt uns nicht.
Wir sollen Seine  Zeugen und Seine Freunde sein,
Und will die Welt uns beugen, wird Christus uns befrein.

Er kommt an Seinem Tage zur vorbestimmten Zeit,
Und Satans Zwang und Plage weicht Seiner Herrlichkeit.
Doch eh die Völker beben vor Christi Endgericht,
Sagt allen: Er ist Leben, Er ist der Liebe Licht!

Wir dürfen heut Ihn schauen verhüllt auf dem Altar,
Wir wagen zu vertrauen: Sein Wort ist ewig wahr.
Was unsre Sinne merken, erscheint wie Brot und Wein.
Mit Sich will Er uns stärken, Er lädt zum Glauben ein.

Nun richtet eure Augen nicht in den Himmel nur.
Zum Leben will uns taugen, der vor uns zieht die Spur.
Bringt Liebe und seid Segen, wo immer Er euch weist,
In Worten, Taten, Wegen beschwingt vom Heilgen Geist.

© Claudia Sperlich

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Geist und Zeugnis

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Wenn der Beistand kommt, den Ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird Er Zeugnis für Mich ablegen. Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei Mir seid.

Das habe Ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch Mich erkannt haben. Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an Meine Worte erinnert.

Johannes 15,26 – 16,4a

Der Heilige Geist macht es vor, wir haben es nachzumachen,  jeder auf seine Art: Zeugnis ablegen von Jesus Christus.
Das ist nicht gemütlich.  Das bedeutet, Menschen werden uns mindestens für leicht verrückt halten,  schlimmstenfalls für todeswürdig böse. Die Christenverfolgung hat in unseren Tagen Ausmaße angenommen, die Nero und Domitian wie ungezogene Jungs erscheinen lassen. Aber die Christen in den betroffenen Ländern geben nicht auf, und wir dürfen nicht aufgeben.
Das heißt nicht, dass wir von Tür zu Tür gehen sollen und ungefragt von Jesus Christus erzählen. Aber wir sollen so leben,  dass merkbar ist, wem wir folgen. Und wir dürfen niemals jemandem folgen, der dem Herrn widerspricht.

Das braucht zuweilen Mut. Den gibt uns der Heilige Geist,  wenn wir darum bitten.

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