Palmarum

Melodie: GL499

Lasst uns mit frischen Zweigen
dem Herrn entgegengeh’n,
in Ehrfurcht uns verneigen,
voll Liebe auf Ihn seh’n.
Der Gutes tat und lehrte,
der Wasser macht zu Wein,
der selbst dem Satan wehrte,
zieht nun als König ein!

Verdorrt sind bald die Zweige
in dieser Leidenszeit.
Doch niemals geht zur Neige,
was uns im Herzen schreit:
Bleib in den dunklen Stunden
bei uns mit Deinem Licht,
die Sünder lass gesunden,
sei gnädig im Gericht!

Durch Nöte und Beschwerden
lass Du uns sicher geh’n.
Im Himmel und auf Erden
Dein Wille soll geschehn.
Wenn wir einst vor Dir stehen,
ob jung, ob lebenssatt,
dann lass mit Dir uns gehen
in Deine goldne Stadt.

Nun wollen wir Dir singen:
Hosanna Davidssohn!
Du endest unser Ringen,
Du bist der höchste Lohn,
Nur Du kannst Liebe geben
in Zeit und Ewigkeit!
Ich leg vor Dich mein Leben,
mein Herr, ich bin bereit.

© Claudia Sperlich

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Bitte um Hilfe

Im Endspurt der Fastenzeit mache ich hier auf meinen aktualisierten Wunschzettel aufmerksam. Denn die Not der Welt, die schon vorher da war, wird durch die Coronakrise nicht leichter.

Auch wenn ich natürlich ein starkes Eigeninteresse am Geld meiner Leser habe (kauft Bücher!), habe ich da noch einige andere, im Grunde viel wichtigere Vorschläge, wohin man Geld überweisen kann. Denn Hunger und Verfolgung sind mit der Coronakrise nicht urplötzlich „kein Thema mehr“ – ganz im Gegenteil.

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Bücher kaufen – aber richtig!

Ich habe die Buchhandlung Schwericke schon vor fast dreizehn Jahren bebloggt. Lesungen und Konzerte dürfen wir dort auch genießen, sobald es wieder möglich ist.

Die Coronakrise betrifft auch die Buchhandlung Schwericke. Zugleich kann die erzwungene Häuslichkeit auch ein Grund sein, wieder mehr zu lesen. Und Schwericke kann jedes Buch auch auf Bestellung versenden.

Also, wer ein Buch braucht, kann sich an Schwericke wenden. Oder an einen anderen lokalen, inhabergeführten Buchladen. Und möglichst nicht an dubiose Großhändler.

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Zwei Wochen als Eremitin

Nun liegt sie hinter mir, die freiwillige häusliche Quarantäne von vierzehn Tagen. Begonnen hatte es mit einem heftigen Husten – in normalen Zeiten nichts, was mich von der Arbeit abhielte. Ob das nun eine hundsgemeine Erkältung war oder ein milder Verlauf von Corona, werde ich vermutlich nie wissen.

Die Quarantäne war für mich nicht besonders ärgerlich – tatsächlich war sie das kaum. Eine Weile war es mir schrecklich peinlich, „wegen Husten“ krankgeschrieben zu sein, aber nachdem meine Chefin und mehrere Ärzte mir bestätigt hatten, daß ich das ganz richtig gemacht hatte, gab der innere Preuße dann auch Ruhe.

Ich sah, daß ich im Großen und Ganzen genug im Hause hatte, um vierzehn Tage auszuhalten – daß aber ein bißchen mehr Gemüse gut wäre. Freunde meldeten sich ganz von allein, als ich mit größtmöglicher Ruhe über meinen vernünftigen und doch mir selbst zweifelhaften Entschluss zur Quarantäne berichtete. Ein Nachbar druckte einen Zettel für den Stummen Portier aus – denn ich konnte ja nun zwei Wochen lang nicht die Treppen putzen. Ein anderer Nachbar sah das, rief an, erkundigte sich freundlichst und bot Hilfe an. Ich fühlte mich vom ersten Moment an umgeben von einem menschlichen Sicherheitsnetz. Da ich von so vielen Seiten Hilfsangebote bekam, musste auch nicht ein Freund alles tun, sondern ich verteilte die Anliegen, die ich im Laufe der Zeit doch hatte, auf verschiedene Freunde und Nachbarn.

Auch als ich ziemlich sicher war, ganz einfach eine Erkältung durchgestanden zu haben, blieb ich bei der festen Quarantäne-Regel: Kein noch so kurzer Kontakt! Denn vollkommen sicher konnte ich nicht sein – und wollte niemanden infizieren. Also: Helfer klingelt unten, ich stelle Müll vor die Tür und lege daneben, was sonst noch wegzubringen ist, mache die Tür wieder zu, Helfer kommt an die Wohnung, legt die Einkäufe davor, man spricht durch die verschlossene Tür. Das geht – und es geht besonders gut, wenn man den Humor behält.

Zweimal bat ich um Einkäufe, einmal darum, einen Brief zur Post zu bringen. Der Biomüll musste auch geleert werden. Zu Beginn der zweiten Woche gaben die Batterien des Heizungsthermostats den Geist auf, und ich hatte keinen Ersatz. Ein Anruf beim Nachbarn löste das Problem in Minutenschnelle. (Für die Zukunft: Man sollte Batterien im Haus haben.)

Um die Zeit ohne Koller durchzustehen, machte ich mir vom zweiten Tag an einen genauen Stundenplan. Ich nahm mir vor, diese Zeit des „Hausarrests“ so gut wie möglich zu verbringen, sie zugleich als „verschärfte Fastenzeit“ zu verstehen – und als eine Art Urlaub. Denn natürlich gingen nun meine angesparten Überstunden drauf. Ich hatte einen Klosterurlaub im Sommer geplant – der fiel nun aus, stattdessen war die Quarantäne ein „Eremitenurlaub“ im Frühling.

Höchstwahrscheinlich wird mehr als einer meiner Leser irgendwann in eine ähnliche Situation kommen – da mag dieser Plan (oder ein ähnlicher) hilfreich sein. Für mich war er es in hohem Maße. Das Stundengebet und der Rosenkranz waren in dieser Zeit besonders wichtig – und ich empfand das als beständigen Segen.

7.15 Uhr (spätestens) aufstehen.
Wichtig: auch wenn es kein anderer Mensch sieht – Bett machen, waschen, anziehen – nicht etwa den Tag lang im Pyjama herumsumpfen. Man soll sich das wert sein.
Laudes
8.00 Uhr Messe auf EWTN (Sonntags: 11.00 Messe im Livestream der Heilig-Kreuz-Kirche in Wilmersdorf)
Frühstück
10.00 Uhr Terz und Rosenkranz
12.00 Uhr Angelus und Sext
Mittagessen
15.00 Uhr Non
17.00 Uhr Vesper
18.00 Uhr Abendbrot
20.30 Uhr Rosenkranz und Komplet

Bei diesem vom Gebet geprägten Tageslauf schaffte ich eine Menge zu schreiben und einiges zu lesen. Allerdings waren auch Tage dabei, die ich zwischen den Gebetszeiten verfaulenzte; am Ende der ersten Woche hatte ich einen arg schlecht gelaunten Tag. Diese Mißstimmung legte sich aber schon am nächsten Tag, nicht zuletzt, weil ich erstens gebetet und zweitens mit einer Freundin telephoniert hatte.

Ich konnte in diesen Tagen auch einer Freundin in einer behördlichen Angelegenheit helfen – über Telephon und Messenger ist ja vieles sehr leicht zu vermitteln. Mir selbst bedeutete es eine Menge, in dieser reduzierten Lebenszeit auch anderen nützlich sein zu können. Eigenen wichtigen bürokratischen Krempel erledigte ich dann auch mal… das fällt mir allerdings auch in der Quarantäne schwer.

Die Gebetszeiten hielt ich ein, nur der abendliche Rosenkranz wurde ein paarmal auf ein oder zwei Gesätze verkürzt wegen Müdigkeit. (Wovon ich an einigen Tagen urplötzlich so müde war, weiß ich auch nicht – harte Arbeit war es jedenfalls nicht!)
Auch habe ich mir schon seit längerer Zeit angewöhnt, zur vollen Stunde ein Ave Maria zu beten. Nun war das wirklich zu fast jeder vollen Stunde meines Wachseins möglich.

Das Rosenkranzgebet war mir in dieser Zeit auch wichtig als ein Ersatz für die Anbetung (eucharistisch oder vorm Tabernakel), zu der ich mich in meinem Gelübde verpflichtet habe. Im Rosenkranz betrachten wir Jesus mit Marias Augen, und das scheint mir ein sinnvoller Ersatz für die auf andere Weise betrachtende Anbetung des Allerheiligsten. Allerdings möchte ich nun, wo ich wieder in der Kirche anbeten darf, dennoch nicht auf den Rosenkranz verzichten – man kann ja das eine tun und das andere nicht lassen.

Es ist Fastenzeit. Die habe ich auch in der Quarantäne eingehalten und bin sehr froh darüber. Es gab keinen Grund, nicht zu fasten.

Die zweite Quarantänewoche war schon etwas mühsam; ich sehnte mich zunehmend nach Bewegung an der Luft, nach dem Anblick guter Freunde oder überhaupt anderer Menschen – und ganz besonders nach Eucharistie und Anbetung. Unser Pfarrer schrieb mir, er habe mich für den Palmsonntag als Lektorin eingeplant – das war ein großer Lichtblick. Mit meinem Beichtvater verabredete ich einen Termin gleich am ersten Tag meiner neuen (relativen) Freiheit, an dem ich auch die Kommnion empfangen sollte. Ich weiß nicht, wann ich mich zuletzt dermaßen jubelnd auf Beichte und Kommunion gefreut habe!

Tobias Klein erwähnte auf seinem Blog eine Initiative von Rod Dreher:

Okay, ich wollte noch etwas zum #BenOp-Rosenkranz sagen. Das ist eine Initiative, die bereits im Oktober 2017 entstanden ist, und zwar daraus, dass Rod Dreher eine Kontaktliste mit den E-Mail-Adressen einiger Mitstreiter bzw. Gleich- und Ähnlichgesinnter in Sachen Benedikt-Option erstellte; hauptsächlich handelte es sich dabei um Personen, die er auf seinen Reisen nach Europa kennengelernt hatte. Ursprünglich waren (neben mir als einzigem Deutschen) hauptsächlich Franzosen und Italiener in dieser Gruppe vertreten, später kamen einige Tschechen, Slowaken und Ungarn dazu. Aus der naheliegenden Frage „So, und was machen wir jetzt mit dieser Adressenliste?“ resultierte recht bald die Idee, Gebetsanliegen auszutauschen und einmal wöchentlich „gemeinsam“(d.h. ungefähr gleichzeitig, innerhalb eines verabredeten Zeitfensters) den Rosenkranz zu beten.

Ich schließe mich diesem gemeinsamen Rosenkranzgebet gerne an. Im Grunde ändert das nicht viel für mich, denn ich bete ja allabendlich den Rosenkranz. Aber dies vereint mit anderen in anderen Weltgegenden zu tun, finde ich schön, und es hilft mir auch an Tagen, an denen ich versucht bin, das Gebet etwas abzukürzen. Ob ich noch tiefer in diese Betergruppe einsteige, wird sich zeigen.

Ich habe mir bereits einen Gebetsplan zurechtgelegt für die Zeit, wenn ich wieder wie gewohnt arbeite – beginnend nächste Woche. Zugleich ist es auch ein Stundenplan, nach dem ich mein Leben klarer organisiere und weniger Zeit vertue.

Heute darf ich endlich wieder ins Freie! Ich darf wieder raus, in die Kirche, darf beichten, die Eucharistie empfangen und anbeten, darf radfahren, darf einkaufen. Alles gar nicht mehr normal.

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April, April!

Weder das gestern vorgestellte Manuskript noch die Cantrix Gossypii sind real, und das Kloster Benediktbeuren muss auf diese Sensation leider verzichten.

Tatsächlich gibt es den Liedtext und eine ähnliche Melodie in englischer Sprache, aber noch nicht so sehr lange.

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Schützt Euch und andere!

Man weiß es inzwischen wirklich. Eine selbstgemachte Atemschutzmaske schützt in geschlossenen Räumen (also z.B. beim Einkaufen) einen selbst und – noch mehr – den Nächsten. Der Selbstschutz beruht wesentlich auch darauf, daß man sich mit einer Atemschutzmaske nicht so leicht unbewußt ins Gesicht fasst, wenn man gerade einen Einkaufwagen geschoben oder sonst etwas Virenbelastetes angefasst hat.

In meiner freiwilligen Quarantäne hatte ich Zeit, mir zwei simple Nähanleitungen aus dem Internet zu holen. Hübschen Baumwollstoff habe ich auch. Allerdings habe ich keine Nähmaschine, die Masken sind also wirklich reine Handarbeit. Die Bindebänder der einen sind aus Stoffstreifen genäht, das war der räumlich und zeitlich längste Teil der Arbeit. Ich habe dabei Radio Horeb gehört und beschlossen, das sollte ich viel öfter tun.

Zwei grundverschiedene Aussagen berufen sich auf Messungen.
1. Baumwolle, ungefähr von der Stärke handelsüblicher Geschirrtücher, kann bei richtiger Verarbeitung schon eine ganze Menge Viren abhalten – laut Messungen zwischen 60% und 79%, also nicht so viel wie die besten Chirurgenmasken (98%), aber doch genug, um zu sagen: Eine selbstgemachte Atemschutzmaske ist viel, viel besser als gar keine.
2. Eine Atemschutzmaske schützt nur den Nächsten davor, durch mein Niesen, Husten oder lautes Reden meine Viren abzubekommen.

Das heißt: Ob ich mich selbst damit wirksam schütze, weiß ich nicht – kann es aber immerhin hoffen. Jedenfalls aber schütze ich meinen Nächsten, falls ich infiziert bin – und wenn ich es nicht bin, schütze ich ihn zumindest vor der Angst vor Infektion. Oder vor einer banalen Erkältung, die ich ja auch haben könnte.

Abgesehen davon hilft sie zur Disziplin auf zwei Weisen. Wer so etwas trägt, ist weniger in Versuchung, sich ins Gesicht zu fassen (tut man sonst leider ständig). Und wer so etwas trägt, signalisiert den anderen: „Ich trage so eine Maske, und ich stehe dazu – das ist sinnvoll.“

Mit 60° waschbar muss sie sein (das Coronavirus ist hitzeempfindlich). Deshalb habe ich zwei Masken genäht. Allerdings kann man sie auch einfach gründlich und sehr heiß bügeln, um die Viren zu erlegen.

Beim Radfahren werde ich keine Maske tragen – ich will ja frische Luft in die Lungen bekommen, so viel es geht. Aber beim Einkaufen, bei der Arbeit und in manchen anderen Situationen habe ich Kontakt mit anderen Menschen. Da kommt die Maske zum Einsatz.

Beide Masken sind mehrlagig. In die eine könnte ich noch ein Stück Vliesstoff oder Staubsaugerfilter einlegen. Mal schauen, ob ich das tue.

SchutzmaskenSchutzmaske

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Eine frühe Liedermacherin? Die Cantrix Gossypii

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, wird im Kloster Benediktbeuern zur Zeit ein musikalisches Dokument erforscht. Es handelt sich um einen rätselhaften Zufallsfund: ein lateinisches Lied, vemutlich Mitte des 14. Jhs. entstanden; man nimmt aufgrund des innigen Textes an, es sei von einer Frau geschrieben worden. Das kurze Lied beschreibt einen Sommertag, indem es eigentlich nur Eindrücke aufzählt: die Jahreszeit, die das Leben angenehm macht; der Vater und die schöne Mutter – und am Ende richtet das Lied sich an das kleine Töchterchen: Weine nicht!

Leider ist das Manuskript an einer Stelle beschädigt. Wir lesen „div s est pater“ – der Buchstabe zwischen v und s ist unleserlich. Das bedeutet: wir wissen nicht, ob von einem reichen (dives) oder einem göttlichen (divus) Vater die Rede ist. Im ersten Falle würde es sich um ein weltliches Lied handeln, in dem einfach eine glückliche kleine Familie den Sommertag genießt. Im zweiten Falle wäre es ein Lobpreis auf den Schöpfer und die schöne Gottesmutter Maria; als das kleine Mädchen, das getröstet wird, sieht sich die Autorin in diesem Falle wohl selbst.
Zwischen 1346 und 1353 wütete in Asien und Europa die Pest. Das Lied könnte in dieser Zeit entstanden sein; dann wäre es – ob es nun geistlich oder weltlich verstanden wird – ein tapferes „Dennoch“ während der Bedrohung durch die Pandemie. Es könnte auch eine Art fröhlicher Dank sein, nachdem die Familie die Pest heil überstanden hat. In diesem Zusammenhang ist zu hoffen, daß eine genauere Datierung möglich wird.

Mir wurde leider nicht gestattet, eine Photographie des Manuskripts zu benutzen; ich durfte es nur abschreiben. (Ich bin darüber einerseits enttäuscht, andererseits finde ich das wundervoll anachronistisch und habe auch wieder Sympathie dafür.) Es ist aber sicher, daß darüber noch vor Jahresende offiziell berichtet wird, und dann mit Bildern.

Besonders interessant ist die Erwähnung einer Pflanze, deren Produkte im hoch- und spätmittelalterlichen Venedig zwar schon gehandelt wurden, deren Aussehen in Europa aber noch weitgehend unbekannt war: Baumwolle (lat. gossypium). Daher rührt auch der Notname der unbekannten Autorin: Cantrix Gossypii, die „Baumwollsängerin“. Ob sie tatsächlich wusste, wie die damals im vorderen Orient schon wohlbekannte Pflanze aussah, oder ob sie sich nur in ihrer dichterischen Phantasie vorstellte, daß dies Material ja irgendwie wachsen musste, bleibt vielleicht für immer ihr Geheimnis.

tempore-estivo

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Stippvisite des Winters

Jetzt taut es schon wieder weg. Aber vorhin sah es aus, als ob ich in meinem freiwilligen Hausarrest auch noch einschneie. Hätte ja noch gefehlt!
Obwohl es zweifellos hübsch aussieht. Und die Primeln halten das aus.

PrimelimSchnee1
PrimelimSchnee

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Leserservice gegen coroneske Langeweile

Wenn wir nicht zu kulturellen Veranstaltungen dürfen, müssen die kulturellen Veranstaltungen zu uns kommen. Viele Musiker erfreuen uns nun aus ihrem Wohnzimmer heraus via Internet (tausend Dank dafür). Filme gucken kann man auch. Und auch von mir gibt es einiges:

Vorträge in Radio Horeb
Kolumnen auf kath.net
und natürlich Bücher (besonderer Tip: meine Neuerscheinung, Die Argonauten. Orpheus), die man auch online bestellen kann. (Klar, Amazon liefert die auch, aber eine Bitte: Unterstützt Eure lokalen Buchhandlungen. Die bestellen und versenden auch gern. In Berlin rate ich besonders zu Buchhandlung Schwericke.)Bei tredition (wo die Bücher gedruckt und die Autoren betreut werden) kann man auch bestellen – und bei mir, über Kontaktformular.

Und das Grandioseste: Das alles kann man auch in häuslicher Quarantäne haben!

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Disziplin

Die Gebetszeiten einhalten finde ich nicht schwer.
Fasten finde ich auch nicht schwer.
Aber – freundlich zu mir und anderen bleiben, während ich die zweite Woche die Wohnung nicht verlassen und keine Gäste empfangen darf, ist schwerer als ich ahnte. Die Zeit zwischen den Gebeten nicht totschlagen, sondern irgendwie sinnvoll (heißt nicht unbedingt „nützlich“) füllen, ist eine Anforderung.

Ich könnte ja jetzt einfach sagen: Mir geht es gut, es war doch wohl bloß eine Erkältung, ich bin gesund, ich gehe raus.

Aber das wäre falsch. Denn es besteht die Möglichkeit, daß es eben doch ein milder Verlauf von Corona war. Also bleibe ich dabei, halte die Quarantäne ein und lerne dabei einiges über meine menschliche Schwäche, was ich so genau gar nicht wissen wollte.

Vielleicht hilft’s mir zur Demut. Dann ist es gut.

Bei allem grummeligen Genervtsein bin ich dankbar für die wundervolle Schar an Freunden und für die technischen Möglichkeiten unserer Zeit. Ich kann Köln und Rom live im Wohnzimmer haben. Und das katholische Berlin-Wilmersdorf auch. Und natürlich kann ich auch ganz säkular den erzwungenen Urlaub verwenden, Filme zu gucken.

Disziplin halten nervt manchmal. Aber es ist möglich. Und lieber bin ich manchmal genervt, als daß ich meine Nächsten krank mache. Also, liebe Leidensgenossen in Quarantäne: Wir bleiben brav – sowohl im ursprünglichen Sinne von „tapfer“ als auch im neuen von „folgsam“. Und alle anderen, die arbeiten, einkaufen, helfen, spazierengehen, in die Kirche gehen dürfen und im übrigen auch sehr eingeschränkt leben: Ihr auch, bitte. Ab 2. April gehöre ich wieder zu dieser Gruppe – und muss auch dann Disziplin halten, mich einschränken in vielem, wie alle. Und es wird mir vermutlich eine Weile wie die ganz große Freiheit vorkommen.

Wir werden noch lange mit Corona zu tun haben. Die schlimmste unter den seriös klingenden Prognosen, die ich gelesen habe, spricht von zwei Jahren. Wir werden diese Zeit nur mit Disziplin durchhalten – und mit den göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe.

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