Struppiges Hörnchen

Vermutlich ist es schon alt. Vielleicht auch hatte es eine schlechte Nacht. Aber der Appetit ist noch gut!

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Ein Stück Fisch für den Auferstandenen

Joh. 21.1-14

Die Jünger sind wieder zum gewöhnlichen Tagesgeschäft übergegangen. Die Zeit mit dem Heiland schien vorbei. Sicher, Er blieb als auferstandener Herr und Freund in ihren Herzen,  aber sie mussten ja arbeiten. Nur wurde daraus in dieser Nacht nichts.

Ein Fremder steht am Ufer und bittet um ein bisschen Fisch, und peinlicherweise können sie nach der erfolglosen Nacht nicht einmal gastfreundlich sein.

Die Jünger erkennen den Auferstandenen nicht gleich, obwohl Er sie schon zum dritten Mal aufsucht. Der verklärte Leib hat vielleicht etwas an sich, das uns völlig unbegreiflich und fremd ist – eine Art von innen kommende und unverletzliche Schönheit, die vor Kreuz und Auferstehung noch nicht sichtbar war.

Auf sein Wort werfen sie das Netz noch einmal aus, obwohl das bei Tageslicht eigentlich keinen Sinn hat, und bringen es übervoll wieder ein. Für Johannes ist nun klar: Es ist der Herr!, und der impulsive Petrus beeilt sich, an Land zu kommen.

Hier stellt sich heraus, dass Jesus bereits Fisch und Brot röstet. Der Herr braucht unsere Gaben nicht, und eigentlich sind es ja auch Seine Gaben an uns, die wir Ihm wiedergeben können. Aber Er will Gemeinschaft mit uns haben und tut alles, damit diese Gemeinschaft ein gelingendes Fest wird. Nur das von Ihm gefüllte Netz einholen, uns anziehen und auf Ihn zu kommen müssen wir selber.

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Fortschritte auf dem Balkon

Ich kam heute rein zufällig an einem Blumenladen vorbei. Also, ich wollte eigentlich vorbeifahren, irgendwie. Aber er hatte auch Kräuter.

Und dann wollte ich bestimmt nur Küchenkräuter kaufen, nichts anderes. Aber er hatte auch ganz entzückende Vergissmeinnicht, rosa und himmelblau. Was sollte ich machen? Koriander, Vergissmeinnicht, Thymian, Salbei.

Die Wiesenblumen neben der schon neulich gepflanzten Minze zeigen schon schöne Keime. Die Kirschtomaten haben so kleine Keime, dass mein Photoapparat nicht ausreicht, ein gutes Bild davon zu machen, und der kürzlich ausgesäte Rosenkohl (ich gehöre zu den Leuten, die sehr gern Rosenkohl essen) schläft noch.

Der Koriander hat beim Umtopfen von einem viel zu engen Plastiktopf leider gelitten, ich hoffe, er erholt sich wieder. Er braucht seinen eigenen Topf, weil er sich mit anderen Pflanzen nicht gut verträgt. Dabei fällt mir ein, ich habe noch mehrere Blumentöpfe in verschiedenen Größen und könnte noch weitere eigenbrötlerische Kräuter hier wachsen lassen. Mal sehen.

Weitere Erde wird bald geliefert, weitere Pflanzsäcke für Kartoffeln werde ich diese Woche kaufen, weil ich gelernt habe, dass man Kartoffeln nicht zu eng setzen darf. Einstweilen sind sie noch beim Vorkeimen. Dann muss ich noch zwei Blumenkästen füllen und werde mir bei der Gelegenheit noch Samen für irgendwelches Gemüse kaufen. Bestimmt Gemüse. Mit Blumen muss jetzt wirklich mal Schluss sein! Nutzpflanzen müssen her!

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Vergesst die Gastfreundschaft nicht

Genesis 18,1-15 berichtet von Abrahams Gastfreundschaft gegenüber drei Engeln, durch die der Herr ihn dann wissen lässt, dass seine betagte Frau Sarah gegen alle Wahrscheinlichkeit schwanger werden wird. Auch im Buch Tobit ist ein Engel erst Reisegefährte, dann Gast bei einer anderen, jungen Sarah, bei Tobias und dessen Vater. Beide Male wird den Gastgebern erst am Ende klar, dass sie es mit Gottes Boten zu tun hatten.

Hebräer 13,2 nimmt darauf Bezug: Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt!

Das heutige Evangelium berichtet von den Emmausjüngern. Auch sie nehmen einen Fremden auf, wie sie meinen, und erkennen endlich, dass es der Herr ist.

Das bedeutet nicht, dass wir nur deshalb gastfreundlich sein sollten, weil der Eingeladene ja eventuell ein Engel oder Jesus sein könnte. (Opportunisten will Gott ganz sicher nicht in Seinen Reihen haben!) Aber wir sollen uns klarmachen, dass wir, wenn wir Hilfe und Gastfreundschaft gegenüber Fremden grundsätzlich ablehnen, wir möglicherweise einem Engel oder Gott selbst die Tür vor der Nase zuschlagen. Das sollten wir nun wirklich nicht riskieren. Gastfreundschaft und Freigebigkeit sind für Christen nicht optional.

Caravaggio hat das Mahl in Emmaus zweimal dargestellt. Das bekanntere und frühere Gemälde durfte ich einmal im Original betrachten und habe ein Sonett darauf geschrieben. Das spätere Emmaus-Gemälde ist düsterer, Jesus wirkt älter und strenger und die Jünger wirken auch, als hätten sie schon einiges durchgemacht. Caravaggio schuf es, nachdem er als Teilnehmer einer Randale, bei der ein Mensch getötet wurde, aus Rom verbannt worden war. Also, falls jemand das mit der Religion und der Gastfreundschaft nicht versteht, hier nochmal was mit der Welt und der Gastfreundschaft: Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, begnadete Künstler beherbergt!

Der Wirt von Emmaus

Drei Männer kommen, staubig von der Reise.
Sehr jung scheint einer mit vernarbten Händen.
Zwei ältre, die sich fragend an Ihn wenden –
Sie scheinen fasziniert von Seiner Weise.

Sie setzen sich zu Tisch. Die Worte enden.
Zwei sinnen nach. Ich bring die simple Speise.
Der Junge betet drüber, Gott zum Preise –
Er scheint von sich den Segen auszusenden.

Sie schauen hoch, sie rufen einen Namen.
Und plötzlich ist der Dritte nicht zu sehen!
Und sie, ganz ohne Angst: „Wir müssen gehen.”

Sie gehen auf den Weg, auf dem sie kamen.
Sie tanzen fast! Ihr Schritt ist jung und schnell.
Du Fremder – mach auch meine Augen hell.

© Claudia Sperlich

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42 Jahre Christin

In der Osternacht 1984 wurde ich zum Befremden der Familie katholisch getauft. In der folgenden Zeit lernte ich, wie es sich anfühlt, in einem atheistischen Umfeld vom auferstandenen Christus überzeugt zu sein und Ihn zu lieben. Und dass der Herr viel stärker ist als aller familiärer Knatsch, und dass es auf jeden Fall lohnt, Ihm zu folgen.

Auch in der vergangenen Nacht wurden viele Erwachsene getauft. Viele  kommen wie ich aus atheistischen oder agnostischen Elternhäusern, andere sind in anderen Religionen erzogen worden. In den meisten Fällen wird das  Schwierigkeiten mit der Mischpoke mit sich bringen – auch wesentlich größere,   als ich sie erlebt habe, auch existenzielle. Ich bete und bitte um Gebet für alle Neugetauften aus dem Christentum fernstehenden Familien und für eben jene Familien, um Kraft und Schutz für die jungen Christen,  um inneren Frieden und Bekehrung für ihre Familien.

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Der Herr ist auferstanden!

Er ist wahrhaft auferstanden!

Das habe ich vorhin in der hübschen Gertraudenkapelle feiern dürfen, das glaube ich mit Herz und Verstand. Das ist meine Lebensgrundlage, alles andere ist bestenfalls zweitrangig, so wichtig es sein mag.

Gesegnete Ostern! Halleluja!

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Gesegnete Osterspeisen

Heute früh habe ich zwei Osterbrote gebacken. Davor habe ich mehrere Videos angeschaut,  wie man Brot am besten flicht, und die Form ist mir zum ersten Mal wirklich schön gelungen.

Um 12.00 Uhr war wie jeden Karsamstag Speisesegnung in Heilig Kreuz.

Hier sind die gesegneten Speisen auf meinem Küchentisch.

Nach der Osternacht (diesmal in St Gertrauden und recht früh, um 20.00 Uhr) gibt’s endlich wieder Tierisches und Süßes – sas ist zwar nicht die Hauptsache am heiligen Osterfest,  aber eine sehr angenehme Nebensache!

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Totenstille

Jesus ist tot und wurde von Josef von Arimathäa in einem Grab mit Rollstein bestattet. Das Grab ist versiegelt und wird von mindestens zwei Soldaten bewacht. Niemand kann da tricksen.

Seine Freunde erleben die Sabbatruhe als Erstarrung. Nichts geschieht mehr.

Bis irgendwann zwischen Abend und frühem Morgen etwas Unfassbares geschieht. Aber das kann noch keiner ahnen.

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Vier Todesfälle in Jerusalem

Matthäus 27,3-5

Als nun Judas, der ihn ausgeliefert hatte, sah, dass Jesus verurteilt war, reute ihn seine Tat. Er brachte den Hohepriestern und den Ältesten die dreißig Silberstücke zurück und sagte: „Ich habe gesündigt, ich habe unschuldiges Blut ausgeliefert.“ Sie antworteten: „Was geht das uns an? Das ist deine Sache.“ Da warf er die Silberstücke in den Tempel; dann ging er weg und erhängte sich.

Wenn ein katholischer oder orthodoxer  Christ eine Sünde bereut, kann er bei einem Priester beichten, und Gott vergibt die Sünde vollkommen – auch dann, wenn er seinen besten Freund ans Messer geliefert hat. Ein Priester,  der einem Beichtkind trotz ehrlicher und offenbar vollständiger Beichte die Absolution verweigert, ist ein Unding (ich weiß nicht,  ob so etwas je geschehen ist).

Nun ist Gottes Verzeihungsbereitschaft keine Erfindung des Christentums. Das Erste Testament ist voll von Worten über den gnädigen und barmherzigen Gott (z.B. Jesaja 1,18: Kommt doch, wir wollen miteinander rechten, spricht der Herr. Sind eure Sünden wie Scharlach, weiß wie Schnee werden sie. Sind sie rot wie Purpur, wie Wolle werden sie.) Die damals amtierenden Hohepriester und Ältesten wussten und ignorierten das. „Dein Problem! Geht uns nichts an!“ Der Selbstmord des Judas geht damit auch auf ihre Kappen.

Judas wird in Legende und Ikonographie als Höllenkandidat gesehen. Aber er bereute, er brachte das Geld zurück,  und er tat das zu einer Zeit,  als eine Rettung Jesu vor dem Foltertod vielleicht noch möglich gewesen wäre. – Ja, aber der Selbstmord! – Einerseits ist das eine schwere Sünde (von Selbstmord als Folge der Krankheit Depression spreche ich hier ausdrücklich nicht). Andererseits glaube ich aus den genannten Gründen,  dass Gott auch diese Sünde vergeben kann.  Tatsächlich wissen wir, dass die Heiligen bei Gott sind, aber wer in der Hölle ist,  wissen wir nicht. Ich würde mich freuen,  in der ewigen Seligkeit auch Judas zu umarmen.

Drei Kreuzigungen sind für diesen Tag verbürgt. Markus und Matthäus sprechen von zwei neben Jesus gekreuzigten Räubern, die in den Hohn der Schaulustigen über Ihn einstimmen. Johannes erwähnt die beiden nur als „zwei andere“. Bei Lukas 23,39-43 sind die beiden grundverschieden dargestellt:

Einer der Verbrecher, die neben Ihm hingen, verhöhnte Ihn: „Bist Du denn nicht der Christus? Dann rette Dich selbst und auch uns!“ Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: „Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“ Dann sagte er: „Jesus, denk an mich, wenn Du in Dein Reich kommst!“ Jesus antwortete ihm: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit Mir im Paradies sein.

Das muss kein Widerspruch sein. Ein Umschwung, eine plötzliche Erkenntnis  ist immer möglich,  besonders in Extremsituationen. Zahlreiche Konversionen geben davon Zeugnis. Jedenfalls war der erste Mensch,  dem die Auferstehung zum Leben von höchster Autorität zugesagt wurde,  ein Krimineller. Das gibt wirklich allen Hoffnung.

Von dem anderen Räuber heißt es nur,  dass er Jesus verspottet hat. Traditionell gilt er deshalb als Höllenkandidat.  Und wiederum: Das wissen wir nicht! Auch er kann im letzten Augenblick eine innere Umkehr vollzogen haben. Dass die nicht verbürgt ist,  heißt nichts. Denn das hörbare Sprechen ist schwer, wenn man kaum noch Luft bekommt.

Jesus,  der Messias,  dessen Tod Christen heute feiern,  weil sie an Seine Auferstehung glauben, ist der Grund,  warum heute auch an einen Verräter und zwei Räuber gedacht wird. Durch Ihn bekommt jeder immer wieder eine neue Chance. Ergreifen muss man diese Chance allerdings selber – und sei es durch ein einfaches „Herr, es tut mir leid, verzeih mir“.

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Der längste Tag fängt abends an

Heute abend beginnt das Triduum Paschale – die Feier, die sich vom Gründonnerstag abends bis zum Ostersonntag morgens erstreckt. In der katholischen Kirche endet der Gottesdienst am Gründonnerstag – an dem wir die Einsetzung der Eucharistie und die Weihe und Sendung der Apostel als Priester feiern – anders als andere Messen, es ist ein offenes Ende ohne Sendung der Gemeinde. Der Karfreitag ist dann die Fortsetzung dieser Liturgie, am Karsamstag (der Grabesruhe Christi) schweigt die Kirche den Tag über und am Abend beginnt die Osternacht – wiederum als Fortsetzung dieser großen Feier. In der Osternacht und am Ostermorgen werden wir jubeln über den großen Sieg, den Christus errungen hat.

Dieser „lange Tag“ ist emotional anstrengend und zugleich wundervoll, und ich freue mich jedes Jahr besonders auf ihn. Heute abend wird die Orgel verstummen, morgen werde ich in der Karfreitagsliturgie singen. (Ein wenig Lampenfieber habe ich auch.)

Gründonnerstag
Melodie: GL 145

Beim letzten Paschamahle saß Jesus mit den Seinen,
und Seine Worte scheinen in unsre Welt als Licht,
Vermächtnis, Trost und Mahnung: So ist der Herr zugegen
auf allen Erdenwegen, das Wort verlässt uns nicht.

Er mahnte Seine Jünger: Wohl besser nie geboren,
als ganz und gar verloren und niemals mehr Ihm nah!
Doch wer bei Ihm will bleiben, wer Ihn noch liebt im Sterben,
der wird Sein Reich auch erben, dem sagt Er: Ich bin da.

Er machte sich zum Diener, dass wir einander dienen,
Er ist als Licht erschienen, dass jeder leuchten kann.
Er gab uns Seine Weisung als Prüfstein für das Handeln.
Wer so sich lässt verwandeln, wird frei von finstrem Bann.

Dann sprach Er Seinen Segen, den Dank für Gottes Güte,
für dieser Erde Blüte, und Dank für Brot und Wein.
„Mein Leib, für euch gegeben! Mein Blut, für euch vergossen!”
Wer dieses Mahl genossen, den lädt Er zu sich ein.

In Ihm ist Gott verherrlicht! Wir singen Seine Ehre,
doch wären wir wie Meere voll stetem Jubelklang,
und leuchteten wie Sonnen, und wie die Adler flögen,
genug wär kein Vermögen zu würdigem Gesang.

© Claudia Sperlich

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