42 Jahre Christin

In der Osternacht 1984 wurde ich zum Befremden der Familie katholisch getauft. In der folgenden Zeit lernte ich, wie es sich anfühlt, in einem atheistischen Umfeld vom auferstandenen Christus überzeugt zu sein und Ihn zu lieben. Und dass der Herr viel stärker ist als aller familiärer Knatsch, und dass es auf jeden Fall lohnt, Ihm zu folgen.

Auch in der vergangenen Nacht wurden viele Erwachsene getauft. Viele  kommen wie ich aus atheistischen oder agnostischen Elternhäusern, andere sind in anderen Religionen erzogen worden. In den meisten Fällen wird das  Schwierigkeiten mit der Mischpoke mit sich bringen – auch wesentlich größere,   als ich sie erlebt habe, auch existenzielle. Ich bete und bitte um Gebet für alle Neugetauften aus dem Christentum fernstehenden Familien und für eben jene Familien, um Kraft und Schutz für die jungen Christen,  um inneren Frieden und Bekehrung für ihre Familien.

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Der Herr ist auferstanden!

Er ist wahrhaft auferstanden!

Das habe ich vorhin in der hübschen Gertraudenkapelle feiern dürfen, das glaube ich mit Herz und Verstand. Das ist meine Lebensgrundlage, alles andere ist bestenfalls zweitrangig, so wichtig es sein mag.

Gesegnete Ostern! Halleluja!

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Gesegnete Osterspeisen

Heute früh habe ich zwei Osterbrote gebacken. Davor habe ich mehrere Videos angeschaut,  wie man Brot am besten flicht, und die Form ist mir zum ersten Mal wirklich schön gelungen.

Um 12.00 Uhr war wie jeden Karsamstag Speisesegnung in Heilig Kreuz.

Hier sind die gesegneten Speisen auf meinem Küchentisch.

Nach der Osternacht (diesmal in St Gertrauden und recht früh, um 20.00 Uhr) gibt’s endlich wieder Tierisches und Süßes – sas ist zwar nicht die Hauptsache am heiligen Osterfest,  aber eine sehr angenehme Nebensache!

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Totenstille

Jesus ist tot und wurde von Josef von Arimathäa in einem Grab mit Rollstein bestattet. Das Grab ist versiegelt und wird von mindestens zwei Soldaten bewacht. Niemand kann da tricksen.

Seine Freunde erleben die Sabbatruhe als Erstarrung. Nichts geschieht mehr.

Bis irgendwann zwischen Abend und frühem Morgen etwas Unfassbares geschieht. Aber das kann noch keiner ahnen.

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Vier Todesfälle in Jerusalem

Matthäus 27,3-5

Als nun Judas, der ihn ausgeliefert hatte, sah, dass Jesus verurteilt war, reute ihn seine Tat. Er brachte den Hohepriestern und den Ältesten die dreißig Silberstücke zurück und sagte: „Ich habe gesündigt, ich habe unschuldiges Blut ausgeliefert.“ Sie antworteten: „Was geht das uns an? Das ist deine Sache.“ Da warf er die Silberstücke in den Tempel; dann ging er weg und erhängte sich.

Wenn ein katholischer oder orthodoxer  Christ eine Sünde bereut, kann er bei einem Priester beichten, und Gott vergibt die Sünde vollkommen – auch dann, wenn er seinen besten Freund ans Messer geliefert hat. Ein Priester,  der einem Beichtkind trotz ehrlicher und offenbar vollständiger Beichte die Absolution verweigert, ist ein Unding (ich weiß nicht,  ob so etwas je geschehen ist).

Nun ist Gottes Verzeihungsbereitschaft keine Erfindung des Christentums. Das Erste Testament ist voll von Worten über den gnädigen und barmherzigen Gott (z.B. Jesaja 1,18: Kommt doch, wir wollen miteinander rechten, spricht der Herr. Sind eure Sünden wie Scharlach, weiß wie Schnee werden sie. Sind sie rot wie Purpur, wie Wolle werden sie.) Die damals amtierenden Hohepriester und Ältesten wussten und ignorierten das. „Dein Problem! Geht uns nichts an!“ Der Selbstmord des Judas geht damit auch auf ihre Kappen.

Judas wird in Legende und Ikonographie als Höllenkandidat gesehen. Aber er bereute, er brachte das Geld zurück,  und er tat das zu einer Zeit,  als eine Rettung Jesu vor dem Foltertod vielleicht noch möglich gewesen wäre. – Ja, aber der Selbstmord! – Einerseits ist das eine schwere Sünde (von Selbstmord als Folge der Krankheit Depression spreche ich hier ausdrücklich nicht). Andererseits glaube ich aus den genannten Gründen,  dass Gott auch diese Sünde vergeben kann.  Tatsächlich wissen wir, dass die Heiligen bei Gott sind, aber wer in der Hölle ist,  wissen wir nicht. Ich würde mich freuen,  in der ewigen Seligkeit auch Judas zu umarmen.

Drei Kreuzigungen sind für diesen Tag verbürgt. Markus und Matthäus sprechen von zwei neben Jesus gekreuzigten Räubern, die in den Hohn der Schaulustigen über Ihn einstimmen. Johannes erwähnt die beiden nur als „zwei andere“. Bei Lukas 23,39-43 sind die beiden grundverschieden dargestellt:

Einer der Verbrecher, die neben Ihm hingen, verhöhnte Ihn: „Bist Du denn nicht der Christus? Dann rette Dich selbst und auch uns!“ Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: „Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.“ Dann sagte er: „Jesus, denk an mich, wenn Du in Dein Reich kommst!“ Jesus antwortete ihm: „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit Mir im Paradies sein.

Das muss kein Widerspruch sein. Ein Umschwung, eine plötzliche Erkenntnis  ist immer möglich,  besonders in Extremsituationen. Zahlreiche Konversionen geben davon Zeugnis. Jedenfalls war der erste Mensch,  dem die Auferstehung zum Leben von höchster Autorität zugesagt wurde,  ein Krimineller. Das gibt wirklich allen Hoffnung.

Von dem anderen Räuber heißt es nur,  dass er Jesus verspottet hat. Traditionell gilt er deshalb als Höllenkandidat.  Und wiederum: Das wissen wir nicht! Auch er kann im letzten Augenblick eine innere Umkehr vollzogen haben. Dass die nicht verbürgt ist,  heißt nichts. Denn das hörbare Sprechen ist schwer, wenn man kaum noch Luft bekommt.

Jesus,  der Messias,  dessen Tod Christen heute feiern,  weil sie an Seine Auferstehung glauben, ist der Grund,  warum heute auch an einen Verräter und zwei Räuber gedacht wird. Durch Ihn bekommt jeder immer wieder eine neue Chance. Ergreifen muss man diese Chance allerdings selber – und sei es durch ein einfaches „Herr, es tut mir leid, verzeih mir“.

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Der längste Tag fängt abends an

Heute abend beginnt das Triduum Paschale – die Feier, die sich vom Gründonnerstag abends bis zum Ostersonntag morgens erstreckt. In der katholischen Kirche endet der Gottesdienst am Gründonnerstag – an dem wir die Einsetzung der Eucharistie und die Weihe und Sendung der Apostel als Priester feiern – anders als andere Messen, es ist ein offenes Ende ohne Sendung der Gemeinde. Der Karfreitag ist dann die Fortsetzung dieser Liturgie, am Karsamstag (der Grabesruhe Christi) schweigt die Kirche den Tag über und am Abend beginnt die Osternacht – wiederum als Fortsetzung dieser großen Feier. In der Osternacht und am Ostermorgen werden wir jubeln über den großen Sieg, den Christus errungen hat.

Dieser „lange Tag“ ist emotional anstrengend und zugleich wundervoll, und ich freue mich jedes Jahr besonders auf ihn. Heute abend wird die Orgel verstummen, morgen werde ich in der Karfreitagsliturgie singen. (Ein wenig Lampenfieber habe ich auch.)

Gründonnerstag
Melodie: GL 145

Beim letzten Paschamahle saß Jesus mit den Seinen,
und Seine Worte scheinen in unsre Welt als Licht,
Vermächtnis, Trost und Mahnung: So ist der Herr zugegen
auf allen Erdenwegen, das Wort verlässt uns nicht.

Er mahnte Seine Jünger: Wohl besser nie geboren,
als ganz und gar verloren und niemals mehr Ihm nah!
Doch wer bei Ihm will bleiben, wer Ihn noch liebt im Sterben,
der wird Sein Reich auch erben, dem sagt Er: Ich bin da.

Er machte sich zum Diener, dass wir einander dienen,
Er ist als Licht erschienen, dass jeder leuchten kann.
Er gab uns Seine Weisung als Prüfstein für das Handeln.
Wer so sich lässt verwandeln, wird frei von finstrem Bann.

Dann sprach Er Seinen Segen, den Dank für Gottes Güte,
für dieser Erde Blüte, und Dank für Brot und Wein.
„Mein Leib, für euch gegeben! Mein Blut, für euch vergossen!”
Wer dieses Mahl genossen, den lädt Er zu sich ein.

In Ihm ist Gott verherrlicht! Wir singen Seine Ehre,
doch wären wir wie Meere voll stetem Jubelklang,
und leuchteten wie Sonnen, und wie die Adler flögen,
genug wär kein Vermögen zu würdigem Gesang.

© Claudia Sperlich

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Kargedanken

Exodus 21,28-32 bestimmt die Haftung bei tödlichen Unfällen durch Nutztiere (hier: Rinder; ich vermute, dass die Rechtspraxis für entsprechende Unfälle mit anderen Nutz- bzw. Haustieren Vergleichbares vorsah.

Wenn ein Rind einen Mann oder eine Frau so stößt, dass der Betreffende stirbt, dann muss man das Rind steinigen und sein Fleisch darf man nicht essen; der Eigentümer des Rinds aber bleibt straffrei. Hat das Rind aber schon früher gestoßen und hat der Eigentümer, obwohl man ihn darauf aufmerksam gemacht hat, auf das Tier nicht aufgepasst, sodass es einen Mann oder eine Frau getötet hat, dann soll man das Rind steinigen und auch sein Eigentümer muss sterben. Will man ihm stattdessen eine Sühneleistung auferlegen, soll er als Lösegeld für sein Leben so viel geben, wie man von ihm fordert. Stößt das Rind einen Sohn oder eine Tochter, verfahre man nach dem gleichen Recht. Stößt das Rind einen Sklaven oder eine Sklavin, soll der Eigentümer dem Herrn dreißig Silberschekel zahlen; das Rind aber soll gesteinigt werden.

Dreißig Silberschekel, also etwa 168 Gramm Silber, waren der Preis für einen fahrlässig getöteten Sklaven. Für diesen Preis wurde der Gottesknecht Jesus verraten. In der Spätantike war es genug für ein landwirtschaftlich unattraktives Gelände von knapp 200 Quadratmetern (vgl. Mt. 27,6-8; Apg. 1,18f). Wahrlich kein gutes Geschäft!

Wer glaubt,  Jesus Christus abschaffen zu können oder gar zu müssen  – wie zahlreiche moderne Atheisten  – benimmt sich wie ein gereizter Ochse. Aus christlicher Sicht ist das allerdings kein Grund zur Steinigung, sondern zum fürbittenden Gebet.

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Magnolia soulangeana

Sie steht auf dem Schillerplatz in Friedenau und hat nichts zu tun als schön zu sein. Das ist sie aber auch meisterlich!

Sie gehört zu den meistphotographierten Bäumen Berlins,  und oft entspinnen sich nette Plaudereien zwischen den Photographen oder den einfach Staunenden. Sie hat hier zwar keinen ökologischen Nutzen,  aber umso mehr sozialen Nutzen, einfach weil sie herumsteht und schön ist.

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Frühlingsansichten

Hier einige Photos der letzten Tage.

Zunächst einige schon einige Wochen alte, fast Übersehenes: Das erste Eichhörnchenbild ohne störende Glasscheibe dazwischen, im Gegenlicht! Außerdem zwei Krähen auf einem Baum.

Blick in den Vorgarten.

Und zuletzt noch: die belebten Steine der Heilig-Kreuz-Kirche in Wilmersdorf! Die lebendigen Steine in der Kirche verstehen sich von selbst.

Gesegnete Karwoche allen!

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Grüne Zweige

Nun hängen die gesegneten Zweige frisch und grün glänzend in meiner Stube. In einem Jahr werden sie eine hellbraune oder beige Farbe annehmen und dann verbrannt werden. Mit der Asche wird den Gläubigen am nächsten Aschermittwoch ein Kreuz auf die Stirn gezeichnet.

Dies frische Grün ist das Hoffnungszeichen der Heiligen Woche. Der „Palmbuschen“ bleibt als Zeichen da, auch wenn er welkt. Ich möchte voll Hoffnung bleiben,  auch wenn ich vielleicht steinalt werde.

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