Das Sachsler Meditationstuch

Dies Fastentuch entstand im 15. Jh. im Umkreis des Eremiten Nikolaus von der Flüe. Der Wikipedia-Artikel ist lesenswert; hier schreibe ich, was mir beim Betrachten der Replik in der Rosenkranzbasilika durch den Kopf geht.

Der gekrönte Christus bildet das Zentrum.  Drei Strahlen gehen von Ihm aus, drei Strahlen fallen auf Ihn. Sechs Rundbilder sind durch die Strahlen mit dem Heiland verbunden. Vier eckige Bilder zeigen die Symbolwesen der Evangelisten.

Ich deute die Strahlen als „kommt von Christus“ und „führt zu Christus“. Die einander gegenüber liegenden Rundbilder ergänzen sich. Jedes Rundbild enthält ein Attribut, das für eine Tat der Barmherzigkeit steht.

Links oben: Gott (dargestellt als Christus-Typus mit Tiara und Szepter als Herrscher über geistige und materielle Welt) erschafft die Welt,  drei Engel schauen bewundernd und anbetend zu. Die Schöpfung kommt von Gott. Ein Weinkrug und ein Fisch stehen für „Durstige tränken“ und „Hungrige speisen“ (und sind zugleich Hinweise auf Christus). Der Schöpfer und Heiland will unseren leiblichen Hunger und Durst ebenso stillen wie den geistlichen,  die Sehnsucht nach Ihm.

Gegenüber, rechts unten, ist die Wandlung am Altar dargestellt.  Durch sie geschieht die „neue Schöpfung“, die Erneuerung des gefallenen Menschen,  und die Messe führt zu Christus. Im Hintergrund steht ein Sarg – das würdige Bestatten (zu dem auch ein Requiem gehört) ist ein Werk der Barmherzigkeit.

Ganz unten: Der Engel Gabriel verkündet Maria,  dass sie durch den Heiligen Geist den Messias empfangen wird – eine Schwangerschaft,  die von Gott kommt. Maria neigt den Kopf in demütiger Zustimmung. Der auf wunderbare Weise empfangene Herr ist vorerst ganz von Maria abhängig, in ihrem Leib geborgen. Die Krücken unten im Bild stehen für die Kranken- und Behindertenpflege und überhaupt die Fürsorge für Menschen in besonders gefährdeten Situationen, also auch für Schwangere.

Ganz oben ist die Gefangennahme Jesu dargestellt. Judas verrät Ihn mit einem Kuss; den Beutel mit dreißig Silberlingen hält er in der Hand. Petrus versucht, Jesus mit dem Schwert zu verteidigen,  und verletzt dabei den Knecht Malchus, der sich zu seinen Füßen vor Schmerz und Angst zusammenkrümmt. Wieder ist der Herr vollständig abhängig, diesmal in einer schlimmen Weise. Doch diese Auslieferung Gottes wird uns zu Ihm führen. Eine Kette weist darauf hin,  dass man Gefangene besuchen soll.

Links unten: Maria kniet vor ihrem neugeborenen Sohn im Stall von Bethlehem. Schon diese so ärmliche Geburt weist auf den König Christus hin. Pilgerstab und Tasche stehen für „Fremde beherbergen“. Auch wenn gerade nur ein Stall oder Schuppen frei ist.

Rechts oben sehen wir den gekreuzigten Christus, nackt und in völliger Verlassenheit. Der Tod Christi steht Seiner Geburt gegenüber. Aber Gott weist auf Ihn hin. Der König Christus zeigt: Er ist immer auch der Gekreuzigte. Der Mantel unter dem Kreuz steht für „Nackte bekleiden“ – den Ärmsten Würde zugestehen.

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Hörnchen hat Hunger

Und natürlich kann ich es nur durch die Glasscheibe photographieren, aber immerhin lässt es sich durch keine Bewegung aus der Ruhe bringen.

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Aussaat und Pflanzung

Aus dem Gartencenter habe ich mitgebracht:

Wie man sieht, habe ich mich striktes an mein Vorhaben gehalten,  nur Nutzpflanzen zu kaufen. Bloß direkt am Eingang des Gartencenters wurde ich von einer Horde Hornveilchen überfallen,  die mich zwangen,  sie mitzunehmen. Die Samentüten enthalten wirklich nur Nutzpflanzen: Karotten,  Spitzpaprika, Cherrytomaten, Rosenkohl und eine insektenfreundliche Blumenmischung (das ist ja nützlich und hat mit Ästhetik nur am Rande und gleichsam zufällig zu tun).

Dazu gibt es Rosmarin, Oregano und marokkanische Minze. Die fertigen Kräuter, die Hornveilchen, die Blumensaat und die Karotten habe ich gleich ausgebracht und gut gegossen. Die anderen Gemüsesorten muss ich vorkeimen lassen (mache ich morgen), draußen ist denen noch zu kalt.

Ich habe die Erde mit Biodünger angereichert. Der besteht aus Humus, der aus Tierabfällen gewonnen wurde, sowie einer Pilzart (keine Speisepilze), die mit den Wurzeln von Pflanzen eine Symbiose eingeht.

Fast vierzig Liter Erde sind verbraucht, weitere vierzig habe ich noch,  und mir scheint,  ich werde noch einen kleinen Sack Erde brauchen,  aber das wird sich zeigen. Der Pflanztopf für die Kartoffeln schien mir arg klein, und so habe ich zusätzlich einen Kartoffelpflanzsack gekauft. Die Halterung für die beiden Terracottatöpfe habe ich nach Augenmaß gekauft und finde mein Augenmaß ganz in Ordnung.

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Balkonien ist eröffnet!

Ich habe dies Jahr einiges an Selbstversorgung vor. Dafür war eine kleine Investition nötig: neue Balkonkästen, Saatkartoffeln (noch nicht eingetroffen) und ein Kartoffelpflanztopf.

Hier der aufgeräumte Balkon. Ich werde demnächst noch einiges an Pflanzen und Samen kaufen (schon wieder investieren!), Rosmarin und Thymian mit Sicherheit, vielleicht Tomaten und was mir sonst einfällt an guten und nicht zu anspruchsvollen essbaren Pflanzen. Ob die Erde langt, ist auch noch ungewiss.

Zwiebelgewächse aller Art sind leider ausgeschlossen, denn die Eichhörnchen  graben jede einzelne Zwiebel aus und fressen sie. Sie haben mir einst eine ganze Tulpenpflanzung vernichtet!

Die Kartoffeln kommen Ende des Monats und müssen vier Wochen lang vorkeimen, erst dann werden sie ins Freie gelassen, also in den Pflanztopf. Ich werde berichten!

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St Joseph

Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren, GL 455

Wort, das in die Welt gekommen
durch des Geistes Kraft und Tat,
Dich hat Joseph aufgenommen
väterlich nach Gottes Rat,
sah auf Deine ersten Schritte,
lehrte Lobpreis Dich und Bitte,
lehrte Handwerk Dich und Fleiß
väterlich zu Gottes Preis.

Joseph hört auf Gottes Worte,
bringt in jener Schreckenszeit
aus gewohntem Heimatorte
Frau und Kind in Sicherheit,
hütet aller Welten Hüter,
nährt den Geber aller Güter,
dient dem jungen Gottesknecht
treu und liebend und gerecht.

Joseph, bitt, daß Gottes Segen
auch auf unsrer Arbeit ruht.
Hilf, daß wir für Den uns regen,
Der die Wahrheit ist und tut.
Zeig uns, wie wir in Gefahren
Ruhe und Vertrauen wahren.
Du hast Gottes Sohn bewacht –
Steh uns bei in Not und Nacht.

© Claudia Sperlich

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Jesus, Liebe

Jesus,  Herr,  ich liebe Dich,
mehr, viel mehr als ich es sagen kann,
weniger als ich es soll und will.

Jesus,  Herr,  weil Du mich liebst,
mehr, viel mehr als ich es denken kann,
kann ich selber lieben und bestehn.

Jesus,  Herr,  sei Du in mir,
mach in mir die Liebe stark und frei,
dass ich Dich in meinem Nächsten seh.

Jesus,  Herr,  sei Du in mir,
mach mich in der Liebe stark und frei,
dass ich Zeugnis geben kann von Dir.

© Claudia Sperlich

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Gertraud von Nivelles

Dieser Heiligen gedenkt die Kirche heute. Einer Bauernregel zufolge eröffnet sie die Gartensaison.

Gertraud saß und Gertraud spann
schon seit Winters Kommen,
spann und betete und sann
voll Gedanken, frommen.

Gertraud hört die Engel schon,
hört das Wort des Herren,
aber nicht der Amsel Ton,
nicht Jungvogels Sperren.

Plötzlich aus des Rockens Flausch
hört sie etwas pfeifen!
Gertraud fühlt sich wie im Rausch,
spürt die Lüfte streifen

sanft ihr liebes Angesicht,
lächelt fast verwegen:
Herr, mein Leben und mein Licht,
laß mich niederlegen

nun den Rocken, und die Maus
mag ihr Nest drin bauen!
Frühling schickst Du mir ins Haus,
nun will ich ihn schauen!

Gertraud mit der Heilgenkron
hilft, so will die Sage,
gegen Dummheit, Stumpfsinn, Fron,
gegen Rattenplage.

© Claudia Sperlich

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Ich bin kein Handwerker, und das ist gut so.

Vor einigen Tagen ging die Halterung meines Klodeckels kaputt. Der Klodeckel selbst ist hübsch und noch nicht alt, die Garantie, sofern es eine gab, habe ich verbummelt. Also ging ich zum Baumarkt und kaufte ein neues Ersatzscharnierbefestigungs-Set, ja, so heißt das. Nicht mal teuer.

Den Klodeckel abschrauben war einfach. Allerdings hätte ich dabei ein wenig achtgeben sollen, wie genau das Originalscharnierbefestigungs-Set (so muss es heißen) angebracht war. Nun hatte ich anderthalb heile Scharnierbefestigungssets und dazu ein kaputtes, das ich flugs entsorgte. Aber wie, oh wie bringt man nun Scharnierbefestigung und Klodeckel so zusammen, dass es hält, sich sinnvoll auf und ab bewegen lässt und eine funktionierende Absenkungsautomatik hat? Die Verpackung enthält eine sehr schematische Zeichnung, aus der ich nicht schlauer wurde. Und irgendwie sah alles verkehrt aus.

Ich weiß nicht, wie oft ich in den letzten anderthalb Tagen gesagt habe „Das geht nicht“ oder „Das passt nicht“ oder „Völliger Quatsch“. Immerhin habe ich weder mich noch jemand anders verletzt, was mit einem Kreuzschlitzschraubendreher (ja, so heißt der) nicht ganz unmöglich gewesen wäre. Nach einer Stunde Internetsuche fand ich endlich eine wirklich erhellende schematische Zeichnung, und eine Viertelstunde später war der Klodeckel perfekt angebracht.

Nochmals, es ist während der ganzen Zeit nichts und niemand beschädigt worden, kein lästerlicher Fluch ausgestoßen, keine Selbstmordphantasie gehegt worden (jedenfalls nicht von mir). Das ist, wenn es um handwerkliche Betätigung geht, schon viel, und zum Teil ist es wohl der segensreichen Fastenzeit zu verdanken, dass ich nur ein bisschen ungehalten war, aber nicht völlig ausgeflippt bin.

Vielleicht ist mein Erfolg auch dem heiligen Judas Thaddäus, dem Schutzpatron der hoffnungslosen Fälle, zu verdanken.

Als Teenager hatte ich mir in den Kopf gesetzt, Tischlerin zu werden. Ich bestand das Probehalbjahr nicht und war sehr traurig darüber. Heute bin ich froh. Vielleicht wäre ich eine drittklassige Tischlerin geworden, aber dann hätten jetzt allzu viele Menschen klemmende Türen und wackelnde Tische. Das gäbe nur böses Blut. Dichtung kann ich wesentlich besser als Handwerk.

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Die lustigste Karte kam heute an!

Mit leichter Verspätung, aber sehr herzlich und inhaltsschwer. Es wäre ganz falsch, dies exzellente Bildnis einer präsidentiellen Übergröße ungeteilt zu lassen.

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Märzgarten

Der wilde Vorgarten ist in einem Zustand zwischen Winter und Frühling, frisch und hoffnungsvoll und mit viel Dürrem und Abgeblühtem. Das soll jetzt noch eine Weile so bleiben, denn kleine Tiere haben noch lange etwas von den dürren Pflanzen, Schutz und Nahrung. Aber der Frühling kündigt sich an!

Die Krokusse sind heute geschlossen. Gestern war es wärmer, da waren sie schon offen und sogar ein paar Insekten darin, aber wie das so geht: Da war ich zu hungrig zum Photographieren und musste einfach schnell in die Küche. Aber so sind sie ja auch hübsch.

Goldraute und noch irgendetwas sind längst verblüht, aber auf ihre Art immer noch hübsch. Wie freundliche alte Frauen.

Schneeglöckchen blühen schon eine Weile, Märzbecher sind pünktlich. Unter den Märzbechern trauen sich die Szilla auch schon beinah was. Die Christrose ist schon im Advent erblüht, und nun fängt sie an, Samen zu produzieren, hat aber zugleich noch frische Blüten.

Der Lavendel grünt schon kräftig, und wenn ich es mir nicht einbilde, duftet er auch bereits. Die niedlichen blaugrünen jungen Rosetten kann ich nicht einordnen, aber sind sie nicht reizend?

Die erste Narzisse ist schon ziemlich mutig, man sieht es bereits gelblich durch die Knospenhülle schimmern. Ein Strauch zeigt dicke Knospen und Schotenhüllen vom Vorjahr.

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