Entzogen unserm Sehen, erhoben in das Licht, Will Er nicht von uns gehen, der Herr verlässt uns nicht. Wir sollen Seine Zeugen und Seine Freunde sein, Und will die Welt uns beugen, wird Christus uns befrein.
Er kommt an Seinem Tage zur vorbestimmten Zeit, Und Satans Zwang und Plage weicht Seiner Herrlichkeit. Doch eh die Völker beben vor Christi Endgericht, Sagt allen: Er ist Leben, Er ist der Liebe Licht!
Wir dürfen heut Ihn schauen verhüllt auf dem Altar, Wir wagen zu vertrauen: Sein Wort ist ewig wahr. Was unsre Sinne merken, erscheint wie Brot und Wein. Mit Sich will Er uns stärken, Er lädt zum Glauben ein.
Nun richtet eure Augen nicht in den Himmel nur. Zum Leben will uns taugen, der vor uns zieht die Spur. Bringt Liebe und seid Segen, wo immer Er euch weist, In Worten, Taten, Wegen beschwingt vom Heilgen Geist.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn der Beistand kommt, den Ich euch vom Vater aus senden werde, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, dann wird Er Zeugnis für Mich ablegen. Und auch ihr sollt Zeugnis ablegen, weil ihr von Anfang an bei Mir seid.
Das habe Ich euch gesagt, damit ihr keinen Anstoß nehmt. Sie werden euch aus der Synagoge ausstoßen, ja es kommt die Stunde, in der jeder, der euch tötet, meint, Gott einen heiligen Dienst zu leisten. Das werden sie tun, weil sie weder den Vater noch Mich erkannt haben. Ich habe es euch gesagt, damit ihr, wenn deren Stunde kommt, euch an Meine Worte erinnert.
Johannes 15,26 – 16,4a
Der Heilige Geist macht es vor, wir haben es nachzumachen, jeder auf seine Art: Zeugnis ablegen von Jesus Christus. Das ist nicht gemütlich. Das bedeutet, Menschen werden uns mindestens für leicht verrückt halten, schlimmstenfalls für todeswürdig böse. Die Christenverfolgung hat in unseren Tagen Ausmaße angenommen, die Nero und Domitian wie ungezogene Jungs erscheinen lassen. Aber die Christen in den betroffenen Ländern geben nicht auf, und wir dürfen nicht aufgeben. Das heißt nicht, dass wir von Tür zu Tür gehen sollen und ungefragt von Jesus Christus erzählen. Aber wir sollen so leben, dass merkbar ist, wem wir folgen. Und wir dürfen niemals jemandem folgen, der dem Herrn widerspricht.
Das braucht zuweilen Mut. Den gibt uns der Heilige Geist, wenn wir darum bitten.
Abszesse an der Wange sind bei Hörnchen leider nicht selten. Aber auch mit dicker Backe und struppigem Fell sind sie noch viel zu flink, um sie einzufangen und zu einer Eichhörnchenstation zu bringen. Da bleibt nur zu hoffen, dass es wieder gesund wird – oder es eben sterben lassen. Natur ist nicht sentimental.
Ein bisschen bescheuert sind die Hörnchen ja schon. Ständig vergraben sie Nüsse aus der Futterstation in den Blumenkästen. Ich klaube die Nüsse manchmal wieder heraus und wefe sie wieder zurück in die Futterstation, damit die Hörnchen wenigstens nicht zweimal für dieselbe Nuss im Blumenkasten graben.
So, Nüsse sind für heute aus! Meisenknödel sind aber auch gut!
Ich schaue den Kastanien zu beim Blühen und stell Vergleiche an bei Rot und Weiß. Die roten fruchten kaum und ohne Stacheln. Die weißen bringen streng geschützte Früchte. Die Blüten beider zieren nun die Straßen, bald werden sie mit ihren Früchten werfen, zum Gram der Autofahrer, Lust der Kinder. Der Stachelschutz ist leicht durchbrochen. Seidig und glänzend kullern sie durch Kinderzimmer und werden Männchen, Pferdchen oder Ketten, und mancher mahlt sie auch zum Wäsche waschen, und eine werd ich in der Tasche tragen – das fühlt sich gut an und erinnert mich an Mai und weiß und rote Blütenkerzen.
Und alles mögliche andere Schöne blüht ebenfalls, jeden Tag mehr. Dazu später, es regnet gerade – was auch sehr nötig ist. Die Amseln kommentieren den Regen lautstark.
Die Amseln sind wieder vom Regen besoffen und grölen unzüchtige Lieder. Ich bin ja wahrlich für vieles offen, doch das da geb ich nicht wieder!
Ich wünschte, ich hätte kein Amselsch gelernt, dann müsste ich jetzt nicht erröten. So gänzlich von Sitte und Anstand entfernt ist das, was die Amseln da flöten!
„Wer Meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der Mich liebt; wer Mich aber liebt, wird von Meinem Vater geliebt werden und auch Ich werde ihn lieben und Mich ihm offenbaren.“
Judas – nicht der Judas Iskáriot – fragte ihn: „Herr, warum willst Du Dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?“
Jesus antwortete ihm: „Wenn jemand Mich liebt, wird er an Meinem Wort festhalten; Mein Vater wird ihn lieben und Wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen. Wer Mich nicht liebt, hält an Meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von Mir, sondern vom Vater, der Mich gesandt hat.
Das habe Ich zu euch gesagt, während Ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in Meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was Ich euch gesagt habe.“
Jesu Hauptgebot ist: Gott lieben und den Nächsten lieben wie sich selbst. Wer das tut, der wird von Gott geliebt und wird Jesus auf irgendeine Weise erfahren und mit Ihm und dem Vater Gemeinschaft haben.
Der Heilige Florian, dessen die Kirche heute gedenkt, ist ein gutes Beispiel dafür. Im Folgenden der historisch wahrscheinliche Kern der Florianslegende. Er war ein hoher Beamter der Militärverwaltung im heutigen Österreich, bekehrte sich zum Christentum und wurde deshalb unter Diokletian Anfang 304 aus dem Dienst entlassen. Er zog nach Älium Celtium (heute St Pölten) und hätte dort vermutlich in Stille alt werden können. Aber stiller Rückzug war nicht die Sache des Neuchristen. Als er von der Ergreifung und drohenden Hinrichtung von vierzig Christen in Lauriacum (heute Lorch) erfuhr, besuchte er sie, um ihnen beizustehen. Das heißt, er nahm in aller Eile eine Reise von hundert Kilometern auf sich, wahrscheinlich zu Fuß. (Man kann das in zwei bis drei Tagen schaffen, möchte danach aber in der Regel lieber ausruhen und seine eigenen Füße pflegen als sich unter Lebensgefahr um Gefangene zu kümmern.) Er wurde von ehemaligen Militärkameraden verhaftet und erlitt das Martyrium durch Ertränken, einer im oströmischen Reich üblichen Hinrichtungsart. Er wurde mit einem Stein um den Hals von der Ennsbrücke gestoßen. Der Gedanke dabei war, durch das Verschwinden des Leichnams einem Märtyrerkult vorzubeugen. Das wurde durchaus nicht erreicht. Allein in Österreich gibt es 43 Kirchen unter seinem Patronat, in Deutschland immerhin 18.
Gott lieben und den Nächsten wie sich selbst, das ist nicht unbedingt gemütlich. Aber segensreich.
Das ist keine Majestätsbeleidigung und auch nicht ein abfälliger Hinweis auf die deutschen Vorfahren King Edwards VII, sondern die schlichte Wahrheit. Denn diese Kartoffelsorte (vorwiegend festkochend, gelbfleischig mit rosa Maserung auf der Schale, leicht nussiger Geschmack) kam 1902 auf den Markt. Ein namentlich unbekannter Gärtner hatte sie gezüchtet und dem Kaufmann und Landwirt John Butler unter dem Namen „Fellside Hero“ (Held des Abhangs) übergeben. John Butler fand diese Kartoffel so gut, dass er sie nach dem kürzlich gekrönten König Edward VII umnannte, nachdem er vom König die Erlaubnis dazu eingeholt hatte.
John Butler (1850-1930) war ein Methodist, der in seiner Heimat Lincolnshire einen hervorragenden Ruf vorbildlicher Frömmigkeit genoss. Er handelte mit Stoffen und Lebensmitteln und war zeitweise auch Bauer, wobei die neue Kartoffelsorte ihm zu großem Erfolg verhalf. Mit seiner Frau Annie Buttrick hatte er elf Kinder. Nach seinem Tod stiegen seine Söhne John und Fred in das Kartoffelgeschäft ein.
Ich baue derzeit King Edward auf dem Balkon an.
Am Mittwoch der Karwoche kam King Edward an. Nach Anleitung habe ich die Knollen zunächst bei Zimmertemperatur aufbewahrt, um sie in Keimstimmung zu versetzen (das ist tatsächlich der Fachausdruck). Hier sieht man, wie sie sich wohlig räkeln und überlegen, ob man jetzt nicht mal könnte.
Am Karsamstag kamen sie an den kühlsten Ort der Wohnung zum Vorkeimen – sie sahen noch genau so aus und blieben in demselben Pappkarton.
So sehen sie jetzt aus:
Gestern habe ich mir aus dem zerlegten Ikea-Schrank im Keller eine passende Platte geschnitten und auf die beiden Hocker auf dem Balkon gelegt. Jetzt ist da noch mehr Platz.
Eine Schicht Erde kam noch darauf!
Nun habe ich die Kartoffeln in einen Kartoffeltopf und drei Pflanzsäcke auf dem Balkon gepflanzt und die Erde mit ökologischem Spezialdünger für Kartoffeln vermischt. Etwa ab 20. Juli werde ich hoffentlich ernten können. Kartoffeln und Tipps zum Anbau stammen vom Hof Jeebel, einem Biogartenversand mit zahlreichen alten Kartoffelsorten und vielem mehr.
Dann noch den Balkon fegen und die Nägel schrubben, und nun gibt es Tee aus marokkanischer Minze vom Balkon, selbstgemachtes Kichererbsenbrot und ein Vogelkonzert als Tafelmusik.
Auch aus Kichererbsen lässt sich Brot backen! Im Prinzip genauso wie aus Linsen. Auf ein Pfund roh eingeweichte und pürierte Kichererbsen kommen 100 g Hartweizengrieß, 100 g leicht gerösteter Buchweizen, anderthalb Tüten Backpulver, etwas Apfelessig, Salz und Kardamom. Gebacken habe ich dies erwa 80 Minuten. Zuletzt nehme ich das Brot aus der Kastenform und lasse es im ausgeschalteten Backofen gemächlich auskühlen.
Es ist mild und leicht nussig, für jeden Belag geeignet und äußerst delikat.
In jedem Brot ist die Gnade des allmächtigen Gottes verborgen.