Heute abend beginnt das Triduum Paschale – die Feier, die sich vom Gründonnerstag abends bis zum Ostersonntag morgens erstreckt. In der katholischen Kirche endet der Gottesdienst am Gründonnerstag – an dem wir die Einsetzung der Eucharistie und die Weihe und Sendung der Apostel als Priester feiern – anders als andere Messen, es ist ein offenes Ende ohne Sendung der Gemeinde. Der Karfreitag ist dann die Fortsetzung dieser Liturgie, am Karsamstag (der Grabesruhe Christi) schweigt die Kirche den Tag über und am Abend beginnt die Osternacht – wiederum als Fortsetzung dieser großen Feier. In der Osternacht und am Ostermorgen werden wir jubeln über den großen Sieg, den Christus errungen hat.
Dieser „lange Tag“ ist emotional anstrengend und zugleich wundervoll, und ich freue mich jedes Jahr besonders auf ihn. Heute abend wird die Orgel verstummen, morgen werde ich in der Karfreitagsliturgie singen. (Ein wenig Lampenfieber habe ich auch.)
Gründonnerstag
Melodie: GL 145
Beim letzten Paschamahle saß Jesus mit den Seinen,
und Seine Worte scheinen in unsre Welt als Licht,
Vermächtnis, Trost und Mahnung: So ist der Herr zugegen
auf allen Erdenwegen, das Wort verlässt uns nicht.
Er mahnte Seine Jünger: Wohl besser nie geboren,
als ganz und gar verloren und niemals mehr Ihm nah!
Doch wer bei Ihm will bleiben, wer Ihn noch liebt im Sterben,
der wird Sein Reich auch erben, dem sagt Er: Ich bin da.
Er machte sich zum Diener, dass wir einander dienen,
Er ist als Licht erschienen, dass jeder leuchten kann.
Er gab uns Seine Weisung als Prüfstein für das Handeln.
Wer so sich lässt verwandeln, wird frei von finstrem Bann.
Dann sprach Er Seinen Segen, den Dank für Gottes Güte,
für dieser Erde Blüte, und Dank für Brot und Wein.
„Mein Leib, für euch gegeben! Mein Blut, für euch vergossen!”
Wer dieses Mahl genossen, den lädt Er zu sich ein.
In Ihm ist Gott verherrlicht! Wir singen Seine Ehre,
doch wären wir wie Meere voll stetem Jubelklang,
und leuchteten wie Sonnen, und wie die Adler flögen,
genug wär kein Vermögen zu würdigem Gesang.
© Claudia Sperlich

































