Fasten und Beten

Angesichts der seltsamen Zeiten, die wir jetzt durchleben, habe ich die österliche Festzeit in kulinarischer Hinsicht nur acht Tage dauern lassen (von Ostersonntag bis zum Weißen Sonntag). Ich faste – genau wie in der Zeit von Aschermittwoch bis Karsamstag. Die Idee dazu kam mir schon in der Fastenzeit.

In der Gemeinde von Antiochia gab es Propheten und Lehrer: Barnabas und Simeon, genannt Niger, Lucius von Kyrene, Manaën, ein Jugendgefährte des Tetrarchen Herodes, und Saulus. Als sie zu Ehren des Herrn Gottesdienst feierten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Wählt mir Barnabas und Saulus zu dem Werk aus, zu dem ich sie berufen habe! Da fasteten und beteten sie, legten ihnen die Hände auf und ließen sie ziehen.
Apg. 13,1-3

Fasten ist nicht ein Mittel, Gott zu etwas zu bringen. Vielmehr ist es ein Mittel, sich selbst auf Gott zu konzentrieren. Hier, auf einer evangelischen Seite, ist sehr gut erklärt, was es mit dem Fasten aus biblischer Sicht auf sich hat. Ich habe hier ein wenig zum Thema Fasten geschrieben, außerdem verweise ich auf meine kleine Fastenzeit-Serie hier. Fasten, Beten, Almosen geben ist eine bewährte Dreiheit.

Sie stärkten die Seelen der Jünger und ermahnten sie, treu am Glauben festzuhalten; sie sagten: Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen. 23 Sie setzten für sie in jeder Gemeinde Älteste ein und empfahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn, an den sie nun glaubten.
Apg. 14,22-23

Fasten dient der Orientierung, dem Freiwerden von unnützem Krempel, für Gott – und auch der Solidarität mit den Armen. Jesus fastete, und die junge Kirche fastete vor wichtigen Beschlüssen. Die Kirche kennt nicht nur die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern, sondern auch der Advent ist ursprünglich eine Fastenzeit. Zudem gibt es das Quatemberfasten, ein viertägiges Fasten nach dem 1. Fastensonntag, nach Pfingsten, nach Kreuzerhöhung und nach dem Fest der Heiligen Lucia von Syrakus – daher der Merkvers „Nach Asche, Pfingsten, Kreuz, Luzei, gedenke, daß Quatember sei“. Es mag etwas seltsam anmuten, ein viertägiges Fasten in die Fastenzeit zu legen – das bedeutet einfach, daß die Quatembertage sehr strikte Fastentage waren, an denen es wirklich außer Wasser und Brot nichts gab. 1972 wurden die Quatember-Termine von der Deutschen Bischofskonferenz neu festgelegt: in der ersten Fastenwoche (Frühlingsquatember), der Woche vor Pfingsten (Sommerquatember), der ersten Oktoberwoche (Herbstquatember) und der ersten Adventswoche (Winterquatember); sie gelten nicht mehr als strikte Fastentage, sondern sollen der geistlichen Erneuerung dienen. Und möglicherweise gerade deshalb werden sie kaum noch beachtet! Geistliche Erneuerung ohne körperliche Bescheidung wäre den ersten Christen nicht in den Sinn gekommen und dem mittelalterlichen Christentum auch nicht.

Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
Lk. 2,36-37

Es gibt bei mir von Montag bis Samstag fettfreies, frugales Essen in simpler Zubereitung, und mir geht es gut damit. Daß ich dabei zudem mein Doppelkinn verliere, ist ein schöner Nebeneffekt, aber nicht der eigentliche Sinn der Sache. Daß ich ganz auf „Einkaufen aus Spaß an der Freude“ verzichte und nur noch einmal in der Woche einkaufe, war zunächst nur dem vernünftigen Verhalten in Coronazeiten geschuldet. Nun hat sich diese Methode aber bewährt, und Bewährtes möchte ich beibehalten – auch wenn ich hoffe, irgendwann das Ende von Corona mit meinen Freunden zu feiern.

Ich freue mich auf Pfingsten auch in kulinarischer Hinsicht. Aber mir ist klar, daß wir Pfingsten nicht die Herabkunft des gedeckten Tisches, sondern die Herabkunft des Heiligen Geistes feiern. Darauf freue ich mich noch mehr.

Und dann weiterfasten? So ist der Plan. Wie lange, weiß ich nicht – jedenfalls nicht länger als gut und richtig. Zur Zeit fühlt es sich gut und richtig an.

Weiterbeten werde ich auf alle Fälle.

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Messe – anders und gleich, seltsam und heilig

Ich darf wieder täglich die Heilige Messe mitfeiern – nicht nur das Streaming am PC. Ich bin glücklich darüber trotz allen Einschränkungen.

Um wirklich täglich zur Messe zu kommen, muss ich ein wenig mehr radfahren als vor Corona. Kein Problem für mich (vielmehr gut für meine Gesundheit). Für Gebrechliche, die auch gerne täglich zur Messe wollen, ist es eines. Für mich ist es nur etwas schwierig, nicht zu verschusseln, in welcher Kirche wann Messe gefeiert ist – es kam bereits vor, daß ich vor der „falschen“ Kirche stand, die gerade geschlossen war, während die Messe einige Kilometer weiter weg gefeiert wurde. Aber aus Fehlern lernt man ja in der Regel.

Problematischer ist die gleichzeitig notwendige Organisation meiner Arbeit; das muss eben irgendwie klappen. „Ora et labora“ ist eine besondere Anforderung, wenn man beides ernst nimmt. Die Zeiten der Messfeier richten sich nicht nach mir, die Arbeitszeiten (sowohl zum Putzen der Treppen als auch zum Schreiben) lassen sich irgendwie anpassen – aber dazu gehört viel Disziplin. Gleitende Arbeitszeit bei meinem Putzjob auf dem Friedhof könnte ich haben, will ich aber nicht, weil das mit ziemlicher Sicherheit zu größeren Disziplinproblemen führen würde. „Es muss irgendwie klappen“ ist mein Wahlspruch in Krisenzeiten, und damit resigniere ich nicht, sondern versuche einfach mein Bestes.

Sonntagsmessen gibt es nicht weniger, sondern mehr als früher. Leider sind sie nicht alle besonders gut besucht. Ich diene ein- bis zweimal wöchentlich bei der Einlasskontrolle und habe hier sehr gute Erfahrungen gemacht – die meisten Kirchgänger sind freundlich, denken von selber an ihren Mund-Nasen-Schutz und desinfizieren sich die Hände. Die baulichen Gegebenheiten, Akustik und Sitzmöglichkeit, sind in den beiden Kirchen, in denen ich diene, verschieden – in Heilig Kreuz kann ich im Vorraum problemlos die Messe mitfeiern, in St. Marien gelingt mir das nicht.

Der Psalm wird zur Zeit nicht von der Gemeinde respondiert, Choräle werden nicht gesungen – aber summen darf man (dabei produziert man weniger Aerosole als beim Sprechen), wenn der Organist einen Choral spielt. (Ein Tip zum Summen: wenn man dabei die Zähne so weit auseinanderbringt, wie das bei geschlossenen Lippen krampflos möglich ist, klingt es besser.)

Ein besonderer Dank an den Küster, der in Heilig Kreuz kurz für mich einspringt, damit ich zur Kommunion gehen kann.

Ich strecke die Arme weit nach vorne, die linke Hand auf der rechten, so platt wie möglich, damit der Priester mit der Hostienzange mein Hände nicht berührt. Das war gewöhnungsbedürftig, aber ich sehe es nun als eine ganz passende Geste. Wie ein Kind, das etwas unbedingt haben will und die Ärmchen danach ausstreckt. Der Herr liegt auf meiner Linken, mit der Rechten lüpfe ich den Mundschutz und nehme Ihn mit den Lippen auf. Meine Ehrfurcht ist nicht geringer als sie ohne Mundschutz war.

Die Zeit ohne Eucharistie ist vorbei – zumindest vorläufig. Eine neue Infektionswelle ist nicht unwahrscheinlich, und dann wird es wohl auch wieder strengere Regeln geben. Aber jetzt darf ich mein Gelübde leben, darf den Herrn empfangen. Das ist so wundervoll, daß die Abstriche nicht besonders ins Gewicht fallen. Übrigens gab es für mich auch in der Zeit ohne Messen die Möglichkeit, nach der Beichte die Eucharistie zu empfangen; das war eine besondere Gnade, Trost und Stärkung in schwieriger Zeit.

Zur Anbetung gehe ich ohne Probleme täglich. Das war nur zwei Wochen lang, während meiner Quarantäne, nicht möglich. Die in dieser Zeit gefassten Vorsätze bezüglich Gebetszeiten kann ich leider nicht so vollständig umsetzen, wie ich wollte. Aber immerhin kann ich mich daran ein wenig orientieren. Mein Gelübde ist mir so wichtig wie vorher. Dadurch, daß ich es nun einige Zeit nicht vollkommen halten konnte und in dieser Zeit tat, was eben ging – gestreamte Messen mitbeten, das Stundengebet pflegen, und zur stillen Anbetung sowie zur Beichte konnte ich ja -, habe ich womöglich noch besser begriffen, welchen unersetzbaren Schatz ich mit diesem Gelübde habe.

In den sozialen Medien beklagen sich viele, die Messe sei so „nicht würdig“. Händedesinfektion stinkt, Mund-Nasen-Schutz ist doof, Mundkommunion ist verboten, singen darf man nicht, da gehe man ja lieber gar nicht zur Messe.
Ehrlich? Man verzichtet auf den Herrn, weil die äußeren Umstände nicht passen? Die Eucharistiefeier ist keine Geschmackssache. Den Herrn um Sein Erbarmen bitten, Ihn preisen, Ihm danken – das geht auch mit Mundschutz und ohne Gesang. Die Wandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut des Herrn findet statt, auch wenn die Gemeinde Mund-Nasen-Schutz trägt und schweigt. Jesus Christus, Heilige und Engel sind bei jeder Messe anwesend – da sind die äußeren Umstände wirklich zweitrangig. Denken wir an die sehr verschiedenen äußeren Umstände der Priesterweihen und Primizmessen von Karl Leisner und Michael Los und an die unzähligen Christen, die wegen Krankheit oder Diktatur oder Priestermangel gar keine Messe feiern können, und danken wir für den Luxus, der uns in einer Messe auch in Coronazeiten umgibt.

Gebet und Messfeier sind ja auch wichtig für jene vielen, die eben nicht teilnehmen können – auch die in Quarantäne, die auf Intensivstationen. Für sie kann nicht genug gebetet und Messe gefeiert werden. Zur Messe gehen (nicht nur) in Krisenzeiten ist damit auch ein Akt der Solidarität. Vor allem aber ist es die Begegnung mit dem Eucharistischen Herrn, die Feier Seines Todes und Seiner Auferstehung, Trost und Freude. Wer das erlebt, kann Trost und Freude auch leichter weitergeben.

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Rosenkranzsammlung

Ich bin gar nicht aktiv Sammlerin. Aber irgendwie fliegen mir die Rosenkränze zu. (Dafür hat allerdings der Heilige Antonius, Schutzpatron der Schussel, ein kleines Extrazimmer voll mit von mir verbummelten Rosenkränzen, die er aus irgendeinem Grund nicht rausrückt. Aber das ist eine andere Sache.)

Rosenkranzsammlung

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Sancta Corona

Kein Weihrauch für den Kaiser, sagtest du.
Das war die Schuld, für die man dich gerichtet.
Im letzten Augenblicke hättest du
dich retten können durch ein Weihrauchkorn.

Doch du bist Jesus Christus treu geblieben.
„Er ist mein Herr – der Kaiser ist es nicht!”
Vielleicht war selbst der Gouverneur beeindruckt
von deinem Mut, von Jugend und von Schönheit.

Es half dir nichts. Selbst Gott schien nicht zu helfen.
Du warst zu einem Schreckenstod verurteilt.
Zwei Palmen bog man nieder, und die Wipfel
verankerte mit Ketten man im Boden –
und dann an diesen Ketten deine Arme.

Die letzte Chance, Gott zu widersagen:
„Dem Kaiser opfre, und du bleibst am Leben!”
Du wiederholtest nur: „Mein Herr ist Christus!” –
vielleicht mit Angst und Grauen in der Stimme,
doch ohne Zweifel. – Jetzt kommt das Kommando,
die beiden Anker werden rasch gelöst.

Die Palmen springen hoch, die Arme werden
nach rechts und links gerissen, ausgekugelt,
du über deinen Henkern wie gekreuzigt,
Gebrochne Rippen und zerstörte Lungen,
das Herz allein ist unversehrt geblieben.

Du ließest dich zerreißen für den Heiland,
nun darfst du ewig heil und heilig leben.

© Claudia Sperlich

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Ich bin Putzfrau – also sowas Ähnliches wie Priester.

Natürlich kann ich es aus eigenem Erleben nicht ganz vergleichen, da ich zwar u.a. Putzfrau, aber nicht Priester bin (und sehr glücklich, daß das auch nicht im Bereich des Möglichen liegt).

Aber die Ähnlichkeiten sind nicht von der Hand zu weisen.

Beides, Priester wie Putzfrau, sind dienende Berufe.

Ich sorge dafür, daß es dort, wo ich eingesetzt bin, sauber wird. Das hat zur Folge, daß alle, die sich dort aufhalten, mit größerer Freude dort sind als wenn es dreckig wäre.

Ein Priester hat dafür zu sorgen, daß die Lehre „sauber“, also unverfälscht, weitergegeben wird. Das führt ebenfalls zu größerer Freude.

Ich putze auch wirklich hartnäckigen und ekligen Dreck weg. Allerdings weiß ich, daß an genau der gleichen Stelle nächste Woche neuer Dreck haftet. Das macht mir nichts aus – ich kann ja nächste Woche wieder putzen.

Ein Priester hört Beichte. Er verhilft Menschen, deren Seelen durch Sünden verklebt und verdüstert sind, durch die Lossprechung zu einer blitzsauberen Seele. Dabei weiß er, daß die Seelen so sauber wie direkt von der Beichte kommend nicht bleiben werden. Auch wenn Sünde hartnäckig und eklig ist: er hört nächste Woche wieder Beichte.

Vermutlich sind sogar manche Fragen hier wie dort gleich. „Aber warum bist du gerade Putzfrau geworden?“ und „Aber warum bist du gerade Priester geworden?“ wird wohl oft im gleichen verständnislosen Tonfall gefragt.

Aber das Geld!

Eine in Vollzeit beschäftigte Putzfrau in Deutschland bekommt zwar weniger als ein deutscher Vikar, aber etwa anderthalb mal so viel wie ein französischer Gemeindepfarrer (der weit mehr als acht Stunden pro Tag arbeitet). Den indischen Priester überrundet sie schon mit einem Minijob spielend. Im Vergleich mit den katholischen Priestern auf der ganzen Welt stehe ich finanziell ziemlich gut da.

Damit wären wir auch bei einem wesentlichen Unterschied in der Beantwortung verständnisloser Fragen. Ich arbeite wegen des Geldes als Putzfrau. Wegen des Geldes wird man aber nicht Priester.

Natürlich gibt es noch weitere Unterschiede. Aber heute geht es mir um die Ähnlichkeiten. Besonders um diese:

Von dummen Leuten verachtet werden auch beide, die Putzfrau und der Priester.

Eigenlob stinkt (was Putzfrauen nicht dulden können), daher schließe ich mit einem exklusiven Lob an die Priester. Ein Hoch auf Euch! Ohne Euch sähe es düster aus. Und Dank sei Gott, der Euch berufen hat.

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Was nicht vergleichbar ist

Täglich teilt irgendjemand mir und der Welt mit, daß es Schlimmeres gibt als Corona (das stimmt) und daß deshalb Corona nicht schlimm ist (das stimmt nicht). Dazu werden Statistiken bemüht. Dabei wird dann gezeigt, daß es viel weniger Todesfälle durch Corona gibt als Todesfälle durch Krebs, Autounfälle oder Abtreibung. Dann wird unterstellt, daß Menschen, die Schutzmaßnahmen gegen Corona propagieren, nichts gegen Krebs, Autounfälle oder Abtreibung tun.

Gegen Krebs tue ich tatsächlich nichts. Also gar nichts. Null. Das liegt zum großen Teil daran, daß ich keine entsprechende Ausbildung habe. (Sollte sich allerdings herausstellen, daß das Putzen von Friedhofstoiletten gegen Krebs hilft, tue ich doch was dagegen.)
Gegen Autounfälle hilft, was ich in der Grundschule von einem freundlichen Polizisten gelernt habe: Augen auf im Straßenverkehr! Und nie bei Rot fahren. (Überhöhte Geschwindigkeit schaffe ich mit dem Fahrrad ohnehin nicht.) Ich bemühe mich darum. Daß ich dennoch aus fremder oder eigener Schuld von einem Auto totgefahren werden kann, ist klar; diese Möglichkeit lässt mich aber ruhig schlafen.
Der oft implizit geäußerte Vorwurf, Abtreibungen ließen mich kalt, ist eine dermaßen unverschämte Verleumdung, daß ich vielleicht nicht weiter darauf eingehen sollte – Dummheit gepaart mit Frechheit muss man nicht allzusehr beachten. Ich kann es trotzdem nicht lassen.

Halten wir fest: Es gibt weit mehr Abtreibungen als Coronafälle. Ja, das stimmt.
Und was daran ist vergleichbar?

1. Corona ist infektiös. Abtreibung nicht.
2. Corona ist eine Krankheit. Abtreibung ist ein Verbrechen.
3. Gegen Corona kann ich mich und andere bis zu einem gewissen Grade durch Abstandhalten, Maske und Händewaschen schützen. Gegen Abtreibung muss ich mich selbst nicht schützen und kann andere nur durch Aufklärung und Hilfe schützen, was sehr viel schwieriger ist als die gegen Corona wirksamen Maßnahmen.
4. Eine einzige Vergleichbarkeit gibt es: Man kann seinen Nächsten durch Corona ebenso zu Tode bringen wie durch Abtreibung. Nur ist die Beziehung und das Alter dieses Nächsten grundverschieden – hier der Nachbar mit schwachem Immunsystem, dort das Kind im eigenen Bauch.

Ich überlasse es dem Leser, die Vergleichbarkeit zwischen dem neuen, noch lange nicht vollständig erforschten Corona, gegen das es bislang kein Heilmittel gibt, und anderen Krankheiten oder Unfällen zu prüfen.

Kürzlich erreichte mich die Argumentation, es gebe ja so gut wie keine Todesfälle durch Corona in deutschen Krankenhäusern. Ja sicher. Deutsche Krankenhäuser sind gut ausgestattet, das Personal ist gut ausgebildet. Was aber in Zuschriften daraus gemacht wird, ist empörend unlogisch. Da wird in einem Brief auch schon mal aus „so gut wie keine“ ein „gar keine“, da werden elende Todesfälle verschwiegen, und vor allem wird großzügig übersehen, daß überall, wo strenge Regeln eingehalten werden, die Infektionskurve flacher wird, und überall, wo das nicht geschieht, die Infektionskurve steiler wird. Deutschland vor und nach den Lockerungen ist ein schönes Beispiel dafür.

Man kann davon ausgehen, daß durch Dummheit mehr Unfälle passieren als durch Bosheit. Nach dem vorliegenden Argumentationsmuster dürfte man demnach gegen Bosheit nicht mehr energisch vorgehen, solange die Dummheit nicht ausgerottet ist.

Schließlich an die fleißigen Veröffentlicher von Statistiken über verschiedene Todesarten noch ein Hinweis: Der implizite Vorwurf, wer sich und andere gegen eine Sache schützen möchte, lässt alle anderen unbeachtet, ist entweder sehr, sehr dumm oder sehr, sehr böse. Vielleicht auch beides.

Da ich von Diskussionen zu diesem Thema die Schnauze gestrichen voll habe, ist die Kommentarfunktion für diesen Artikel abgeschaltet. Ob ich sie für künftige Artikel wieder einschalte, weiß ich nicht.

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Freiheit, und zwar meine?

Gestern gab es zahlreiche Demonstrationen. Bei keiner wurden bestehende Regeln eingehalten. Es ging den Demonstranten um Freiheit, sagten sie, und sie sprachen sich gegen die Corona-Verordnungen aus.

Absolute Freiheit wäre nicht einmal einem Menschen möglich, der allein auf einer paradiesischen Insel lebt. Im Bemühen, sich selbst zu versorgen und zu schützen, würde er sehr schnell merken, wie bedingt die Freiheit kreatürlichen Lebens ist. (Wer je in der Freiheit einer lauschigen Sommerresidenz das Schlafzimmer mit einer Stubenfliege geteilt hat, weiß bereits, wie unfrei man sein kann.)

Sobald nun mehr als ein Mensch ein überschaubares Gebiet bewohnt, gibt es Konflikte, weil jeder die Freiheit des anderen in irgendeiner Weise beschneidet – meist nicht einmal absichtlich. So kann es bereits in einem sehr harmonischen Zusammenleben ein lästiger Einschnitt in die Freiheit sein, das Badezimmer mit jemandem zu teilen (vor allem, wenn die Blase drückt). Das wird aber kein vernünftiger Mensch als einen Aufruf zum Singledasein verstehen. Freiheit ist bedingt durch den anderen, erhält ihren Wert überhaupt erst durch diese Bedingtheit. Sonst wäre sie respektloser Egoismus.

Gesellschaft ist konfliktträchtig – je größer und vielfältiger, desto mehr. Ein ganzes Land mit Millionen von Menschen zu teilen ist zuweilen schwieriger, als ein Badezimmer mit einem Menschen zu teilen. Jedenfalls braucht es dazu mehr Regeln. In Demokratien ist das Versammlungsrecht ein Mittel, Konflikte auf friedliche Weise anzusprechen und an ihrer Überwindung zu arbeiten – sei es durch den Hinweis auf Mißstände, die Forderung nach Behebung derselben oder die Debatte über Möglichkeiten zur Behebung. Dabei darf auch benannt werden, was ein Teil der Gesellschaft als Mißstand empfindet, ein anderer (und möglicherweise größerer) aber nicht – die Grenzen sind sehr weit gesteckt. Verboten ist im Versammlungsrecht ziemlich wenig – u.a. die Vernichtung anderer Menschen zu fordern oder zu betreiben, und da ist der Gesetzgeber sehr streng: Verleumdung, bloße Androhung oder Verherrlichung von Gewalt, Verunglimpfung (auch von Toten) und vergleichbare Taten sind tabu.

In Konkurrenz mit dem Versammlungsrecht kann außerdem das Infektionsschutzgesetz stehen (und manche andere Verordnungen und Gesetze; so darf man nicht innerhalb einer Bannmeile demonstrieren). Das Infektionsschutzgesetz hat den Sinn, so viele Menschen wie irgend möglich vor der Infektion mit einem gefährlichen Krankheitskeim zu schützen – auch, aber nicht nur, eventuelle Demonstranten. Und damit wären wir wieder beim Versammlungsrecht. Körperverletzung ist verboten, und die mutwillige Verbreitung einer schweren Krankheit darf man als Körperverletzung in vielen Fällen ansehen.

Bis hierher habe ich die Nerven behalten und ruhig und sachlich erklärt, warum das Versammlungsrecht derzeit eingeschränkt ist. Ab hier ist es genug mit höflicher Sachlichkeit. Jetzt wende ich mich direkt an die gemeingefährlichen Wahnsinnigen, die unter dem Vorwand ihrer eigenen Freiheit dichtgedrängt auf dem Alexanderplatz und an anderen Orten demonstriert haben, und zwar nicht nur friedlich:

Ihr seid direkt, ohne irgendwelche Ausrede, an den leider wieder steigenden Fallzahlen von Covid19 mitschuldig. Ihr seid, Gott Lob und Dank, zu wenige und zu dumm, um die Alleinschuld an der Pandemie zu tragen – und was die Mitschuld angeht, sind viele von euch vermutlich aufgrund ihres defizitären Hirns vermindert schuldfähig. Aber ihr gehört eingesperrt. Alle. Und es ist mir gleich, ob ihr in der Klapsmühle oder im Knast landet, wenn man nur die Teile der Gesellschaft, die gerne ohne Corona leben wollen, vor euch schützt. Leid täten mir dabei die Gefängniswärter und Krankenpfleger.

So, das war meine Wahrnehmung der äußersten Grenzen der Meinungsfreiheit. Fühlt euch meinethalben beleidigt; wir können das, wenn nötig, vor Gericht klären. Jetzt wieder höflich und sachlich.

Die Freiheit, die von diesen Menschen beansprucht wird, ist ihre eigene Freiheit, zu tun, was sie wollen. Das ist ein pubertärer Freiheitsbegriff, der die Freiheit des anderen mißachtet und die eigene absolut setzt. Es ist als gesellschaftliches Phänomen der rücksichtslose Freiheitsbegriff einer Bisonherde, die plattrampelt, was ihr im Weg steht. Individuell ist es der Trotz eines Kindes, das auf seinem Recht besteht, zu wenig anzuziehen oder zu viel zu essen, und die Folgen (Erkältung und Bauchweh) nicht ohne Mamas guten Tee und Zuspruch erträgt. Nur daß es hier nicht um Erkältung und Bauchweh geht, sondern um ein potentiell tödliches Virus, das auch den Nachbarn killen kann, und um medizinisches Fachpersonal, das durch solche Menschen über die Grenzen des Erträglichen strapaziert wird.

Werdet erwachsen. Bleibt zu Hause.

Und noch ein Wort an die Justiz: Ich fordere nur ganz selten hartes Durchgreifen. Sehr oft finde ich dich zu streng, zu hart, finde, du könntest ruhig mal ein Auge zudrücken. In diesem Fall aber wäre ich sehr dafür, zumindest die hauptsächlichen Anführer dieser Rotten einzusperren. Unsere Gesetze geben es her! Wenn ein Koch dabei ist, umso besser, vielleicht hat das einen guten Einfluss auf die Versorgung im Knast.

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Gamarelli führt kein Aluminium!

Man kann über die Maßnahmenkataloge zur Corona-Krise streiten, man muss es sogar, um in demokratischer Weise auszutarieren, wie der Weg gehen soll. Aber es ist nicht zielführend, sich vor Beginn der Diskussion in Aluminiumfolie zu wickeln und „Sie wollen die Weltherrschaft!“ zu rufen.

Ich dachte bis vor kurzem, ein Mensch, der Theologie studiert und eine brillante kirchliche Karriere hinter sich gebracht hat, weiß das. Ich glaube immer noch, daß es in der Regel tatsächlich so ist. Aber es gibt prominente Ausnahmen.

Veritas liberabit vos! Die Wahrheit wird euch befreien! – das ist der Titel eines Aufrufs, den unter anderen die Kardinäle Sarah, Müller, Zen, Erzbischof Viganò (dem Vernehmen nach der Impulsgeber zu diesem Aufruf), Bischof Strickland sowie katholische Anwälte, Ärzte usw. unterschrieben. Einzig Kardinal Sarah hat seine Unterschrift widerrufen mit dem Argument, als Kardinal solle er sich in politische Dinge nicht einmischen. (Ich möchte den Aufruf hier nicht verlinken; er lässt sich leicht ergoogeln.)

Der Aufruf spricht von „Alarmismus“. Im zweiten Absatz heißt es:

Wir haben Grund zu der Annahme – und das auf Grundlage offizieller Daten der Epidemie in Bezug auf die Anzahl der Todesfälle – dass es Kräfte gibt, die daran interessiert sind, in der Bevölkerung Panik zu erzeugen. Auf diese Weise wollen sie dauerhaft Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen und der Verfolgung all ihrer Bewegungen durchsetzen. Diese illiberalen Steuerungsversuche sind der beunruhigender Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht.

Weltregierung, ich bitte Euch. Eine Mehrheit von Staaten, üblicherweise einander spinnefeind, findet sich in Ein- und Niedertracht zusammen, um die Welt zu knechten? Bitte, Leute.

Weiter ist von „Kriminalisierung persönlicher und sozialer Beziehungen“ die Rede. Das ist Unfug. Persönliche und soziale Beziehungen sind nicht kriminalisiert, sondern ihre Ausdrucksformen sind eingeschränkt. Wir haben gerade mit einer Pandemie zu tun, die Fallzahlen steigen immer noch; es ist nicht ratsam, sich von seinen möglicherweise symptomlos infizierten Enkelchen umarmen zu lassen. Mit wem ich befreundet bin, mir schreibe, telephoniere etc. ist immer noch meine Angelegenheit und nicht im mindesten „kriminalisiert“.

Ich habe keine Lust, jeden einzelnen Punkt des Aufrufs öffentlich zu widerlegen (schon gar nicht jene Punkte, in denen die Eminenzen und Exzellenzen das esoterische Gedankengut von Impfgegnern teilen). Ich sehe nur mit Entsetzen, daß hier eine Spaltung im Gang ist, und zwar durch hochrangige katholische Geistliche angekurbelt. Auch wenn es nur wenige sind und ein eventueller Riss nach ihrem Weggang schnell wieder geflickt sein wird, ist das ein Schaden für die Kirche. Was da zu tun ist, habe ich kürzlich erläutert.

Ach ja: die Kirche und der böse, böse Staat, der die Sakramente verbietet!
Die Klügeren des Staates und die Weiseren der Kirche haben sich darüber verständigt, mit welchen Kompromissen Christen vorläufig leben müssen. Diese Verständigung hätte sicher besser sein können (sagt eine, die daran ebenso wenig beteiligt war wie die Autoren jenes Aufrufs und daher leicht reden hat). Aber sie fand dennoch statt und führte dazu, daß wieder öffentliche Messen gefeiert werden. Mit hohen Auflagen, um einen galoppierenden Fortgang der Pandemie nach Möglichkeit zu vermeiden. Wie hohe Auflagen notwendig sind, wie geringe Auflagen noch ausreichen – das muss austariert werden, und dabei ist wünschenswert, daß es nicht zu einer Häufung von Infektionen kommt. Aus dem Bemühen um das Lebenlassen der Gläubigen eine Verschwörungstheorie zu stricken, ist unwürdig und (sofern der Stricker ein gebildeter Mensch ist) boshaft.

An alle, die den Eucharistischen Herrn für ein Zaubermittel gegen Infektionen halten: Dem widerspricht Thomas von Aquin. Und wenn ich zwischen der Ansicht eines Viganò und der des Aquinaten zu wählen habe, halte ich mich an den Bewährten.

Si vero venenum ibi adesse deprehenderit immissum, nullo modo debet sumere nec alii dare ne calix vitae vertatur in mortem.
Wird erkannt, [dem konsekrierten Wein] sei Gift hineingemischt worden, so darf der Priester das ja nicht nehmen und keinem anderen geben, damit der Kelch des Lebens nicht zum Anlasse des Todes werde.
Summa Theologica III,83,6

Zu meinem Dienst in und an der Kirche wird demnächst auch gehören, Gottesdienstbesucher zu zählen, ihre Namen aufzuschreiben und darauf zu achten, daß sie Abstand halten. Zwei andere Möglichkeiten gäbe es: entweder die Kirchen geschlossen zu lassen oder seelenruhig zuzusehen, wie dicht an dicht sitzende und singende Gläubige ein potentiell tödliches Virus in die Reihen der Hochrisikopatienten pusten. Bei uns hat die Kirche sich in Absprache mit dem Staat für die Methode „kontrollierter Zugang“ entschieden. Ich kann daran nichts Verwerfliches finden.

Mir ist klar, daß ich durch meinen Ordnerdienst bei einigen Menschen sehr unbeliebt werde. Das tut mir leid, aber nicht so sehr, daß ich diesen wichtigen Dienst nun aufgebe. Daß allerdings zu jenen mir bald feindlich Gesonnenen auch Hirten meiner Kirche gehören, ist schmerzlich. Ich möchte von den Hirten durch Gebet und solide Katechese unterstützt, nicht aber durch Verschwörungsgeschwurbel entnervt und diffamiert werden.

Ein letzter Hinweis an die betreffenden Hirten. Bei Gamarelli, dem berühmten Geschäft für klerikale Kleidung, gibt es zahlreiche wundervolle Materialien: Seide, Leinen, Baumwolle, Samt, Spitze, Stickereien, Leder, ja selbst Metallwaren wie Gewandschließen und Bischofsringe – aber Aluminiumhüte, -pileoli oder -mitren führt das Haus Gamarelli nicht.

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Die Autorenexemplare sind da!

Und nun weiß ich sicher – schön ist dies Buch geworden!

Rosenkranz-Sonette

ROSENKRANZ-SONETTE – 33 Sonette über den Rosenkranz nebst den Bibelstellen, auf die sie sich beziehen, sowie zwölf Photos aus Maryse Fritzsch-Thillens‘ Rosenkranz-Atelier.

Ich hatte bis zuletzt Angst, daß die Bilder im Druck nicht so schön werden – sie sind aber perfekt.
Jetzt muss es nur noch gekauft und gelesen werden.

Kaufen kann man es bei mir, solange der Vorrat reicht,
bei tredition (Journalisten und Blogger können dort auch Rezensionsexemplare bekommen),
im lokalen Buchhandel auf Bestellung
und wenn es sein muss, natürlich auch bei den Amazonen. (Aber wer macht denn sowas.)

Paperback 10,00 € / ISBN 978-3-347-05506-3
Hardcover 16,00 € / ISBN 978-3-347-05507-0
e-book 3,99 € / ISBN 978-3-347-05508-7

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An die Demonstranten vorm Bundestag

Ja dann demonstriert halt!
Aber dann bitte auch mit Musik zu dem unsäglichen Pamphlet, das mir kürzlich vor Augen geriet. (Das muss man im Hintergrund laufen lassen und dabei den folgenden Text lesen. Es wirkt gegen jede Art von schlechter Laune.)

jaquelinekaempft

Es ist echt. Es ist wirklich, wirklich echt! Der Tip mit der Hintergrundmusik stammt von einer Freundin, und das brachte mich natürlich wieder zum Dichten. Ich kann nicht anders.

Berliner, hört! Im Zorne bebend!
Ihr Brandenburger, hört mich auch!
Und überhaupt: In Deutschland lebend!
Boah, hab ich eine Wut im Bauch!
Sammeln wir uns doch zum Zeichen,
das wir selbst sind – und bestimmt!
Daß uns von unserm Hirn, dem weichen,
niemand eine Unze nimmt!
Völker, hört unser Nölen,
auf zum letzten Gefecht!
Vorm Bundestag wir grölen,
wir sind so krass im Recht!

Das Virus ist bloß vorgeschoben,
es kann uns niemals gar nix tun!
Wir sind kein Vieh, und wir geloben,
nur ausnahmsweise laut zu muh’n!
Nur um Merkel zu erschrecken,
brüllen wir ins Megaphon,
um die Verschwörung aufzudecken,
lassen wir die Vernunft heut ruh’n!
Völker, hört unser Nölen,
auf zum letzten Gefecht!
Vorm Bundestag wir grölen,
wir sind so krass im Recht!

Wir kriegen’s niemals mit der Lunge,
und auch mit Herz nicht und mit Hirn!
Wir kommen her mit großem Schwunge,
um die Verschwörung zu entwirr’n.
Wir sind die immune Herde,
und wir brauchen keinen Hirt!
Denn nicht Malaise, nicht Beschwerde
hat uns je den Kopf verwirrt.
Völker, hört unser Nölen,
auf zum letzten Gefecht!
Vorm Bundestag wir grölen,
wir sind so krass im Recht!

Wenn wir als Helden untergehen
und keine Knechte werden nicht,
dann mögen andere sich sehen
als Revoluzzers Weltgericht!
Wenn auf Intensivstationen
wir erliegen Atemnot,
wird frei das Bett, so wird sich lohnen
unser Kampf bis in den Tod!
Völker, hört unser Nölen,
auf zum letzten Gefecht!
Vorm Bundestag wir grölen,
wir sind so krass im Recht!

© Claudia Sperlich

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