Sonntagshörnchen

Die neue Futterstation hat den Vorzug, daß ich höre, wenn Hörnchen zum Essen kommt. Es klappert deutlich, wenn es den Deckel bewegt. Ich weiß also, wenn ich wieder mal auf den Balkon gucken muss – vorsichtig natürlich, vom Zimmer aus, Hörnchen bleibt mißtrauisch. Ich werde es wohl mit allen Haselnüssen der Welt nicht dahin bringen, mit mir gemeinsam auf dem Balkon zu speisen.

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Lang lebe mein Patenkind!

In den letzten Tagen habe ich mich im Zusammenhang mit mehreren sehr, sehr dummen Aktionen von Menschen, die sich für katholisch halten, den Rahmen der katholischen Kirche aber bereits verlassen haben, zu viel geärgert.
Das war vielleicht nicht vermeidbar. Aber ich will hier nicht den Eindruck entstehen lassen, daß die Kirche wesentlich aus Ärger besteht.

Ich war knappe zwei Tage bei meinem Patenkind und ihrer Mutter. Das heißt: Ich war bei einer lieben Freundin und ihrem achtzehn Monate alten Töchterchen. Die Kleine geht jetzt sehr viel, lernt Treppen steigen, versteht eine Menge (auch wenn sie noch nicht spricht), und gestern und heute kam sie in besonderer Weise auf mich zu. Heute habe ich sogar ein Stück Weges mit ihr und ohne die Mutter zurückgelegt, und die Kleine war ganz zufrieden. (Vielleicht hat sie auch nicht gemerkt, daß jemand anders als Mama den Buggy schob. Aber egal.)

Sie lässt sich von mir auch schon mal auf dem Arm halten oder sitzt auf meinem Schoß. Sie hört mir aufmerksam zu, wenn ich ihr ein Gedicht rezitiere oder irgendwelchen Unfug erzähle. Sie gibt mir Dinge in die Hand, damit ich sie begutachte. Beim Auspacken von Einkäufen, die sie ihrer Mutter geben sollte, hielt sie jedes Objekt erst mir vor Augen und gab es dann der Mutter. Ich sollte einfach genau Bescheid wissen!

Ihre Eltern sind fromme Katholiken, und sie wächst auf eine frohe und unverkrampfte Art in den Glauben hinein. Sie ist gern in der Kirche. Sie freut sich an kindlich aufbereiteten biblischen Erzählungen. Sie freut sich überhaupt gern und viel, und manchmal hat sie ein genauso spitzbübisches Lachen wie der Herr Papa.

Ich möchte nicht, daß die Kirche, in die dies Kind hineinwächst, durch modernistische Flausen kaputtgemacht wird. Aber im Grunde ist diese Gefahr gerade durch die Existenz dieser kleinen Familie geringer geworden. Möge das Mädchen und möge die Familie weiter wachsen und gedeihen.

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Maria, Magd, Königin

Ein Kommentator gab zu meinem vorigen Artikel zu bedenken:

Seit 1900 werden über 600 Erscheinungen gezählt.
In (fast) jeder Predigt wird Maria (ganz wie es passt) als „stille, gehorsame Dienerin“ (anders als die Weibsen von „Maria 2.0“) oder als die Himmelkönigin und Mittlerin aller Gnaden beschworen.

Kurz habe ich schon dort geantwortet. Hier meine ausführliche Antwort.

Zeit und Häufigkeit

Ein bemerkenswerter Artikel auf der Seite der Karl-Leisner-Jugend befasst sich mit der Häufung von Marienerscheinungen seit 1830 (nicht erst 1900). Der Autor erklärt, daß seit diesem Zeitpunkt Maria den Menschen, denen sie erscheint, keine nur persönliche Nachricht bringt, sondern regelmäßig eine Botschaft an die Welt. Er verbindet das mit den gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen seit 1830, die die Kirche stark (und zum großen Teil unheilvoll) beeinflussten. Interessant ist hierbei, daß ein besonderer Schwerpunkt all jener Erscheinungen auf Mariens Freiheit von der Erbsünde liegt.

Ob seit 1900 sechshundert Marienerscheinungen gezählt werden, überprüfe ich hier nicht. Eindeutig werden mehr Marienerscheinungen berichtet, als hinterher von der Kirche tatsächlich anerkannt werden. Seit 1830 sind vierzig Marienerscheinungen von der Kirche ausdrücklich nicht anerkannt worden (d.h. sie sind entweder erwiesenermaßen unwahr oder äußerst zweifelhaft ohne Möglichkeit, diese Zweifel zu bereinigen). Zahlreiche Erscheinungen, darunter die in Medjugorje, sind noch nicht abschließend beurteilt. Bei Medjugorje ist interessant, daß die Echtheit der Erscheinungen aus mancherlei Gründen angezweifelt werden darf (nicht muss!), dennoch aber Medjugorje ein Ort zahlreicher Bekehrungen und großer echter Frömmigkeit ist. Sollten die Erscheinungen erfunden sein, so beweist das nur, daß der Satan (Vater der Lüge) von der Allerseligsten Gottesmutter übertrumpft wird: Sie erschien dort möglicherweise nie, aber sie lässt die Frömmigkeit blühen.

… in (fast jeder Predigt

Ich gehe davon aus, daß ich mehr Predigten gehört habe als der Kommentator. Und ich sage: Hier irrt er.

Dienerin

Lukas beschreibt die Verkündigung an Maria. Wir sind gewohnt zu sagen, sie habe zugestimmt. Dagegen scheint zu sprechen, daß der Engel ihr schlicht gesagt hat, sie werde den Sohn des Höchsten gebären – nicht, daß sie eine Wahl habe. Aber tatsächlich stellt sie nach der großartigen Ansage des Engels nur eine sachliche Frage: „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ Sie hört die Erklärung des Engels: Heiliger Geist werde das bewirken. Und darauf sagt sie nicht „Oh, das passt jetzt aber schlecht“, oder „Muss das wirklich sein?“, oder „Meine Nachbarin ist viel lieber als ich, geh doch zu ihr“, oder schlicht „Der Herr verschone mich damit“ – sondern: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ – Also: „Ja.“
Der griechische Urtext ἰδοὺ ἡ δούλη κυρίου lässt sich wörtlich übersetzen: „Siehe die Sklavin des Herrn.“ Maria unterwirft sich völlig. Das geschieht nicht aus dumpfer Gedankenlosigkeit; im Magnificat wird sie wenige Tage später beweisen, daß sie mit der Bibel vertraut genug ist, um das Lied der Hanna zu zitieren, und zugleich die poetische Phantasie besitzt, ein neues, authentisches Lied zu dichten.
Maria ist demütige Magd des Herrn.

Himmelskönigin

Schon durch die Anrede des Engels wird Maria als einzigartig herausgestellt. Er beginnt:

Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mir dir.

Auf ihr Erschrecken wiederholt er das in etwas anderen Worten:

Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden.

Wenig später geht sie zu Elisabet. Die spürt eine starke Kindsbewegung (würde ein Gynäkologe sagen) und ruft „vom Heiligen Geist erfüllt“ aus:

Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

„Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.“ Diese Gleichsetzung macht Maria nicht zur Göttin (die in Konkurrenz zu ihrem Sohn stehen müsste), sondern bestätigt, daß auf ihr die gleiche Segensfülle ruht wie auf dem ungeborenen Jesus (zu dieser Zeit noch im Morula-Stadium).

In der Offenbarung des Johannes wird der Kampf eines Drachens (Symbol für den Teufel) gegen eine Gebärende und deren Sohn beschrieben. Der Sohn wird in den Himmel entrückt. Die Frau ist mit überragenden königlichen Attributen ausgestattet – die Sonne als Kleid, der Mond als Fußschemel oder Thron, eine Krone aus Sternen. Viel ist über diese Vision gerätselt worden. Aber bitte: Eine Frau, auf deren Sohn der Teufel es in besonderer Weise abgesehen hat, dieser Sohn soll über alle Völker herrschen und wird zu Gott entrückt – wer soll denn diese Frau sein, wenn nicht Maria? Und wenn sie in dieser Vision als Königin des Himmels gesehen wird, dann ist sie das eben. Wenn Gott sie mit Sternen gekrönt hat, wer bin ich, ihr diese Krone vom Kopf zu reißen?

Mittlerin der Gnaden

Mittlerschaft ist Marias Stellung und Aufgabe. Sie bringt den Heiland zur Welt, ist ihm mütterlich verbunden. In Kana ist sie Vermittlerin, indem sie ihren Sohn anspricht, als der Wein ausgegangen ist. Weil die Begnadete den Herrn – der die Gnade selbst ist – empfangen und geboren hat, kommt ihr diese Bezeichnung zu. Sie ist in der Schwangerschaft ganz wörtlich „voll der Gnade“ und bleibt es im geistlichen Sinne für immer.

Magd des Herrn, Gottesmutter, Himmelskönigin, Mittlerin der Gnaden, bitte für uns.

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Und was kann ich tun?

In den letzten Tagen ist viel geschrieben worden über die Forderungen nach Aufhebung des Zölibats und nach Weiheämtern für Frauen und darüber, daß diese Forderungen von der Deutschen Bischofskonferenz deutlich unterstützt werden – die DBK sich mithin in der offenen Revolte gegen Rom befindet.

Neu ist das alles nicht; die „Streikaktion“ einiger Frauen ist kein so unerhörtes Geschehen, wie es durch die derzeitige Präsenz im Internet scheinen mag – eigentlich sind diese Forderungen alle schon ziemlich altbacken. Dennoch ist es bedenklich, wie beglückt zahlreiche Geistliche und Würdenträger diese Aktion unterstützen.

Ich habe keine Lust, die Einzelheiten hierüber sowie die Gründe für den Zölibat und für die Verschonung von Frauen hinsichtlich der Priesterweihe an dieser Stelle auszuführen. Was die Priesterweihe angeht, werde ich zum Thema „Warum es keine katholischen Priesterinnen gibt“ am 24. September in der Arche Potsdam sprechen.

Nur so viel: Ich lese immer wieder, daß „nicht Priesterin sein dürfen“ frauenfeindlich ist. Ich habe noch nie gelesen, daß der Mangel an Kanalarbeiterinnen, Hausmeisterinnen, Tatortreinigerinnen oder Bohrinselarbeiterinnen frauenfeindlich sei. Liegt es vielleicht ein bißchen an Einkommen und Prestige?

Weiter will ich an dieser Stelle auf das Warum gar nicht weiter eingehen – sondern nur darauf, was ich als Frau und Laie tun kann, um der Kirche zu helfen.

Zunächst natürlich: Ihr angehören – nicht nur auf dem Papier, sondern mit Herz und Seele. Teilhaben an der Braut Christi, Ihm bräutlich zugewandt sein. Das bedeutet, Jesus Christus zu lieben, den Dreieinen Gott zu lieben, Seinen Willen zu tun, so gut ich es verstehe, und wo mir das aus eigener Schuld nicht gelingt, im Sakrament der Beichte um Heilung und Vergebung zu bitten.

Zahlreiche Möglichkeiten der Laienberufung – und damit auch der Frauenberufung – habe ich hier auf Radio Horeb vorgestellt.

Meine Berufung als Christin habe ich gefunden. Das ist zunächst einmal das Schreiben (als Teil der allgemeinen Berufung) und dann ein persönliches Gelübde, nach dem ich nun seit zweieinhalb Jahren lebe, das am 27. November, nach drei Jahren, ausläuft und das ich dann, so Gott will und ich lebe, erneuern werde – für immer.

Man kann seine Berufung nur finden, indem man auf Gott hört. Nicht, indem man Seine mystische Braut, die Kirche, mißachtet oder Seine Mutter Maria instrumentalisiert. Hoffnung bezüglich derer, die eine vollständige Umkrempelung der kirchlichen Lehre fordern, macht mir meine eigene Erfahrung – Gott kann sich recht überfallartig äußern.

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Mutter Gottes, Mutter der Menschen, Mutter der Kirche – ohne 2.0

Ein schon älteres Gedicht von mir über die Allerseligste:

Mariä Vollendung

Sie hat das Wort das Sprechen gelehrt.
Er, das fleischgewordene Wort,
Er, der lehrt in bildhaftem Wort,
lernte die ersten Menschenworte,
Imma, Abba,
von Seiner Mutter Maria.

Sie hat den Weg das Gehen gelehrt.
Er, der Weg, der zum Vater führt,
Er, der vorangeht auf steilem Weg,
lernte die ersten Menschenschritte,
tappend, stolpernd,
von Seiner Mutter Maria.

Sie hat die Wahrheit den Glauben gelehrt.
Er, der die Wahrheit kennt wie sich selbst,
Er, der die Wahrheit tut und lehrt,
lernte die übermenschliche Wahrheit,
Gott ist einzig,
von Seiner Mutter Maria.

Sie hat das Leben ins Leben gebracht.
Er, der das Leben für alle gab,
Er, der für unser Leben lebt,
suchte das Leben in ihrem Leib,
ihren Brüsten,
aus Seiner Mutter Maria.

Sie war ganz Magd. Sie gehorchte dem Wort,
sie ging den Weg, den ihr Gott hat bestimmt,
sie gab der Wahrheit in sich ein Zuhaus,
Sie trug das Leben und ging mit Ihm,
bis zum Kreuze,
sie wurde Mutter der Kirche.

Sie war ganz frei von ererbter Schuld.
Sie war durch nichts je getrennt von Gott.
Wie sie ihr schlafendes Kind einst trug,
trug nun die Liebe sie aus dem Tod
in den Himmel,
Mutter des Lebens, Maria.

© Claudia Sperlich

An ihrem Gehorsam, ihrer Demut und Liebe will ich mich orientieren. Updaten muss ich nicht sie, sondern mich – das geschieht durch Kommunion, Gebet, Gewissensprüfung und Beichte. Das geschieht zu einem wesentlichen Teil in der Kirche, nicht davor. Ich kann es nur wärmstens empfehlen. Es führt zu magnificatisch jubelnder Freude.

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Abtreibung und Turbokapitalismus

Ein Artikel der FAZ informiert über horrende Abtreibungszahlen in Osteuropa und eine noch horrendere Akzeptanz der Abtreibung in Nordeuropa. Darunter gibt es Kommentare für und wider ein „Recht“ auf Abtreibung. Der Kommentar eines Mannes fiel mir besonders ins Auge:

Solange für Kriegswaffen mehr Geld ausgegeben werden als für die Kinderkrippen, – garten, -horte ausgegeben wird und diese nicht 24 h offen und kostenlos sind, solange sollten Abtreibungen erlaubt sein. Solange nicht Frauen nicht gleich nach der Geburt wie eine Rabenmutter behandelt werden, wenn sie gleich zur Arbeit zurückkehren, solange wird noch zu wenig abgetrieben. Ich bin gerne bereit mehr Steuern für die Kinderbetreuung zu zahlen, damit Mütter ihre Kinder zur Welt bringen können und größerere Wohnungen zur Verfügung gestellt bekämen. Aber das ist ja nicht garantiert, von dem her ist Abtreibung die einzige Lösung, um der Armutsfalle für ältere Frauen zu entfliehen. Alles andere, insbesondere die der radikalen Katholiken, Evangelikalen, Islamisten und anderer rechter Gruppen ist verlogen. Wer Frauen nicht die Wahl lässt zwischen ausgezeichneter kidnerfreundlicher Gesellschaft und entsprechende sozialer Versorgung, der muss mit Abtreibungen leben

Zunächst mal: Daß für Kriegswaffen mehr Geld ausgegeben wird als für alles, was Kindern und Müttern helfen kann, ist selbstverständlich schlimm. Aber die Aussage „Solange viel zu viel Geld für Kriegswaffen und viel zu wenig für Kinder ausgegeben wird, ist es besser, Kinder zum Abschuss freizugeben“ ist erkennbar unsinnig. Sodann ist im Islam eine besondere Affinität zum Schutz Ungeborener und zu Arbeitsstellen für Mütter nicht unbedingt erkennbar.

Im übrigen verlangt der Kommentator nicht weniger als dies: Sobald eine Frau geboren hat, am besten noch im Wochenbett, spätestens aber nach dem Verlassen der Entbindungsstation, hat sie dem Arbeitsmarkt voll und ganz zur Verfügung zu stehen. Wer das nicht gut findet, ist ein schlechter Mensch. Wir verkaufen das übrigens als „Freiheit der Frau“.

Der alte Satz „Kapitalismus tötet“ ist viel zu schwach. Tatsächlich mordet Kapitalismus Kinder, zerstört die Seelen der Mütter und macht Männer extrem dumm – bis hin zum Verfassen solcher Kommentare wie den zitierten.

Nur wer sich gegen den herrschenden Turbokapitalismus wehrt, darf eventuell als Kinderfreund und Verfechter der Emanzipation bezeichnet werden.

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Hörnchen begreift die Hörnchenstation

Um eine Hörnchenstation zu öffnen, braucht man Hände oder Pfötchen. Tauben und Krähen können das nicht. Und so nett ich die dicken Ringeltauben finde, sie wurden mir zu dreist – von Nebelkrähen ganz zu schweigen. Für die kleinen Singvögel werde ich eine andere Möglichkeit finden; vorerst sind sie im Garten gut versorgt.

Nun stellten sich die Hörnchen aber etwas dumm an. Sie begriffen nicht, wie man eine Futterstation öffnet. Eine Weile stellte ich das offene Häuschen und die Futterstation nebeneinander, mit dem Erfolg, daß sie nur an das offene Häuschen gingen. Dann klemmte ich ein Stück Holz so in die Klappe der Futterstation, daß sie ein bißchen weiter aufblieb. Tatsächlich wurde das Futter dann weniger, und heute früh sah ich, daß ein Hörnchen sich daran zu schaffen machte. Ich nahm das Holz wieder heraus, füllte das offene Häuschen nicht mehr, und siehe da – Hörnchen hat nicht nur verstanden, wie die Futterstation funktioniert, sondern findet das leere offene Futterhäuschen nun so deutlich schlecht, daß es etwas darauf hinterlässt.(Das hat es wirklich noch nie getan!)

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Die Futterstation funktioniert!

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Hinterher bringe ich die Futterstation noch besser an.

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Ewiges im Provisorium: Ein Buch zum Grundgesetz

Bücher sind beliebte Geburtstagsgeschenke, und wenn ich mir ein personifiziertes Grundgesetz vorstelle, eine rüstige 70jährige Constitutio, sehe ich sie fröhlich lächeln ob des Geschenkes, das der bloggende Philosoph und Christ Josef Bordat ihr macht. „Ewiges im Provisorium. Das Grundgesetz im Lichte des christlichen Glaubens“ ist für Menschen, die sich nicht von Berufs wegen mit Rechtsphilosophie beschäftigen, nicht eben leichte Bettlektüre, aber höchst lesenswert ist es auf jeden Fall.

Josef Bordat analysiert den Sinn des Gottesbezugs in der Präambel des Grundgesetzes: „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,
von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“

Das Buch ist in sieben Kapitel gegliedert, jedes mit mehreren Unterkapiteln und einer Schlußfolgerung. Das Kapitel GRUNDLAGE ist eine Abhandlung über die Entwicklung des Naturrechts in Deutschland seit dem 17. Jh.; Bordat zeigt die besondere Problematik des so wichtigen wie nicht völlig definierbaren Begriffs der Menschenwürde. Er stellt klar, daß das „Kernproblem der Naturrechtsthematik, die Letztbegründung der Verbindlichkeit des Rechts“ bestehen bleibt, und auch, daß die Geschichte des 20. Jhs. zeigt, zu welchen Schrecknissen eine Entfernung vom Naturrechtsgedanken führt.

Im Kapitel GOTT stellt Bordat zunächst die ordnende, Regeln und Rechte schaffende Kraft der Religionen vor und zeigt den Gottesbezug in zahlreichen modernen Verfassungen. Er erklärt, wie nach der Nazidiktatur der Parlamentarische Rat für ein verbindliches Grundgesetz etwas „auch dem totalen staatlichen Zugriff entzogen“ Bleibendes brauchte, ein „ewiges, überpositives, rational nicht feststellbares Sein“. Mit dem Gottesbezug wurde klargestellt, daß jedes Rechtswesen Menschenwerk und damit fehleranfällig ist, daß es also auf eine absolute Größe rekurrieren muss, weil es selbst nicht absolut sein kann. Jedoch muss es absolute Einzelrechte geben (wie die im folgenden Kapitel abgehandelte WÜRDE), die sich einer absoluten, überweltlichen Größe verdanken. Ohne Gottesbezug ist die Menschenwürde nicht zu verteidigen. Auch das Gewissen ist nur auf dieser Grundlage als dem Staat entzogen und übergeordnet denkbar.

Das Kapitel LEBEN zeigt zunächst die biologische Definition von Leben (von lebensfähiger Zygote bis zum natürlichen Tod) und stellt klar: Menschliches Leben ist lt. Grundgesetz vom Staat zu achten und zu schützen, und zwar ausdrücklich in jedem Stadium. Hier behandelt Bordat ausführlich das Problem der Abtreibung. Der Schutz menschlichen Lebens ist ihm ein offensichtliches Anliegen, das er völlig unsentimental darlegt. Dabei hält er offenbar Strafen für ein ungeeignetes Mittel im Kampf gegen Abtreibungen, plädiert aber für Gewissensbildung. „Wünschenswert wäre es, daß Frauen und Männer zu dem Zeitpunkt eine Entscheidung treffen, zu dem Dritte noch nicht betroffen sind. Idealerweise ist das die Entscheidung für oder gegen Geschlechtsverkehr. Hier gilt in der Tat Selbstbestimmung und größtmögliche Freiheit.“ (Hervorhebung im Original)
Überraschend, doch bei genauem Nachdenken einsehbar ist hier, daß der engagierte Lebensrechtler zugleich das irrende Gewissen nicht strafwürdig ansieht. Er wünscht eine keinesfalls „ergebnisoffene“ Beratung bei Konfliktschwangerschaften, aber zugleich Toleranz bei den für das Kind tödlichen Entscheidungen, wenn nach einer umfassenden, sachlichen und lebensbejahenden Beratung ohne „Schein“ eine Frau immer noch die Abtreibung will. Dann „kann und soll, ja, dann muß man diese Entscheidung tolerieren, also: erdulden, erleiden, ertragen. Nicht: gutheißen, befördern, zur Norm selbst erheben. Aber: tolerieren. Etwas anderes gibt weder unsere Rechtsordnung noch die christliche Morallehre her. Letztere verpflichtet uns auf die Liebe. Und die wird sie brauchen, die Frau. Und auch der Vater des Kindes.“ (Hervorhebung im Original)

Das Kapitel FREIHEIT behandelt Gewissens-, Glaubens- und Religionsfreiheit, ihre Notwendigkeit und ihre Grenzen. Das folgende Kapitel KIRCHE räumt unaufgeregt und sachlich mit den gängigsten Vorurteilen gegenüber dem Verhältnis von Staat und Kirche auf.

Das abschließende Kapitel ZUKUNFT zeigt Staatsziele als Entwicklungsfeld auf und zeigt ihre Berechtigung, aber auch ihre Problematik, wenn sie zu Kompetenzüberschreitungen (besonders hinsichtlich der Kindererziehung) und Unübersichtlichkeit eines wachsenden Grundgesetzes führen.

„An der Menschenwürde, dem Lebensrecht und dem Prinzip der Freiheit darf niemals gerüttelt werden, dahinter geht es nie mehr zurück! Und: Dabei muß es bleiben – nicht nur in den nächsten siebzig Jahren.“

Ich habe das Buch mit Gewinn gelesen und kann es jedem empfehlen, der den Zusammenhang zwischen den großen kulturellen Gütern Religion und Recht besser verstehen will, sowie jedem, dem unser Grundgesetz am Herzen liegt – ob er den Gottesbezug in der Präambel nun selbst unterschreiben mag oder nicht. (Daß es ohne diesen Gottesbezug nicht mit der gleichen Verbindlichkeit Grundgesetz sein kann, erschließt sich dem aufmerksamen Leser am Ende hoffentlich von selbst.)

Josef Bordat: Ewiges im Provisorium. Das Grundgesetz im Lichte des christlichen Glaubens, 212 S., Lepanto Verlag, ISBN 978-3-942605-08-3.

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Zwei Vorträge in Potsdam

Der nächste ist schon ganz bald, da springe ich für einen Referenten ein, der verhindert ist.

Dienstag, 21. Mai 2019
19.30-20.30 Uhr
Warum ich katholisch geworden bin – eine Bilanz
In der Osternacht 1984 ließ ich mich taufen. Wie es dazu kam, was die Folgen waren und wie mein Leben von der Kirche gesegnet und geprägt wurde, erzähle ich in der
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam (schräg gegenüber von St. Peter und Paul)

***

Und im Herbst geht es weiter mit einem Thema, das mir bei meinem letzten Vortrag dort in der Diskussion angetragen wurde – und zwar von einem ganz lehramtstreuen Katholiken, der diesen Punkt einfach genauer wissen will:

Dienstag, 24. September 2019
19.30-20.30 Uhr
Warum es keine katholischen Priesterinnen gibt
Immer wieder wird auch von Katholikinnen die Forderung nach dem Weiheamt für Frauen gestellt. Außenstehende sehen die Exklusivität des Weiheamtes für Männer ohnehin bestenfalls als Kuriosum an. Warum es sinnvoll ist, nur Männer zu Priestern zu weihen, erklärt die Autorin und Bloggerin Claudia Sperlich.
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam (schräg gegenüber von St. Peter und Paul)

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Ich bestreike den Herrn nicht.

Kürzlich, am Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena, veranstalteten KFD-Frauen so etwas wie eine Andacht, und zugleich wurde auch in Berlin hingewiesen auf eine Aktion „Maria 2.0“, bei der die Gottesmutter instrumentalisiert wurde, um mittels eines „Streiks“ (vulgo Fernbleiben von der Kirche) auf das vermeintliche Recht zur Priesterinnenweihe hinzuweisen. Letzteres wurde in der Veranstaltung auch mehr als genug thematisiert.

Ich war dort. Eine Freundin hatte aufgerufen, einfach still zu beobachten, nach Möglichkeit zu beten, sofern es angemessen erscheine, sich zu äußern. Ich sage gleich: Es erschien uns dann doch nicht angemessen. Wir äußerten uns dort nicht. Aber das heißt nicht, daß wir generell verstummen.

Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, am Gedenktag einer Kirchenlehrerin eine ökumenische Andacht zu feiern, diese in einer evangelischen Kirche zu beginnen und nach einem kurzen Spaziergang in einer katholischen Kirche zu beenden. Sehr viel habe ich dagegen, Andachten zu benutzen, um zu fordern und zu trotzen. Genau das wurde hier getan. Es wurden antikatholische Reden geschwungen – mit Wissen und Billigung auch des Pfarrers der katholischen Gemeinde. Es wurde von einer namhaften Katholikin eine Rede geschwungen, die gespickt war mit süffisanten Bemerkungen über die Struktur der Kirche, über die Männer, die angeblich Macht haben und ausspielen (tatsächlich haben einige von ihnen lebenslänglich Dienst, das ist ein Unterschied), über den bösen Zölibat, die böse Keuschheit, den bösen Gehorsam und so weiter. Das allgemeine Gekicher über die ach so witzigen Bemerkungen der Rednerin gegen die kirchliche Struktur ging mir ebenfalls auf die Nerven. Ich hielt es irgendwann nicht mehr aus und ging – weil ich sonst möglicherweise eine Sünde begangen hätte (bös geflucht, irgendetwas auf die Rednerin geworfen oder so).

Beim Verlassen der Kirche machte ich, ebenso wie beim Betreten, eine Kniebeuge. Einer der wenigen anwesenden Männer saß an einem Tisch mit Material und guckte etwas konsterniert. Ich raunte ihm zu: „Das ist für den Herrn, nicht für die Rednerin!“ – was er mit völlig verständnislosem Gesichtsausdruck quittierte.

Ich mag zu dieser oberpeinlichen Veranstaltung nichts weiter sagen. Aber ein paar Worte habe ich an die Priester.

Wenn Ihr Pfarrer seid, habt Ihr das Hausrecht in Eurer Pfarrkirche. Das bedeutet auch eine Verpflichtung – denn natürlich ist es nicht „Eure“ Kirche, sondern die des Herrn, den Ihr vertretet. Haltet das Haus rein! Lasst nicht zu, daß himmelschreiende Häresien in diesem Haus propagiert und beklatscht werden!

Als Priester habt Ihr das Wort Gottes zu verkünden und auszulegen sowie die Sakramente zu spenden – und auf den Empfang der Sakramente gründlich vorzubereiten. Zu Euren Aufgaben gehört es, Unwissende zu belehren, Zweifelnde zu festigen, Gläubige zu stärken, Irrende auf den rechten Weg zu führen – und wenn es gar nicht anders geht, auch mal vom Hausrecht Gebrauch zu machen. Jeder Pfarrer wird irgendwann in seiner Laufbahn mal einen Randalierer, der sich nicht zur Ruhe bringen lässt, aus der Kirche werfen müssen; das ist keine schöne Arbeit, aber muss getan werden. Menschen, die den Altarraum nutzen, um von Häresie triefende Reden zu schwingen, dürft Ihr als Randalierer bezeichnen. Menschen, bei denen solche Reden von vornherein zu erwarten sind, dürft Ihr gar nicht erst als Redner zulassen – zumindest nicht ohne einen Gegenredner (generisches Maskulinum), der ihnen gewachsen ist.

Und wenn man Euch dann intolerant und fanatisch findet? Ja dann findet Euch halt damit ab. Ihr seid nicht Priester geworden, um der Welt zu gefallen. Folgt dem, der auch schon mal Leute aus dem Tempel geworfen und andere als Heuchler oder Schlangenbrut bezeichnet hat.

Wir Laien brauchen Euch Priester, nicht weil wir hören müssen, wie klasse wir sind (sind wir nicht) und wie viele Fehler und Unzulänglichkeiten die Kirche hat (wissen wir längst), sondern weil wir die Sakramente brauchen, und weil wir Menschen brauchen, die uns helfen, die Heilige Schrift, die Gebote Gottes sowie Tradition und Gebote der Kirche zu verstehen und unseren Glauben zu stärken. Ihr habt ein langes Studium hinter Euch, das euch dazu befähigt, uns schwierige Schriftstellen auszulegen und die Schätze der Tradition zu erklären, und ihr seid durch die Weihe befähigt, uns die Sakramente zu spenden. Wenn Ihr außerdem noch überdurchschnittlich gute und freundliche Menschen seid, ist das beispielhaft und wunderbar, aber ganz ehrlich – das müsst Ihr nicht einmal unbedingt. Ich halte Euch auch so aus. Nur das mit der Schriftauslegung, den Kirchengeboten, der Tradition und den Sakramenten, das ist wirklich wichtig.

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