Nachbarschaftsfest im Sankt-Gertrauden-Krankenhaus

Die Alexianer, die dies Krankenhaus jetzt betreiben, haben ein sehr schönes Nachbarschaftsfest organisiert. Es gab zahlreiche Vorträge (bei denen ich nicht war) zu medizinischen Themen, natürlich allgemeinverständlich. Eine Führung durch die schöne Kapelle gab es, bei der auch gesungen wurde. Und es gab in dem Garten nebst Kaffee und Kuchen auch einen Rundgang, in dem die Fachärzte ihre Spezialgebiete vorstellten. Für Kinder gab es eine Hüpfburg und eine Teddyklinik. Und für alle gab es medizinische Geräte auch zum Anfassen und Ausprobieren (nicht am lebenden Objekt natürlich). Dabei konnte man sich klarmachen, welches handwerkliche Geschick in der Medizin oft nötig ist. (Es ist gut für die Welt, dass ich nicht Chirurgin geworden bin!)

Man konnte überall Fragen stellen, es war eine außerordentlich freundliche Atmosphäre und lustig und lehrreich. Und ich staune immer neu, welche unglaublichen medizinischen Fortschritte es in meiner Lebenszeit gegeben hat.

Ein bisschen gruselig war es schon für mich als Laien (ein Wundspreizer sieht nicht so aus, als ob man seine Benutzung erfordern möchte). Aber andererseits weiß ich jetzt, dass ich in diesem Krankenhaus ein neues Kniegelenk bekommen kann, wenn es mit dem alten gar nicht mehr geht, und auch den Grauen Star, der mir wahrscheinlich irgendwann blüht, kann ich hier operieren lassen. (Im Übrigen finde ich, dass ich mein Katastrophensoll übererfüllt habe und eigentlich eher eine Prämie als einen weiteren Krankenhausaufenthalt bekommen sollte, aber man weiß ja nie.)

Zuletzt war ich noch einmal in der Kapelle und war dort sicher nicht die einzige, die staunend für die vielen Möglichkeiten moderner Medizin dankte.

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Das Erste und die Vorzüge der Prostitution

Im Ersten ist die erste Staffel der Serie „Selling Sex“ veröffentlicht. Altersfreigabe 12 Jahre, rund um die Uhr in der Mediathek. Es geht darum, dass Prostitution ja gar nicht schlimm ist, die Hauptfigur macht das freiwillig und gern und verdient gutes Geld damit,  und die Freier haben ja auch alle irgendwelche Vorzüge oder so.

Die Regisseurin Miriam Dehne äußert sich dazu in einem Interview (Link) dahingehend, dass Prostituierte nicht befreit werden müssen, dass es eben eine Arbeit ist und dass die Frauen dadurch Macht haben. (Macht, im Ernst. Ich denke mir das nicht aus.)

Ja klar, und ob eine Frau sich freiwillig oder gezwungenermaßen prostituiert, sagt sie natürlich dem Freier vor Geschäftsabschluss, und der ist immer edel genug, nur die Freiwilligen zu nehmen – oder wie soll man sich das vorstellen?

Diese infame Lüge, dieser frauenfeindliche  Dreck wird über die Rundfunkgebühren finanziert.

Ich habe dem Ersten (info@ard.de) gemailt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ab 12 Jahren empfehlen Sie nun eine Serie, deren einziges Ziel die Glorifizierung der Prostitution ist. Pubertierende sollen schon mal immer lernen, dass Vergewaltigung in Ordnung ist, wenn dafür Geld gezahlt wird. Und dass die Frauen es ja auch nicht anders wollen.

Die Macherin dieser Widerwärtigkeit sagt im Interview auf die Frage, wie es denn um die Freiwilligkeit stehe: „Welchen Job macht man schon komplett freiwillig? Den Druck Geld zu verdienen gibt es immer, mal stärker, mal weniger. Wie freiwillig arbeitet man in einem Call-Center? Oder als Krankenschwester? Oder in der Pflege? Klar, Sexworkerinnen finden bestimmt nicht jeden hot, Nähe muss man auch lernen. Es gibt bei jedem oder zumindest bei den meisten Kunden etwas, das man mögen kann.“ Sie vergleicht also zuerst Jobs in der Pflege mit Prostitution. Damit werden Schwestern und Pfleger, die in der Regel wirklich hingebungsvoll hilfsbedürftigen Menschen helfen, mit Menschen verglichen, die – in der Regel keineswegs freiwillig – geile Säcke zu deren Konditionen befriedigen. Die Formulierung legt auch nahe, dass jede Art des Geldverdienens mit Prostitution gleichzusetzen ist. (Sie haben einen Beruf, bei dem es durchaus unüblich ist, dass Sie sich die Geschlechtsteile anderer Menschen in irgendwelche Körperöffnungen stecken lassen – jedenfalls nehme ich das bisher an. Versuchen Sie einfach, sich vorzustellen, ich hätte mit meiner Annahme Unrecht – würden Sie diesen Beruf dann weiter ausüben?)

„Nähe muss man auch lernen“? Nein – Nähe zu Vergewaltigern muss man nicht lernen, es sei denn, man subsumiert unter Nähe auch, dass eine Frau einen Mann durchaus empfindlich verletzen kann, wenn sie nur ein wenig Karate gelernt hat oder sich einfach mal traut, zuzubeißen. Und wagen Sie es nur nicht, mir mitteilen zu wollen, es seien ja nicht alle Freier Vergewaltiger. Doch, sind sie. Sex, bei dem der Täter allein die Regeln bestimmt, ist auch dann Vergewaltigung, wenn er dafür Geld gibt. Genau das geschieht bei Prostitution.

ARD will ausdrücklich, dass pubertierende Jungs und Mädchen lernen, Vergewaltigung für Geld sei in Ordnung. Das ist dermaßen widerwärtig, dass ich nur noch strafbewehrte Ausdrücke dafür finde (die ich hier nicht benutze, weil ich Ihnen ohne weiteres zutraue, mich dann wegen Beleidigung zu verklagen). Auch Erwachsene darf man nicht belügen, und schon gar nicht, wenn die absehbare Konsequenz dieser Lüge die Akzeptanz von Vergewaltigung ist.

Nehmen Sie diese Monstrosität gefälligst aus dem Programm.

Claudia Sperlich

Liebe Leser und Leserinnen,  sagt dem ARD die Meinung! Macht diesen Chauvinisten beiderlei Geschlechts deutlich, dass frauenverachtende Lügen nicht gut, wahr und schön werden weil sie von einer Frau ausgesprochen werden. Und klärt die Kinder auf, dass der menschliche Körper kein Handelsgut und kein Mietobjekt ist. Benutzt dabei, auch wenn es schwer fällt, keine justiziablen Formulierungen, aber bedenkt auch, dass das deutsche Recht in dieser Hinsicht großzügig ist. Im übrigen darf meine Mail gerne kopiert werden.

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Errötende Paprika

Die Spitzpaprika auf meinem Balkon sehen von Tag zu Tag appetitlicher aus.

Ein winziges Vergissmeinnicht hat Frühlingsgefühle.

Die Malve legt noch eine Blüte nach.

Und die Eberesche hat prächtige Früchte.

Mein Balkon mit Gartenblick ist ein ständiger Grund zu Freude und Dankbarkeit – einer von vielen Gründen.  Für die vielen jetzt noch kleinen Menschen  hoffe ich, dass sie als Erwachsene noch Blumen,  Früchte und Bäume sehen können.

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Tür und Schlüssel

Johannes 10,9
Matthäus 16,18-19

Ich bin die Tür. Den Schlüssel geb ich dir,
Du Fels, auf den Ich Meine Kirche gründe.
Bewahre und sag weiter, was Ich künde.
Schließ aus, was widerspricht dem Wort – ja, Mir.

Doch öffne aller Welt des Himmels Tor,
Und öffne jedem neu, der sich verrannte
Und dann voll Reue sich zu Mir bekannte.
Vergib, lass ein und halt nichts Altes vor.

Erschließe auch die Schrift,  dass sie verstehen
Mein Wort,  um dann auf Meinem Weg zu gehen,
Dem Weg,  der Ich bin. Ich bin ihnen nah.

Behüte du Mein Haus an Meiner Statt,
Sei Meinen Gläubigen voll Liebe nah.
Vertraue nur, denn Ich bin immer da!

© Claudia Sperlich

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Wahrheit, Klarheit, Wahlwerbung

So betrachtet, finde ich nichts Falsches an den übergroßen Wahlplakaten, die jetzt überall herumstehen. Grundaussage: „Wir sind hier“ – ja, sieht man. Dann: „Es ist Wahlwerbung“ – ja, das ist evident. Zuletzt: „Der Aufsteller ist von einer Firma mit Namen…“ – ja, sicher, kann man nachprüfen.

Die andere Seite ist nicht so glaubwürdig und wird hier deshalb nicht gezeigt.

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Besitz

Mt 19,16-22

In jener Zeit kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?
Er antwortete: Was fragst du Mich nach dem Guten? Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote!

Darauf fragte er Ihn: Welche?
Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!

Der junge Mann erwiderte Ihm:
Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch?

Jesus antwortete ihm:
Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge Mir nach.

Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

Besitz ist nichts grundsätzlich Schlechtes. Aber jedes Ding, das wir besitzen, hat auch eine Tendenz zum Unfrieden an sich: Sorge um Verlust, notwendige Pflege, vielleicht irgendeine Art von Missfallen. Wir dürfen und sollen uns an schönen Dingen freuen, und dürfen besitzen, nicht nur aus praktischen Gründen. Aber wir sollen unser Herz nicht daran hängen. Denn eine Herzensbindung an Dinge macht unfrei. Nur die Bindung an Gott macht frei.

Jesus erwähnte einige Dinge so, dass wir erkennen können, wie sehr sie Ihm gefielen. Das waren ausnahmslos Dinge, die Er Seiner Menschennatur nach nicht privat besaß: Lilien, Spatzen, eine Perle, ein Schatz, Salz, Licht, Schafe, Senfkörner, Fisch, Brot und Wein und der Tempel – die Schöpfung und die Stätte der Verehrung Gottes. Er liebte das alles als Zeichen für Gottes Größe und Hinführung zu Ihm, und im Falle von Brot und Wein noch einmal auf eine besondere Weise, die mit Heilung und Rettung zu tun hat. Aber Er hängte Sein Herz nicht an Dinge. Das einzige Ding aus Jesu persönlichem Besitz in Seinen Erdentagen, von dem wir überhaupt wissen, ist ein nahtloses Gewand. Ein solches Gewand war teuer – und Jesus hat nie davon gesprochen. Er hatte es einfach, um sich zu bekleiden – und die Bibel erwähnt es erst, als Er es nicht mehr hatte. Das schöne Gewand war für den Herrn kein Thema.

Die Gebote, die Jesus dem reichen jungen Mann sagt, sind ausschließlich die, die sich auf das Verhältnis zum Mitmenschen beziehen. – Geht es denn Jesus nicht zuallererst um Gott? Die gebotene ausschließliche Verehrung des einen, wahren Gottes kommt aber hier nicht vor. Vielleicht wollte der Herr genau diese Gebote aus dem jungen Mann herauskitzeln, wie ein guter Pädagoge, der einem Schüler die halbe Antwort sagt, damit er auf die andere Hälfte selber kommt. Vielleicht auch wusste Er schon, dass bei diesem Mann nicht allzu viel religiöse Festigkeit vorhanden war, und gab ihm den ersten Hinweis, dass Nächstenliebe vor allem notwendig ist (denn darum geht es in diesen Geboten, und die wird durch das Klammern an Besitz sehr erschwert).

Der reiche Mann geht traurig weg, denn er wäre schon gerne Jesu Jünger geworden, wenn das günstiger zu machen wäre. Aber es soll ihn alle Bindung an seinen Besitz kosten. Ob es ihm später doch noch gelungen ist, wissen wir nicht.

Ich möchte versuchen, jedes Ding, das ich besitze, innerlich loszulassen und Gott dafür zu danken, dass ich es benutzen oder genießen darf. Ich möchte Gott preisen für die Schönheit der Schöpfung.

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Der erste Mensch,  der durch ein Auto getötet wurde

Vor 130 Jahren starb mit 44 oder 45 Jahren die Katholikin, Frau eines Maurers und dreifache Mutter Bridget Driscoll, als sie auf dem Weg zu einem Fest der League of the Cross die Straße überquerte. Sie wurde vom Kotflügel eines Roger-Benz mit etwa 6,4 km/h getroffen, stürzte und starb noch am Unfallort an einer Kopfverletzung. Eine Kollision mit einem von etwa zwanzig Autos in Großbritannien – also außergewöhnliches Pech.  Ihre 16jährige Tochter May und ihre Freundin Elisabeth Murphy, die neben ihr gegangen waren, blieben unverletzt. May sagte später aus, der Autofahrer habe dem Anschein nach nicht verstanden,  was er tat, und sei in Schlangenlinien gefahren. Nach der Zeugenaussage einer Haushaltshilfe war der Wagen so schnell gefahren wie ein galoppierendes Pferd.

Der Fahrer Arthur Edsall hatte eine dreiwöchige Fahrpraxis hinter sich. Einen Führerschein gab es noch nicht. Er hatte eine Glocke geläutet und gerufen,  aber nicht gebremst.

Der Untersuchungsrichter sprach Edsall frei; es sei ein tragischer Unfall gewesen, und er hoffe, dass dergleichen sich niemals wiederholen werde. Leider wurde seine Hoffnung nicht erfüllt.

Die Driscolls waren irischer Herkunft und lebten in Croydon nahe London, direkt neben Ehemann Michaels Eltern.

Ob und wie ihr Mann, Tochter May und die beiden jüngeren Söhne das Unglück verarbeiten konnten, ist unbekannt.

Ich habe den Verdacht,  dass man mehr über das spätere Leben der Familie Driscoll wüsste,  wenn es nicht arme Iren,  sondern wohlhabende Engländer gewesen wären.

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Hörnchens Lebenskampf

Dies Hörnchen hat schon so einiges hinter sich. Ein halbes Ohr fehlt (während der Paarungszeit geht es rabiat zu); Fell und Schweifbehaarung waren auch schon mal üppiger (daran könnten Milben schuld sein). Aber so ist das Leben! Und auf diesem Balkon gibt es Nüsse, wie die Hörnchenheit weiß.

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Besuch zum Frühstück

Auf den Balkon kam kürzlich auch ein recht entnervender Gast: eine Wespe. Aber wenn ich ihr ein Stückchen Apfel etwas abseits von meiner Obstschüssel hinlege, begreift sie nach einiger Zeit, dass sie da in Ruhe fressen kann, von meiner Obstschüssel aber verscheucht wird.

Hübsch ist sie ja, das muss man ihr lassen! Und diese Taille!

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Hochsommerblumen

Das Vorgärtchen protzt und prunkt im Sonnenschein – das ist der Vorzug enger, den halben Tag verschatteter Sträßchen und fleißiger Nachbarn mit Gartenschlauch!

Strauchmalve (Lavatera weisnitwelchia… eine von 25 Arten und unzähligen Unterarten)

Japanische Herbst-Anemone (Anemone hupehensis)

Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) hat seinen Namen von dem an einen Storchschnabel erinnernden Fruchtstand. Dies ist wahrscheinlich die Zuchtform Johnson’s Blue.

Staudensonnenblume (Helianthus decapetalus) – ein Neophyt, der durchaus keinen Schaden anrichtet.

Rosa und weißer Phlox

Die Lampionblume (Physalis alkekengi) zeigt jetzt ihre eindrucksvollen Fruchtstände. Ihre nicht ganz so auffälligen lila Blüten waren aber auch schön!

Der Echte Lavendel (Lavendula angustifolia) ist schon ziemlich abgeblüht, aber beim näheren Hinsehen findet man immer neue Blüten. Die Hummeln freut das.

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