Noch einmal zum Zölibat

Ein evangelischer Freund sprach mich auf meine engagierte Verteidigung des Zölibats an. In wohltuender Ruhe fragte er:

Was ich nicht verstehe/weiß ist, wie der Zölibat von RKK aus der Schrift her geleitet wird?
Die mir bekannten Stellen, die von Ämtern handeln, schreiben samt und sonders die Ehe mit einer (einzigen) Frau vor?

πρεσβυτέρος (Tit 1,6)
Ältester, Alter Mann
Vorsteher, Leiter

διάκονος (1Tim 3,12)
Diakon, Diener
Kellner

ἐπίσκοπον (1Tim 3,2)
Bischof, Aufseher
Wächter, Wache

Die katholische Kirche sieht als Grundlage des zölibatären Lebens (bei Priestern, geweihten Jungfrauen und Ordensleuten sowie bei Privatgelübden) Mt. 19,12, wo Jesus nach einigen klaren Worten über die Unauflöslichkeit der Ehe auf eine geradezu ehefeindliche Bemerkung aus Seinem Jüngerkreis hinzufügt: „Denn es gibt Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind; und es gibt Verschnittene, die von Menschen verschnitten sind; und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Reiches der Himmel willen. Wer es fassen kann, der fasse es!“ (So die Schlachter Bibelübertragung; die Einheitsübersetzung sagt es etwas g’schamiger: „Denn manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen.“ Schlachter ist hier nur scheinbar genauer; im Original steht εὐνοῦχος, Eunuch. Das Wort Eunuch – von εὐνὴ, Bett, und ἔχειν, haben, halten – bezeichnet ursprünglich jemanden, der keine sexuellen Kontakte hat, der allein im Bett liegt, „sein (eigenes) Bett hat“; die Bedeutung „Kastrat“ kam später hinzu. Jesus sagt also: Es gibt von Natur aus Eheunfähige, es gibt Kastraten, und es gibt Menschen, die sich selbst entschieden haben, „ihr eigenes Bett zu haben“, auf Sex zu verzichten – um des Himmelreiches willen. Und diese letzte Gruppe hat Jesus im Blick – der Verzicht um des Himmelreiches willen ist, wenn er freiwillig und im vollen Bewußtsein geleistet wird, eine gute, heiligende Sache.

Jesu Ehelosigkeit ist zwar nicht ausdrücklich in der Bibel beschrieben. Jedoch können wir davon ausgehen, da es nicht den geringsten Hinweis auf eine Verlobte oder Ehefrau oder Kinder Jesu gibt, daß Er in der Tat zölibatär lebte – um des Vaters willen. Einen Hinweis kann auch Markus 3,31-35 geben: Wer den Willen Gottes tut, ist für Jesus wie „Bruder und Schwester und Mutter“; die „Familie“ Jesu ist rein geistlich.

In 1 Kor. 7 geht der ebenfalls zölibatär lebende Paulus auf das Problem ein. „Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen.“ Der Zölibatäre gibt sich ungeteilt Gott.

Der Priester, der ein Diener Gottes und zum Dienst an der Gemeinde beauftragt ist, kann als Zölibatär ungeteilt seinen Dienst tun, und er ist weit weniger erpressbar als ein Familienvater. In Zeiten der Verfolgung ist das bedeutsam – und solche Zeiten erlebt und erleidet die Kirche gerade sehr stark. Zudem ist es sicher rein organisatorisch schwierig, Verantwortung für Familie und Gemeinde zugleich zu haben.

Die junge Christengemeinde zur Zeit des Paulus kann ja noch nicht auf genug erfahrene zölibatär lebende Männer zurückgreifen; sie muss unter den Männern, die eben dazugehören, die geeignetsten aussuchen, um Presbyter, Diakone und Bischöfe zu ernennen. Und hier rät Paulus, eben solche zu nehmen, die einen sittlich reinen Lebenswandel vorweisen können, eine Frau (und nicht noch eine Nebenfrau oder eine geschiedene Frau) haben und deren Kinder es ihnen gleichtun. Solchen Männern traut Paulus einfach eher zu, unbescholten zu sein als Haushalter Gottes, nicht überheblich und jähzornig, keine Trinker, nicht gewalttätig, nicht habgierig, sondern gastfreundlich, das Gute liebend; besonnen, gerecht, fromm und beherrscht, sich an das zuverlässige Wort zu halten und in der Lage zu sein, in der gesunden Lehre zu unterweisen und die Widersprechenden zu überführen (vgl. Tit. 1,7-9 und 1 Tim. 3,1-4).

Der Zölibat ist in hohem Maße unangepasst – so unangepasst, wie die junge Kirche war. Er ist die klare Absage an das comme il faut fast jeder Weltanschauung, die katholische Kirche nicht ausgenommen (Eltern, die über den Wunsch ihrer Kinder nach zölibatärem Leben höchlich entzückt sind, dürften auch unter Katholiken die Ausnahme sein). Zölibat ist ein Gegenwicht zum modernen Normalmaß oversexed and underfed. Zölibat ist cool.

Veröffentlicht unter Katholonien | Verschlagwortet mit , , , , , , | 6 Kommentare

Zweiter Adventsonntag

Gesegnete Zeit!
Zweiter Adventsonntag
Zweiter Adventsonntag

Veröffentlicht unter Katholonien | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

Immaculata

Völlig vergessen hatte ich, daß ich ja zum heutigen Tag auch schon einen Choral geschrieben habe. Ich schreibe mehr, als ich behalte. Nun, hier ist er:

Immaculata
Melodie: Sei gegrüßt, du Gnadenreiche (GL 851)

Gott hat sie bewahrt aus Gnade,
Ehe sie empfangen war,
Dass die Erbschuld der nicht schade,
Die den Heiland uns gebar.

Die den Christus hat geboren,
Musste frei von Sünde sein,
Goldne Schale, unverloren,
Gottes Wohnstatt, heil und rein.

Hör, Maria, unser Flehen,
Bitt für uns den Sohn und Herrn!
Seine Wege lehr uns gehen,
Sei im Meer der Zeit ein Stern!

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter Himmlisches, Katholonien, Literatur | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Mariä Empfängnis

Voll Sehnsucht harrte Israel schon lang.
Und zwei erhofften über lange Zeit
In ihrer liebevollen Zweisamkeit
Ein Kinderlachen, jungen Überschwang.

Sie wurden älter, blieben noch zu zweit…
In beider Herzen die Verheißung drang:
„Ihr sollt nun Eltern werden. Seid nicht bang!
Zu hohem Dienst wird euer Kind bereit.“

Da fühlte Anna sich von neuem jung,
Joachim fand in sich den alten Schwung,
Da wuchs ein Kind aus ihrer Liebe Schimmer.

Maria, fromm erzogen und belehrt,
Schon früh hast du im Herzen Gott geehrt.
Man sagt, der Tempel war dein Kinderzimmer.

aus: Zyklische Sonette, tredition 2016

Veröffentlicht unter Himmlisches, Katholonien | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Kinder zum Wegschmelzen!

Zur Eucharistischen Anbetung bin ich am frühen Abend gemeinsam mit Freunden – meinem kleinen Patentöchterchen und ihren Eltern. Ich habe das deutliche Gefühl, Jesus schaut liebevoll und amüsiert auf die Kleine, die mit ihren vierzehn Monaten ein Gesangbuch aufschlägt, auf das rote Vorsatzblatt tippt und begeistert „Da!“ sagt. Und auf dem polierten Steinfußboden herumrutscht, in ihrer Sprache irgendetwas Lustiges erzählt, dann wieder ganz still bei Papa auf dem Schoß sitzt.
Dabei knie ich vor IHM, das geht auf eine andere, tiefere Art mitten ins Herz. Er ist der Herr. Er behüte die Kleine!

Auf dem Heimweg in der U-Bahn lese ich Lord of the Rings. Dann setzt sich neben mich eine Mutter mit zwei Kindern, das Mädchen etwa vier, der Junge etwa fünf Jahre. Das Mädchen zeigt auf den Einband.

– Ist das eine Hexe?
– Nein, das ist ein Zauberer. Guck, er hat einen Bart. Aber er ist ein ganz lieber Zauberer.
– Und ist der im Wasser?
(Tatsächlich kann das ganz grün gehaltene Titelbild den Eindruck erwecken.)
– Nein, das ist ein Wald. Guck, hier sind Gräser, und hier ein Baum.
– Was macht der da?
– Der muss ganz weit gehen, durch den Wald, und über die Berge und noch weiter, und dann besiegt er einen bösen Drachen.
– Ist der Drache wirklich böse?
– Ja, furchtbar böse. Aber der Zauberer besiegt ihn. Außerdem sind da noch kleine Leute, so klein wie du.
– Ich bin schon groß!
– Naja, du würdest dem Zauberer etwa bis hier gehen. (Ich tippe auf Gandalfs Gürtel.) Also, da sind noch mehrere kleine Leute, die helfen dem Zauberer. (Nein, ich werde jetzt nicht einer Vierjährigen die Abenteuer von Frodo und Gefährten genauer erläutern, und auch nicht, daß eigentlich Gandalf ihnen hilft.)
– Und sind da auch Hexen?
– Nein, Hexen kommen da nicht vor. Aber Zwerge und Gnome und Elfen und noch alle möglichen Wesen.

Nun mischt sich der Junge ein:
– Ich habe auch schon Bücher!
– Hast du auch Die kleine Hexe? oder Der kleine Wassermann?
– Nein.

Die Mutter korrigiert: Doch, die hast du. Du hast ganz viele Bücher.

Das Mädchen wieder, auf einmal skeptisch:
– Kannst du lesen?
– Ja, aber wenn ich jetzt hieraus vorlese, verstehst du es noch nicht. Das ist Englisch. Das lernt ihr später, und dann könnt ihr das Buch auch lesen.

Eigentlich schade, daß ich nicht noch weiter fahren musste. Mit der Mutter, die sich offensichtlich sehr freute an dem Gespräch, wechselte ich auch noch ein paar Worte, sie stimmte mir zu, daß die Gedichte in Lord of the Rings schier unübersetzbar sind.

Und Kinder – solange sie nicht von schlechten Menschen verdorben werden – sind so ganz und gar unbezahlbar, entzückend, wundervoll.

Veröffentlicht unter Katholonien, Weltliches | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Zum Nikolaustag

… habe ich diesmal kein neues Gedicht – aber dafür stelle ich gleich drei der letzten Jahre wieder ein.

Nikolaos zerstört den Artemiskult

Der Trug der alten Götter war
Aus Myra noch nicht ganz geschwunden.
Zwar hatte Gott der Herr schon längst
Kybeles Tempel abgebrochen,
Schon eh die erste Kirche stand:
Das Beben ließ nur Trümmer übrig
Als Mahnung vor dem Gotteszorn.

Doch hielt sich alte Bauernsitte,
Sie flehten unter einem Baum
Um Fruchtbarkeit zur Heidengöttin
Und brachten Milch und Wein und Korn,
Um die Kybele sanft zu stimmen.
Und selbst Getaufte machten mit!
Wie soll ein Bischof das ertragen?

Schon viele Male hatte ich
Gepredigt die gesunde Lehre
Von Vater, Sohn und Heilgem Geist,
Dem einen Gott in drei Personen,
Und viele nahmen auf die Saat –
Doch manche nur wie Sand und Dornen.

Und immer wieder fand ich dann
An jenem Baum die trüben Spuren
Der Heidenopfer, dargebracht
Von Menschen, die ich selbst belehrte!
Und immer wieder liefen sie
Zu diesem Baum mit Wein und Blumen
Und brachten dort ihr Opfer dar
Dem Dämon Artemis-Kybele.

Ein junges Mädchen, neugetauft,
Sah ich zu diesem Greuel gehen,
Beschwingt, wie sonst zum Gottesdienst.
Ich folgte ihr und hörte noch,
Wie sie um gute Ehe flehte!
Ich schrie sie an, da lief sie fort,
Und ich zertrat ihr Blumenopfer.

In bittrer Trauer, voller Angst
Um all die anvertrauten Seelen,
Lief ich nach Haus und nahm die Axt,
Kam wieder, diesen Baum zu fällen,
Und hieb fast eine Stunde lang
Mit frommem Zorn auf dieses Unheil,
Bei jeder Kerbe ein Gebet:
Beende, Herr, den Aberglauben!

Der Baum fiel nieder, Dank sei Gott!
Nun lehr mich, Herr, geduldig lehren,
Wie Du gelitten uns zum Heil!
Der meinem Arm die Kraft gegeben,
Zu fällen den Dämonenbaum,
Gib Kraft auch meinem schwachen Glauben,
Gib meiner Rede Kraft und Licht,
Mach weiter Deiner Diener Herzen,
Daß um sie stark der Glaube blüht.

Nikolaus und der Betrüger

Ich hatte jenem Christen Geld geliehen –
er ist ein Nachbar, und er war in Not.
Ich weise keinen ab von meinem Haus!
Dem Armen hilf! Das ist des Herrn Gebot.
Doch an dem Zahltag will er sich entziehen.

Er reicht mir seinen Stab – ich soll ihn halten.
Er schwört vorm Bildnis eines Würdenträgers:
„Du bist mein Zeuge, Bischof Nikolaus!
Das Geld ist gänzlich in der Hand des Klägers!“
Ihm wird geglaubt. Mein Recht wie Holz gespalten.

Er nimmt den schweren Stab, um fortzugehen –
der Falsche hört nicht des Gerechten Rufen!
Da scheut ein Pferd, da bricht ein Wagen aus,
da liegt er unter Rad und Pferdehufen.
Ich kann nicht helfen, muß ihn sterben sehen.

Das Rad ist über jenen Stock gefahren,
zerbrochen liegt er neben einer Leiche –
und ausgehöhlt – nun rollt das Geld heraus!
Er starb an seinem eignen bösen Streiche.
Herr, konntest Du ihn nicht davor bewahren?

Du, Ewiger, willst nicht den Tod der Sünder,
so hast Du es gesagt, so stehts geschrieben!
Und du, du Wundertäter, Nikolaus –
befiehlt dir nicht der Ewige zu lieben?
Sagt das nicht deines eignen Glaubens Gründer?

Ich will kein Geld auf eines Lebens Kosten!
Elija und Elischa weckten Tote,
wenn du das kannst, hilf, Bischof Nikolaus!
Gib, daß er lebt und umkehrt, Herrenbote!
Sonst mag das Geld verfallen und verrosten.

Da seh ich meinen Gegner sich bewegen
und schwankend aufstehn, staunend um sich sehen –
Dank sei Dir, Gott! Und Dank dir, Nikolaus!
Dann zeigt er auf die Münzen: „Hier – das Lehen,
nimm es zurück, verzeih – du bist ein Segen!“

Nikolaus in Nicäa

Zwölf Jahre war es her, daß Christi Weg
vom Kaiser war gestattet – Dank dem Herren!
Das Blut der Märtyrer ist aufgegangen
als Saat der Christen – Ernte mag noch fern sein.

Nun kam die Drohung aus den eignen Reihen.
Arius lehrte, Jesus sei nicht göttlich,
geschöpflich nur, nicht wirklich Sohn des Vaters.
Schon folgten viele diesem Irrtum nach.

Wir waren nah beim goldenen Byzanz,
dreihundert Bischöfe im Dienst des Herren.
Wir wollten Christi Wesen, Seine Lehre,
das Wort des Vaters lehren und verstehn.

Christus ist Gott, ist eins mit Gott dem Vater,
und mit dem Heilgen Geist, den beide atmen.
Wenn das nur alle wüßten! Alle stritten.
Sogar mein Freund Theognis war gespalten.

Mit ihm hab ich gesprochen und gebetet,
gestritten und erklärt, die Schrift geprüft
und unsern Glauben, bis uns beiden klar war,
daß Gott dreifaltig ist und Christus Gott.

Arius aber war verstockt, beharrte
mit Trotz und Stolz auf seiner falschen Lehre.
Er ließ durch keine Milde, keine Strenge
zur Wahrheit und zum Leben sich bekehren.

Da ist mir endlich die Geduld gerissen.
Er setzte an zu neuer Wiederholung –
da schlug ich zu. Auf seiner Wange blieb,
geschwollen, rot, der Abdruck meiner Hand.

Es war ganz plötzlich still. Die Brüder starrten,
Arius hielt die Hand auf seine Wange,
ich selbst erschrak vor mir und war zugleich
voll böser Freude über diesen Schlag.

Dann riefen alle durcheinander. Einer
nahm mich beim Arm und führte mich beiseite,
und wenig später hörte ich mein Urteil:
Ich war gefangen und war ausgeschlossen.

Ich hatte Zeit, mich meiner Tat zu schämen
und bat den Herrn um Gnade und Vergebung
für mich und für Arius: Sei barmherzig!
Am Ende wurde mir die Tür geöffnet.

Das christliche Bekenntnis ist besiegelt,
gezeichnet auch von mir und von Theognis,
nicht von Arius. Doch der Herr wird richten,
Er ist barmherziger als ich es war.

Wir werden für den Glauben streiten müssen
und um ihn ringen. Doch bewahr uns Christus
vor ungerechtem Wüten! Lassen wir
nicht über unserm Zorn die Sonne sinken!

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter Katholonien, Literatur | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Erster Adventsonntag

Frohes neues Kirchenjahr wünsche ich mit einem Adventskranz, heuer ganz schlicht,

Erster Adventssonntag

und einem Adventsblumenuntersetzer, noch schlichter.

Erster Adventssonntag

Allen Lesern wünsche ich einen gesegneten, gnadenreichen Advent!

Veröffentlicht unter Katholonien | Verschlagwortet mit , , | 3 Kommentare

Ein Weihnachtslied von mir!

Und zwar am Vorabend zum ersten Adventssonntag, damit die ganze Adventszeit über Zeit zum Memorieren des Textes ist (die Melodie dürfte wirklich bekannt sein).

Christgeburt
Melodie: Fest soll mein Taufbund… (GL 835)

Die Jungfrau hörte Gottes Ruf,
Und Er ist Mensch geworden.
Gott, der aus Liebe Menschen schuf,
Lässt Liebe überborden.
Weil wir in Schuld und Sünde sind,
Wird Gott zum hilflos kleinen Kind,
Um alle zu erlösen.

Der Herrscher über Zeit und All
Wird Mensch in dunklen Zeiten.
Das Kind in Bethlehem im Stall
Kommt aus des Himmels Weiten.
Ihn ehre heute alle Welt
So wie die Hirten auf dem Feld,
Die Engel und die Weisen.

Herr Jesus Christus, kleines Kind,
Du bringst uns wahres Leben!
Was diese Welt uns gibt, verrinnt,
Doch Du hast Dich gegeben
Als Gotteskind und Menschensohn
In Krippe und am Kreuzesthron,
Du gibst der Welt den Frieden.

Gott kommt in diese kranke Welt,
Lässt sie durch sich gesunden.
Er gibt sich selbst als Lösegeld.
Wir haben Ihn gefunden
In Krippe, Kreuz und Gottes Wort,
Nun wirkt Er in der Kirche fort
Und in den Sakramenten.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter Katholonien, Literatur | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 6 Kommentare

Heute: Andreas!

Andreas
Melodie: Wer nur den lieben Gott läßt walten

Andreas kam zum Jordanufer
Voll Sehnsucht nach der Gotteszeit.
Er ließ sich mahnen von dem Rufer:
„Macht unserm Herrn den Weg bereit!“
Dort stand, von heilgem Geist umweht,
Der Nazarener im Gebet.

Andreas hört‘ den Täufer sagen:
„Seht, Gottes Lamm trägt unsre Schuld!“
Er ging zu Jesus, Ihn zu fragen,
Erfuhr von Liebe und Geduld.
„Komm mit und sieh“, der Meister sprach,
Da folgte Ihm Andreas nach.

„Den Christus haben wir gefunden!“
Sein Bruder Simon folgte gleich,
Und beide gingen, zu bekunden
In Wort und Tat das Gottesreich.
Wer Jesu Liebeswort erzählt,
Gibt mehr als jedes Reich der Welt.

Herr, laß mich Deinen Weg bereiten
Und allen sagen, wer Du bist:
Der Welten trägt durch alle Zeiten,
Der Menschen Retter, Jesus Christ,
Der auch die schwerste Schuld vergibt,
Der ewig lebt und ewig liebt.

Aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015

Veröffentlicht unter Katholonien, Literatur | Verschlagwortet mit , , , , , | 3 Kommentare

Freiheit!

Ich hätte auch titeln können: Klappe! – und ich hätte auch damit die Männer vom Bund der katholischen Jugend gemeint und die anderen Männer, die mich deshalb „ultrakonservativ“ und daher abzulehnen finden, weil ich nicht Priesterin werden können will.

Also, Klartext, Ihr reformkatholischen Jungs:

Ich bin, Dank sei Gott, frei und kann zwar nicht von Euch unbelästigt, aber (hierzulande noch) im Wesentlichen unbehelligt der katholischen Lehre folgen und sie verteidigen. Daß ich von dieser Freiheit Gebrauch mache, findet Ihr ganz, ganz schlimm. Denn, so sagt Ihr, die katholische Kirche muss endlich mit der Zeit gehen, und deshalb darf es keinen „Zwangszölibat“ geben, und Frauen dürfen nicht von der Priesterweihe „ausgeschlossen“ werden. Zum ersten, zum Zölibat, kann ich Euch beruhigen – es gibt tatsächlich keinen Zwangszölibat. Es gäbe ihn, wenn Menschen verpflichtet werden könnten, Priester zu werden. Können sie aber nicht. Priester werden 1. Männer, die wirklich von Gott dazu berufen sind, 2. Männer, die irrtümlich annehmen, von Gott dazu berufen zu sein. In beiden Fällen wissen sie, daß damit der Zölibat einhergeht. Wenn sie den nicht wollen, werden sie halt was anderes als Priester – so einfach ist das. Sie dürfen das! Und kommt mir jetzt nicht mit den Fällen, in denen Priester sich mit dem Zölibat schwertun, es nicht halten, untreu werden. Ja, die gibts. Aber ebenso wie eheliche Treue verpflichtend ist, aber unglücklicherweise nicht immer gehalten wird, ist es mit priesterlicher Treue. Wobei ich annehme, daß die priesterliche Treue insgesamt etwas häufiger beachtet wird als die eheliche Treue (ich rede jetzt mal ausschließlich von katholischen Priestern und katholischen Eheleuten, der Vergleichbarkeit halber). Die Tatsache, daß es Untreue gibt, darf nicht dazu führen, alles, was Treue überhaupt erfordert, abzuschaffen.
Zu behaupten, es gebe einen Zwangszölibat, weil Priester zölibatär leben müssen, ist so logisch wie zu behaupten, es gebe einen Zwang zur Gesundheit, weil Piloten nicht chronisch krank sein dürfen.

Einer der gesprächigsten BdkJ-Verteidiger gab nun auf den Einwand eines Katholiken, die Bundesvorsitzende des BdkJ sei „Sooooooo jugendlich … aber auch nicht mehr“ (dem ich aus meiner 56jährigen Sicht nicht zustimme, aber sei’s drum) wörtlich kund:

Aber doch noch recht süss und im Kopf scheint sie auch was zu haben, das hebt sie denn schon aus einer Masse von Katholiken empor.

Ich will hier nicht weiter eingehen auf die Diffamierung eines bedeutenden Anteils der über 1,3 Mrd. Katholiken, sondern nur auf „doch noch recht süss“.

Merkt Ihr was, Männer? Da schwätzt ein Mann erst lange über die Notwendigkeit, Frauen Gerechtigkeit angedeihen zu lassen, und zwar in einer Form, die in Wahrheit weder gerecht noch passend ist – und dann ist das erste, was er über die von ihm geschätzte Bundesvorsitzende eines Verbandes, dessen Mitglied er vermutlich ist, dem er jedenfalls offenkundig große Sympathie entgegenbringt, zu sagen weiß: Sie ist doch noch recht süß.

Ich habe für die Betreffende keine besondere Sympathie, weil ich glaube, daß sie einem Verein vorsitzt, der die katholische Kirche in Deutschland empfindlich schädigt. Aber ich erkläre mich als Frau solidarisch mit jeder Frau, die von einem malefizienten Chauvinisten auf „noch recht süß“ reduziert wird, auch wenn er dann gnädig eine positive Bemerkung über ihren Geisteszustand nachschiebt.

Ihr Männer vom BdkJ, ZdK oder was auch immer, ich pfeife auf Eure Versuche, mich zu befreien aus den Klauen der katholischen Kirche. Ich bin da freiwillig und gerne, und ich weiß, daß Ihr eine besserwisserische Bande unzulänglich verkappter Chauvinisten seid. Ich brauche Euch nicht. Wenn Ihr eine Sekte gründen wollt, nur zu, die Welt steht Euch offen. Grundzüge einer Sekte habt Ihr ja schon.

Freiheit ist in der Kirche zu finden. Nicht in dem Popanz, den BdkJ, ZdK etc. daraus machen wollen. Nur in der katholischen Kirche bin ich frei, ich zu sein als Frau und Dichterin, als unzulänglicher und begeisterter Mensch mit meinen Bedürfnissen und Fähigkeiten und auch mit meinen Sünden, Fehlern und Schwächen – als eine, die dem Herrn gehört. Und nicht diesen Herrchen.

Veröffentlicht unter Häretisches, Katholonien | Verschlagwortet mit , , , | 10 Kommentare