Vortrag: Warum es keine katholischen Priesterinnen gibt

Mein nächster Vortrag in der Arche Potsdam rückt näher – diesmal zu einem kontroversen Thema. Weiterlesen

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Rosenkranz-Workshop

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Rosenkränze knüpfen und beten. Weiterlesen

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Ein Choral für die Kirche

Die Kirche
Melodie: Wenn ich, o Schöpfer, Deine Macht (GL 463)

Die Kirche steht auf festem Grund,
der Herr hat sie errichtet.
Sie ist des Glaubens treuer Bund,
den keine Macht vernichtet.
Sie ist des Herren liebe Braut,
von Ewigkeit Ihm angetraut,
sie atmet Seine Liebe.

Die Kirche preist zu aller Zeit
den Herrn in allen Sprachen.
Sie öffnet ihre Arme weit,
wo Traum und Bilder brachen.
Sie lehrt die Wahrheit, zeigt den Weg,
sie ist in Weltenflut der Steg
zu Gottes Wort und Liebe.

Die Kirche reicht die Helferhand
den Schwachen und den Kleinen.
Wer zu ihr seinen Heimweg fand,
kann sich mit Gott vereinen.
In ihr ist Christi Leib und Blut,
Versöhnungsdienst und Glaubensgut,
in ihr ist Christi Liebe.

Die Kirche bleibt in Ewigkeit
des Paradieses Pforte.
Sie kämpft und leidet in der Zeit,
bringt Licht an alle Orte.
Sie kommt, wie Gott verheißen hat,
sie ist die goldne Gottesstadt,
erbaut aus lauter Liebe.

Die Kirche hält in ihrem Schoß
mich liebevoll geborgen.
Sie ist im Sturm mein Halt und Floß
und Linderung der Sorgen.
Ich bin getauft, hab an ihr teil,
sie weist allein den Weg zum Heil,
sie weist den Weg zur Liebe.

© Claudia Sperlich

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Mariä Aufnahme in den Himmel

Du schliefst nur ein, ganz ohne Sterbensqualen.
Schon nahmst du wahr der frohen Engel Loben
Und fühltest dich erwachend hochgehoben
Von Jesu Händen mit verklärten Malen.

Die Schmerzen deines Lebens sind verstoben,
Kein Schwert im Herzen, keine Tränen fallen,
Doch voller Mitgefühl hilfst du uns allen –
Du Frau, in der mein Herr sich hat gewoben.

Du hohe Frau willst Gott und Menschen dienen
Und bittest Ihn und kommst zu Hilfe ihnen;
Er gibt dir Macht, zu helfen und zu heilen.

Maria, hilf uns auf dem Weg, dem steilen,
Gib uns die Hand, die uns zum Sohn will führen,
Gib uns dein Herz, dem Seinen nachzuspüren.

© Claudia Sperlich

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Zeitgemäß

Es gibt wenige Worte in der reichen deutschen Sprache, die ich wirklich verabscheue. Einige menschenverachtende Ausdrücke gehören dazu, suchen Sie sich einfach einen aus, und dann das Adjektiv „zeitgemäß“. Ich lese und höre es immer wieder – und mit steigendem Ekel.

„Zeitgemäß“ heißt: So, wie eine Mehrheit (oder auch nur eine Menge, die lauter schreit als andere) es haben will. Als zeitgemäß gelten Auffassungen immer dann, wenn sie anderen Auffassungen widersprechen, die einige Zeit vorher noch allgemein anerkannt wurden.

Ein „zeitgemäßer“ Umgang mit Sexualität wird von verschiedenen Parteien gefordert, das heißt, es soll endlich akzeptiert werden, daß jeder mit jedem immer und überall darf. „Zeitgemäß“ soll dann auch der Umgang mit möglichen Folgen von Sex sein – wegmachen, was nicht passt. „Zeitgemäßer“ Umgang mit Behinderten ist deren vorgeburtliche Abschaffung, zuweilen mit dem absurden Argument, der Behinderte würde seine Abschaffung ja selbst wollen, wenn man ihn fragen könnte.

„Zeitgemäß“ heißt im Grunde nur: „So, wie ich, der dies Wort gerade benutzt, annehme, daß meine Mitmenschen es wollen sollten.“ Es ist ein diktatorisches Wort, ein Wort, daß alles vom persönlichen Geschmack bis zu sozialen und wirtschaftlichen Fragen korsettieren will.

Zeitgemäß ist die hysterische Angst vor Krankheit, Behinderung und Alter. Zeitgemäß ist das Bedrängen von Müttern, „das“ doch „wegzumachen“, wenn „es“ gerade nicht passt, möglicherweise nicht gesund ist (und somit in diese Gesellschaft nie passen wird) oder dem Willen des Erzeugers widerspricht. Zeitgemäß ist die gnadenlose Verzweckung der Sexualität, die Degradierung zum Spaßfaktor (allenfalls noch mit dem therapeutischen Gedanken, daß es ja „gesund“ ist, Sex zu haben – als ob man aus Gesundheitsgründen miteinander ins Bett gehen wollen kann!).

Als katholische, alternde, unsportliche Dichterin mit Epilepsie bin ich nicht zeitgemäß. Zeitgemäß ist säkular, jung, sportlich, gesund und wirtschaftsorientiert. Aber dafür bin ich ewigkeitsorientiert, wie die Religionsgemeinschaft, der ich angehöre und die immer wieder bedrängt wird, „zeitgemäß“ zu werden. Sie wird es nicht, weil das ihrem Wesen widerspricht – Dank sei Gott.

Zeitgemäß ist ganz einfach Scheiße. Und nur eines dieser Wörter verabscheue ich wirklich.

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Sonett bei geistiger Dürre

Sie schrieb kein Wort an sieben Sommertagen
(Dabei kann dieses Weib, das alte, fette,
Im Grunde gar nichts andres als Sonette),
Doch schwirren ihr durchs Hirn des Alltags Plagen.

Verrammelt ist das Haupt mit einem Brette:
Sie kann sich dichtend nicht einmal beklagen.
Prosaisch hat sie eh nicht viel zu sagen,
Gedanken räsonnieren um die Wette.

Gedankenfetzen wirbeln in ihr nur
Chaotisch ohne jegliche Struktur,
Nicht ordentlich und jambisch und mit Reimen.

Doch schau, da hat, nach dürrer Tage sieben,
Sie eben doch noch ein Sonett geschrieben!
Vielleicht will schon das nächste in ihr keimen.

© Claudia Sperlich

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Ein lesenswertes Blog

Da ich im Moment wenig Zeit habe, verweise ich – statt selber zu bloggen – auf ein wunderbar weibliches Weblog, neu gefundene Perle der Blogoezese:

katholisch & feminin mit dem selbstbewußt katholischen Artikel Die Machtfrage in der Kirche.

Viel Freude beim Lesen!

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X451 – die Augustnummer ist da!

Da am 21. September der Marsch für das Leben in Berlin stattfindet, dreht sich in dieser Ausgabe von X451 alles um Lebensrecht, den Kampf dafür und die Verstöße dagegen.

Es schreiben:
Petra und Gregor Heiland – Marsch für das Leben. Ein Erlebnisbericht
Josef Bordat – Leben. Zwischen Materialwert und Menschenwürde
Claudia Sperlich – Weil ich gegen das Umbringen von Menschen bin
Sebastian Berndt – Warum ich gerne Laie bin
Athenagoras von Athen (+ um 190) – Aus der Bittschrift für die Christen an die Kaiser Marc Aurel und Commodus
Vorgestellt: Heiliger Papst Paul VI.

Herausgeber und Bestelladresse:

Sebastian Berndt
Emilienstraße 1
99817 Eisenach
fanzine@X451.de

Und da demnächst schon die ersten Lebkuchen zu erwarten sind, kommt hier auch schon eine Bitte um Spenden. X451 wird gratis verteilt, so wird es auch bleiben! Der Neuevangelisierungsvereins X451 e.V. freut sich über Unterstützung.

Spendenkonto X451 e.V.:
IBAN: DE 82 8305 0303 0011 0256 62
BIC: HELADEF1SAR (Kreissparkasse Saalfeld-Rudolstadt)

Viel Freude bei der Lektüre und herzlichen Dank für jede Hilfe!

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Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt

… das Lehre auch Moral enthält.

Es ist zum Heulen und Zähneknirschen, was man auf einem sich katholisch nennenden Portal an Äußerungen über die Lehre der katholischen Kirche findet! Die Argumentation geht dann so:

Es gibt Homosexualität, und es gibt vorehelichen Geschlechtsverkehr.
Die Kirche sagt, beides ist Sünde.
Aber weil es das gibt, muss es gut sein.
Also irrt die Kirche – und also muss man sie dahingehend reformieren, daß sie beides gut findet.

Keiner der vielen Menschen, die so argumentieren, würde folgendes behaupten:

Es gibt Tötungsdelikte.
Die Kirche sagt, das ist Sünde.
Aber weil es das gibt, muss es gut sein.
Also irrt die Kirche – und also muss man sie dahingehend reformieren, daß sie Tötungsdelikte gut findet.

Ein fünfjähriges Kind kann unmittelbar begreifen, daß diese Argumentation Unsinn ist. Dennoch wird sie immer wieder vorgebracht. Wenn man auf den Fehler hinweist, wird man belehrt:

Wissenschaftliche Forschungen haben ergeben, daß Homosexualität und vorehelicher Geschlechtsverkehr häufig sind; daß beide in einer körperlich und geistig vorwiegend gesunden Population vorkommen; daß es keinen Zusammenhang zwischen Homosexualität und/oder vorehelichem Geschlechtsverkehr und Armageddon / Klimawandel / Helene Fischer gibt. Und außerdem war Michelangelo auch schwul.

Hier sind die Fünfjährigen vielleicht überfordert; fragen wir die Zwölfjährigen.
Erstens: Ich brauche keine wissenschaftlichen Untersuchungen, um zu wissen, daß Sünden gegen das 6. Gebot häufig sind. Es hat sich auch so herumgesprochen. „Häufig“ und „gut“ ist aber zweierlei.
Zweitens: Auch wenn einige Dinge (vermutlich aber nicht Helene Fischer) eine Folge der Sündhaftigkeit des Menschen sind, sagt kein Kirchenlehrer und überhaupt kein Katholik, der alle fünf Sinne beisammen hat, daß Verstöße gegen das 6. Gebot zum Weltuntergang oder anderen globalen Schadensereignissen führen. Auch steht in keinem kirchlichen Dokument geschrieben, daß die Genialität eines Menschen mit vollkommener Sündenfreiheit einhergeht.
Und drittens macht die Kirche im Gegensatz zur Welt einen Unterschied zwischen Veranlagung (die sich niemand aussucht) und Ausleben dieser Veranlagung. Man kann durchaus das eine sein und das andere lassen.
Was übrigens „vorwiegend gesund“ ist, hat die Wissenschaft nicht restlos geklärt. Denn man kann Krankheit recht gut definieren, nicht aber Gesundheit.

Wer ständig mit pseudowissenschaftlichen Argumenten versucht, die kirchliche Lehre zu sabotieren, hat im Grunde längst seine eigene synkretistische Sekte gegründet mit den Göttinnen der Herrschenden Meinung und der Wellness.

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Neuevangelisierung ohne Phrase

Der Theologe Magnus Striet findet die Rede von Neuevangelisierung seltsam phrasenhaft.

Bloggerkollegin Mary of Magdala hat ihn dafür hier gebührend abgewatscht, wofür ich ihr herzlich danke.

Von mir noch einige Erklärungen. Nein, Neuevangelisierung ist keine Phrase, sondern die sachliche Bezeichnung eines notwendigen Vorgangs in Gebieten, die früher mal durchgehend evangelisiert waren, diesen Schatz aber im Laufe des Kulturkampfes (oder wann auch immer) verloren haben. Gebiete wie Deutschland.

Neuevangelisierung geschieht auf verschiedene Weise; dort, wo sie im Wortsinn ansprechend ist, geht sie meist von kleinen, nicht übertrieben organisierten Gruppen aus. Manche dieser Gruppen haben sich aber schon zu sehr erheblicher Größe entwickelt.

Ich nenne im Folgenden wenige Beispiele, die mir spontan einfallen.

Der Drei-Minuten-Katechismus, 3mc, ist eine in Trickfilmmanier gezeichnete Katechismusreihe, die als Doppel-CD und auf Youtube zu haben ist. Der Priester Johannes Maria Schwarz erklärt hier alle Grundlagen des katholischen Glaubens in witziger und doch nie flacher Manier für Menschen ab zwölf Jahren – wobei man auch als Erwachsener Gewinn aus diesen Filmchen ziehen kann.

Solide Katechese für Jugendliche (und auch wieder: von Erwachsenen mit Gewinn lesbar) bietet die Internetseite der Karl-Leisner-Jugend – ein Zusammenschluss von Priestern und Laien des Bistums Münster, der sich lehramtstreuer Katechese verschrieben hat. Man kann dort übrigens auch T-Shirts mit Aufdruck kaufen, die in ihrer Art durchaus missionarisch sind. Jedenfalls wenn man sie mit freundlichem Gesicht trägt.

In Berlin-Tegel gibt es den Mittwochsklub, der sich auf facebook so vorstellt:

Wir sind von Gott zu Priestern, Propheten und Königen berufen… und was MACHEN wir nun mit dieser Berufung?
Wir wollen:
– im Alltag Raum für den Glauben schaffen
– neue Formen des Laienapostolats entwickeln und erproben
– bestehende Initiativen miteinander vernetzen und Synergieeffekte ermöglichen
– Ungetaufte und kirchenferne Menschen für Jesus Christus begeistern.
Dafür brauchen wir Euch — mit Euren Begabungen und Euren Ideen!

Man trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat nach der Vesper in einem Gemeindesaal, kocht, isst, wäscht ab und redet über Gott und die Welt. Aus diesem mal kleinen, mal größeren Kreis – offen für alle haben sich weitere Aktivitäten entwickelt. Zunächst in der Gemeinde Herz Jesu Tegel eine im Aufbau begriffene, aber bereits beachtliche katholische Bücherei mit regelmäßigen Lesungen sowie der „Krabbelbrunch“ für Eltern mit Kleinkindern. Für die Kleinen gibt es auch bei den Bibliothekstreffen reichlich Spielgelegenheit.
Ich selber (in einer anderen Gemeinde zu Haus) habe mich von der Verve der Organisatoren anstecken lassen, mache bei der Bücherei mit und werde in meiner Heimatgemeinde im Oktober einen Rosenkranz-Workshop leiten und im Folgenden jeden Monat einen Vortrag zu einem kirchlichen Thema halten.

Vorträge zu katholischen Themen gibt es auch jeden Dienstag in der Arche Potsdam – da fand in dieser Form Katechese für Erwachsene schon statt, als die Stasi noch schnüffelte. Herr Striet behauptet, Neuevangelisierung und das Ernstnehmen der Wahrheit seien „rhetorisches Spiel“. Über die Arche Potsdam gibt es Stasi-Akten – da waren immerhin Menschen, die die Neuevangelisierung als ernste Bedrohung ansahen und nicht als „Spiel“. Fast wünsche ich, Herr Striet möge sich an der Stasi ein Beispiel nehmen.

Vision 2000 (Österreich) und X451 (Deutschland) sind zweimonatlich auf Spendenbasis erscheinende katholische Zeitschriften auf hohem Niveau und mit dem Ziel, Katholiken Mut zu machen, den katholischen Glauben zu erklären und zu feiern. Ich empfehle Herrn Striet die Lektüre von beiden.

Die Blogoezese – seit 2005 die scherzhafte Bezeichnung der katholischen deutschsprachigen Blogger – ist formal keine Organisation; es ist der lockere Zusammenschluss von Bloggern, die als Katholiken vorwiegend über katholische Themen bloggen. Auch ich gehöre dazu und weiß, daß eine Leserin durch meine Beiträge bewegt wurde, zur katholischen Kirche zurückzukehren, und daß ich eine kleine treue Leserschaft habe, der ich hie und da katholisches Wissen vermitteln und Mut machen kann. Mein Blog ist ein Teil meines Laienapostolats – das gilt für jeden Blogozesanen.

In der keineswegs nur von Kranken besuchten Kapelle des Gertrauden-Krankenhauses in Berlin finden immer wieder charismatische Lobpreis-Gottesdienste statt, an die sich regelmäßig ein geselliger Teil im Pavillon anschließt. So mancher Beter hat hier überhaupt erst Basisinformationen über die katholische Kirche erhalten.

Die Charismatische Erneuerung in der katholischen Kirche besteht auch nicht erst seit gestern, wächst und zieht mit ihrer Begeisterung immer wieder Menschen an, die der Kirche vorher eher skeptisch gegenüberstanden.

Nightfever ist eine seit 2005 bestehende, längst deutschlandweite und inzwischen weltweite Aktion junger Menschen zur Evangelisation durch spätabendliche Eucharistische Anbetung und spontanes Einladen von Passanten. Die Nightfevergottesdienste sind immer gut besucht, und ich habe schon erlebt, daß zwei junge Türken bei der vorherigen Messe und der Anbetung bis zum Schlußsegen dabei waren und hinterher begeistert sagten, wie schön, wie ruhig und wie harmonisch das gewesen sei.

Dies sind die wenigen und ganz subjektiven Einwürfe einer ganz kleinen Katholikin. Striet soll sich warm anziehen, wenn er abfällig über die Neuevangelisierung schwätzt.

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Mein ist die Rache, spricht Gott.

So steht es in Deuteronomium 32,35 (die Einheitsübersetzung mildert ab zu „Strafe“, was schlichtweg falsch ist).

Paulus zitiert Deuteronomium in Röm. 12,19: Übt nicht selbst Vergeltung, Geliebte, sondern lasst Raum für das Zorngericht Gottes; denn es steht geschrieben: Mein ist die Vergeltung, ich werde vergelten, spricht der Herr.

Gott und kein anderer hat das Monopol auf Rache. Ob und wie Er davon Gebrauch macht, ist Seine Angelegenheit; es ist allerdings bekannt, daß Er weit lieber verzeiht und erzieht als dreinschlägt (und daß Sein Dreinschlagen im Grunde ebenfalls der Erziehung dient).

Regelmäßig fordern nach einem besonders scheußlichen Verbrechen gefühlte 50% der deutschsprachigen Erwachsenen Folter und Mord durch den Mob. Leider sind unter diesen Menschen auch Christen.

Das Gefühl der Peinlichkeit, Nationalität und Religion mit einem Lynchmob zu teilen, hat mich heute morgen nicht einmal während der Heiligen Messe ganz verlassen. Zwar ist das ein törichtes Gefühl, und das Christentum beruht nicht auf Gefühlen, sondern auf Vernunft und Glauben. Leider muss ich mir das wieder einmal ganz überdeutlich selbst sagen angesichts der Horden von Möchtegern-Killern und angesichts der sich ihnen anschließenden Christen.

Es liegt leider (vermutlich seit dem Sündenfall) in der menschlichen Natur, nach Rache zu schreien und die auch gerne selbst vollstrecken zu wollen. Wer Rache übt, setzt sich aber an Gottes Stelle. Die Bibel ist hier sehr deutlich:

Spr. 20,22: Sag nicht: Ich will das Böse vergelten. Vertrau auf den Herrn, Er wird dir helfen!

1. Thess. 5,15: Seht zu, dass keiner dem andern Böses mit Bösem vergilt, sondern bemüht euch immer, einander und allen Gutes zu tun!

Selbst wo ich einem Menschen ob seiner Tat nichts Gutes mehr wünschen kann, einfach weil das meine seelischen Kräfte übersteigt (natürlich sollte ich für ihn beten und ihm Bekehrung wünschen!), kann ich zumindest unterlassen, Böses mit Bösem zu vergelten. Unterlassen, Rache zu nehmen oder dazu aufzufordern. Die Absurdität unterlassen, durch etwas nach Gottes Wort Böses wie Gott sein zu wollen. Denn das kommt heraus, wenn man Rache übt.

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Gebet an wolkigen Tagen

Jesus, hilf den armen Irren,
Die Dein Wort so wüst verwirren,
Die ganz ohne Scham und Scheu
Fordern kirchliche Reformen
fern von lehramtstreuen Normen –
Du allein machst alles neu.

Jesus, hilf auch jenen Narren,
Die so fest darauf beharren,
Dich in der Natur zu sehn,
Dich im Walde aufzuspüren –
Wolle sie doch dorthin führen,
Wo die Tabernakel stehn.

Jesus, heile die Idioten,
Diese Grünen, Braunen, Roten,
Die verlangen nach der Macht.
Segne ihre Denkerstirnen
Und mach Licht in ihren Hirnen,
Treibe fort die trübe Nacht.

Jesus, meine Schritte lenke,
Wenn ich wieder mal bedenke
Nichts so sehr wie meinen Wanst.
Ist mir wieder mal nach Keifen,
Lass mich nicht das Wort ergreifen.
Jesus, hilf mir – weil Du’s kannst.

© Claudia Sperlich

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