Fünf Vorträge im März

Update: Es kommt noch einer hinzu.
Eigentlich sind es nur vier, aber einen halte ich gleich zweimal.
Zunächst in Heilig Kreuz, Berlin-Wilmersdorf, nach einigem organisatorischen Hin und Her nun wirklich so:

Warum gibt es keine katholischen Priesterinnen?
Vortrag

Dienstag, 3. März
19.30 Uhr
Hildegardstraße 3a, 10715 Berlin-Wilmersdorf
Carl-Sonnenschein-Saal (Pfarrhaus links neben der Heilig-Kreuz-Kirche, 1. Stock)

Ein Obolus von 5,00 € ist erbeten.

*

Auch in Potsdam werde ich sprechen.

Arche Potsdam
Erhöhung und Leiden Jesu Christi im Rosenkranz
Betrachtung

Dienstag, 10. März
19.30 Uhr
Am Bassin 2, 14467 Potsdam
schräg gegenüber der Peter-und-Paul-Kirche

Im Rosenkranz betrachten wir glaubenswichtige Stationen im Leben Jesu. In die Fastenzeit passen besonders die schmerzhaften Geheimnisse – und die lichtreichen, die in engem Zusammenhang mit der Leidensgeschichte stehen. Beide Gesätze erläutere ich anschaulich anhand der neutestamentlichen Quellen und des geschichtlichen Umfelds.

*

Sodann gibt es in Spandau (aus Wilmersdorfer Sicht also fast schon „in der Ferne“) drei Vorträge in der Fastenzeit:

Warum gibt es keine katholischen Priesterinnen?
Vortrag

Freitag, 13. März
17.30 Uhr (im Anschluß an die Messe um 17.00 Uhr)
St Marien am Behnitz
Behnitz 9, 13597 Berlin
Nähe U-Bahnhof Altstadt Spandau
Eintritt frei

Wer braucht heute noch Selige und Heilige?
Vortrag

Freitag, 20. März
17.30 Uhr (im Anschluß an die Messe um 17.00 Uhr)
St Marien am Behnitz
Eintritt frei

„Unbefleckte Empfängnis“ – kann man das glauben?
Vortrag

Freitag, 27. März
17.30 Uhr (im Anschluß an die Messe um 17.00 Uhr)
St Marien am Behnitz
Eintritt frei

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Ökumene in Friedenau

Heuer war die katholische Marienkirche in Berlin-Friedenau Gastgeberin des jährlich stattfindenden ökumenischen Gottesdienstes innerhalb der Gebetswoche für die Einheit der Christen.
Die anwesenden Geistlichen waren

Katholiken: ein Pfarrvikar, ein Dekan, ein Kaplan (Salvatorianer), ein Pfarrer (Franziskaner),
Orthodoxe: ein griechisch-orthodoxer Archimandrit, ein dito Priestermönch, ein syrisch-orthodoxer Priester,
ein altkatholischer Dekan,
ein baptistischer Pastor,
zwei evangelische Pfarrer, ein dito Prädikant,
eine Frau von der Neuapostolischen Kirche,
eine evangelisch-methodistische Pastorin.

Die Neuapostolische Kirche stellte den hervorragenden A-Capella-Chor – ich bin wirklich der Bewunderung voll. Die gemischte Gemeinde sang aus de katholischen Gotteslob, und unser Organist Dr. Knappe gab sein Bestes.

Ich war etwas skeptisch gekommen, mein Sinn für Ökumene ist nicht so ausgeprägt. Aber hier wurde schnell klar: Es gibt weit mehr Verbindendes als Trennendes. Mir als Katholikin stehen von „den anderen“ sicher die Orthodoxen mit ihren Gewändern und ihrer zugleich fröhlichen und feierlichen Art näher als die anderen Konfessionen. Aber es war schön, feierlich und anrührend und ganz und gar vom Geist christlicher Liebe getragen, daß jede Konfession zu Wort kam und das gemeinsame Ziel offenkundig war, Gott zu preisen, Ihm und einander zu dienen.

Als erste Lesung hörten wir die Schilderung vom Schiffbruch auf Malta (Apostelgeschichte 27,18-28,10) – und der Satz „Sie waren uns gegenüber ungewöhnlich freundlich“ stand als Motto über dem Gottesdienst. Es folgte das Evangelium nach Markus 16,14-20 – erst in neugriechischer, dann in italienischer und dann in deutscher Sprache.

Die Predigt zur Apostelgeschichte fand ich eine Spur zu lang, aber nicht schlecht – es ging um den Begriff der Gastfreundschaft, und gut fand ich, daß dabei auch das freudige Staunen über den noch fremden Gastfreund Thema war.

Wir sprachen gemeinsam das Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel. Es folgte eine Zeichenhandlung. Im Altarraum war ein veritables kleines Segelschiff aufgebaut, auf den Stufen lagen Rettungswesten mit großen Beschriftungen. Die Rede war davon, daß die verschiedenen Konfessionen in einem Boot sitzen – und daß es im Falle eines Sturmes auch Rettungswesten gibt, nämlich Versöhnung, Einsicht, Hoffnung, Vertrauen, Kraft, Gastfreundlichkeit, Umkehr und Großzügigkeit. Um diese den Frieden rettenden Eigenschaften beteten wir.

Das Vaterunser wurde erst von dem Syrisch-Orthodoxen in aramäischer Sprache gesungen – das klang sehr schön und feierlich. Dann beteten wir es gemeinsam auf Deutsch.

Nach Friedensgruß, Sendungswort, Segensbitte und Schlußchoral war noch Gelegenheit zum Plaudern im Pfarrsaal. Ich ging aber gleich nach Hause, hatte nicht mehr solche Lust auf Plauderei.

Zu den Erkenntnissen des Abends gehört:
– Ökumene geht sicher nicht immer reibungslos, aber gute, erfüllende und frohe ökumenische Gottesdienste sind möglich.
– Dazu ist sehr förderlich, wenn weit mehr zu Gott als von irgendetwas anderem gesprochen wird. Sollte man eh öfter so halten.
– Die Neuapostolische Kirche wird sicher nicht meine – aber die Gemeinsamkeiten mit der Katholischen Kirche sind weitaus größer als ich dachte.
– Die beiden geistlichen Frauen waren in Zivil, und ich finde Ornat oder Talar einfach besser. Ich könnte mal darüber bloggen, warum.
– Auch wenn jeder einzelne heimlich und voll besorgter Liebe gebetet hat „Lass sie alle zu meiner Glaubensrichtung konvertieren“, tut das dem ökumenischen Gedanken keinen Abbruch. Wir waren in Christi Namen und damit um Christus versammelt.

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Hörnchen posiert

Ich habe zwar leider gerade keine gute Kamera, sondern nur das Tablet, und außerdem photographiere ich durch das geschlossene und nicht eben saubere Fenster. Aber Hörnchen posiert so schön, da musste ich die Gelegenheit nutzen! Es will mir wohl zeigen, wie schön seine Ohrpuschel gewachsen sind. Das ist ein Zeichen von Frühlingsgefühlen.

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Geheimnisvoller Rosenkranz

So heißt eine Sendung von mir vom 30. Januar auf Radio Horeb, und nun denke ich endlich auch mal hier an den Podcast.

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Fad und düster

… wird die Welt dort, wo keine überzeugten Christen mehr sind.

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.

Mt. 5,13-16

Ungesalzener Einheitsbrei, trübe Aussichten – das ist das Menschenlos einer Welt, die auf das Christentum verzichten will (und eines säkularisierten Christentums, das sich nur noch als soziales Gimmick versteht).

Seien wir Salz in der Suppe der Gesellschaft, und stecken wir der Welt ein Licht auf!
Seien wir als Christen kraft- und phantasievoll, bringen wir Freude am Gebet und eine Kultur des Lebens.
Seien wir als Christen hilfsbereit, nicht um selbst zu leuchten, sondern damit unsere Taten die Welt zum Leuchten bringen und auf die Stadt auf dem Berge, das Himmlische Jerusalem, weisen.

Bilden wir christliche Dörfer, nicht um uns abzuschotten, sondern um der Welt unsere aromatischen Speisen und das helle Licht zu zeigen.
Seien wir laut gegen Unrecht.
Versalzen wir den Machthungrigen die Suppe.

Das alles können wir, wenn wir darum beten. Ohne Gebet sind wir bloß das oben erwähnte säkularisierte Christentum und dann bald nicht mal mehr das. Ohne Gebet wird aus Salz und Licht über kurz oder lang etwas Giftiges und Grelles. Wenn wir uns aber immer wieder betend klarmachen, daß Gott unser einziger Herr ist, daß am Ende Er das Sagen hat und sonst keiner, dann können wir in aller Demut tun, was gut ist. Dann kommen durch Salz und Licht Geschmack und Farbe der Welt zur Geltung.

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Mein ganz naiver Glaube

Die Kirche durchlebt eine schwere Krise, eine Krise des Glaubens, des Vertrauens, verursacht durch alles Mögliche, von schlampiger Katechese bis zu körperlichem und seelischem Mißbrauch Schutzbefohlener. Spaltungen und Häresien gehören zu den Folgen. Statt mit einer demütigen Aufarbeitung haben wir es nun in Deutschland mit dem Synodalen Irrweg zu tun, bei dem Verkündung und Mission keine Themen sind, dafür aber Struktur, Struktur, Struktur. Das ist schauerlich.

Ich frage mich allerdings: Glaubt denn irgendjemand, es habe nie ähnlich schwere Krisen in der Geschichte der Kirche gegeben? Sie ist aus mindestens ebenso schweren Krisen nicht nur siegreich, sondern gestärkt hervorgegangen!

Zur Zeit erlebe ich, daß die Kirche, in die ich als junge Frau begeistert eingetreten bin und der ich als nicht mehr junge Frau mit noch größerer Begeisterung angehöre, Erschütterungen erlebt – teils von einigen sogar hochrangigen Mitgliedern verschuldet, zum größeren Teil als üble Frucht jahrzehntelanger Mängel in der Katechese. Allerdings denke ich bei letzterem Punkt: Wir sind doch alphabetisiert. Wer sich für die Kirche interessiert, kann auch herausfinden, was ihre Lehre ist und bedeutet. Zumal in Internetzeiten, wo man die Schriften sämtlicher Kirchenväter und -mütter, alle päpstlichen Verlautbarungen, Biographien von Heiligen und anderen bedeutenden Katholiken lesen kann, ist „Das hat mir niemand beigebracht“ nah an der faulen Ausrede.

Verbrecher in den eigenen Reihen, ein trotziges Abwenden der Welt aufgrund von mangelnder Katechese und mangelnder Strahlkraft der Kirche;
innerkirchliche Grabenkämpfe zwischen „Tradis“ und „Modernisten“ („Alte Messe und sonst nichts“ gegen „Nächstenliebe und Ökumene retten die Welt“);
eingezwängt in der Mitte eine kleine Schar ganz naiver Gläubiger, die einfach glaubt, wenn Jesus das und das gelehrt hat und für uns gestorben und auferstanden ist, dann ist das einfach so, das glauben wir und Punkt –
so stellt sich die Kirche (nicht nur) in Deutschland derzeit dar, und das sieht nicht schön aus.

Aber sie ist die Braut Christi, auch wenn man das gerade nicht so leicht erkennen kann, auch wenn man dazu meinen möchte „Der Bräutigam hat einen komischen Geschmack“. Er ist mein und ihr Herr und Bräutigam, sie ist meine Mutter und Heimat. Je mehr ich mich lesend, hörend und betend mit ihr beschäftige, desto mehr erkenne ich ihre wunderbare Größe und Güte. Sie ist nicht eine prinzipiell gute Organisation, in deren Reihen leider viele Unfähige und Böse sind, sondern sie ist die gottgegebene Mutter, die auch Böse und Unfähige in ihren Armen hält.

Die Motive des Synodalen Irrwegs kenne ich nicht; ich möchte nicht annehmen, daß sie von Grund auf böse sind. Wahrscheinlich halten die meisten Teilnehmer es für wirklich gut, wenn Liturgie und kirchliche Lehre trivialisiert und beliebig gemacht werden. Aber um die Kirche in ihren Grundfesten zu ändern, muss man davon ausgehen, daß ihre Grundfesten nichts mit Gott zu tun haben. Da frage ich mich aber schon: Warum sollte man sich dann die Mühe machen, die Kirche zu ändern? Wenn sie nicht von Gott kommt, kann man doch auch was anderes machen, was einem leichter fällt und mehr Freude bringt – oder?

Ich glaube, sie kommt von Gott, und ich freue mich darüber. Deshalb bleibe ich in meinem ganz naiven Glauben in der Kirche, bei Jesus Christus, so gut ich es kann.

Die Kirche
Melodie: Wenn ich, o Schöpfer, Deine Macht (GL 463)

Die Kirche steht auf festem Grund,
der Herr hat sie errichtet.
Sie ist des Glaubens treuer Bund,
den keine Macht vernichtet.
Sie ist des Herren liebe Braut,
von Ewigkeit Ihm angetraut,
sie atmet Seine Liebe.

Die Kirche preist zu aller Zeit
den Herrn in allen Sprachen.
Sie öffnet ihre Arme weit,
wo Traum und Bilder brachen.
Sie lehrt die Wahrheit, zeigt den Weg,
sie ist in Weltenflut der Steg
zu Gottes Wort und Liebe.

Die Kirche reicht die Helferhand
den Schwachen und den Kleinen.
Wer zu ihr seinen Heimweg fand,
kann sich mit Gott vereinen.
In ihr ist Christi Leib und Blut,
Versöhnungsdienst und Glaubensgut,
in ihr ist Christi Liebe.

Die Kirche bleibt in Ewigkeit
des Paradieses Pforte.
Sie kämpft und leidet in der Zeit,
bringt Licht an alle Orte.
Sie kommt, wie Gott verheißen hat,
sie ist die goldne Gottesstadt,
erbaut aus lauter Liebe.

Die Kirche hält in ihrem Schoß
mich liebevoll geborgen.
Sie ist im Sturm mein Halt und Floß
und Linderung der Sorgen.
Ich bin getauft, hab an ihr teil,
sie weist allein den Weg zum Heil,
sie weist den Weg zur Liebe.

© Claudia Sperlich

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Was am Katholizismus so klasse ist: Die Ästhetik der Macht!

Den Ausdruck habe ich aus einem Dokument des Synodalen Irrweges; dort heißt es: „Die Ästhetik der Macht zeigt sich in der Liturgie, aber weit darüber hinaus im Erscheinungsbild der katholischen Kirche.“ Und natürlich findet man diese Ästhetik ganz schlimm; kurz darauf ist von Klerikalismus die Rede.

Ich hingegen bin froh, daß die Liturgie von einer Ästhetik der Macht geprägt ist. Denn es ist die Allmacht Gottes, die hier mit den kleinen menschlichen Möglichkeiten „gezeigt“ wird. Natürlich kann man Gott und Seine Allmacht nicht zeigen – aber Er gab uns Phantasie, Anteil an Seiner Schöpferkraft – und deshalb können wir im heiligen liturgischen Spiel auf Gottes Macht (und Seine Güte und Liebe) hinweisen. Die Liturgie ist der Rahmen des unbegreiflichen, heiligen Geschehens, daß Jesus Christus Brot und Wein zu sich selbst wandelt, sich selbst uns ausliefert. „Der Glaube soll den Mangel der Sinne ergänzen“, heißt es bei Thomas von Aquin.

Verliebte können einander nicht hoch genug preisen. Gott ist so verliebt in uns Menschen, daß Er nach unserem Totalversagen Mensch geworden ist, um uns zu erlösen. Menschen, die ihrerseits so verliebt sind in Gott, daß sie Ihm alle Ehre erweisen – und das auf die schönste ihnen mögliche Weise – machen es richtig.

Aber der Klerikalismus! Jesus hat auch nicht prächtige Gewänder getragen!

Die Messe ist kein Reenactment. Der Priester trägt prächtige Gewänder, weil er darunter als Person verschwinden soll – die Pracht gilt dem Herrn, nicht Seinem Diener. (Diese simple Wahrheit wurde zwar schon sehr oft gesagt, aber die Redebeiträge beim Synodalen Irrweg zeigen, daß es noch nicht oft genug war.)

Die Schönheit der priesterlichen Gewänder, der liturgischen Geräte, der Kirchengebäude, einfach aller Dinge, die zur Ehre Gottes dienen, soll ins Auge fallen (und in Ohr und Nase dringen, wie Gesang und Weihrauch). Sie ist aber nicht Teil eines Events zum Amüsement des Menschen, sondern Dienst und Preisung, zu Gottes Ehre zuerst, und dann zur Freude der Menschen, weil es Freude machen soll, Gott zu ehren. Die Ästhetik der Macht ist im katholischen Sinne das, was Menschen tun können, um den unbegreiflich großen Gott doch ansatzweise begreifbar zu machen und zu begreifen.

Unser Verstand ist auf die Sinne angewiesen – was wir nicht mit den Sinnen wahrnehmen können, entzieht sich dem Verstehen. Wir zeichnen Punkte und Linien (die beide keine Ausdehnung haben und also eigentlich nicht darstellbar sind), um mathematische Vorgänge zu erfassen. Wir machen Skizzen, wenn uns die Worte fehlen, illustrieren unsere Gefühle mit Bildern und Klängen. Umgekehrt können wir unsere Gefühle durch sinnliche Wahrnehmung beeinflussen. Musik und bildende Kunst können uns in frohe oder traurige, ausgelassene oder wehmütige Stimmung versetzen. Die Bauweise und Ausstattung einer Kirche ist im Idealfall dazu angetan, ehrfürchtiges Staunen zu erwecken – und zwar nicht zuerst über die künstlerische Fertigkeit, sondern über den, dem das alles gilt, über Gott.

Die Liturgie ist von dieser Ästhetik der Macht geprägt. Der helle Glockenklang zum Einzug, das feierliche Schreiten, die prächtigen Gewänder, die Ministranten (je mehr, desto feierlicher), die Verneigung vor dem Altar und damit vor Jesus Christus (spätestens hier wird klar, daß der Priester sich als Diener versteht) – schon der Beginn einer Messe ist ein ästhetischer Hinweis auf den Allmächtigen. Wir bekennen unsere Kleinheit vor Ihm, hören staunend Sein Wort, feiern Seine Gegenwart. Das Erheben von Hostie und Kelch, Fleisch und Blut des Herrn, ist der feierlichste Augenblick. Daß überhaupt der Herr hier physisch erhoben wird, der Priester niederkniet, ist Zeichen der Ehrfurcht vor Ihm. Zeichen sind wahrnehmbar, sind und haben eine Ästhetik.

Wenn das nun alles wegfiele oder auf alltägliche Schlichtheit verkürzt würde, wenn der Priester in Alltagskleidung aufträte wie eine Mutter, die ihren Kindern die Schulbrote streicht, wäre die Messe vielleicht noch irgendwie freundlich und rührend, aber nicht mehr. Die Wandlung geschähe, aber das Gespür dafür ginge verloren. Das Sumieren der Hostie wäre eine Abfütterung.
Diesen Eindruck der Abfütterung kann man zuweilen durchaus haben. Das ist traurig und lässt auf Mängel schließen – ob in der Katechese, dem Glaubensverständnis oder der Liturgie, ist von Fall zu Fall verschieden. Solche Mängel zeigen erst recht, wie wichtig die Ästhetik zur Ehre Gottes und zum Heil der Menschen ist. Die Liturgie soll uns ja ergreifen, soll uns vor Augen führen, wie Gott ist: unfassbar groß, allmächtig, liebevoll, menschenfreundlich und in der Eucharistie klein und zerbrechlich und zugleich Leib und Seele nährend. Wir sind in der Messe Zeugen und Nutznießer eines unbegreiflich großen, geheimnisvollen, heilsamen, schönen Geschehens. Die Ästhetik der Macht Gottes, so gut Menschen sie eben abbilden können, ehrt Ihn und hilft uns, das wenigstens ansatzweise zu begreifen.

Die Ästhetik der Macht zeigt auf den Allmächtigen – sie zu verkürzen, heißt Ihn mißachten.

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Heidenrespekt vor der Kirche

Mein Vater Martin Sperlich war bis zu seinem Tode Atheist, und er war mit Leib und Seele Kunsthistoriker. (Wie das zusammenpasst, verstehe ich immer weniger.) Vermutlich durch seine innige Beschäftigung mit Kunst und Kunstgeschichte hatte er vor dem Christentum und der Kirche einen Heidenrespekt. Vieles darin blieb ihm zwar fremd. Aber sein ausgeprägtes ästhetisches Empfinden, sein Sinn für Schönheit, ließ ihn modernistische Tendenzen in der Kirche (und ganz besonders die Verschandelung des Innenraums so mancher alter Kirchen) sehr argwöhnisch betrachten. Er hatte dabei einen großen Scharfblick für gute moderne Kunst (wer sich mit der Restaurierung des Schlosses Charlottenburg nach dem Krieg befasst, weiß das), und als ich ihm den Dom zu Münster zeigte, war er hell begeistert von Georg Meistermanns Fenstern und wurde geradezu hymnisch vor Bert Gerresheims Kreuzweg.

Aber Kitsch, Plattheit und bloßes Dekor waren ihm zuwider. Von vielen Tischaltären behauptete er, sie wirkten, als sollen darauf Jungfrauen geschlachtet werden – und ich stimme ihm bis heute zu, obwohl ich Novus-Ordo-Messen liebe.

So schüttelreimte er 1972 angesichts der neuen Ausstattung des Würzburger Domes:

Würzburg

Straft uns der HErr mit Wirtschaftswunderplagen,
darf sich selbst in Sein Haus der miese Plunder wagen;

Wie konnte dieser Dom anheim den Laffen fallen?
Weil hier vom „Geist der Zeit“ neumodsche Pfaffen lallen.

Der gerade zu durchleidende Synodale Weg hat zwar nichts mit Kunst zu tun (und das meine ich in jedem Sinne, der einem dabei einfallen mag). Aber mit Zeitgeist. Und genau dies zeitgeistige Geschwätz macht weder vor Dichtkunst noch vor bildender Kunst Halt.

Glauben Sie mir nicht? Sehen Sie selbst, was mir zuflog – eine „Meditation“ zu Beginn der ersten Synodalversammlung.

… nachspüren…
der Kopf gehalten von der Wirbelsäule,
die Augen sind geradeaus gerichtet. Im rechten Winkel zum Leib. Egal ob sie geöffnet oder geschlossen sind,
aufrecht und auf Augenhöhe stehen Sie da.
Die Arme hängen am Rumpf.
Ein paar Minuten dastehen und erwägen, wie Gott, mein Schöpfer und Herr, mich liebevoll anschaut.

„Die Arme hängen am Rumpf“ ist nun zwar preiswürdig, kommt Ringelnatz und seinen Turngedichten nahe – aber ach, das war gar nicht gemeint. Mit ringelnatzschem Humor ausgestattet, hätten ein Synodaler Weggefährte vielleicht gesagt:

Durchhalten!
Kopf hoch! Rückgrat durchdrücken!
Augen geradeaus! Rechtwinklig gucken!
Augen auf oder zu – egal,
Hauptsache aufrecht und auf Augenhöhe!
Die Arme hängen am Rumpf!
Paar Minuten noch! Stehen! Denken!
Gott ist Schöpfer und Herr!
Gott sieht uns, Gott liebt uns!
Wegtreten!

Und dann hätte der Synodale Weg vielleicht eine sicherere und katholischere Gangart. Aber Humor – also die heitere Grundstimmung, die sich erst über sich selbst und dann über die Welt amüsieren kann – scheint dort zu fehlen.

Es geht beim Synodalen Weg bislang wesentlich um die Forderung nach Frauenpriestertum und nach der Aufhebung des priesterlichen Zölibats. Die Frage, ob es katholische Priesterinnen geben darf, ist längst entschieden: Nein, geht nicht. Wer möchte, kann meinen Vortrag hierzu hören. Die Frage nach dem verpflichtenden priesterlichen Zölibat ist etwas schwieriger, da es nicht dogmatisch festgelegt ist und es Fälle von Dispens gibt (in unserer Zeit mehrfach bei verheirateten Pfarrern, die zur Katholischen Kirche konvertieren). Aber in der Debatte geht es gar nicht darum, sondern die Aufhebung des Zölibats wird in einem Atem genannt mit a) Mißbrauch (der ja in Familien, Sportvereinen, Religionsgemeinschaften ohne Zölibat etc. gaaaar niiie vorkommen kann) und b) Frauenpriestertum (das ja sein muss, wegen der Gleichberechtigung und so). Mich nervt das nur noch. Ich versuche dennoch immer wieder, den Leuten mit Logik zu kommen. Aber bei allzu vielen ZdK-affinen Christen renne ich gegen Beton.

Und was hat das jetzt mit Kunst zu tun?

Ich kann keinen Kausalzusammenhang beweisen. Aber ich sehe zuverlässig immer wieder, daß schlechte Literatur, ungelenker Umgang mit Sprache und trivial-hässliche Bildwerke sich bestens mit solchem Gedankengut vertragen und oft aus ihm entspringen. Vielleicht ist es auch umgekehrt und mangelnder Sinn für Schönheit führt zu Logikfehlern und Machtgier.

Mir ist das redliche Bemühen um Wahrheit eines kunstsinnigen alten Atheisten weit lieber als das trotzige Beharren auf vermeintlichem Recht bei sich jugendlich gebenden Christen meines Alters.

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Geschlechtergerecht sprechen in Paderborn

Das Erzbistum Paderborn macht jetzt auch in geschlechtergerechte Spreche, äh, Sprache. Hier des Generalvikars Alfons Hardts Geleitwort zum Leitfaden, gerichtet an die lieben Mitarbeitenden. (Wenn sie gerade Mitarbeitende sind, haben sie keine Zeit, das zu lesen – wenn sie Zeit haben, das zu lesen, sind sie nicht Mitarbeitende, sondern Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.)

Zum Download liegt dort bereit der „Praxisleitfaden für geschlechtergerechte Kommunikation“ – und im Untertitel wird er schrecklich ausführlich:

in der Liturgie und bei Ansprachen
in Formularen und Mitteilungen
in offiziellen Briefen und Schreiben
in Pfarrbriefen und im Internet
in Berichten und Verträgen
intern wie extern

In der Liturgie! So steht es da.

Vorab: Nicht alles ist schlecht. Zwar finde ich den anfänglichen wortreichen Schmäh über das böse generische Maskulinum schlicht peinlich, aber in der Tat gibt es dann Vorschläge zur Formulierung, von denen einige gut sind.

Doppelnennungen: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ – unter Vorbehalt, da diese Formulierung diversen Menschen nicht gerecht wird

Nicht weil es abscheulich umständlich klingt, sondern weil es Diversen nicht gerecht wird, soll man auf diese Formulierung also verzichten. Diverse, die einen Sinn für sprachliche Schönheit haben, dürften sich davon geohrfeigt fühlen.

Geschlechtsneutrale Begriffe: „Abteilungsleitung“ statt „Abteilungsleiter“

Ja, und Lehrkraft statt Lehrer, Arbeitskraft statt Arbeiter usw.
Das ist monströs. Denn damit wird der Mensch, der seine Arbeit tut, auf seine Funktion in dieser Arbeit reduziert. Das ist eine sprachliche Entfremdung vom Arbeitsplatz, die vorgibt, den Abteilungsleitern, Abteilungsleiterinnen, Lehrern, Lehrerinnen, Arbeitern, Arbeiterinnen usw. gerecht zu werden – in Wirklichkeit werden sie dadurch aber sprachlich entmenschlicht.

Substantivierte Partizipien: „Mitarbeitende“ statt „Mitarbeiter“

Wie eingangs angedeutet, ist das schlichtweg falsch. Eine Mitarbeitende bin ich dann und solange ich mitarbeite, also im Falle eines meiner Jobs Montag, Mittwoch und Freitag vormittags. Eine Mitarbeiterin bin ich aber, solange ich diesen Job überhaupt habe (also hoffentlich bis zur Rente).

Verben oder Adjektive anstelle von Substantiven: „Verfasst von“ statt „Verfasser“

Dies Beispiel ist tatsächlich gut – aber wenn es einen Verfasser oder eine Verfasserin gibt, kann man genauso gut schreiben: Verfasser XY oder Verfasserin YZ. Nur bei mehreren Verfassern verschiedenen Geschlechts wäre „verfasst von“ deutlich genauer.

Verallgemeinernde Relativpronomen: „Zur Teilnahme berechtigt sind“ statt „Mögliche Teilnehmer“

Kann man so machen, wenn man sich am generischen Maskulinum stört.

Alle statt jeder

Nein! Denn das sind verschiedene Bedeutungen.
Versuchen wir es mal (vielleicht mit einem schrägen Blick auf eine britische Komikertruppe) mit dem Satz „Jeder Mensch trägt ein Kreuz.“ Das ist ein eindeutiger Satz. Wenn wir sagen „Alle Menschen tragen ein Kreuz“, so gibt es zwei Lesarten: Allen Menschen ist gemeinsam, daß sie ein Kreuz tragen – oder: Alle Menschen tragen gemeinsam ein einziges Kreuz.
Kurz: „Alle“ meint die Gesamtheit, „jeder“ das Individuum als Teil einer Gesamtheit. Es hat einen Sinn, daß wir da zwei verschiedene Wörter haben und daß das eine den Plural, das andere den Singular nach sich zieht.

Direkte Ansprache: „Füllen Sie den Antrag vollständig aus“ statt „Der Antrag ist vom Antragsteller vollständig auszufüllen“

Einerseits könnte man die Worte „vom Antragsteller“ auch einfach auslassen, da sie jedem, der imstande ist, einen Antrag zu stellen (wofür auch immer), von selbst klar sind. Andererseits ist „dies und jenes ist zu machen“ eine bürokratische Ausdrucksweise besonderer Hässlichkeit.
„Charta postulationis explenda est“ ist gutes Latein, aber die wörtliche Übersetzung „Der Antrag ist auszufüllen“ ist schlechtes Deutsch. Hier ist der Vorschlag des Leitfadens wirklich eine Verbesserung.

Vermeidung zusammengesetzter Substantive mit maskulinem Wortstamm,
also: „Kurse für Küsterinnen und Küster“ statt „Küsterkurse“

Warum einfach, wenn es auch umständlich geht? Wir haben im Deutschen die wundervolle Möglichkeit, Wörter zusammenzusetzen – und in diesem Beispiel wird diese Möglichkeit auch nicht auf die alberne Spitze getrieben. Fünf einzelne Wörter statt einem aus zwei Wörtern zusammengesetztem Wort – das ist umständlich und klingt nicht schön.

Von acht Beispielen sind drei eindeutig falsch und nur eines eindeutig besser als die Alternative. Das ist ziemlich schwach.

Statt „Putzfrau“ besser „Reinigungskraft“ wird weiter unten (wegen des Geschlechterstereotyps) vorgeschlagen. Als Dichterin und Putzfrau (ja, von irgendwas muss der Rubel rollen) wende ich ein: Wie weiter oben gesagt, werde ich mit dem Wort „Reinigungskraft“ auf meine Funktion beschränkt. Ich habe zwar Reinigungskraft – es gehört zu meinen Charismen, Dreck zu erspähen und wegzumachen. Aber ich bin nicht Reinigungskraft, sondern Putzfrau. Ich habe übrigens nichts gegen Putzmänner.

Weitere schlechte Vorschläge des Leitfadens sind:
der Chor statt die Sänger (arme Solisten!),
wenn Sie mit dem Auto fahren statt Autofahrer (umständlich!),
Hilfskräfte statt Helfer (die Helfer sind mehr als ihre Kraft – es sind Menschen. Als Frau fühle ich mich vom generischen Maskulinum „die Helfer“ nicht gekränkt, aber sehr gekränkt von dem entmenschlichenden Ausdruck „Hilfskraft“.)

Und nun zur Liturgie. Der Leitfaden sagt ja, daß man auch die Liturgie geschlechtergerecht fassen soll. Da hätte ich nun allerdings Vorschläge, an die das Bistum noch gar nicht gedacht hat.

Denn die liturgische Sprache der Römisch-Katholischen Kirche ist ja Latein! Wenn wir also die Liturgie geschlechtergerechter machen wollen, nur zu – aber dann auch richtig. Beginnen wir mit dem Kernsatz des Glaubens, dem Credo.

Zunächst einmal ist da das Maskulinum „Deus“ (Gott). Wir wissen ja, das Gott kein Geschlecht hat, daß Er/Sie/Es uns väterlich/mütterlich/irgendwie entgegenkommt. Nun ist es umständlich und auch (wegen der immer noch geschlechtlichen Zuschreibung) ungenau, Ihn/Sie/Es als „Deus/Dea“ zu bezeichnen. Aber wir haben ja das Gerundivum! Was soll man nun mit Gott/Göttin? Verehren, natürlich. Also nehmen wir für „Deus“ die neutrale Form „Colendum“, „Das zu Verehrende“.

Pater und Mater sind ebenfalls geschlechtliche Festschreibungen, da würde auch ein Ausdruck wie „Pater et Mater“, „Pater Materque“, „Pater vel Mater“ nichts ändern. Aber „Creans“ (das Erschaffende“; in der neutralen Form zu deklinieren) ist eine gute Möglichkeit. Da im Neutrum Nominativ und Akkusativ gleichlauten, ist das auch grammatisch einfacher.

Factor ist wieder, wie alle Ausdrücke auf -tor, männlich. Factor et Factrix, Schöpfer und Schöpferin, wieder zu umständlich. Das Präsenspartizip faciens ist die Lösung – mit der zusätzlichen theologisch richtigen Aussage, daß Gott/Göttin/Wasauchimmer die Schöpfung noch nicht vollendet hat, weiter schöpferisch tätig ist.

Dominus geht natürlich gar nicht, Domina auch nicht wirklich. Aber dominans, beherr/frau/schend, wieder in neutraler Deklination, ist möglich.

Schwierig wird es bei Jesus Christus; ich schlage vor, den Eigennamen hier aus Gründen der Tradition zu belassen. Durch die Akkusativform sieht das hier ja wenigstens so aus wie ein Neutrum.
Filius, Sohn, kann man ersetzen durch genitum, das Gezeugte/Geborene (zumal die lateinische Sprache der unseren hier voraushat, daß gignere sowohl zeugen als auch gebären bedeutet – ein ideales Wort). Auch ergibt sich dadurch ein feines Wortspiel: Genitum unigenitum.

homo heißt nicht Mann, sondern Mensch, das kann so bleiben. Zu beachten ist natürlich, daß es dennoch „homo factum est“ heißen muss, da factum sich ja auf dominans (n.) bezieht.

Spiritus Sanctus ist männlich, das hebräische ruach ist weiblich. Ich schlage hier vor, Spiritus durch Spiratum („das Gehauchte“) zu ersetzen.

vivos et mortuos, die Lebenden und die Toten, ist im Lateinischen wieder eine eindeutig männliche Form. Ich empfehle hier „viventia et morientia“, die Lebenden und Sterbenden (beides Neutra), zu sagen. Man könnte zwar auch „viventes et morientes“ nehmen, da diese Formen sowohl Maskulina als auch Feminina sind, aber da wären die lebenden und sterbenden Diversen ausgeschlossen.

Ecclesia, die Kirche, ist nun zwar eindeutig weiblich. Hier halte ich es aber, aus Gründen der Tradition, für sinnvoll, ausnahmsweise die eindeutige Geschlechtszuschreibung zu behalten.

Und dann sieht das geschlechtergerechteste Credo so aus:

Credo in unum Colendum,
Creans omnipotens,
faciens caeli et terrae,
visibilium omnium et invisibilium.

Et in unum dominans Iesum Christum,
Genitum Colendi unigenitum,
et ex Creante natum ante omnia saecula.
Colendum de Colendo, Lumen de Lumine,
Colendum verum de Colendo vero,
genitum, non factum,
consubstantialem Creanti;
per quem omnia facta sunt.
Qui propter nos homines et propter nostram salutem
descendit de caelis.
Et incarnatum est
de Spirato Sancto ex Maria Virgine,
et homo factum est.

Crucifixum etiam pro nobis sub Pontio Pilato,
passum et sepultum est,
et resurrexit tertia die,
secundum Scripturas,
et ascendit in caelum,
sedet ad dexteram Creantis.
Et iterum venturum est cum gloria,
iudicare viventia et morientia,
cuius regni non erit finis.

Credo in Spiratum Sanctum,
Dominans et vivificans,
quod ex Creante Genitoque procedit.
Qui cum Creante et Genito simul adoratur et conglorificatur:
qui locutum est per prophetas.

Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam.
Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum.
Et exspecto resurrectionem mortuorum,
et vitam venturi saeculi.

© Claudia Sperlich

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Die armen Spinnen!

Putzfrau aus Spinnensicht

Das Menschenweib kommt alle sieben Tage.
Ihr hagrer Arm mit dickem Borstenende
Schleift über Boden, Decken, Ecken, Wände –
Sie mordet und singt selbst die Totenklage!

Zwei weitre Arme haben Frosches Hände,
Geschickt und tückisch mehren sie die Plage.
Ein Dämon scheint sie mir aus finstrer Sage!
O daß ein Gott ihr tausend Milben sende!

Sie kann das Tümpelwasser mit sich ziehen,
Und schaudernd sehe ich im trüben Teiche
Zerfetzt, kaum kenntlich, manche Spinnenleiche.

Weh, nur die Schnellsten können ihr entfliehen!
Sie macht zwei Dutzend meiner Leute nieder –
Doch wart nur, Menschenweib! Wir kommen wieder!

© Claudia Sperlich

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