Ich happ die App!

Gemeint ist die Corona-Warn-App. Und nun denken zahlreiche Leser, ich habe Herrn Zuckerberg meine Seele verkauft, meine laufend aktualisierten Daten von Zeugung bis Tod unter Bill Gates und dem Bundesgesundheitsministerium aufgeteilt oder was auch immer.

Tatsächlich habe ich nur
– ein hierfür geeignetes Gerät in einfacher Ausführung erworben;
– mich dabei über mein technisches Unwissen, die Arroganz eines jungen Technikers im Fachhandel sowie die bockige Ablehnung meiner Mailadresse durch Google ein paarmal geärgert. Ersteres ist keinen Ärger wert, letzteres hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, und junge Schnösel muss man halt ab und zu ertragen;
– mal wieder über die technischen Möglichkeiten unserer Zeit gestaunt, die ich als junge Erwachsene noch für abgehobene Science Fiction hielt.

Je mehr Menschen diese App haben, desto besser die Vernetzung. Persönliche Daten werden nicht preisgegeben. Wenn ich einem anderen App-Nutzer über den Weg laufe, und einer von uns beiden wird kurz darauf positiv auf Covid19 getestet, bekommt der andere eine Nachricht, er möge sich testen lassen. Ob man das dann auch wirklich tut (man sollte!), liegt bei einem selbst, ebenso, ob man ein positives Ergebnis der App meldet (damit andere zum Test aufgerufen werden können, die einem über den Weg gelaufen sind) – das liegt bei einem selbst. Anzunehmen ist, daß Inhaber der App solchen Aufrufen aber folgen – wozu sonst hätten sie sich die App heruntergeladen?

Und was bringts?

Eine gute Möglichkeit, im Falle einer Infektion schnell und kostenlos getestet zu werden, frühzeitig behandelt zu werden und nicht erst zahlreiche andere zu infizieren. Ein bißchen Geld und ein paar Nerven sind draufgegangen für einen Akt, der mit Selbstschutz ebenso wie mit Nächstenliebe zu tun hat.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Ich happ die App!

  1. akinom schreibt:

    Ich happ die App nicht wegen die Technick, die ich im Spätherbst meines Lebens nicht mehr studieren will und kann. Kontaktpersonen sind bei mir gewiss zahlenmäßig um ein Vielfaches geringer als die der Bloggerin. Dafür fülle ich in der Pfarrkirche ausgelegten Zettel artig mit meinen Daten für jeden meiner täglich besuchten Gottesdienste aus.

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Das ist ein guter Grund, sie nicht zu haben. Bei den Gottesdiensten halte ich es ebenso (bzw. in der Kirche, die bei Bekannten nicht mehr drauf besteht, weiß ich ja, daß ich informiert werde, wenn nötig – und daß ich informieren werde, wenn ich auch nur Symptome zeige.

  2. Thomas Jakob schreibt:

    Da ich sowieso ein geeignetes Mobiltelefon habe, brauchte ich die Corona-App nur installieren, was auch problemlos geklappt hat. Ich halte das für eine gute Sache, und da haben sicherheitstechnisch so viele Leute draufgeschaut, dass ich in dieser Hinsicht weniger Bedenken habe als bei vielen anderen Anwendungen.

    Bisher ist alles im grünen Bereich, aber das war auch am Anfang nicht anders zu erwarten. Vielleicht bringt mir die App ja irgendwann einen Covid19-Test, damit ich endlich einmal weiß, ob ich bisher nicht infiziert bin oder es schon symptomfrei hinter mir habe, was noch besser wäre. Und wenn ich im Falle eines Falles mit Hilfe der App vermeiden kann, unwissenderweise andere Menschen anzustecken, ist mir das auch sehr wichtig.

  3. Gerd schreibt:

    Ich besitze kein Smartphone und das aus gutem Grund. Ob persönliche Daten nicht preisgegeben werden, wage ich zu bezweifeln. Machbar wäre das auf jeden Fall.

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