Ein neues Spinnensonett

Zwar habe ich gerade Urlaub (Balkonien ist so schön!), aber auch meine Wohnung muss gelegentlich geputzt werden, und außerdem dachte ich schon seit einiger Zeit darüber nach, mein eigenes Sonett „Putzfrau aus Spinnensicht“ zu beantworten. Heute früh entstand nun dies:

Spinnen aus Putzfrauensicht

Ich habe eigentlich nichts gegen Spinnen
Und geh so weit, sie gradewegs zu ehren
Dafür, daß sie sich von Insekten nähren.
Ich setze manche frei, lass sie entrinnen.

Doch kann ihr Schicksal nicht so weit mich scheren,
Daß ich sie schone, wenn sie Raum gewinnen
In Kirchen und auf Buchregales Zinnen –
Auch grau verstaubten Weben muss ich wehren.

Zudem hat mancher Angst vor diesen Kleinen.
Auch Spinnenmangel ward noch nie vernommen.
Dem Flederwische könnten sie entkommen.

Aus Menschenrücksicht muss ich Spinnen töten!
So schlag und tret ich, ohne zu erröten,
So viel ich treffe. Gott erkennt die Seinen.

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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