Die armen Spinnen!

Putzfrau aus Spinnensicht

Das Menschenweib kommt alle sieben Tage.
Ihr hagrer Arm mit dickem Borstenende
Schleift über Boden, Decken, Ecken, Wände –
Sie mordet und singt selbst die Totenklage!

Zwei weitre Arme haben Frosches Hände,
Geschickt und tückisch mehren sie die Plage.
Ein Dämon scheint sie mir aus finstrer Sage!
O daß ein Gott ihr tausend Milben sende!

Sie kann das Tümpelwasser mit sich ziehen,
Und schaudernd sehe ich im trüben Teiche
Zerfetzt, kaum kenntlich, manche Spinnenleiche.

Weh, nur die Schnellsten können ihr entfliehen!
Sie macht zwei Dutzend meiner Leute nieder –
Doch wart nur, Menschenweib! Wir kommen wieder!

© Claudia Sperlich

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
Dieser Beitrag wurde unter LITERATUR, WELTLICHES abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Die armen Spinnen!

  1. Thomas Sebbel schreibt:

    Alles eine Frage der Perspektive, ich tu mich ein wenig mit dem Spinnenmorden.

  2. akinom schreibt:

    Das Gedicht will ich meiner Freundin schicken, die eine Spinnenphobie hat.

  3. Maria Klemmer schreibt:

    Gemein.
    Auf FB hatte ich mal gefragt, was man gegen Spinnen macht. Habe viele Tipps bekommen. U.a. war auch ein Video dabei. Ich hatte es mir nicht angesehen (in weiser Voraussicht). An der Reaktion einer Userin habe ich gemerkt, dass das ein ganz scheußliches Video war. Ich nehm’s nit Humor.
    Zuhause habe ich alles dicht gemacht, wo ich nur ahnen könnte, dass da eine Spinne durchpassen könnte.
    Für den Fall, dass sich doch mal eine verirrt, habe ich Gläser mit Deckel. Die Spinnen werden gefangen und dann ausgewildert :).

    • Claudia Sperlich schreibt:

      Ich sag ja sonst immer: Wer Fliegen frisst, ist mein Freund! Und lasse sie leben. Ich kann sie übrigens ohne Problem mit der Hand fangen und raussetzen. Aber auf der Arbeit geht das nicht. Da sind zu viele, und die müssen halt schnell weg.

Kommentare sind geschlossen.