Was wäre, wenn es kein Christentum gäbe?

Also nicht „nicht mehr“, sondern gar nicht? Wenn der Herr es sich anders überlegt hätte, wenn die Jünger aufgegeben hätten, wenn es nicht die geringste Überlieferung jener seltsamen jüdischen Gruppe gäbe?

Es gäbe also eine monotheistische Religion, das Judentum, und das hätte sich ohne die Konkurrenten Christentum und Islam vermutlich anders entwickelt. Aber da es keine Mission kennt und seit früher Zeit zahlreiche Feinde hat, hätte es wohl nicht viel mehr Mitglieder als unter den tatsächlichen Umständen.

Die Idee der Feindesliebe gäbe es – sie wohnt dem Judentum inne (aber außerhalb des Judentums, das weniger bekannt wäre als es heute tatsächlich ist, nur schwach ausgeprägt). Der Hinduismus würde, ebenso wie der Buddhismus, zur Nachsicht aufrufen, aber nicht so betont wie Gandhi es tat – denn Gandhi war stark geprägt durch die Lektüre von Tolstois Sachbuch „Das Himmelreich in euch“ und der Korrespondenz mit dem Autor, und ohne Christentum wäre dies Buch nicht geschrieben worden.

Judentum, Hinduisms und Buddhismus geben mindestens Hinweise, daß Rache schlecht und Vergebung gut ist. Aber die Radikalität, mit der Jesus Christus die Fendesliebe zum Gebot erhob, gäbe es ohne das Christentum nicht, und auch nicht besonders starke Missionsbestrebungen.

Europa hätte ein völlig anderes Aussehen ohne das Christentum. Vermutlich wäre es von einer ungeheuren römischen Großmacht in Provinzen aufgeteilt, die mehr oder weniger gut regiert würden. Stammesfehden wären an der Tagesordnung ebenso wie das blutige Eingreifen der römischen Besatzungsmacht. In Europa gäbe es kein Judentum, da außerhalb des Heiligen Landes ein radikaler Monotheismus nicht geduldet würde – Weihrauch für den Kaiser wäre überall Pflicht. Gegen das Verfüttern von Aufständischen an Löwen würde höchstens PETA demonstrieren, weil die Löwen vorher längere Zeit hungern und weil die Fahrt in Containern von Afrika nach Europa nicht artgerecht ist.

Wie die Kunst sich entwickelt hätte, kann man kaum ahnen – nur, daß es in Architektur, Literatur, Musik, Bildender Kunst und Volksbräuchen nichts gäbe, was christlichen Ursprungs ist. Führen Sie sich Ihre liebsten Werke vor Augen oder Ohren – wahrscheinlich gäbe es sie nicht.

Sklaverei wäre normal. Vermutlich gäbe es hie und da Stimmen, die zum menschlichen Umgang mit Sklaven aufrufen – aber strikte Gegner der Sklaverei wären seltene Käuze.

In meiner Heimat Berlin, einem nicht besonders nennenswerten Flecken des Mitteleuropäisch-Römischen Reiches, würden westslawische Stämme ihren kleinen Handel treiben und ihre kleinen Händel austragen. Das sumpfige Umland schüfe ein ungesundes Klima. Ich trüge wahrscheinlich in drei Vierteln des Jahres ein schlichtes Bärenpelzwams gegen die Kälte. Vor den gelegentlichen Menschenopfern meines Stammes würde ich mich ein bißchen ekeln, aber ich sähe ein, daß die Götter das fordern. Der fast vollständig männlich dominierte Götterhimmel der Slawen würde mir übrigens klarmachen, daß ich als Frau eigentlich nichts zu melden habe. Erlösung gäbe es nicht für mich, nur ewige Wiedergeburt.

Ich bin nicht nur deshalb froh, daß es das Christentum gibt.

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Was wäre, wenn es keine Religion mehr gäbe?

Die Idee begegnet mir in den sozialen Medien ständig, im dreidimensionalen Leben gelegentlich: Man kann ja glauben, was man will (zuweilen auch: Man muss natürlich an den Herrn Jesus Christus glauben), aber Religion ist ein überflüssiger Ballast / hat Er nie gewollt. Als Argument wird gerne sämtliche je im Namen der Religion verübte Gewalt zitiert, besonders die der Kirchen und hier besonders die der Katholischen Kirche, dies in der Regel mit Phantasiezahlen und ohne irgendeine Ahnung von Sachverhalten und Zusammenhängen. Josef Bordat widerlegt solche Aussagen mit wissenschaftlicher Genauigkeit und gut lesbar.

2010 gehörten 83,6% der Weltbevölkerung irgendeiner Religion an. Nach einer Prognose, deren Plausibilität ich allerdings nicht beurteilen kann, werden es 2050 86,8% sein, bei etwa gleichbleibendem Prozentsatz der Christen aller Konfessionen und einem etwas höheren Prozentsatz an Muslimen. (Quelle: statista). Diese Zahlen sagen nicht, wie ausgeprägt im Individuum der Glaube ist, wie hoch das Wissen über die eigene Religion, wie tief die Frömmigkeit – und auch nicht, ob die wenigen Konfessionslosen nur keine Religion oder auch keinen Glauben haben. Aber sie zeigen, daß ein religiöses Empfinden für die meisten Menschen normal ist.

Angenommen, der Glaube an Gott oder Götter oder irgendwelche übersinnlichen Mächte würde sich weltweit und konfessionsübergreifend so dramatisch ändern, daß kein religiöses System sich mehr halten könnte. Meiner Ansicht nach wäre die Folge zunächst ein Wildwuchs an verschiedenen religiösen Ideen, von denen keine sich in einer strukturierten Religion manifestieren könnte. Es gäbe unter allen, die früher einer bestimmten Richtung ihrer Religion gefolgt waren, dann schwindendes Wissen um die Grundsätze dieser Religion. Nach vier oder fünf Generationen der weltweiten Religionslosigkeit wüßten vielleicht noch einige Historiker, was die wichtigsten Grundsätze und prägenden Texte der verschiedenen Religionen waren. Kurze Grundgebete würden sich noch eine Weile halten, aber schon bald in verschiedenen, widersprüchlichen Versionen kursieren. Ohne den Rahmen der Religion wäre es ja zulässig, grundlegende religiöse Texte nach Gutdünken zu ändern.

„Es gab da mal einen Jesus, der war gut und war ein Heiler, und irgendwie lebt der auch immer noch, so in uns oder so ähnlich“ würde zu einer respektierten Überzeugung (und Ähnliches geschähe anderen Religionsgründern).

Die Folge davon wäre zunächst ein großer Wissens- und Kulturverlust. Sämtliche religiösen Bauwerke würden umgewidmet oder abgerissen; religiöse Kunst bliebe unverstanden. (Letzteres ist ja bereits vielfach der Fall.) Warum eine Woche sieben und nicht fünf oder zehn Tage hat, warum sehr viele Menschen unabhängig von ihren Überzeugungen im Dezember ein fröhliches Familienfest feiern, daß es überhaupt geprägte Zeiten und besondere Tage im Jahr gab, das würde ebenso vergessen wie die Bedeutung der meisten Literatur. (Auch Sartres „Geschlossene Gesellschaft“ und Camus‘ „Pest“ lassen sich ohne ein gerüttelt Maß an Wissen über Religion nicht verstehen.) Von Musik ganz zu schweigen: Man könnte das meiste noch hören, aber nicht mehr lauschen. Der „Tatort“ würde eventuell besser, denn er müsste ohne Seitenhiebe auf die Religion auskommen. (Wie will man schlagen, was es gar nicht gibt?)

Aber, bah, Kultur. Gibt es nichts Wichtigeres? Wäre nicht in Afghanistan Frieden? – Nein. Denn eine Räuberbande, die Drogen und Kunstschätze verkauft, um ein Land unter der Fuchtel zu halten, fände auch ohne den Mißbrauch einer Religion Wege, genau das zu tun. Es gäbe auch weiter repressive Erziehung, Unterdrückung von Frauen, unmenschliche Arbeitsbedingungen – das alles gibt und gab es in allen ganz offiziell religionslosen Systemen. Man braucht keine Religion, um schlecht zu sein. Nur gäbe es weniger Organisationen, die sich für die Opfer von Diktaturen einsetzen. Denn solche Organisationen sind mehrheitlich religiös geprägt.

Danton, Robespierre, Mao Zedong, Hitler, Stalin, Pol Pot, Kim Jong Un und viele Vergleichbare standen bzw. stehen den Religionen feindlich gegenüber. Religiös motivierte Herrschaft kann schrecklich werden, muss aber nicht. Religionsfeindliche Herrschaft war und ist immer verheerend. Wenn es keine Religion mehr gäbe, bliebe auf der ganzen Welt nur noch die krasseste Tyrannei. Aber wahrscheinlich fände man das bald normal, denn man hätte ja nichts anderes.

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Dem Herrn Alipius zum Geburtstag

Der Herr barocker Kirchen und Prälaten,
Der Photograph der düster-hellen Stiegen,
Der Weisen webt, in denen Bilder fliegen,
Der gute Worte eint mit guten Taten,

Der seinen Glauben niemals hat verschwiegen
Und der mich mehr als einmal wohl beraten:
Er sei gefeiert! Torte, Wein und Braten
Mög heut in Überfülle vor ihm liegen!

Gott schenke ihm noch viele frohe Jahre,
Vielleicht auch einen Hut aus roter Seide
Und schnelles Internet zu jeder Stunde!

Gott, vor dem Unheil Deinen Knecht bewahre,
Und dann, nach Erdenlust und Erdenleide,
Schenk ihm Erfüllung Deiner frohen Kunde.

© Claudia Sperlich

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Jede Frau kann Priesterin werden!

Nur nicht in der Römisch-Katholischen Kirche, weil es da keine Priesterinnen gibt, und nicht in der protestantischen Kirche, weil es da keine Priester gibt. (Auch nicht im Judentum, weil es da keine Priester mehr gibt, und nicht im Islam, weil es da keine Priester gibt, und nicht in der Palmarianisch-Katholischen Kirche, aber die geht ohnehin ganz und gar nicht, und nicht bei den Moclanern, weil es da keine Frauen gibt. Wahrscheinlich habe ich noch einige Religionen übersehen, in denen das auch nicht geht.)

Aber eine Welt von anderen Religionen steht jenen offen, die unbedingt Priesterin werden möchten. Sie können sogar eine neue Religion gründen! Nur römisch-katholischTM können sie nicht sein, es sei denn, sie geben ihren Wunsch nach dem Priesteramt auf – sie können ihn sogar aufopfern als ein Leid, das sie tragen.

In der Alt-Katholischen Kirche könnten sie Priesterinnen werden. Dazu müssten sie allerdings erst einmal dieser Religionsgemeinschaft beitreten. Ich weiß nicht, warum sie das nicht tun – ist ja jedem gestattet!

Warum es keine Römisch-Katholischen Priesterinnen geben kann, habe ich auf Radio Horeb und anderswo erklärt. Warum es einen Zusammenschluss von alphabetisierten, zum großen Teil mit Arbeit und womöglich auch mit Gebet vertrauten Frauen gibt, die darauf bestehen, es müsse römisch-katholische Priesterinnen geben, obwohl das Gegenteil evident ist, verstehe ich nicht.

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Weltsonett

Die Welt ist eine zänkisch böse Schachtel.
Ich lieb sie nicht. Sie kann heut nichts als nerven.
Ich würd sie gerne in die Tonne werfen,
Doch in die Tonne passt nicht mal ein Achtel.

Sie macht nur Ärger, ist zu nass und kalt,
An manchen Orten auch zu heiß und trocken.
Sie schafft's, zu dummem Zeug mich zu verlocken,
Und dabei ist sie dreckig, bös und alt.

Nur im Beschwatzen ist sie ein Genie.
Sie zeigt mir vieles, und ich hätt es gerne.
"Gehorche mir, es ist auch nicht dein Schade!"

Durchschaubar und verlockend: das ist sie.
In manchem stehe ich ihr gar nicht ferne.
Für sie und mich bitt ich um Gottes Gnade.

© Claudia Sperlich
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Was kann ich tun?

Das Allermeiste muss ich Gott überlassen. Alle anderen beweisen immer wieder, daß sie keinen dauerhaften Frieden machen können. (Ich zähle mich zu allen anderen.) Weder kann ich beim Aufräumen und Aufbauen in den Hochwassergebieten helfen, noch kann ich die Taliban verjagen – so gern ich die Möglichkeit zu beidem hätte.

Die Dinge, die ich machen kann, haben weder auf Afghanistan noch auf die Hochwassergebiete in Europa einen Einfluss. Was ich tun kann, ist beten. Gebet ist keine Maschine, es ist etwas kategorisch anderes als praktische Arbeit. Deshalb ist es unsinnig, das eine gegen das andere auszuspielen. Es muss beides geben.

Was ich auch tun kann, ist wenigstens manchmal den gröbsten Klötzen als Keil dienen, wenn wieder einmal boshafte und höhnische Sätze über notleidende Menschen im Internet kursieren. Allerdings will ich in den sozialen Medien vorerst nicht Laut geben. Ich sagte heute in einer Mischung aus Zorn und Resignation, wenn die Taliban besiegt und Covid19 Geschichte ist, komme ich wieder auf facebook. Da ich vermute, daß zumindest ersteres erst mit der Parusie geschehen wird und ich ab Jesu Wiederkunft ganz sicher nicht mehr auf facebook zugange sein will, ist das kein sehr durchdachtes Vorhaben. Aber ich werde mich in der nächsten Zeit wohl weniger öffentlich über ungute Menschen echauffieren.

Ich will versuchen, mir den 131. Psalm anzueignen. Innere Emigration ist nicht meine Sache, aber eine innere Wallfahrt finde ich sinnvoll in diesen wüsten Zeiten.

Ein Wallfahrtslied. Von David.

HERR, mein Herz überhebt sich nicht, nicht hochmütig blicken meine Augen, ich gehe nicht um mit großen Dingen, mit Dingen, die mir nicht begreiflich sind. Vielmehr habe ich besänftigt, habe zur Ruhe gebracht meine Seele. Wie ein gestilltes Kind bei seiner Mutter, wie das gestillte Kind, so ist meine Seele in mir.

Israel, warte auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

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Die reine Bosheit

… begegnet mir in den sozialen Netzwerken, wenn es um Hilferufe von Frauen geht.

Eine junge Frau sagt, sie fühlt sich massiv bedroht, sie hat Angst vor Vergewaltigung, sie will lieber sterben als Vergewaltigern in die Hände fallen. Eine andere sagt aus, ihr eigenes Leben sei nichts mehr wert.

Angenommen, diese beiden Frauen wären Deutsche mit heller Hautfarbe: Sie könnten sich tausendfacher Solidaritätsbekundungen und Hilfsangebote sicher sein. (Ob es über Bekundung und Angebot im Ernstfall hinausginge, weiß ich allerdings nicht.) Sicher würden sie auch hören, daß sie unrecht haben, daß sie sich an Polizei und Justiz wenden können, daß für den schlimmsten Fall Frauenhäuser existieren. Aber eines würden sie gewiss nicht hören: „Wir wollen dich hier ohnehin nicht.“

Aber – die beiden sind Afghaninnen und sprechen aus ihrer Heimat. Folge davon sind Kommentare wie diese:

Jetzt kommen die Mitgefühl Videos. War nur eine Frage der Zeit.

Nun heißt es vernünftig wählen damit die deutschen Grenzen geschlossen und geschützt werden. Sonst haben wir bald das selbe hier.

Ich weine auch jeden Tag da man mir meine Freiheit nimmt und mich erpresst.

Wirklich schaurige Märchen.

Ist mir völlig Latte…

Solche Videos gehen mittlerweile spurlos an mir vorbei

Die misshandelten Tiere tun mir aber auch sehr leid!!!

mir tun die Tiere mehr leid, die Tiere sollten hier bei uns Asyl bekommen die sind wenigstens herzlich willkommen hier

Aha, man fängt schon an die Bevölkerung weich zu kochen. Aber, nach 20 Jahren Schutz und Ausbildung durch unbeliebte christliche Soldaten und dann, wenn es um die gegebene Freiheit geht, einfach alles passiv geschehen lassen?! Die Taliban sind nun im Besitz moderner Waffentechnik, allein 150 supermoderner Kampfhubschrauber…. da hält sich mein Bedauern in Grenzen.

Ende vom Lied wird sein, Deutschland holt sie alle her…so war’s von vornherein geplant…wir haben ja soooviel Platz

75.000 Taliban standen 300.000 afghanischen Soldaten und einer Zivilgesellschaft gegenüber, die hätte wissen müssen um was es geht… Es gibt Weggabelungen in der Geschichte von Ländern, wo man seine Freiheit mit seinem Blut verteidigen muss. Wenn die Afghanen es nicht getan haben, war es ihnen nicht wichtig genug. Sie soll ihre Brüder und Cousins verfluchen, nicht den Westen….

Die Mehrheit der dortigen Bevölkerung scheint dies zu goutieren, ansonsten wäre das in der Schnelligkeit nicht möglich. Insofern muss man sie wohl lassen.

Wenn eine kleine Armee binnen Tagen ein Land überrollen und die Macht übernehmen kann, muss Akzeptanz in der Bevölkerung vorhanden sein. Anders kann ich es mir nicht vorstellen.

Wer erzieht denn die Söhne seit vielen Generationen, die dann zu Taliban, Terroristen und männlichen Gräulwesen werden?

Das ist eine kleine Auswahl der Hasskommentare. Einige besonders widerliche habe ich nicht zitiert, weil ich die nicht einmal zu Dokumentationszwecken auf meinem Blog haben will. Das heißt, obige Zitate sind nicht einmal die schlimmsten.

Also: die verzweifelten Videobotschaften junger Afghaninnen sind nur mitleidheischend, außerdem sind die jungen Frauen ja selbst schuld, weil sie sich nicht gewehrt haben oder ihre Söhne nicht besser erzogen haben, und außerdem (gleichzeitig) sind das ja alles nur Märchen, wahr ist nur, daß nun ganz sicher echte Terroristen in einer Riesenwelle nach Deutschland strömen werden, und wenn die jungen Frauen Hundewelpen wären, wären sie willkommen…

Wenn der Herr mir sagt, ich solle meine Feinde lieben, dann muss ich Ihm heute entgegnen: Bei den Taliban ist das schwierig genug, aber ich versuchs. Aber, Herr, meinst Du im Ernst auch diese unterbelichteten, gefühlskalten, herzlosen Kommentatoren?

Ich weiß schon: Er wird Ja sagen. Daran merkt man, daß Christentum wirklich nichts für Weichlinge ist.

Ich werde für die einen wie die anderen um Hirn, Gewissen und Bekehrung beten. Zumindest werde ich es versuchen. Sie haben es gleich nötig, und in dieser Hinsicht gilt mein Mitgefühl den Taliban ebenso wie den besagten Kommentatoren. Und für alle Afghaninnen, die jetzt furchtbare Ängste ausstehen und gerne fliehen würden, aber nicht können, weil die Flugpreise schwindelerregend hoch sind, bete ich um großzügige und schnelle Hilfe und darum, daß sie bald in einer sicheren Umgebung frei leben können. Und für mich selbst, daß mein Zorn über die ekelhaften Kommentare nicht in zerstörerische Wut umschlägt. Im Augenblick bin ich recht froh, daß meine Faust von jedem dieser Kommentartoren naturgemäß weit entfernt ist – sonst könnte ich für nichts garantieren.

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Mariä Aufnahme in den Himmel

Es gibt zahlreiche theologische Begründungen, warum die leibliche Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel ohne vorhergehenden Todeskampf eine sinnvolle Annahme ist. Das leuchtet mir auch alles ein. Aber viel schlagkräftiger finde ich die Offenbarung des Johannes, Kap. 12:

Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel und siehe, ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.
Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie hielten nicht stand und sie verloren ihren Platz im Himmel. Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte. Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und ihr Zeugnis. Sie hielten ihr Leben nicht fest, bis hinein in den Tod. Darum jubelt, ihr Himmel und alle, die darin wohnen. Weh aber euch, Land und Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen; seine Wut ist groß, weil er weiß, dass ihm nur noch eine kurze Frist bleibt.
Als der Drache erkannte, dass er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Sohn geboren hatte. Aber der Frau wurden die beiden Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste an ihren Ort fliegen konnte. Dort wird sie eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit lang ernährt, fern vom Angesicht der Schlange. Die Schlange spie einen Strom von Wasser aus ihrem Rachen hinter der Frau her, damit sie von den Fluten fortgerissen werde. Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe; sie öffnete ihren Mund und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen gespien hatte. Da geriet der Drache in Zorn über die Frau und er ging fort, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Nachkommen, die die Gebote Gottes bewahren und an dem Zeugnis für Jesus festhalten. Und der Drache trat an den Strand des Meeres.

Die Vision zeigt das ganze Leben der Frau auf einmal. Sie zeigt uns eine Frau, deren Sohn zur Herrschaft über die ganze Welt auersehen ist, aber von Geburt an vom Teufel bedroht ist und der in den Himmel entrückt wird. Die Engel, die den Teufel endlich stürzen, tun dies nicht aus eigener Kraft, sondern „durch das Blut des Lammes“. Die Frau findet auf der Erde eine Zuflucht. Jedoch sieht Johannes sie als himmlische Königin, mit Sternen gekrönt, den Mond unter ihren Füßen.

Wer, bitteschön, soll diese Frau denn sonst sein, wenn nicht Maria? Eine Frau, deren Sohn nach härtester Bedrohung durch das Böse und den Bösen über alle Welt herrscht und im Himmel bei Gott und Seinem Thron ist, gibt es schließlich nach überkonfessioneller Auffassung genau einmal. Und wenn die Schrift uns sagt, daß sie mit königlichen Attributen versehen selbst im Himmel ist, leiblich und herrlich, dann sollten wir zumindest mal erwägen, daß es sich genau so verhält.

Maria, Königin des Himmels, bitte für uns.

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Krasse Gewalt!

Heute hatte ich eine Begegnung mit einem jungen Mann, die etwas stürmisch verlief.

Er trat mich ans Kinn und schlug mir die Brille herunter. Dann spuckte er auf mein T-Shirt und riss an meinem Kreuzanhänger. Dabei lachte er.

Ich fand es lustig, denn er ist erst fünf Monate alt und sehr süß. Ich bin zuversichtlich, daß er das später, wenn er groß und stark ist, nicht mehr tun wird. Er ist der Sohn meiner lieben Freunde Tobias und Suse.

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Kundschaft nach meinem Herzen

Ich schreibe ja zuweilen für Zeitschriften. Tagespost (zuletzt die vom 12.8.2021) und X451 (jede Nummer) sind dabei, und seit Neuestem auch Durchblick – im Oktober wird dort zum ersten Mal ein Artikel von mir erscheinen. Thema: Engel.

Übrigens nicht, weil ich da angefragt habe, sondern weil die hier angefragt haben. Und das ist nun wirklich Arbeit nach meinem Herzen, wenn nicht ich arbeitsuchend hingehe und frage, ob vielleicht bitte, bitte jemand meine Fähigkeiten brauchen könnte – sondern wenn andere zu mir kommen und fragen, ob ich bitte, bitte für ihre Zeitschrift schreiben könnte. Es solle mein Schaden nicht sein.

Millionär wird man auf diese Weise zwar eher nicht. Aber besser als Teller waschen ist es jedenfalls, und Millionäre gibt es wahrlich genug und zu viele.

Ich schreibe und kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen, auch wenn es mühsame Zeiten gibt, auch wenn ich zuweilen Probleme habe, die ein Millionär nicht hat, und auch wenn mir manchmal durch den Kopf geht, was Heinrich Heines Onkel, der Bankier Salomon Heine, angeblich über seinen Neffen sagte: „Hätt’ er gelernt was Rechtes, müsst er nicht schreiben Bücher.“

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