Was kann ich tun?

Das Allermeiste muss ich Gott überlassen. Alle anderen beweisen immer wieder, daß sie keinen dauerhaften Frieden machen können. (Ich zähle mich zu allen anderen.) Weder kann ich beim Aufräumen und Aufbauen in den Hochwassergebieten helfen, noch kann ich die Taliban verjagen – so gern ich die Möglichkeit zu beidem hätte.

Die Dinge, die ich machen kann, haben weder auf Afghanistan noch auf die Hochwassergebiete in Europa einen Einfluss. Was ich tun kann, ist beten. Gebet ist keine Maschine, es ist etwas kategorisch anderes als praktische Arbeit. Deshalb ist es unsinnig, das eine gegen das andere auszuspielen. Es muss beides geben.

Was ich auch tun kann, ist wenigstens manchmal den gröbsten Klötzen als Keil dienen, wenn wieder einmal boshafte und höhnische Sätze über notleidende Menschen im Internet kursieren. Allerdings will ich in den sozialen Medien vorerst nicht Laut geben. Ich sagte heute in einer Mischung aus Zorn und Resignation, wenn die Taliban besiegt und Covid19 Geschichte ist, komme ich wieder auf facebook. Da ich vermute, daß zumindest ersteres erst mit der Parusie geschehen wird und ich ab Jesu Wiederkunft ganz sicher nicht mehr auf facebook zugange sein will, ist das kein sehr durchdachtes Vorhaben. Aber ich werde mich in der nächsten Zeit wohl weniger öffentlich über ungute Menschen echauffieren.

Ich will versuchen, mir den 131. Psalm anzueignen. Innere Emigration ist nicht meine Sache, aber eine innere Wallfahrt finde ich sinnvoll in diesen wüsten Zeiten.

Ein Wallfahrtslied. Von David.

HERR, mein Herz überhebt sich nicht, nicht hochmütig blicken meine Augen, ich gehe nicht um mit großen Dingen, mit Dingen, die mir nicht begreiflich sind. Vielmehr habe ich besänftigt, habe zur Ruhe gebracht meine Seele. Wie ein gestilltes Kind bei seiner Mutter, wie das gestillte Kind, so ist meine Seele in mir.

Israel, warte auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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Eine Antwort zu Was kann ich tun?

  1. Hans-Jürgen Caspar schreibt:

    Beten, ja – und trauern

    Ich sah gerade zum wiederholten Male die große Abschiedsrede an die Menschheit von Charly Chaplin in Der Große Diktator und hoffe, nicht ungelegen zu kommen, wenn ich zu ihr verlinke:
    https://www.youtube.com/watch?v=PpkP0aUldUs. Sie enthält Tröstliches und ist, obwohl vor achtzig Jahren gehalten, in manchem immer noch aktuell.

    Mit herzlichem Gruß
    Ihr Hans-Jürgen Caspar

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