Jede Frau kann Priesterin werden!

Nur nicht in der Römisch-Katholischen Kirche, weil es da keine Priesterinnen gibt, und nicht in der protestantischen Kirche, weil es da keine Priester gibt. (Auch nicht im Judentum, weil es da keine Priester mehr gibt, und nicht im Islam, weil es da keine Priester gibt, und nicht in der Palmarianisch-Katholischen Kirche, aber die geht ohnehin ganz und gar nicht, und nicht bei den Moclanern, weil es da keine Frauen gibt. Wahrscheinlich habe ich noch einige Religionen übersehen, in denen das auch nicht geht.)

Aber eine Welt von anderen Religionen steht jenen offen, die unbedingt Priesterin werden möchten. Sie können sogar eine neue Religion gründen! Nur römisch-katholischTM können sie nicht sein, es sei denn, sie geben ihren Wunsch nach dem Priesteramt auf – sie können ihn sogar aufopfern als ein Leid, das sie tragen.

In der Alt-Katholischen Kirche könnten sie Priesterinnen werden. Dazu müssten sie allerdings erst einmal dieser Religionsgemeinschaft beitreten. Ich weiß nicht, warum sie das nicht tun – ist ja jedem gestattet!

Warum es keine Römisch-Katholischen Priesterinnen geben kann, habe ich auf Radio Horeb und anderswo erklärt. Warum es einen Zusammenschluss von alphabetisierten, zum großen Teil mit Arbeit und womöglich auch mit Gebet vertrauten Frauen gibt, die darauf bestehen, es müsse römisch-katholische Priesterinnen geben, obwohl das Gegenteil evident ist, verstehe ich nicht.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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4 Antworten zu Jede Frau kann Priesterin werden!

  1. Wolfram schreibt:

    Das erste, mich verwundert an diesen Streben immer wieder: was ist am geistlichen Amt so erstrebenswert? Es ist ein Dienst, der mit mancherlei Entsagungen verbunden ist. Wenn er nach außen als erstrebenswert erscheint wie das Direktorat einer Bank, dann ist doch was falsch gelaufen.
    Das zweite, im Neuen Testament gibt es kein christliches Weihe-Priesteramt. Nur das Priestertum aller Gläubigen – und mit dem ist auch die Eingangsbehauptung „bei den Protestanten gibt es keine Priester“ falsch, denn wer da glaubt und getauft ist, gehört zum königlichen Volk der Priester und Propheten. So steht es im ersten Petrusbrief. Aus diesem Grund werden evangelische Geistliche auch nicht mit dem Titel „Priester“ belegt, denn das Priestertum unterscheidet sie nicht von den anderen. Sie werden ordiniert, mit Sendung und Auftrag (ordo) für die Gemeinde und an der Gemeinde versehen: ihnen obliegt die öffentliche Verkündigung des Wortes Gottes und die Verwaltung der Sakramente – aber jeder gläubige Mensch, Männlein oder Weiblein, ist berechtigt, im nicht-öffentlichen Rahmen das Abendmahl einzusetzen, ebenso wie jeder gläubige Mensch berechtigt ist, im Fall des Falles die Taufe zu spenden.
    Wie genau die Berechtigungen abgesteckt sind, wird in der inneren Ordnung der Kirche festgelegt und kann von Ort zu Ort, von Region zu Region abweichend geregelt sein. Es bleibt aber: für die evangelische Kirche gibt es keine Abgrenzung zwischen Laien und Priestern, weil das Kirchenvolk aus Priestern besteht. Das sieht übrigens die orthodoxe Theologie ganz ähnlich.

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    • Claudia Sperlich schreibt:

      Zum ersten Satz: Volle Zustimmung!
      Zum Rest: die katholische Kirche unterscheidet zwischen dem Allgemeinen Priestertum der Gläubigen (haben wir auch, heißt aber im Einzelnen nicht genau das Gleiche wie bei den Protestanten) und dem Weihepriestertum.

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  2. Bortus schreibt:

    Ich staune positiv überrascht ob des Moclaner-Verweises!

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