Sonett zum Frühstück

Nach Frühstück und Kaffee steht mein Verlangen!
Die Laudes sind gebetet und die Messe,
Die Seele ist gestärkt. Und nun: Ich esse.
Der Kaffee dampft. Der Tag hat angefangen.

Nicht daß ich drüber meinen Herrn vergesse,
Der auch den Kaffee schuf, nach dem wir bangen.
Der Kaffee rötet die verschlafnen Wangen
Und ölt mein Hirn, wenn ich die Verse messe.

Mein Gott, nach Deinem Willen lass mich handeln,
Auf Deinen (keinen andern) Wegen wandeln!
Gib mir, daß ich, was Du von mir willst, seh.

Gib, daß in diesen undurchsichtgen Zeiten
Die Venen mir das Blut noch hirnwärts leiten.
Ganz kurz gesagt: Gib mir genug Kaffee.

© Claudia Sperlich

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Was am Katholizismus so klasse ist: die Gelübde!

Katholiken haben verschiedene Möglichkeiten, Gelübde abzulegen. Am bekanntesten sind die Ordensgelübde, die „Evangelischen Räte“ Armut, Keuschheit, Gehorsam – gewöhnlich zunächst auf die Zeit von drei Jahren abgelegt, dann auf Lebenszeit. Dabei gibt sich ein Mensch ganz in Gottes Hand, verzichtet auf Besitz, Sex, Autonomie – und erhält gerade dadurch eine nonkonformistische Freiheit, die ihresgleichen sucht.
Auch Priester – nicht nur Ordenspriester – geloben etwas, nämlich Gehorsam gegenüber ihrem Bischof, Keuschheit und das treue Versehen ihrer Amtspflichten, wozu das tägliche Stundengebet gehört.
Gelübde kann aber auch jeder katholische Laie leisten. Es muss nur immer eine gute, gottgefällige Sache beinhalten, dem Gläubigen möglich und erlaubt sein, wohlüberlegt und freiwillig geschehen.

Oft sind das im Gebet vor Gott gemachte Versprechen – z.B. eine Wallfahrt, eine Kerze, ein Opfer irgendeiner Art, wenn man eine Gefahrensituation übersteht oder eine Prüfung erfolgreich ablegt. Einige Früchte solcher Gelübde halten sich über Jahrhunderte, so verschiedene Kirchen und Kapellen oder die Oberammergauer Passionsspiele. Andere halten nur kurz – so lange wie eine dicke Kerze zum Abbrennen braucht, so lange wie eine Messe, die jemand gestiftet hat, oder wie ein Tag der Einkehr. Wieder andere halten ein halbes Menschenleben lang, von dem Tag, an dem sie geleistet wurden, bis zum Tod. Und schließlich gibt es auch solche, die gar nicht halten. Hat jemand privat etwas gelobt und merkt, daß er es nicht halten kann oder will, so kann ihn ein Priester in der Beichte davon lossprechen.
Dann gibt es die Möglichkeit eines privaten Gelübdes, das man öffentlich (in einem Gottesdienst) und vor einem Priester leistet. Von einem solchen Gelübde kann nur der Papst entbinden. Nicht nur deshalb wird vorher sehr genau mit einem Priester darüber gesprochen, der mit dem Gläubigen gemeinsam bespricht, ob das Gelübde die Grundvoraussetzungen „gut, durchdacht, freiwillig, möglich“ überhaupt erfüllt. Ist dies der Fall – nur zu!

Vor übereilten Gelübden warnt die Bibel (Spr. 20,25; Dtn. 22-24; Koh. 5,3-6) – denn in Gefahrensituationen neigt der Mensch nun einmal zu vorschnellen Versprechen. Wohlüberlegte Gelübde aber sind ein Akt der Frömmigkeit, des Dankes und der Anbetung (Ps. 61, Ps. 76,12).

Deshalb muss ein Gelübde auch nicht unbedingt etwas beinhalten, was ein leidlich sozial gestimmter Atheist verstehen kann. Selbstverständlich kann man geloben, ein Ehrenamt in einem Krankenhaus zu übernehmen oder Geld zu spenden. Aber man kann auch im Weltsinn völlig unpraktische Dinge geloben, wie die Evangelischen Räte, oder eine Wallfahrt, oder das Aufstellen einer Kerze vor einem Heiligenbild. Wieweit die anbetende Verehrung Gottes dem Nächsten nützen kann, ist Gottes Sache, und wer an Ihn nicht glaubt, sieht in Keuschheit, Wallfahrt und Kerzenlicht vor dem Marienbild keinen Nutzen.

Gelübde sind nichts für Utilitaristen. Sie sind etwas für liebende Menschen, die Gott anbeten und ehren wollen.

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Vor den Reliquien der Heiligen Bernadette

Ein kleiner goldner Dom mit Edelsteinen,
In Kreuzform auch ein Handreliquiar,
Darin, geborgen vor der frommen Schar,
Ein Stück von jungen weiblichen Gebeinen.

Der Priester segnet, reicht zum Kusse dar
Das Kreuz, und gerne will ich mich vereinen
Mit jener Heiligen, der armen Kleinen,
Die durch Maria reich gesegnet war.

Sekunden, wo ich lieber Stunden hätte,
Und nichts ergreift mich, nichts lässt mich begreifen,
Daß hier der Heiland wirkt durch eine Frau.

In mir ist alles so vernünftig grau,
Es will kein Wunderglaube in mir reifen –
Doch Er wirkt Wunder auch durch Bernadette.

© Claudia Sperlich

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Vertraut den neuen Wegen

Pilgerheft
Pilgerstempel

Unter diesem Motto stand der heutige Pilgertag im Pastoralen Raum Wilmersdorf-Friedenau. In meiner Heimatgemeinde St. Marien ging es um 10.00 Uhr los mit einer noch kleinen Gruppe. Nach einer Andacht zogen wir in die dem Heiligsten Herzen Jesu geweihte Kapelle des Gertrauden-Krankenhauses (übrigens sehr sehenswert mit einem großen Mosaik in der Apsis). Dort konnten wir nicht nur Andacht halten, sondern lernten auch einiges Interessante über die Baugeschichte des Krankenhauses – von einem kühnen Frauenorden geplant und errichtet, Bauzeit von Plan bis Einweihung: 1,25 Jahre! (Nimm das, BER!)
Weiter ging es zur nahen Heilig-Kreuz-Kirche, wo es eigentlich erst Kaffee geben sollte, aber wir Pilger waren so fromm gestimmt, daß wir das gar nicht merkten und erstmal in die Kirche gingen. Hinterher war der Kaffee immer noch gut.
Nun folgte das längste Stück (einige ältere Pilger wichen hier auf die Öffentlichen aus). St Ludwig ist eine große und wunderschöne Kirche, und der lange Weg dorthin führt teils durch Park, teils durch sehr schöne Straßen. Der Organist mußte zwar gerade mit dem Kinderchor proben (natürlich nicht in der Kirche), aber alles war gut geplant: Jemand hatte seine Ziehharmonika dabei. Keine Andacht ohne Instrumentalbegleitung!
Das letzte Stück Weg führte nach St. Albertus Magnus – die einzige moderne Kirche dieses Pastoralen Raumes. Zum Abschluß der Andacht bekamen alle papierene „Fußspuren“, auf die sie ihre Wünsche oder Befürchtungen bezüglich des ziemlich großen Pastoralen Raumes schreiben sollten. Diese wurden dann wie eine lange Spur auf die Stufen zum Altar ausgelegt.

Am Ende gab es im Pfarrgarten große Mengen Würstchen, Kartoffelsalat und Kuchen – und weitere freundliche Gespräche.

Das Wetter war die ganze Zeit herrlich, und die Wege waren schön, die Andachten erbaulich. Ich hätte mir ein wenig mehr Stille auf dem Weg gewünscht. Schade fand ich, daß keine Jugendlichen dabei waren. Kinder hatten sich auf den Weg gemacht und waren alle Stationen mitgegangen! Aber Jugendliche hatten sich nicht locken lassen.

Ein ganz großer Dank an die Organisatoren, die für alles von Liederheft und Pilgerstempel über die Auswahl und Kenntnis der sehr schönen Wege und die so frohmachenden Andachten bis zur üppigen Verpflegung so gut geplant und gesorgt hatten.

Vor allem aber – Dank sei Gott für diesen wunderbaren Tag!

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Zum Erntedank

In unserer Gemeinde wurde Erntedank zwar schon vergangenen Sonntag gefeiert. Aber in vielen wird morgen gefeiert – Erntedank ist kein im liturgischen Kalender bestimmtes Fest und wird in Europa am Sonntag nach Michaelis oder am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, in anderen Klimazonen zu anderen Zeiten. Was Erntedank in einer westeuropäischen Großstadt bedeutet, schreibe ich in meiner Monatskolumne auf kath.net.

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Zum Nachhören: Frauen im Mittelalter

Hier ist er, der Podcast zu meinem Vortrag auf Radio Horeb.
Viel Freude beim Hören!

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Die Mittelalter-Reihe auf Radio Horeb geht weiter!

Und zwar am Donnerstag, 4. Oktober, 20.30 in der Sendereihe Credo: Frauen im Mittelalter.

Das ist der vierte Teil meiner Serie auf Radio Horeb zum Thema Mittelalter, und ich sehe kommen, daß ich darüber noch einiges schreiben und vortragen werde. Ich freue mich auf eine geneigte Hörerschaft! Wie immer wird die Sendung später auch als Podcast hörbar sein.

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Rosenkranzmonat

Der Oktober ist traditionell der „Rosenkranzmonat“, in dem dies schöne meditative Gebet besonders gepflegt wird.

Papst Franziskus hat kürzlich aufgerufen, den Rosenkranz im Oktober nach Möglichkeit täglich zu beten, und zwar im Anliegen für die Kirche, um Schutz gegen den Satan. Ich möchte mich gerne beteiligen, hoffe, es auch wirklich zu schaffen – und bitte meine katholischen Freunde ebenfalls darum. Die Kirche ist ja unsere Mutter, und für seine Mutter beten ist jedenfalls gut.

Wie man es macht, steht bei kathpedia – und auch ein bißchen darüber, was es bringen kann. Mir bringt der Rosenkranz vor allem spürbare innere Ruhe und Zuversicht. Schon deshalb frage ich ich selbst, warum ich eigentlich nicht viel öfter den Rosenkranz zur Hand nehme (und antworte: Wie das so ist mit guten und nützlichen Dingen – die anderen Dinge haben eine unverschämte Zugkraft).

Ich vermute, andere Katholiken kennen das auch. Also, vereinen wir uns doch in diesem Monat zum Rosenkranzsturm! Beten wir für die Kirche, für Priester, Missionare und Ordensleute, um Berufungen, um Weisheit und Liebe.

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Zum Erzengelfest

Erzengel
Melodie: Wohl denen, die da wandeln (GL 543)

Ihr seid der Liebe Künder,
Ihr seid aus Gottes Licht.
Ihr sprecht als Seine Münder,
Ihr sagt uns: Fürchtet nicht.
Ihr seid von Gott zu uns gesandt,
Um auf Ihn hinzuweisen,
Ihr gebt Sein Wort bekannt.

An unsrer Seite streitet
Der Engel Michael.
Wo Böses sich verbreitet,
Da ficht er stark und schnell.
Wenn uns die Niedertracht bedroht,
Hilft er uns, Mut zu zeigen,
Und fragt: Wer ist wie Gott?

Auf Wegen uns geleitet
Der Engel Raphael,
Daß unser Fuß nicht gleitet,
Daß unser Blick wird hell.
In Krankheit und in Seelennot
Heißt er uns, Gott zu ehren,
Spricht: Euer Heil ist Gott.

Von Gottes Liebe kündet
Der Engel Gabriel.
Das All hat sie begründet,
Und alles macht sie hell.
Sie gibt der dürren Wurzel Saft,
Läßt Israel ergrünen,
Sie blüht durch Gottes Kraft.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015

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„Eure Kinder…“

Leser (oder Leserin?) Bobi hat im Kommentarbereich zu meinem letzten Posting die Slogans der Lebensschutzgegner und Abtreibung-für-Menschenrecht-Halter fein zerpflückt. Vielen Dank!

Bobi zitierte dabei einen Slogan, den ich nicht gehört hatte und besonders gruselig finde: „Eure Kinder werden kontrolliert!“ Heute fiel mir schlagartig ein, welches Mißverständnis dem zugrunde liegt. Den Original-Slogan habe ich sehr wohl gehört, und oft:

Eure Kinder werden so wie wir!

Zum einen möchte ich da immer gerne einen Gegenchor anstimmen:

Eure Kinder werden so wie wir,
so mit Rosenkranz und Skapulier!

Zum andern finde ich Bobis „Verhörer“ nicht nur lustig, sondern auf eine schlimme Weise wahr. Die Leute, die sich dem Marsch für das Leben grölend, lärmend, blockierend und gewaltbereit entgegenstellen, dulden keine Meinung als die ihre. Und ja: Sie kontrollieren gern. Nicht so sehr sich selbst, aber die Gesinnung anderer. Es ist die gleiche Meute, die schon mal Lokalverbote ausspricht, wenn jemand vor der Mahlzeit still betet, die den zivilen Ungehorsam eines Apothekers, der keine „Pille danach“ verkauft, mit Fassadenbeschmieren und Einwerfen des Schaufensters quittiert, die Menschen den Zutritt zu als öffentlich angepriesenen Podiumsdiskussionen verbieten, weil diese Menschen eben auch mal positiv über Lebensschutz bloggen, die Kirchen beschmiert und auch schon mal in die Räume einer Lebensschutzorganisation einbricht und die Kleiderkammer für Babys und Schwangere verwüstet.

Von diesen Leuten, diesen Gesinnungsschnüfflern mit ihren Blockwart- und SA-Methoden, werden Lebensschützer als „Nazis“ beschimpft. Aber nicht die Lebensschützer propagieren das Ermorden kranker, behinderter oder auch nur irgendwie „unpassender“ Kinder sowie Gewalt gegen Andersdenkende – sondern gerade diese Pöbler tun es.

Der Verhörer „Eure Kinder werden kontrolliert“ hat durchaus einen Wahrheitsgehalt. Diese Leute möchten gerne kontrollieren. Wer von ihrer Norm abweicht, wird auch schon mal existenziell bedroht.

Zuletzt aber will ich noch etwas Positives schreiben. Zu den vielen, vielen Dingen, von denen die Pöbler gegen den Marsch für das Leben keine Ahnung haben, gehören ihre Menge und Wirkmächtigkeit. Sie waren heuer zwei- bis dreihundert. Diese Menge reicht aus, um einen älteren Herrn zu Boden zu bringen. Das ist schlimm genug, und ich hoffe, die Schuldigen werden sich dafür vor Gericht verantworten müssen. Aber selbst wenn das nicht geschieht, bleiben diese Krakeeler doch eine Gurkentruppe.

Liebe Krakeeler, geht zu Frau Kahane und heult Euch an ihrer Brust aus. (Dieser Artikel verdankt seine Entstehung ihr und anderen Politikern, die in den letzten Tagen Sympathie für die Störer einer genehmigten Versammlung unter freiem Himmel öffentlich geäußert haben.) Ihr habt keine Chance gegen die Wahrheit. Ihr hättet noch nicht mal dann eine Chance, wenn Ihr endlich mal eine ordentliche Stimmbildung machen würdet und man Eure Slogans von vorvorgestern wenigstens akustisch verstehen könnte. Ihr könnt uns nerven, zu Boden schmeißen, verleumden und vielleicht in irgendeiner demokratielosen Zukunft sogar in den Knast bringen, weil wir nicht Eurer Meinung sind. Aber eine prinzipiell chancenlose dumme Bande bleibt Ihr dennoch. Deshalb gibt es auch extra für Euch einen neuen tag: Babykiller fallen mir auf die Nerven.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare