„Eure Kinder…“

Leser (oder Leserin?) Bobi hat im Kommentarbereich zu meinem letzten Posting die Slogans der Lebensschutzgegner und Abtreibung-für-Menschenrecht-Halter fein zerpflückt. Vielen Dank!

Bobi zitierte dabei einen Slogan, den ich nicht gehört hatte und besonders gruselig finde: „Eure Kinder werden kontrolliert!“ Heute fiel mir schlagartig ein, welches Mißverständnis dem zugrunde liegt. Den Original-Slogan habe ich sehr wohl gehört, und oft:

Eure Kinder werden so wie wir!

Zum einen möchte ich da immer gerne einen Gegenchor anstimmen:

Eure Kinder werden so wie wir,
so mit Rosenkranz und Skapulier!

Zum andern finde ich Bobis „Verhörer“ nicht nur lustig, sondern auf eine schlimme Weise wahr. Die Leute, die sich dem Marsch für das Leben grölend, lärmend, blockierend und gewaltbereit entgegenstellen, dulden keine Meinung als die ihre. Und ja: Sie kontrollieren gern. Nicht so sehr sich selbst, aber die Gesinnung anderer. Es ist die gleiche Meute, die schon mal Lokalverbote ausspricht, wenn jemand vor der Mahlzeit still betet, die den zivilen Ungehorsam eines Apothekers, der keine „Pille danach“ verkauft, mit Fassadenbeschmieren und Einwerfen des Schaufensters quittiert, die Menschen den Zutritt zu als öffentlich angepriesenen Podiumsdiskussionen verbieten, weil diese Menschen eben auch mal positiv über Lebensschutz bloggen, die Kirchen beschmiert und auch schon mal in die Räume einer Lebensschutzorganisation einbricht und die Kleiderkammer für Babys und Schwangere verwüstet.

Von diesen Leuten, diesen Gesinnungsschnüfflern mit ihren Blockwart- und SA-Methoden, werden Lebensschützer als „Nazis“ beschimpft. Aber nicht die Lebensschützer propagieren das Ermorden kranker, behinderter oder auch nur irgendwie „unpassender“ Kinder sowie Gewalt gegen Andersdenkende – sondern gerade diese Pöbler tun es.

Der Verhörer „Eure Kinder werden kontrolliert“ hat durchaus einen Wahrheitsgehalt. Diese Leute möchten gerne kontrollieren. Wer von ihrer Norm abweicht, wird auch schon mal existenziell bedroht.

Zuletzt aber will ich noch etwas Positives schreiben. Zu den vielen, vielen Dingen, von denen die Pöbler gegen den Marsch für das Leben keine Ahnung haben, gehören ihre Menge und Wirkmächtigkeit. Sie waren heuer zwei- bis dreihundert. Diese Menge reicht aus, um einen älteren Herrn zu Boden zu bringen. Das ist schlimm genug, und ich hoffe, die Schuldigen werden sich dafür vor Gericht verantworten müssen. Aber selbst wenn das nicht geschieht, bleiben diese Krakeeler doch eine Gurkentruppe.

Liebe Krakeeler, geht zu Frau Kahane und heult Euch an ihrer Brust aus. (Dieser Artikel verdankt seine Entstehung ihr und anderen Politikern, die in den letzten Tagen Sympathie für die Störer einer genehmigten Versammlung unter freiem Himmel öffentlich geäußert haben.) Ihr habt keine Chance gegen die Wahrheit. Ihr hättet noch nicht mal dann eine Chance, wenn Ihr endlich mal eine ordentliche Stimmbildung machen würdet und man Eure Slogans von vorvorgestern wenigstens akustisch verstehen könnte. Ihr könnt uns nerven, zu Boden schmeißen, verleumden und vielleicht in irgendeiner demokratielosen Zukunft sogar in den Knast bringen, weil wir nicht Eurer Meinung sind. Aber eine prinzipiell chancenlose dumme Bande bleibt Ihr dennoch. Deshalb gibt es auch extra für Euch einen neuen tag: Babykiller fallen mir auf die Nerven.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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2 Antworten zu „Eure Kinder…“

  1. akinom schreibt:

    Zu lange haben wir gemeint: „Gefährlich ist‘s den Leu zu wecken!“ ehe wir jetzt immer mehr erleben müssen, dass der Leu nicht schläft. Aber auf Krakeelerei, die wieder nach „Töten von lebensunwertem Leben“ schreit, ist krakeelen auch nie die richtige Antwort, sondern mutiges Wachrütteln an die richtigen Adressen. Beispiel hierfür sind die Aktionen von Thomas Schührer. Nennen möchte ich hier auch 1000plus, die dem „Tag des Toilettenpapiers“ und anderen „Tagen des…“ nun am 1. Oktober den „Tag der Schwangeren“ hinzugefügt haben. Es wird dazu aufgefordert, Schwangere zu nennen, um ihnen am 1. Oktober ein Geschenk machen zu können.

    • Bobi schreibt:

      Danke für diesen Artikel.
      Um die Unklarheiten 😉 zu beseitigen:
      Ich bin Vater von mehreren Kindern, und die sind nicht so wie „Die“ geworden.

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