Immaculata

Melodie: GL, Regionalteil Berlin, 851 (Sei gegrüßt, du Gnadenreiche)

Gott hat sie bewahrt aus Gnade,
Ehe sie empfangen war,
Dass die Erbschuld der nicht schade,
Die den Heiland uns gebar.

Die den Christus hat geboren,
Musste frei von Sünde sein,
Goldne Schale, unverloren,
Gottes Wohnstatt, heil und rein.

Hör, Maria, unser Flehen,
Bitt für uns den Sohn und Herrn!
Seine Wege lehr uns gehen,
Sei im Meer der Zeit ein Stern!

© Claudia Sperlich

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Edmund Bojanowski kommt nach Potsdam!

Dienstag, 6. November 2018
19.30-20.30 Uhr

Edmund Bojanowski – Laie und Ordensgründer
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam (schräg gegenüber von St. Peter und Paul)

Der selige Edmund Bojanowski gründete als Laie in Polen im 19. Jh. die Kongregation der Mägde Mariens, einen Frauenorden, dessen Hauptaufgabe die Erziehung armer Kinder war sowie die Kranken- und Armenpflege. Die Mägde Mariens lebten zwar als Ordensschwestern, aber arbeiteten in der Welt als Mägde und erwirtschafteten so die Grundlage für zahlreiche Waisenheime und Krankenstationen. Besonders wichtig waren Bojanowski die ganzheitliche Bildung und religiöse Erziehung von Jungen und Mädchen.

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Ein Lied zu Allerheiligen

Melodie: GL 499; alternativ: GL 395

Ihr seid in Gott geborgen,
Gehüllt in Gottes Licht,
In ewgem Ostermorgen
Schaut ihr des Herrn Gesicht.
In Liebe ohne Grenzen
Lebt ihr in Ewigkeit,
Und eure Seelen glänzen
Von Gottes Heiligkeit.

Ihr weist auf Jesu Leben,
Ihr seid der Kirche Licht.
Helft uns in Tun und Streben
Zu Mut und klarer Sicht.
Helft uns in unsern Leiden,
In Irrtum, Krankheit, Not.
Seid bei uns, wenn wir scheiden,
Und helft zu gutem Tod.

Ihr habt schon überschritten
Die Schwelle in Sein Land;
Ihr Heiligen, wir bitten,
Nehmt ihr uns an der Hand.
Wenn dann in Gottes Klarheit
Der ewge Tag anbricht,
Sind wir in Seiner Wahrheit,
Im goldnen Gotteslicht.

© Claudia Sperlich

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Was am Katholizismus so klasse ist: Der Zölibat!

Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen. Dies sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr euch in rechter Weise und ungestört immer an den Herrn haltet.
1 Kor. 7,32-35

Paulus ist nicht „ehefeindlich“; er sagt ja im gleichen Kapitel, daß die Ehe grundsätzlich gut, ja eine Gnadengabe (ebenso wie der Zölibat) ist. Er ist auch nicht „leibfeindlich“; er sagt ja, daß die Eheleute einer über den Leib des anderen „verfügen“, daß sie sich einander nicht entziehen sollen. Er sieht nur sehr klar, daß ein Mensch in einer Partnerschaft den Kopf nicht in dem gleichen Maße frei für Gott hat wie ein zölibatär lebender.

Die Kirche hat von Anfang an dem zölibatären Leben eine große Bedeutung beigemessen. Geweihte Jungfrauen gab es schon in der Frühzeit der Kirche. Eremiten und mönchische Gemeinschaften kamen im späten 3. Jh. auf. Das klösterliche Leben entwickelte sich daraus im 4. Jh. Seit 1950 gibt es Säkularinstitute, d.h. Gemeinschaften, deren Mitglieder nach einer ordensähnlichen Regel zölibatär leben, aber nicht in einem Kloster, sondern in der Welt, wo sie ihre Berufe ausüben.
Schließlich gibt es Privatgelübde, die Keuschheit um Christi willen beinhalten.

Bei jeder Form christlichen zölibatären Lebens geht es immer um den Einen: Zölibat um Gottes Willen! Zölibatär Lebende verachten Ehe und Sexualität nicht, sondern sie verzichten aus Liebe zu Gott auf Partnerschaft und Sexualität, um dem Herrn zu dienen. Das bedeutet keinesfalls, daß sie ständig so aussehen, als ob sie verzichten. Ganz im Gegenteil! Denn man beschließt nicht einfach „So, ich will besonders fromm sein, also lebe ich zölibatär“ – sondern man spürt den Ruf Gottes zu dieser besonderen Form der Nachfolge. Dann wird man im Gebet und im Gespräch mit Geistlichen herausfinden, ob der Ruf echt oder eingebildet ist. Und wenn er sich als echt erweist, wird man auch darüber mit Gott und mit einem Priester darüber sprechen – und schließlich ein zunächst auf wenige Jahre begrenztes Gelübde ablegen. Erst dann folgen die „ewigen Gelübde“ – wenn man will, und wenn man die Berufung weiterhin spürt. Die Kirche schützt also vor leichtsinnigen Gelübden, hält aber zugleich ihre mütterliche Hand über alle, die in ihr ein Gelübde ablegen, sei es als Geweihte Jungfrau, in einem Orden oder Säkularinstitut oder in einem Privatgelübde. Das zölibatäre Leben ist ein Schatz für alle Gläubigen, da die gewonnene Freiheit für Gott auch jenen hilft, die nicht zölibatär leben. Zölibat ist ein Gnadenschatz.

Der priesterliche Zölibat – also das, woran alle zuerst denken, wenn sie „Zölibat“ hören – wurde im 4. Jh. eingeführt, im 7. Jh. teilweise aufgeweicht und erst im Hochmittelalter verpflichtend. Erfunden hat das Hochmittelalter ihn nicht, es gab ihn ja längst.

Priestern wird durch den Zölibat ermöglicht, ihren Aufgaben ungeteilt nachzukommen. Sie sind (was in Ländern mit Christenverfolgung bedeutsam ist) weniger erpressbar als Familienväter. Als Erblasser begünstigen sie nicht eine Famlie, sondern die Kirche. Es gibt keine Priesterdynastien. Das sind alles gewichtige Gründe für den Zölibat, aber der erste, schönste und eigentliche Grund ist die Liebe zum Herrn.

Die Kirche kann vom Zölibat dispensieren. Das geschieht sinnvollerweise bei den gar nicht so wenigen Geistlichen anderer Konfessionen, die bereits eine Familie haben, zur Katholischen Kirche konvertieren und die Priesterweihe anstreben. Hier wird weder der Zölibat aufgeweicht noch die Kirche beschädigt, sondern die Kirche zeigt sich großherzig und praktisch zugleich. An dieser Stelle wünsche ich den heute in Augsburg geweihten Priestern André Schneider und Andreas Theurer und ihren Familien Gottes Segen auf ihrem Weg.

Der Dispens schmälert übrigens weder die Bedeutung des Zölibats noch die Würde der dispensierten Priester.

Ich selbst lebe aufgrund eines Gelübdes zölibatär. Ich bin glücklich. Daß einige Menschen mich für komplett verrückt halten, war schon vorher so. Zum Glück ist mir diese gelegentlich geäußerte Meinung nicht mehr besonders wichtig. „Gott allein genügt.“

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Wieder mal ein Lied

Nachdem ich mich heute etwas geärgert hatte, weil ich gar kein Sonett geschrieben habe (und ich arbeite doch an einem umfangreichen Zyklus), fiel mir heute abend bei der Anbetung vorm Tabernakel zwar kein Sonett, aber ein Lied ein. Also doch noch ein schönes Tagewerk!

Du, Jesus
Melodie: Gott ruft Sein Volk zusammen (GL 477)

Du, Jesus, bist mein Leben,
Du, Christus, bist mein Licht!
Was Du mir hast gegeben,
Gibt alle Welt mir nicht.
Ich bete an und schaue
Dich, den verhüllten Herrn,
Du Wort, dem ich vertraue,
Du wahrer Morgenstern.

Ich liebe Dich, mein Leben,
Nach schwacher Menschenart.
Ich will mich selbst Dir geben,
Bei Dir bin ich bewahrt.
Die Welt will an mir reißen
Mit Eigensucht und Streit,
Du aber hast verheißen
Des Himmels Herrlichkeit.

Die Welt will mich verführen
Und zerrt an meinem Geist.
Herr Jesus, lass mich spüren,
Was mir Dein Wort verheißt!
Du feuerst an mein Streben,
Du bettest mich zur Ruh‘.
Herr Jesus, Weg und Leben
Und Wahrheit bist nur Du.

© Claudia Sperlich

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Reime finden

Ja, ich weiß: Vom Himmel oben
Ward den Mädchen wie den Buben,
Wenn sie fromme Lieder schruben,
Geist und Hilfe stets gegoben.

Manche zwar sind längst begruben,
Eh die Welt, der tumbe Kloben,
Merkt, wie kühnen Reim sie schroben,
Als den Herrgott sie geluben.

Ich hingegen, Mädels, Jungen,
Lebe noch und schreib schon wieder,
Hab euch schon so viel gebrungen!

So, nun hab ich mich erkloren,
Kauft nun endlich meine Lieder,
Denn sie schmeicheln euren Ohren.

© Claudia Sperlich

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Gerechtigkeit und Gleichberechtigung

Seit längerer Zeit kursiert ein Bild auf Facebook, das den Unterschied zwischen Gleichberechtigung und Gerechtigkeit zu erklären vorgibt.

Nebeneinander sieht man das gleiche Bild mit einem wesentlichen Unterschied. Auf dem ersten, mit „Gleichberechtigung“ betitelten Bild stehen drei verschieden große Kinder hinter einem Lattenzaun und wollen rübergucken, um ein Fußballspiel zu sehen. Jedes Kind auf einer Kiste; die beiden größeren können über den Zaun gucken, das kleinste nicht. Das zweite Bild, „Gerechtigkeit“ betitelt, zeigt das größte Kind ohne Kiste, das zweite auf einer und das kleinste auf zwei Kisten, so daß alle drei knapp über den Zaun gucken können. Zur Erklärung steht unter den Bildern:
1. Gleichberechtigung: Menschen die gleichen Dinge geben
2. Gerechtigkeit: Fairness in jeder Situation

Aussage dieses Doppelbildes ist: Gleichberechtigung ist schlecht, Gerechtigkeit ist gut. Gleichberechtigung ist das Gegenteil von Gerechtigkeit. Und das ist Unfug!

Jeder Mensch hat das Recht auf ausreichend Essen.
Dies Recht wird nicht durchgesetzt, indem man jedem Menschen, vom Säugling bis zum Greis, vom Athleten bis zum Schreibtischarbeiter, genau das gleiche Essen in genau der gleichen Menge gibt, sondern indem man jedem Menschen das Essen gibt, das seinen Bedürfnissen entspricht.
Das ist übrigens auch gerecht. (Daß dies übrigens nicht geschieht, ist ungerecht – merkt der geneigte Leser aber schon selbst, oder?)

Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Das bedeutet nicht, daß Frauen Pissoirs haben müssen, weil Männer die auch haben. Es bedeutet auch nicht, daß Männer Anspruch auf eine regelmäßige Untersuchung auf Brustkrebs haben müssen. Sondern es bedeutet unter anderem, daß Männer wie Frauen gleichermaßen Zugang zu adäquaten Sanitäranlagen und Recht auf regelmäßige adäquate medizinische Untersuchungen haben.
Das ist übrigens auch gerecht. (Zusatz wie oben.)

Jeder Mensch hat das Recht auf Bildung.
Wenn nun der eine sich für Musik interessiert, der andere für Landwirtschaft, dann ist es eben kein Akt der Gleichberechtigung, beiden ein Musikstudium zu ermöglichen oder beiden eine Ausbildung zum Landwirt, sondern dem einen dies und dem anderen jene. Denn Gleichberechtigung bedeutet: Sie haben das gleiche Recht auf eine ihrer Neigung und ihrem Können entsprechende Ausbildung.

Gleichberechtigung bezieht sich immer auf ein Ziel (Fußball gucken, sich bilden, seine eigenen Fähigkeiten fördern etc.) Hier wird so getan, als sei Gleichberechtigung darin erfüllt, daß jeder unabhängig von seinen Bedürfnissen genau das gleiche Stück Weg bekommt.

Gleichberechtigung in einem griffigen Bildchen als etwas der Gerechtigkeit Entgegengesetztes zu bezeichnen, ist nicht einfach dumm. Es ist sogar ziemlich gerissen. Man kann so in einprägsamer, witzig erscheinender Weise Menschen dahin bringen zu glauben, daß Gleichberechtigung schlecht ist. Wenn dieser Gedanke sich erst einmal etabliert hat, wird am Ende im Namen der Gerechtigkeit das Recht gebrochen.

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Hedwig von Andechs

Heute ist ihr Gedenktag, und als Berlinerin (Hedwigskathedrale!) und Patenkind einer Hedwigsschwester bin ich ihr besonders verbunden.
Heilige Hedwig, bitte für uns!

Hedwig von Andechs
Melodie: Liebster Jesu, wir sind hier

Hedwig hat die Pracht der Welt
Bloßen Fußes übergangen,
Wünschte weder Schmuck noch Geld,
Gott allein galt ihr Verlangen.
Kranken half sie, gab den Armen,
Voller Liebe und Erbarmen.

Sie verstand der Menschen Not,
Stritt für Gnade und für Leben.
Wo ein hartes Urteil droht,
Bat sie, Schulden zu vergeben.
Heilger Geist hat sie getrieben,
Aufzubauen und zu lieben.

In der kriegerischen Zeit
Schlug sie zwischen Feinden Brücken,
Liebend überwand sie Streit,
Ließ sich nicht von Hass berücken,
Half, die Lehre zu verbreiten
Und die Welt zu Gott zu leiten.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015

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Hörnchen soll nicht hungern!

Lange Zeit habe ich keine Hörnchenbilder gezeigt. Ich füttere nun auf dem Balkon, um den Nachbarn mit der Terrasse unter mir keinen Anlass zum Ärger wegen herunterfallender Nüsse zu geben. Und die Hörnchen brauchen es wirklich. Durch den heißen Sommer fiel die Nussernte schlecht aus. An den Preisen für Haselnüsse aus dem Laden ändert das nichts oder wenig – komm, Hörnchen, friss dich satt!

Nüsse!
Eichhörnchen

Guckt auch keiner?
Eichhörnchen

Ah, lecker!
Eichhörnchen

War da was?
Eichhörnchen

Egal, erst mal essen…
Eichhörnchen

… und die Quelle im Auge behalten.
Eichhörnchen

Von unten kommt auch kein Feind.
Eichhörnchen

Ach, Essen ist immer so anstrengend.
Eichhörnchen

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Was am Katholizismus so klasse ist: Die Priester!

Haben die Männer nicht eh das Sagen in der Kirche, diese habituellen Unterdrücker? Zumindest wenn sie Priester sind? Nein, haben sie nicht und sind sie nicht!

Die Kirche lehrt, der Mensch – nicht nur der Mann, nicht nur die Frau – ist nach Gottes Bild geschaffen, zwar durch die Sünde korrumpiert, aber durch die Gnade immer fähig zur Umkehr. Die Kirche lehrt, was sich daraus ergibt: daß Frauen und Männer die gleiche unzerstörbare Würde innehaben.

Männer haben ihre spezifischen Fähigkeiten und Aufgaben, so wie Frauen die ihren – und dann gibt es noch eine ganze Reihe Dinge, die beiden gleichermaßen aufgetragen sind, insbesondere Gott zu lieben und den Mitmenschen liebevoll, gütig und hilfsbereit entgegenzukommen. Glauben, Gebet und Soziales Engagement sind beiden möglich, sind beiden aufgetragen.

Einige Männer sind zum priesterlichen Dienst berufen. Das ist eine extreme Anforderung, und es ist auch in Ländern ohne nennenswerte Christenverfolgung grundfalsch, diese Aufgabe mit sozialer Sicherheit und Wohlstand zu verwechseln. Ich bin sehr froh, als Frau gar nicht überlegen zu müssen, ob ich vielleicht zu priesterlichem Dienst berufen sein könnte – ich bin es nicht, Dank sei Gott. Ich bin froh um jeden Priester, der seinen Dienst treu versieht, und ich kenne deren genug, um zu sagen: Es ist durchaus nicht ausgeschlossen.

Priester spenden die Sakramente. Das Sakrament der Ehe zwar spenden die Eheleute sich gegenseitig (daß ein Priester dabei ist, für sie und mit ihnen betet und ihnen den Segen erteilt, ist dennoch sinnvoll). Die Taufe spendet in der Regel ein Priester – im Notfall darf das aber jeder tun, der guten Willens ist und die Taufformel kennt und versteht. Die Eucharistie spenden darf auch ein Diakon oder Kommunionhelfer, wenn es sinnvoll ist (z.B. bei sehr großem Andrang oder bei einem Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung). Aber das Eucharistische Opfer darf nur der Priester darbringen. Er handelt in der Person Jesu Christi, wenn er die Wandlungsworte spricht. Auch die Beichte hören, die Krankensalbung spenden und die Weihe spenden kann nur ein Priester (im letzten Falle ein Bischof).

Die kirchliche Lehre wird durch Priester weitergegeben. Ich weiß schon, viele meiner katholischen Freunde werden jetzt seufzen: Schön wärs ja! – aber erstens wird sie das tatsächlich immer noch, zweitens würde sie es ohne Priester gewiß bald gar nicht mehr. Die lange Ausbildung zum Priester beinhaltet ein gründliches Studium der Theologie, in dem es nicht zuletzt um Vernunftgründe für den Glauben, um Klarheit über das, was die Kirche ist und soll, geht. Um Jesu Lehre weiterzugeben, braucht es zwar kein Studium, sondern Frömmigkeit und Einsicht (Eigenschaften, die ein Priester notwendig auch haben soll). Aber um die zweitausendjährige Geschichte der Kirche als Geschichte Gottes mit Seiner mystischen Braut zu verstehen, trotz aller Abirrungen, und um sektiererische Bewegungen und Unverbindlichkeit gleichermaßen zu meiden, ist eine gute Ausbildung vorteilhaft.

Eine weitere, wichtige Aufgabe des Priesters ist die Seelsorge. Natürlich sorgt der Priester für die Seelen schon dadurch, daß er die Sakramente spendet, daß er die Messe feiert und daß er – wozu er verpflichtet ist – das Stundengebet pflegt. Aber die Aufgabe der Seelsorge umfasst noch mehr. Er muss auch zuhören, Rat wissen, trösten, in bestimmten Situationen helfen und Hilfe organisieren. Das sind zwar alles Aufgaben, die generell jeder Christ hat, der dazu fähig ist. Aber ein Priester hat auch die Aufgabe, beispielhaft in der Nächstenliebe zu sein. Er ist eine Vertrauensperson, zu der Menschen mit ihren Nöten kommen dürfen.

Daraus folgt auch, daß Priester mit Überforderung und Nerverei umgehen können müssen. Denn natürlich kommen Menschen auch fordernd und unverschämt zum Priester, erwarten mehr als menschenmöglich ist, stänkern beim Pfarrer oder auch beim Bischof über die zu kurzen Rochettes der Ministranten, über den Organisten, der nie ihr Lieblingslied spielt, über die zu lauten Glocken und die zu leisen Predigten (oder umgekehrt), über schlichtweg alles, was sich bemeckern lässt. (An dieser Stelle eine Bitte: Geht einigermaßen schonend mit den Priestern um! Überlegt Euch dreimal, ob dieser oder jener Ärger unbedingt ins Pfarrbüro getragen oder in des Pfarrers Mailbox gesandt werden muss. Habt Nachsicht mit Pfarrern, die ab und zu auch gereizt reagieren.)

Daß in unseren Tagen Priester unzählige Dinge erledigen „müssen“, die gar nicht zum Priesteramt gehören – Verwaltungssachen, Teilnahme an allen möglichen Sitzungen irgendwelcher Grüppchen in der Gemeinde, weil die sonst beleidigt sind etc. – ist ein Übel, und in vielen Fällen könnte das durch bessere Organisation behoben werden, einerseits durch tüchtig helfende Laien, andererseits auch durch das Zutrauen der Priester, daß die Laien das können. Das ändert aber nichts an der Größe des Priesteramtes.

Ohne Priester kann die Kirche eine Zeitlang irgendwie bestehen, wie die Geschichte Japans und Koreas zeigen. Aber Trost und Kraft der Kirche kommen aus den Sakramenten. Wenn es nicht nur eine Zeitlang irgendwie, sondern immer und mit Verve gehen soll, sind Priester nötig.

Ich bin dankbar für jeden Mann, der dem Ruf zum Priesteramt folgt, Jesus Christus zu Mittelpunkt seines Lebens und Dienens macht und auch in Schwierigkeiten treu bleibt. Weil das Priesteramt nicht nur herrlich, sondern auch schwer ist und so wichtig, bete ich auch für Priester. Ich kann es nur empfehlen. Priester dienen Gott und den Menschen – dienen wir ihnen wenigstens gelegentlich durch ein Gebet.

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