Heute: Andreas!

Andreas
Melodie: Wer nur den lieben Gott läßt walten

Andreas kam zum Jordanufer
Voll Sehnsucht nach der Gotteszeit.
Er ließ sich mahnen von dem Rufer:
„Macht unserm Herrn den Weg bereit!“
Dort stand, von heilgem Geist umweht,
Der Nazarener im Gebet.

Andreas hört‘ den Täufer sagen:
„Seht, Gottes Lamm trägt unsre Schuld!“
Er ging zu Jesus, Ihn zu fragen,
Erfuhr von Liebe und Geduld.
„Komm mit und sieh“, der Meister sprach,
Da folgte Ihm Andreas nach.

„Den Christus haben wir gefunden!“
Sein Bruder Simon folgte gleich,
Und beide gingen, zu bekunden
In Wort und Tat das Gottesreich.
Wer Jesu Liebeswort erzählt,
Gibt mehr als jedes Reich der Welt.

Herr, laß mich Deinen Weg bereiten
Und allen sagen, wer Du bist:
Der Welten trägt durch alle Zeiten,
Der Menschen Retter, Jesus Christ,
Der auch die schwerste Schuld vergibt,
Der ewig lebt und ewig liebt.

Aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015

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Freiheit!

Ich hätte auch titeln können: Klappe! – und ich hätte auch damit die Männer vom Bund der katholischen Jugend gemeint und die anderen Männer, die mich deshalb „ultrakonservativ“ und daher abzulehnen finden, weil ich nicht Priesterin werden können will.

Also, Klartext, Ihr reformkatholischen Jungs:

Ich bin, Dank sei Gott, frei und kann zwar nicht von Euch unbelästigt, aber (hierzulande noch) im Wesentlichen unbehelligt der katholischen Lehre folgen und sie verteidigen. Daß ich von dieser Freiheit Gebrauch mache, findet Ihr ganz, ganz schlimm. Denn, so sagt Ihr, die katholische Kirche muss endlich mit der Zeit gehen, und deshalb darf es keinen „Zwangszölibat“ geben, und Frauen dürfen nicht von der Priesterweihe „ausgeschlossen“ werden. Zum ersten, zum Zölibat, kann ich Euch beruhigen – es gibt tatsächlich keinen Zwangszölibat. Es gäbe ihn, wenn Menschen verpflichtet werden könnten, Priester zu werden. Können sie aber nicht. Priester werden 1. Männer, die wirklich von Gott dazu berufen sind, 2. Männer, die irrtümlich annehmen, von Gott dazu berufen zu sein. In beiden Fällen wissen sie, daß damit der Zölibat einhergeht. Wenn sie den nicht wollen, werden sie halt was anderes als Priester – so einfach ist das. Sie dürfen das! Und kommt mir jetzt nicht mit den Fällen, in denen Priester sich mit dem Zölibat schwertun, es nicht halten, untreu werden. Ja, die gibts. Aber ebenso wie eheliche Treue verpflichtend ist, aber unglücklicherweise nicht immer gehalten wird, ist es mit priesterlicher Treue. Wobei ich annehme, daß die priesterliche Treue insgesamt etwas häufiger beachtet wird als die eheliche Treue (ich rede jetzt mal ausschließlich von katholischen Priestern und katholischen Eheleuten, der Vergleichbarkeit halber). Die Tatsache, daß es Untreue gibt, darf nicht dazu führen, alles, was Treue überhaupt erfordert, abzuschaffen.
Zu behaupten, es gebe einen Zwangszölibat, weil Priester zölibatär leben müssen, ist so logisch wie zu behaupten, es gebe einen Zwang zur Gesundheit, weil Piloten nicht chronisch krank sein dürfen.

Einer der gesprächigsten BdkJ-Verteidiger gab nun auf den Einwand eines Katholiken, die Bundesvorsitzende des BdkJ sei „Sooooooo jugendlich … aber auch nicht mehr“ (dem ich aus meiner 56jährigen Sicht nicht zustimme, aber sei’s drum) wörtlich kund:

Aber doch noch recht süss und im Kopf scheint sie auch was zu haben, das hebt sie denn schon aus einer Masse von Katholiken empor.

Ich will hier nicht weiter eingehen auf die Diffamierung eines bedeutenden Anteils der über 1,3 Mrd. Katholiken, sondern nur auf „doch noch recht süss“.

Merkt Ihr was, Männer? Da schwätzt ein Mann erst lange über die Notwendigkeit, Frauen Gerechtigkeit angedeihen zu lassen, und zwar in einer Form, die in Wahrheit weder gerecht noch passend ist – und dann ist das erste, was er über die von ihm geschätzte Bundesvorsitzende eines Verbandes, dessen Mitglied er vermutlich ist, dem er jedenfalls offenkundig große Sympathie entgegenbringt, zu sagen weiß: Sie ist doch noch recht süß.

Ich habe für die Betreffende keine besondere Sympathie, weil ich glaube, daß sie einem Verein vorsitzt, der die katholische Kirche in Deutschland empfindlich schädigt. Aber ich erkläre mich als Frau solidarisch mit jeder Frau, die von einem malefizienten Chauvinisten auf „noch recht süß“ reduziert wird, auch wenn er dann gnädig eine positive Bemerkung über ihren Geisteszustand nachschiebt.

Ihr Männer vom BdkJ, ZdK oder was auch immer, ich pfeife auf Eure Versuche, mich zu befreien aus den Klauen der katholischen Kirche. Ich bin da freiwillig und gerne, und ich weiß, daß Ihr eine besserwisserische Bande unzulänglich verkappter Chauvinisten seid. Ich brauche Euch nicht. Wenn Ihr eine Sekte gründen wollt, nur zu, die Welt steht Euch offen. Grundzüge einer Sekte habt Ihr ja schon.

Freiheit ist in der Kirche zu finden. Nicht in dem Popanz, den BdkJ, ZdK etc. daraus machen wollen. Nur in der katholischen Kirche bin ich frei, ich zu sein als Frau und Dichterin, als unzulänglicher und begeisterter Mensch mit meinen Bedürfnissen und Fähigkeiten und auch mit meinen Sünden, Fehlern und Schwächen – als eine, die dem Herrn gehört. Und nicht diesen Herrchen.

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Zwei von drei Jahren

Heute vor zwei Jahren habe ich ein Gelübde abgelegt. Auf drei Jahre, vorerst.
Ich bin so glücklich – in einem Jahr, so Gott will und ich lebe, darf ich es endgültig machen!

Daß die Kirche meinen Entschluß mitträgt, Gott auf diese Weise zu dienen, ist wundervoll. Christus ist mein König, das habe ich letzten Sonntag besonders gefeiert – und das feiere ich im Grunde an jedem einzelnen Tag, wenn ich Ihn anbete.

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Das Zentralkomitee beschließt, ich antworte

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (das mich, wie aus der Seitenleiste dieses Weblogs ersichtlich, keinesfalls vertritt), beschloss in der vergangenen Woche unter dem Jubel des Bundes der deutschen katholischen Jugend Konsequenzen aus der Studie zum sexuellen Mißbrauch in der Kirche. Das wäre grundsätzlich löblich, wären nur die Konsequenzen nicht zum großen Teil völlig ungeeignet.

Gefordert wird:

Trennung von Exekutive und Judikative im Kirchenrecht. Wir fordern eine unabhängige kirchliche Verwaltungsgerichtsbarkeit für den Bereich der Deutschen Bischofskonferenz.

Das klingt vernünftig; ich vermute, durch eine solche Trennung könnte man Kungeleien und Vertuschungen vorbeugen. Allerdings wäre es mir lieb, wenn das ZdK nicht ständig „fordern“ schriebe, wo „vorschlagen“ oder „bitten“ oder „anregen“ gemeint ist.

Um eine umfassende Transparenz zu schaffen und der von Papst Franziskus beschriebenen Klerikalisierung entgegenzuwirken ist eine gleichberechtigte Teilhabe von Laien und Geweihten an Leitung von Kirche zu schaffen.

Da die Leitung der Kirche (liebes ZdK, der bestimmte Artikel ist nicht völlig überflüssig) den Bischöfen obliegt, geht das nicht. Allerdings ist es sinnvoll, generell Laien viele Aufgaben (und nicht nur Ehrenämter) zuzumuten; gerade in beratenden, ordnenden und helfenden Funktionen halte ich Frauen oft für besser geeignet als Männer. Das ändert nichts daran, daß die oberste Leitung eben Bischöfe innehaben. Es ist die Kirche, keine Firma.

Frauen und Männer in Kirche gleich zu stellen und daher Frauen Zugang zu allen kirchlichen Ämtern zu gewähren.

Hier versucht das ZdK nicht zum ersten Mal einen unzulässigen deutschen Sonderweg zu beschreiten. Die Zentrale der Kirche ist nicht das ZdK. Abgesehen davon ist das Priestertum Dienst, nicht Amt – und die tatsächlichen Ämter (Küster, Ministrant, Lektor, Organist, Chorleiter, Katechet, Rendant, Hausmeister etc.) stehen Frauen grundsätzlich offen. Seltsamerweise hat das ZdK aber noch nie darauf gedrungen, die Kirche möge endlich eine Hausmeisterin einstellen – woran mag das liegen? Doch hoffentlich nicht am mangelnden Renommé eines Hausmeisters?

Sich aktiv dafür einzusetzen, den Pflichtzölibat abzuschaffen

Erstens gibt es keinen Pflichtzölibat, weil es keine Pflicht gibt, Priester zu werden. Wer Priester werden will, weiß, daß er dann zölibatär zu leben hat – wenn er das nicht kann oder mag, wird er eben was anderes. Zweitens zeigt die Kriminalstatistik, daß Sexualdelikte bei nicht zölibatär lebenden Menschen – z.B. bei Familienvätern, bei Sport- und Schwimmlehrern, bei Trainern usw. – insgesamt weit häufiger vorkommen als bei katholischen Geistlichen. Das macht die Untaten innerhalb der Kirche nicht besser! Aber es zeigt, daß es eben nicht am Zölibat liegt.

In der kirchlichen Sexualmoral die vielfältigen Lebensformen und Lebenswirklichkeiten positiv anzuerkennen

Wo die kirchliche Sexualmoral eingehalten wird, gibt es keine Sexualdelikte. Wo sie nicht eingehalten wird, kann es welche geben. Es gibt an der gesunden und heilsamen kirchlichen Lehre (zu der die Sexualmoral gehört) nichts zu ändern.

Entwicklung einheitlicher Standards bei der Ausbildung für den priesterlichen Dienst auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz

Wenn das bedeutet, daß die Ausbilder immer kluge, fromme Männer sind, die täglich ihr Stundenbuch und den Rosenkranz beten, oft zur Beichte gehen, selbst oft Beichte hören, religiöse Bildung und Freude am Dienst vermitteln, dabei mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und die Seminaristen zu einem reinen, von Gottesliebe geprägten Leben führen, und wenn es ferner bedeutet, daß zur Ausbildung der Seminaristen auch gehört, sich die Gefahren unreifer Sexualität bewußt zu machen, und daß die Ausbilder Seminaristen, die in der Pubertät steckengeblieben sind oder sexuelles Suchtverhalten zeigen, hinauswerfen – dann bin ich ganz dafür. Aber irgendetwas sagt mir, daß das ZdK das nicht meint.

die Verantwortung und Entscheidungskompetenz aller Getauften und Geweihten auf allen Ebenen für die Kirche zu verwirklichen

Der letzte Satz ist ein einziges Geschwurbel. Natürlich haben alle Gefirmten (von den nur erst Getauften sind viele noch klein) eine hohe Verantwortung in Kirche und Welt, und es gehört zu den Aufgaben jedes einzelnen, sich dieser bewußt zu werden und ihr gerecht zu werden. Nur hat eben jeder einzelne, ob geweiht oder nicht, seine eigene Verantwortung, seinen eigenen Platz im Leben – und den kann das ZdK nicht herausfinden. Es geht darum, diesen Platz so gut wie möglich auszufüllen.

Für das, was ich tun darf, soll und muss, ist neben den persönlichen Fähigkeiten und Gegebenheiten maßgeblich, was in der Bibel, im Katechismus und im CIC steht. Der Zentralrat der deutschen Katholiken ist für mein Handeln unmaßgeblich. Mein Zentralkomitee ist, ich sagte es bereits, in Rom.

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Christus ist König!

Vor einem knappen Monat rief mich ein Freund an, nur um zu fragen, ob ich ein Lied zu Christkönig geschrieben hätte. Ich hatte nicht, fand es eine gute Idee und setzte mich am folgenden Morgen nach der Messe in ein Café, frühstückte königlich und schrieb. Manchmal geht es so einfach.

Christkönig
Melodie: Großer Gott, wir loben Dich

König über Welt und Zeit,
Christus, lass uns vor Dir knien!
Mach zum Dienen uns bereit!
Der uns Zeit und Welt geliehen,
Lehr uns lieben, lehr uns seh’n,
Lass uns fest im Glauben steh’n.

Dir gehört das Himmelreich,
Du hältst uns den Himmel offen,
Du machst Herzen froh und weich,
Lässt uns lieben, glauben, hoffen.
Du bist Wort und Brot und Wein,
Heilst und lädst uns täglich ein.

Du bist allen Lebens Kraft,
Zeigst den Weg und schenkst das Leben,
Gibst dem dürren Reise Saft,
Hast uns Geist und Sinn gegeben.
König über Zeit und Welt,
Hilf uns tun, was Dir gefällt!

Auf des Bundesbogens Thron
Sitzt Du zu des Vaters Rechten,
Sieger über Satans Hohn,
Überwinder alles Schlechten.
König über Welt und Zeit,
Dein ist alle Herrlichkeit!

© Claudia Sperlich

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Gottes Ansprüche sind hoch

Der Essener Generalvikar Klaus Pfeffer hat kürzlich gesagt, der bedauerliche Mitgliederschwund der Kirche liege an den hohen moralischen Ansprüchen der Kirche. Und daran, daß Frauen nicht Priester werden können. Und natürlich am Mißbrauchsskandal.

Die Mißbräuche sind, kein Zweifel, ein Schandfleck, und Ehrlichkeit, Aufarbeitung und Prävention sind dringend vonnöten. Nur sind sie nicht das Wesen der Kirche, und auch nicht das Wesen des Zölibats. Sie sind die Folge von kranker, suchthafter Macht- und Sexgier (kommt in allen Gesellschaftsschichten und Berufszweigen vor) und von mangelhafter Katechese, mangelhaftem Glaubensleben, mangelhafter Gebetspraxis, mangelhafter Disziplin. Man möge mir doch nicht erzählen, ein Priester, der fest von der Wahrheit Jesu Christi überzeugt ist und täglich mit Innigkeit sein Stundenbuch benutzt, wird zu einem verlogenen Monster, das jahrelang Schutzbefohlene verführt und mißbraucht. Es mag sein, daß ein frommer Priester sich irgendwann in einer schwachen Stunde mit seiner ebenso schwachen Haushälterin im Bette findet, oder auch mit einem Seminaristen. Aber daß er (also: der nicht scheinheilige, sondern wirklich fromme Priester) dann nicht bereut, beichtet und an sich arbeitet, um die Versuchung zu meiden oder zu bekämpfen – daß ein solcher Mann sich stattdessen fortgesetzt und auch noch an Schutzbefohlenen vergeht, das glaube ich nicht. Die Pfaffen, die kleine Kinder kaputtgemacht haben, haben es doch lange vorher an geistlichem Leben fehlen lassen (auch wenn es vielleicht keiner gemerkt hat).

Und nein, Frauen können nicht Priester werden. Ich würde jetzt gerne sagen „Ich war ja auch mal jung und dumm und habe gedacht, das ginge“ – aber der Herr Generalvikar ist nicht jung, und über seine intellektuellen Fähigkeiten steht mir kein Urteil zu. Zum Thema „Priesterweihe“ habe ich auf meinem alten Blog geschrieben.

Sicher treten auch Leute aus der Kirche aus, weil sie die Anforderungen übertrieben finden. Die meisten Austritte geschehen aber deshalb, weil Leute nicht glauben, was die Kirche lehrt und was in der Bibel steht. Das wiederum liegt sehr oft nicht daran, daß die Leute zu blöd sind, es zu begreifen, sondern daran, daß die Kirche (einschließlich Religionslehrer) versucht, die tiefen Wahrheiten und hohen Moralansprüche wie Zuckerwatte aussehen zu lassen. Kein Mensch mag Zuckerwatte im Übermaß. Menschen (Kinder, Jugendliche und Erwachsene, um genau zu sein) suchen Klarheit. Wenn die Kirche ihnen die kristallen klare und harte Wahrheit Jesu Christi in rosa Zuckerwatte verpackt bis zur Unkenntlichkeit, dann werden sie sich ihre Kristalle im Esoterikschuppen kaufen. Dabei ist es gar nicht so schwer, ihnen die Schönheit des Evangeliums und der Kirche nahezubringen. Schauen Sie doch mal, wovon die erfolgreichsten Bücher und Filme handeln – von Heldentum, Opfermut und Leidensfähigkeit. Man kann also Menschen dafür begeistern, ihre eigenen Triebe zu beherrschen (damit meine ich nicht nur und nicht einmal an erster Stelle den Sexualtrieb) und sich bis über die eigenen Grenzen hinaus einzusetzen für Wahrheit und Gerechtigkeit. Selbst so zu sein und andere dafür zu begeistern ist übrigens Aufgabe aller Christen, zumindest ab Firmung, aber ganz besonders ist es die Aufgabe der Hirten.

Kurz gesagt, die Kirchenaustritte kommen nicht vom überzogenen Moralanspruch der Kirche – sondern von der Verwässerung kirchlicher Moral. In einen Klub, der sich an seine eigenen Regeln nicht hält, würde ich auch nicht eintreten.

Kirchenaustritte sind für den Herrn Generalvikar „bedrohlich, weil unser Bistum so abhängig von der Kirchensteuer ist.“
Ach daher weht der Wind? Kirchenaustritte sind nicht etwa bedrohlich für die Seelen derer, die die Kirche verlassen, und ein Jammer ebenso wie eine klare Aufgabe zur Mission, sondern einfach blöd, weil die Ortskirche dann weniger Geld hat? Und die Ortskirche – Kirche! Braut Christi! – fühlt sich von ein bißchen Armut bedroht? In den meisten Ländern ist die Kirche wirklich arm. Bedroht ist die Kirche natürlich überall vom Satan, das weiß sie auch, aber sie hat ja einen Bräutigam, der stärker ist und ganz eindeutig versprochen hat, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwältigen werden. Übrigens steht Satan eher im Ruf, mit irdischem Reichtum zu locken. Wenn also die Kirche in Deutschland materiell arm wird, liegt es wohl nicht an ihm.

Die Moralansprüche der Kirche sind so hoch, weil Gott uns nichts Geringeres zumutet. Er ist der Auffassung, wir verdienen es, ernstgenommen zu werden. Er hält uns für fähig, Härten durchzustehen. Er will nicht, daß wir verwöhnte Sandkastenkinder sind, denen noch der dümmste Wunsch sofort erfüllt wird, sondern daß wir die ewige Seligkeit erlangen. Er hat uns die Kirche zur Mutter gegeben und die Sakramente als Hilfsmittel geschenkt – weil Kirche und Sakramente heilsnotwendig sind. Er umgibt uns im Übrigen in diesem schwierigen Leben mit unfassbar viel Schönheit und Liebe.

Da wird man sich ja wohl mal an ein paar simple Regeln halten können.

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Vier Tage im Kloster

Wieder einmal komme ich von einem Urlaub bei den Mägden Mariens in Wilhelmshorst. Vier Tage, an denen ich mit den Schwestern Stundengebet gebetet und Messe gefeiert habe, in völliger Ruhe (ohne Telephon und Internet) geschrieben und gelesen habe, und ein bißchen im Garten geholfen (d.h. massenhaft Laub geharkt) habe ich auch.
Mit Freude gelesen habe ich ein Buch, das ich neulich zum Dank für meinen Vortrag in der Arche Potsdam bekam: Robert Bellarmin, Ausführliche Erklärung des christlichen Glaubens, Echter Verlag 2013. Eine höchst empfehlenswerte Katechese!
Die Schwestern hatten sich sehr über den Vortrag gefreut und schenkten mir ein bibliophiles Büchlein aus dem Anhalt Archiv: Das Zerbster Prozessionsspiel. Ins Gegenwartsdeutsch übertragen und kommentiert von Hannes Lemke. – Auch das ist eine gute Lektüre, bebildert mit Photos des Originalmanuskripts und einer Aufführung unserer Tage. (Man sollte viel mehr Prozessionsspiele aufführen!)

Wie gewohnt, waren die Schwestern von großer Herzlichkeit. Die Novemberstimmung in dem großen Garten mit Buchen, Ahorn und einem schilfbestandenen Teich ist ganz eigentümlich schön; heute morgen war der Himmel über dem Teich ganz golden.

Das Gästezimmer ist still und hübsch, mit Blick auf den Garten, und ich habe dort vier Sonette geschrieben – drei davon sind Teil eines wachsenden Zyklus, den ich hier erst vorstellen werde, wenn er fertig ist. Eines ist eine Art Wunschzettel, und hierfür halte ich den Martinstag für passend. (Übrigens ist der Wunsch weder durch den ebenso würde- wie humorvollen alten Priester in Wilhelmshorst noch durch die Priester „meiner“ Großgemeinde angeregt. Aber es gibt halt noch andere.)

Katholischer Wunschzettel

Ich wünsche mir, daß unter allen Priestern,
Die mir begegnen, nicht ein einzger ist
Vom Typus „weichgespülter Modernist“!
(Ich habs nicht so mit ketzerischen Biestern.)

Ich halte ja, wie ihr vermutlich wisst,
Nicht viel von jenen Soziologisch-Tristen,
Die glauben, unsre Kirche auszumisten,
Doch trifft die Forke stets Herrn Jesus Christ.

Ich will, das Heilige die Botschaft künden,
Daß sie den Glauben logisch auch begründen
Und esoterisches Geschwafel meiden.

Ich will, daß sie die Geister unterscheiden,
Latein will ich und viel Gregorianik –
Und niemals NGL! Sonst krieg ich Panik.

© Claudia Sperlich

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Zum Martinstag

Zunächst: Gottes Segen sei über allen Martins, Martines, Martinas, Matts, Mattens und wie sie sonst heißen mögen.

Sodann hole ich einen Choral wieder vor:

Martin von Tours
Melodie: Großer Gott, wir loben dich

Martin mußte lange Zeit
Als Soldat des Kaisers leben.
Waffen und Soldatenkleid
Trug er nur mit Widerstreben,
Wollte, statt im Heer zu stehn,
Jesu Friedenswege gehn.

Als er um den Abschied bat,
Ließ der Kaiser ihn nicht ziehen,
Sprach von Feigheit und Verrat.
Martin sprach: „Ich will nicht fliehen,
Doch auch Blut vergießen nicht:
Christus ist mein Friedenslicht.“

„Ohne Waffen laß mich gehn,
Ohne Furcht vor Kriegsgefahren.
Wehrlos will vorm Feind ich stehn,
Jesu Kreuz wird mich bewahren.
Jesus ist mein guter Hirt,
Der den Frieden schaffen wird.“

Bischof Martin folgte Gott,
Tat und lehrte Sein Erbarmen,
Teilte gerne in der Not
Brot und Wissen mit den Armen.
Eigne Not galt ihm gering,
Bis sein Weg zu Ende ging.

„Herr, es ist ein harter Streit,
Deinen Dienst zu tun im Leben.
Und ich kämpfte lange Zeit!
Willst Du mir nun Abschied geben,
Ruh ich gern, doch auf Dein Wort
Führ ich Deine Sache fort.“

Martins tapfrer Lebenslauf
Ist im Frieden ausgeklungen.
Gott nahm Seinen Diener auf,
Engel haben ihm gesungen,
Trugen ihn nach Leid und Streit
In die lichte Ewigkeit.

Und wenn es mal wieder nicht wirklich was mit Martin und dem Christentum zu tun hatte:

Ach Martin

Martin, ach, Laternenlicht
wär dir wohl noch recht geworden,
auch die lauten Kinderhorden,
aber Heidentum doch nicht!

Nur Kostümfest und Geschrei,
Glühwein dann und Würstchenessen,
kannste als Asket vergessen,
wärste eh nicht gern dabei!

Martin, trotz der Feierei
ohne Glaubensgrund und Wissen
wollen wir dich doch nicht missen –
steh uns armen Toren bei!

Bitt für uns mit frommem Sinn,
Gott woll uns den Tand vergeben!
Lass die armen Gänse leben,
den Klamauk nimm freundlich hin,

hilf, die Großen wachzurütteln,
bis sie sich zu Gott gewandt,
nimm die Kleinen bei der Hand!
Sonst ist dieses Fest zum Schütteln.

Beide Gedichte aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte. tredition 2015

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Immaculata

Melodie: GL, Regionalteil Berlin, 851 (Sei gegrüßt, du Gnadenreiche)

Gott hat sie bewahrt aus Gnade,
Ehe sie empfangen war,
Dass die Erbschuld der nicht schade,
Die den Heiland uns gebar.

Die den Christus hat geboren,
Musste frei von Sünde sein,
Goldne Schale, unverloren,
Gottes Wohnstatt, heil und rein.

Hör, Maria, unser Flehen,
Bitt für uns den Sohn und Herrn!
Seine Wege lehr uns gehen,
Sei im Meer der Zeit ein Stern!

© Claudia Sperlich

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Edmund Bojanowski kommt nach Potsdam!

Dienstag, 6. November 2018
19.30-20.30 Uhr

Edmund Bojanowski – Laie und Ordensgründer
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam (schräg gegenüber von St. Peter und Paul)

Der selige Edmund Bojanowski gründete als Laie in Polen im 19. Jh. die Kongregation der Mägde Mariens, einen Frauenorden, dessen Hauptaufgabe die Erziehung armer Kinder war sowie die Kranken- und Armenpflege. Die Mägde Mariens lebten zwar als Ordensschwestern, aber arbeiteten in der Welt als Mägde und erwirtschafteten so die Grundlage für zahlreiche Waisenheime und Krankenstationen. Besonders wichtig waren Bojanowski die ganzheitliche Bildung und religiöse Erziehung von Jungen und Mädchen.

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