Meinem Liebsten zu Aschermittwoch 2021

 Du bist mein Liebster. Niemand kann uns trennen,
 Du bist bei mir, wo immer ich mag sein.
 Du machst Dich mir zuliebe schwach und klein.
 Du brennst in mir, und ich will für Dich brennen.
  
 Die Welt nennt unsre Liebe Traum und Schein,
 Doch Du bist Wahrheit. Ich darf Dich bekennen,
 Dich Bräutigam und mich Dein Eigen nennen.
 Du bist mein Leben, bist mein Brot und Wein.
 
 Ich will Dir neu mein Herz und Haus bereiten
 Und will in diesen ungewohnten Zeiten
 Mit Mut und Frische das Gewohnte tun.
  
 Hilf, daß in böser Zeit mit guter Miene
 Ich Dir in Liebe und Gehorsam diene,
 Um Dich zu feiern und bei Dir zu ruhn.
 
 © Claudia Sperlich
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Macht der Synodale Weg dumm?

In fast jede Diskussion um katholische Belange mischt sich über kurz oder lang jemand ein, der alles Katholische aus der Kirche nehmen möchte. In der Regel lobt er dabei den Synodalen Weg und tadelt alles und jeden, der den Synodalen Weg (mit oder ohne Begründung) ablehnt. Der Vorwurf der Mißachtung von Laien und Frauen wird dabei regelmäßig erhoben.

Wenn dann eine katholische Frau die Stimme erhebt und sagt, sie werde keinesfalls mißachtet, wird sie von oben herab, mit größtmöglicher Arroganz, belehrt – darüber, daß sie sich irrt, daß sie sich ganz zu unrecht in der katholischen Kirche wohlfühlt, daß ihre Argumente und ihre Treue nichts wert sind, daß es ihr natürlich freigestellt ist, sich gern unterdrücken zu lassen, aber…

Ihr Synodalen!

Ich bin eine Frau, bin Laie, und ich erfreche mich, Euch zu widersprechen. Ich bin katholisch, und das will ich mit Gottes Hilfe auch bleiben. Die Kirche hat ihre Regeln, Gesetze und Rechte, und die will ich respektieren. In meiner Reihe „Was am Katholizismus so klasse ist“ habe ich schon viel dazu geschrieben, auch über Frauenbild, Zölibat und Priester. Warum es keine katholischen Priesterinnen gibt, erkläre ich hier. Ich bin freiwillig Katholikin, und ich bin es mit wachsender Begeisterung, nicht obwohl die Kirche so ist, wie sie ist, sondern weil sie so ist.

Selbstverständlich kann man anderer Meinung sein. Man kann die Kirche schlecht finden, sich von ihr unterdrückt fühlen, man kann als Mann einer Frau sagen, sie dürfe sich in der katholischen Kirche nicht gut fühlen, weil sie, als Frau, von ihr gegängelt werde, worauf er, der Mann, nie und nimmer kommen würde, weil er ja für meine Freiheit eintritt bei Tag und bei Nacht. Das ist alles legitim, ich habe kein Recht und auch keine Möglichkeit, jemandem zu verbieten, mich für ein armes, dummes, gegängeltes Weiblein zu halten, so gehirngewaschen, daß ich meine Versklavung auch noch gut finde. Aber ich habe das Recht, zu antworten.

Atheisten, die mich für spinnert halten, weil ich nicht Atheist bin, stören mich nicht sonderlich. Freikirchler, die die katholische Kirche als satanisch ansehen, sind insofern nervig, als ich immer wieder der Versuchung nachgebe, vernünftig mit ihnen zu reden, und das geht immer wieder schief. Christen anderer Denominationen, die einfach sagen „Das und das an der katholischen Kirche verstehe ich nicht oder mißfällt mir“ kann ich Rede und Antwort stehen, und das kann durchaus bereichernde Gespräche ergeben, in denen die gemeinsame Grundlage, der Glaube an Jesus Christus, das Fundament bildet.

Katholiken, die die katholische Kirche zu Tode reformieren wollen, erlebe ich oft als furchtbar intolerant. Da hält sich eine an die katholische Lehre? Mit der kann ja was nicht stimmen! – Bei Unterstützern des Synodalen Weges ist diese Haltung besonders ausgeprägt. Da wird dann gesagt: Die Priester wollen uns unbegründet irgendwas vorschreiben! Dagegen sage ich: Nein, die Priester müssen uns begründet sowohl die Heilige Schrift als auch die katholische Lehre verkünden!

Und dann kommt als Antwort ein ellenlanger Sermon, der mich armes dummes Weiblein belehren soll darüber, wie Kirche und Schrift überhaupt zu verstehen sind.

Das ist typisch für Verfechter des Synodalen Weges. Einer meiner Fehler ist, sie trotz dieser Erfahrungen immer wieder für diskussionsfähig und belehrbar zu halten, und immer wieder werde ich enttäuscht. (Macht nichts. Eine Ent-Täuschung ist das Ende einer Täuschung, und Täuschung ist nicht gut.) Die Verfechter des Synodalen Weges gehen zudem davon aus, daß diese auf Deutschland beschränkte Bewegung allen anderen Katholiken auf der Welt überlegen ist und die Weltkirche nach ihrem Bilde formen muss.

Wenn ich Fragen habe zu Gott, Religion, Glauben, katholischer Lehre, bestimmten kirchenpolitischen Vorgängen oder was auch immer, dann wende ich mich an Leute, die etwas vom Christentum katholischer Denomination verstehen und sich für dies alles interessieren. Auch dann besteht noch die Gefahr, daß ich eine falsche oder zweifelhafte Antwort bekomme, denn Menschen sind nun einmal fehlbar. Aber die Wahrscheinlichkeit, eine vernünftige Antwort zu erhalten, ist dann schon ziemlich groß.

Verfechter des Synodalen Weges sagen mir ihre Meinung gern ungefragt. Sie entspricht der katholischen Lehre im Regelfall nachweislich nicht. Meist auch nicht dem ganz simplen Menschenverstand. Ich erfahre den Synodalen Weg als eine Gemeinschaft von Menschen, die mir die Denkfähigkeit absprechen und mich mit väterlicher bzw. mütterlicher Strenge auf den rechten Weg bringen wollen. Ersteres ist Unfug, letzteres ist Sache meines Beichtvaters.

Zur provokanten Ausgangsfrage: Ja, ich befürchte, der Synodale Weg hat das Potential, dumm zu machen. Anders kann ich mir nicht erklären, daß zahlreiche überdurchschnittlich gebildete Menschen im Glauben, sie treten für Freiheit und Gerechtigkeit ein, anderen Menschen die Fähigkeit zum freiheitlichen und gerechten Handeln und Denken absprechen. Auch glaube ich nicht, daß die meisten Teilnehmer des Synodalen Weges boshaft sind (im Gegenteil, das sind wahrscheinlich die wenigsten). Dann aber ist nicht anders als mit Dummheit zu erklären, wenn leicht nachprüfbare Aussagen der Kirche ständig verfälscht werden.

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Schnee in Berlin

Seit gestern liegt auch in Berlin Schnee. Es ist mild, tagsüber frostfrei, aber es langt, daß unzählige Menschen fröhlicher sind als gewöhnlich. Überall stehen Schneemänner herum, Erwachsene liefern sich Schneeballschlachten. Ich war gestern zum ersten Mal mit meiner Patentochter alleine auf dem Spielplatz und habe mit ihr einen winzigen Schneemann gebaut. Zwei große standen da schon.

Und mitten in dieser Freude kommen zwei Kinder, höchstens fünf und sechs Jahre alt, schlagen alle Schneemänner kaputt und nehmen die Möhre, die der eine als Nase hat, um sich selbst einen Schneemann zu bauen. Die Eltern sitzen regungslos davor und sagen nichts.

Ich sage zu meiner Nichte laut genug, daß die beiden Rotzlöffel (und hoffentlich auch die Eltern) es hören: „Guck mal, die beiden haben die Schneemänner kaputtgemacht. Sehr doof. Tut man nicht.“ Und sie, vollkommen gelassen: „Bauen wir einen neuen Schneemann!“ Das taten wir dann auch, und sie war glücklich.

Eigentlich sollen ja Patentanten und -onkel ihren Patchen etwas beibringen. Aber es schadet nichts, wenn das dreijährige Patchen der empörten und ratlosen Tante auch etwas beibringt, nämlich die Umsetzung der Devise „Ned amal ignorieren“. Jemand hat etwas wirklich Doofes und Boshaftes getan, aber Menschen sind nicht verletzt? Täter ignorieren, Schaden beheben und gut.

Die Kleine hat erreicht, daß ich gestern Abend entspannt und froh eingeschlafen bin – nach einem Gebet für die beiden Rotzlöffel.

Von dem Vorfall oder den Schneemännern habe ich kein Bild. Aber von meinem zauberisch verschneiten Balkon.

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Bekehrung des Paulus

 Saulus von Tarsus,
 Hüter des Gesetzes,
 klug und belesen –
 voller Zorn und Eifer
 wolltest du wahren  
 deiner Väter Glauben
 an Gott den Vater.
  
 Vom Licht getroffen,
 stürztest du zu Boden,
 hörtest die Stimme,
 sanft und unerbittlich:
 Warum verfolgst du
 Jesus, deinen Heiland?
 Folge dem Sohne!
  
 Drei Tage Blindheit
 musstest du erdulden,
 bis Gott zur Heilung
 Hananias sandte.
 In neuer Klarheit
 strahlten Herz und Augen
 vom Geiste Gottes.
  
 Gottes Gesandter
 zu den Heidenvölkern,
 über die Grenzen
 Künder neuer Lehre,
 flammend vor Liebe
 littest du für Christus –
 Paulus von Tarsus.
 
 © Claudia Sperlich
 
 
 
 
 
 
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Hörnchens Restaurant

Heute war Hörnchen angesichts des ungemütlichen Wetters mal richtig schick essen.

Vorab ein Salat von Strohblumengrün. Man sitzt hier von neugierigen Blicken durch Lavendel halbwegs abgeschirmt, und die Rosendeko ist hübsch.

Als Hauptgericht gibt es Haselnüsse. Hier kann man den Ausblick genießen – nicht besonders heute, Schneegestöber und kalter Wind, aber den Nüssen tut das keinen Abbruch.

Alles in allem, kein schlechter Ort! Aber die Bedienung könnte etwas flotter sein.

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Morgendliche Ermutigung

 Hast dich bekreuzigt und hast gedankt
 Für vergangene Nacht und für neuen Morgen
 Bist unter der Dusche dann richtig erwacht,
 Hast die Laudes gebetet und Frühstück gemacht
 Und bist schon wieder voll Sorgen?
  
 Hast auf Facebook die Nöte der andern gesehn
 Den Zorn und die Tränen der Brüder und Schwestern,
 Und irgendwo anders bricht man das Recht,
 Hast die Zeitung gelesen, die Welt ist schlecht,
 Das war sie aber schon gestern.
 
 Ja Himmel! Wirf deine Sorgen auf Gott,
 Er sorgt für dich, Er trägt deine Bürden.
 Er hält das aus, Er will das ja so!
 Jetzt trink deinen Kaffee. Vertraue. Sei froh!
 Und dann nimm des Tages Hürden. 

© Claudia Sperlich
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Kirche im Wohnzimmer

Von Heiligabend bis zum Fest der Heiligen Familie am 27. Dezember gab es einen Gottesdienst nach dem anderen in meiner Heimatgemeinde. Ich war mehrmals Lektorin und übernahm einmal die Einlasskontrolle. Was für eine schöne, feierliche, erfüllte Zeit!

Zur Corona-Sicherheit sind die Gottesdienste dieser Gemeinde seit dem 28.12. und bis zum 10.1. nicht öffentlich. Aber es wird gestreamt. Ich könnte in anderen Gemeinden zur Messe gehen, aber nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, mit gestreamten Messen vorlieb zu nehmen und in die Kirche bis zum 10. Januar nur zur stillen Anbetung zu gehen. Die Infektionszahlen sind immer noch hoch, und ich möchte da nichts herausfordern. Außerdem mag ich meiner Heimatgemeinde und „meinem“ Pfarrer nicht in den Rücken fallen, und so käme es mir vor, wenn ich jetzt in einer Nachbargemeinde zur Messe ginge.

Natürlich wäre ich lieber ganz normal in der Kirche, beim Gottesdienst, mit anderen Gläubigen zusammen. Aber die Zeit ist nun einmal, wie sie ist. Dem Pfarrer ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, mir fällt sie auch nicht leicht – aber ich halte sie für richtig. Ob sie das tatsächlich ist, weiß Gott.

Zu Neujahr durfte ich ein wundervolles Orgelkonzert aus meiner Heimatgemeinde im Wohnzimmer hören und anschließend die gestreamte Messe mitbeten. Ich habe den Priester nicht beneidet, der vor leeren Bänken so froh und feierlich zelebrierte. Ich habe mich an der Messe und der ausgezeichneten Predigt gefreut, habe mitgebetet, so gut es ging, und will zuversichtlich bleiben. Und ich freue mich, daß ich am 10. Januar als Lektorin dabeisein darf.

Viele meiner Freunde entscheiden anders. Ihr Argument ist: Wir dürfen uns nicht hindern lassen, an der Messe teilzunehmen, wenn es irgend möglich ist, weil die Eucharistie eben Quelle und Gipfel unseres Glaubens ist. Und solange die Coronaregeln eingehalten werden, birgt die Messe doch keine besondere Gefahr.

Diese Argumentation verstehe ich. Daß ich mich anders entschieden habe, ist aber ebenfalls verstehbar. Ich sehe derzeit durchaus eine Gefahr in gut besuchten Gottesdiensten (vor allem, weil ich nicht davon ausgehen kann, daß wirklich alle sich an die AHA-Regel halten) – allerdings schätze ich die Gefahr, solange die Regeln wenigstens im Großen und Ganzen beachtet werden, nicht als sehr hoch ein. Einkaufen zu Stoßzeiten ist vermutlich bedenklicher. Stärkeren Ausschlag gibt aber, was ich oben gesagt habe: die Loyalität zu Pfarrer und Gemeinde. Das hat für mich auch mit Gehorsam zu tun.

Gehorsam ist Teil meines Gelübdes. Und diese Zeit zeigt mir, was Gehorsam mit Abwägen und Nachdenken zu tun hat. Natürlich könnte ich sagen, daß ich aus Gehorsam zur Kirche ungeachtet der Corona-Situation weiterhin täglich zur Messe gehe. Das wäre, wenn ich es ehrlichen Herzens beschlossen hätte, ebenso gehorsam wie mein derzeitiges (hoffentlich nur sehr begrenztes) Fernbleiben.

Gehorsam mit Blindheit oder Dummheit zu assoziieren, wie viele (nicht nur religionsferne) Menschen tun, ist falsch. Der Wortstamm horchen (die verstärkte Form von hören) weist darauf hin, daß es ohne aufmerksame Betätigung des Hirns gar nichts werden kann mit dem Gehorsam. Daß auch der Aufmerksamste irren kann, und daß es für und wider ein und dieselbe Sache Argumente geben kann, brauche ich hoffentlich nicht zu erklären.

Gott helfe uns, in dieser Krise in Frömmigkeit und Gehorsam die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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Zum neuen Jahr 2021

Allen Lesern und Leserinnen wünsche ich Gottes Segen im Jahr 2021!

Ich bin hoffnungsvoll. Im alten Jahr, so schwierig es war, war keineswegs alles übel. Ja, es gab viel Übles, das wissen wir alle. Aber es wurden auch im alten Jahr Ehen geschlossen und Kinder geboren, Menschen in die Kirche aufgenommen, es gab Versöhnung und Liebe. Menschen halfen einander, es gab große Opferbereitschaft. Menschen haben coronagemäße Wege der Kommunikation gefunden, haben die Quarantänezeit sinnvoll genutzt, gelesen, gebetet, renoviert, waren kreativ.

Ich habe meine Arbeitsstelle gewechselt – zwar mit einer Träne im Knopfloch, aber von einem Minijob zu einer Teilzeitstelle. Mein Patenkind wächst und gedeiht und wird ein Geschwisterchen bekommen. Ich habe wundervolle Freunde. Zwei von ihnen haben Covid19 überstanden, keiner in meinem Freundeskreis ist gestorben. Das ist keine ganz schlechte Bilanz.

Und nun das Neue: Gleich zu Anfang gibt es Hoffnung bezüglich Corona. Sicher finden die meisten Menschen auch ihren individuellen Hoffnungsschimmer. Ich hoffe, wieder mehr zu schreiben nach einer längeren Schaffenskrise im vergangenen Jahr. Und ich hoffe, mich immer besser einzuarbeiten an meiner noch neuen Stelle.

Hoffen wir das Beste füreinander, voneinander, miteinander. Und hoffen wir auf Gott.

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Jahreswechsel 2020/2021

Stiller Abschied von dem alten,
Still beginnt das neue Jahr.
Dankbar will ich innehalten,
Mich erinnern, wie es war.
 
Tod und Not sind groß geworden
Im vergangnen Seuchenjahr.
Lug und Trug in lauten Horden
Stellten sich als Retter dar.
 
Das Gewohnte kam ins Wanken.
Ängste wurden nicht erspart.
Dennoch hab ich Grund zu danken:
Freunde blieben mir bewahrt.
 
Hilfe habe ich empfangen,
Hilfe gab ich selber gern.
Und in allem Lebensbangen
Blieb mir Gottes guter Stern.
 
Ohne Feuerwerk und Trubel
Kommt ein unbekanntes Jahr.
Wahre mir den Weihnachtsjubel!
Du bist da, Herr, Du bist wahr.


© Claudia Sperlich
 
 
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Heiliger Abend 2020

So anders dieses Jahr - und doch vertraut.
Ich habe mir ein Bäumchen aufgebaut,
Geschmückt mit rot und goldnem Bastelkram.
Der Folienengel, der die Spitze ziert,
Ist neu gemacht und wirkt schon leicht lädiert,
Wie vieles, das aus meinen Händen kam.

Zwei Schwesterkirchen feiern heut fünfmal
Christmette für die zugelassne Zahl,
Und ausgebucht sind sie tags vorher schon.
Die Messe ist erlaubt, doch nur bedingt.
Die Orgel jauchzt, des Kantors Stimme klingt,
Doch die Gemeinde singt nicht einen Ton.

Ihr lieben Engel, die ihr Christus schaut,
Zu Gottes Ehre singt heut doppelt laut
Und nehmt die leeren Kirchenbänke ein!
Sagt allem Volk und sagt den Hirten auch:
Was heuer fehlt, ist bloßer Festtagsbrauch.
Doch Christus bleibt! In Ihm darf jeder sein!

Und selbst wo Angst und Krankheit uns erstickt,
Bleibt jeder vom Dreieinen angeblickt,
Und jedem gilt der Engel Jubellied:
Dem Herrn die Ehre! Friede aller Welt!
Das ist die Wahrheit, die uns trägt und hält. 
Der Herr ist da, wenn alles andre flieht.

Seid froh in dieser kargen Feierzeit!
Gott wurde Mensch, und Er trug alles Leid,
Trägt Schuld und Not und trägt uns, wie wir sind.
Er zeigt sich jedem, der Ihn ehrlich sucht.
Der Ich-bin-da ist niemals ausgebucht.
Gebt Raum dem Herrn, dem lieben Christuskind.

© Claudia Sperlich
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