St. Isidor von Sevilla

Der heutige Tagesheilige Isidor (um 560-630) folgte seinem ebenfalls heiligen Bruder Leander im Bischofsamt. Er schuf eine Enzyklopädie des Weltwissens seiner Zeit und gilt für diese Arbeit als (noch unbestätigter) Schutzpatron des Internet. Ihn habe ich auch zum Schutzherrn dieses Weblogs ernannt oder vielmehr erbeten.

Papst Benedikt XVI. sagte über ihn in einer Ansprache während der Generalaudienz am 18.6.2006:

Der Reichtum an kulturellem Wissen, über den Isidor verfügte, erlaubte ihm, ständig die Neuheit des Christentums mit dem klassischen griechisch-römischen Erbe zu vergleichen, auch wenn er statt über die kostbare Gabe der Synthese eher über die Gabe der „collatio“, also der Sammlung, zu verfügen schien, die in einer außerordentlichen persönlichen Gelehrtheit, welche nicht immer so geordnet war, wie man es sich hätte wünschen können, zum Ausdruck kam.

Zu bewundern ist in jedem Fall seine Sorge, nichts von dem auszulassen, was die menschliche Erfahrung in der Geschichte seines Heimatlandes und der gesamten Welt hervorgebracht hatte. Isidor hätte nichts von dem verlieren wollen, was sich der Mensch in früheren Zeiten angeeignet hatte, seien diese nun heidnisch, jüdisch oder christlich. Es darf daher nicht verwundern, wenn es ihm bei der Verfolgung dieses Ziels nicht immer gelungen ist, die Kenntnisse, die er besaß, auf angemessene Weise, wie er es gewollt hätte, durch das reinigende Wasser des christlichen Glaubens zu führen. Tatsächlich bleiben jedoch in den Absichten Isidors die Vorschläge, die er macht, immer im Einklang mit dem katholischen Glauben, der von ihm mit Bestimmtheit vertreten wird.

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Der eifersüchtige Bruder

Lk. 15,11-32

Die harte Arbeit hab ich gern gemacht.
Hab froh und gut gepflügt, gesät, geschnitten.
Ließ mich um keine Hilfe zweimal bitten,
Hab neues Land und Vieh uns eingebracht.

Ich liebe unsre alten Bauernsitten,
Dies Land, das grün in goldner Sonne lacht.
Ich hab mich mit dem Wildfang nie verkracht!
Er war doch immer bei uns wohlgelitten!

Es hat dem Vater fast das Herz gebrochen,
Als er mit seinem Erbe fortgegangen.
Nun hat ers durchgebracht, kommt angekrochen!

Er wird gefeiert. Ich bin nur Getriebe.
Darf ich, der Immertreue, nichts verlangen?
Und ich verlang doch nichts – nur Vaters Liebe.

Claudia Sperlich, aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015

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Fastenzeit ist schön!

Die Fastenzeit ist halb um, und ich kann am Sonntag Laetare eine frohe Bilanz der Halbzeit ziehen: Sie ist schön! Sie ist segensreich und frohmachend, sie ist gut.

Ich habe mir vorgenommen, wirklich zu fasten – d.h. auf eine Menge leckerer Dinge zu verzichten, genauer: auf Zucker, Fett und tierische Produkte, und insgesamt wenig zu essen. An den fastenfreien Sonntagen esse ich zwar Milchprodukte und Eier, aber weder Fleisch noch Fisch und auch nichts Süßes (außer Marmelade). Ich stelle fest, daß ich das kann, ohne mich zu überanstrengen. Daß es mir gesundheitlich sehr gut tut, ist ein erwünschter Nebeneffekt. Im Wesentlichen aber hilft es mir, Disziplin zu lernen und Zeit und Geld zu sparen. Zeit für Gebet und Bibellektüre, Geld für den Klingelbeutel.

Das regelmäßige Stundengebet hatte ich vor der Fastenzeit leider etwas vernachlässigt; nun bete ich wieder nach Möglichkeit täglich Laudes, Sext, Vesper und Komplet. Auch wenn ich das nicht ganz schaffe – Sext und Vesper müssen an zwei Tagen der Woche aus Zeitgründen in der Regel ausfallen – gibt das dem Tag Struktur und Ruhe, auch an Tagen, wo ich die Horen eigentlich nur „herunterbete“. Die poetische Schönheit der Psalmen berührt mich. Bei manchen Psalmen denke ich, dies kann ich gar nicht für mich selbst beten, so fürchterlich ist meine Situation ja auch wieder nicht, mit zahlreichen Bedrängern, die mir nach dem Leben trachten… aber dann bete ich sie für die vielen bedrängten Christen, die unser Gebet so nötig haben.

O Gott, komm mir zu Hilfe. *Herr, eile, mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist *
wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Ein Zeitraum, der so begonnen wird, hat schon gute Chancen.

Ich habe mir vorgenommen, in der Fastenzeit das Buch Jeremia vollständig zu lesen. Auch hier fallen zwei Tage aus, an allen anderen lese ich. Einfach ist dies Buch nicht – aber großartig! Ich sehe kommen, daß ich es tatsächlich in der Fastenzeit vollständig durchlese, und mir kam dabei auch der Gedanke, mal wieder Franz Werfels „Jeremias. Höret die Stimme“ zu lesen, einen Roman, der sich ganz eng an die biblische Vorlage hält.

Ein letztes, was ich nicht immer sehr erfolgreich versuche, ist der Verzicht auf Ärger. Ich bin ein Mensch, der sich zu leicht und zu schnell ärgert – und andere mit. Das Fasten macht es mir leichter, Unwägbarkeiten und Schwierigkeiten zu belächeln statt zu bemaulen. Oder wenigstens zu ignorieren.

Das bedeutet nicht, daß ich plötzlich eine sanfte, liebe, asketische und hochdisziplinierte Person bin, immer lächelnd und durch nichts aus der Ruhe zu bringen. (Allein die Vorstellung ist ziemlich gräßlich, oder?) Aber die Fastenzeit hilft mir, wenigstens zeitweise ein bißchen besser zu handeln (und vielleicht zu sein), als ich es normalerweise tue (und bin). Wenn das nichts ist!

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Fastensuppe

Heute habe ich eine riesige Menge Fastensuppe gekocht und dann eingeweckt. Sechs Gläser ganz und gar fastengeeignete – und dabei leckere – Suppe aus grünen Erbsen, Möhren, Kartoffeln und Zwiebeln. Gemüseschnippeln ist eine fast meditative Arbeit. Einwecken heißt: Keine Konservierungsstoffe und keine Blechdosen benutzen und trotzdem Konserven haben. Suppe einwecken heißt: Sich einfach schnell was warmmachen können – besonders in der Fastenzeit, wo es mir unter anderem darauf ankommt, sehr wenig Aufwand in der Küche zu treiben, ist das wirklich praktisch.

Suppenglaeser

Ich sollte wieder öfter einwecken.

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Was in manchen Gemeinden so läuft

Ich hab von einem Zirkel heut gehört,
der sich am Anblick eines Kreuzes stört;
es ist den Leuten wider die Natur.
So hängten sie stattdessen eine Uhr!
Statt auf das Kreuz, das unsern Heiland trägt,
schaun sie nun auf die Stunde, die bald schlägt,
und statt verheißner froher Ewigkeit
beglotzen sie nur allzuknappe Zeit.
Auch sagt man mir, daß diese selten Tollen
in ihrer Nähe keine Bücher wollen.
Nun könnt man sagen: Ist ja freie Wahl!
Doch treffen sie sich im Gemeindesaal
und glauben, Vater Kolping nachzueifern,
wenn Kreuz und Buch und Bildung sie begeifern
und auf die Zeit, die stets vergeht, nur bauen.
Ach Herr, lass diese auch Dein Heil einst schauen!

© Claudia Sperlich

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Was am Katholizismus so klasse ist: Die Pracht!

Teuer, protzig, prunksüchtig, man hätte das Geld den Armen geben können – so lautet immer wieder die Kritik an prunkvollen Kirchengebäuden, prächtiger Ausstattung, priesterlichen Gewändern. Eher selten wird die auch nicht ganz billige Orgel kritisiert – auf Musik mag man dann ja doch nicht verzichten. Daß allerdings der Organist, der dies wundervolle Instrument bedient, das als Beruf macht und dafür wie andere Werktätige auch Geld bekommt, macht sich schon nicht mehr jeder klar. Wieviele außerkirchliche Arbeitsstellen für Organisten gibt es eigentlich? Mir fällt die Philharmonie ein und sonst nichts. Der Organist ist schon mal einer, der im Regelfall Geld von der Kirche bekommt (auch wenn ich finde, er sollte mehr davon bekommen).

Die ganze Pracht, der ganze Prunk der Kirche hat Menschen in Brot und Lohn gebracht. Man nennt solche Leute Architekten, Holzschnitzer, Bildhauer, Maler, Stuckateure, Schneider, Paramentensticker, Vergolder und so weiter. Wenn man also unbedingt will, daß diese Leute arm sind und bleiben, muss man einfach die kirchliche Pracht verbieten. Dann hätte die Kirche Geld, um es diesen Armen zu geben. Aber – es ihnen für gern vollbrachte Arbeit geben, ist doch besser, oder? Und keine Angst: für die Armen hat die Kirche immer noch was übrig und gibt ihnen. Ja, sie könnte das teilweise besser organisieren und teilweise auch weniger organisieren und spontaner sein, alles lässt sich verbessern. Aber: sie gibt, viel und gerne.

Die Pracht der Kirche ist zunächst – wie das Salböl in Mt. 26,6-7 – für Gott. Ihm, dem Dreieinen Gott, gebührt alle Pracht und Ehre, und Künstler haben sie Ihm in den letzten zweitausend Jahren gerne auf ihre Weise gegeben. Dann aber ist diese Pracht auch ein menschliches Urbedürfnis. Kinder haben dafür ein Gespür, wenn sie sich als Feen und Könige verkleiden und phantastische Schätze ersinnen. Aber auch die meisten Erwachsenen, die Barockschlösser und eben auch Kirchen als Touristen aufsuchen, kommen wegen der Schönheit, der Pracht – und nicht so sehr wegen des Glaubens. (Manch einer bleibt wegen des Glaubens; es gibt Bekehrungserlebnisse in Kirchen. Das nur nebenbei.)

Menschen, die wenig Sinn für Kunst und Schönheit haben, entwickeln gerade in Kirchen zuweilen ein ganz frisches ästhetisches Gespür. Menschen, die in kargen Wohnungen mit schäbigen Möbeln leben, dürfen sich an der kirchlichen Pracht sattsehen – und das ist nicht weniger wichtig, als sich hinterher an kirchlichen Kaffeetafeln und in kirchlichen Suppenküchen sattzuessen. Eine Messe spricht alle Sinne an, sie duftet und klingt, die Bilder und Ornamente erzählen von Gott und den Heiligen. In der Osternacht wird im Exsultet allein die Osterkerze mit ihrem Licht, ihrer Schönheit, ihrem Duft viele Strophen lang besungen. Die Priestergewänder lassen den dienenden Menschen, der sie trägt, förmlich verschwinden unter ihrer ausgefeilten Pracht; genau das ist übrigens ihr Sinn: Es geht nicht um den Priester als mehr oder minder guten Menschen, dem ich mehr oder minder Sympathie entgegenbringe, sondern um den Herrn, den er repräsentiert.

Sicher, es gibt höchst überladene Kirchen, in denen der Prunk den Beter förmlich erschlägt. Es gibt schlichte Kirchen, in denen die schöne Architektur und besondere Fenster, die Lichtführung und einzelne Bilder und Skulpturen mich besonders berühren. Und es gibt Kirchen, die ich stilistisch furchtbar finde, unter ihnen wiederum teils überladene, teils karge. Ob nämlich eine Kirche ein gelungenes Gesamtkunstwerk ist oder nicht, liegt an vielen verschiedenen Dingen: dem Können der Künstler, der Harmonie verschiedener Kunstwerke, und nicht zuletzt am Geschmack dessen, der sie betrachtet. Aber hiervon abgesehen, ist sowohl die Kirche als auch der in ihr gefeierte Gottesdienst ein spirituelles Gesamtwerk: stein- und goldgewordene Gebete, brokatene Preisungen, Bitte und Dank der Gemeinde.

Die katholische Kirche hat in allen bildenden Künsten, in der Musik und Dichtung eine überbordende Phantasie ganz in den Dienst Gottes gestellt, und das macht eben auch Menschen Freude. Stellen wir uns vor, die großen Kirchen würden verkauft, um das Geld den Armen zu spenden. Dann hätten einige Arme kurze Zeit Geld, und kein Armer dürfte sich je wieder an der Pracht dieser Kirchen erfreuen – denn die wären dann Privatbesitz und kosteten Eintritt, wenn man sie überhaupt noch betreten dürfte.

Ein Hoch auf Pracht, Protz und Prunk der Kirchen – sie kommen allen zugute!

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Wenn ich an Kaffee denke

Gestern stellte ich meine Übersetzung des Chorals „O store Gud“ vor – O großer Gott vor. Heute, eingedenk eines weiteren, dort nicht bedachten Teils der Schöpfung, folgt meine Parodie. (Wenn ich meine Übersetzung des Werkes eines anderen Dichters parodiere, wen parodiere ich dann eigentlich? Mich oder ihn? Beide?)

O großer Gott, wenn ich an Kaffee denke,
Den Du geschaffen hast durch Allmachtswort,
Auf daß er morgens unsre Hirne tränke,
Uns helfe auf zu gutem Werk und Wort,
Dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

Er kam aus Morgenlandes bunten Weiten,
Und wird in neuen Welten angebaut,
Und die ihn kundig rösten und bereiten,
Hab stets voll Dankbarkeit ich angeschaut.
Dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

Du gibst uns Menschen Kaffee zum Erwachen,
Du gibst uns Kaffee zur Geselligkeit.
Du gibst Talent und Fleiß zum Kaffeemachen.
Dir sei ein kaffeevolles Lob bereit!
Dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

© Claudia Sperlich

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Die Komplettsäkularisierung

Der Kleinstaat Pavoralia hat am vergangenen Sonntag die durchgehende Säkularisierung des Landes beschlossen. Schon längst sind Schulen und Universitäten durchgehend staatliche Einrichtungen; zwar gibt es je eine evangelische und eine katholische Privatschule sowie eine katholische Universität, diese haben jedoch einen zunehmend schweren Stand, da die staatlich vorgeschriebenen Lehrpläne von den christlichen Schulen nicht voll übernommen werden und die Dekanin der Universität sich weigert, Gender Studies als Fakultät aufzunehmen. Die genannten Einrichtungen erhalten keine öffentlichen Gelder, wollen aber weiterhin auch für Mittellose offen bleiben und finanzieren sich zum großen Teil aus Spenden.

Der Beschluss zur vollständigen Säkularisierung des Landes wird sich vermutlich auch auf die genannten Bildungseinrichtungen auswirken; ob der Besuch einer christlichen Privatschule noch legal, der Abschluss eines Studiums an der Pavoralianischen Universität St. Thomas (PUST) noch innerhalb der Landesgrenzen anerkannt sein wird, ist derzeit in der Schwebe. Die Kanzlerin der PUST, Frau Prudentia Kallid, befürchtet eine Abwanderung junger Wissenschaftler und Lehrer.

Unmittelbarer werden die Beschlüsse zu Arbeitszeiten, Kalenderreform und Feiertagen sein. Nach langen Debatten behielt man den Gregorianischen Kalender aus praktischen Gründen und Gewohnheit bei; das wesentliche Argument dafür kam vom Minister für Kulturelle Angelegenheiten, Herrn Plumbëus: „Der Gregorianische Kalender wurde nur deshalb von einem Papst geschaffen, weil vernünftigeren Menschen keine Gelegenheit dazu geboten wurde; wäre die Religion schon damals überwunden gewesen, hätte ein Forscher genau diesen Kalender entworfen.“

Religiöse Feiertage wurden jedoch gestrichen. Ob der Frauentag hierzu gehört oder nicht, ist einstweilen noch strittig; es sieht aber aus, als werde er beibehalten aus Gründen der Tradition. Ebenfalls beibehalten wird der Tag der Staatsgründung; dieser liegt zwar, wie Historiker einmütig bekunden, im Dunkeln, wird aber traditionell am 1.1. begangen.
Die Einteilung in Wochentage soll völlig wegfallen, um sich keiner abrahamitischen Religion anzupassen. „Die Datumsangabe ist auch ohne Wochentag ganz genau“, argumentiert Plumbëus, „und wann jemand seinen freien Tag nimmt, bleibt ihm selbst überlassen.“ Jeder Bürger hat zusätzlich zu seiner tariflichen Urlaubszeit ein Kontingent von siebzig freien Tagen, die er – ggf. nach Absprache mit dem Arbeitgeber – über das Jahr verteilen kann, wie er möchte. Wenn er an einem dieser Tage in einer Anstellung arbeitet, so steht ihm eine übertarifliche Vergütung zu.

Umfragen haben ergeben, daß zahlreiche Bürger gerne bereit wären, siebzig Tage am Stück (plus ihre tarifliche Urlaubszeit) Urlaub zu machen und den Rest des Jahres durchzuarbeiten. Ärzte warnen jedoch vor Burnout bei über zweihundert Tagen Arbeit ohne freien Tag. Kleine Betriebe mit weniger als fünf Angestellten wären durch ein mindestens siebzigtägiges Fernbleiben hochqualifizierter Angestellter existenziell bedroht. Von kirchlicher Seite war nur der Bischof von Pavoralia, Beat Agnellus, zu einem Kommentar bereit: „Wer glaubt, wird weiter im Siebentagesrhythmus leben – wer nicht, fällt auf die Schnauze. Wir heben ihn dann aber gern wieder auf.“

Die Sozialistische Internationale Partei Pavoralia (SIPP) begrüßt die Reform als „Sieg über die Religionen“, besteht aber auf Beibehaltung des arbeitsfreien 25.12. Damit dürfte es keine Schwierigkeiten geben; Umfragen haben ergeben, daß an diesem Tag alle Pavoralianer feiern wollen – mit geschmücktem Baum und Geschenken. „Das ist doch normal“, bekannte auch Minister Plumbëus.

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Zeit, für die Schöpfung zu danken!

So ein schöner Frühlingstag geht zu Ende! Zum Dank für diese schöne Zeit mache ich eine Übersetzung öffentlich.
Carl Boberg (1859-1940) war ein schwedischer Dichter, dessen berühmtestes Werk, „O store Gud“ (O großer Gott) zu seinen Lebzeiten mehrmals ins Deutsche, dann ins Russische und ins Englische übertragen wurde. Die deutschen Übertragungen sind allerdings mangelhaft; die eine hat vier, die andere fünf Strophen – das Original hat neun. Die englische Übersetzung „How great Thou art“ ist bis heute sehr bekannt. Hier eine Interpretation von Alan Jackson:

Und hier nun meine sehr texttreue Übersetzung des Originals. Merke: Ich kann kein Schwedisch. Aber die Sprache ist erstaunlich nah am Deutschen. Mit einem Wörterbuch geht es; es ist nicht das erste Mal, daß ich aus dem Schwedischen übertrage.

1. O großer Gott, wenn ich die Welt betrachte,
die Du geschaffen hast durch Allmachtswort,
da Lebens Fäden webt die Weisheit sachte
und jedes Wesen nährt an seinem Ort,
dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

2. Schau ich nach oben in die Himmelsweiten,
das goldne Weltschiff pflügt das blaue All,
und Mond und Sonne messen unsre Zeiten
und wechseln ab zu ihrer Glocken Schall,
dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

3. Hör ich den Sturm mit Donnerstimme hallen,
wenn Blitzes Klinge aus der Wolke schnellt,
wenn Tropfen quellen, frische Schauer fallen,
des Bundes Bogen meinen Blick erhellt,
dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

4. Wenn Sommerwinde über Felder schwingen,
wenn Blumen duften an der Quelle Strand,
wenn in dem grünen Zelt die Drosseln singen
an Kiefernwaldes stillem dunklem Rand,
dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

5. Wenn mich die Bibel lässt die Wunder schauen,
die unser Herr gewirkt seit Adams Zeit,
und wie ich auf die Gnade kann vertrauen,
und wie Er hilft aus Lebens Sünd‘ und Streit,
dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

6. Hör ich in ihrer Torheit Nebel Toren
verleugnen Gott und höhnen, was Er spricht,
und sehe doch, Er gibt sie nicht verloren,
und Seine Macht und Gnade lässt sie nicht,
dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

7. Und seh ich Gottes Sohn auf Erden leben
und Gutes tun und helfen allen gern,
und seh den Satan flieh’n, den Tod erbeben
vor dem gekreuzigten, verklärten Herrn,
dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

8. Fall ich, bedrückt von Schuld und Sünde, nieder
vor Ihm und bitte, dass Er mich befreit,
führt Er auf guten Weg die Seele wieder
erlöst mich ganz von Sünde und von Streit,
dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Wie groß bist Du, wie groß bist Du!

9. Wenn einst die Hüllen aller Zeiten fallen
und ich darf schauen, was ich glaube nun,
wenn meinem Geist wird hell die Glocke schallen,
wenn er erlöst in Ewigkeit darf ruhn,
dann jubelt Dir, mein Gott, die Seele zu:
Dank sei Dir, Herr! Wie groß bist Du!

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

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Heiligkeit in Potsdam!

Nein, der Papst kommt nicht nach Potsdam, soweit ich informiert bin.
Aber ich. Und mit mir ein Vortrag:

Dienstag, 26. März 2019
19.30-20.30 Uhr
Was ist Heiligkeit?
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam (schräg gegenüber von St. Peter und Paul)

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