Was machen wir eigentlich selber?

Zu Hause bleiben müssen ist blöd, aber es gibt Gelegenheit, mal wieder (nicht zum ersten Mal) darüber nachzudenken.

Das Brot, von dem ich eben gegessen habe, habe ich selbst gebacken. Aber aus Mehl, das ich nicht gemahlen habe, aus Weizen, den ich nicht angebaut habe, mit Hefe, die ich nicht kultiviert habe. Auch verpackt und versandt habe ich keine der Zutaten. Das Wasser, das ich dazu und zu vielem anderen auch brauche, habe nicht ich aus dem Grundwasser gewonnen, auf Verunreinigungen untersucht und in die Leitung gepumpt. Die Wasserleitung und das gesamte Haus, in dem ich wohne, habe nicht ich gebaut. Ich habe diese Wohnung nur vor längerer Zeit mal renoviert, eigentlich sollte ich das mal wieder – und daß es kein Fachmann war, sieht man.

Den Kaffee habe ich nicht angebaut, nicht geröstet, nicht verpackt und verschifft, und die Kaffeemühle, in der ich ihn gemahlen habe, hätte ich nicht herstellen können. Besteck, Geschirr, alle hölzernen und metallenen und porzellanenen und keramiknen Dinge in meiner Küche (von Kunststoff ganz zu schweigen) hätte ich nicht, wenn nicht andere sie hergestellt hätten aus Grundstoffen, die wieder andere gewonnen haben.

Daß hier Strom fließt und Gas strömt, und zwar nur dann und dort, wo sie sollen, hat auch nichts mit meinen Fähigkeiten zu tun.

Die Bilder an meinen Wänden sind nicht von mir, und ich hätte nicht einen einzigen Nagel oder gar Hammer herstellen können (schon die Nutzung finde ich zuweilen problematisch). Von den Büchern im Regal habe ich einige selbst geschrieben an einem Computer, dessen Funktionen ich nicht mal verstehe, keines aber habe ich selbst gedruckt und gebunden.

Ich kann bloß Latein. Und Sonette. Und kochen kann ich auch. Aber das wars dann auch schon. Grund genug, mal Danke zu sagen – Gott zunächst, und dann all den Minenarbeitern, Töpfern, Wasserwerkern, Stromwerkern, Künstlern, Papierherstellern, Tischlern, Textilarbeitern, Computerfachleuten, Bauern, Händlern, Verkäufern und so weiter, ohne die ich nackt im Wald säße. Und keinen Kaffee hätte.

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Mit laufender Nase

Nun hat mich Omikron doch überfallen,
Und gebe Gott, daß ich's nicht weitergab!
Die Nase läuft, das bringt mich nicht ins Grab,
Und gute Wünsche laufen ein von allen.

Ich hab genug im Haus, um ohne Not
Zehn Tage Quarantäne zu bestehen.
Wills als Gelegenheit zum Beten sehen
Für meiner Nächsten und der Kirche Not.

Das „kleine O” kann nicht der Seele schaden.
(Nur meiner Nase ist es ziemlich nah,
Doch bin ich längst nicht auf den letzten Stufen.)

In jedem Fall jedoch bin ich gerufen:
Mich hat das Alpha und das Omega,
Das „große O”, zum Hochzeitsmahl geladen.

© Claudia Sperlich
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Den Synodalen

mit einem Eimer Matsch

Ich will nicht über Synodale schreiben.
Kein Mißbrauch (weder Mensch noch Liturgie)
Und keine Lüge, keine Infamie
Soll mich zu Versen, ganz gleich welchen, treiben.

Befolgen will ich Gottes „Komm und sieh”
Und will in Seiner heilgen Kirche bleiben,
Das ewge Wort mir weiter einverleiben,
Und schweigen will ich. (Doch das schaff ich nie.)

Macht, was Ihr wollt, Ihr seltsam Synodalen.
Lasst mich in Ruh. Es gibt genügend Qualen.
Geht Euren Weg, wohin er immer führt.

Nur lasst mich glauben, wie es Gott gebührt.
Ist mir ein Loblied hie und da gelungen,
So hoff ich: Nicht von Euch wird es gesungen.


© Claudia Sperlich

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Wie das Meer

Wie das Meer das Ufer überspült
Und zurückweicht und dann wiederkehrt,
Und in seiner Macht die Erde nährt,
Steine schleift und heißen Sandstrand kühlt,

So bist Du, mein Gott! Bald fern, bald nah,
Nährst die Seele durch Dein ewges Wort,
Schleifst die Bosheit aus dem Herzen fort, 
Bist in Leid und Freude immer da.

Und doch anders: Wie ein Meer voll Licht,
Voller Leben, aber ohne Tod.
Voller Segen ist Dein Wein und Brot,
Voll Barmherzigkeit ist Dein Gericht.

© Claudia Sperlich
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Vergessen wir doch mal den Synodalen Weg!

Ja sicher, er nervt. Und aufgeblasene Zeitgenossen aller Fraktionen des Glauben und Unglaubens nerven. Und Bischöfe (die einen nerven die einen, die anderen die anderen). Und die DBK und die Zwonullerinnen. Und Debatten darüber, ob der Herr sich im Tabernakel einer modernen Kirche wohlfühlt (ja, es gibt solche Debatten).

Vergessen wir doch mal bitte, was in den letzten zwei Jahren vom Kirchenvolk so aggressiv debattiert wird – und damit meine ich nicht die Pandemie.

Denken wir daran, was wir hier eigentlich sollen: Lieben vor allem, den Nächsten wie uns selbst, und Salz und Licht sein. Dadurch, nicht durch Gezänk, hat sich die Kirche immer wieder neu auf Jesus Christus besonnen. Odo von Cluny, Franziskus von Assisi, Ignatius von Loyola und andere haben nicht in sinnlosem Gezänk verbal oder physisch auf ihre törichten Mitchristen eingedroschen (was letzteren angeht: zumindest nicht nach seiner Bekehrung), sondern einfach Gottes Willen getan, so gut sie ihn verstanden, und dadurch die Kirche erneuert (nicht modernisiert). Die Heilige Josephine Bakhita, deren Gedenken heute begangen wird, hat das in aller Schlichtheit nachvollzogen: Sie war einfach beharrlich fromm und gut und entschied sich für die Freiheit im Kloster, statt als quasi-Leibeigene jemand anders als dem Herrn zu dienen.

Die Kirche ist von allen Seiten und auch von innen her bedroht, aber Abhilfe schaffen wir nicht, indem wir uns ständig zanken. Die notwendigen Reformen werden je eher kommen, je heiliger wir leben. Im übrigen möchte ich nie wieder hören, daß es „mit der Kirche ja vorbei“ sei oder so. Jesus Christus hat da was anderes versprochen. Ihm glaube ich.

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Audactus und Gefährten

Wohl kurz nach 303 starb eine Gruppe angesehener Bürger im Feuer. Der hohe Steuerbeamter Audactus war einer von ihnen. Ein Schatzmeister, ein hoher Offizier, der gesamte Senat der Stadt sowie Frauen und Kinder der Delinquenten waren ebenfalls dabei, weil sie sich weigerten, heidnischen Göttern zu opfern.

Ort der Hinrichtung war vermutlich Rom. Als Ort der Festnahmen gilt Antandrus in Phrygien (im Gebiet der heutigen Türkei), das ist aber nicht sicher. Schlüssig ist, daß es diese Massenhinrichtung gab, und Rom als Ausführungsort ist zumindest wahrscheinlich (denn so etwas sollte ja spektakulär vor sich gehen).

Achtzehn Jahre lang hatte Diocletian das Christentum zwar nicht offiziell gestattet, aber stillschweigend toleriert. Christen lebten in Frieden und konnten hohe Ämter erlangen. Unter dem aufwiegelnden Einfluss des Mitregenten Maximinian (möglicherweise ein Adoptivsohn Diocletians) begann 303 die Diocletianische Verfolgung, die letzte und brutalste Christenverfolgung der Spätantike. Kirchen und christliche Schriften wurden verbrannt, Christen enteignet und hingerichtet. Als Diocletian sich 305 ins Privatleben zurückzog, wurde Maximinian völlig enthemmt.

Audactus und Gefährten ließen sich lieber verbrennen als ihren Herrn zu verraten.

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Am Ende eines Sonntages

Ich liebe die Kirche, die Braut Christi. Und ich habe in der vergangenen Woche und heute, zu Beginn der noch frischen Woche, zu viele Äußerungen gelesen, die sich gegen die Kirche wenden. Äußerungen von Menschen, die sich für katholisch halten und den Papst (den sie despektierlich „Bergoglio“ nennen) verleumden, ebenso wie Äußerungen von Menschen, die sich für katholisch halten und seinen Amtsvorgänger (den sie despektierlich „Ratzinger“ nennen) verleumden. Äußerungen von Menschen, die sich für katholisch halten und eine Kirche wollen, in der in sexueller Hinsicht alles großartig gefunden wird außer sich an die kirchliche Sexualmoral zu halten (letzteres stets mit dem Beweis, daß sie den Katechismus nicht einmal ansatzweise verstanden haben).

Dazu kommen Nachrichten, in denen es um tödliche Unfälle, Morde und drohenden Krieg geht, wie Nachrichten halt so sind, sowie die ganz persönlichen Probleme, die auch nicht ohne sind.

So vieles Belastendes.

Aber… die Laudes, die ich mit Freude bete und die mich über so vieles trösten, was mich frühmorgens überfallen und kleinmachen will.

Die Küche, in der ich Eier und Zwiebeln einlege als leckere selbstgemachte Konserve, einfach weil ich gerade Lust und Zeit habe, ein bißchen feinen Vorrat anzulegen.

Die Messe, rite et recte gefeiert, mit einer Predigt, die zwar nicht hätte sein müssen, aber wenigstens nichts Falsches enthielt. Eine Messe, in der Gott sich den Gläubigen auslieferte aus reiner Liebe. Musik von einem heute besonders temperamentvollen Organisten (ey, bin isch alt! So schnell kann ich nicht singen! – aber ja, wir haben hervorragende Musik.)

Die Anbetung, in der ich dem Herrn mein Herz ausschütten konnte, in der Er mir so nah war und so liebevoll.

Die Freundin, mit der ich dank moderner Technik so sprechen kann, als säßen wir im gleichen Zimmer – auch wenn sie in einer anderen Stadt wohnt.

Dank für diesen Tag. Und Dank für die Kirche, die gerade so gebeutelt wird und doch selbst den Pforten der Hölle nicht weichen wird – wie ich aus zuverlässiger Quelle weiß.

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Ovid-Teststation

Am Kurfürstendamm kann man jetzt sogar seine Kenntnisse in klassischem Latein kostenlos testen lassen! Ist doch nicht alles vorbei hinsichtlich der humanistischen Bildung.

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Synodalchoral

zum Abschluß der Dritten Synodalversammlung des Synodalen Irrweges, den ich hier nicht verlinken möchte.

Melodie: Großer Gott, wir loben Dich

Macht das Synodale weg!
Werdet frömmer! Bleibt katholisch!
Nehmt die Finger aus dem Dreck!
Guckt nicht dauernd melancholisch!
Wenn die reine Lehre stört,
Habt ihr bloß nicht zugehört.

Lasst den Zölibat bestehn
Als den Schatz des Priesterlebens!
Und um Priesterinnen fleh’n
Ist, wie Heidentum, vergebens.
Der Gebote sechstes bleibt
Wahr, auch wenn ihr andres schreibt.

Wahrheit ist ja überhaupt
Nichts, worüber wir bestimmen.
Wo die Mehrheit andres glaubt,
Mag sie streiten und ergrimmen,
Siegen wird sie dennoch nicht
Über Jesu Wahrheitslicht.

Sechzig Jahre alter Schutt
Kann die Kirche nicht zerstören!
Gottes Braut geht nie kaputt,
Gott wird Seine Frommen hören!
Dies Geschwätz hat keinen Zweck –
Macht das Synodale weg!

© Claudia Sperlich

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Novene – neunter Tag

Hier geht es zur Novene.

Motto des Tages:

Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? … Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.

Mt. 5,13-14
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