Motto des Tages:
Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs.
Eph. 6,12
Motto des Tages:
Denn wir haben nicht gegen Menschen aus Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern gegen die Fürsten und Gewalten, gegen die Beherrscher dieser finsteren Welt, gegen die bösen Geister des himmlischen Bereichs.
Eph. 6,12
Zunächst hat das Wort mit „hören“ zu tun. Es ist die im 8. Jh. im Laufe der Christianisierung entstandene Übersetzung des lateinischen obœdire – von ob-audire, auf jemanden hören. Eine erweiterte Form von hören ist horchen – also bewußt hören. Gehorchen ist eine bewußte Entscheidung.
Oft ist Gehorsam ganz einfach praktisch. Wenn ein Bergführer sagt „Tritt da hin“ oder „Geh hier lang“, dann ist es sinnvoll, sich ohne weiteres Überlegen gehorsam danach zu richten. Es könnte sonst die letzte Bergtour sein. Der religiöse Gehorsam – um den es mir hier geht – ist auch oft praktisch in dem Sinne, daß man Regeln befolgt, auch wenn man sie noch nicht ganz verstehen kann, und irgendwann merkt, daß das sinnvoll ist. (Einfaches Beispiel: Der Sieben-Tage-Rhythmus mit einem festlichen Ruhetag zu Beginn ist sinnvoll; man merkt das besonders, wenn man eine Weile außerhalb dieser Regel durcharbeitet oder die Sonntage unstrukturiert und ohne Gedanken an Gott verfaulenzt. Daß es schon aus praktischen Erwägungen sinnvoll ist, weder zu morden noch zu stehlen noch die Ehe zu brechen, dürfte nachdenkenden Menschen klar sein.)
Christlicher Gehorsam ist zunächst auf Gott gerichtet. Ihn hören und Ihm gehorchen ist und bringt Segen. Das beinhaltet auch Gehorsam gegenüber der Kirche, die Jesus auf Petrus gegründet hat. Das bedeutet nicht, seinen Verstand abzugeben. Im Gegenteil – es bedeutet, den Verstand zu nutzen, Gehörtes „im Herzen zu bewegen„, wie die poetische biblische Formulierung das Nachdenken beschreibt.
Immer heftiger ist aus und vor der Kirche eine dieser Haltung entgegenstehende Rechthaberei wahrnehmbar. Aber mit einer solchen Attitüde trennt man sich von der Kirche, der Braut Christi. Dabei wird gehorsamen Christen gern unterstellt, ihr Gehorsam sei „blind“, sei „Kadavergehorsam“. Aber wie ich bereits sagte, hat christlicher Gehorsam etwas mit Nachdenken zu tun. Ich gehorche den Geboten der Kirche, weil ich sie als gut erkannt habe – und weil ich erkannt habe, daß im Zweifel die alte Weisheit der Kirche sehr weit über meinem bißchen Weisheit steht. Ich merke, daß Ungehorsam mir selbst am meisten schadet. (In solchen Fällen hat die Kirche das Sakrament der Beichte, das ich nur empfehlen kann.)
Wenn aber ein Priester mir sagen würde „Feiere dreimal hintereinander keine Sonntagsmesse, weil die Skandale der Kirche nicht restlos aufgeklärt sind“, wie die Gemeinde Maria Geburt in Aschaffenburg es hält, oder „Finde ab jetzt in Ordnung, wenn Menschen gegen das 6. Gebot verstoßen, aber nur, wenn sie es beide gern tun“, oder „Du sollst behaupten, es sei lieblos, allen Geboten Gottes und der Kirche zu gehorchen“ – dann würde ich seinen Anweisungen nicht gehorchen. Denn einer Anweisung, die eine Sünde beinhaltet, darf ich nicht gehorchen. (Im Falle Aschaffenburg empfehle ich, in eine andere der dortigen katholischen Gemeinden auszuweichen.)
Gibt ein Priester (oder sonst jemand, dem ich zum Gehorsam verpflichtet bin) eine Anweisung, die zwar nicht sündhaft ist, die ich aber nach reiflicher Überlegung für dumm halte, habe ich zu gehorchen. Aber ich sollte erst versuchen, ihn durch Argumente umzustimmen, und wenn das nicht gelingt, ihn sehr kurze Zeit später darauf ansprechen und möglichst ruhig darlegen, warum ich diese Anweisung für nicht besonders zielführend halte (das Wörtchen dumm kann ich aus Gründen der Diplomatie vermeiden). Nun gibt es drei Möglichkeiten: Entweder der Gesprächspartner reagiert nicht oder sehr schroff – dann kann ich ihn zu gegebener, möglichst naher Zeit noch einmal darauf ansprechen. Oder er versteht meinen Einwand, und wir erarbeiten eine bessere Lösung. Oder er erklärt mir, warum seine Sicht die vernünftigere ist – das kann ich entweder nachvollziehen (und eingestehen, daß ich mich geirrt habe) oder hinnehmen (und vielleicht später mit mehr Glück meine Argumente darlegen).
Die Bibel ist voll von Berichten und Erzählungen, wie Menschen Gott (oder von Gott Bevollmächtigten) gehorsam waren zu ihrem Segen oder ungehorsam zu ihrem Schaden.
Motto des Tages:
Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das Sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in Sein wunderbares Licht gerufen hat.
1 Petr. 2,9
An diesem Fest – dessen Herkunft und Brauchtum Miriam Moißl hervorragend erklärt – geht eine Person fast unter, obwohl sie im Evangelium vorkommt: Die Prophetin Hanna. Sie „pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten„, heißt es bei Lukas. Trotzdem kommt sie im großen Schatz der Kirchenlieder nicht vor. Außer bei mir.
Natürlich wissen wir nicht, was Hanna gesagt hat – weil es leider nicht wörtlich überliefert ist. Aber ich finde, dichterische Phantasie und theologisches Wissen dürfen sich ruhig gemeinsam ausmalen, was sie gesagt haben kann.
Hannas Lied Melodie: Den Herren will ich loben (GL 395) Der Ewge sei gepriesen, Der Israel erhält! Den die Propheten wiesen, Als Kind kam Er zur Welt! Er wird den Feind bezwingen, Er baut den Tempel neu, Er wird uns Frieden bringen, Und Heiden werden treu. Er wird wie David walten Als einzig guter Hirt, Das Land auf ewig halten, Uns nähren wie ein Wirt. Und ewig wird bestehen Des Herren Heiligtum! Die Völker werden sehen: Dies Land ist Gottes Ruhm. Er wird die Welt bekehren, Damit sie Gott erkennt, Er wird die Liebe lehren, Die Gott den Vater nennt, Wird alle Schulden zahlen Und heilen, was versehrt. Dann wird die Welt erstrahlen, Dann wird der Herr verehrt. © Claudia Sperlich
Motto des Tages:
Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen… Das alles bewirkt ein und derselbe Geist; einem jeden teilt Er Seine besondere Gabe zu, wie Er will.
1 Kor. 12,4-6.11
Sie sind schon eine Weile da, aber ich habe sie erst heute morgen gesehen – im Vorgarten! Ich nehme mir vor, aufmerksamer auf die schöne Natur zu schauen.

Motto des Tages:
Wer im Schutz des Höchsten wohnt, der ruht im Schatten des Allmächtigen. Ich sage zum Herrn: Du meine Zuflucht und Burg, mein Gott, auf den ich vertraue.
Ps. 91,1-2
Motto des Tages:
Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.
Mk. 12,30-31
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke. Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte; wenn ich alle Glaubenskraft besäße und Berge damit versetzen könnte, hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts. Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts. Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie ereifert sich nicht, sie prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, lässt sich nicht zum Zorn reizen, trägt das Böse nicht nach. Sie freut sich nicht über das Unrecht, sondern freut sich an der Wahrheit. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf. ... Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am größten unter ihnen ist die Liebe. 1 Kor. 13,1-8.13
Alles ertragen, allem standhalten – das kann ich als Ausdruck von Liebe begreifen. Aber „alles glauben, alles hoffen“? Ist das nicht naiv?
Kürzlich hörte ich von einer Übersetzungsmöglichkeit „immer“. Die Liebe erträgt immer, glaubt immer, hofft immer, hält immer stand – das klingt plausibel. Nur leider heißt πάντα im Neugriechischen zwar tatsächlich immer, im Altgriechischen gibt es diese Übersetzungsmöglichkeit aber meines Wissens nicht. Da heißt es zunächst alles oder jedes.
Aber Paulus war nicht naiv und wollte keine Naivlinge! Und da bietet sich als zulässige Übersetzung: gänzlich; ganz und gar.
Die Liebe erträgt gänzlich, glaubt gänzlich, hofft gänzlich, hält gänzlich stand. Nicht nur ein bißchen, nicht nur wenn es passt, nicht nur Sonntags.
Daß ich diese Liebe nicht gänzlich habe – vermutlich niemand außer Gott und den Heiligen im Himmel – steht auf einem anderen Blatt. Aber man kann und soll darum beten und sich darum bemühen.
Motto des Tages:
Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und dabei steckt in deinem Auge ein Balken?
Mt. 7,4