Shortbread

Sehr gut, wahnsinnig teuer im Handel und weder teuer noch schwierig in der Herstellung: eine schottische Spezialität, die ich sehr (ein wenig zu sehr) mag. Nicht zum Abnehmen geeignet.

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Christkönig

Melodie: Großer Gott, wir loben Dich

König über Welt und Zeit,
Christus, lass uns vor Dir knien!
Mach zum Dienen uns bereit!
Der uns Zeit und Welt geliehen,
Lehr uns lieben, lehr uns seh'n,
Lass uns fest im Glauben steh'n.

Dir gehört das Himmelreich,
Du hältst uns den Himmel offen,
Du machst Herzen froh und weich,
Lässt uns lieben, glauben, hoffen.
Du bist Wort und Brot und Wein,
Heilst und lädst uns täglich ein.

Du bist allen Lebens Kraft,
Zeigst den Weg und schenkst das Leben,
Gibst dem dürren Reise Saft,
Hast uns Geist und Sinn gegeben.
König über Zeit und Welt,
Hilf uns tun, was Dir gefällt!

Auf des Bundesbogens Thron
Sitzt Du zu des Vaters Rechten,
Sieger über Satans Hohn,
Überwinder alles Schlechten.
König über Welt und Zeit,
Dein ist alle Herrlichkeit!

Und ein Gedicht mit gleichem Titel:

Kein andrer beherrscht mich – ich bin
nur Sein. Seine Magd. Für immer.
König mit dem durchbohrten Herzen,
mit Dornenkrone und Kreuz, die Hände
einladend, segnend, heilend – verwundet
von Zimmermannsnägeln.

Kein andrer soll mir befehlen,
es sei denn, auf Sein Wort.
Er ist allmächtiger König.
Er – der Messias. Mein Heiland.

© beide Gedichte: Claudia Sperlich

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Adventskalender ist in Arbeit!

Auf diesem Weblog wird es wieder einen Adventskalender geben – jedenfalls habe ich angefangen. Ob er vollständig wird, kann ich noch nicht versprechen.

Denn in diesem Jahr wird es ein literarischer Kalender der besonderen Art: Für jeden Tag schreibe ich etwas zur ersten Lesung.

Damit hoffe ich einerseits, meinen Lesern eine Freude zu machen. Andererseits ist es eine gute Art, mich mit der Bibel zu beschäftigen (was ich zu wenig tue).

Also, am 28. November geht es los und ich freue mich auf eine rege Leserschaft.

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Und wenn es die Endzeit ist?

Im Zusammenhang mit Corona (und vorher im Zusammenhang mit Terrorismus, Umweltkatastrophen und anderen Fährnissen) lese ich es in den sozialen Medien immer wieder: Das ist die Endzeit! Gefolgt in schöner Regelmäßigkeit von einer Haltung wie „Man kann eh nichts mehr machen, Terrorbekämpfung, Katastrophenschutz und Impfungen sind für die Katz, weil ja eh die Endzeit gekommen ist“.

Zunächst einmal sagt Jesus Christus klar genug, daß Er wiederkommen wird – und daß wir nicht wissen können, wann. Sodann gibt es Zeichen der Zeit, die auf das kommendene Ende deuten, schon ein bißchen länger als facebook. Und schließlich hat der Herr an keiner Stelle gesagt, daß eigen- und fremdverantwortliches Handeln ab einer bestimmten Menge von Zeichen der Zeit für die Katz sei. Im Gegenteil: Wir sollen treue Verwalter bis zum Ende sein.

Und schließlich: Was wir als Zeichen der (End)Zeit verstehen können, hat noch nie das Weltende innerhalb einer Generation bedeutet. Viele dieser Zeichen sind schon vor langer Zeit gewesen. Andere wiederholen sich, und noch andere stehen noch aus. Wir sollen sie erkennen, und wir sollen beten und auf den Herrn hoffen. Aber wir sollen zwei Dinge bestimmt nicht: resignieren und so tun, als sei alles egal.

Wie viele Christen hoffe ich auf die Wiederkunft, und mir wäre es heute lieber als morgen. Irgendwann, und vielleicht schon jetzt (vielleicht aber auch viel später), wird die letzte Generation der Menschheit leben aber wir wissen „weder Tag noch Stunde“. Die Endzeit, in der wir leben, wurde von Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt eingeläutet. Aber so tun, als wäre Seuchenbekämpfung unsinnig, weil der Herr eh vor der Tür steht – das ist, als ob der schlechte Verwalter sagt „Der Herr ist eh hart, da brauche ich mich um Ehrlichkeit gar nicht zu mühen“.

Ich war Mitte Zwanzig, als eine frühere Schulkameradin mir sagte, man müsse nichts für den Umweltschutz tun, da das Weltende ohnehin vor der Tür stehe. Nun bin ich fast Sechzig und höre mancherorts (und weit öfter, als daß ich es als sonderbare Einzelmeinung abtun könnte), man müsse nichts gegen eine grassierende Pandemie tun, weil das Weltende eh nahe sei. Für mich klingt das wie: „Raucht, sauft, nehmt Drogen, rast unangeschnallt – sterben müssen ja eh alle.“

Wenn wir nicht nur in der Endzeit leben (was wir seit knapp zweitausend Jahren tun), sondern wirklich im letzten Fitzelchen Zeit, wenn morgen oder nächste Woche oder jedenfalls vor Neujahr der Herr wiederkommt, sollten wir alles dafür tun, daß Er uns wachsam und nüchtern vorfindet, also unvernebelt von Verschwörungsmythen. Und wenn die Zeit noch ein wenig länger dauert, kann so ein Leben auch nicht schaden.

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Warum man nicht morden darf (auch dann nicht, wenn es gerade sehr gut passt)

Das unbedingte Lebensrecht des Menschen wird an seiner unbedingten Würde festgemacht. Allerdings wird diese Würde gar nicht von allen als „unbedingt“ angesehen. Nicht nur an manchem Stammtisch, auch in der Philosophie unserer Tage wird Menschenwürde als etwas Erwerb- und Verlierbares gesehen, etwas, was ein Mensch frühestens ab Geburt und höchstens bis zum Eintritt des Sterbeprozesses, eher noch bis zum Beginn der Demenz, hat. Früchte solcher Überlegungen sind Aufsätze wie der von Giubilini/Minerva, der allen Ernstes das Lebensrecht von bereits geborenen Kindern in Abrede stellt mit dem Argument, zum Personsein gehöre selbständiges Denken, was bei einem Baby noch nicht vorhanden ist. (Ich bitte die Leser, aus diesem Absatz nicht zu schließen, daß ich diese Ansicht vertrete. Näheres findet sich unter dem Stichwort Lebensrecht.)

Der Philosoph Alasdair MacIntyre vertritt die Ansicht, die Menschenwürde könne durch Sünde verlorengehen. Er wirft die Frage auf, ob Hitler noch Menschenwürde besessen habe. Und in der Tat fällt es schwer, einem Hitler oder Mao oder Stalin oder Pol Pot oder Kim Jong Un unzerstörbare Würde zuzugestehen. Es scheint ungerecht, das zu tun (und MacIntyre geht es immer um Gerechtigkeit). Warum soll ein Despot und Massenmörder die gleiche Würde innehaben wie ein Baby oder wie ein großer Wohltäter und Menschenfreund?

Ich halte das für die falsche Frage. Menschenwürde ist etwas anderes als Tugend – und zwar so anders, daß sie nicht in Verbindung miteinander stehen können. Hätte sie mit Tugend etwas zu tun, müsste man sie – wie Alberto, Giubilini und Singer es tun – einem Menschen bis zu dem (von diesen undefinierten) Alter der Vernunft und Entscheidungsfähigkeit rundweg aberkennen und selbstverständlich auch einem Dementen oder in anderer Weise erheblich geistig Behinderten – und den Bösen, wie immer man das definiert. Dann wäre „Menschenwürde“ aber nur noch ein Wort für „Lebensberechtigung der Gesunden und Starken, sofern sie gut sind“. Es stimmt zwar, daß das Wort „Menschenwürde“ nicht in mathematischer Schärfe definierbar ist. Aber daß eine Definition wie diese eindeutig zu kurz greift, muss ich wohl nicht näher erklären. „Güte“ müsste man auch neu definieren, wenn „kleine Kinder und Verrückte am Leben erhalten“ kein Kriterium mehr wäre.

Hat ein Menschenschinder Menschenwürde?

Es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, ab wie ausgeprägter Bosheit des anderen man Probleme mit dessen Menschenwürde bekommt. (Die eigene Menschenwürde stellen die wenigsten in Abrede.) Ich selbst tue mich äußerst schwer, nordkoreanische und andere Diktatoren als Träger unverletzlicher Würde zu sehen. Allerdings habe ich zwischen ihrer Person und ihren Taten zu unterscheiden.

Wenn wir beschließen, Menschenwürde sei ab einem bestimmten Maß an Bosheit oder einem bestimmten Mangel an Tugend nicht mehr vorhanden, so müssen wir genau dieses Maß bestimmen und auch, ob und wie Menschenwürde dann wieder erwerbbar ist. Ein Totschlag im Affekt mit folgender Reue wird wohl nicht langen, aber ein besonders heimtückischer Mord vielleicht? Oder doch erst zwei oder zweitausend? Ist es relevant, ob zusätzlich eine Geisteskrankheit vorliegt? – Man merkt, daß die Frage unsinnig ist. Wir besitzen Menschenwürde entweder ganz oder gar nicht. Wenn gar nicht, sind alle Gesetze zum Schutz derselben Makulatur, und wir dürfen mit unseren Nächsten umgehen, wie immer wir wollen. Das kann kein Mensch, der ansatzweise bei Sinnen ist, erstreben.

Also die ganze Menschenwürde für jeden und immer? Und was machen wir dann mit Verbrechern?

Ich bin ganz und gar für die Ahndung von Verbrechen und auch dafür, daß beim Strafmaß berücksichtigt wird, was der Täter genau getan hat, ob zu ersten Mal, zum Teil auch, warum er es getan hat, ob er bereut und ob er zu einer Art Wiedergutmachung bereit ist. Bei den großen Staatsverbrechern, den Massenmördern der Gegenwart, ist das (wenn es überhaupt je zum Prozess kommt) besonders schwierig. Bei denen der Vergangenheit ist ohnehin nur die eine oder andere Betrachtungsweise als „Strafmaß“ möglich. Und bei jetzt lebenden Menschenschindern stellt sich eben doch die Frage, ob Erschießen nicht ganz richtig wäre. Und ob man ihnen damit nicht doch die Menschenwürde aberkennt.

Nun ist Tyrannenmord einerseits immer noch Mord, damit ein Angriff auf die Menschenwürde, andererseits kann man ihn mit gutem Recht als Notwehr und Nothilfe ansehen (womit er nach juristischen Begriffen nicht mehr „Mord“, sondern „Tötung in Notwehr“ wäre – für das Opfer ist das egal). Er bleibt aber, auch wenn er als letztes Mittel nach gescheiterten Versuchen, auf gute Art Recht und Ordnung wiederherzustellen, nicht strafwürdig sein kann, eine in sich verkehrte Handlung. Damit will ich nicht etwa Tyrannenmörder verurteilen (ich sagte gerade, daß das legitim gar nicht ohne weiteres geht). Nur leider gibt es Situationen, in denen man nur entweder falsch oder noch falscher handeln kann. Diese Situationen sind aber selten genug, und ihre Existenz darf nicht als Ausrede benutzt werden, um jemanden zu ermorden, wenn es bessere Möglichkeiten gibt, einem Übel abzuhelfen.

Für die Seele des Mörders oder Totschlägers ist die Tat niemals gut. Auch nicht, wenn man sie sehr gut verstehen kann. Es ist nicht mit der Menschenwürde vereinbar, jemand umzubringen – auch nicht mit der eigenen. Aber diese Würde bleibt dennoch bestehen, im Täter wie im Opfer. Ich habe keine Lösung für das Problem, daß extreme Gewalt unter bestimmten Umständen gerechtfertigt (und dann kein Mord) ist. Wenn z.B. Verhandlungen bei einem Bankraub mit Geiselnahme scheitern, sind die Scharfschützen dran, und man muss froh sein, wenn sie ihr Handwerk verstehen – und darf dennoch trauern um den vorzeitigen Tod eines Menschen, denn der Geiselnehmer ist ein Mensch. Daß es der Seele schadet, jemanden umzubringen, auch wenn dies durch einen „finalen Rettungsschuss“ geschieht, der nach menschlichem Ermessen die einzige Möglichkeit zur Rettung eines Unschuldigen war, weiß die Polizei sehr genau. Nicht umsonst kommen nach solchen Ereignissen Polizeipsychologen zum Einsatz. Der seelische Schaden entsteht eben dadurch, daß ein Mensch etwas getan hat, was der Würde seines Menschseins widerspricht, auch wenn es unabwendbar und in dieser besonderen Situation richtig war.

Es gibt Fälle, die den Tätern wie Nothilfe oder Notwehr erscheinen (vielleicht gar wie Tyrannenmord), es aber nicht sind. Das ist zum einen die leider häufige vorgeburtliche Kindstötung, zum anderen sind es viele Fälle von Beziehungstaten (nicht alle, denn manchmal liegt echte Notwehr vor), und schließlich ist es die derzeit so stark diskutierte Tötung auf Verlangen im Fall schwerer Krankheit oder Behinderung. Sie alle widersprechen der Menschenwürde des Opfers und des Täters, im Falle von Abtreibung auch der Menschenwürde der Mutter, die in der Regel nicht selbst Täterin ist, zumindest nicht allein, und zugleich zum Opfer wird. Wenn ich sage „Es widerspricht der Menschenwürde, einer Mutter das Kind aus dem Bauch zu reißen“, wird keiner widersprechen. Wenn ich sage „Es widerspricht der Menschenwürde, eine Frau zur Abtreibung zu nötigen oder zu zwingen“, ebenso. Aber wenn ich sage „Jede Abtreibung widerspricht der Würde von Mutter und Kind“, werde ich Entrüstung ernten. Das ändert aber nichts daran, daß es genau so ist. Wie schon öfter gesagt: Die Tötung eines Menschen widerspricht der Menschenwürde dessen, der getötet wird und dessen, der tötet. Menschen töten ist generell nicht gut für die, die es tun (oder in Auftrag geben).

Wenn wir Menschenwürde nicht absolut denken, von der Zeugung bis zum natürlichen Tod jedem Menschen innewohnend, dann können wir die Idee gleich ganz aufgeben. Dann aber muss das für jeden gelten – auch für den ganz persönlich, der die Menschenwürde für überflüssig erklärt.

Unbedingte Menschenwürde ist das Konzept, das Gläubige und Atheisten vereinen sollte in der Grundidee „Du sollst nicht morden“. Wie hinfällig das Konzept ist, sehen wir jeden Tag. Aber wäre es gar nicht mehr vorhanden, dann wären Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen, ja selbst fahrlässige Tötung kein Thema mehr für Gerichte, sondern höchstens ärgerliche Vorkommnise des Alltags, mit denen man eben leben – oder sterben – muss.

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Post aus dem Vatikan!

Kürzlich schrieb ich dem Papst recht entnervt über meine Sorgen wegen des Synodalen Weges:

Sancte Pater,

nuperrime, in Germania Iter Synodalicum disputationem fieri iussit si forte munus sacerdotis in Ecclesia sit necessarium. Bätzing Episcopus publice dixit „Ecclesiam Germanicam” numquam dixisse istam quæstionem disputandam esse. Id testimonium verum est æstimandum modo ea condicione ut Iter Synodalicum plane alienatum sit ab Ecclesia. Quæ sententia prope est meæ, sed fortasse valde differt a Bätzingis Episcopi sententia.

Iam multum ac diu hoc in conventulo consulunt quomodo (et non „si forte”) ordinatio sacerdotalis fieri possit et mulieribus.

Ergo nunc in Itinere Synodalico inter se pugnant duo hæreses – hac ordinatio sacerdotalis mulierum, atque illac abdicatio muneris sacerdotalis.

Egomet ut mulier plane cupio catholicam manere. Grex dicta Centrale Consilium Catholicorum (theodisce ZdK) et istud Iter Synodalicum prætendunt vicem mei præstare. Longissime a veritate absunt!

Omnes catholici in Germania Iter Synodalicum persolvent vectigalibus ecclesiæ. Aperte nulla propositio Itineris Synodalici est evangelisatio, quæstio quamvis gravissimia non modo nostri ætatis.

Consilia artesque istius motus nomine „Maria 2.0” – imprimis cupiditas ordinatonis sacerdotalis etiam pro mulieribus, desuper aliorum doctrinæ Ecclesiæ alterationum atque perturbatio cultus catholici – non ipsæ pertinent ad Iter Synodalicum. Favet autem Iter Synodalicum istæ aberrationi a doctrina, et aliis.

Precor Te, Sancte Pater, ut aliquid facias. Fortasse non est opus anathematis, sed vere aliquo modo ista latronum grex est retinenda!

Iuncta Tecum precibus.

zu Deutsch:

Heiliger Vater!

Kürzlich hat der „Synodale Weg” in Deutschland mit knapper Mehrheit beschlossen, zu diskutieren, ob die Kirche das Priesteramt überhaupt braucht. Bischof Bätzing hat öffentlich gesagt, „die deutsche Kirche” habe diese Frage nie zur Diskussion gestellt. Das kann man nur dann als wahre Aussage anerkennen, wenn man davon ausgeht, daß der Synodale Weg mit der Kirche derzeit nicht das geringste zu tun hat – was zwar meiner Meinung recht nahe kommt, aber meines Wissens nicht die Meinung von S.E. Bätzing darstellt.

Schon längere Zeit debattiert man dort u.a. darüber, dass (nicht: ob) die Priesterweihe für Frauen möglich sein muss.

Es gibt also jetzt im Synodalen Weg zwei widerstreitende Häresien – einerseits die Priesterweihe für Frauen, andererseits die Aufgabe jeglichen Priesteramtes.

Ich als Frau möchte einfach katholisch bleiben. Das ZdK sowie der Synodale Weg tun so, als ob sie mich vertreten. Nichts könnte ferner sein!

Alle Katholiken in Deutschland zahlen für den Synodalen Weg über die Kirchensteuer. Evangelisierung, dies vordringliche Thema nicht nur unserer Zeit, ist ausdrücklich kein Thema des Synodalen Weges.

Die Umtriebe der Bewegung „Maria 2.0” – vorrangig das Begehren, die Priesterweihe auch Frauen zu ermöglichen, überhaupt das Lehramt zu ändern sowie Störung von katholischen Gottesdiensten – stehen nicht in direktem Zusammenhang mit dem Synodalen Weg. Jedoch leistet der Synodale Weg dieser und anderen Entfernungen vom Lehramt Vorschub.

Bitte, Heiliger Vater, tun Sie etwas. Es muss ja nicht gleich das Anathema sein. Aber diese Räuberbande muss doch endlich aufgehalten werden!

Im Gebet verbunden

Und heute kam die Antwort:

zu Deutsch:

Sehr geehrte Dame,

Sie haben unserem geliebten Papst Franziskus freundlicherweise einen Brief geschickt, in dem Sie einige Ansichten zum Synodalen Weg in Deutschland darlegen. Er dankt Ihnen, geehrte Dame, sehr für Ihre Umsicht und wünscht Ihnen und all Ihren Lieben die Fülle des Guten durch den gerne gewährten Segen.

Ich nutze diese Gelegenheit, Sie mit gebührender Achtung zu grüßen.

A. Robertus Cona

Assessor

Also habe ich zumindest einen überarbeiteten Assessor zum erleichterten Lächeln verholfen, vermutlich ebenso dem Heiligen Vater. Gott schütze sie beide.

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Walter Map und die komischste Drohung des Mittelalters

Walter Map (1140-1208/10) spottet einerseits über die in seiner Zeit etwas leichtfertig gehandhabte Praxis des Kirchenbanns; andererseits mit dem (leider unübersetzbaren) Wortspiel pileum (Hut, aber auch Bischofsmitra) wohl über einen ihm bekannten Bischof.

raptor mei pilei 
morte moriatur,  
mors sit subitanea  
nec prævideatur,  
et pœna continua  
post mortem sequatur,  
nec campis Elysiis  
post Lethen fruatur!  

raptor mei pilei 
sæva morte cadat, 
illum febris, scabies 
et tabes invadat, 
hunc de libro Dominus 
vitæ suæ radat, 
hunc tormentis Æacus  
cruciandum tradat! 

eius vita brevis sit 
pessimusque finis, 
nec vivat feliciter 
hic diebus binis, 
laceret hunc Cerberus 
dentibus caninis, 
laceratum gravius 
torqueat Erinnys! 

excommunicatus sit
agro vel in tecto, 
nullus eum videat 
lumine directo, 
solus semper sedeat 
similis deiecto,  
hinc pœnis Tartareis 
cruciet Alecto! 

Hoc si quis audierit 
excommunicamen 
et non observaverit   
præsulis examen, 
nisi resipuerit 
corrigens peccamen, 
anathema fuerit!
fiat, fiat! Amen. 

Und auf Deutsch:

Der mir meinen Hut geklaut 
sei dem Tod verfallen, 
unversehens soll der Tod 
jählings in befallen, 
ewge Strafe folge dann 
seinem Tod hinieden, 
hinter Lethe sei ihm kein 
Paradies beschieden!

Der mir meinen Hut geklaut 
fall durch böses Sterben, 
Fieber soll und Räude ihn, 
Pest soll ihn verderben, 
und es streiche ihn der Herr 
aus dem Lebensbuche, 
daß ihm endlich Æacus 
Henkersqualen suche! 

Kurz sei seines Lebens Bahn, 
endend voller Grauen, 
nicht zwei Tage soll er hier 
Lebens Glück erschauen. 
Cerberus zerreiße ihn 
mit den Hundefängen, 
den Zerrissnen härter noch 
die Erynnien drängen! 

Auf dem Land wie in der Stadt 
sei er ausgeschlossen, 
niemand blick ins Auge ihm 
grad und unverdrossen, 
gleich Verworfnen sitze er 
einsam an der Seite, 
bis Alecto endlich ihm 
Höllenqual bereite! 

Alle, denen zu Gehör 
dieser Bann gekommen - 
und die unsers Bischofs Wort 
folgen nicht, des frommen, 
ferner Sünden nicht bereun, 
nicht zur Beichte kamen, 
seien ebenso verflucht, 
ja, so sei es! Amen. 

© Nachdichtung: Claudia Sperlich
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St Martin

Melodie: Großer Gott, wir loben dich

Martin mußte lange Zeit
Als Soldat des Kaisers leben.
Waffen und Soldatenkleid
Trug er nur mit Widerstreben,
Wollte, statt im Heer zu stehn,
Jesu Friedenswege gehn.

Als er um den Abschied bat,
Ließ der Kaiser ihn nicht ziehen,
Sprach von Feigheit und Verrat.
Martin sprach: „Ich will nicht fliehen,
Doch auch Blut vergießen nicht:
Christus ist mein Friedenslicht.“

„Ohne Waffen laß mich gehn,
Ohne Furcht vor Kriegsgefahren.
Wehrlos will vorm Feind ich stehn,
Jesu Kreuz wird mich bewahren.
Jesus ist mein guter Hirt,
Der den Frieden schaffen wird.“

Bischof Martin folgte Gott,
Tat und lehrte Sein Erbarmen,
Teilte gerne in der Not
Brot und Wissen mit den Armen.
Eigne Not galt ihm gering,
Bis sein Weg zu Ende ging.

„Herr, es ist ein harter Streit,
Deinen Dienst zu tun im Leben.
Und ich kämpfte lange Zeit!
Willst Du mir nun Abschied geben,
Ruh ich gern, doch auf Dein Wort
Führ ich Deine Sache fort.“

Martins tapfrer Lebenslauf
Ist im Frieden ausgeklungen.
Gott nahm Seinen Diener auf,
Engel haben ihm gesungen,
Trugen ihn nach Leid und Streit
In die lichte Ewigkeit.

© Claudia Sperlich
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Bauchgefühl

Das ist ja so ein Modewort. Vor allem: Das Bauchgefühl hat immer Recht! Oder?

Mein Bauchgefühl ist ein Drittel Fressgier, ein Drittel irrationale Angst vor Papierkram. Und ein weiteres Drittel Bauchgefühl ist tatsächlich oft – nicht immer – sinnvolle spontane Ab- oder Zuneigung, die aber von der Ratio (hab ich auch!) überprüft werden sollte. Kann nämlich falsch liegen.

Also: mein Bauchgefühl (warm, angenehm) sagt mir, daß Musik von Mendelssohn-Bartholdy, eine Umarmung von einem Menschen, den ich lieb habe, mein Patenkind und sein Brüderchen, der Anblick eines Eichhörnchens usw. gut ist. Mein Bauchgefühl (krampfig) sagt mir, daß deutsche Bürokratie, Männer mit Glatze und Springerstiefeln, große nicht angeleinte Hunde usw. zu vermeiden sind. Das kann dazu führen, daß ich mich zu viel um Eichhörnchen und zu wenig um Bürokratie kümmere. Oder daß ich einen liebenswürdigen Nachbarn mit einem schrägen Geschmack falsch einschätze. Oder daß ich „Kuchen ist gut“ verwechsele mit „Ich brauche jetzt sofort Kuchen, sonst sterbe ich“.

„Mein Bauchgefühl hat Recht“ ist so sinnvoll wie „Hör auf dein Herz“. Bauch und Herz geben durchaus Signale, aber leider oft genug falsche! Und ohne Hinzuziehung des Verstandes taugen sie nicht allzu viel. Zahlreiche falsche Entscheidungen der wichtigeren Art – Eheschließungen mit Menschen, von denen man besser die Finger gelassen hätte, Käufe von Häusern und Sportwagen, die man sich eigentlich nicht leisten kann, Bauten von Flughäfen, die man nicht richtig geplant hatte usw. – gehen darauf zurück, daß Bauch und Herz für Hirn-äquivalent gehalten wurden.

Leute, bitte: Hört auf Euer Hirn. Sollte das sagen „Ich habe keine Ahnung“, fragt jemanden, dessen Hirn in dieser Sache kompetent ist.

Bauch und Herz sind sehr wichtig. Ihre Warnungen und Bitten soll man hören. Aber man bedenke dabei, daß sie unberechtigt, ungerecht sein können. Klar, im Notfall, wenn man z.B. einem aggressiven Bewaffneten gegenübersteht und Bauch und Herz schreien unisono „Nichts wie weg!“ – dann rennt. Aber meistens sagen sie ja alles Mögliche, wenn man zum Nachdenken noch Zeit hat. Dann sollte man das tun.

Hört auf Euer Hirn!

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In der Wildnis

Melodie: Befiehl du deine Wege*

Der Stürmen und Dämonen
gebietet, still zu sein,
der soll bei mir auch wohnen,
durch Ihn nur werd ich rein.
Dem will ich alles geben
und alles für Ihn tun,
Er ist mein ganzes Leben, 
bei Ihm nur kann ich ruh'n.

Wenn mir die Sorgen hemmen
den Schritt ans sichre Land,
und mir das Denken dämmen,
nimmt Er mich bei der Hand.
Er trägt die Dornenkrone,
auch wenn sie mir gebührt.
Ich glaube Ihm, dem Sohne,
der mich durchs Dickicht führt.

Der Ahnen, Schein und Irren
begnadet, hebt, erträgt,
dem meines Herzens Wirren
die Seitenwunde schlägt,
der, dessen Wort mich leitet,
der selbst sich in mich senkt,
hat mir ein Mahl bereitet,
den Lebenswein geschenkt.

© Claudia Sperlich

* Ja sicher: auf diese Melodie habe ich auch den Allerseelen-Choral schon geschrieben. Aber sie ist eben einfach gut.

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