Heiliger Matthäus

In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm. Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

Mt 9,9-13

Heute feiert die Kirche einen einstigen Zollbeamten und Kollaborateur: Matthäus – der nach seiner Berufung keines von beiden mehr war. Ihm verdanken wir das erste Evangelium. Der Legende nach starb er in Äthiopien als Märtyrer.  (Legende heißt ursprünglich nicht „etwas Erdichtetes“, sondern „etwas, das man lesen soll“.) Es ist zumindest nicht unwahrscheinlich, dass ein eifriger Missionar der jungen Kirche seine Treue zu Jesus mit dem Leben bezahlte.
Treue zu Jesus ist auch heute an vielen Orten lebensgefährlich.  Hierzulande in der Regel nicht,  aber sie kann ins Abseits führen,  sie kann zur Folge haben, dass man als lächerliche alte Schachtel angesehen, als „gehirngewaschen“ diffamiert wird. Das soll uns nicht davon abhalten,  mutig zu bekennen!
Gerade bei einem rauher werdenden Ton gegenüber Kirche und Gläubigen sollten wir dies „kleine Martyrium“ zwar nicht suchen, aber mit ihm rechnen und es gegebenenfalls möglichst gelassen ertragen. Auf keinen Fall dürfen wir zulassen,  dass gehässige kirchenfeindliche Stimmen uns zum Verstummen bringen. Seien wir bereit, den Herrn in Wort und Schrift,  in Tat und Wahrheit zu bekennen.

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About Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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