Wir brauchen nicht noch ein Schisma!

Mir langt das jetzt mal mit den Zwonull-Mariechen, den ewigen Forderungen nach Priesterinnen und nach der Aufgabe moralischer Grundsätze. Es langt mir!

Neulich bejubelte die Kirchenzeitung Aachen eine Aktion im Kielwasser dieser Bewegung, bei der ganze 250 Frauen und Männer in Mönchengladbach für eine „geschlechtergerechte“ Kirche demonstrierten, indem sie sich in Form des Venus-Zeichens (Kreis mit Kreuz darunter) aufstellten. Das ist eine kleine, aber symptomatische Aktion. Die Mariazwonullerinnen sind durchaus weiter aktiv. Von zahlreichen Geistlichen, auch Bischöfen, wird diese Bewegung unterstützt.

Es geht angeblich um Gleichberechtigung. Dabei wird so getan, als dürften Frauen in der Kirche schier gar nichts. Als gäbe es keine Katechetinnen, keine Rendantinnen, keine Pfarrsekretärinnen, keine Theologinnen (mit und ohne Lehrstuhl), keine Ordensschwestern und -gründerinnen, keine weiblichen Vorsitzenden katholischer Vereine. Als hätten katholische Mütter, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen, Forscherinnen usw. nicht ganz erheblichen Einfluss auf die Kirche – unter anderem den, ob mündige und gebildete Katholiken von ihrer Religion noch Gebrauch machen oder nicht.

Es geht immer wieder darum, daß Frauen „nicht dienen“ wollen, daß sie an der „Macht“ teilhaben wollen. Nun sind Christen geschlechtsübergreifend dazu verpflichtet, zu dienen. Macht ist in der Bibel (AT und NT) keine legitime Befugnis des Menschen.

Zugleich wird in dieser Bewegung immer wieder eine Abkehr von der katholischen Sexuallehre gewollt, bis hin zur freien Verfügbarkeit der Frau (das bedeutet nämlich Sex außerhalb der Ehe in Wirklichkeit), und ich fürchte, in Teilen dieser Bewegung selbst bis hin zur freien Verfügbarkeit des Lebens Ungeborener. Mich kotzt das an.

Es wird immer klarer, daß gewisse Teile des deutschen Katholizismus eine deutsche Sonderkirche wollen mit Verehrung einer Maria, die sich irgendwo zwischen Muttergottheit und sozialistischer Vorsitzender bewegt und mit einem Jesus, der alles OK findet, wenn wir es nur wirklich gerne machen.

Zwar fürchte ich, daß die Abspaltung einer Feministischen Laissez-Faire-Kirche nicht mehr aufzuhalten ist, es sei denn, der Herr kommt vorher wieder (also sehr bald, worauf ich auch aus anderen Gründen hoffe). Aber selbst wenn es zu einer Spaltung kommt, wird die Römisch-Katholische Kirche nicht untergehen.

Ihr fordert das Recht, Priesterinnen zu werden? Fordert Ihr nur. Ich aber bitte um die Möglichkeit ungestörter Gottesdienste für lehramtstreue Katholiken. Die Versuche der Zweinullerinnen, Messfeiern für ihre Forderungen und Demonstrationen zu missbrauchen, haben daher zu unterbleiben. Wer sich immer wieder auf den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes beruft, darf ruhig auch mal das im selben Grundgesetz verbriefte Recht auf ungestörte Religionsausübung zur Kenntnis nehmen. Sich in irgendeiner Form auf irgendeine Straße – sofern sie nicht der Kirche gehört – zu stellen, ist natürlich erlaubt, aber dabei kirchenferne Aussagen zu treffen und sich zugleich als die eigentlich wahre Kirche zu gerieren, ist peinlich doof.

Wer unbedingt ein Schisma will, solls halt machen, aber dann auch ganz. Dann redet auch nicht mehr mit uns und auf uns ein. Tut nicht so, als wärt Ihr die Kirche. Baut Eure eigenen Tempel und nennt sie nicht katholisch. Lasst uns in Ruhe, Ihr Frauen und Männer und Diverse von Maria 2.0 und Umgebung.

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Dies Land

Zu einem hohen Feiertag dieses Landes und am Abend eines wirklich schönen Tages hole ich ein älteres Gedicht wieder vor.

Dies Land ist meine Heimat, wird es bleiben,
so weit ich heimisch sein kann auf der Erde.
Kein Recht, kein Unrecht, keine Drohgebärde
und keiner Staatsmacht nörgelnde Beschwerde
wird mich – so hoffe ich – aus ihm vertreiben.

Dies Land mit seinen Kirchen, seinen Städten,
mit seiner Sprache, die mein Denken prägt –
an dessen Wurzeln dumpfe Herrschsucht sägt,
und dessen Zweige Gängelei zerschlägt,
ist mein. Hier will ich dichten, dienen, beten.

Dies Land bedroht die Kranken und die Alten,
und macht es leicht, die Kinder zu ermorden.
Das wird geduldet von Regierungshorden,
das Unrecht ist schon fast zum Recht geworden
und wird vielleicht schon bald für Pflicht gehalten.

Gedankenfreiheit heißt: Man macht sich keine.
Verachtet wird, was dem Erwerb nicht nützt,
der Schwache wird vom Starken nicht gestützt,
das Kind im Mutterleib bleibt ungeschützt –
in diesem Land hat Sinn der Zweck alleine.

Hier will ich liebend schreiben, handeln, leben
nach eignem Denken, Glauben und Gewissen,
nicht glattgehobelt – lieber noch zerrissen,
will keine Regenbogenfahnen hissen
und der Beliebigkeit mich nicht ergeben.

Ich will im lauen Einheitsbrei nicht treiben,
nicht buckeln vor den Besserwisserscharen,
will helfen, Menschenleben zu bewahren,
nicht Worte, Taten und Gebete sparen.
Dies Land ist meine Heimat, wird es bleiben.

© Claudia Sperlich

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Vortrag in Potsdam: Schön wars!

Gestern durfte ich in der Arche Potsdam meinen Vortrag „Warum es keinen katholischen Priesterinnen gibt“ vor einer Menge interessierter Hörer halten. Auch die anschließende Diskussion war erfreulich. Für mich war eigentlich schon vorher, nun aber eindeutig klar, daß ich diesen Vortrag noch öfter halten werde.

Neben reichlichem Applaus bekam ich vom Veranstalter einen hübschen Blumenstrauß, einen schönen Kunstkalender und ein Buch von Fulton Sheen: Kalvarienberg und Meßopfer. Das freut mich besonders, ich kenne von Sheen bisher nur Zitate und bin gespannt auf die Lektüre.

Wie beinahe immer, ging es hinterher noch zum Italiener. Zum krönenden Abschluß wurde ich auch noch bis fast vor die Haustür chauffiert! Das war eine rundum gelungene Veranstaltung.

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Marsch für das Leben und Protest gegen das Lebensrecht

Gestern war ich wieder einmal als Ordnerin beim Marsch für das Leben. Es begann wieder mit einer Kundgebung, bei der u.a. der Passauer Bischof Stefan Oster sprach – sehr gut, sehr ruhig und sehr ermutigend. Am meisten Eindruck machte mir allerdings eine Dichterin, die ein sprachlich sehr gelungenes und anrührendes Gedicht über einen Jungen vortrug, der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam – eine frohe, zugleich realistische und liebevolle Hymne an dies besondere Leben, offenbar autobiographisch geprägt.

Da ich weit hinten stand, hatte ich keinen Blick auf die Bühne, und so bekam ich nicht mit, daß während einer anderen Rede einige Spinner die Bühne stürmten und dort Randale machen wollten. Ich bekam es wirklich nicht mit, weil der Redner es schaffte, so zu tun, als ob nichts wäre. Er sprach einfach weiter, während Polizisten in Zivil (tja, damit hatte die Gegenseite nicht gerechnet) die Störer mit sachlicher Ruhe von der Bühne entfernten.

Das Gegröhle war die gewohnte Hintergrundmusik, diesmal konnte man aber dennoch alle Reden gut verstehen.

Ein Passant mit englischem Akzent sprach mich in völliger Arglosigkeit an, ob das hier die Wahlveranstaltung der AfD sei – irgendwelche Leute hätten ihm gesagt, so etwas finde hier statt. Er konnte es diesen „irgendwelchen Leuten“ offenbar nicht so ganz glauben. Mit einer Mühe blieb ich ruhig und sagte, nein, dies sei eine nicht parteiliche, von Christen organisierte überkonfessionelle Veranstaltung für das absolute Lebensrecht. Das schien ihn zu freuen. Den „irgendwelchen Leuten“ sage ich hier: Eine Lüge wird nicht gut davon, daß sie frech, dumm und verleumderisch ist.

Der Marsch setzte sich in Bewegung, und ich hatte ein bißchen mehr als ich wollte damit zu tun, die Bürgersteige für die Polizei freizuhalten. (Hinweis für alle, die das nächste Mal kommen wollen: Bitte haltet die Bürgersteige für die Polizei frei. Vor allem, wenn eine nette Ordnerin mit grüner Weste und Armbinde euch darum bittet.)

Die Gegenseite brachte eine Sitzblockade zustande, was uns einen längeren Aufenthalt an der schönen Spree eintrug. Leider wurde das zum Problem für eine alte Dame, die nicht so lange stehen konnte. Ich half ihr, sich auf die Bordsteinkante zu setzen. Hinweis an die Störer: Ihr habt es geschafft, einer gebrechlichen Frau ein echtes Problem zu machen – und mir zu einem wirklich netten Plausch mit dieser Dame zu verhelfen. Sie ist noch immer, weit über das Rentenalter hinaus, als Lehrerin für Behinderte tätig. Soviel zum ewigen Vorwurf, Lebensschützer kümmern sich nicht um bereits Geborene.

Während der Blockade wurde viel gesungen – „Großer Gott, wir loben Dich“ gehört zum Standardrepertoire des MfdL, ebenso „Lobe den Herrn, meine Seele“. Vielleicht merkt es ja mal einer der Störer: Christliche Lebensrechtler sind Leute, die, wenn man ihnen Schwierigkeiten macht, bleiben und Gott preisen.

Die Sitzblockade wurde endlich aufgelöst. Die Route wurde nun etwas geändert, d.h. verkürzt, um den Abschlussgottesdienst zur geplanten Zeit halten zu können.

Ich hatte mehrere sehr schöne Begegnungen – und ich glaube, so ging es jedem Teilnehmer. Einige Freunde fand ich in dem Getümmel leider nicht, obwohl sie dabei waren – bei achttausend Menschen kein Wunder.

Die Presse ist unterirdisch wie gewohnt. Ja natürlich sind 8000 „über Tausend“ oder „mehrere Tausend“, aber das macht solche Angaben nicht wirklich redlich. Der rbb schreibt „Da es in der Vergangenheit immer wieder zu Zwischenfällen zwischen den Gruppen kam, war die Polizei mit mehreren Einsatzkräften vor Ort.“ Das insinuiert, als seien die „Zwischenfälle“ von beiden Gruppen, dem MfdL und den Gegendemonstranten, gleichermaßen ausgegangen – und das ist erwiesenermaßen eine dreiste Lüge. Seitens des MfdL war alles friedlich.

Ich ging vor dem abschließenden Gottesdienst, sehr erschöpft und sehr zufrieden. Wir Lebensrechtler können Präsenz zeigen, können unsere Meinung sagen, wir werden wahrgenommen.

Realistische Berichterstattung gibt es z.B. auf kath.net und EWTN und mit Sicherheit peu à peu auf den üblichen verdächtigen Blogs.

Begonnen und beendet habe ich den Tag in der Kirche – bei und mit Gott, der über allem Leben steht. Ich kann das nur empfehlen, gerade bei anstrengenden Tagen mit hohem Nerv- und einem gewissen Gefahrenpotential. Er hat mich die Spinner am Rande mit Gelassenheit sehen lassen. Er kann auch ihnen Einsicht verleihen.

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Tradition in Pavoralia

Im Kleinstaat Pavoralia fand gestern der traditionelle Umzug der Wahlfreiheit statt. Es handelt sich dabei um eine Veranstaltung, bei der eine bunt gekleidete Menschenmenge jubelnd durch die Straßen hüpft, um der Regierung für die Aufhebung des unbedingten Lebensrechtes zu danken. In früheren Jahren bezog sich diese Dankprozession nur auf die Legalität der vorgeburtlichen Tötung; heuer wurde bei der Kundgebung zum ersten Mal auch ein inniger Dank für die Erlaubnis, alte Menschen zu töten, ausgesprochen.

Wie immer standen am Rand des Umzuges Christen mit weißen Kreuzen, die singend und betend um Vergebung für die ihrer Ansicht nach irregeleiteten Demonstranten flehten. Auch wenn das Bespucken und Beschimpfen von Christen sich gesetzlich noch in einer Grauzone befindet, wurde es fleißig praktiziert und geduldet, da es ebenfalls traditionell verankert ist.

Beat Agnellus, der Bischof von Pavoralia, äußerte gegenüber einem Interviewer: „Wir werden weiter gegen diesen Irrsinn gewaltlos auf die Straße gehen, und wir werden weiterhin Schwangeren ebenso wie Alten unsere Hilfe anbieten. Unser Schutzhaus ist zwar nicht besonders groß, aber wir sammeln für Verbesserung und Anbau, und wir helfen rund um die Uhr.“

Das Interview wurde dann abgebrochen, weil einer der Demonstranten auf einen älteren Rollstuhlfahrer spuckte und Beat Angnellus dem Geschädigten mit Papiertaschentüchern und tröstenden Worten zur Seite stand.

Auf der abschließenden Kundgebung sprach der Vorsitzende der Sozialistischen Internationalen Partei Pavoralia (SIPP), Herr Timor Injust. Unter anderem sagte er: „Das Recht auf Freiheit vom Leben, auch vom Leben des anderen, wird nur in Pavoralia in vernünftiger Weise gewährt und geregelt. Dafür haben wir allen Grund zum Dank und zum Jubel! Allerdings ist auch das pavoralianische Recht noch ausbaufähig hinsichtlich schweres Leid verursachender, unheilbar Kranker. Wir bleiben dran!“

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Kreuz. Siegeszeichen.

Tropaion – Wendepunkt

In alten Zeiten wurde
nach jeder gewonnenen Schlacht
ein Pfahl in die Erde gerammt,
dort, wo der Feind floh,
am Wendepunkt, am Tropaion,
ein Querholz, daran gehängt
Wappnung und Rüstung des Feindes,
daß alle es sehen:
Hier wurde der Feind besiegt.

Für alle Zeiten wurde
ein Pfahl in die Erde gerammt,
Scheinsieg des Feindes,
ein Querholz, daran gehängt
der Herr, belastet von allen
Waffen des Feindes:
Sünde und Schuld und Tod.

Entscheidung auf Golgotha,
der Feind ist geflohen,
am Wendepunkt steht das Kreuz,
Siegeszeichen, verdunkelt
vom nährenden Blut des Siegers.

Wir schauen darauf
und wissen, Er ist erstanden,
Er hat für immer gesiegt.

© Claudia Sperlich

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Kreuzerhöhung

Kreuzerhöhung
Melodie: Singt dem König Freudenpsalmen

Jesus ist für uns gegangen
durch die Folter, Hohn und Spott.
Einsam litt in Todesbangen
der Lebendige, der Gott.
Den Gerechten zu ermorden,
ragt das Kreuz in Weltennacht.
Da ist Lebensbaum geworden,
was zur Todesqual erdacht.

Alle Todesschatten schwanden,
Gott erweckte seinen Sohn.
Unser Herr ist auferstanden,
und das Kreuz ist Jesu Thron.
Alte Schulden sind vergeben,
jeden reißt Er aus dem Tod!
Als ein Zeichen für das Leben
ragt das Kreuz im Morgenrot.

Jesu Kreuz stellt tausend Fragen,
gibt die Antwort gleich darauf.
Jesu Liebe will uns tragen,
Jesus trägt uns Liebe auf.
Nur die Liebe kann erreichen
allen Lebens Ziel und Sinn.
Als das größte Liebeszeichen
weist das Kreuz auf Jesus hin.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte. Gedichte, tredition 2015

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Für das Leben!

Am Sonnabend, 21. September 2019, findet der 15. Berliner Marsch für das Leben statt.

Ein schöner Auftakt zu diesem Tag ist das Requiem für die Ungeborenen in St. Marien, Behnitz 9, 13597 Berlin (Spandau), um 10.00 Uhr.

Der Marsch für das Leben beginnt um 13.00 Uhr mit der Kundgebung vor dem Reichstag in Berlin (Platz der Republik, 10557 Berlin). Anschließend geht es höchstens 5 km weit und barrierefrei durch Berlin. Zum Abschluss findet ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Die Veranstaltung endet gegen 17.30 Uhr.

Ich werde auch diesmal wieder mit grüner Ordnerweste dabei sein. Mir ist der Schutz jedes Menschenlebens ein Anliegen. Ich meine damit: jedes Menschenlebens, ausnahmslos. Nicht nur jener Leben, die uns irgendwie nützlich sein könnten oder uns besonders gefallen. Ich finde deshalb auch viele Werbungen für das unbedingte Lebensrecht zwiespältig, wenn sie betonen, daß Menschen mit besonderen Schwierigkeiten liebenswert und möglicherweise auch ungeahnt tatkräftig sind. Das ist schön, aber das ist nicht alles.

Zum einen betreffen die meisten Abtreibungen völlig gesunde Menschenkinder. Zum anderen hat ein Mensch auch dann ein absolutes Lebensrecht, wenn er entstellt ist und für immer ein Pflegefall bleibt, oder wenn er ab Geburt nur wenige Stunden oder Tage zu leben hat.

Mein Einsatz für das absolute Recht auf Leben hat nichts mit Sentimentalität zu tun. Ich gehe auf die Straße, weil ich der um sich greifenden lebensfeindlichen Einstellung, man müsse „das“ doch „wegmachen“ dürfen, entgegenhalten will: Nein, man darf einen unschuldigen Menschen nicht umbringen, ganz gleich, wie ungelegen er kommt.

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Der Gottesmutter zum Geburtstag

Melodie: Nun freut euch hier und überall (GL 763)

Maria, die vor aller Zeit
Zur Gottesmagd erkoren,
Vom Herrn im Voraus schon befreit,
In Heiligkeit geboren,
Du Menschenkind, von Gott erwählt,
Du Braut, dem Heilgen Geist vermählt,
Von Herzen sei willkommen!

Maria, ohne Seelenpein
Und ohne Dunkelheiten
Trittst du ins Erdenleben ein,
Lässt ganz von Gott dich leiten,
Du bist der Kirche hohes Bild,
Der Christen Mutter, Schutz und Schild
Voll Reinheit und voll Liebe.

Maria, in der Not der Zeit
Hör, wie zu dir wir flehen,
Steh du uns bei in allem Leid,
Hilf uns zu Christus gehen.
Maria, in der Zeit der Not
Steh du uns bei zu gutem Tod,
Zu Seligkeit und Leben.

© Claudia Sperlich

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Das Verbot von Abtreibung ist schlecht fürs Geschäft.

Wörtlich so steht es in einem bereits im Juni 2019 in der New York Times erschienenen, mir aber erst jetzt bekannt gewordenen Pamphlet, das von fast zweihundert Firmen unterschrieben wurde. Als Homepage ist es zu finden unter https:// dontban equality .com/ (drei Leerzeichen entfernen; ich möchte nicht direkt darauf verlinken).

Anlass war die neue Gesetzgebung in Alabama, die Abtreibung in jedem Fall unter Strafe stellt. Ob es in irgendeiner Weise sinnvoll sein kann, eine verzweifelte Mutter mit bis zu 99 Jahren Haft zu bedrohen, will ich hier nicht diskutieren. Wohl aber bin ich der Ansicht, daß das vollständige Verbot der Tötung eines unschuldigen Menschen richtig ist. Teile der Geschäftswelt sind hier anderer Ansicht. Hier der Text des Pamphlets im Original und in meiner Übersetzung:

Don’t Ban Equality

It’s time for companies to stand up for reproductive healthcare
Equality in the workplace is one of the most important business issues of our time.
When everyone is empowered to succeed, our companies, our communities and our economy are better for it.

Restricting access to comprehensive reproductive care, including abortion, threatens the health, independence and economic stability of our employees and customers. Simply put, it goes against our values and is bad for business. It impairs our ability to build diverse and inclusive workforce pipelines, recruit top talent across the states, and protect the well-being of all the people who keep our businesses thriving day in and out.

The future of gender equality hangs in the balance, putting our families, communities, businesses and the economy at risk.

We, the undersigned, employ more than 129,000 workers and stand against policies that hinder people’s health, independence and ability to fully succeed in the workplace. Complete list of signers below.

Gleichberechtigung nicht verbieten

Es ist an der Zeit, daß Unternehmen sich für die Fürsorge in der Reproduktionsmedizin stark machen. Gleichberechtigung am Arbeitsplatz ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit.
Wenn jeder zum Erfolg ermächtigt ist, geht es unseren Unternehmen, unseren Gemeinden und unserer Wirtschaft besser.

Die Einschränkung des Zugangs zu umfassender Fürsorge in der Reproduktionsmedizin, einschließlich Abtreibung, bedroht die Gesundheit, Unabhängigkeit und wirtschaftliche Sicherheit unserer Angestellten und Kunden. Einfach gesagt, richtet sich das gegen unsere Werte und ist schlecht fürs Geschäft. Es beeinträchtigt unsere Fähigkeit, einen vielfältigen und inklusiven Arbeitsmarkt aufzubauen, Spitzentalente aus allen Bundesstaaten anzuwerben und die Wohlfahrt all jener Menschen zu schützen, die unsere Geschäfte tagein, tagaus gedeihen lassen.

Die Zukunft der Geschlechtergerechtigkeit ist in der Schwebe, was ein Risiko für unsere Familien und Gemeinden und unsere Wirtschaft darstellt.

Wir, die Unterzeichner, beschäftigen über 129.000 Arbeitskräfte und stellen uns einer Politik entgegen, die die Gesundheit, Unabhängigkeit und Fähigkeit zu vollständigem Erfolg am Arbeitsplatz behindert. Vollständige Liste der Unterzeichner…

Klarer kann man kaum sagen, daß Kinder ein Negativfaktor in der Wirtschaft sind und weggemacht gehören.
Und nun noch einmal in meinen eigenen Worten:

Gleiche Ausbeutung für alle

Es ist an der Zeit, daß Unternehmen sich für die Einschränkung der Reproduktion stark machen. Gleicher Zugriff auf Männer und Frauen durch Arbeitgeber ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit.
Wenn das Innehaben eines Arbeitsplatzes jedem als Erfolg verkauft wird, geht es unseren Unternehmen und unserer Wirtschaft besser.

Die Einschränkung des Zugangs zu umfassender Bevormundung in der Reproduktionsmedizin, einschließlich Abtreibung, bedroht unseren Zugriff auf die Arbeitskraft und das Geld unserer Angestellten und Kunden. Einfach gesagt, richtet sich das gegen unsere Werte und ist schlecht fürs Geschäft. Es beeinträchtigt unsere Fähigkeit, einen allein an unseren wirtschaftlichen Interessen orientierten und kinderfeindlichen Arbeitsmarkt aufzubauen, Kinderlose aus allen Bundesstaaten anzuwerben und die Arbeitsfähigkeit und Prosperität all jener Menschen zu schützen, die unsere Geschäfte tagein, tagaus gedeihen lassen.

Geschlechtergerechtigkeit bedeutet für uns vor allem die Abschaffung jeglicher besonderen Schutzmaßnahmen für Schwangere, was ein Risiko für die Familien der Firmenchefs sowie für unsere Wirtschaft darstellt.

Wir, die Unterzeichner, beuten über 129.000 Arbeitskräfte aus und stellen uns einer Politik entgegen, die Leben und Gesundheit der schwächsten, noch lange nicht arbeitsfähigen Menschen fördert. Vollständige Liste der Unterzeichner…

Zu den Unterzeichnern gehören auch in Europa tätige Firmen, die durchaus qualitätvolle Produkte herstellen. Mir widerstrebt der Kauf dieser Produkte nun aber sehr. Natürlich weiß ich bei nichts, was ich kaufe (abgesehen von Rosenkränzen, Bibeln, katholischen Gesangbüchern etc.), wie der Hersteller zum Lebensrecht steht. Dennoch kann ich wenigstens bei so expliziten Aussagen mit dem deutlichen Tenor „Wer bei uns Geld verdienen will, darf keine Kinder haben“ angesichts lockender Angebote meinen Geldbeutel zuhalten und vielleicht für die Verantwortlichen dieses Pamphlets ein kleines Gebet sprechen. Mehr kriegen die von mir nicht.

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