Ein ängstlicher kleiner Ganove

Als ich die Futterstation für die Hörnchen öffnete, sah ich einen sehr niedlichen kleinen Eindringling, angstvoll in die Ecke gedrückt.

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Ich versuchte vergeblich, die Maus zu beschwichtigen. Sie fand mich – verständlicherweise – beängstigend riesig. Und sie kann ja nicht wissen, daß ich keine Mäuse verzehre. Trotzdem knabberte sie an den Haselnüssen – Mäuse fressen halt auch mit dem Tod vor Augen.

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Sie muss in nächtelanger Arbeit das Plexiglas angeknabbert haben, um bei geschlossenem Deckel (den sie nicht heben kann) an die Nüsse zu kommen. Pech für die Hörnchen? Ach was. Es langt ja doch für alle.

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Eigentlich wollte ich noch weiter photographieren, aber das Tierlein war so verschreckt. Da habe ich sie lieber in Ruhe gelassen.

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Glauben und Dichten in Zeiten der Seuche

Coronazeit

Jesus, mein Heiland,

ich sehne mich so nach Dir.
Mein Herz ist wie ausgehöhlt.

Vernunft und Glauben erklären:
Dies ist die Zeit des Ertragens,
bestehe gehorsam die Zeit.

Mein Herz tut weh in der Prüfung.
Ich sehne mich, Heiland, nach Dir
und bete um Heilung der Welt.

© Claudia Sperlich

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Mein neuestes Büchlein!

Es ist nun da!

Created with GIMP

Der Rosenkranz, das alte meditative Gebet, wird hier in Form von 33 Sonetten besungen, geschildert, erläutert. (Der Symbolgehalt der Zahl ist mir übrigens erst aufgefallen, als das Buch fertig war.)

Mit Bildern aus dem Rosenkranz-Atelier von Maryse Fritzsch-Thillens.

Paperback 10,00 € / Gebunden 16,00 € / e-book 3,99 €


Bestellen kann man es hier oder bei mir (über Kontaktformular) oder in einem beliebigen Buchladen. Wegen der Corona-Krise kann es mit der Lieferung etwas dauern – aber sicher nicht lange. Und mit Glück kann es auch schnell gehen. Geduld – ich warte ja auch geduldig (naja… einigermaßen geduldig) auf meine Autorenexemplare.

Vorab schon mal ein Sonett und ein Bild!

Jesus, der von den Toten auferstanden ist

Sie kamen voller Trauer, und sie fanden
Das Grab geöffnet, Jesu Leichnam fort.
Ein Bote saß dort, sprach das frohe Wort:
„Er ist nicht hier, denn Er ist auferstanden!“

Voll Schrecken flohen sie von jenem Ort,
Da noch die Ängste ihre Sinne banden.
Sie schwiegen erst. Doch eine hat verstanden –
Sie ging zurück – sah Ihn lebendig dort.

„Sagt Seinen Jüngern: Er geht euch voraus!“
So hatte sie’s gehört und richtet’s aus,
Aus Magdala die siebenfach Befreite.

Maria, wenn wir stumm vor Schrecken sind,
Wenn Angst uns schweigen lässt von Deinem Kind,
Dann mach uns Mut und gibt uns dein Geleite.

glorreich

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Brauchen wir Corona?

Blöde Frage?
Wenn ich mich auf der heute sehr belebten Schlosstraße umschaue – was ich notgedrungen tue, wenn ich mit dem Fahrrad von der Arbeit komme – dann sehe ich im Vorbeifahren zwar nichts, was in gewöhnlichen Zeiten ungewöhnlich wäre. Aber in ungewöhnlichen Zeiten wie diesen ist dies gewöhnliche Herumwuseln, dicht an dicht auf Bänken sitzen und einkaufen, was man nicht zum Überleben braucht, einfach nur krasse Torheit.

Übertroffen wird das von einer Demonstration in Tennessee, die sich rühmen darf, die drei dümmsten Plakate der Demonstrationsgeschichte in einer kleinen Schar von einigen Dutzend dicht beieinander stehenden Demonstranten zu präsentieren.

Sieger ist ein Plakat, das ich nur deshalb dumm nenne, weil ich Bosheit für genuin dumm halte. Tatsächlich ist es reine, unverfälschte, widerliche Bosheit:

SACRIFICE THE WEAK
REOPEN TN

zu Deutsch: Opfert die Schwachen, macht Tennessee wieder auf.

Mit einigem Abstand Zweiter ist:

Trust God for Safety,
NOT MAN

Deutsch: Vertraut Gott für die Sicherheit, nicht dem Menschen

– das ist nur dumm, nicht böse, daher der Abstand.
Dumm ist es, weil es so tut, als hätte Gott uns keinen Verstand gegeben, als dürften wir nicht dankbar anerkennen, daß menschliche Planung und Forschung die Seuche durchaus in ihre Schranken weisen könnten, wenn es keine wildgewordenen Saboteure gäbe. Als hätte Gott unsere Dummheit gewollt.

Dicht darauf folgt der dritte Sieger:

Natural Immunity
OVER
Manmade Poison

Deutsch: Natürliche Immunität statt menschengemachtes Gift

Da haben wir in Biologie aber mal ganz fest geschlafen, was? Mit „Manmade Poison“ ist wohl der noch nicht fertig entwickelte Impfstoff gemeint, oder vielleicht auch jegliches Medikament, das es hoffentlich bald gegen Covid19 gibt. Natürliche Immunität oder zumindest geringe Empfindlichkeit gegen das Coronavirus scheinen Kinder und Jugendliche weit häufiger zu haben als Erwachsene, und besonders empfindlich sind Alte; im Prinzip landen wir also wieder bei der Sieger-Aussage mit dem Opfer, aber hier wird das nicht so explizit boshaft gesagt – vermutlich, weil die Person, die das Schild hält, nicht so sehr ein böses wie ein schlichtes Gemüt ist und nicht kapiert, was sie da von sich gibt.

Zurück nach Berlin. Das Getümmel auf einer Einkaufstraße ist wirklich beängstigend. Und ich frage mich: Haben alle mahnenden Worte von Virologen, vom Robert-Koch-Institut, von Ärzten und Schwestern und Pflegern auf Intensivstationen rein gar nichts genützt?

Vielleicht ein bißchen. Einige Leute, darunter ich, passen ja weiter auf. Ich werde vor Ablauf der Pandemie nicht zum Frisör gehen, nicht mehr als einmal pro Woche einkaufen und auch dann nicht Dinge, die ich vielleicht gerade nicht brauche. Kann sein, daß ich mich auf so nützliche Sachen wie „Flicken statt wegwerfen“ besinne. Jedenfalls werde ich vorerst nicht durch belebte Straßen bummeln.

Aber ich befürchte, die kurze Zeit, in der die Mehrheit vernünftig war, geht gerade zu Ende. Und das nützt dem Virus – sonst niemandem. Ich bete für die Irren, die den Ernst der Lage immer noch nicht begriffen haben, und noch mehr bete ich für ihre Großeltern und immungeschwächten Nachbarn. Denn die trifft es als nächstes.

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Blaukarierte Dinge

… auf einem gelbkarierten Plaid.
Zwei selbstgenähte Masken, ein Geschirrtuch, ein Porzellanschälchen und ein etwas angekokelter Topfhandschuh. Ich habe erst kürzlich gemerkt, wie viel Blaukariertes sich bei mir ansammelt!

Blaukariert

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Und wenn es Strafe ist?

Der so unpopuläre Gedanke einer Strafe Gottes ist nicht ganz von der Hand zu weisen; ich sehe allerdings weniger „Strafe“ als „Konsequenz unseres Handelns“ und Zulassung.

Mit falschem – unüberlegtem oder bösem – Handeln können wir leider nicht nur uns selbst, sondern auch andere gefährden. Wenn man mit 90 km/h durch die Innenstadt fährt, kann man dadurch Menschen zu Tode bringen. Wenn man Tiere auf tierquälerische Weise hält, so dass sie krank werden, und dann zum Verzehr feilbietet, ebenso – nicht erst seit Corona: Der Auslöser für BSE war die Fütterung von Pflanzenfressern mit Fleischabfällen; im Falle von Corona ist wohl ausschlaggebend, daß in Wuhan durch tierquälerische Haltung krankgemachte Tiere zum Verzehr feilgeboten wurden. Und wenn es, wie kolportiert wird, im Labor generierte Viren wären (glaub ich nicht, aber könnte ja sein), kann man sagen: Wenn man in der Natur herumpfuscht, gefährliche Viren produziert und dann nicht aufpasst, passiert ein Unglück.

Wir sind frei in unserem Handeln und denken – so frei, daß wir damit die Freiheit selbst beschneiden können bis hin zum Tod (und keinesfalls nur die eigene). Wo Diktatoren ihren freien Willen über die Freiheit ihrer Mitmenschen stellen, zeigt sich das in eindrucksvoll schrecklicher Weise.
Ein Tier hat diese Freiheit nicht. Es kann – auch ohne menschliches Zutun – krank oder gestört sein und dadurch zur Gefahr für sich und andere werden, aber nicht, weil es selbst oder ein anderes Tier von der Freiheit falschen Gebrauch gemacht hätte, sondern weil es Krankheit und üble Umstände eben gibt in dieser gefallenen Welt. (Hier darf man sich erinnern, warum diese Welt gefallen ist. Am Ende läuft es immer auf den falschen Gebrauch menschlicher Freiheit hinaus.) Zu Ende komme ich mit diesen Gedanken nicht, denn sie streifen die unlösbare Theodizeefrage.

Wir sind aber auch frei, Gutes zu tun. Frei, den angerichteten Schaden so gut wie möglich zu bekämpfen und zu begrenzen. Frei, Kranken zu helfen, Sterbenden beizustehen, Rücksicht zu nehmen, Abstand zu halten. (Und hier gilt leider wieder: Auch diese Freiheit kann durch die mißbrauchte Freiheit anderer beschnitten werden, z.B. wenn Menschen in überfüllten Flüchtlingsheimen oder Slums ausreichende Möglichkeiten zu Abstand und Hygiene vorenthalten werden.)

In vielen Teilen der Welt, auch in Deutschland, sind wir frei, zu beten. (Natürlich kann man prinzipiell auch in Ländern wie Nordkorea oder Saudi-Arabien beten, aber wo außer den Gedanken nichts frei ist und ein dem Nachbarn hörbares „Gelobt sei Jesus Christus“ lebensgefährlich ist, mag ich nicht von Freiheit sprechen.) Selbst wenn diese Freiheit jetzt aus Gründen der Vernunft und Nächstenliebe teilweise eingeschränkt ist (ja, es hat mit Nächstenliebe zu tun, die Verteilung von Corona-Viren zu vermeiden!), können wir in in allen europäischen (und noch viel mehr) Ländern beten. In Deutschland sind viele Kirchen (leider nicht in allen Diözesen, was ich schlimm finde) offen und laden zu stillem Gebet ein. Man kann dank der modernen Medien sogar Gebetsgruppen organisieren und z.B. via TrueConf gemeinsam beten, obwohl jeder bei sich zu Hause bleibt. Auch Absprachen wie „jeder Teilnehmer dieser Gruppe betet zu der und der Uhrzeit ein bestimmtes Gebet“ sind möglich.

Wir können kraft unserer Freiheit im Gebet bitten, preisen, danken, büßen und sühnen. Die letzten beiden Verben sind ziemlich unpopulär – vielleicht gerade ein Grund, sich ganz nonkonformistisch darauf einzulassen! Jesus Christus hat für die Sünden aller Menschen gesühnt. Das können wir nicht und müssen wir nicht. Aber wir sind aufgerufen, Ihm nachzufolgen in Liebe, Tat und Gebet. Auch im Sühnegebet. Jesus hat es am Kreuz vorgemacht.

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Marienaltar in St. Fidelis

Allerseligste,

der Steinboden hier unter Deinem Altar,
das ist Travertin und ist sehr porös
und hat jahrzehntelang Dreck gezogen.

Ich mache das schon, du himmlische Mutter!
(Wie sieht das denn aus. Und dein bloßer Fuß
im Begriff zu schreiten vom Mond auf die Erde!)

Maria, als du noch auf Erden lebtest,
hast du wahrscheinlich besser geputzt
als ich es kann. Ich gebe mir Mühe!

Mit heißem Putzwasser und einer Bürste
bearbeite ich die schwärzlichen Platten,
und dann wisch ich nach und schau: sie sind hell.

Dann Bodenwachs drüber verteilen, polieren.
(Das macht schön glänzende Fingernägel.)
Und dann noch die welken Blumen entsorgen.

Hier wird zwar in diesen Zeiten der Seuche
nicht Messe gefeiert, doch einzelne Beter
besuchen die Kirche und opfern dir Kerzen.

Die spiegeln nun wider. – Freu dich, Maria!

© Claudia Sperlich

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Ich halte diese Entscheidung für richtig!

Bund und Länder haben entschieden, die Lockerung der Einschränkungen in der Corona-Krise langsam anzugehen. Bis zum 3. Mai bleibt alles beim Alten (nun ja, so alt ist die Krise auch wieder nicht, aber man versteht mich schon); danach soll es schrittweise – in vorsichtigen Schritten! – wieder in Richtung „Normalität, aber mit Corona“ gehen. Alle zwei Wochen wollen Bund und Länder aufgrund der Informationen des Robert-Koch-Instituts neu beraten. Frau Merkel sprach in einer, wie ich finde, hervorragenden Rede von einem „zerbrechlichen Zwischenerfolg“.

Natürlich bin ich traurig, daß Großveranstaltungen und damit auch öffentliche Gottesdienste vorläufig untersagt bleiben. Aber ich kann es verstehen. Anders als manche andere Gläubige bin ich nämlich nicht der Ansicht, daß zum Prägemal der Taufe gehört, Viren zwischen den Fingern zu zerquetschen. Gott hat uns Großartiges versprochen – Immunität gegen potentiell tödliche Erreger gehört nicht dazu.

Ich weiß, daß aufgrund dieser Aussage zahlreiche Glaubensgeschwister die Aufrichtigkeit meines Glaubens anzweifeln. Ich bitte die Glaubensgeschwister, auf die das zutrifft, mir (nur virtuell, wegen der Wahrung des Abstands) den Buckel herunterzurutschen. Das Gleiche bitte ich alle, die in den Beschränkungen einen generellen Angriff auf die Demokratie, die Freiheit, die Menschenwürde sehen.

Sehr gut finde ich, daß an Schutzmaßnahmen gearbeitet wird, um den Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen Besuch zu ermöglichen. Ich weiß, wie elend gerade alte und demente Menschen unter der Einsamkeit leiden, und ich hoffe, daß ausreichende Schutzausrüstung für Besucher bald gestellt wird. (Zugleich habe ich in Verbindung mit dem Wort „ausreichend“ immer meine Zweifel – möge ich mich irren!)

Die meisten Läden dürfen unter Auflagen am 4. Mai wieder öffnen. Auch Frisöre, sofern sie den Hygienevorschriften folgen. Ich selbst werde mich lieber dennoch eine Weile zuwuchern lassen; als fette 58jährige Epileptikerin habe ich genug Vorbedingungen, sehr große Vorsicht walten zu lassen. Und an Zottelhaaren ist noch keiner gestorben.

Ich kann als Putzfrau in den Gebäuden eines Friedhofs (Verwaltung, Arbeiterbuden, Kirche) und auf den Treppen eines privaten Wohnhauses einiges für die Hygiene tun, und ich kann tun, was ohnehin jedem geraten ist: Abstand halten, beim Einkauf Mund-Nasen-Maske tragen, Hände waschen usw. Und ich kann beten.

Was ich nicht kann: 1. in der Medizin forschen, 2. Deutschland regieren, 3. Verschwörungstheoretiker ertragen. Zum Glück muss ich das alles auch gar nicht.

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Das Beste hoffen, das Bestmögliche tun

Vorab: Schönreden kann und will ich die Coronakrise nicht. Die Beschränkungen sind im besten Fall nervig, im schlimmsten (für selbständige Bühnenkünstler und Musiker, für die Inhaber kleiner Geschäfte) existenzbedrohend. Die Not in Krankenhäusern und Pflegeheimen ist groß, Obdachlose und Flüchtlinge leiden weit mehr als ohnehin schon und sind in größter Gefahr. In ärmeren Ländern ist die Situation unbeschreiblich schlimm. Und auch hierzulande ist das langsame Ersticken an einer doppelseitigen Lungenentzündung in der Einsamkeit einer Isolierstation nicht eben, was man unter einem schönen Tod versteht. Covid19 in stärkster Ausprägung ist grauenhaft – und es kann aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz jeden treffen. Dennoch behalte ich meinen Optimismus – was sollte ich ohne ihn?

Der Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, macht auf mich zumindest in seiner derzeitigen Eigenschaft als Krisenmanager einen erzvernünftigen Eindruck. (Ich bitte, diese Worte zu beachten angesichts meiner Einstellung zur SPD.)
Lockerungen in der nahen Zukunft verspricht er nicht, aber spätestens am 1. Mai wird beratschlagt, ob und wie Lockerungen jetzt überhaupt schon möglich sind. Er hofft, sowohl das Demonstrationsrecht als auch die Feier von Gottesdiensten wieder zulassen zu können – allerdings mit Auflagen (vermutlich Beschränkungen der Teilnehmerzahl). Das wäre schön – aber nur dann, wenn es aus medizinischer Sicht keine großen Bedenken gibt.

Natürlich heißt „Es wird beratschlagt“ auch: Es könnte herauskommen, daß Ausgangssperren verlängert oder sogar verschärft werden – wenn berechtigte Sorge besteht, daß die Pandemie anders nicht eingedämmt werden kann. Ich hoffe einfach das Beste. Was anderes bleibt mir gerade auch nicht übrig.

Ich habe in letzter Zeit oft, sehr oft gelesen, daß die Religionsfreiheit beschnitten wird, daß die Demokratie zerstört wird. Zunächst einmal wird nicht die Religions-, sondern die Versammlungsfreiheit beschnitten (der Besuch eines Bordells ist ebenso verboten wie das Partymachen; es trifft also keinesfalls explizit religiöse Gemeinschaften). Sodann geschieht das nicht willkürlich, sondern auf der Grundlage des Bundesseuchengesetzes. Und schließlich kann man im Moment nicht auf der Grundlage von Erfahrungen und gesicherten Erkenntnissen handeln, weil es weder das eine noch das andere bezüglich Covid19 in großer Zahl gibt. Die Erfahrungen und Erkenntnisse, die man tatsächlich hat, stellen sich für mich als immerhin alphabetisierten medizinischen Laien so dar: Es ist ansteckend, es ist gefährlich, und wenn wir die Alten und die Schwachen nicht sozialdarwinisieren wollen und zudem in Kauf nehmen, daß ein paar nicht Alte und nicht Schwache auch hopps gehen, nachdem sie das Virus kräftig verbreitet haben, dann müssen wir andere Beschränkungen unserer köstlich freien Welt eben hinnehmen. (Wer das nicht versteht, wie z.B. die Berliner Mutter, die ihrer Tochter zum 16. Geburtstag einen Privatraum anmietet, damit sie mit über dreißig Freunden feiern kann, die Tochter selbst und ihre Freunde, oder wie die 51 Münchener Studenten, die unbedingt eine Grillparty veranstalten mussten, wird für dies Maß an gefährlicher Dämlichkeit zu Recht bestraft und kann froh sein, wenn durch ihn niemand zu Tode kommt.)

Wie gehe ich selbst mit der Krise um?

Zunächst einmal lasse ich den Kopf nicht hängen, oder nur kurz (wenn ich wieder mal die abgrundtiefe Geistestrübheit mancher Zeitgenossen wahrnehme, die Verschwörungstheorien verbreiten und auf ihr Recht pochen, alles um sich her zu infizieren). Und dann versuche ich, das Beste aus der Situation zu machen.

In meiner vierzehntägigen freiwilligen häuslichen Quarantäne habe ich einiges gelernt über Bedürfnisse und Notwendigkeiten, über Gebet und Durchhaltevermögen – und über die mir selbst verwunderliche Fähigkeit zur Freude. Warum soll ich das gelernte nicht weiter anwenden, wenn die Zeiten wieder leichter werden?

Ich brauche nicht mehr als einmal in der Woche einzukaufen. (Klar, das ist für Familien ohne Auto keine Option. Aber jeder kann prüfen, wie oft er tatsächlich einkaufen muss.) Es ist nicht schlimm, wenn es an einem Festtag nicht genau das Essen gibt, das ich mir eigentlich vorgenommen habe. Man kann mit weit weniger auskommen als man ahnt, ohne Not zu leiden. Deshalb will ich auch in Zukunft, auch nach Corona, nicht mehr als einmal in der Woche einkaufen. Ich will meine Zeit besser nutzen.

Ein mit einiger Disziplin durch Gebet strukturierter Tag verläuft besser als ein anderer – viel besser, froher und produktiver. Das ist keine neue Erkenntnis, auch für mich nicht, aber wie viel Gebet in einen Arbeitstag passt, war mir nicht ganz klar. Auch nicht, wie viel Freude aus einem so angefüllten Tag wächst.
Zu meiner Freude ist es in Berlin weiterhin möglich, zu beichten und die Eucharistie zu empfangen – etwas schwieriger als sonst, aber möglich!
Sehr dankbar bin ich, daß ich als Lektorin sonntags die Messe mitfeiern darf. (In Berlin sind derzeit bis zu zehn Personen bei einer nichtöffentlichen Messe gestattet.)

Eine gebrechliche alte Dame, die ohne Hilfe die Kirchenstufen nicht nehmen kann, freut sich, daß ich ihr diese Hilfe dreimal in der Woche anbiete. Ich freue mich, daß ich meine eigene Anbetungszeit mit einer hilfreichen Aktion verbinden kann. Und ich habe in ihr eine liebe Freundin gefunden, zu der ich allerdings keinen meterweiten Abstand halten kann, wenn ich sie am Arm nehme. Das heißt: Ich muss abwägen. Hier ist direkter Kontakt nötig, damit die Dame nicht wochen- und monatelang nur bei sich in der Wohnung bleibt. Ich desinfiziere mir hinterher die Hände. Und ich nehme eine gewisse, nicht sehr hohe Gefahr in Kauf.

Abwägen ist das Gebot der Stunde. Ist diese oder jene Tätigkeit, die in Coronazeiten eine höhere Gefahr birgt, wirklich wert, getan zu werden? Wahrscheinlich wird jeder auf verschiedene Ergebnisse kommen. Aber mit einiger Vernunft wird auch jeder einsehen, daß unter „das Risiko wert“ eine Party eher nicht fällt, eine Hilfeleistung aber schon. Wenn jeder sich umhört, wer in der Nachbarschaft Hilfe braucht, weil er in Quarantäne oder gebrechlich oder behindert, krank oder mit einer Familie und Home Office ausgelastet ist, wäre schon viel getan, auch gegen eventuelle Langeweile und das Gefühl der Nutzlosigkeit.

Als Putzfrau auf dem Friedhof bin ich wohl systemrelevant. Wer will schon während einer Seuche auf Friedhöfe verzichten? Und die dazugehörigen Gebäude müssen ja gerade jetzt besonders sorgfältig geputzt werden. Als Autorin arbeite ich ohnehin im Wesentlichen am heimischen Schreibtisch. Wie weit Corona das Kaufverhalten meiner Leser beeinflusst, werde ich erleben.

TrueConf ist ein kostenloses Werkzeug, um sich mehreren Menschen sicht- und hörbar mitzuteilen, zu plaudern, zu diskutieren, Hausaufgaben zu machen, gemeinsam zu beten oder was auch immer. Ich überlege, meine Vorträge vorerst auf diesem Weg anzubieten. Eine Diskussionsrunde ist danach auch möglich.

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Ein neues Buch ist auf dem Weg!

Die Rosenkranz-Sonette werden voraussichtlich im Marienmonat Mai erscheinen.

Wegen der Corona-Krise kann ich leider nicht verbindlich sagen, wann genau es herauskommt; die Erfahrung mit meiner letzten Veröffentlichung im März 2020 zeigt aber, daß es gewohnt schnell gehen kann.

33 Sonette über den Rosenkranz, eine Art dichterischer Erläuterung dieses meditativen Gebetes. Ich freue mich sehr, daß Maryse Fritzsch-Thillens vom Rosenkranz-Atelier die Illustrationen beigetragen hat – künstlerische Photographien ihrer Arbeiten.

Für Rosenkranz-Beter und solche, die es werden wollen, ein schönes Geschenk!

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