SPD ./. Lebensrecht

Hier schrieb ich kürzlich: Teile der SPD versuchen, das Grundrecht auf Leben vollständig abzuschaffen, dazu das Recht auf freie Entscheidung und das Recht auf freie Meinungsäußerung in Wort, Schrift und Bild.

Ich muss mich berichtigen: Zumindest in Berlin versucht das die ganze SPD unisono. Denn der oben genannte Antrag auf Verbot der Beratungsstelle Pro Femina wurde auf dem Landesparteitag der SPD Berlin am 26. Oktober diskussionslos und einstimmig angenommen.

Das heißt: Die Landesregierung von Berlin will eine Beratung, die nicht vom Staat finanziert und gelenkt ist, verbieten. Pro Femina lebt von Spenden und stellt auf der Homepage und bei Erstgesprächen klar, daß der Beratungsschein hier nicht ausgegeben wird – und das ist für die SPD der Grund, Pro Femina als „unseriös“ verbieten zu wollen. „Vom Staat unabhängig“ und „unbedingt lebensbejahend“ gleich „unseriös und verbotswürdig“ – das ist die Ansicht der Regierungspartei SPD. Von den anderen Regierungsparteien ist leider kein Gegenwind zu erwarten, sondern Beifall.

Ich habe mehrere Tage mit diesem Artikel gewartet. Einerseits, weil ich auch mal was Anderes tun möchte als bloggen, andererseits, weil ich nicht im frischen Zorn schreiben wollte. Nun schreib ich in nicht mehr ganz frischem Zorn:

Die Regierung von Berlin ist zwar auf legale Weise an die Macht gekommen, hat aber spätestens am 26.10.2019 aufgehört, ausschließlich legal zu handeln. Ich kann nun nicht sagen „Nicht meine Regierung“, denn ich wohne hier und gedenke hier noch ein paar Jahrzehnte zu bleiben, wenn Gott mir das gewährt. Es ist also leider „meine“ Regierung, auch wenn ich sie nicht gewählt habe. Aber ich muss sie nicht mögen und darf ihr sagen:

Hör gut zu, Regierung! Du willst illegale Sachen. Du willst das Recht brechen. Du willst die Tötung Ungeborener erleichtern.
Es ist nur eine Frage der Zeit, wann du auch die Tötung Geborener erleichterst. Wann Frauen sich fürs Gebären rechtfertigen müssen. Und wann kein Mann mehr zur Verantwortung gezogen werden kann, wenn er ein Kind gezeugt hat und davon nichts wissen will.

Es gibt immer wieder Dinge, die wir nicht wählen und doch haben. Bei mir ist das Epilepsie, Arthrose und die derzeitige Berliner Regierung. All das ist nicht heilbar, aber mit den ersten beiden kann ich ganz gut leben. Diese Regierung ist das einzige der drei genannten Übel, mit dem ich mich nicht abfinden mag – und das, obwohl in sich unheilbar und heillos, womöglich schon bei der nächsten Wahl verschwindet. Leider habe ich große Zweifel, ob danach was Gescheiteres und Menschlicheres kommt (um Mißverständnisse zu vermeiden: die Partei mit dem A halte ich nicht für besser).

Natürlich ist die Annahme eines Antrags noch nicht seine Durchsetzung. Allerdings halte ich auch von deutschen Gerichten nicht so besonders viel und bin nicht sehr optimistisch. Aber was immer kommt: Auf irgendwelche Weise wird es auch weiterhin ehrliche und unabhängige Beratung für Schwangere in Not geben. Auch wenn das schwierig wird.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
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Eine Antwort zu SPD ./. Lebensrecht

  1. akinom schreibt:

    Die SPD macht sich zum Herrn über Leben und Tod. Sie steht nicht allein. Wo hat die Wahrheit noch eine Mehrheit? Ich plädiere für wahrhaftige realistische Abtreibungswerbefilme in der die grausame Prozedur life gezeigt wird. Jede Frau sollte sie sehen, ehe sie den verlangten Beratungsschein bekommt, aber auch alle Väter, die schwangere Partnerinnen zur Abtreibung drängen, und alle, die diesbezüglich in Politik und Gesellschaft Verantwortung tragen. „Wir brauchen mehr Exorzisten“ schreibt die Bloggerin. „Bewahre und vor Verwirrung und Sünde“ flehen wir in der Heiligen Messe. Satan ist freigelassen und wütet nicht nur auf diesem Gebiet. Er weiß, dass seine Zeit kurz ist.

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