„Ach, sind Sie Feministin?“

Ich stehe vor einem Briefkasten, im Begriff, zwei Briefe einzustecken.
Eine junge Frau spricht mich an, es sei ja nett von mir, daß ich für sie extra anhalte. Ich denke eine Sekunde lang: Charmante Art, mich anzuschnorren – sehe dann genauer hin: nein, diese sehr gepflegte Dame schnorrt gewiss nicht. Ein kleines Schild zeigt, wofür sie hier steht: amnesty international.

Ich sage: „Nein, für Amnesty International habe ich nichts übrig.
Auf ihr ungläubiges Lächeln führe ich aus: Die haben früher hervorragende Dinge geleistet, jetzt setzen sie sich für ein Recht auf Abtreibung ein, das unterstütze ich nicht.“

Sie trägt ein kleines Kreuz um den Hals. Das fällt mir auf, als sie etwas leiser sagt: „Das finde ich auch nicht gut.“ Ich bin nun gerade in Fahrt und rede weiter: „Das hat auch gar nichts mit Frauenrechten zu tun. Fünfzig Prozent der Abtreibungen betreffen Mädchen.“

Sie sieht ehrlich erstaunt aus. „Wie bitte?“

Ich: „Wir sind uns ja wohl einig darüber, daß die Hälfte der Menschheit weiblich ist?“

Sie: „Ach so. Ich dachte, Sie meinen jetzt die Abtreibungen.“

Ich: „Meine ich auch. Die Hälfte aller Abgetriebenen ist nämlich auch weiblich.“

Und jetzt kommt der Satz…: „Ach, sind Sie Feministin?“

Ich: „Nö. Ich habe bloß Grundkenntnisse in Biologie.“

Sie: „Ich habe Biologie studiert.“

Ich: „Merkt man aber nicht.“

Ich bin dann ohne weitere Diskussion weitergefahren. Erstens weil ich von der Arbeit kam und Hunger hatte, zweitens weil ich keine Lust mehr hatte, zu diskutieren, ob ein Mensch vor der Geburt schon erhaltenswert ist.

Aber ein bißchen ärgert mich schon, daß ich der jungen Biologin nicht noch gesagt habe: „Übrigens spart jede Abtreibung Alimente, was für den Erzeuger sehr praktisch ist.“ Na, vielleicht nächstes Mal.

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Du gabst mir mein Herz, ich geb es zurück

Am 15. August wird das Erzbistum Berlin dem Herzen Jesu und dem Herzen Mariä geweiht. In Vorbereitung darauf stelle ich auf meinem Blog passende Gebete vor.

Wer sich dem Herz Gottes übereignet, gibt damit das eigene Herz in Seine Hände.
Das folgende Gedicht entstand in einer stillen Kirche, vorm Tabernakel.

Übereignung

Ich gehöre Dir längst, weil Dir alles gehört,
Der Himmel, die Sterne, das Leben.
Ich hab Deinen Ruf, die Berufung, gehört –
Was Du mir gabst, will ich Dir geben:

Mein Dichten und Denken, mein Wollen und Sein
Und all mein Können und Haben,
Und mehr als Du gabst: die Sünden, den Schein –
Nimm es an als kostbare Gaben.

Du gabst mir mein Herz. Ich geb es zurück,
Es soll nur für Dich noch schlagen.
Es hat ein paar Flecken, und fehlt ein Stück.
Doch was Du verlangst, kann es wagen.

© Claudia Sperlich

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Hörnchen und Mäuschen in Gesellschaft

Heute kappte ich den wuchernden Parthenocissus, des Glaubens, auf diese Weise werde den Mäusen wohl der Weg zum Balkon abgeschnitten. Keine Viertelstunde später sah ich dies!
Eine besonders liebevolle Gesellschaft ist es nicht zwischen Hörnchen und Mäuschen, eher wirken beide, als hätten sie den Balkon viel lieber für sich alleine. Aber niedlich sind sie. Dennoch werde ich im August wirklich mal versuchen, das Futterhäuschen mäusesicher zu machen. Denn so süß die Mäuslein sind, ich will sie nicht füttern.

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Seelenruhig fressendes Hörnchen

Mit so viel Ruhe habe ich es lange nicht photographieren können. Am Ende fand es mich zwar doch aufdringlich und lief weg – aber es ließ mir mindestens zehn Minuten und drei Nüsse lang Zeit: ein männliches Eichhörnchen mit etwas ausgefransten Ohren. Es hat wohl schon härtere Kämpfe gekannt als den um ein paar Nüsse auf meinem Balkon.

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Drei Wochen bis zur Weihe des Erzbistums Berlin!

Herz Jesu

Herz über Engeln und Mächten,
Herz, das im Dornenkranz brennt,
Herzblut des Ewig Gerechten,
Den unser Glaube bekennt!

Dornbusch an heiligem Orte,
Brennend und doch nicht verbrannt,
Wies schon zum Ewigen Worte –
Gott gab sich Moses bekannt.

Wasser, aus Felsen geflossen,
Hat unsern Durst einst gestillt.
Alter Bund wurde beschlossen,
Neuen Bund zeigte das Bild.

Wasser und Blut aus der Seite,
Dornen auf göttlichem Wort –
Herr, durch Dein Leiden geleite
Uns an den seligen Ort.

© Claudia Sperlich

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Maria Magdalena

Melodie: Wohl denen, die da wandeln (GL 543)

Sie kam zum Grab am Morgen
und fand die Stätte leer.
Sie suchte Ihn voll Sorgen,
das Haupt von Tränen schwer.
Da trat Er unerkannt zu ihr,
sie hielt Ihn für den Gärtner:
„Zeig Du den Herren mir!”

Als Er beim Namen nannte,
die Ihn gesucht so bang,
und als sie Ihn erkannte
an Seiner Stimme Klang,
rief sie „mein Meister” selig aus;
Er sprach: „Geh zu den Jüngern,
sag, Er geht euch voraus!”

Sie tat, wie Er ihr sagte,
und fand nur Zweifler vor.
Doch Petrus schließlich wagte
sich zu dem Grabe vor.
Er glaubte ihr und kündet‘ aus:
„Der Herr ist auferstanden!
Der Herr geht uns voraus!”

Du Frau voll großer Treue,
Marie aus Magdala,
sag du uns stets aufs Neue:
Der Herr ist wahrhaft da!
Vom Auferstandnen ausgesandt
als Botin Seiner Boten,
sag uns: Der Herr erstand!

© Claudia Sperlich

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Eberesche und Schmetterling

Die Eberesche trägt heuer zwar nicht so unfassbar üppig wie in manchen Jahren, aber immer noch sehr schön – und hat nun auch die prächtige Farbe, für die ich sie so liebe.

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Und nachdem ich kürzlich einem Freund gegenüber bejammerte, daß es in Berlin gar keine Schmetterlinge mehr gibt (und ich früher doch nicht allzu selten welche gesehen habe), flatterte heute ein Bläuling auf meinen Balkon. Nach dem sparsamen Wissen, das ich mir im Internet aneignen konnte, ein weiblicher Faulbaum-Bläuling – oder halt irgendein anderer, aber jedenfalls blau mit schwarzem Rand.

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Das ist doch ein schönes Geschenk vom lieben Himmel. Danke!

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Herz-Mariä-Andacht

Am 15. August wird das Erzbistum Berlin dem Herzen Jesu und dem Herzen Mariä geweiht. In Vorbereitung darauf stelle ich auf meinem Blog passende Gebete vor.
Die folgende Andacht habe ich nach dem Muster der Andachten im Gotteslob verfasst. Wie alle Andachten kann man sie allein oder zu mehreren beten; wenn in Gemeinschaft, ist ein Wechsel zwischen Vorbeter, Lektor und Allen sinnvoll. Gemeinden, die gut im Chorsprechen sind, können auch zwei Chöre bilden.

V Das Herz Mariä ist von Anfang an Gott in besonderer Weise zugedacht und zugewandt. Der Ewige hat es von Ewigkeit her als das Herz gewollt, unter dem Er Mensch wurde.

L Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe. Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben. Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne? Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden. Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist sie schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich. Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast. Danach verließ sie der Engel.

V Maria fragt nach, vertraut und gehorcht. In diesem klugen Gehorsam wollen auch wir uns üben und beten:

Maria, vertrauensvoll, demütig und gehorsam,

A bitte für uns.

V Maria muss unter widrigen Umständen gebären und später
mit Mann und Kind fliehen. In allen Schwierigkeiten dürfen wir uns an sie als mütterlich mitfühlende Freundin wenden und beten:

Maria, dein Herz ist voll Ruhe im Sturm,

A bitte für uns.

V „Was Er euch sagt, das tut“, sagt sie, als die Weinkrüge der Festgesellschaft in Kana leer sind. Ohne zu wissen, was Jesus tun wird, ist sie sicher: es wird das Richtige sein. Auch wir wollen Ihm so vertrauen lernen und beten:

Maria, dein Herz ist vertrauensvoll,

A bitte für uns.

V „Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte ihnen: Meine Mutter und Meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und tun.“ – Jesus hat sich von der Familie getrennt – nicht im Zorn, aber Seine Aufgaben liegen woanders. Aber Maria verlor Ihn nie ganz aus den Augen. Auch wir wollen Ihn nie aus den Augen verlieren und beten:

Maria, dein Herz hat nie aufgegeben,

A bitte für uns.

V Sie sah mit an, wie man ihren Sohn zu Tode folterte.
Wenn wir selbst leiden müssen, wenn wir unsere Lieben leiden sehen, dürfen wir beten:

Maria, dein Herz ertrug furchtbares Leiden.

A bitte für uns.

V Maria traf sich nach der Auferstehung ihres Sohnes mit den Jüngern regelmäßig zum Gebet. Sie empfing hier mit den anderen, und selbst zum zweiten Mal, den Heiligen Geist. Wir gehören zur Kirche, die damals entstand, und beten:

Maria, dein Herz schlägt für die Kirche,

A bitte für uns.

V Herz Mariä, bewahrt vor aller Sünde,
A wir verehren dich.
V Herz Mariä, demütig und gehorsam,
A wir verehren dich.
V Herz Mariä, voll Jubel über den Heiland,
A wir verehren dich.
V Herz Mariä, nach Jesus suchend,
A wir verehren dich.
V Herz Mariä, voll Vertrauen in Jesu Macht,
A wir verehren dich.
V Herz Mariä, verwundet vom Kreuzestod deines Sohnes,
A wir verehren dich.
V Herz Mariä, Mutterherz der Kirche,
A wir verehren dich.
V Herz Mariä, stärker als jeder Drache,
A wir verehren dich.
V Herz Mariä, voll Liebe für alle Menschen,
A wir verehren dich.

V Vater im Himmel, Du hast Marias Herz vor der Sünde bewahrt.
Herr Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, Du hast unter Marias Herz gewohnt.
Heiliger Geist, Du hast Marias Herz mit Jubel erfüllt.
Dreieiniger Gott, wir danken Dir. Sei gepriesen in Ewigkeit.

A Amen.

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Herz-Jesu-Andacht

Am 15. August wird das Erzbistum Berlin dem Herzen Jesu und dem Herzen Mariä geweiht. In Vorbereitung darauf stelle ich auf meinem Blog passende Gebete vor.
Die folgende Andacht habe ich nach dem Muster der Andachten im Gotteslob verfasst. Wie alle Andachten kann man sie allein oder zu mehreren beten; wenn in Gemeinschaft, ist ein Wechsel zwischen Vorbeter, Lektor und Allen sinnvoll. Gemeinden, die gut im Chorsprechen sind, können auch zwei Chöre bilden.

V Jesu Herz ist von Anfang an allen Menschen zugewandt. Er liebt uns von ganzem Herzen. Er wurde für uns Mensch mit einem großen Herzen, Er tat nichts nur halbherzig. Sein Herz steht für uns offen. Sein Herz wurde verletzt durch die Sünde, durchbohrt von der Lanze, aber es schlägt unversehrt und ewig im Auferstandenen.
Bei Jesaja lesen wir: Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!
Jesus spricht uns immer wieder Mut zu – Er, wahrer Mensch mit einem schlagenden Herzen, wahrer Gott in Ewigkeit. Er mahnt uns, unser Herz zu hüten, und Er gibt uns Kraft dazu.

L Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen! Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. 
Mt. 6,19-21

V Maria bewahrte die Worte, die über ihren Sohn gesagt wurden, in ihrem Herzen. Sie dachte nach über das Gesagte und bewahrte es wie einen Schatz. Auch unsere Herzen wollen Raum sein für die Kunde von Jesus.
Herr Jesus, Sohn der Jungfrau Maria,

A bilde unser Herz nach Deinem Herzen.

V Jesus sagt uns zu, daß nicht einmal ein gewaltsamer Tod uns von Gott trennen kann – nur der Hochmut, der sich absichtlich von Gott trennt, ist furchtbar. Gott kennt uns haarklein, und Er liebt uns vollkommen. Wir liegen Ihm am Herzen. Ihm wollen wir vollkommen vertrauen.
Herr Jesus, Du sitzt zur Rechten des Vaters,

A bilde unser Herz nach Deinem Herzen.

V Jesus sagt: Frieden hinterlasse Ich euch, Meinen Frieden gebe Ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe Ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. (Joh. 14,27) Er gibt nicht Waffenstillstand oder politische Raison, sondern Frieden, Barmherzigkeit und Liebe, damit wir friedvoll, barmherzig und liebevoll werden können.
Herr Jesus, Friedensfürst,

A bilde unser Herz nach Deinem Herzen.

V Jesus kennt Todesangst und Trauer. Er bittet den Vater um Verschonung – und Er sagt gleich darauf: Aber nicht, was Ich will, sondern was Du willst. Er überwindet Seine Angst, indem Er dem Willen des Vaters gehorcht. Auch wir wollen uns freiwillig dem Willen Gottes unterwerfen.
Herr Jesus, wahres Paschalamm,

A bilde unser Herz nach Deinem Herzen.

V Petrus hat den Herrn dreimal verleugnet. Der Auferstandene verlangt von ihm keine andere Buße, als dreimal zu bekennen: Herr, ich liebe Dich. Jede Sünde hat ihren Grund in mangelnder Liebe, und das ehrliche Bekenntnis „Herr, ich liebe Dich“ entfernt unser Herz von der Sünde.
Herr Jesus, verzeihender Heiland,

A bilde unser Herz nach Deinem Herzen.

V Der Herr sagt: Fürchtet euch nicht! – Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Mt. 28,20)
Die Hostie, Christi lebendiger Leib, Sein schlagendes Herz, steht vor uns in der Monstranz. Es ist der Herr! Er schaut uns an und lässt Sich anschauen von uns – wir sehen das Herz Gottes vor uns. Er nährt uns mit Sich selbst in der Eucharistie, und selbst wenn wir die Eucharistie nicht empfangen können, dürfen wir Ihn in der Messe und bei der Eucharistischen Anbetung schauen, wir dürfen Ihm nah sein vor dem Tabernakel.
Herr Jesus, leiblich hier anwesend,

A bilde unser Herz nach Deinem Herzen.

V Herz Jesu, voll Liebe für alle Menschen,
A erbarme Dich unser.
V Herz Jesu, für uns von der Lanze durchbohrt,
A erbarme Dich unser.
V Herz Jesu, voll Güte und voll Geduld,
A erbarme Dich unser.
V Herz Jesu, Du sühnst unsre Sünden,
A erbarme Dich unser.
V Herz Jesu, ewig schlägst Du für uns,
A erbarme Dich unser.
V Herz Jesu, Du schenkst uns Verzeihung und Frieden,
A erbarme Dich unser.
V Herz Jesu, Du kennst all unsre Nöte,
A erbarme Dich unser.
V Herz Jesu, nimm uns im Tod in Dir auf,
A erbarme Dich unser.
V Herz Jesu, Du schenkst uns das Leben,
A erbarme Dich unser.

V Vater im Himmel, Du hast uns in Deinem Sohn das Herz aller Herzen gegeben.
Herr Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, in Deinem Herzen dürfen wir Trost und Geborgenheit finden.
Heiliger Geist, Du erfüllst unsere Herzen mit Liebe.
Dreieiniger Gott, wir danken Dir. Sei gepriesen in Ewigkeit.

A Amen.

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Herzen

„Ich brauche keine Kirche, weil ich Jesus in der Natur finden und ansprechen kann!“

So oder ähnlich liest man es immer wieder.

Ich bin in der Kirche, weil Gott mich vorzeiten in der Natur angesprochen hat – und zwar ohne daß ich danach gefragt oder auch nur damit gerechnet hätte. Also der, der einst zu Petrus sagte: „Du bist der Fels, und auf diesen Felsen baue ich Meine Kirche.“ Er sagte zu Petrus nicht: „… Meinen Wald.“ Denn der war ja schon geschaffen. Und Er sagte zu mir nicht: „Du hast vollkommen recht.“ Sondern Er machte mir klar, daß Er recht hat, nicht ich.

Natürlich kann man überall, auch im Wald, in der Wüste, in den Bergen und im Stadtpark, beten. (Übrigens auch an weniger romantischen Orten, z.B. im Großmarkt, auf der Autobahn, im Arbeitsamt. Das sagt nur keiner, der einem gerade klarmachen will, das Gebet im Walde sei ausreichend.) Man darf auch überall damit rechnen, eine Antwort zu bekommen. Leider muss man auch überall damit rechnen, daß ein anderer als Gott antwortet. Das muss nicht gleich der Satan sein (kann allerdings); öfter ist es das eigene Herz.

Aber es heißt doch „Hör auf dein Herz“! – Noch so ein schlechter Ratschlag, der sehr oft gerade von der Fraktion kommt, die ausschließlich im Grünen betet. Arglistig ohnegleichen ist das Herz und unverbesserlich. Wer kann es ergründen? heißt es bei Jeremia – vielleicht ein bißchen pessimistisch, aber im Grunde richtig. Wer hat sich nicht schon mal zu seinem eigenen Schaden so richtig fett selbst betrogen, weil er auf sein in dem Augenblick sehr dummes, gieriges und besserwisserisches Herz gehört hat? Gefängnisse und Entzugskliniken sind voll mit Menschen, die in einem ungünstigen Moment auf ihr Herz und nichts anderes hörten. Mein eigenes Herz ist vielleicht nicht immer arglistig, aber jedenfalls handfest bescheuert. Ohne Gottes Weisung rennt es in die Irre.

Deshalb ist es gut, sich an die zwei Herzen zu wenden, die keinerlei schädliche Neigungen haben – das Herz Jesu und das Herz Mariä. Deshalb ist es sinnvoll, das ganze Erzbistum Berlin mit seiner großen, tendenziell arglistigen, unverbesserlichen und unergründlichen Hammelherde (zu der ich zähle) dem Herzen Jesu und dem Herzen Mariä zu weihen. Das wird unser Erzbischof am 15. August tun. Bereiten wir uns betend und meditierend darauf vor. Dann tut Gott, was wir selbst nicht können: Er verbessert unsere Herzen. Er allein kann das.

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