Hörnchen vor der Kamera

Zur Zeit kann man wirklich jede Aufheiterung brauchen. Beispielsweise ein fressendes Hörnchen.

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Wichtige Mahnung

Bei allem Unheil, allem Hass, aller Trauer der letzten Tage und Wochen, bitte nicht vergessen, was ein Berliner an einen reizlosen U-Bahn-Eingang schrieb:

DENK MA AN DIE LIEBE

Ja bitte. Denkt dran. Sie ist zweifellos die Stärkere.

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Hörnchen auf dem Friedhof

Auf dem Friedhof einfach schauen. Nachdenken. Beten für die vielen Toten, bekannte und unbekannte. Gott kennt sie alle. Er gebe ihnen Frieden.

Und dann sind da auch die ganz lebendigen Hörnchen. Hier sind sie fast zutraulich – aber dennoch ist nur ein Bild halbwegs gelungen. Sie sind eben sehr schnell! Dieses Kerlchen wollte wohl zeigen, daß auch einem Hörnchen ein Denkmal gebührt. Gerne!

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Ecclesia patiens

Eigentlich wollte ich nie mehr eine Erklärung schreiben, was die katholische Kirche meint, wenn sie vom Fegefeuer oder Purgatorium spricht. Dies „Eigentlich“ nehme ich mir immer um Allerheiligen und Allerseelen herum vor, wenn in den sozialen Medien wieder einmal vehement behauptet wird, diese Feiern seien ein „unbiblischer Totenkult“. Aber ich halte mich nie an dies Vorhaben.

Gestern, zu Allerheiligen, haben wir der Seelen gedacht, die bereits in Gottes Herrlichkeit sind. Zugleich haben wir bedacht, daß alle Menschen zur Heiligkeit berufen sind und daß der Schlüssel, um diesem Ruf zu folgen, die Liebe zu Gott ist.

Heute beten wir für jene Seelen, die bereits ganz eindeutig auf dem Weg in die himmlische Herrlichkeit sind, aber noch nicht ganz dort angekommen. Das Fegefeuer ist ein Reinigungsort (oder besser „-zustand“), in dem die Seele von allem befreit wird, was als Folge der Sünde noch beschwerend an ihr haftet. Ich habe das in einem Gedicht versucht nachzuvollziehen:

 Purgatorium
 
 Meine Sünden ziehen Bahnen,
 weiter, als ich sehe,
 Folgen kann ich kaum erahnen,
 bis ich vor Dir stehe.
 
 Jeden werd ich sehen, jeden,
 den ich je verletzte,
 den mein Gift geschliffner Reden
 je ins Unrecht setzte,
  
 Jeden auch, dem ich versagte
 seinen Teil der Gaben,
 jeden, über den ich klagte,
 ohne Grund zu haben,
  
 Jeden, den ich falsch gerichtet,
 vorschnell ausgeschlossen,
 den mein Leichtsinn hat vernichtet,
 dessen Blut geflossen,
  
 Jeden, den ich zwang zu dulden
 Worte oder Taten,
 Jeden, der durch mein Verschulden
 selbst in Schuld geraten...
  
 Herr, ich darf schon heute wissen:
 Du wirst mir vergeben.
 Doch erst wird mein Herz zerrissen -
 und dann kann ich leben. 

aus: Claudia Sperlich, Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015

Es ist also eine hoffnungsvolle Vorstellung! Witzig und verständlich erklärt ist das Purgatorium auf diesem Youtube-Video.

Zum Vorwurf, das Gebet für Tote sei unbiblisch, weise ich auf folgende Bibelstelle hin: 2 Makk. 12,39-45 – dort wird ausdrücklich von einem Sühnegebet und -opfer gesprochen, das für tapfere, aber mit Sünde beladene Gefallene vollbracht wird. Kernsatz: „Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke, für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren Sünden erlöst werden. Sofern der Mensch sich nicht vor seinem Tod in freier Entscheidung gänzlich von Gott abgekehrt hat, ist das Gebet für den Verstorbenen sinnvoll.

Und wenn der Verstorbene, für den wir beten, längst im Himmel bei Gott ist? Oder aber leider in der Hölle? Auch dann gehen Gebete nicht verloren. Gott wird ein Gebet, das dem, für den es gebetet wird, nicht mehr nützen kann, doch zu etwas Sinnvollem machen – das dürfen wir Ihm zutrauen.

 Allerseelen
 Melodie: Befiehl du deine Wege
  
 Die Seelen, die voll Bangen,
 den Sinn zu Dir gekehrt,
 nach Dir, Herr Gott, verlangen,
 doch noch von Schuld beschwert,
 noch büßen alten Schaden,
 noch leiden am Gericht –
 nimm sie zu Dir in Gnaden,
 heb sie hinauf ins Licht!
 
 Geht unser Weg zu Ende
 mit unbeglichner Schuld,
 so reich auch uns die Hände
 In Güte und Geduld.
 Mach unsre Schluchten eben,
 mach uns für Dich bereit!
 Dann schreiten wir ins Leben,
 zum Leben ganz befreit. 

© Claudia Sperlich
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Zum Hochfest Allerheiligen

… zunächst mal wieder ein Choral von mir.

Melodie: GL 499; alternativ: GL 395

Ihr seid in Gott geborgen,
Gehüllt in Gottes Licht,
In ewgem Ostermorgen
Schaut ihr des Herrn Gesicht.
In Liebe ohne Grenzen
Lebt ihr in Ewigkeit,
Und eure Seelen glänzen
Von Gottes Heiligkeit.

Ihr weist auf Jesu Leben,
Ihr seid der Kirche Licht.
Helft uns in Tun und Streben
Zu Mut und klarer Sicht.
Helft uns in unsern Leiden,
In Irrtum, Krankheit, Not.
Seid bei uns, wenn wir scheiden,
Und helft zu gutem Tod.

Ihr habt schon überschritten
Die Schwelle in Sein Land;
Ihr Heiligen, wir bitten,
Nehmt ihr uns an der Hand.
Wenn dann in Gottes Klarheit
Der ewge Tag anbricht,
Sind wir in Seiner Wahrheit,
Im goldnen Gotteslicht. 

© Claudia Sperlich

Sodann ein Auszug aus meinem Vortrag „Wer braucht überhaupt Selige und Heilige?“ – zugleich ein Hinweis, daß auch dieser Vortrag wiederholbar ist:

Leider gibt es ein fast unfehlbares Rezept in sieben Schritten, wie man nicht heilig wird:

  1. Vermeide jeden Anflug von Humor! Religion ist eine ernste Sache!
  2. Glaube keine Aussage über Gott oder die Letzten Dinge, wenn der Sprecher nicht im Ruf der Heiligkeit steht! Sie kann auf keinen Fall stimmen!
  3. Fürchte den Teufel und weise immer wieder (gelegen oder ungelegen) darauf hin, wie leicht man in der Hölle landen kann! Prüfe die Gewissen der anderen. Deins kennst du ja schon.
  4. Erfülle deine religiösen Pflichten mit großem Eifer und in der Haltung eines Grundschülers, der Fleißkärtchen sammelt!
  5. Je mehr Gläubigen – Laien ebenso wie Würdenträgern bis hinauf zum Papst – du mangelnde Katholizität bescheinigst, desto besser. Der eigentliche Experte für rechtgläubiges katholisches Christentum bist du.
  6. Solltest du Glaubenswahrheiten erkennen, die sich aus Bibel und katholischer Tradition nicht ableiten lassen, freu dich deiner besonderen Erkenntnis. Wer diese Erkenntnis nicht hat (also jeder andere), steht nicht in der vollen Gnade.
  7. Wenn dies alles dich noch nicht aus der Kirche vertrieben hat, kann mit Gott etwas nicht stimmen. Kündige Ihm.

Soweit die Sieben Schritte weg von der Heiligkeit. Aber, Dank sei Gott, gibt es auch eine kurze Zutatenliste zur Heiligkeit. Dabei kommt Gottes Gnade in jedem Fall gratis dazu:

  1. Freue dich, daß du Christ bist. Gott liebt dich, liebe Ihn wieder.
  2. Beichte und Eucharistiefeier sind beliebig oft wiederholbar. Mach Gebrauch davon. Man muss nicht erst sein letztes Hemd verzockt oder einen Lynchmord gebilligt haben, um zu beichten. Der Leib des Herrn ist ein Heilmittel für Sünder, und man tut gut daran, ihn häufig zu empfangen.
  3. Sei wirklich Christ in Wort und Tat. Wie das geht, findest Du in Bibel und Katechismus. Die Heiligenviten sowie Chesterton und Adrienne von Speyer geben auch gute Hinweise.
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Ein sehr alter Heischebrauch

Wie jedes Jahr am Vorabend zu Allerheiligen (engl. All Hallows‘ Eve, verkürzt über Hallow’e’en zu Halloween) zanken sich Christen aller Konfessionen mit- und untereinander, ob der von irischen Katholiken nach Amerika exportierte und dort säkularisierte Heischebrauch teuflisch, dämonisch, völlig egal oder eigentlich katholisch sei.

Daß das Schnorren von Süßkram zu Halloween auf einen christlichen Heischebrauch zurückgeht, ist oft genug plausibel erklärt; ich werde daher von weiteren Erklärungen absehen. Stattdessen zitiere ich einen mittelalterlichen Vagantendichter, den Archipoeta. In seiner Bitte zu Allerheiligen, um 1158 an seinen Gönner Rainald von Dassel gerichtet, bittet er zwar nicht um Süßkram, aber um einen Mantel und Schuhe. In meiner Übersetzung aus dem Lateinischen:

 Hoher Kanzler, größer bist du als andre Männer,
 wie die Sonne Himmelslicht, bist du Licht der Kirche
 durch der Klugheit Glanz, mit der Klugen du vorangehst.
  
 Singen wollen wir dein Lob, da vom hellen Glanze  
 deines Lichtes wird erhellt Kaiser Friedrichs Sinnen,
 und wir tun es gerne, da du ein heitrer Geber.
  
 Hoch durch Adel der Geburt und durch edle Sitten,
 nennt in Menschenkünsten und Gotteswissenschaften
 keiner jemals dich gering, Größter aller Reinen.
 
 Starker du und weiser Mann, du folgst nicht dem Glücke,
 bist im Unglück voll Geduld, demutsvoll im Reichtum,
 alles machst du gut und gehst auf dem rechten Wege.
  
 Übertriffst, gleich Cicero, des Odysseus Rede,
 arglos wie die Taube, wirst keinen du betrügen,  
 klüger als die Schlange, wirst du getäuscht von keinem.
  
 Mehr als Alexander, machst du den Feind zunichte,
 sanfter noch als David, wirst du geliebt von allen,
 auf gerechtes Bitten gibst edler du als Martin.
  
 Was du immer rätst, geschieht in des Reichs Geschäften,  
 ohne deinen Rat läßt du durchaus nichts beginnen.
 Kraft verleih der Römerfürst solcherlei Gefährten!
  
 Heute noch bestünden ja Mailands Festungsmauern,
 und der Kaiser wär im Krieg siegreich nicht vorm Feinde,
 gäbe Gottes Gnade nicht dich ihm zum Gefährten.
  
 Kölns Erwählter, glänzenden Lobes bist du würdig,
 ich in meiner großen Not lobe nackten Fußes -
 das beklage heute ich vor den Heilgen allen.
  
 Allerheiligen wird heut feierlich begangen,
 jeder Feiernde legt an vornehme Gewänder -
 nur der Sänger steht entblößt vor dem Hohen Kanzler.
 
 Da der Dichter nicht allein Rhythmenmaß ersonnen,  
 sondern, da er gänzlich arm, auch die Weise setzte,
 hat ein Kleid er wohl verdient und auch einen Mantel.

aus: Claudia Sperlich, Archipoeta, tredition 2015 
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Müssen wir Weihnachten retten?

Meine spontane Reaktion auf die Überschrift mehrerer Kirchenblätter „So retten wir Weihnachten“ war: Nö, Weihnachten rettet uns. Genauer: Der menschgewordene Gott rettet uns, nicht wir Ihn.

Selbstverständlich kann bei ausreichender Unvernunft – also wenn genügend Menschen mit Symptomen zur Arbeit gehen, wenn genügend Parties mit mindestens hundert Teilnehmern gefeiert werden, wenn dabei wenig gelüftet und viel getanzt und geplaudert, besser noch gesungen wird, wenn in Kaufhäusern ausreichend gedrängelt wird und möglicherweise auch bereits, wenn genügend unbewusst Infizierte beim wöchentlichen Gemeindekaffee dicht beieinander sitzen und wegen der Kälte die Menschen länger sitzen und die Fenster geschlossen bleiben, wenn danach genügend innige Familientreffen stattfinden – zu Weihnachten ein strenger Lockdown beschlossene Sache sein. Wenn es so hart kommt, wird aber das Ausfallen der Christmette unser geringstes Problem sein.

Ich hoffe sehr, daß wir Weihnachten in der Kirche feiern können. Allerdings wird es mit Sicherheit eine stillere Weihnacht als sonst, kürzer, (fast) ohne Gemeindegesang, nicht so gedrängt voll. In „meiner“ Gemeinde sind zwei Christmetten geplant, nicht nur eine. Es wird dringend nötig sein, mehrere Helfer zu beauftragen, die die Kommunion zu den Kranken bringen (bzw. zu denen, die wegen einer schweren Vorerkrankung besser zu Hause bleiben). Die Christmetten werden in zahlreichen Gemeinden – auch in Heilig Kreuz, Berlin-Wilmersdorf – gestreamt.

Wir werden uns zur Christmette und zum Weihnachtsgottesdienst wärmer anziehen müssen – denn die Kirchentür bleibt offen, wegen der Belüftung. Wir werden uns nach der Christmette nicht zum Krippenschluck im Pfarrsaal treffen. Wir werden nach dem Gottesdienst nach Hause gehen.

Und wenn doch alles abgesagt wird? Dann werden viele – so hoffe ich – am Computer eine gestreamte Christmette mit Zelebrant, wenigen Ministranten, Lektor, Organist und Kantor verfolgen und mitbeten. Das ist nicht Dasselbe, aber es ist viel besser als gar nichts (wie wir von Ostern 2020 wissen können).

Alte Menschen, die keinen Computer haben, werden mit Rundfunk- oder Fernsehgottesdiensten vorlieb nehmen müssen. Ich hoffe, daß auch im schlimmen Fall eines Lockdowns erlaubt sein wird, ihnen unter bestimmten Sicherheitsvorkehrungen die Kommunion zu bringen und ihnen wenigstens kurz Gesellschaft zu leisten. Weihnachten ist für alleinstehende Kranke immer eine schwierige Zeit; heuer stehen wir vor besonderen Herausforderungen bezüglich Solidarität und Nächstenliebe gegenüber den Einsamen. Denken wir an die verbleibenden Möglichkeiten: Telephon, Brief, Päckchen. Und natürlich vor allem: Gebet. Man kann auch am Telephon gemeinsam beten!

Mal angenommen, wir werden Weihnachten allein zu Haus verbingen: Machen wir uns einen guten Plan. Verabreden wir weihnachtliche Konferenzen im Internet. Machen wir die Wohnung weihnachtlich schön, auch als Singles, dann erst recht! Nehmen wir uns Zeit für Gebet, Gesang, Musikhören, Lesen, Gespräch mit Freunden. Schreiben wir Briefe. Malen wir Bilder. Basteln wir Sterne.

Und denken wir an die Armen, die Einsamen, die Obdachlosen, die Gefangenen – all jene, die es zu Weihnachten immer härter trifft als andere und diesmal besonders hart. Geben wir gern: Geld, Geschenke, Zeit, Liebe. Aber bitte keine Viren! Tragen wir Maske und halten Abstand.

Vor die Weihnachtsfreude hat Gott den Advent gesetzt, Zeit der Umkehr und Besinnung. In diesem Jahr ist die Adventszeit lang – sie beginnt in vierzig Tagen, am 29. November. Nutzen wir sie gut. Fasten, beten, Almosen geben ist die bewährte Trias der Bußzeiten. Maulen, Meckern und Jammern gehören nicht dazu.

Kürzlich ging ein Artikel durchs Netz, in dem behauptet wurde, das wahrscheinliche coronabedingte Ausbleiben der Weihnachtsmärkte werde psychische Probleme zur Folge haben. Bei mir hätte das definitiv eine psychische Entlastung zur Folge. Eine Psyche, deren Wohlbefinden von Dauergedudel, bratfettgeschwängerter Luft und zusätzlichem Gedrängel abhängt, in einem Menschen, der dies für das Wesen der Weihnacht hält, ist vielleicht schon längst nicht mehr ganz gesund.

Es wird ein seltsames Weihnachtsfest, anders als gewohnt, sicher wehmütig, vielleicht mit mehr Tränen als sonst. Aber der Kern des Festes ist und bleibt wie immer die Freude selbst: Jesus ist in die Welt gekommen, der Christus hat uns erlöst. Was ist Corona dagegen?

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Liebe Hirten!

Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht, Er herrscht mit starkem Arm. Siehe, Sein Lohn ist mit Ihm und Sein Ertrag geht vor Ihm her. Wie ein Hirt weidet Er Seine Herde, auf Seinem Arm sammelt Er die Lämmer, an Seiner Brust trägt Er sie, die Mutterschafe führt Er behutsam. (Jes. 40,10-11)

Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. (Joh. 10,1-5)

Ein Hirt hat also seine Schafe zu kennen. Nach dem Vorbild des Herrn hat er ihnen liebevoll zu helfen. Er hat sie vor Wölfen zu schützen, und er darf den Wölfen nicht ähnlich werden.

Nun gehe ich nicht so weit, Euch mit Wölfen gleichzusetzen. Ein Wolf weiß ja, was ein Schaf ist, und hat durchaus Interesse an ihm, wenn auch auf andere Weise als der Hirte. Ich möchte auch nicht pauschalisieren, unter Euch sind wundervolle Männer, die ihr Amt der Seelsorge und Lehre sehr ernst nehmen. Aber mir scheint, je größer die Euch anvertraute Herde ist, desto mehr vergesst Ihr, was ein Schaf ist. Würde ein kleiner Außerirdischer zu einem deutschen Bischof sagen „Bitte zeichne mir ein Schaf“, so bekäme er womöglich nicht zur Antwort „Ich kann nicht zeichnen“, sondern „Ein was?“ – und dann, nach geduldiger Erklärung, daß es sich um ein herdenbildendes Nutztier zur Woll-, Milch- und Fleischgewinnung handelt, das übrigens sehr niedliche Junge hat und in der christlichen Ikonographie eine bedeutende Rolle spielt, käme die Antwort: „Wenden Sie sich bitte an den Praktikanten.“ Vielleicht auch käme die abgeklärt-spöttische Bemerkung, die Metaphern einer spätantiken Hirtengesellschaft seien dem modernen Christen eben nicht mehr verständlich (mit der heimlichen Schlussfolgerung, die Hammelherde müsse man eben allein lassen).

Mir scheint, je höher Euer Rang und Eure Besoldung und je größer Euer Bistum ist, desto weniger Ahnung habt ihr von Schafen. Ihr kommt nicht durch die Tür, Ihr steigt auch nicht als Diebe oder Räuber durchs Fenster, sondern Ihr wisst nicht mal, wo der Schafstall steht.

Bitte interessiert Euch wieder für die Herde. Guckt nach, wie Schafe aussehen, wie sie Laut geben, wie sie sich bewegen, lernt ihre Verhaltensweisen kennen (sie sind Euren Verhaltensweisen nicht mal so unähnlich).

Ich als Schaf im Dienst des Bistums weiß sehr genau, wovon ich rede, und grüße Euch mit einem herzlichen

Määääh.

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Bekennermasken

Eine liebe Freundin schickte mir diese Masken mit Kreuz und Ichthys:

Dankeschön! Da wird das Maskentragen gleich viel schöner.

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Hörnchen an Schnittlauch

… gab es bei mir heute Mittag. 

Nein, nicht was der geneigte Leser jetzt denkt. Beides, Schnittlauch und Hörnchen, sind am Leben und, soweit ich das beurteilen kann, wohlauf. Auf meinem Balkon lebt es sich ziemlich gut.

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