Allerseelen auf dem Friedhof Stubenrauchstraße

Auf dem Friedhof für die Seelen der Verstorbenen beten ist nicht nur eine schöne Sitte, es tut auch der eigenen Seele gut.

Die Friedhofskapelle.

Hier ist ein Gräberfeld von Zivilisten des II. Weltkrieges.

Mit Halina war ich als Kind befreundet. Wir haben uns dann aus den Augen verloren, und vor einigen Jahren fand ich ihr Grab. Sie war über sechs Jahre jünger als ich.

Columbarium

Zwei Brunnen mit Treppen, damit durstige Tiere nicht ertrinken.

Chrysantheme, Hortensie und Rose

Grabmäler, Kreuze und Engel

Bewuchs

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Allerseelen

Melodie: Befiehl du deine Wege

Die Seelen, die voll Bangen,
den Sinn zu Dir gekehrt,
nach Dir, Herr Gott, verlangen,
doch noch von Schuld beschwert,
noch büßen alten Schaden,
noch leiden am Gericht –
nimm sie zu Dir in Gnaden,
heb sie hinauf ins Licht!

Geht unser Weg zu Ende
Mit unbeglichner Schuld,
So reich auch uns die Hände
In Güte und Geduld.
Mach unsre Schluchten eben,
Mach uns für Dich bereit!
Dann schreiten wir ins Leben,
Zum Leben ganz befreit.

© Claudia Sperlich
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Namenstag für alle!

Heute ist Allerheiligen, das heißt, die katholische Kirche gedenkt aller bekannten und unbekannten Heiligen. In den letzten 2000 Jahren wurde vermutlich auch jemand mit Ihrem Namen in Gottes Himmel aufgenommen – also können Sie aus statistischen Gründen mit Fug und Recht Ihren Namenstag feiern.

Ich jedenfalls freue mich, daß nicht nur Claudia und Johanna (meine Vornamen) gleich mehrere himmlische Namensträger haben, sondern auch Martin, Julius, Otto, Cornelia, Marcus, Wolfgang, Pauline, Bela, Gregor, Mireille, Peter, Thomas, Tobias, Susanne, Bernadette, Gideon, Maria und andere. 2004 verzeichnete das Martyrologium Romanum 6650 Heilige und Selige sowie 7400 Märtyrer, die namentlich nicht bekannt sind, deren Martyrium aber verbürgt ist (z.B. aus Berichten über Christenverfolgungen, bei denen es nur heißt „XY und Gefährten“ mit einer ungefähren Angabe, wie viele Menschen damals um Christi willen getötet wurden). Die Kirche erhebt aber damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit der Liste. Einerseits sind seither noch zahlreiche Heilige hinzugekommen. Andererseits dürfen wir selbstverständlich davon ausgehen, daß es viel, viel mehr Heilige als Heiligsprechungen gibt.

Einer, von dem ich ganz sicher bin, daß er als Heiliger im Himmel ist, starb vor einigen Jahren als treues Mitglied der Gemeinde Maria unter dem Kreuz in Berlin. Er hatte seine demente Frau hingebungsvoll gepflegt und zog die Kraft dazu aus seinem Glauben und der Stärkung durch die Sakramente. Außerdem war er ehrenamtlicher Küster, solange sein zuletzt sehr kranker Körper das noch zuließ. Er erlaubte sich selbst erst zu sterben, als seine Frau in einem sehr sorgfältig ausgesuchten Pflegeheim war, sie sich ein wenig eingelebt hatte und die Kinder der beiden versprochen hatten, sie regelmäßig zu besuchen. Ich habe wenige Menschen kennengelernt, die zugleich so liebevoll, so sozial und so fromm waren wie er und eine so bodenständige Vernunft hatten. Ein Seligsprechungsverfahren wurde nicht eingeleitet – auch weil es, so weit ich weiß, kein durch seine Fürsprache bewirktes Wunder gibt. Aber das ändert nichts daran, daß ich ihn in Gottes Herrlichkeit vermute und mich keine Sekunde wundern würde, wenn er für andere Menschen immer wieder bittet.

Alle Menschen sind zu Heiligkeit berufen. Was wir aus diesem Ruf machen, liegt bei uns und an unseren Anlagen. Es gibt so verschiedene Heilige wie den schroffen Athanasius und den Spaßvogel Philipp Neri, die intellektuelle Teresia Benedicta a Cruce und die schlichte (keineswegs dumme!) Bernadette Soubirous. Und es gibt die Unzähligen, die keiner mehr kennt und von denen keiner annimmt, daß sie in dieser leuchtenden Schar sind.

Jeder Heilige ist ein Grund zur Freude.

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Noch eine katholische Zeitschrift

Hier ist die Herbstnummer der katholischen Zeitschrift durchblick. Der Artikel auf S. 22 über Engel in der Bibel ist von mir.

Und im nächsten durchblick – in der Winternummer – schreibe ich über das Angelusgebet.

Der durchblick kostet nichts, ist als pdf ebenso erhältlich wie aus Papier und bringt viel. Schön, daß ich jetzt auch dabei bin.

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Was habe ich eigentlich gegen Interkommunion?

Also dagegen, daß Protestanten in einer katholischen Messe auch die Eucharistie empfangen können?

Vorab: Protestanten (und Muslime, Jesiden, Atheisten etc.) sind in der katholischen Kirche herzlich willkommen, solange sie sich an die Hausregeln halten (wovon man bei den meisten ausgehen kann). Also: wer – aus purer Neugier oder mit echtem Interesse am katholischen Glauben und Ritus oder weil er gerade irgendeinen Ort des Trostes und der Ruhe sucht – eine katholische Messe oder einen Wortgottesdienst mit Kommunionausteilung besucht, ist grundsätzlich willkommen!

Aber der Empfang der Eucharistie ist an bestimmte Regeln gebunden. Katholiken glauben, daß hier wirklich Jesus Christus leiblich anwesend ist, in der Gestalt von Wein und Brot, aber ganz Er. Darauf geht der ganze Ritus der Messe hin. Wenn der Priester oder Kommunionhelfer die Kommunion spendet, spricht er: „Der Leib Christi.” Darauf antwortet der Empfänger: „Amen.” (Das läßt sich übertragen mit „So ist es, so soll es sein”.)

Das heißt: Wenn jemand die Eucharistie empfängt, ohne den zentralen Glauben der katholischen Kirche zu bejahen, dann schwindelt er. Er macht sich selbst und anderen etwas vor. (Das gilt übrigens auch für Katholiken, die diese Glaubensinhalte nicht teilen wollen!)

Ich habe großen Respekt vor den meisten Menschen, gleich was sie glauben (und wo ich ihn nicht habe, ist das eher mein Mangel als der eines anderen). Ich kann keinem Menschen, ob ich ihn respektiere oder nicht, anraten oder zumuten wollen, sich und anderen etwas vorzumachen. Ich kann nicht wollen, daß jemand lügt, noch dazu in einer so großen Sache. Deshalb halte ich es für richtig, daß die katholische Kirche keine Interkommunion vorsieht.

Kürzlich wurde mir mit vielen Bibelzitaten und großer Gesprächigkeit erklärt, daß Jesus ja niemanden ausgeschlossen hat. Ich möchte nun nicht geradezu Ausdrücke wie Schlangenbrut, Heuchler, übertünchte Gräber u.ä. benutzen, geschweige denn von Mühlsteinen reden. Aber wer die Evangelien kennt, muss auch wissen, daß der Herr hin und wieder recht exklusive Dinge gesagt hat. Ich gehe davon aus, daß Er damit genau so recht hatte wie mit allem anderen auch.

Meist kommt übrigens die Forderung nach „Interkommunion jetzt” von Seiten, die die katholische Kirche gar nicht mögen. Und da frage ich irritiert: Würden Sie sich bei einem Ihrer Ansicht nach absolut gräßlichen, chauvinistischen Nachbarn mit Gewalt zum Essen einladen, wenn der ausdrücklich sagt, Sie dürfen den Garten angucken, aber von Buffet und Grill lassen Sie bitte die Finger?

Es gibt Fälle, in denen ich Interkommunion in Ordnung finde. Die SELK (Selbständig evangelisch-luterische Kirche) hat ein so ähnliches Eucharistieverständnis wie die katholische Kirche, daß ich da keinen Grund gegen die Interkommunion sehe. Auch wenn jemand auf dem Weg zur Konversion zum katholischen Glauben ist, ein ganz katholisches Eucharistieverständnis hat und sich sehr nach der Eucharistie sehnt, könnte man das vielleicht gewähren. Aber das ist meine persönliche Meinung – und die ist im Zweifelsfall immer erheblich unter der katholischen Lehre angesiedelt.

„Darf ich?” ist übrigens immer der bessere Anfang als „Ich will aber!”

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Jesus und Bartimaios, von einem Straßenhändler beobachtet

Der Fremde war in Jericho gewesen.
Mein Laden ist am Stadtrand. Als Er ging,
wollt ich ihn sehen, vielleicht gar noch hören.
Nicht ich allein. Ihm folgten viele Menschen,
und viele strömten zu Ihm, teils aus Neugier
und teils weil sie auf Seine Hilfe hofften,
und manche nur, um Ihm ein Bein zu stellen.

Schräg gegenüber meinem Laden sitzt
ein blinder Bettler, immer dort, schon lange,
die Mutter Jüdin und der Vater Grieche,
Timaios oder so. Des Bettlers Namen
hab ich noch nie gehört, ist auch nicht wichtig.
Er sitzt halt dort und bettelt jeden Tag.

„Der Rabbi Jeschua!” „Der Meister!” „Ein Betrüger!”
„Man muss Ihn hören!” „Sollte ihn verhaften!”
Von vielen Jubel, und von manchen Flüche.
Und plötzlich laut: „Sohn Davids! Hab Erbarmen!”
Das kam von Bartimaios an der Ecke.
Sohn Davids, dachte ich, der traut sich was,
der blinde Bettler, wie ein Schriftgelehrter,
will er denn den Messias selbst erkennen?

Schon zischte man ihm zu: „Sei still, du Bettler!”
Da schrie er überlaut: „Sohn Davids! Jeschua!
Erbarme Dich! Sieh meine Not, Sohn Davids!”

Und dieser Jeschua blieb einfach stehen,
zehn Schritte vor dem Bettler, sagte etwas
zu Seinen Jüngern, und die riefen
laut durcheinander: „Komm, hab keine Angst,
der Meister will dich sehen, Mut, komm her!”

Und dieser Blinde, der sonst immer stillsitzt,
nur vorsichtig und tastend kommt und geht,
der springt jetzt auf, verheddert sich im Mantel,
wirft ihn beiseite, stolpert durch die Menge,
erreicht den Meister, steht vor Ihm und tastet,
und der lässt von dem Bettler sich berühren
und fragt ganz ruhig: „Was willst du, daß ich tue?”

Was ist das für ein Mensch? Er lässt den Blinden
allein und hilflos durch die Menge stolpern
und fragt ihn dann noch, was er von Ihm will?

Doch Bartimaios scheint das nicht zu stören.
Er sprudelt: „Meister, ich will sehen können!”
Und dieser Jeschua tut einfach nichts,
und sagt nur: „Geh! Dein Glaube rettet dich!”

Ganz ohne Handauflegen, ohne Formel,
„dein Glaube rettet dich” - und Bartimaios
reißt plötzlich weit die Augen auf, und dann
schlägt er entsetzt die Hände vor die Augen,
zieht sie dann langsam weg und blinzelt scheu
und öffnet wieder Mund und Augen, lacht,
sieht um sich auf die Straße und die Menschen,
die Buden und die Waren und die Bäume,
auf eine Katze, die sich von ihm streicheln ließ,
und wieder auf den Meister und die Jünger.

„Sohn Davids! Bitte – lass mich mit Dir gehen!”
Der nickt und legt den Arm auf seine Schulter,
gemeinsam gehen sie aus Jericho.

Vielleicht ist Er ja wirklich der Messias.

© Claudia Sperlich
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Lessingbrücke

Die Bilder sind schon einige Tage alt, vermutlich hat der Sturm heute ziemlich viel von der Herbstpracht weggeputzt. Diesen Blick von der Lessingbrücke genieße ich fast jeden Samstag, wenn ich zu Freunden nach Tegel radle.

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Manchmal schreibe ich Satire.

Weil aber dies das Internet ist und manche Leute gerne hier lesen, aber durchweg alles ernst nehmen, was ich schreibe (was mir wiederum irgendwo auch schmeichelt), gibt es dann ein tag (Stichwort unter dem Text) „Satire“.

Liebe Leser, wenn Ihr hier etwas lest, was Ihr absolut hanebüchen und erschreckend findet, ohne daß ich dazuschreibe, daß ich es auch hanebüchen und erschreckend finde, guckt unter dem Text, ob da „Satire“ steht.

Steht da nicht „Satire“, könnte es sich um Ironie handeln – ist aber eher selten so. Oder ich hab den tag vergessen. Oder ich meine es tatsächlich ernst.

Dieser kurze Text ist keine Satire, sondern ein Hinweis. Todernst. Den Unterschied merkt man beim Vergleich. Hier sind Satiren.

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Technische Errungenschaft aus Pavoralia

Der Nationale Technikpreis wird im Kleinstaat Parovalia jährlich im Oktober vergeben. Diesmal bekam ihn der 24jährige Student der Ingenieurswissenschaften Bastian Eller für das Wifüsti.

Hier Herrn Ellers Beschreibung:

Das Wifüsti ist ein an jedes Baby individuell anpassbares Gerät, das vermittels Geruchs- und Lärmsensoren „weiß“, wann das Kind eine frische Windel braucht, gefüttert oder gestillt werden muss. Er besteht aus drei Teilen. Der Wifüsti-Gurt, ein ultraleichter, hautfreundlicher und atmungsaktiver Sensorengürtel, wird dem Kind angelegt. Mit diesem wird es ins Kinderbett gelegt. An das Kinderbett wird mit einer Clipvorrichtung die Wifüsti-Muschel angebracht, eine Schale mit ausfahrbaren absolut kindersicheren und berührungsfreundlichen Armen. Die Arme sind mit einem Kunststoff überzogen, der sie Frauenarmen hinsichtlich Berührung und Geruch sehr ähnlich macht. Sie sind in verschiedenen Hautfarben erhältlich. Unter dem Bett steht der Wifüsti-Eimer mit automatisch auf- und zugehendem blick- und geruchsdichten Schiebedeckel. In die Schale integriert sind Abteilungen mit Windeln, Feuchttüchern, Babynahrung und Fläschchen.

Der Prototyp ist leider noch nicht fähig, dem Kind einen Strampler anzuziehen; er kann aber zudecken. Hierfür gibt es je nach Raumtemperatur verschieden stark wärmende, ultraleichte und atmungsaktive Decken.

Das Wifüsti wurde an hundert Versuchspersonen vier Wochen lang täglich zwischen sechs und zehn Stunden getestet. Fünfzig davon waren Kinder alleinerziehender Mütter, bei den anderen fünfzig arbeiteten beide Eltern. Alle Eltern gaben an, das Kind sei vollkommen ruhig gewesen, als sie nach Hause kamen. Ärztliche Untersuchungen ergaben keine Auffälligkeiten an den getesteten Kindern.

Aus der Laudatio der Ministerin für Familie, Jugend und Sprot, Frau Mimosa Streng:

Endlich eine praktikable Möglichkeit, Arbeit und Kinder vollkommen zu vereinen! Besonders für Frauen ist dies ein wichtiger Schritt zur Freiheit. Ich werde mich dafür einsetzen, für Alleinerziehende und Eltern in prekären Situationen Finanzierungshilfen für das Wifüsti bereitzustellen.

Aus einer Glosse der katholischen Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Martha Jukunda:

Na toll. Nachdem es sich nicht als praktikabel erwiesen hat, einfach alle Kinder von Leuten, die keine reichen Erben sind, vorgeburtlich zu beseitigen, hat man jetzt einen Weg gefunden, daß die armen, armen Arbeitgeber dennoch nicht auf ihre Lohnknechte verzichten müssen.

Clemens Fortis, Vorsitzender der Lebensrechtsbewegung „Vivat Vita”, rief auf „Maria TV“ sowohl Eltern als auch Babysitting-Willige eindringlich dazu auf, sich in der spendenbasierten Babysitter-Agentur dieser Bewegung zu melden. Er brach den Appell abrupt ab mit den Worten „Und jetzt entschuldigen Sie mich, die Kleine weint und meine Frau ist einkaufen. Die Nummer ist eingeblendet. Schsch, Engelchen, Papa kommt ja.“

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Seid Personenschützer!

Personenschutz ist die Gewährleistung der persönlichen Sicherheit einer schutzwürdigen Person (Schutzperson) vor Angriffen (Entführung, Attentat etc.) durch Dritte. … Personenschützer werden auch Leibwächter oder anglizistisch als Bodyguard bezeichnet. Aufgrund der hohen Personalkosten kommen Personenschützer in der Regel nur für wohlhabende, bedeutende oder unmittelbar bedrohte Personen (Politiker, Wirtschaftsführer, Stars, Kronzeugen, Mafiabosse) zum Einsatz.

Wikipedia

Der Begriff Person wird in unterschiedlichen Bereichen verschieden interpretiert. In der Umgangssprache ist Person jeder Mensch durch seine spezifischen Eigenschaften, besonders die charakterlichen Merkmale. Im Christentum bezeichnet Person 1. die drei Wesenheiten des einen Gottes, also Vater, Sohn, Geist; 2. die unsterbliche Seele des Menschen, 3. jeden Menschen, unabhängig von Entwicklungsstand und anderen Parametern.

Es gibt Versuche, das Personsein abhängig zu machen von der Fähigkeit, eigenständig zu denken und zu handeln. Das Problem dabei ist, daß das zum Personsein notwendige Maß an Eigenständigkeit nicht verbindlich festgelegt werden kann. Damit wäre strittig, ob ein genialer Mathematiker, dessen Überleben von ständiger maschineller und menschlicher Hilfe abhängt, noch Person ist oder nicht mehr – zweifellos eine absurde Fragestellung.

Das Christentum sieht als Person bereits die befruchtete Zelle an, als kleiner Organismus mit allen Anlagen ausgestattet, die sich nach Möglichkeit zur Persönlichkeit entfalten sollen. (Allerdings steht das Person-Sein über der Persönlichkeit; ein Mensch ist immer Person, auch wenn er zu früh stirbt, um Persönlichkeit auszubilden und zu werden, oder wenn ihm die geistigen Anlagen dazu fehlen.) Diese Person gilt es in allen Stadien der Entwicklung zu schützen! Denn bedroht ist sie von unbarmherzigen Personen, die das Menschenleben in den ersten neun Monaten zur Disposition stellen wollen. Weicht die kleine Person von der Norm ab oder passt sie gerade nicht recht, soll ihre Beseitigung nach Ansicht vieler Personen zum Recht werden.

Personenschützer für diese sehr jungen Personen können weder auf Lohn noch auf Gefahrenzulage hoffen. Die Arbeit ist dafür sehr vielfältig – geduldige Beratung, Zuhören und materielle Hilfe für Mütter in Not und die Schaffung einer kinderfreundlichen Umgebung gehören dazu ebenso wie ständige Aufklärung über die eigentlich bekannte Tatsache, daß eine befruchtete menschliche Eizelle nichts anderes sein kann als ein Mensch im frühen Entwicklungsstadium.

Ein besonderer Vorteil dieser Abteilung des Personenschutzes ist, daß man nicht nur schwarze Anzüge und schußsichere Westen tragen kann; beides ist in den Sommermonaten sehr unangenehm. Auch auf Schießtraining kann man verzichten. Beten sollte man aber können, und wer mit Kindern spielen, Tee kochen und Kuchen backen kann, ebenso wer Schwangeren in Not geduldig zuhören kann und zur Organisation und Beschaffung von echter Hilfe für Mutter und Kind bereit ist, erhöht seine Chancen als Personenschützer.

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