Rosenkranz-Workshop: Erster Tag

Gestern Abend begann mein Rosenkranz-Workshop im Kleinen Pfarrsaal von St. Marien, Bergheimer Platz. Der erhoffte Andrang blieb aus – es kamen zwei Interessierte, eine aus dieser Gemeinde, einer fuhr dafür quer durch Berlin.

Kein Grund zur Enttäuschung! Die beiden sind mit dem Rosenkranz seit langem vertraut, nur einen selbstgemachten hatten sie noch nicht. Ich konnte mir also über die Hälfte der einführenden Worte sparen und sagte nur ein bißchen etwas über die Geschichte des Rosenkranzes (die spannend genug ist und in der Regel falsch dargestellt wird).

Dann zeigte ich den beiden, wie man knüpft, half hier und da ein bißchen, und wir saßen ganz gemütlich zusammen und stellten jeder einen Rosenkranz her. Dabei sprachen wir über unsere Erfahrungen mit dem Rosenkranz. Und zuletzt beteten wir ein Gesätz.

Das war so schön, daß beide sagten, sie wollen nächsten Dienstag noch einen Rosenkranz knüpfen. Also disponiere ich um. Eigentlich hatte ich mir den Ablauf so vorgestellt:

Erster Tag – Rosenkranz wird vorgestellt und geknüpft, ein Gesätz wird gebetet
Zweiter Tag – evtl. unfertige Rosenkränze fertigstellen; gemeinsames Rosenkranzgebet
Dritter Tag – Gemeinsames Rosenkranzgebet, Austausch über den Workshop

Nun sieht der Plan so aus:
Zweiter Tag – wie erster: Rosenkranz wird geknüpft; wer dazukommen mag, macht mit. Ein Gesätz wird gebetet.
Dritter Tag – Nach Absprache: Entweder ein weiterer Rosenkranz wird geknüpft und ein Gesätz gebetet, oder wir basteln nicht und beten den ganzen Rosenkranz. (Ich vermute nach der schönen Erfahrung von gestern, es wird die erste Option.)

Die Frau aus unserer Gemeinde war noch heute morgen ganz begeistert, hat bereits dem Pfarrer weitergesagt, wie schön das war – und auf jeden Fall wird dieser Workshop wiederholt. Eventuell könnte ich ihn in dieser oder ähnlicher Form einmal im Quartal machen, oder an nur einem Tag einmal monatlich, und eventuell könnte der Veranstaltungsort auch wechseln.

Ich empfehle den Rosenkranz durchaus auch Menschen unter Fünfzig. Bereits das Herstellen hat etwas Meditatives und ist zugleich ein schönes Erfolgserlebnis. Ich empfehle das ausdrücklich auch Jugendlichen. Für die Firmvorbereitung wäre es auch eine gute Idee.

Berliner Gemeinden, die Interesse daran haben, können mich gerne ansprechen.

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Überfall auf Schwangerenberatung

In der Nacht zum Montag wurde in das Berliner Büro der Beratungsstelle „Pro Femina“ eingebrochen (Bericht hier). Es wurde aus dem Motiv der Feindseligkeit erheblicher Sachschaden angerichtet.

Auf Indymedia gibt es ein anonymes Bekennerschreiben:

von: anonym am: 07.10.2019 – 09:40

Einbruch bei Pro Femina e.V. – Für den Feminismus!

Seit Juni 2019 befindet sich der Heidelberger „Lebensschutzverein“ Pro Femina e.V.“/1000plus als dritte Niederlassung in Deutschland in der Adenauerstr. 1, 10557 Berlin.

Dieser Verein gibt vor, ergebnisoffene Beratungen für schwangere Frauen* anzubieten, die sich im Schwangerschaftskonflikt befinden. Recherchen zeigten, dass diese Beratungen manipulativ und keinesfalls ergebnisoffen sind. Starke Zweifel der Frauen* wurden ignoriert und medizinisch nicht anerkannte psychische Folgeschäden eines Schwangerschaftsabbruchs aufgeführt. Es wurde sogar Geld dafür angeboten, dass Kinder zur Welt gebracht werden1.

Wir haben am Wochenende des 5./6.10 das Büro des Vereins Pro Femina am Adenauerplatz am Ku’damm besucht. Wir brachen in das Gebäude ein, zerschlugen die Scheiben im 3. Stock, hinterließen einen zugeschmierten Flur mit Farbe und Buttersäure und den Spruch „Pro Choice!“ dazu verklebten wir das Schloss.

Fangen wir mit dem Absender an: Da zeigt jemand* klares Täterwissen und ist leider zu feige, seinen* Namen zu nennen. (Mit dem Sternchen am Pronomen deute ich an, daß ich ihn* soweit ernst nehme, anzunehmen, er* könnte auch eine Frau* sein.)
Wenn der Feminismus es nötig hat, daß in seinem Namen ein Einbruch verübt wird, muss der Feminismus ja eine ziemlich schlappe Nummer sein. Als selbstbewußte Frau sage ich: Ich verwahre mich gegen sinnlose Gewalt im Namen meiner Rechte. Meinen Rechten und meiner Würde hilft es ganz und gar nicht, Rechte und Würde anderer Leute anzugreifen.

Der Ausdruck „Lebensschutz“ bzw. „Lebensschützer“ ist ursprünglich ein Spottwort gegen Lebensrechtler, das von der Lebensrechtbewegung selbst adaptiert wurde. Es ist nicht sinnvoll, ihn in Anführungszeichen zu setzen. Entweder man gibt zu, daß Lebensrechtler Leben schützen, mithin auch Lebensschützer genannt werden können, oder man gibt zu, ein Spottwort zu benutzen, dann braucht es aber auch keine Anführungszeichen.

1000plus genießt einen guten Ruf bei zahlreichen glücklichen Müttern, die mit ihren Ängsten und Zweifeln genau dorthin gegangen sind. Es sieht ganz danach aus, als ob gerade Pro Femina diesen Frauen zuhört und sie ernst nimmt – statt ihnen den Schein geradezu aufzudrängen, was leider an vielen anderen Beratungsstellen geschieht.

Daß Pro Femina Schwangere nicht mit wohlfeilen Worten abspeist, sondern dort, wo es nötig ist, auch mit Geld hilft, scheint dem* Anonymen besonders schändlich zu sein. Natürlich haftet dem Geld nicht zu Unrecht ein Odium des Ungerechten, Bösen an. Aus Erfahrung weiß ich aber, daß es auch ziemlich schlecht ist, keines zu haben. Wenn man noch dazu für ein kleines Wesen zu sorgen hat, ist Geld eine durchaus wünschenswerte Sache. Pro Femina hilft also Frauen, die diese Hilfe dringend benötigen, auch mit Geld. Neidisch, Anonymum?

Hört zu, Anonyme: Ihr habt das Gebäude nicht „besucht“, sondern heimgesucht. Ein Besuch ist eingeladen, das wart Ihr nicht. Ihr habt euch aufgeführt wie die Berserker, und nun gebt Ihr damit an, aber so mutig, Eure Namen und Adressen zu nennen, seid Ihr nicht. Und da soll ich Euch glauben, daß es Euch um irgendjemandes Rechte, Verteidigung, Freiheit oder was auch immer geht? Nein – Euch geht es um Randale und Ruhm in den Kreisen, die Euch dafür bejubeln.

Ich hoffe sehr, daß die Mitarbeiter von 1000plus/Pro Femina ihr Büro bald wieder ungestört nutzen können – und daß keine Schwangere in Not jemals einem der Täter* begegnet.

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Wir brauchen nicht noch ein Schisma!

Mir langt das jetzt mal mit den Zwonull-Mariechen, den ewigen Forderungen nach Priesterinnen und nach der Aufgabe moralischer Grundsätze. Es langt mir!

Neulich bejubelte die Kirchenzeitung Aachen eine Aktion im Kielwasser dieser Bewegung, bei der ganze 250 Frauen und Männer in Mönchengladbach für eine „geschlechtergerechte“ Kirche demonstrierten, indem sie sich in Form des Venus-Zeichens (Kreis mit Kreuz darunter) aufstellten. Das ist eine kleine, aber symptomatische Aktion. Die Mariazwonullerinnen sind durchaus weiter aktiv. Von zahlreichen Geistlichen, auch Bischöfen, wird diese Bewegung unterstützt.

Es geht angeblich um Gleichberechtigung. Dabei wird so getan, als dürften Frauen in der Kirche schier gar nichts. Als gäbe es keine Katechetinnen, keine Rendantinnen, keine Pfarrsekretärinnen, keine Theologinnen (mit und ohne Lehrstuhl), keine Ordensschwestern und -gründerinnen, keine weiblichen Vorsitzenden katholischer Vereine. Als hätten katholische Mütter, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen, Forscherinnen usw. nicht ganz erheblichen Einfluss auf die Kirche – unter anderem den, ob mündige und gebildete Katholiken von ihrer Religion noch Gebrauch machen oder nicht.

Es geht immer wieder darum, daß Frauen „nicht dienen“ wollen, daß sie an der „Macht“ teilhaben wollen. Nun sind Christen geschlechtsübergreifend dazu verpflichtet, zu dienen. Macht ist in der Bibel (AT und NT) keine legitime Befugnis des Menschen.

Zugleich wird in dieser Bewegung immer wieder eine Abkehr von der katholischen Sexuallehre gewollt, bis hin zur freien Verfügbarkeit der Frau (das bedeutet nämlich Sex außerhalb der Ehe in Wirklichkeit), und ich fürchte, in Teilen dieser Bewegung selbst bis hin zur freien Verfügbarkeit des Lebens Ungeborener. Mich kotzt das an.

Es wird immer klarer, daß gewisse Teile des deutschen Katholizismus eine deutsche Sonderkirche wollen mit Verehrung einer Maria, die sich irgendwo zwischen Muttergottheit und sozialistischer Vorsitzender bewegt und mit einem Jesus, der alles OK findet, wenn wir es nur wirklich gerne machen.

Zwar fürchte ich, daß die Abspaltung einer Feministischen Laissez-Faire-Kirche nicht mehr aufzuhalten ist, es sei denn, der Herr kommt vorher wieder (also sehr bald, worauf ich auch aus anderen Gründen hoffe). Aber selbst wenn es zu einer Spaltung kommt, wird die Römisch-Katholische Kirche nicht untergehen.

Ihr fordert das Recht, Priesterinnen zu werden? Fordert Ihr nur. Ich aber bitte um die Möglichkeit ungestörter Gottesdienste für lehramtstreue Katholiken. Die Versuche der Zweinullerinnen, Messfeiern für ihre Forderungen und Demonstrationen zu missbrauchen, haben daher zu unterbleiben. Wer sich immer wieder auf den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes beruft, darf ruhig auch mal das im selben Grundgesetz verbriefte Recht auf ungestörte Religionsausübung zur Kenntnis nehmen. Sich in irgendeiner Form auf irgendeine Straße – sofern sie nicht der Kirche gehört – zu stellen, ist natürlich erlaubt, aber dabei kirchenferne Aussagen zu treffen und sich zugleich als die eigentlich wahre Kirche zu gerieren, ist peinlich doof.

Wer unbedingt ein Schisma will, solls halt machen, aber dann auch ganz. Dann redet auch nicht mehr mit uns und auf uns ein. Tut nicht so, als wärt Ihr die Kirche. Baut Eure eigenen Tempel und nennt sie nicht katholisch. Lasst uns in Ruhe, Ihr Frauen und Männer und Diverse von Maria 2.0 und Umgebung.

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Dies Land

Zu einem hohen Feiertag dieses Landes und am Abend eines wirklich schönen Tages hole ich ein älteres Gedicht wieder vor.

Dies Land ist meine Heimat, wird es bleiben,
so weit ich heimisch sein kann auf der Erde.
Kein Recht, kein Unrecht, keine Drohgebärde
und keiner Staatsmacht nörgelnde Beschwerde
wird mich – so hoffe ich – aus ihm vertreiben.

Dies Land mit seinen Kirchen, seinen Städten,
mit seiner Sprache, die mein Denken prägt –
an dessen Wurzeln dumpfe Herrschsucht sägt,
und dessen Zweige Gängelei zerschlägt,
ist mein. Hier will ich dichten, dienen, beten.

Dies Land bedroht die Kranken und die Alten,
und macht es leicht, die Kinder zu ermorden.
Das wird geduldet von Regierungshorden,
das Unrecht ist schon fast zum Recht geworden
und wird vielleicht schon bald für Pflicht gehalten.

Gedankenfreiheit heißt: Man macht sich keine.
Verachtet wird, was dem Erwerb nicht nützt,
der Schwache wird vom Starken nicht gestützt,
das Kind im Mutterleib bleibt ungeschützt –
in diesem Land hat Sinn der Zweck alleine.

Hier will ich liebend schreiben, handeln, leben
nach eignem Denken, Glauben und Gewissen,
nicht glattgehobelt – lieber noch zerrissen,
will keine Regenbogenfahnen hissen
und der Beliebigkeit mich nicht ergeben.

Ich will im lauen Einheitsbrei nicht treiben,
nicht buckeln vor den Besserwisserscharen,
will helfen, Menschenleben zu bewahren,
nicht Worte, Taten und Gebete sparen.
Dies Land ist meine Heimat, wird es bleiben.

© Claudia Sperlich

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Vortrag in Potsdam: Schön wars!

Gestern durfte ich in der Arche Potsdam meinen Vortrag „Warum es keinen katholischen Priesterinnen gibt“ vor einer Menge interessierter Hörer halten. Auch die anschließende Diskussion war erfreulich. Für mich war eigentlich schon vorher, nun aber eindeutig klar, daß ich diesen Vortrag noch öfter halten werde.

Neben reichlichem Applaus bekam ich vom Veranstalter einen hübschen Blumenstrauß, einen schönen Kunstkalender und ein Buch von Fulton Sheen: Kalvarienberg und Meßopfer. Das freut mich besonders, ich kenne von Sheen bisher nur Zitate und bin gespannt auf die Lektüre.

Wie beinahe immer, ging es hinterher noch zum Italiener. Zum krönenden Abschluß wurde ich auch noch bis fast vor die Haustür chauffiert! Das war eine rundum gelungene Veranstaltung.

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Marsch für das Leben und Protest gegen das Lebensrecht

Gestern war ich wieder einmal als Ordnerin beim Marsch für das Leben. Es begann wieder mit einer Kundgebung, bei der u.a. der Passauer Bischof Stefan Oster sprach – sehr gut, sehr ruhig und sehr ermutigend. Am meisten Eindruck machte mir allerdings eine Dichterin, die ein sprachlich sehr gelungenes und anrührendes Gedicht über einen Jungen vortrug, der mit dem Down-Syndrom zur Welt kam – eine frohe, zugleich realistische und liebevolle Hymne an dies besondere Leben, offenbar autobiographisch geprägt.

Da ich weit hinten stand, hatte ich keinen Blick auf die Bühne, und so bekam ich nicht mit, daß während einer anderen Rede einige Spinner die Bühne stürmten und dort Randale machen wollten. Ich bekam es wirklich nicht mit, weil der Redner es schaffte, so zu tun, als ob nichts wäre. Er sprach einfach weiter, während Polizisten in Zivil (tja, damit hatte die Gegenseite nicht gerechnet) die Störer mit sachlicher Ruhe von der Bühne entfernten.

Das Gegröhle war die gewohnte Hintergrundmusik, diesmal konnte man aber dennoch alle Reden gut verstehen.

Ein Passant mit englischem Akzent sprach mich in völliger Arglosigkeit an, ob das hier die Wahlveranstaltung der AfD sei – irgendwelche Leute hätten ihm gesagt, so etwas finde hier statt. Er konnte es diesen „irgendwelchen Leuten“ offenbar nicht so ganz glauben. Mit einer Mühe blieb ich ruhig und sagte, nein, dies sei eine nicht parteiliche, von Christen organisierte überkonfessionelle Veranstaltung für das absolute Lebensrecht. Das schien ihn zu freuen. Den „irgendwelchen Leuten“ sage ich hier: Eine Lüge wird nicht gut davon, daß sie frech, dumm und verleumderisch ist.

Der Marsch setzte sich in Bewegung, und ich hatte ein bißchen mehr als ich wollte damit zu tun, die Bürgersteige für die Polizei freizuhalten. (Hinweis für alle, die das nächste Mal kommen wollen: Bitte haltet die Bürgersteige für die Polizei frei. Vor allem, wenn eine nette Ordnerin mit grüner Weste und Armbinde euch darum bittet.)

Die Gegenseite brachte eine Sitzblockade zustande, was uns einen längeren Aufenthalt an der schönen Spree eintrug. Leider wurde das zum Problem für eine alte Dame, die nicht so lange stehen konnte. Ich half ihr, sich auf die Bordsteinkante zu setzen. Hinweis an die Störer: Ihr habt es geschafft, einer gebrechlichen Frau ein echtes Problem zu machen – und mir zu einem wirklich netten Plausch mit dieser Dame zu verhelfen. Sie ist noch immer, weit über das Rentenalter hinaus, als Lehrerin für Behinderte tätig. Soviel zum ewigen Vorwurf, Lebensschützer kümmern sich nicht um bereits Geborene.

Während der Blockade wurde viel gesungen – „Großer Gott, wir loben Dich“ gehört zum Standardrepertoire des MfdL, ebenso „Lobe den Herrn, meine Seele“. Vielleicht merkt es ja mal einer der Störer: Christliche Lebensrechtler sind Leute, die, wenn man ihnen Schwierigkeiten macht, bleiben und Gott preisen.

Die Sitzblockade wurde endlich aufgelöst. Die Route wurde nun etwas geändert, d.h. verkürzt, um den Abschlussgottesdienst zur geplanten Zeit halten zu können.

Ich hatte mehrere sehr schöne Begegnungen – und ich glaube, so ging es jedem Teilnehmer. Einige Freunde fand ich in dem Getümmel leider nicht, obwohl sie dabei waren – bei achttausend Menschen kein Wunder.

Die Presse ist unterirdisch wie gewohnt. Ja natürlich sind 8000 „über Tausend“ oder „mehrere Tausend“, aber das macht solche Angaben nicht wirklich redlich. Der rbb schreibt „Da es in der Vergangenheit immer wieder zu Zwischenfällen zwischen den Gruppen kam, war die Polizei mit mehreren Einsatzkräften vor Ort.“ Das insinuiert, als seien die „Zwischenfälle“ von beiden Gruppen, dem MfdL und den Gegendemonstranten, gleichermaßen ausgegangen – und das ist erwiesenermaßen eine dreiste Lüge. Seitens des MfdL war alles friedlich.

Ich ging vor dem abschließenden Gottesdienst, sehr erschöpft und sehr zufrieden. Wir Lebensrechtler können Präsenz zeigen, können unsere Meinung sagen, wir werden wahrgenommen.

Realistische Berichterstattung gibt es z.B. auf kath.net und EWTN und mit Sicherheit peu à peu auf den üblichen verdächtigen Blogs.

Begonnen und beendet habe ich den Tag in der Kirche – bei und mit Gott, der über allem Leben steht. Ich kann das nur empfehlen, gerade bei anstrengenden Tagen mit hohem Nerv- und einem gewissen Gefahrenpotential. Er hat mich die Spinner am Rande mit Gelassenheit sehen lassen. Er kann auch ihnen Einsicht verleihen.

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Tradition in Pavoralia

Im Kleinstaat Pavoralia fand gestern der traditionelle Umzug der Wahlfreiheit statt. Es handelt sich dabei um eine Veranstaltung, bei der eine bunt gekleidete Menschenmenge jubelnd durch die Straßen hüpft, um der Regierung für die Aufhebung des unbedingten Lebensrechtes zu danken. In früheren Jahren bezog sich diese Dankprozession nur auf die Legalität der vorgeburtlichen Tötung; heuer wurde bei der Kundgebung zum ersten Mal auch ein inniger Dank für die Erlaubnis, alte Menschen zu töten, ausgesprochen.

Wie immer standen am Rand des Umzuges Christen mit weißen Kreuzen, die singend und betend um Vergebung für die ihrer Ansicht nach irregeleiteten Demonstranten flehten. Auch wenn das Bespucken und Beschimpfen von Christen sich gesetzlich noch in einer Grauzone befindet, wurde es fleißig praktiziert und geduldet, da es ebenfalls traditionell verankert ist.

Beat Agnellus, der Bischof von Pavoralia, äußerte gegenüber einem Interviewer: „Wir werden weiter gegen diesen Irrsinn gewaltlos auf die Straße gehen, und wir werden weiterhin Schwangeren ebenso wie Alten unsere Hilfe anbieten. Unser Schutzhaus ist zwar nicht besonders groß, aber wir sammeln für Verbesserung und Anbau, und wir helfen rund um die Uhr.“

Das Interview wurde dann abgebrochen, weil einer der Demonstranten auf einen älteren Rollstuhlfahrer spuckte und Beat Angnellus dem Geschädigten mit Papiertaschentüchern und tröstenden Worten zur Seite stand.

Auf der abschließenden Kundgebung sprach der Vorsitzende der Sozialistischen Internationalen Partei Pavoralia (SIPP), Herr Timor Injust. Unter anderem sagte er: „Das Recht auf Freiheit vom Leben, auch vom Leben des anderen, wird nur in Pavoralia in vernünftiger Weise gewährt und geregelt. Dafür haben wir allen Grund zum Dank und zum Jubel! Allerdings ist auch das pavoralianische Recht noch ausbaufähig hinsichtlich schweres Leid verursachender, unheilbar Kranker. Wir bleiben dran!“

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Kreuz. Siegeszeichen.

Tropaion – Wendepunkt

In alten Zeiten wurde
nach jeder gewonnenen Schlacht
ein Pfahl in die Erde gerammt,
dort, wo der Feind floh,
am Wendepunkt, am Tropaion,
ein Querholz, daran gehängt
Wappnung und Rüstung des Feindes,
daß alle es sehen:
Hier wurde der Feind besiegt.

Für alle Zeiten wurde
ein Pfahl in die Erde gerammt,
Scheinsieg des Feindes,
ein Querholz, daran gehängt
der Herr, belastet von allen
Waffen des Feindes:
Sünde und Schuld und Tod.

Entscheidung auf Golgotha,
der Feind ist geflohen,
am Wendepunkt steht das Kreuz,
Siegeszeichen, verdunkelt
vom nährenden Blut des Siegers.

Wir schauen darauf
und wissen, Er ist erstanden,
Er hat für immer gesiegt.

© Claudia Sperlich

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Kreuzerhöhung

Kreuzerhöhung
Melodie: Singt dem König Freudenpsalmen

Jesus ist für uns gegangen
durch die Folter, Hohn und Spott.
Einsam litt in Todesbangen
der Lebendige, der Gott.
Den Gerechten zu ermorden,
ragt das Kreuz in Weltennacht.
Da ist Lebensbaum geworden,
was zur Todesqual erdacht.

Alle Todesschatten schwanden,
Gott erweckte seinen Sohn.
Unser Herr ist auferstanden,
und das Kreuz ist Jesu Thron.
Alte Schulden sind vergeben,
jeden reißt Er aus dem Tod!
Als ein Zeichen für das Leben
ragt das Kreuz im Morgenrot.

Jesu Kreuz stellt tausend Fragen,
gibt die Antwort gleich darauf.
Jesu Liebe will uns tragen,
Jesus trägt uns Liebe auf.
Nur die Liebe kann erreichen
allen Lebens Ziel und Sinn.
Als das größte Liebeszeichen
weist das Kreuz auf Jesus hin.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte. Gedichte, tredition 2015

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Für das Leben!

Am Sonnabend, 21. September 2019, findet der 15. Berliner Marsch für das Leben statt.

Ein schöner Auftakt zu diesem Tag ist das Requiem für die Ungeborenen in St. Marien, Behnitz 9, 13597 Berlin (Spandau), um 10.00 Uhr.

Der Marsch für das Leben beginnt um 13.00 Uhr mit der Kundgebung vor dem Reichstag in Berlin (Platz der Republik, 10557 Berlin). Anschließend geht es höchstens 5 km weit und barrierefrei durch Berlin. Zum Abschluss findet ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Die Veranstaltung endet gegen 17.30 Uhr.

Ich werde auch diesmal wieder mit grüner Ordnerweste dabei sein. Mir ist der Schutz jedes Menschenlebens ein Anliegen. Ich meine damit: jedes Menschenlebens, ausnahmslos. Nicht nur jener Leben, die uns irgendwie nützlich sein könnten oder uns besonders gefallen. Ich finde deshalb auch viele Werbungen für das unbedingte Lebensrecht zwiespältig, wenn sie betonen, daß Menschen mit besonderen Schwierigkeiten liebenswert und möglicherweise auch ungeahnt tatkräftig sind. Das ist schön, aber das ist nicht alles.

Zum einen betreffen die meisten Abtreibungen völlig gesunde Menschenkinder. Zum anderen hat ein Mensch auch dann ein absolutes Lebensrecht, wenn er entstellt ist und für immer ein Pflegefall bleibt, oder wenn er ab Geburt nur wenige Stunden oder Tage zu leben hat.

Mein Einsatz für das absolute Recht auf Leben hat nichts mit Sentimentalität zu tun. Ich gehe auf die Straße, weil ich der um sich greifenden lebensfeindlichen Einstellung, man müsse „das“ doch „wegmachen“ dürfen, entgegenhalten will: Nein, man darf einen unschuldigen Menschen nicht umbringen, ganz gleich, wie ungelegen er kommt.

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