Ein Valentin wurde im 3. Jahrhundert als noch recht junger Mann Bischof von Interamna, dem heutigen Terni (Umbrien). Er bekehrte viele Menschen und wirkte mehrere Wunder. Er wurde nach Rom gerufen, um einen kranken Jungen zu heilen. Das Heilungswunder hatte wiederum zahlreiche Bekehrungen zur Folge, darunter die Verwandtschaft des Stadtpräfekten. Der ließ ihn deshalb 268 enthaupten. Er ist Schutzpatron bei Krankheiten, besonders bei Epilepsie (wie übrigens noch ein dritter Valentin, auf den ich heute nicht weiter eingehe).
Der andere Valentin, der von Rom, war ein einfacher Priester, der einen Blumengarten besaß. Er war bekannt als ein freundlicher und hilfreicher Seelsorger, der Ratsuchenden neben Trost und Hilfe gern auch eine Blume mitgab. Er traute christliche Brautpaare (die natürlich auch Blumen bekamen), darunter angeblich auch Legionäre, denen die Ehe von der heidnischen Regierung untersagt war, und wurde deshalb ein oder zwei Jahre nach Valentin von Terni ebenfalls enthauptet. Er ist der Schutzpatron der Brautpaare.
Die Legenden um diese beiden Valentins vermischten sich. Beide waren sehr beliebte Geistliche, beide wurden – im Abstand von ein oder zwei Jahren – in Rom enthauptet, beide starben als Heilige, beider gedenkt die Kirche heute. Beide starben den Märtyrertod in einer Zeit, in der Christen „eigentlich“ nicht verfolgt, aber hie und da auch ohne Prozess umgebracht wurden. Jedenfalls war das Christentum noch illegal.
Daß die Sache mit den Blumen eigentlich auf die römischen Lupercalien am 15. Februar zurückgeht, glaube ich nicht. Das klingt, auch wenn es vom Ökumenischen Heiligenlexikon rezipiert wird, viel zu sehr nach der Kopfgeburt eines Gelehrten des 19. Jahrhunderts. Die geneigten Leser wissen, was ich davon halte.
Valentin von Rom war als Priester darauf bedacht, junge Christen zu trauen, damit ihre Liebe unter Gottes Segen stand. Das war ihm mehr wert als sein Leben.




