Hildegard

Melodie: Mein schönste Zier und Kleinod (GL 361)

Ein grüner Zweig an Gottes Baum,
die Augen voll von Himmelstraum,
war Hildegard von Bingen,
von Gott gestellt in diese Welt,
zu lehren und zu singen.

Sie war nicht scheu vorm Kaiserhaus
und sprach die Wahrheit frei heraus:
Gott sollst du nie verschmähen!
Du Fürst und Knecht, gib Gott das Recht!
Auf Ihn nur sollst du sehen.

O Kraft der Weisheit, die die Welt
umschließt, behütet und erhält
mit ihren goldnen Schwingen,
so Erdenlast wie Himmelsrast
wird durch sie wohl gelingen.

Ein helles Licht voll Heiterkeit
wird strahlen in der Ewigkeit
von Gott für all die Seinen.
Die Seele hat in Gottes Stadt
ein Haus von Edelsteinen.

Von ungemessner Tiefe an
bis über aller Sterne Bahn
gehn Liebe und Erbarmen.
Die Liebe hält die ganze Welt
in ihren schönen Armen.

© Claudia Sperlich

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Kreuzerhöhung

Melodie: Singt dem König Freudenpsalmen

Jesus ist für uns gegangen
durch die Folter, Hohn und Spott.
Einsam litt in Todesbangen
der Lebendige, der Gott.
Den Gerechten zu ermorden,
ragt das Kreuz in Weltennacht.
Da ist Lebensbaum geworden,
was zur Todesqual erdacht.

Alle Todesschatten schwanden,
Gott erweckte seinen Sohn.
Unser Herr ist auferstanden,
und das Kreuz ist Jesu Thron.
Alte Schulden sind vergeben,
jeden reißt Er aus dem Tod!
Als ein Zeichen für das Leben
ragt das Kreuz im Morgenrot.

Jesu Kreuz stellt tausend Fragen,
gibt die Antwort gleich darauf.
Jesu Liebe will uns tragen,
Jesus trägt uns Liebe auf.
Nur die Liebe kann erreichen
allen Lebens Ziel und Sinn.
Als das größte Liebeszeichen
weist das Kreuz auf Jesus hin.

© Claudia Sperlich

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Wenn gute Menschen Schlechtes tun

Ich habe zwei ältere Brüder. Das ist sicher, ich kenne die beiden.

Außerdem habe ich ein weiteres älteres Geschwisterkind. Das habe ich erst als junge Erwachsene erfahren. Ob Bruder oder Schwester,  weiß ich nicht. Es wurde „weggemacht“, von einem Arzt, der wahrscheinlich sicher war, damit etwas Hilfreiches zu tun. Meine Mutter fühlte sich damals (als junge Referendarin mit zwei lebhaften Jungs und einem liebevollen,  aber noch sehr schlecht verdienenden Mann) überfordert. Sie wollte sich ein weiteres Kind nicht mit „zumuten“.

Sie war immer für ein „Recht“ auf Abtreibung,  aber sie konnte das Wort Abtreibung nie ohne den Zusatz „so etwas Schreckliches wie eine Abtreibung“ sagen. Zugleich war sie überzeugt,  daß „das“ im ersten Trimester ja „noch nicht so wirklich ein Mensch“ sei. Jedenfalls sagte sie das, aber ich glaube,  eine so kluge Frau wie sie konnte das eigentlich nicht wirklich glauben.

Ich bin eine Verhütungspanne. Nicht abgetrieben,  weil meine Mutter bereits wusste, wie schlimm so eine Prozedur für die Frau ist. 

Ich habe lange Zeit mit dem Gefühl gelebt,  ein Ersatz für mein totes Geschwisterkind zu sein. Das ist natürlich Unsinn,  ich bin ich und kein Ersatz! Aber ich weiß inzwischen,  daß dies irrige Gefühl nicht selten jüngere Geschwister abgetriebener Kinder befällt.

Ich habe meine Mutter als liebevolle, fürsorgliche und unglaublich tüchtige Frau kennengelernt. Mein Vater war ihr darin ebenbürtig. Die Ansicht, Abtreibung sei ein Recht,  macht nicht automatisch zum Finsterling! Die Ansicht ist ein gewaltiger Irrtum,  die Durchführung eine schwere Sünde,  und natürlich gibt es sehr böse Menschen,  die Abtreibungen gutheißen – aber sehr böse Menschen gibt es auch mit scheinbar entgegengesetzter Ansicht, und gute auch mit in dieser Hinsicht falschen Ansichten.  Gerade als Streiter für das unbedingte Lebensrecht müssen wir zwischen Sünder und Sünde unterscheiden und die Sünde hassen,  aber die Sünder lieben (zumal alle Menschen Sünder sind).

Bald werde ich am Marsch für das Leben teilnehmen.  Voraussichtlich werden wieder grölende Menschen diese Veranstaltung stören wollen. Ich bitte alle Lebensrechtler,  diese Menschen nicht als „die Bösen“ anzusehen.  Denken wir lieber daran, daß die meisten von ihnen außerhalb dieser Protestveranstaltung vermutlich umgängliche Leute sind, viele von ihnen liebevolle Eltern, und zwar auch dann, wenn sie nicht nur lebende Kinder haben.

Ich will Abtreibung mit nichts entschuldigen. Aber es liegt nie nur an der Mutter und oft nicht nur am Vater. Bessere Arbeitsbedingungen,  faire Bezahlung,  Krippenplätze, Babyklappen, ein besseres Adoptionsrecht, vor allem ein insgesamt gütigeres soziales Klima hätten nicht nur meinem Geschwisterkind das Leben gerettet. Und besserer Unterricht in Biologie könnte auch nicht schaden. Leben beginnt mit der Befruchtung.

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Du König,  Du Heiland

Du König über Zeit und Ewigkeit,
Du Heiland, der die Schuld auf sich genommen,
Du Bruder, der als Mensch zu uns gekommen,
Du Liebster, dessen Herz so gut und weit!

Dein Wort lässt Sturm und Krankheit von uns weichen,
Dein Licht erleuchtet unsre Lebensstufen,
Dein Herz ist allen nahe, die Dich rufen,
Dein Fleisch und Blut ist Nahrung,  nicht nur Zeichen.

Du liebst mich mehr, als alle Schriften künden,
Du lehrst mich, Wort und Tat zu Gott zu wenden,
Du führst mich in die Freiheit ohne Wehr.

Du sühntest sterbend aller Zeiten Sünden,
Du lebst und wirst das Unrecht einst beenden,
Du blühst und lockst und rufst mir zu: Komm her!

© Claudia Sperlich

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Der Mutter des Herrn zum Geburtstag

Ihr Geburtstag fällt auf einen Sonntag und wird deshalb nicht liturgisch gefeiert.  Aber privat können wir die Mutter Jesu trotzdem feiern! Und auch gegen ein Lied zum Abschluss des Gottesdienstes ist nichts zu sagen.

Melodie: Herr, heilger Liebe fester Grund

Maria, die vor aller Zeit
zur Gottesmagd erkoren,
vom Herrn im Voraus schon befreit,
in Heiligkeit geboren,
du Menschenkind, von Gott erwählt,
du Braut, dem Heilgen Geist vermählt,
von Herzen sei willkommen!

Maria, ohne Seelenpein
und ohne Dunkelheiten
trittst du ins Erdenleben ein,
lässt ganz von Gott dich leiten,
du bist der Kirche hohes Bild,
der Christen Mutter, Schutz und Schild
voll Reinheit und voll Liebe.

Maria, in der Not der Zeit
hör, wie zu dir wir flehen,
steh du uns bei in allem Leid,
hilf uns zu Christus gehen.
Maria, in der Zeit der Not
steh du uns bei zu gutem Tod,
zu Seligkeit und Leben.

© Claudia Sperlich

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Regina: Nein zur Zwangsehe, Ja zu Christus!

Die Kirche gedenkt heute der heiligen Regina. Sie lebte im 3. Jahrhundert. Ihre Mutter starb bei der Geburt; eine christliche Amme zog sie auf. Ihr Vater verstieß sie, als sie selbst den christlichen Glauben annahm. Sie bestritt ihren Lebensunterhalt als Schafhirtin und lebte als geweihte Jungfrau und Eremitin. Ein hochrangiger heidnischer Römer verliebte sich trotzdem in sie. (Wikipedia u.a. nennen hier den Prokonsul Olybrius, der aber erst im 5. Jh. lebte. Die burgundische Adaption der Legende spricht von einem Präfekten Olibrius, der sich im 3. Jh. in die Christin Margarete verliebt hatte.)

Welcher adlige Nichtsnutz bei Regina im Spiel war, wissen wir nicht – nur dass sie, ebenso wie Margarete und viele andere, als Christin der Zwangsehe widerstand und diese Weigerung mit ihrem Leben bezahlte.

Christus und kein anderer! Das mag die erst 15jährige Regina trotz Kerkerhaft und Folter und unmittelbar vor ihrer Hinrichtung gesagt haben. Sie wird bei Hautkrankheiten angerufen und ist Schutzpatronin der Hirtinnen und der Folteropfer.

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Ein Baumpilz auf dem Schillerplatz

Alarmierend gelb ist er und zersetzt einen Baumstumpf auf dem Schillerplatz in Friedenau – der Gemeine Schwefelporling (Laetiporus sulphureus). Junge Exemplare sind essbar und sollen nach Hühnchen schmecken. Diesen will ich aber auch angesichts seines Alters sowie zahlreicher Hunde, die vermutlich auch diesen Baumstumpf schon markiert haben, lieber nur angucken.

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Was der Kirche ganz sicher nicht hilft

Aufhebung des Zölibats! Frauen im Priesteramt! Ich hab es heute schon wieder gehört, nach der Messe und ohne Zusammenhang mit dieser.

Wenn es nicht langt, dass Männer zu keinem Verzicht bereit sind, dann sollen auch Frauen zu keinem Verzicht bereit sein, und dann blüht und gedeiht dadurch die Kirche – nein, das glaube ich nicht.

Und wird die Kirche wirklich größer davon, dass sie verheiratete Priester und Priesterinnen zulässt? Die Altkatholische Kirche, die seit 1872 besteht, also Zeit zur Entwicklung hatte, hat in Deutschland 60 Pfarrgemeinden, 43 Pfarrämter, 98 männliche und 11 weibliche Priester, davon 22 in Rente, und 15.396 Mitglieder (Stand: 31. Dezember 2022). In anderen Ländern sieht es noch spärlicher aus. In der Evangelischen Kirche sind Pfarrer und Pfarrerinnen von Mitgliederschwund und fehlenden Amtsnachfolgern betroffen, teilweise noch stärker als in der Römisch-Katholischen Kirche.

In zahlreichen außereuropäischen Ländern wird von Katholiken in der Regel gar nicht verstanden, was diese komischen Europäer mit ihren Forderungen nach verheirateten Priesterinnen eigentlich wollen. Wenn ich einem afrikanischen Priester sage, dass es dergleichen Forderungen hier gibt, antwortet er nur ratlos: „Aber das ist doch falsch!“ Wenn ich einer deutschen Aktivistin von Maria 2.0 oder dergleichen dies sage, höre ich die Antwort: „In Afrika ist es ja auch noch schlimmer!“ Der Leser darf beurteilen, welche von beiden Aussagen rassistisch ist.

Es wird Zeit, dass die Kirchenkritiker inner- und außerhalb der Kirchen den Kulturkampf mal ad acta legen und nachschauen, was die Römisch-Katholische Kirche eigentlich wirklich ist. Das ist anstrengender als Behauptungen des 19. Jhs. nachzuplappern, lohnt aber. Ich weiß es aus Erfahrung.

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Heilig Kreuz, Wilmersdorf: Vier Opfer

Im Altarraum der Heilig-Kreuz-Kirche sind vier Rundbilder, die drei in der Bibel beschriebene Opferhandlungen sowie eine Erklärung des größten Opfers darstellen.

Gen. 4,1-24: Kain und Abel

Gen. 22,1-19: Abraham und Isaak

Gen. 14,18-20: Melchisedek

Lk. 24,13-35: Jesus und die Emmausjünger

Vorbilder, Zeichen, Andeutungen – das Alte Testament ist voll von Hinweisen auf Jesus Christus.

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Zweibeinbaum

An diesem Baum komme ich fast täglich vorbei. Bisher ist er noch nicht weggelaufen, obwohl der Zaun für so lange Beine eigentlich kein Problem darstellt.

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