Mehr als ein Liederbuch

Pater Adrian Kunert SJ, Songwriter und Jesuit, hat mit Xpraise – Das Liederbuch ein Lobpreisliederbuch herausgebracht, das sich für unterschiedliche Gottesdienstformen ebenso eignet wie für das spontane Singen in Kleingruppen. Es ist eine Sammlung verschiedener, großenteils moderner christlicher Lieder zu jedem Anlass des Kirchenjahrs und des Lebens. Die Liedtexte sind teils alt (auch die Pfingstsequenz in einer schmissigen Melodie von Johannes Hartl ist dabei sowie liturgische Texte), teil neu; neben deutschen Texten finden sich auch englische, französische, lateinische und ein hebräischer Text. Die meisten Lieder sind einstimmig, etwa ein Viertel (meist Kanons und Taizé-Gesänge) in leicht erlernbarer Mehrstimmigkeit. Bei vielen stehen Griffbilder für die Gitarre; eine Grifftabelle ist am Ende des Buches zu finden. Allen fremdsprachigen Texten ist eine Übersetzung beigefügt. Der Satz ist gut lesbar und übersichtlich. Der in Rot- und Orangetönen gehaltene Einband ist ansprechend gestaltet.

Bei den Liedtexten fällt eine große Bibeltreue angenehm auf. Man muss bei einem modernen christlichen Liederbuch leider wirklich sagen: es fällt auf! Einige kirchliche Gassenhauer mit 60er-Jahre-Spiritualität sind zwar auch enthalten. Den ins Wasser gefallenen Stein hätte ich nicht gebraucht. Aber bei einem 496 Seiten starken Buch kann man kaum erwarten, daß alles jedem gefällt.

Die Lieder des Herausgebers lehnen sich an die Bildsprache biblischer Texte an, haben dabei einen eigenen, unverwechselbaren Stil.

Der Aufbau des Buches orientiert sich an der Messe; zum Eingang und zum Kyrie geeignete Lieder bilden den Anfang. In einem bemerkenswerten Liedtext beschreibt Pater Kunert das Gefühl der Einsamkeit, das sich durch Trägheit im Gebet einstellt:

Tausend Jahre sind es scheinbar her.
Ich spür‘ Deine Nähe längst nicht mehr.
Doch es ist kaum ein Tag her und mir wird’s jetzt schon zu schwer
so ohne Dich. Oh, Herr, ich seh‘ die Schuld.
Komm, hab‘ mit mir Geduld; denn ohne Dich ist’s ewig Nacht!
Christ, erbarme Dich!

Den Abschluss des Buches bildet die „Gebetsecke“ – weit mehr als eine „Ecke“, vielmehr eine kleine Schule des Gebets. Pater Kunert stellt hier zunächst die Grundgebete der Kirche vor, dann die Zehn Gebote und die Fünf Kirchengebote. Darauf folgen alte und neue Gebete und Spruchweisheiten verschiedener alter und neuer Autoren, darunter ein sehr schönes um Umkehr und täglichen Neubeginn vom Herausgeber.

Gebete in der Tradition der Gesellschaft Jesu sind durchaus nicht nur für Jesuiten oder nur für Ordensleute geeignet; wer sich auf die teilweise recht langen Gebetstexte einläßt, kann hier gute Gebetsworte finden, wenn ihm selbst die Worte fehlen, und betend auch selbst erkennen, worum er bitten soll.

In seinen Ausführungen zur Unterscheidung der Geister gibt Pater Kunert eine wichtige Hilfe zum Gebet und zur Selbsterkenntnis mit dem Hinweis, daß Gott uns nicht fertigmachen will, daß ein nebulöses Gefühl der eigenen unrettbaren Schlechtigkeit niemals von Ihm kommen kann.

Das betrachtende Gebet ist wichtig. Das Immerwährende Jesusgebet der Ostkirche und der Rosenkranz der Westkirche werden hier genau erklärt; mehrere kleine Meditationen und Gewissensforschungen wechseln mit Gebeten. Ganz am Schluß steht ein kleiner praktischer Hinweis, wie eine stille Zeit mit Gott strukturiert werden kann, ohne den Beter zu überfordern oder abzulenken.

Bereits der große Liedteil ist eine Schule des Gebetes und trotz der Anwendbarkeit des Buches in ganz verschiedenen Formen von Gottesdienst auch eine Art Hinführung zur Heiligen Messe, einfach weil die passenden Lieder in der richtigen Reihenfolge kommen. Die „Gebetsecke“ am Ende umfasst nur 28 Seiten, ist aber substantiell eher ein Dom als eine Ecke.

Ich empfehle das Buch wärmstens christlichen Gebetskreisen aller Art sowie allen, die Freude an frischer Lobpreismusik und das Bedürfnis nach einer immerwährenden Schulung im Gebet haben. Es sollte in keiner Gemeindebibliothek fehlen.

Pater Adrian Kunert SJ (Herausgeber):
Xpraise – Das Liederbuch. 496 S, Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2019
ISBN 978-3-460-32163-2, Best.Nr. 32163 (Paperback)
ISBN 978-3-460-32165-6, Best.Nr. 32165 (Ringheftung)
EAN 40-32382-32166-0, Best.Nr. 32166 (CD)

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Tierschutz und Antisemitismus

Heute bekam ich Mail über mein Kontaktformular. Normalerweise freut mich so etwas. Manchmal ärgert es mich auch, wie jetzt gerade.

Denn dies war die Mail:

Name: Veritas
E-Mail: estersings [so fängt die Mailadresse tatsächlich an]
Webseite: boycottisrahell. wordpress. com [um den Link funktionsfähig zu machen, Leerzeichen entfernen – ich will auf meinem Blog solche Scheiße nicht verlinken. C.S.]

Kommentar: Betreff Artikel zum jugen Eichelhäher: Eichelhäher stehen unter Naturschutz. Hilfebedürftige oder verletzte Wildtiere-Jungvögel, dazu gehört dieser auch, sind GRUDSÄTZLICH ins Tierheim zu bringen oder zur einer Wildvogel Auffangstation!
Sonst macht man sich strafbar! Einfach wo hinlegen und sterben lassen ist nicht ok, aber Du wusstest es ja nicht besser, dieser hätte ausser er war verletzt auf jeden Fall gerettet werde können wenn er im Tierheim versorgt-gefüttert worden wäre. Das wichtigste ist das diese Vögel nicht auskühlen und Wasser und Nahrung erhalten. Deshalb bei Fund in ein Karton mit Handtuch ausgekleidet setzen und was weiches wie eine Wollsocke oder Schal als Nestchen benutzen. Und ins Tierheim fahren, kostet nix. Hier eine Website mit Vogelstationen in BRD, sollte keine in der Nähe sein oder im Zweifel bitte immer Tierheim, die nehmen auch immmer an, auch ausserhalb der regulären Öffnungszeiten. [zwei Links zur Wildvogelhilfe]

Ich habe geantwortet:

Hallo „Veritas“,

schade, daß Du offensichtlich nicht sinnerfassend lesen kannst. Hast wohl zu lange in vino verbracht! Sonst hättest Du das Datum und den Inhalt des vor elf Jahren veröffentlichten Postings begriffen. 
Meine Mutter (kein Tier, also nicht unter Tierschutz stehend – aber von mir geliebt und gepflegt) lebte damals noch, und die Sorge für sie war mir gerade wichtiger als die für ein Tier, obwohl ich – genau wie die Spaziergänger, die mir den Eichelhäher brachten – das tat, was ich konnte. 

Es ist übrigens nicht strafbewehrt, der Natur im Falle eines sterbenden Eichelhähers ihren Lauf zu lassen. Da hast Du entweder gelogen oder in Jura nicht aufgepasst. Oder beides.

Antisemiten stehen bei mir nicht unter Naturschutz, und zu dieser Bagage gehörst Du ja offensichtlich, wie die verlogene Hetzseite zum Israelboycott zeigt, mit der Du gleich Reklame machst. Tierlieb und israelfeindlich, ganz wie Blondis Herrchen – das ist eine besonders ekelerregende Mischung.

Das von Dir verlinkte Blog „boycottisrahell“ ist in ganzer Fülle widerwärtig. Wie Du es wagen kannst, eine Mailadresse mit dem Namensteil „estersings“ zu benutzen, ist mir schleierhaft. Ester war eine Jüdin, die ihr Volk vor solchen Leuten wie Dir gerettet hat. Ich verzichte allerdings auf jegliche Erklärung von Dir.

Jede Äußerung von Dir, die ich zu Gesicht bekomme, wird auf die Möglichkeit überprüft, sie der Staatsanwaltschaft zukommen zu lassen.

Beste Grüße
Claudia Sperlich (die für ein Impressum und Klarnamen nicht zu feige ist)

Juda wird für immer bewohnt sein und Jerusalem von Geschlecht zu Geschlecht. (Joel 4,20)

*

Ja, dieser Post ist „Public Shaming“ – wobei ich selbstverständlich nicht die volle Mailadresse von „Veritas“ nenne. Ich stehe dazu, Fallacitas.

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Was am Katholizismus so klasse ist: Die Eindeutigkeit der Geschlechter!

Der katholischen Kirche wird mehr übelgenommen, als in einen Blogartikel passt. Am schrecklichsten findet heute eine Reihe von Leuten, daß sie zu behaupten wagt, es gebe bei Menschen zwei Geschlechter (männlich und weiblich), die aufeinander hingeordnet und angewiesen sind, gleich an Wert und Würde, vielfältig in ihren Begabungen und Neigungen, verschieden in der Art ihrer Aufgaben und Möglichkeiten. Kurz, daß Gott in genau zwei Geschlechtern eine ganze Welt von Möglichkeiten geschaffen hat und zugleich eine ganz klare, nicht chaotische, nicht unbestimmte geschlechtliche und geistige Ergänzung, und daß Er dazu die Beachtung weniger, leicht einsehbarer Regeln gegeben hat.

Wie die kleinen Kinder gemacht werden, muss ich hier wohl nicht erklären, obwohl mir bei manchen Äußerungen über Sexualität und Fortpflanzung, Labors und Retorten schon danach ist, das mit der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle, vor allem im Zusammenhang mit Sex, nochmal ganz genau zu erklären. Wie die Kirche bin ich nämlich der Ansicht, daß die Entkoppelung von erotischer Liebe, Sexualität und Fortpflanzung ein Übel ist. Einander lieben, Glauben, Interessen und Begehren teilen, durch den Bund der Ehe gegenseitige Treue und Fürsorge besiegeln, ausschließlich miteinander (und mit keinem anderen) Sex haben, keinen der beteiligten Körper blockieren (Spirale, Kondom, Diaphragma) oder vergiften (Hormongabe), Kinder dankbar annehmen, so wie sie sind, gemeinsam in guten und in schlechten Tagen leben: das ist, ganz kurz gefasst, eine christliche Ehe.

Das finden viele einfallslose Menschen spießig. Aber was ist bitteschön spießig daran, seinen Partner nicht nur ein Weilchen zu begehren, sondern bis zum Tod zu lieben, zu achten und zu ehren? Was ist spießig daran, Sexualität als etwas Heiliges und Exklusives zu betrachten, das man nur für diesen einen Menschen reserviert? Spießig sind doch vielmehr Menschen, die Stammtischwitze über das andere Geschlecht reißen und die Sexualität banalisieren als etwas, was man an jeder Ecke haben kann und was mit Liebe nicht notwendig zu tun haben muss.

Zu den manisch bequasselten Themen unserer Zeit gehören Geschlechtervielfalt, Wahlfreiheit bezüglich des Geschlechts, verschiedene Formen von Sexualität (alles mögliche, außer monogamer und gewaltfreier menschlicher Heterosexualität, die gerne wie etwas im Grunde Unnatürliches schamhaft verschwiegen wird).

Leute, ganz ehrlich: Zweigeschlechtlichkeit ist beim Menschen der Normalfall. Menschen mit Vagina sind weiblich, Menschen mit Penis sind männlich. Tatsächlich produzieren Männer und Frauen sowohl männliche als auch weibliche Hormone, aber die jeweils „entgegengesetzten“ im Normalfall nur in geringem Maße. Wo es anders ist, ist der Körper nicht gesund. Männer, die zuviel Östrogen, oder Frauen, die zuviel Testosteron produzieren, haben ein gesundheitliches Problem. Heutzutage kann man das behandeln.

Ob man Menschen, die mir weismachen wollen, die Kirche sei böse, weil sie sagt, daß Männer Männer sind und Frauen Frauen, erfolgreich behandeln kann, weiß ich nicht. Sie brauchen sich aber in keinem Fall schlecht behandelt zu fühlen, wenn man einfach ein bißchen besser in Biologie aufgepasst hat als Opa Hoppenstedt.

Spätestens hier wird jemand schon unruhig und will antworten, aber es gebe doch, wie ich gerade selbst angedeutet habe, Männliches und Weibliches in jedem Menschen. Wenn derjenige ungefähr mein Alter hat, wird ihm noch einfallen, daß ja gerade Künstler irgendwie beides sind, und Goethe hat ja auch schon gesagt mit Gingko blabla…

Ja, Ihr Guten, ich weiß, daß es Menschen gibt, deren Denkungsart und Handlungsweise so ausgeprägt ist, wie man es eigentlich traditionell beim anderen Geschlecht vermutet. Das ändert aber nichts. Das kommt einerseits davon, daß die als „typisch männlich“ oder „typisch weiblich“ konnotierten Denkungsarten und Handlungsweisen zum Teil kulturell und sozial bedingt sind, und da passt jetzt endlich Euer Lieblingswort „Gender“ mal wirklich. Zum andern kommt es davon, daß Menschen in ihrem Wesen sehr verschieden sind. Bei keinem Tier gibt es eine so große Spannbreite von charakterlichen Unterschieden wie beim Menschen. Und ja, es gibt Frauen mit burschikosem Auftreten und Männer von sanfter und hochsensibler Gemütsart. Na und? Deswegen sind Frauen immer noch Frauen und Männer immer noch Männer.

Ich hätte in meiner agnostischen Jugend nicht geahnt, daß man irgendwann mal die Kirche notwendig braucht, um das zu sagen. Damals hatte ich bloß ein Biobuch und dachte, damit ist doch alles klar. Heute sehe ich: Die Biologie beschreibt, wie alle Wissenschaften, einen Teil der Welt. Die Gesellschaft findet ein Aber und eine Reihe von Fehlinterpretationen. Die Kirche sagt „Isso“ und erklärt, daß es Männer und Frauen gibt, weil Gott wollte, daß Männer und Frauen seien. Und daß die Fortpflanzung durch Verschmelzung von männlicher Samenzelle und weiblicher Eizelle stattfindet, und daß der hierzu führende Vorgang gleichzeitig mit Lust und Liebe zu tun haben soll – und nicht mit Beliebigkeit.

Die Kirche gesteht mir zu, daß ich eine Frau bin, abstammend von zwei Eltern (einem männlichen Mann und einer weiblichen Frau), und daß ich als solche eines von zwei existierenden Geschlechtern habe, daß ich nicht nur primär und sekundär als Frau ausgestattet bin, sondern einige spezifisch weibliche Eigenschaften habe und andere vermutlich sozial geprägte weibliche Eigenarten, was völlig in Ordnung ist, und daß ich niemals nötig haben werde, darüber nachzudenken, ob ich wirklich eine Frau bin. Nicht einmal dann, wenn mir danach ist, ganz unweiblich derbe Ausdrücke auf meine Gegner zu schleudern oder die Hände in die Hosentaschen zu stecken.

Ich danke Gott, daß ich eine Frau bin. Und ich danke Seiner Kirche, daß sie das anerkennt und wo nötig verteidigt.

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Ein Geburtstagsbesuch

Heute war ich bei einer alten Dame zu Besuch. Sie hat nämlich Geburtstag.
Und schön war das! Sie hatte viele, viele Gäste, sogar der Rundfunk war da. Es wurde gesungen und gebetet, ja es waren sogar Profimusiker dabei und gaben ihr Bestes. Einige Gratulanten – auch ich – haben wundervolle alte Texte vorgelesen. Und dann hat das Geburtstagskind uns bewirtet mit dem Kostbarsten, was es überhaupt gibt!

Und obwohl die Dame wirklich alt ist, konnte sie gar nicht genug bekommen vom Feiern. Morgen sollen wir wiederkommen. Und dann sagte sie noch mit einem Lächeln und Augenzwinkern: „Kommt nur immer, sooft ihr könnt. Meinetwegen gerne jeden Tag! Ich freue mich immer über jeden einzelnen von euch.“

Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank, liebe Ekklesia!

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Frohe Pfingsten allen Lesern!

Pfingsten
Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren (GL 455)

Geist, der auf der Urflut schwebte,
als die Erde noch war jung,
der sie füllte und belebte,
Schöpfergeist und Lebensschwung,
durch Ihn rufen die Propheten,
in Ihm lehrt der Herr uns beten,
Er gibt Liebe, Mut und Kraft,
Dichtersinn und Wissenschaft.

Wie der Dornbusch lodernd brannte,
doch vom Feuer nicht verzehrt,
war die Schar, die Gott bekannte,
flammengleich vom Geist genährt.
Gottes Geist erfüllte jeden,
ließ in fremden Sprachen reden,
und es hielt sie nicht im Haus,
Jubel trugen sie hinaus.

Petrus, erster unter Gleichen,
wies auf die Verheißung hin,
sprach von Wundern und von Zeichen,
traf der Menschen Herz und Sinn.
Fischer, der die Lämmer weidet
und für Jesus Christus leidet,
ihn hat Gottes Geist gelenkt,
ihm Beredsamkeit geschenkt.

Komm mit Deines Geistes Klarheit,
Gott, Du Herr der Ewigkeit!
Send uns Deinen Geist der Wahrheit
in die wirr gewordne Zeit.
Gib den Hirten Du aufs Neue
Glaube, Hoffnung, Liebe, Treue,
daß Dein Wort bleibt unvermischt
und die Lehre nie erlischt.

© Claudia Sperlich

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Katholikenfresser und Frauenfeinde

Kürzlich beteiligte ich mich an einer sehr kontroversen Internet-Diskussion zum Thema „Maria 2.0“ und Frauenordination. Ich schrieb:

Ich liebe die katholische Kirche, habe mich als junge Frau zu einer katholischen Taufe entschieden und das nie bereut. Die ganzen Komiker, die mir hier und anderswo erzählen wollen, ich „wolle“ unterdrückt werden oder so was, haben schlicht keine Ahnung. Die katholische Kirche ist die einzige Organisation, die mich in meinem Menschsein, Frausein, Unbequem-Sein, Sünder-Sein, und mit allem, was zu mir gehört, vollständig anerkannt. Das kann keine andere Konfession, keine Familie, kein Verein, NUR DIE KATHOLISCHE KIRCHE. Und zwar die echte, mit allen Regeln.

Eine Antwort darauf, von einem Mann (Hervorhebung von mir):

Also, das mit Akzeptieren von „Menschsein, Frausein, Unbequem-Sein, Sünder-Sein“, das klappt in der Evangelischen Kirche auch ganz gut. Nur wenn Sie zum Seligwerden nach Ihrer Façon die ausschließliche und ausschließende Vorherrschaft von Männern brauchen, die über Sie bestimmen, dann sollten Sie sich auch wirklich besser zur Römischen Kirche halten. Wir haben das inzwischen nicht mehr im Angebot, war auch ein Auslaufmodell, für das der Support eingestellt wurde. Viel Glück für Sie und Gottes Segen, Frau Sperlich.

Das Akzeptieren klappt gut, aber die Katholikin muss irgendwie ein Mängelwesen sein. Man kann ihr floskelhaft Gottes Segen wünschen, aber man weiß ja, daß das arme Weiberl im Grunde geknechtet und gehirngewaschen ist, während man selbst als protestantischer Mann den Durchblick hat.

Ein anderer Mann meinte in der Diskussion (nicht direkt zu mir, sondern in die Runde):

Es wäre eine richtige und nötige Konsequenz, dass die Frauen aus dem Haufen austreten….

Ein Mann, der der katholischen Kirche nicht angehört, will mir vorschreiben, die katholische Kirche zu verlassen, mit der Begründung, daß die katholische Kirche den Frauen immer Vorschriften macht.

Die beiden zitierten Äußerungen stehen exemplarisch für zahllose Äußerungen von Männern gegenüber frommen Katholikinnen über die katholische Kirche.

Hört mal her, Männer:
So unlogisch wie Eure zitierten Geschlechtsgenossen sind Frauen in der Regel nicht einmal, wenn sie unter PMS leiden, schwanger oder in den Wechseljahren sind.

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Ein Chorälchen

Paul Gerhardt hat gedichtet, und ich habe ihn parodiert, statt, wie ich eigentlich wollte, einen anderen und ganz und gar ernsten Choral zu schreiben. Der Geist weht, wo und wie Er will, und nachdem ich vorhin in der Kapelle um den Heiligen Geist gebetet hatte, auf daß Er mir bei der Ausarbeitung eines Chorals helfe, und spontan an Ort und Stelle die Idee zu einer ziemlich finsteren Kurzgeschichte bekam, die rein gar nichts mit Kirchenliedern zu tun hat, fiel mir auf dem Heimweg bei starkem Regen folgendes ein:

Reißt euch zusammen in des Herren Namen!
Er hat voll Güte Leben euch beschieden.
Macht keinen Ärger, haltet endlich Frieden!
Lobet den Herren!

Was Gott verboten, davon lasst die Pfoten!
Was Er euch sagt, ist immer nur das Rechte,
was Er verbietet, ist allein das Schlechte.
Lobet den Herren!

Nun legt euch nieder! Jesus kommt ja wieder.
Ihr müsst auch nachts nicht zittern und nicht bangen,
es ist noch immer alles gut gegangen.
Lobet den Herren!

© Claudia Sperlich

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Choral zur Himmelfahrt Christi

Melodie: GL 465 „Das Jahr steht auf der Höhe“

Entzogen unserm Sehen, erhoben in das Licht,
Will Er nicht von uns gehen, der Herr verlässt uns nicht.
Wir sollen Seine Zeugen und Seine Freunde sein,
Und will die Welt uns beugen, wird Christus uns befrein.

Er kommt an Seinem Tage zur vorbestimmten Zeit,
Und Satans Zwang und Plage weicht Seiner Herrlichkeit.
Doch eh die Völker beben vor Christi Endgericht,
Sagt allen: Er ist Leben, Er ist der Liebe Licht!

Wir dürfen heut Ihn schauen verhüllt auf dem Altar,
Wir wagen zu vertrauen: Sein Wort ist ewig wahr.
Was unsre Sinne merken, erscheint wie Brot und Wein.
Mit Sich will Er uns stärken, Er lädt zum Glauben ein.

Nun richtet eure Augen nicht in den Himmel nur.
Zum Leben will uns taugen, der vor uns zieht die Spur.
Bringt Liebe und seid Segen, wo immer Er euch weist,
In Worten, Taten, Wegen beschwingt vom Heilgen Geist.

© Claudia Sperlich

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Jeanne d’Arc – la pucelle

Das junge Mädchen, das heute besonders in Frankreich von der katholischen Kirche gefeiert wird, gehört zu meinen liebsten Heiligen. (Ich bin sicher, daß sie trotz des „verdrängenden“ Hochfestes Christi Himmelfahrt auch heuer in Frankreich gefeiert wird, wenn auch nicht offiziell. Ich denke gern an sie, nach der ich einst meinen Taufnamen Johanna wählte.) Es gibt eine hervorragende englischsprachige Internetseite über sie, auf der man auch die Prozessakten (Untersuchung, Strafprozess und Rehabilitierung) vollständig findet – denn die sind wunderbarerweise erhalten. (Sie sind übrigens auch auf Deutsch in Buchform erschienen.)
Und von mir gibt es ein Lied, singbar nach Herr, wir kommen schuldbeladen (GL 753).

Bauernmädchen, fromm erzogen,
Ging zur Messe oft und gern,
War den Heiligen gewogen,
Liebte Jesus, unsern Herrn.
Schon als sie zur Welt gekommen,
War das Land vom Feind besetzt,
Der die Herrschaft übernommen,
Der das Gottesrecht verletzt.

Gott hat sie in Dienst genommen
Durch der heil’gen Frauen Wort:
„Zu dem König sollst du kommen!
Geh vom Elternhause fort.“
So verließ sie Heimatstätten,
War der Weg auch schwer und steil,
Vor dem Untergang zu retten
Frankreichs Krone, Frankreichs Heil.

Bauernmädchen setzt die Krone
Auf des jungen Königs Haupt,
Will nicht, daß er sie belohne,
Will nur, daß er Jesus glaubt.
Königshof und reiches Leben
Haben für sie keinen Wert,
Bittet nur, man mög ihr geben
Eine Rüstung und ein Schwert.

„Und dann gebt mir eine Fahne,
Weiße Lilien seien drauf,
Daß sie uns zur Reinheit mahne
In des Krieges hartem Lauf.
Jesu und Marien Namen
Sollen auf der Fahne stehn,
Daß sie wie ein großes Amen
Über den Soldaten weh’n.“

Als sie wurde Feindes Beute,
Als ihr der Prozeß gemacht,
Hat sie vor der Richter Meute
Noch vertrauend vorgebracht:
„Lieber ist mir meine Fahne,
So viel lieber als mein Schwert!
Jesus einen Weg mir bahne –
Herr, Du bist mir alles wert!“

Endlich, da in Henkers Flammen
Gottes Heilige verbrannt,
Sank wie Asche er zusammen
Und hat weinend laut bekannt:
„Als das Feuer sie berührte,
Schaute sie schon Gottes Licht!
Nie ich solche Reue spürte:
Seht – ihr Herz verbrannte nicht!“

© Claudia Sperlich

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Himmelfahrt Christi

Das Mahl des Auferstandenen mit den Aposteln, Seine letzten Weisungen und die Himmelfahrt Christi sowie die darauf entstehende Urgemeinde erwähnen Lukas 24,36-53, Markus 16,9-20 und Apostelgeschichte 1,4-12.

Die Perikopen berichten verschiedene Details, und gerade dadurch sind sie glaubwürdig. (Ein Polizist oder ein Richter würde im Verhör starke Zweifel bekommen, wenn drei Zeugen ganz genau das Gleiche berichten.)

Lukas berichtet detailliert von der Begegnung mit dem Auferstandenen auf dem Weg nach Emmaus und bildet damit eine Einleitung zum Bericht von der Himmelfahrt: Die beiden Jünger erkennen den Herrn abends in Emmaus, brechen sofort wieder auf (nachdem sie „sechzig Stadien“, d.h. etwa zwölf Kilometer weit gegangen sind), zurück nach Jerusalem, wo sie vermutlich mitten in der Nacht ankommen, fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren – und ehe sie überhaupt zu Wort kommen, hören sie: „Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.“ Und daraufhin erzählen sie, was sie erlebt haben; die anderen nehmen das als Bestätigung.
Markus dagegen schreibt in aller Kürze, daß der Herr erst Maria aus Magdala und dann den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus begegnete, daß sie alle davon erzählten und man ihnen nicht glaubte.
Die Apostelgeschichte steigt gleich mit dem gemeinsamen Mahl in Jerusalem und Jesu Erscheinen ein und erwähnt vorherige Zeugenaussagen gar nicht.

Kurzgefasst:
Lukas: „Leute, der Herr…“ „… ist auferstanden. Wissen wir. Simon hat Ihn gesehen.“
Markus: „Leute, der Herr ist auferstanden! Wir haben Ihn gesehen!“ „Jetzt fangt ihr auch an zu spinnen! Wie Maria aus Magdala!“

Lösungsmöglichkeit: Entweder die aus Emmaus zurückkehrenden Jünger waren in mehreren Häusern, in denen Jünger Jesu wohnten; zunächst schenkte man ihnen keinen Glauben, aber bei den Aposteln, wohin sie zuletzt und schon etwas entnervt gingen, war man schon informiert. Oder sie gingen gleich zu den Elf und „denen, die mit ihnen versammelt waren“, die sich aber noch gar nicht ganz einig sind – manche glauben, Simon Petrus spinnt. Markus legt mehr Wert auf die Diskrepanz, Lukas mehr auf die sich schnell durchsetzende Wahrheit. In jedem Fall aber war ja Simon Petrus selbst einer der Elf (sogar der Wichtigste). Und er wußte, daß der Herr lebt.

Bei Lukas kommt Jesus dazu, während die Emmausjünger und die Apostel noch reden. Bei Markus kommt Er zu den Elf, nachdem sie den Bericht der beiden nicht geglaubt haben; es ist hier nicht klar, ob die beiden noch anwesend sind oder nicht. Allerdings darf man wohl davon ausgehen. Immerhin sind sie weit gegangen, es ist spät abends, und selbst wenn man ihnen nicht glaubt, ist man doch gastfreundlich! Kaum vorstellbar, daß die Apostel die beiden mitten in der Nacht hinausgeworfen haben.

Die Himmelfahrt wird bei Lukas „nahe Betanien“ verortet, in der Apostelgeschichte auf dem Ölberg. Kein Problem, denn Betanien liegt am Osthang des Ölbergs, keine drei Kilometer von Jerusalem entfernt. Jesus war oft und gern in Betanien, und daß der Auferstandene nach dem Mahl mit den Aposteln zum Ölberg ging, wo er vor Seinem Tod gebetet hatte, ist schlüssig. Der Ölberg wird so vom Ort tiefster Trauer und demütiger Unterwerfung unter den Willen des Vaters zum Ort des Triumphes.

Wenn man nun Lukas, Markus und die Apostelgeschichte kombiniert, kann man erkennen: die Aussagen bleiben schlüssig und ergänzen einander. In eckigen Klammern habe ich meine Ergänzungen geschrieben – wie man sieht, dienen sie nur dem Textzusammenhang und ändern den Sinn nicht.

Als Jesus am frühen Morgen des ersten Wochentages auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, aus der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte. Sie ging und berichtete es denen, die mit ihm zusammengewesen waren und die nun klagten und weinten. Als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, glaubten sie es nicht. Darauf erschien er in einer anderen Gestalt zweien von ihnen, als sie unterwegs waren und aufs Land gehen wollten. Auch sie gingen und berichteten es den anderen und auch ihnen glaubte man nicht. [Einige] aber sagten: „Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen.“
Später erschien Jesus den Elf selbst, als sie bei Tisch waren. Er trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: „Friede sei mit euch!“ Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen.  Da sagte Er zu ihnen: „Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen Zweifel aufkommen? Seht Meine Hände und Meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst Mich doch an und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei Mir seht.“  Bei diesen Worten zeigte Er ihnen Seine Hände und Füße. Als sie es aber vor Freude immer noch nicht glauben konnten und sich verwunderten, sagte Er zu ihnen: „Habt ihr etwas zu essen hier?“ Sie gaben Ihm ein Stück gebratenen Fisch; Er nahm es und aß es vor ihren Augen. Beim gemeinsamen Mahl gebot Er ihnen: „Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von Mir vernommen habt! Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden.“ Darauf öffnete er ihren Sinn für das Verständnis der Schriften. Er sagte zu ihnen: „Das sind Meine Worte, die Ich zu euch gesprochen habe, als Ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über Mich geschrieben steht. So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in Seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem,  seid ihr Zeugen dafür. Und siehe, Ich werde die Verheißung meines Vaters auf euch herabsenden. Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet!“
Dann führte Er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort sagte Er zu ihnen: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden. Und durch die, die zum Glauben gekommen sind, werden folgende Zeichen geschehen: In Meinem Namen werden sie Dämonen austreiben; sie werden in neuen Sprachen reden; wenn sie Schlangen anfassen oder tödliches Gift trinken, wird es ihnen nicht schaden; und die Kranken, denen sie die Hände auflegen, werden gesund werden.“ Darauf fragten sie Ihn: „Herr, stellst Du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?“ Er sagte zu ihnen: „Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in Seiner Macht festgesetzt hat.  Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet Meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde.“
Dann erhob Er Seine Hände und segnete sie. Und es geschah, während Er sie segnete, verließ Er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.
Sie aber fielen vor Ihm nieder. [Als sie sich wieder erhoben und] unverwandt Ihm nach zum Himmel emporschauten, siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen  und sagten: „Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch fort in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr Ihn habt zum Himmel hingehen sehen.“ Da kehrten sie in großer Freude von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück. Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus. Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.
Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.
[Später, nach der Geistsendung,] zogen sie aus und verkündeten überall. Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte das Wort durch die Zeichen, die es begleiteten.

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