Neu auf dem Buchmarkt: Die Argonauten. Orpheus

Ich habe zwei griechische Sagenkreise neu erzählt – die gefahrvolle Fahrt der Argo, den Raub des Goldenen Vlieses, die glücklose Ehe mit Medea und endlich das weitere Leben und den Tod des Sängers.

Wer Freude an Fantasy, an antiker Sagenwelt hat, greife zu! Wer Journalist oder Blogger ist, kann hier ein kostenfreies Rezensionsexemplar bestellen. Kaufen kann man hier direkt bei tredition, bei mir (solange die Autorenexemplare reichen) und natürlich im ganz normalen Buchhandel.

Die Argonauten. Orpheus. Zwei griechische Sagen. tredition 2020

Paperback 9,50 €, ISBN 978-3-347-03135-7
Hardcover 15,00 €, ISBN 978-3-347-03136-4
e-Book 3,99 €, ISBN 978-3-347-03137-1

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Fastenzeit: Zeit der Freude

Freude in der Fastenzeit?

Freude ist eine wesentliche Eigenschaft Gottes, und Er will diese Eigenschaft für alle Menschen. Wir können aber nicht dauerhaft in Freude leben, wenn wir uns von Ihm abwenden. Sünde kann zuweilen Spaß machen (meist nicht mal das), aber keine Freude. Wie die ewige Freude nach diesem Leben sein wird, können wir nur erahnen (Musik und Kunst helfen dabei manchmal), aber soviel ist klar: da wird es keine Sünde mehr geben.

Die Fastenzeit dient dazu, uns im Christsein zu schulen, uns für den Himmel zu trainieren. Wo dies Training gut läuft, sieht man frohe Mienen! Es wäre ja auch widersinnig, sich mit Leichenbittermiene auf das hohe Osterfest vorzubereiten, als wäre Christi Sieg über den Tod etwas Trauriges. Der Herr ist auferstanden, darauf vertrauen wir Christen, und wenn wir uns auf die Feier dieses unfassbaren, herrlichen, die Welt erschütternden und erlösenden Ereignisses vorbereiten, ist das kein Grund zum Jammern.

Natürlich gibt es in der Fastenzeit nicht weniger Unglück, Mühsal, Trauer und Gefahr als sonst. Das heißt, es wird auch unter sehr frommen Christen in der Fastenzeit Gründe zum Weinen und Klagen geben. Dem Christen, der gerade einen lieben Menschen verloren hat oder die Kündigung von Wohnung oder Arbeit, dem, der seit langem gegen Depressionen ankämpft oder sein Kind, seinen Partner leiden sieht, wird nur ein Klotz sagen, daß er sich nun freuen soll wegen der heiligen Zeit. Im Gegenteil sind wir zu Mitleid und zur Hilfe aufgerufen und sollen das ja besonders in der Fastenzeit einüben.

Aber wir können in dieser Zeit auf besondere Weise lernen, daß wir einen beständigen Grund zur Freude haben. „Was frag ich nach der Welt?” heißt es in einer Bach-Kantate (BWV 94), und der Bass singt mit großer Überzeugung und Freude:

Wenn aber alles fällt und bricht,
Bleibt Jesus meine Zuversicht,
An dem sich meine Seele hält.

Der Osterjubel rückt jeden Tag näher, unabhängig von den äußeren Umständen. Die Freude der Vorbereitungszeit kann sich uns mitteilen, auch wenn wir gerade durch ein tiefes Tal wandern, aber sie kann nicht von außen verordnet oder herbeigeschwätzt werden. Ich wünsche allen Menschen die Gnade, sich für die Freude Gottes öffnen zu können – gleich wie ihre Situation gerade ist. Ich wünsche allen die Gnade, auf gute, freundliche Weise Freude zu verbreiten und dennoch imstande zu bleiben, mit den Weinenden zu weinen. Echte Freude ist kein bloßes Beruhigungsmittel. Der, dessen Wesen reine Freude ist, hat Tod und Trauer überwunden.

Der Weg zur Freude wird gebahnt durch Gehorsam, Demut, Beichte, Buße, Sühne, Anbetung. Er ist zuweilen schwer, wie der Weg zu einem Gipfel, aber je weiter man ihn geht, desto grandioser wird die Aussicht. Die Freude dieser „Bergtour“ wünsche ich allen.

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Fastenzeit: Zeit der Demut

Demut? Lässt man da immer den Kopf hängen?

Natürlich nicht. Das Wort bedeutet nicht „Leidensmiene” oder „Masochismus”, sondern „Gesinnung zum Dienen”. Und hier gilt wieder, was ich über den Gehorsam sagte: Gegenüber Gott ist Demut richtig, gegenüber jedem anderen nur dann, wenn Gott dazu den Antrieb gibt. Die Demut einer Prostituierten vor ihrem Zuhälter, eines Ganoven vor dem Bandenchef ist grundfalsch, nicht weil Demut etwas Schlechtes ist, sondern weil die Richtung nicht stimmt. Es ist unsinnig und zerstörerisch, gegenüber dem Bösen dienstbereit zu sein.

Ein Christ ist ein Diener Gottes, und schön wäre, wenn das nicht erst die Hinterbliebenen beim Requiem hören. Weil wir nun mal Sünder sind, sind wir leider bestenfalls zweitklassige Diener Gottes – „erstklassig” in beispielhafter Demut ist Jesus Christus in Seiner Menschennatur, der sich vollkommen dem Willen des Vaters unterwarf, und die Allerseligste Maria, die von Sünde bewahrt blieb. Aber wir können durch Gebet und aufmerksames Hören auf Gott immer bessere Diener werden – wir sind ja zur Heiligkeit berufen. Wir können mit Gottes Hilfe Fortschritte machen. (Das heißt keineswegs, daß jemand dann ein besserer Diener als der und der Nachbar ist, sondern daß er ein besserer Diener ist als er selbst vorher war.)

Echte Demut hängt (wie alles Gute) mit Liebe zusammen. Die oben genannten Beispiele von falscher Demut vor Menschen beruhen auf Angst, nicht auf Liebe. Demut vor Gott bedeutet, Gott so sehr zu lieben, daß man Ihm in allem dienen will. Das hat zur Folge, daß man sich selbst zurücknimmt, nicht aus Furcht vor Strafe oder weil man dafür eine Extra-Belohnung erwartet, sondern weil man Ihn liebt. In dieser Haltung kann man auch Menschen gegenüber liebevoll und freundlich oder zumindest hilfreich sein, die einem nicht liegen, die man vielleicht begründet furchtbar findet.

Dann ist es ein Akt der Demut, eigene Schuld anzuerkennen und zu gestehen. Die Beichte ist eine Schule der Demut und sollte schon deshalb keine Seltenheit im Leben sein – aus Liebe zu Gott, der unsere Sünden am Kreuz getragen hat und immer wieder trägt.

Oft ist Demut auch weniger ein Tun als ein Ertragen. Und hier gilt wieder: auf jemand anders als Gott gerichtet, kann das nicht gut sein. In Demut vor Gott kann man aber unvermeidbares Leiden annehmen, ja aufopfern. Man kann Ihn bitten, etwas Gutes daraus zu machen – auch wenn man selbst keine Ahnung hat, wie das gehen soll: Er weiß es.

Wenn man seinen eigenen Willen durch Offenheit für Gottes Willen ersetzt, also nicht mehr ständig schaut, was einem fehlt, was man wollen kann und was man nicht will, dann wird man froh. Von der Freude, dem letzten Thema meiner Fastenreihe, können Sie morgen, am Mittwoch, lesen.

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Fastenzeit: Zeit des Gehorsams

Gehorsam? Ist das nicht willenlos?

Nun… doch. Wenn ich jemandem gehorche, stelle ich seinen Willen über meinen, verzichte auf die Durchsetzung meines Willens. Im Idealfall geschieht das, weil ich erkannt habe, daß der andere sinnvolle Anweisungen gibt in Situationen, die ich selbst nicht überblicke.

Wenn ich beispielsweise eine Krankheit habe, die sich mit Hausmitteln nicht kurieren lässt, vertraue ich mich einem Arzt an – und gehorche seinen Anweisungen, so gut ich kann. Meiner Erfahrung nach hilft das in der Regel. Wenn mein Wille mir sagt „Ich mag dieses Medikament nicht, ich habe keine Lust, meine Ernährung umzustellen, ich will mich nicht mehr bewegen, ich lasse einfach diese ganzen doofen therapeutischen Maßnahmen aus” – dann schade ich mir selbst. Ich kann z.B. einen sehr starken Willen haben, der mit aller Kraft sagt: „Ich will täglich Schokolade!”, während ich doch weiß, daß das weder meiner Gesundheit noch meinem Geldbeutel guttut. Bin ich nun dem Arzt gehorsam, der mir geraten hat, die Süßigkeiten sehr einzuschränken, dann muss ich diesen schokoladigen Willen brechen.

Es gilt als schlecht, den Willen zu brechen – sogar unter Christen ist das eine sehr umstrittene Sache. Und tatsächlich ist es schlecht, den Willen eines anderen zu brechen. Aber seinen eigenen? Wenn ich erkannt habe, daß mein eigener Wille mich auf schlechte Bahnen führt, ist es sinnvoll, diesen Willen nicht mehr zu „wollen”. Er geht aber nicht von selbst. Der eigene Wille ist ein zähes Ding, das sich gerne breit macht und sogar die eigene Erkenntnis blockiert. Man kann es aber durch Gebet und viel Gnade dahin bringen, daß durch die Unterwerfung unter Gottes Willen der eigene Wille immer mehr mit jenem übereinstimmt, also bejaht, was Gott will.

Deshalb ist es gut, sich dem einzigen Willen zu unterwerfen, der vollständig gut und wahr ist – dem Willen Gottes. „Zeige mir, Herr, Deinen Weg, lehre mich Deine Pfade” heißt es in Ps. 25,4. Christlicher Gehorsam unterwirft sich vollkommen Gott. Das ist alles andere als „unterwürfig“ im weltlichen Sinne. Im Gegenteil: ich gebe mich nur mit dem Besten zufrieden; ich dulde über mir keinen Herrn (und keine Herrin) außer dem einen dreifaltigen Gott. Das bedeutet nicht, daß ich mich im Krankheitsfall nicht mehr an den Arzt wende oder daß ich die Verkehrsordnung mißachte, da sie nicht im Pentateuch steht. Sowohl die Kunst der Medizin als auch zahlreiche Gesetze und Verordnungen sind einsehbar sinnvoll, und ich kann als gottgegeben hinnehmen, daß Menschen zuweilen sinnvolle Dinge tun und beschließen. (Bei genauem Nachdenken halte ich das, zumal bei Gesetzen und Verordnungen, tatsächlich für ein vom Heiligen Geist bewirktes Wunder.) Es bedeutet auch nicht, daß ich aufhöre zu überlegen, ob etwas gut oder schlecht ist. Es kann z.B. gesetzliche Regelungen geben, die ich als grundschlecht erkenne und daher bekämpfe.

Aber ich versuche, in allem meine Überlegung und meine Antriebskraft Gott zu unterstellen. Das tue ich aus der Erfahrung, daß Er besser ist, mehr weiß und heilsamer handelt als irgendjemand anders.

Und wenn ich etwas als Seinen Willen erkenne und nicht verstehe?

Dann kann ich zunächst im Gebet und überlegend, im Gespräch mit Geistlichen und mit anderen, denen ich entsprechendes Wissen zutraue, erforschen, ob das tatsächlich Gottes Wille sein kann oder ob ich mich habe täuschen lassen. Kommt dabei heraus, daß Gott etwas von mir oder für mich will, was ich nicht begreife, so habe ich das anzunehmen, so schwer es mir fällt.

Das führt zur Demut, und über dies vorletzte Thema meiner Fastenreihe können Sie morgen, am Dienstag, lesen.

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Die Sache mit der Gesundheit

1. Die ganze Welt und jetzt auch Deutschland ist von der Lungenpest bedroht!
2. Fasten ist gesund!

Beide Aussagen hört man im Moment häufig.
Beide Aussagen sind, wenn auch auf verschiedene Weise, falsch.

Gut, es ist Corona, nicht Lungenpest, aber die Art, wie viele Menschen damit umgehen, ist, als wäre es Lungenpest.
Ja, Fasten hat auch gesundheitliche Vorteile, aber die Art, wie von unzähligen Menschen darüber gesprochen wird, ist, als hätte es gar keinen anderen Sinn als gesund zu leben.

Die beste Aussage, die ich zum Thema Corona gehört habe, stammt von einer uralten Ordensschwester, die lange Zeit als Krankenschwester gearbeitet hat und sich also durchaus mit dem Themenkreis Viren und Infektionsschutz auskennt: „Man muss doch auch Gottvertrauen haben. Und natürlich Hände waschen.“
Im Gespräch meinte sie, daß z.B. derzeit die Weihwasserbecken in Kirchen leer sind, ist eine sinnvolle Maßnahme, da Wasser eine Brutstätte für Erreger ist. Im Normalfall macht das nichts, weil wir ständig mit reichlich Erregern zurechtkommen. Jetzt gerade macht es sehr viel, weil es ein neues, noch nicht weit erforschtes, für 20% der Erkrankten gefährliches Virus gibt.

Händedrücke nach Möglichkeit vermeiden – beim Friedensgruß einfach freundlich gucken – ist sinnvoll, andererseits braucht man nicht in Panik zu verfallen, wenn man einem Menschen die Hand gibt. Handkommunion halte ich für sinnvoll aus zwei Gründen. Erstens kann es bei Mundkommunion eben doch zur Berührung der Priesterhand mit Speichel kommen, der dann weitergegeben wird – üblicherweise ist das nicht schlimm, üblicherweise ist auch eine feuchte Aussprache nicht schlimm, aber jetzt ist nicht üblicherweise. Zweitens sind zwar Hände ein Tummelplatz für alles Mögliche, aber wenn der Priester die Hostie auf die Hand legt, berührt er selbst die fremde Hand nicht. Da ist also auch kaum Gefahr, zumal das mit dem Händewaschen inzwischen wohl wirklich begriffen wurde.

Ich kenne einen Priester, der die Gläubigen, die unbedingt Mundkommunion wollen, bittet, als letzte die Eucharistie zu empfangen. Dadurch ist es eine recht kleine Gruppe, in der es eine eventuelle Weitergabe von Viren gibt. Die Gefahr wird also gemindert.

In St. Clemens in Berlin ist Mundkommunion unter beiderlei Gestalten üblich; der Priester taucht die Hostie in den Kelch. Jetzt gibt es dort erstens nur Handkommunion und keine Kelchkommunion, und zweitens wird jeden Abend der Rosenkranz gebetet um ein Ende der Epidemie. Das ist mal eine sinnvolle Maßnahme; Vernunft und Glauben (und nur sie) geben sich hier vorbildlich die Hand.

Und nochmal Weihwasser: Heute, am Frauentag, wurden die Frauen in meiner Gemeinde nach vorne gerufen und bekamen den Segen. Natürlich inklusive Weihwasser – und der Priester sagte dazu leise und mit einem Lächeln: „Das Wasser ist sauber, und ich habe mir vorher die Hände desinfiziert.“

Es gibt ernste Fälle von Corona. Ich halte neben Forschung, Hygiene und Gebet die Quarantänemaßnahmen für grundsätzlich sinnvoll (und hoffe sehr, nicht irgendwann in Quarantäne zu müssen – aber wenn: auch das lässt sich aushalten). Es gibt noch keinen Impfstoff. Ich nehme die Sache durchaus ernst, aber ich höre lieber auf Virologen, die zu sorgfältigem Händewaschen mit Seife raten, als auf Durchgeknallte, die Desinfektionsmittel aus Kinderkliniken stehlen. Was Hamsterkäufe angeht, halte ich zwar generell für sinnvoll, ein paar Vorräte im Haus zu haben, ganz unabhängig von Corona. Nicht sinnvoll ist, so zu kaufen, als gäbe es für das nächste Quartal nichts mehr.

Einige Menschen führen sich auf, als stünde der Dritte Weltkrieg durch eine Invasion von Außerirdischen bevor, die jeden mit Lungenpest infizieren, der nicht schnell genug in seinem Privatbunker ist. Das ist möglicherweise die Folge des übermäßigen Konsums von Katastrophenfilmen; ein Zeichen von Vernunft oder Glauben oder gar beidem ist es nicht.

Und dann das Fasten.
Das ist ja so gesund. Aber ich solle ja unbedingt, also ganz bestimmt, doch ein wenig Fett zu mir nehmen, weil das Vitamin A in den Möhren sonst nicht verwertet werden kann, und das ist wichtig für die Augen.

Mein Himmel! Ist denn jemals in der Weltgeschichte jemand deshalb erblindet, weil er knapp zwei Monate lang nur alle sieben Tage etwas Fett zu sich nahm? Ich sagte es schon an anderer Stelle: Ob Fasten gesund ist oder nicht, ist mir schnuppe. Natürlich registriere ich als angenehmen Nebeneffekt, daß mein Doppelkinn etwas geringer wird und ich mich fitter fühle. Ich hege sogar die Hoffnung, daß ich durch das Fasten wieder einen Anschub in Sachen Disziplin bekomme und mein erhebliches Übergewicht im Laufe des Jahres verliere.

Aber das Wichtige am Fasten ist eben nicht die Gesundheit. Ich faste, weil ich katholisch bin, das für richtig halte, weil ich Jesus nachfolge, der vierzig Tage lang in der Wüste gefastet hat; weil Fasten den Kopf frei macht für Glauben und Liebe; weil ich Solidarität mit den Armen üben will, das am Essen gesparte Geld an Arme weitergeben will. Ich faste nicht um der Gesundheit willen.

Gesundheit ist ein hohes Gut – aber bei weitem nicht das höchste, auch wenn das mindestens bei jedem Geburtstag behauptet wird. Die göttlichen Tugenden Glaube, Hoffnung, Liebe sind jede für sich und alle zusammen viel mehr wert.

Nur um es ganz klar zu verdeutlichen: Wenn heute eine Fee zu mir käme und sagte „Du kannst für immer vollständig gesund sein, ohne Epilepsie, mit funktionierender Schilddrüse, ohne Arthrose, ohne Venenschwäche, ohne irgendein anderes Leiden – si cadens adoraveris me“ – dann würde ich der Fee entgegenschleudern, was Jesus bei vergleichbarer Gelegenheit sagte: Apage Satanas! Und genau diese Fee, oder was immer, scheint mir zur Zeit hyperaktiv unterwegs zu sein.

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Diese Woche: Zwei Vorträge von mir!

Einer in Potsdam – genauer gesagt: halb Vortrag, halb Meditation.

Arche Potsdam
Erhöhung und Leiden Jesu Christi im Rosenkranz
Betrachtung

Dienstag, 10. März
19.30 Uhr
Am Bassin 2, 14467 Potsdam
schräg gegenüber der Peter-und-Paul-Kirche
Eintritt frei

Im Rosenkranz betrachten wir glaubenswichtige Stationen im Leben Jesu. In die Fastenzeit passen besonders die schmerzhaften Geheimnisse – und die lichtreichen, die in engem Zusammenhang mit der Leidensgeschichte stehen. Beide Gesätze erläutere ich anschaulich anhand der neutestamentlichen Quellen und des geschichtlichen Umfelds.

Einer in Spandau (doch, das gehört zu Berlin) zu einem heiß diskutierten Thema.

Warum gibt es keine katholischen Priesterinnen?
Vortrag

Freitag, 13. März
17.30 Uhr (im Anschluß an die Messe um 17.00 Uhr)
St Marien am Behnitz
Behnitz 9, 13597 Berlin
Nähe U-Bahnhof Altstadt Spandau
Eintritt frei

Kommt scharenweis, es lohnt!

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Fastenzeit: Zeit der Anbetung

Anbetung eines Brotes?

Auf Außenstehende, die mit dem katholischen Glauben nicht vertraut sind, wirkt es vermutlich seltsam, daß da Menschen in tiefer Ehrfurcht vor einem kleinen Scheibchen Brot knien, das in einem kostbaren durchsichtigen und mit Metallstrahlen geschmückten Behälter auf einem Tisch steht.

Tatsächlich ist es der Altar nicht einfach ein Tisch, auch wenn er so aussieht – und was wir anbeten, ist nicht Brot, auch wenn es so aussieht und so schmeckt.

Es ist, was wir in der Eucharistie empfangen: Der Leib des Herrn. Es ist der Herr, der durch die Wandlung bei der Messe nicht vermehrt und durch das Sumieren nicht vermindert werden kann. Gott, der Heilige Geist, bewirkt, daß Gottes, Jesu, Worte „Das ist Mein Leib – das ist Mein Blut” in jeder Heiligen Messe neue Wirklichkeit werden. In der Anbetung – entweder vor dem Herrn im Tabernakel oder vor dem in der Monstranz ausgestellten Herrn – ist Er unser Gegenüber, sichtbar in der Gestalt einfachen Brotes. Es ist dabei kein seltenes Ereignis, daß Menschen – nicht nur gläubige Katholiken – Seine Anwesenheit innerlich spürbar erfahren als ein plötzliches Gespür im Herzen, als Wärme, als unmittelbare Freude.

Meine Erfahrung ist, daß die tägliche Anbetung vor dem Tabernakel oder dem ausgesetzten Allerheiligsten regelmäßig große Freude zur Folge hat, gleich wie der Tag sonst war.

In der Anbetung können wir Jesus alles sagen, was uns auf dem Herzen liegt, können Ihm danken, Ihn bitten, Ihm unsere inneren und äußeren Nöte vortragen. Eigentliche Anbetung beinhaltet aber auch ein Stillwerden vor Gott. Gott liefert sich uns aus in den Eucharistischen Gestalten; wir liefern uns Gott aus, indem wir Ihn anbeten und Ihm uns selbst ganz überlassen. Das führt zum Gehorsam, und darüber können Sie morgen, am Montag, lesen.

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Fastenzeit: Zeit der Sühne

Sühne – warum sollte ich fremde Schulden bezahlen?

Zunächst einmal hat wohl jeder schon irgendwann einen Schaden angerichtet, den er nicht selbst wieder gutmachen konnte. Ob es ein Kratzer im Lack ist, eine kaputtgeschmissene Blumenvase, ein größerer materieller Schaden, eine fahrlässige Körperverletzung oder Schlimmeres, wer Schaden anrichtet, ist nicht immer fähig, ihn zu ersetzen oder wieder gutzumachen. Dann zahlen vielleicht die Eltern oder Verwandten des Missetäters, oder Freunde legen zusammen, weil sie wissen, daß der Freund pleite ist und es ihm leid tut. Bei größerem Schaden, bei schweren Verbrechen gar, kann es sein, daß Menschen im weiteren Umfeld des Täters sich zu einer Sühneleistung zusammentun.

In jedem Fall wird eine Schuld von Menschen beglichen, die sie nicht begangen haben. Das geschieht einerseits, um dem Geschädigten zu helfen, der sonst auf eine Entschädigung lange warten müsste oder sie nie zu sehen bekäme. Andererseits geschieht es, um den Schuldigen zu entlasten, der sonst mit seiner unbeglichenen Schuld leben müsste.

Bei der Sühne im religiösen Sinn geht es ganz wesentlich um die Unterstützung des schuldig Gewordenen, der aus irgendwelchen Gründen – sei es mangelnde Einsicht in seine Schuld, sei es mangelnde Fähigkeit zur Wiedergutmachung – die Schuld unbeglichen lässt. Für ihn zu beten ist eine gute Tat. Dabei geht es nicht darum, Schuld kleinzureden. Wir könnten ja auch gar nicht Gott überzeugen, daß alles nicht so schlimm ist – Er weiß, wie schlimm oder wie gut es steht! Es geht darum, Ihn für den Schuldigen um Einsicht und Vergebung und für den Geschädigten um Heilung und Versöhnung zu bitten. Im Sühnegebet sagen wir, was der Schuldige nicht sagen kann oder will.

Sühne ist eine Tat der Nächstenliebe; wir beten für den, der es nicht kann. Zugleich ist sie ein Akt der Solidarität; als Sünder sind wir solidarisch mit anderen Sündern. Man kann ein Sühnegebet auch als Heilungsgebet verstehen, denn der reuelose Sünder ist ja seelisch krank – zum einen, weil Sünde generell als eine Art Krankheit gesehen werden kann, die Erbkrankheit, die seit Adam alle Menschen tragen, zum anderen, weil es krankhaft ist, Sünden nicht zu bereuen (also Unrecht nicht einzusehen). Schließlich ist es ein Akt des Vertrauens auf Gott, der die Bitten Seiner Kinder hört.

Vertrauen auf (und damit Liebe zu) Gott führt zu meinem nächsten Thema – zur Anbetung, und darüber können Sie morgen, am Sonntag, lesen.

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Programmhinweis: Ich bin im Fernsehen!

Am 7. März, 17.25-17.55, zeigt RBB in der Reihe „Unser Leben“ den Beitrag „Mach mal Pause – Den Alltag unterbrechen“ – und etwa fünf Minuten lang werde ich etwas über mein Fasten erzählen.

Später ist der Beitrag auch in der Mediathek zu sehen.

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Fastenzeit: Zeit der Beichte

Beichte – machen wir uns da klein?

Was uns wirklich klein macht, ist die Sünde. Damit ist keineswegs nur und nicht mal an bedeutender Stelle Fleischgenuss in der Fastenzeit gemeint, sondern alles, was dem Willen Gottes widerspricht. Das kann das willentliche Hegen böser Gedanken sein (Gewaltphantasien gegenüber dem schwierigen Nachbarn, Neid- und Hassgedanken, sich selbst auf einen Sockel stellen…), es kann den Bruch eines Versprechens gegenüber Gott und/oder dem Nächsten sein, also ein Akt der Treulosigkeit, es kann Selbst- oder Fremdverletzung beinhalten… die Möglichkeiten zur Sünde sind leider vielfältig und beginnen bereits sehr weit vor Folter und Mord. Je weiter vor den offenkundigen Schrecknissen großer Sünden man sich darüber klar wird, auf einem falschen Weg zu sein, desto besser! Echte Reue über kleinere Sünden und die folgende Beichte können den Weg zu großen Sünden verbarrikadieren.

In der Beichte gebe ich zu, daß ich mich kleiner gemacht habe, als ich (Kind Gottes, Königskind, Erbin der Verheißung) eigentlich bin. Ich sage, was in meinem Verhalten der Gotteskindschaft widerspricht. Durch den Priester sagt Gott mir die Vergebung meiner Sünden zu. Die Buße, die der Priester mir auferlegt (im Regelfall ein Gebet oder eine gute Tat) ist keine Bedingung für die Wirksamkeit der Lossprechung; ich bin frei, wenn ich von der Beichte komme. Es wäre allerdings eine neue Sünde, die aufgetragene Buße nicht zu tun – eine Unfreundlichkeit Gott gegenüber, der mich so großartig beschenkt hat. Die aufgetragene Buße zu tun ist der Dank für die Sündenvergebung.

In der Beichte machen wir uns nicht klein. Wir gestehen, daß wir uns durch die Sünde klein gemacht haben, lassen uns mit der Vergebung beschenken und haben danach wieder die Größe, in der Gott uns vorgesehen hat. Auch wenn es dabei nicht um körperliche Größe geht: Ich fühle mich nach der Beichte im Allgemeinen einige Zentimeter größer. Das geht nicht nur mir so. Und dieser Größenunterschied hält oft sogar einem Maßband stand – man geht aufrechter.

Schön wäre ja, man könnte so etwas auch für andere machen! – In gewisser Hinsicht kann man das. Man nennt es Sühne, und darüber können Sie morgen, am Samstag, lesen.

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