Was kann ich tun?

Das Allermeiste muss ich Gott überlassen. Alle anderen beweisen immer wieder, daß sie keinen dauerhaften Frieden machen können. (Ich zähle mich zu allen anderen.) Weder kann ich beim Aufräumen und Aufbauen in den Hochwassergebieten helfen, noch kann ich die Taliban verjagen – so gern ich die Möglichkeit zu beidem hätte.

Die Dinge, die ich machen kann, haben weder auf Afghanistan noch auf die Hochwassergebiete in Europa einen Einfluss. Was ich tun kann, ist beten. Gebet ist keine Maschine, es ist etwas kategorisch anderes als praktische Arbeit. Deshalb ist es unsinnig, das eine gegen das andere auszuspielen. Es muss beides geben.

Was ich auch tun kann, ist wenigstens manchmal den gröbsten Klötzen als Keil dienen, wenn wieder einmal boshafte und höhnische Sätze über notleidende Menschen im Internet kursieren. Allerdings will ich in den sozialen Medien vorerst nicht Laut geben. Ich sagte heute in einer Mischung aus Zorn und Resignation, wenn die Taliban besiegt und Covid19 Geschichte ist, komme ich wieder auf facebook. Da ich vermute, daß zumindest ersteres erst mit der Parusie geschehen wird und ich ab Jesu Wiederkunft ganz sicher nicht mehr auf facebook zugange sein will, ist das kein sehr durchdachtes Vorhaben. Aber ich werde mich in der nächsten Zeit wohl weniger öffentlich über ungute Menschen echauffieren.

Ich will versuchen, mir den 131. Psalm anzueignen. Innere Emigration ist nicht meine Sache, aber eine innere Wallfahrt finde ich sinnvoll in diesen wüsten Zeiten.

Ein Wallfahrtslied. Von David.

HERR, mein Herz überhebt sich nicht, nicht hochmütig blicken meine Augen, ich gehe nicht um mit großen Dingen, mit Dingen, die mir nicht begreiflich sind. Vielmehr habe ich besänftigt, habe zur Ruhe gebracht meine Seele. Wie ein gestilltes Kind bei seiner Mutter, wie das gestillte Kind, so ist meine Seele in mir.

Israel, warte auf den HERRN von nun an bis in Ewigkeit!

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Die reine Bosheit

… begegnet mir in den sozialen Netzwerken, wenn es um Hilferufe von Frauen geht.

Eine junge Frau sagt, sie fühlt sich massiv bedroht, sie hat Angst vor Vergewaltigung, sie will lieber sterben als Vergewaltigern in die Hände fallen. Eine andere sagt aus, ihr eigenes Leben sei nichts mehr wert.

Angenommen, diese beiden Frauen wären Deutsche mit heller Hautfarbe: Sie könnten sich tausendfacher Solidaritätsbekundungen und Hilfsangebote sicher sein. (Ob es über Bekundung und Angebot im Ernstfall hinausginge, weiß ich allerdings nicht.) Sicher würden sie auch hören, daß sie unrecht haben, daß sie sich an Polizei und Justiz wenden können, daß für den schlimmsten Fall Frauenhäuser existieren. Aber eines würden sie gewiss nicht hören: „Wir wollen dich hier ohnehin nicht.“

Aber – die beiden sind Afghaninnen und sprechen aus ihrer Heimat. Folge davon sind Kommentare wie diese:

Jetzt kommen die Mitgefühl Videos. War nur eine Frage der Zeit.

Nun heißt es vernünftig wählen damit die deutschen Grenzen geschlossen und geschützt werden. Sonst haben wir bald das selbe hier.

Ich weine auch jeden Tag da man mir meine Freiheit nimmt und mich erpresst.

Wirklich schaurige Märchen.

Ist mir völlig Latte…

Solche Videos gehen mittlerweile spurlos an mir vorbei

Die misshandelten Tiere tun mir aber auch sehr leid!!!

mir tun die Tiere mehr leid, die Tiere sollten hier bei uns Asyl bekommen die sind wenigstens herzlich willkommen hier

Aha, man fängt schon an die Bevölkerung weich zu kochen. Aber, nach 20 Jahren Schutz und Ausbildung durch unbeliebte christliche Soldaten und dann, wenn es um die gegebene Freiheit geht, einfach alles passiv geschehen lassen?! Die Taliban sind nun im Besitz moderner Waffentechnik, allein 150 supermoderner Kampfhubschrauber…. da hält sich mein Bedauern in Grenzen.

Ende vom Lied wird sein, Deutschland holt sie alle her…so war’s von vornherein geplant…wir haben ja soooviel Platz

75.000 Taliban standen 300.000 afghanischen Soldaten und einer Zivilgesellschaft gegenüber, die hätte wissen müssen um was es geht… Es gibt Weggabelungen in der Geschichte von Ländern, wo man seine Freiheit mit seinem Blut verteidigen muss. Wenn die Afghanen es nicht getan haben, war es ihnen nicht wichtig genug. Sie soll ihre Brüder und Cousins verfluchen, nicht den Westen….

Die Mehrheit der dortigen Bevölkerung scheint dies zu goutieren, ansonsten wäre das in der Schnelligkeit nicht möglich. Insofern muss man sie wohl lassen.

Wenn eine kleine Armee binnen Tagen ein Land überrollen und die Macht übernehmen kann, muss Akzeptanz in der Bevölkerung vorhanden sein. Anders kann ich es mir nicht vorstellen.

Wer erzieht denn die Söhne seit vielen Generationen, die dann zu Taliban, Terroristen und männlichen Gräulwesen werden?

Das ist eine kleine Auswahl der Hasskommentare. Einige besonders widerliche habe ich nicht zitiert, weil ich die nicht einmal zu Dokumentationszwecken auf meinem Blog haben will. Das heißt, obige Zitate sind nicht einmal die schlimmsten.

Also: die verzweifelten Videobotschaften junger Afghaninnen sind nur mitleidheischend, außerdem sind die jungen Frauen ja selbst schuld, weil sie sich nicht gewehrt haben oder ihre Söhne nicht besser erzogen haben, und außerdem (gleichzeitig) sind das ja alles nur Märchen, wahr ist nur, daß nun ganz sicher echte Terroristen in einer Riesenwelle nach Deutschland strömen werden, und wenn die jungen Frauen Hundewelpen wären, wären sie willkommen…

Wenn der Herr mir sagt, ich solle meine Feinde lieben, dann muss ich Ihm heute entgegnen: Bei den Taliban ist das schwierig genug, aber ich versuchs. Aber, Herr, meinst Du im Ernst auch diese unterbelichteten, gefühlskalten, herzlosen Kommentatoren?

Ich weiß schon: Er wird Ja sagen. Daran merkt man, daß Christentum wirklich nichts für Weichlinge ist.

Ich werde für die einen wie die anderen um Hirn, Gewissen und Bekehrung beten. Zumindest werde ich es versuchen. Sie haben es gleich nötig, und in dieser Hinsicht gilt mein Mitgefühl den Taliban ebenso wie den besagten Kommentatoren. Und für alle Afghaninnen, die jetzt furchtbare Ängste ausstehen und gerne fliehen würden, aber nicht können, weil die Flugpreise schwindelerregend hoch sind, bete ich um großzügige und schnelle Hilfe und darum, daß sie bald in einer sicheren Umgebung frei leben können. Und für mich selbst, daß mein Zorn über die ekelhaften Kommentare nicht in zerstörerische Wut umschlägt. Im Augenblick bin ich recht froh, daß meine Faust von jedem dieser Kommentartoren naturgemäß weit entfernt ist – sonst könnte ich für nichts garantieren.

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Mariä Aufnahme in den Himmel

Es gibt zahlreiche theologische Begründungen, warum die leibliche Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel ohne vorhergehenden Todeskampf eine sinnvolle Annahme ist. Das leuchtet mir auch alles ein. Aber viel schlagkräftiger finde ich die Offenbarung des Johannes, Kap. 12:

Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen. Ein anderes Zeichen erschien am Himmel und siehe, ein Drache, groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte; er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie gebar ein Kind, einen Sohn, der alle Völker mit eisernem Zepter weiden wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen Zufluchtsort geschaffen hatte; dort wird man sie mit Nahrung versorgen, zwölfhundertsechzig Tage lang.
Da entbrannte im Himmel ein Kampf; Michael und seine Engel erhoben sich, um mit dem Drachen zu kämpfen. Der Drache und seine Engel kämpften, aber sie hielten nicht stand und sie verloren ihren Platz im Himmel. Er wurde gestürzt, der große Drache, die alte Schlange, die Teufel oder Satan heißt und die ganze Welt verführt; der Drache wurde auf die Erde gestürzt und mit ihm wurden seine Engel hinabgeworfen. Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er da, der rettende Sieg, die Macht und die Königsherrschaft unseres Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten; denn gestürzt wurde der Ankläger unserer Brüder, der sie bei Tag und bei Nacht vor unserem Gott verklagte. Sie haben ihn besiegt durch das Blut des Lammes und durch ihr Wort und ihr Zeugnis. Sie hielten ihr Leben nicht fest, bis hinein in den Tod. Darum jubelt, ihr Himmel und alle, die darin wohnen. Weh aber euch, Land und Meer! Denn der Teufel ist zu euch hinabgekommen; seine Wut ist groß, weil er weiß, dass ihm nur noch eine kurze Frist bleibt.
Als der Drache erkannte, dass er auf die Erde gestürzt war, verfolgte er die Frau, die den Sohn geboren hatte. Aber der Frau wurden die beiden Flügel des großen Adlers gegeben, damit sie in die Wüste an ihren Ort fliegen konnte. Dort wird sie eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit lang ernährt, fern vom Angesicht der Schlange. Die Schlange spie einen Strom von Wasser aus ihrem Rachen hinter der Frau her, damit sie von den Fluten fortgerissen werde. Aber die Erde kam der Frau zu Hilfe; sie öffnete ihren Mund und verschlang den Strom, den der Drache aus seinem Rachen gespien hatte. Da geriet der Drache in Zorn über die Frau und er ging fort, um Krieg zu führen mit ihren übrigen Nachkommen, die die Gebote Gottes bewahren und an dem Zeugnis für Jesus festhalten. Und der Drache trat an den Strand des Meeres.

Die Vision zeigt das ganze Leben der Frau auf einmal. Sie zeigt uns eine Frau, deren Sohn zur Herrschaft über die ganze Welt auersehen ist, aber von Geburt an vom Teufel bedroht ist und der in den Himmel entrückt wird. Die Engel, die den Teufel endlich stürzen, tun dies nicht aus eigener Kraft, sondern „durch das Blut des Lammes“. Die Frau findet auf der Erde eine Zuflucht. Jedoch sieht Johannes sie als himmlische Königin, mit Sternen gekrönt, den Mond unter ihren Füßen.

Wer, bitteschön, soll diese Frau denn sonst sein, wenn nicht Maria? Eine Frau, deren Sohn nach härtester Bedrohung durch das Böse und den Bösen über alle Welt herrscht und im Himmel bei Gott und Seinem Thron ist, gibt es schließlich nach überkonfessioneller Auffassung genau einmal. Und wenn die Schrift uns sagt, daß sie mit königlichen Attributen versehen selbst im Himmel ist, leiblich und herrlich, dann sollten wir zumindest mal erwägen, daß es sich genau so verhält.

Maria, Königin des Himmels, bitte für uns.

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Krasse Gewalt!

Heute hatte ich eine Begegnung mit einem jungen Mann, die etwas stürmisch verlief.

Er trat mich ans Kinn und schlug mir die Brille herunter. Dann spuckte er auf mein T-Shirt und riss an meinem Kreuzanhänger. Dabei lachte er.

Ich fand es lustig, denn er ist erst fünf Monate alt und sehr süß. Ich bin zuversichtlich, daß er das später, wenn er groß und stark ist, nicht mehr tun wird. Er ist der Sohn meiner lieben Freunde Tobias und Suse.

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Kundschaft nach meinem Herzen

Ich schreibe ja zuweilen für Zeitschriften. Tagespost (zuletzt die vom 12.8.2021) und X451 (jede Nummer) sind dabei, und seit Neuestem auch Durchblick – im Oktober wird dort zum ersten Mal ein Artikel von mir erscheinen. Thema: Engel.

Übrigens nicht, weil ich da angefragt habe, sondern weil die hier angefragt haben. Und das ist nun wirklich Arbeit nach meinem Herzen, wenn nicht ich arbeitsuchend hingehe und frage, ob vielleicht bitte, bitte jemand meine Fähigkeiten brauchen könnte – sondern wenn andere zu mir kommen und fragen, ob ich bitte, bitte für ihre Zeitschrift schreiben könnte. Es solle mein Schaden nicht sein.

Millionär wird man auf diese Weise zwar eher nicht. Aber besser als Teller waschen ist es jedenfalls, und Millionäre gibt es wahrlich genug und zu viele.

Ich schreibe und kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen, auch wenn es mühsame Zeiten gibt, auch wenn ich zuweilen Probleme habe, die ein Millionär nicht hat, und auch wenn mir manchmal durch den Kopf geht, was Heinrich Heines Onkel, der Bankier Salomon Heine, angeblich über seinen Neffen sagte: „Hätt’ er gelernt was Rechtes, müsst er nicht schreiben Bücher.“

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Hörnchen baut um

Die Plexiglasscheibe soll eigentlich Mäuse und Vögel vom Hörnchenfutter fernhalten. Soll ja keinen Streit geben. Aber Hörnchen findet es praktischer, nicht über die Futterklappe, sondern von vorn an die Nüsse zu kommen. Also schiebt es mit einiger Mühe die Plexiglasscheibe hoch. Nach getaner Arbeit steht es stolz auf dem Tisch und verputzt eine Nuss.

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An die Querdenker

Mal ganz senkrecht gesagt:

Ihr hasst die freie Presse. Ihr habt den Journalisten Jörg Reichelt vom Fahrrad gezerrt und krankenhausreif geprügelt.

Ihr jammert über „Diktatur“.

Journalisten verprügeln und über Diktatur jammern an ein und demselben Tag, bei ein und der selben von der Polizei aus guten Gründen verbotenen Demonstration, zudem wüste Pöbeleien gegen friedliche Menschen, Gewalttaten gegen Polizisten, von der Missachtung sämtlicher Coronaregeln und dem Niederreißen von Absperrungen mal ganz zu schweigen – ja, das passt zu euch, so seid ihr.

Ihr seid erbärmlich.
Das heißt: Man muss für Euch um Gottes Erbarmen bitten. Möge Er euch mit einem funktionierenden Gewissen ausstatten und mit Lust, es zu benutzen.

Aber außerdem müssen Ermittler und Justiz sich intensiv um euch kümmern. Ich hoffe sehr, daß jetzt keine Kuscheljustiz stattfindet. Körperverletzung, Relativierung der Shoa, möglicherweise auch andere Formen der Volksverhetzung, die ein und andere Ordnungswidrigkeit – da fallen Beleidigungen übelster Art schon fast niedlich aus. Ich hoffe, daß die Täter bestraft werden, und zwar so hart wie nach unseren Gesetzen möglich. Möge die Justiz dafür sorgen, daß Menschen, die einen anderen Menschen schwer verprügeln, weil ihnen gerade danach ist, dies für mehrere Jahre wenigstens nicht mehr in der Öffentlichkeit machen können.

Es sind ja ein paar Anwälte in euren Reihen, die werdet ihr jetzt brauchen. Oh, verflixt: die brauchen gerade selbst Anwälte! Na, dann tut’s auch ein Pflichtverteidiger. Ihr dürft einen fairen Prozess bekommen, weil dieser Staat noch nicht nach eurem Gutdünken umgeformt ist, weil es hier noch nicht Sitte ist, daß „das Volk“ sich als (Scharf)Richter versteht, wie einige eurer beliebten Youtuber ja gerne hätten.

Und noch eines, ich möchte hier keine „Aber die Linken / Rechten / Andersgläubigen machen das doch auch“-Kommentare. Erstens weil von denen gerade nicht die Rede ist, zweitens weil ich es für selbstverständlich halte, daß sie mit dem Wort „Menschen“ mitgemeint sind.

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Ist Macht etwas Schlechtes?

Zum gefühlt hundertsten Mal kursiert auf Facebook ein Zitat von Charlie Chaplin:

Macht brauchst du nur, wenn du etwas Böses vorhast. Für alles andere reicht Liebe, um es zu erledigen.

Widerspruch wird in den Kommentaren unter Berufung auf die Bergpredigt nicht geduldet.

Es klingt ja auch zu schön. Und Chaplin, dieser sympathische, witzige Mensch, der so viele Menschen fröhlich gemacht hat mit seinen Filmen, deren Komik nie boshaft ist, in denen stets das Gute siegt – dem darf man doch nicht widersprechen! Ich tu es doch.

Im Amtsgericht Berlin-Charlottenburg, einem Bau des 19. Jhs., wird man von einer auffälligen Deckenmalerei empfangen: Rechts und links über dem Eintretenden sind zwei von floralem Stuck umgebene Ovale mit goldener Schrift. MACHT steht in einem, RECHT im anderen. Das hat mich früher ziemlich aufgeregt. Aber die beiden gehören zusammen! Macht ohne Recht ist tyrannisch, Recht ohne Macht ist konsequenzenlos.

Macht ist zunächst ein wertfreier Begriff. Ich übe Macht aus, wenn ich z.B. jemanden festhalte. Kürzlich geschah das, weil der Jemand versuchte, meine Tasche zu stibitzen. Natürlich hätte ich das auch in Liebe geschehen lassen können…? Nein! Ich kann nicht aus Liebe ein Unrecht geschehen lassen (das u.a. dazu geführt hätte, daß jemand anders als ich meine Papiere samt Ausweis und meine Schlüssel hätte und damit vermutlich etwas Böses angestellt hätte, also nicht nur mir, sondern auch sich selbst geschadet hätte). Ich übe auch Macht aus, wenn ich ein Kleinkind durch Festhalten daran hindere, auf die Straße zu rennen oder eine Glasscherbe aufzuheben. Und ich fände es äußerst lieblos, beides zu erlauben mit der Bemerkung „Durch Schaden wird man klug“.

Gott ist die Liebe, ist der Inbegriff des Guten, Wahren und Schönen: Er ist Liebe und hat sich aus Liebe selbst machtlos gemacht am Kreuz, hat sich allen Menschen zuliebe denen ausgeliefert, die ihre Macht mißbrauchten. Das scheint das Zitat von Chaplin zu bestätigen. Aber wenn Gott nicht auch allmächtig wäre, wäre das das Ende gewesen. Dann wäre Gott tatsächlich tot. Dann hätte es keine Auferstehung gegeben und keine Himmelfahrt, und wir hätten weder Gericht noch Gnade zu erwarten. Dann wären die Evangelien die Geschichte eines jungen Mannes, der Gutes tat und dafür umgebracht wurde – und weiter nichts. Ohne Macht kein Himmel – und keine Aussicht auf ewiges Leben in Liebe.

Im weltlichen Sinn: Stellen wir uns vor, weder Polizei noch Justiz hätten Macht. Stellen wir uns weiter vor, jemand überfiele eine Bank und nähme Geiseln. An welcher Stelle wäre es liebevoll gegenüber Bankangestellten, Geiseln und Angehörigen derselben, wenn keine Macht gegen den Geiselnehmer aufgewendet würde?

Mal abgesehen davon, würde Liebe sich auch ohne Wissen, Mut und Fertigkeit unzulässig selbst beschränken. Chaplin konnte so viele Menschen froh machen, weil er erstens Menschen liebte und zweitens sein Fach gelernt hatte und dafür ausgerüstet war. Ein Polizist kann im günstigen Fall eine Geiselnahme beenden, weil er das gelernt hat und dafür ausgerüstet ist. Oder (im Fall mit der Tasche) auf sehr ruhige und professionelle Weise Klarheit schaffen und Gewalt, die über „Festhalten am Handgelenk“ hinausgeht, verhindern. Und da sind wir schon wieder bei Macht.

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Missbrauch eines Altars

Kürzlich schrieb ich über ein ökumenisches Gottesdienst-Event in der St. Canisius-Kirche in Berlin anlässlich des CSD. Ich wurde um genauere Begründung meines Missfallens gebeten.

Vor dem Altar lag eine Regenbogenfahne, eine weitere hing über dem Ambo. Um Missverständnisse auszuschließen: es handelte sich um die sechsfarbige Fahne, die seit langem als Symbol der LGTB-Bewegung etabliert ist – nicht um den siebenfarbigen Regenbogen, der Zeichen des Bundes mit Gott ist. Der in Gen. 9,13-17 genannte Bundesschluss ist ein souveräner Akt Gottes, nicht des Menschen:

Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Zeichen des Bundes werden zwischen Mir und der Erde. Balle Ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, dann gedenke Ich des Bundes, der besteht zwischen Mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch verdirbt. Steht der Bogen in den Wolken, so werde Ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde. Und Gott sprach zu Noach: Dies ist das Zeichen des Bundes, den Ich zwischen Mir und allen Wesen aus Fleisch auf der Erde aufgerichtet habe.

Zugleich bestätigt der Schöpfergott damit Sein Werk. In Gen. 1,26-28 heißt es ja:

Dann sprach Gott: Lasst Uns Menschen machen als unser Bild, Uns ähnlich! Sie sollen walten über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen. Gott erschuf den Menschen als Sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf Er sie. Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen!

Der zweite Schöpfungsbericht (Gen. 2,18-23) führt es genauer aus:

Dann sprach Gott, der HERR: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Ich will ihm eine Hilfe machen, die ihm ebenbürtig ist. Gott, der HERR, formte aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie dem Menschen zu, um zu sehen, wie er sie benennen würde. Und wie der Mensch jedes lebendige Wesen benannte, so sollte sein Name sein. Der Mensch gab Namen allem Vieh, den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes. Aber eine Hilfe, die dem Menschen ebenbürtig war, fand er nicht. Da ließ Gott, der HERR, einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, sodass er einschlief, nahm eine seiner Rippen und verschloss ihre Stelle mit Fleisch. Gott, der HERR, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu. Und der Mensch sprach: Das endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Frau soll sie genannt werden; denn vom Mann ist sie genommen.¹

1. Im Hebräischen ein Wortspiel: ish – Mann, isha – Frau.

Was die Heilige Schrift hier in großen Bildern sagt, gilt! Männlich und weiblich schuf Gott den Menschen; die Geschlechter ergänzen einander, und ohne den Beistand der Frau findet sich der Mann in der Welt nicht zurecht, auch wenn er alles erkennen und benennen kann. Mann und Frau sind von einer Art und ergänzen einander.

Die Sintflutgeschichte endet versöhnlich – Gott legt Seinen Kriegsbogen in die Wolken und widmet ihn um zum verbindlichen Zeichen Seiner Treue und Fürsorge. Zugleich ist der Mensch aufgerufen, Gottes Bund zu beachten. Daß Sexualität zwischen Mann und Frau stattfindet und mit Fruchtbarkeit zu tun hat, wird in diesen alten Texten ohne weitere Erläuterung als gottgegeben erklärt. Spätere biblische Texte bis zu Paulus betonen mit Schärfe, daß homosexuelle Akte (und nicht bloße homosexuelle Veranlagung, die nicht thematisiert wird) in sich schlecht sind.

Aber Gott liebt doch alle Menschen! – Ja, aber Er liebt nicht alle Handlungen. Wir sind frei, zu entscheiden, was wir tun. Der Katechismus der Katholischen Kirche (2357-2359) ist deutlich genug zu dem Thema.

Der Ambo ist der Ort, von dem aus das Wort Gottes verkündet und ausgelegt wird. Es ist widersinnig, ihn mit einem LGTB-Symbol zu schmücken.

Der Altar, der Opfer- und Mahltisch, wo die Eucharstische Wandlung von Brot und Wein zu Fleisch und Blut des Herrn geschieht, ist Zeichen für Jesus Christus, für das fleischgewordene Wort Gottes, für Gott. Ob man einen Altar und seinen Schmuck schön findet oder nicht, ist zwar auch Geschmackssache. (So mag ich keine rosa Anthurien, andere finden rosa Anthurien wunderschön, und wenn der Blumenschmuck rosa Anthurien enthält, kann ich sagen: Nicht mein Fall, aber sie sind zu Gottes Ehre da hingestellt.) Aber ein Symbol der LGTBetc.-Bewegung stellt in sich einen Widerspruch zu Gottes Wort dar. Als Altarschmuck ist es ein überdeutliches Zeichen des Ungehorsams. Die Aussage ist: „Wir behaupten, Gott zu lieben, und was Er zum Thema Sexualität sagt, ist uns egal. Wir glauben, daß die Kirche der richtige Ort für Gottesdienste ist, und ignorieren geflissentlich die Sexuallehre der Kirche.“

Ich möchte trotz aller Enttäuschung über P. Jan Korditschke SJ, der diesen sonderbaren Gottesdienst und Altarschmuck zuließ und guthieß, kein pauschales Genörgel über die Societas Jesu veranstalten. Stattdessen lasse ich abschließend einen anderen Jesuiten unserer Zeit zu Wort kommen.

P. Gianfranco Matarazzo SJ schreibt in seinem Essay About Chastity zwar über das mönchische Keuschheitsgelübde. Aber Christen sind ja ausnahmslos zu einem keuschen Leben gerufen, in dem Sexualität so heilig ist, daß sie nur im Schutz einer christlichen Ehe stattfindet. Ich zitiere einige Absätze in meiner Übersetzung:

Authentische Keuschheit ist kein Alibi, um gegenüber Frauen einen Argwohn oder – noch schlimmer – eine unreife Herablassung zu hegen. Stattdessen ist der Ordensmann berufen zu zeigen, daß er die freie Wahl der Weise bejaht, in der er seine Sexualität äußert, eine Weise, die dem Beispiel Jesu folgt und die Beziehungskräfte des Ordensmannes – besonders wenn er Priester ist – im apostolischen Dialog öffnet. Der Jesuit ist gerufen, Person zu werden, authentische Person, immer freier für und wie Christus, für Sein Reich und für andere.

Und es kann auch geschehen, daß die Liebe zu Christus, die einen Ordensmann zur Keuschheit motiviert, anderen Menschen die Sehnsucht nach Reinheit vermittelt.

Keuschheit kann nur von jenen geliebt und gelebt werden, die einen Sinn für Gott und für Sein Handelns in uns und durch uns haben. Diesen Sinn für Gott zu haben bedeutet einen Sinn für das Mysterium Christi zu haben und vor allem all das in unserem Verstand, unserem Willen unseren Gewohnheiten zu reinigen, was mit Jesu Leben und Lehre nicht übereinstimmt.

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Hörnchen als Diva

Dies ist ein besonders hübsches Exemplar, zierlich und mit seidigem Fell. Es wirkt, als ob es das recht gut weiß: Zeigt sich, putzt sich, posiert und verschwindet.

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