Vor zwanzig Jahren

Am 3. Juni 1998 verunglückte ein Zug bei Eschede. 101 Menschen starben, 88 wurden schwer verletzt. Es ist davon auszugehen, daß von den Schwerverletzten viele noch immer an den Folgen leiden.

Die meisten Toten waren in einem Zustand, daß man ihren Angehörigen nicht zumuten wollte, sie noch einmal zu sehen.

Fünf der Toten konnten nicht identifiziert werden. Ihre Angehörigen wissen bis heute nicht, was mit ihnen passiert ist.

Heute ist die äußere Feier des Festes Fronleichnam. Es ist ein Tag jubelnder Freude. Zugleich ist es für mich ein Tag des Gebetes für die Seelen der Toten – auch die meiner Nichte Muriel -, für die Überlebenden und die Trauernden und für alle, die von dem Unglück berührt wurden (dazu gehören auch die Sanitäter, Polizisten, Feuerwehrleute, Mitarbeiter der Identifizierungskommission und freiwilligen Helfer).

Herr Christus, erbarme Dich.

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Fronleichnam geht anders, Berliner!

Gestern nahm ich an der zentralen Feier Fronleichnam in Berlin teil.
Danach war ich wütend und traurig.

Tobias Klein hat darüber ausführlich gebloggt; ich mache es nur kurz und zitiere die Mail, die ich am späten Abend noch ans Erzbischöfliche Ordinariat geschickt habe.

Sehr geehrte Damen und Herren,

bitte erklären Sie mir, wie es zu diesem Ablauf der Prozession kommen konnte.

Der Eucharistische Herr stand auf einem schmucklosen Altar an einer Straßenecke, und das Volk wurde dort regelrecht vorbeigetrieben mit Worten wie „Schnell, schnell, weitergehen“ und „Weitergehen, keine Verehrung!“.

Ich war leider zu feige, trotzdem niederzuknien. Ich blieb dennoch kurz stehen, um mich wenigstens zu bekreuzigen – und ungelogen, mir wurde kaum dafür genug Zeit gewährt. Alles musste „schnell, schnell“ gehen. Nur vor der Kathedrale durfte man dann wieder lange, lange völlig sinnfrei herumstehen, die Lieder singen, die zur Anbetung gehört hätten, und sich dröge Sprüche anhören, bis endlich der Herr auch hierher getragen wurde. (Kleiner Hinweis: Der Satz „Wir glauben, daß der Herr in diesem Brot ist“ wird nicht wahrer davon, daß er häufig gesagt wird. Der Herr ist nicht irgendwo in der Hostie; die Hostie ist der Herr, jeder einzelne Krümel davon. Ist Thomas von Aquin dem Kirchenvolk etwa nicht mehr zuzumuten?)

Falls Derartiges nächstes Jahr wieder passiert, werde ich hoffentlich vor dem Herrn niederknien, gleich wie laut es verboten wird. Das hätte ich schon heute tun sollen. Es ist natürlich ein bizarres Dilemma, wenn man, wie ich, der Kirche gegenüber Gehorsam gelobt hat und die Kirche in Gestalt ihrer Diener einem dann die Verehrung des Eucharistischen Herrn verbietet!

Ich erwarte Ihre Antwort.

Mit bestmöglichen Grüßen
Claudia Sperlich

Ich bin froh, daß bei der äußeren Feier am Sonntag in St. Ludwig (gemeinsam mit der Großgemeinde Maria unter dem Kreuz) Würdigeres zu erwarten ist. Dennoch sagte ich vorsichtshalber schon jetzt: Ich habe bei Meditationstexten eine höhere Platitüdentoleranz als Bloggerkollege Tobias, aber wer mich vom Herrn vertreiben will, muß künftig mit Widerstand rechnen. Ich werde knien – und wer mich aus dem Weg haben will, muß mich wegheben. Zu irgendwas muß mein starkes Übergewicht ja mal gut sein!

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Mein Klosterurlaub und die Benedict Option

Die stillen Tage bei den Mägden Mariens – ich berichtete schon – gaben mir Zeit, die Benedict Option zu lesen. Rod Dreher, ein erst zum Katholizismus und dann zur Orthodoxie konvertierter US-amerikanischer Christ mit brennendem Herzen, eucharistischer Frömmigkeit und großem Respekt vor anderen Konfessionen, schreibt mit seiner Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft einerseits eine scharfe Beobachtung des fadenscheinig werdenden Wohlfühlchristentums, das auch in Europa um sich greift, andererseits einen energischen Aufruf, sich auf die Wahrheit und Schönheit christlicher Kultur (und nicht etwa eines Kulturchristentums) zu besinnen, sie furchtlos und fröhlich neu zu beleben.

Tobias Klein hat das so ernsthaft wie witzig geschriebene Buch hervorragend übersetzt; besonders bewundere ich seine souveräne Übertragung des Plaudertons einiger Abschnitte. Es klingt an keiner Stelle „übersetzt“.

Inspiriert vom strengen und glaubensfrohen Leben der Benediktiner in Norcia, der Heimatstadt des Heiligen Benedikt, legt Dreher den Kontrast zwischen christlichem und modernen Leben dar. Denn ein ohne Abstriche christliches Leben ist in modernen westlichen Gesellschaften nicht ohne Abgrenzung möglich. Die Abgrenzung von einer hedonistischen Gesellschaft mit einer Vielzahl schwammiger Selbsterlösungslehren darf nicht einfach darin bestehen, daß man eben sonntags in die Kirche geht und sonst so weitermacht wie alle. Denn durch diese Haltung hat in den westlichen Kirchen schon längst ein „Moralistisch-therapeutischer Deismus“ Land gewonnen, eine Ersatzreligion, die besagt, daß wir irgendwie gut sein müssen, damit es uns gut geht, und daß es irgendeinen höheren Willen gibt, der das in Ordnung findet. Das Ziel des Christentums ist aber nicht ein irdisches Wohlgefühl der Anständigen, sondern das überirdische, ewige, selige Leben in der vollkommenen Liebe des Erlösers.

Der Weg dorthin ist von Kirchenlehrern und anderen Heiligen beschrieben und begangen. Dreher wirbt für eine neue Erarbeitung des verschütteten Wissens spätantiker und mittelalterlicher Autoren, für eine Neuauflage christlicher Bildung. Aber das Buch ist keine Anleitung zum Verständnis der Patristik, sondern ein fast alle Lebensbereiche ansprechender Weckruf, sich von jeder Versuchung zum hedonistischen Laissez-Faire oder zu einem Wohlfühlchristentum abzuwenden. Phantasie und Kreativität sind gefragt, um eine von klösterlicher Frömmigkeit und Disziplin inspirierte Lebensweise in Familie und Gesellschaft zu bringen. Das ist ein schwieriger Weg; es gab bereits mehrere existenzvernichtende Urteile in den USA, wo Christen sich geweigert haben, für homosexuelle Paare „Hochzeitstorten“ zu backen und „Hochzeitssträuße“ zu binden. Auch in Deutschland ist ein vergleichbarer Gegenwind spürbar, vielleicht noch nicht ganz so stark, aber wir sind auf dem schlechtesten Wege dazu.

Zunächst ist notwendig, daß wir neu lernen, was Christentum ist und will, dann ist unsere Kreativität gefragt. Wir müssen von der Pfarrkirche nicht erwarten, daß sie mal was in der Richtung anfängt, sondern etwas in der Richtung anfangen und dazu einen Raum im Gemeindehaus der Pfarrkirche erbitten. Wir müssen uns mit anderen Christen vernetzen, auch über Konfessionsgrenzen hinweg, müssen gemeinsam beten und handeln. Auch muss man bereit sein, die eigenen Ansprüche herunterzuschrauben. Denn in naher Zukunft werden Christen gezwungen sein, entweder dem Christentum widersprechende Dinge zu tun oder eine schlechter bezahlte Arbeit zu bekommen. (Ich bin sicher, daß das auch für Europa gilt.) Fragen wir uns bei allem, was wir tun, um unser Geld zu verdienen, ob es mit unserem Glauben vereinbar ist! Ist es das nicht, so kann man zwar um des Arbeitsplatzes willen zustimmen und damit „Weihrauch für Cäsar opfern“ (wie Dreher es nennt), aber man kann dann nicht gleichzeitig überzeugend christlich sein. Zum christlichen Leben gehört in derartigen Fällen auch, sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen – auch wenn sie schlechter bezahlt ist oder eine weitere Ausbildung erfordert.

Weder die Arbeit noch die hochtechnischen Arbeitsmittel, allen voran das Internet, darf die Herrschaft über uns haben. Arbeit ist wichtig, nicht weil wir Arbeitstiere sind, sondern weil die Arbeit über den Erhalt unseres Lebens hinaus zu Gottes Ehre geschehen soll.

Ich habe die Benedikt-Option im tiefen Frieden eines Klosters gelesen, in dem ich Urlaub machte. Drehers klare Worte über die Notwendigkeit, zu Verzicht und harter Arbeit bereit zu sein und in einer zunehmend entchristlichten Welt erkennbar christlich zu leben, und die Beispiele, die er gibt, haben mich stellenweise beschämt innehalten lassen: Was tue ich denn, um diesem Anspruch gerecht zu werden?

Zugleich habe ich zu einem sehr wichtigen Punkt bei Dreher heftig genickt: Er stellt klar, daß Gebet, Anbetung und Empfang der Sakramente nicht Dinge sind, die dazukommen, wenn man mal Zeit hat, sondern das Fundament, auf dem eine christliche Gemeinschaft gedeihen kann. Auch in diesem Sinne ist es gut, seinen Urlaub (und möglichst viel Zeit außerhalb des Urlaubs) mit Stundengebet, Anbetung und guter christlicher Lektüre zu füllen.

„Wenn wir heutigen Christen nicht fest auf dem Felsen der geheiligten Ordnung stehen, wie unsere heilige Tradition sie offenbart – eine Ordnung des Denkens, Redens und Handelns, die das Christliche in der Kultur verkörpert und von Generation zu Generation weiterträgt -, dann haben wir überhaupt keinen Boden mehr unter den Füßen. Wenn wir nicht Praktiken in unser tägliches Leben einbeziehen, die sicherstellen, daß diese geheiligte Ordnung uns, unseren Familien und Gemeinschaften stets präsent bleibt, werden wir sie verlieren. Und wenn wir sie verlieren, laufen wir Gefahr, Ihn aus den Augen zu verlieren, auf den alles in dieser geheiligten Ordnung hinweist wie eine göttliche Schatzkarte.“

Mein Fazit aus dieser Lektüre ist: Ich möchte künftig noch entschiedener tun, was ich tun kann, und ich möchte wenigstens versuchen, in meiner Heimatgemeinde etwas von der Benedikt-Option wahr werden zu lassen.

Rod Dreher, Die Benedikt-Option. Deutsch von Tobias Klein. fe-medienverlags GmbH, 398 S., ISBN 978-3-86357-205-1

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Die Maikolumne auf kath.net

Die Katholische Charismatische Erneuerung (CE) ist, wie die freikirchliche Pfingstbewegung, besonders auf den Heiligen Geist ausgerichtet. Das gibt ihren Lobpreisgottesdiensten und ihren Messen ein eigenes Gepräge.

Ich fühle mich selten wirklich „zu Hause“. Grundsätzlich ist die Kirche mir eher „zu Hause“ als meine gemütliche Wohnung – aber etwas fremd fühle ich mich fast immer. Vielleicht ist das eine gute Ausgangsposition, um die CE zu beschreiben – als wohlwollend aufgenommener Fremdling. Seit einigen Jahren gehe ich gern zu Lobpreisgottesdiensten der CE. In Berlin finden sie unter dem lustigen Namen „Praystation“ in der Kapelle des Gertrauden-Krankenhauses einmal im Monat statt.

Mehr kann man hier lesen.

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Urlaub bei den Mägden Mariens

Wilhelmshorst ist ein kleines Nest südlich von Potsdam; das älteste Haus wurde 1905 gebaut, und der Bahnhof Michendorf (immerhin zwei Gleise) passt ganz dazu. Wenn man von dort durch die Ortschaft mit viel Grün und wenigen Häusern einen knappen Kilometer geht, ist die Ortschaft schon zu Ende. Nahe einem Wald steht ein gründerzeitliches Haus – es wirkt auf den ersten Blick wie eine großbürgerliche Villa, aber während solche Villen meist prachtvolle Treppenaufgänge haben, gibt es hier nur einige bescheidene Seitentüren. Dies ist das Kloster Immaculata der Mägde Mariens von der unbefleckten Empfängnis – einer 1850 in Polen gegründeten Kongregation, die nach der franziskanischen Regel ihres Gründers, dem sel. Edmund Bojanowski, lebt und sich ganz dem Dienst an Waisen, Armen und Kranken verschrieben hat.

Der Garten ist eindrucksvoll groß und gut gepflegt. Ein kleiner See gehört schon zum Nachbargrundstück; ein fast ebenso großer Bewuchs mit gelb blühenden Schwertlilien steht noch auf Klostergrund. Man hört hier fast immer Stockenten, Teichrallen und Frösche knarren und quaken, außerdem singen Amsel und Buchfink, und der Buntspecht trommelt. Das Gästehaus ist ein etwas modernerer Bau, schlicht und funktional, mit einfachen, aber bequemen Zimmern – und ich war hier völlig allein.

Ich wollte – und mußte – ausspannen, und so nahm ich zwar mein Schreibzeug (Papier, einen Satz Stahlfedern und zwei Farben Tusche) mit, Telephon und Tablet ließ ich aber zu Hause. Ich hatte mir extra einen Reisewecker besorgt, der mich zwar zuverlässig weckte, aber nicht internetfähig ist.

Und es wirkte. Ich war schon auf dem Weg entspannter als sonst und überlege ernsthaft, mindestens einmal wöchentlich alles Internetfähige in Ruhe zu lassen. Empfangen wurde ich mit äußerster Herzlichkeit. Derzeit leben fünf Schwestern auf dem Anwesen in Michendorf. Die älteste ist demenzkrank und wird von ihren Schwestern mit Liebe und Fröhlichkeit mitgetragen.

Liebe und Fröhlichkeit sind überhaupt die Worte, die diese Schwestern beschreiben. Der Tag ist durch Gebet und Messe strukturiert (und ich nahm daran gern teil): 6.15 Laudes, 8.00 Messe, 11.40 Mittagshore, 17.40 Rosenkranz und Vesper. Komplet betet jede Schwester für sich, da die Arbeitszeiten zu unterschiedlich sind. Die Stundengebete werden ergänzt durch Gebete, die für diese Kongregation verpflichtend sind. Die demenzkranke Schwester nimmt an allen Gebeten teil – und sie nimmt wirklich teil, die Gebetstexte sind ihr in den Jahrzehnten ihres Ordenslebens so in Fleisch und Blut übergegangen, daß sie sie automatisch mitspricht. Sie ist auch für das Mittagsgebet zuständig und erfüllt diese Pflicht mit Freude und Genauigkeit. Auch besteht sie auf die Regel, daß zu jeder vollen Stunde das Ave Maria gebetet wird – jede Stunde wird hier unter den Schutz Gottes und Mariens gestellt.

Ich habe hier endlich ein Buch zu Ende gelesen, das schon lange auf meinem Schreibtisch lag: Sr. Pascalina, Ich durfte ihm dienen – eine stilistisch auf mir etwas anstrengende Weise blumige, aber dennoch sachlich sehr genaue und hochinteressante Beschreibung des Hl. Pius XII. Ein weiteres über 380 Seiten starkes Werk las ich hier von vorn bis hinten mit großer Spannung (ich werde darüber berichten). Die Pflege der Buchkultur war schon immer besonders in Klöstern zu Hause!

Außerdem versuchte ich mich wieder einmal ein bißchen in der Kalligraphie, mit leidlichem Erfolg – ein mittelalterliches Skriptorium hätte mich zwar hinausgeworfen, aber als neuzeitliche Freizeitbeschäftigung ist es in Ordnung.

Eine Woche lang beten, Messe feiern, lesen, mit Stahlfedern schreiben, den Garten genießen, mit den Schwestern plaudern, wieder beten – nicht mehr und nicht weniger! Und vom ersten Moment an war das so vollkommen schön, friedvoll, erholsam. Mit den Schwestern hatte ich wunderbare Gespräche, und es wird auch in Zukunft eine freundschaftliche Verbindung zu diesem Orden geben. Davon später mehr.

Ganz ohne Arbeit kann ein Dichter nicht leben, und es entstand auch dort wieder etwas. (Anmerkung: „Sonst keine Pflichten“ beziehe man bitte nur auf mich. Die Schwestern sind sehr tätig.)

Den Mägden Mariens in Michendorf

In frommer Schwestern stillem Haus
Ruh ich von Stadt und Arbeit aus,
Die Seele aufzurichten:
Kein Telephon! Kein Internet!
Früh auf die Beine, früh zu Bett!
Gebet – sonst keine Pflichten!

Die Tage sind so wundersam!
Viel Segen Gottes auf mich kam
In diesen heil’gen Hallen.
Ein jeder Tag hat Maß und Ziel
(Nur Schwester Köchin kocht zu viel,
Zu gut will’s mir gefallen)!

Wo jeder Tag voll Gotteslob
Mein Herz zu dem Dreieinen hob,
Muß ich nun fort mich heben!
Bleibt übers Jahr das Haus bestehn,
Will ich Euch gerne wiedersehn,
So Gott will und wir leben.

Der heilig-ruhigen Tage Glanz
Vermehrt ein blauer Rosenkranz,
Von guter Hand gespendet.
So fleh ich gerne im Gebet
Zu der, die überm Monde steht,
Auch wenn der Urlaub endet:

Maria, hilf der Schwesternschar,
Die mir so gut, so freundlich war,
Und bitt, daß dies Gebäude
Auf Gottes Ruf sich füllen mag
Mit Schwestern, die hier Tag für Tag
Ihm dienen voller Freude!

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Gesegnete Pfingsten!

Du Geist, der über Urflut schwebt,
der taubengleich vom Himmel steigt,
Du reine Liebe, die belebt,
die Sprache gibt und Wege zeigt!

Ein Flammenmeer im Jüngerkreis!
Aus jedem Mund ein Loblied klingt,
ein Glaubensfeuer, Gott zum Preis,
das Angst und Zweifel niedersingt.

Und keiner schweigt, und keiner bleibt,
der in dies Lied hat eingestimmt.
Auch uns der Geist zum Zeugnis treibt,
der unser Herz im Sturme nimmt.

© Claudia Sperlich

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Beistehen, lieben, danken, ertragen

Zu meinem Tagespost-Artikel über den Umgang mit Leidenden geht es hier.

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Was am Katholizismus so Klasse ist: Das Stundengebet!

In der Mitte der Nacht stehe ich auf, dir zu danken wegen der Entscheide deiner Gerechtigkeit… Siebenmal am Tag singe ich dein Lob wegen der Entscheide deiner Gerechtigkeit. (Ps. 119,62.164)
Betet ohne Unterlass. (1 Thess. 5,17)

Im Stundengebet strukturiert die Kirche den Tag zu einer Abfolge von Zeiteinheiten, die alle unter Gottes Segen und zu Gottes Ehre gelebt werden. Die tägliche Routine wird ebenso unterbrochen wie die außergewöhnliche Belastung, die feiertägliche Behaglichkeit ebenso wie die aufmerksame Tätigkeit, und selbst die Nachtruhe wird unterbrochen, um Gott zu preisen. Jede einzelne Hore ist wie ein großes Atemholen.

Priester, Diakone, die geweihten Jungfrauen, die Eremiten und die Ordensleute sind zum Stundengebet verpflichtet; sie stützen und tragen damit die Gemeinschaft der Gläubigen und dienen der ganzen Welt mit ihren Fürbitten. Eingeladen (nicht verpflichtet) sind alle Gläubigen zum Stundengebet, soweit ihre Lebensumstände das erlauben.

Mein Tag beginnt mit den Laudes, dem Morgenlob. Das heißt, ich danke zunächst einmal Gott für den neuen Tag, bitte Ihn um Seinen Segen, bitte auch für andere, stelle mich neu in Seinen Dienst.
Die mittägliche Sext und die Vesper am frühen Abend sind mir wichtig geworden und passen meistens in meinen Tageslauf.
Die Komplet bildet den Abschluss des Tages. Hier folge ich der ignatianischen Spiritualität und beginne mit einem dankenden Rückblick auf den Tag – und, vor dem Schuldbekenntnis, einem Vorsatz für den morgigen Tag. (Kein großer Vorsatz, nur einer, den ich mit sehr wenig Gnade ausführen könnte.)

Die Erfahrung zeigt mir, daß ein Tag, der von Laudes und Vesper umarmt wird, bessere Chancen hat zu gelingen. Die Kirche weiß das schon längst und nimmt gerade diese beiden Horen besonders wichtig. Es ist zwar keine Tragödie, wenn ich es mal nicht schaffe – denn die Priester und Ordensgemeinschaften tragen mich mit durch ihr Gebet. Andererseits glaube ich, je mehr das Stundengebet gepflegt wird, desto besser.

Die Komplet erfahre ich immer wieder als besonders tröstlich; ich kann mir auch keine schöneren Verse denken. Der abschließende Segenswunsch „Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende gewähre uns der allmächtige Herr“ legt in Gottes Hand, was der Beter selbst nicht in der Hand haben kann.

Das Stundengebet ist eine ganz sanfte Erziehung zu Frieden und Ordnung.

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Hörnchen, der Kletterkünstler

Immer wieder staune ich darüber. Es hält sich an dem rauhen Fassadenputz und an den Ranken der Jungfernrebe fest und bewegt sich kopfüber, kopfunter vollkommen sicher, ohne groß nachzudenken (kann es auch nicht mit seinem kleinen Kopf).

Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen

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Ein Lied zu Christi Himmelfahrt

ChristiHimmelfahrt

Entzogen unserm Sehen, erhoben in das Licht,
Will Er nicht von uns gehen, der Herr verlässt uns nicht.
Wir sollen Seine Zeugen und Seine Freunde sein,
Und will die Welt uns beugen, wird Christus uns befrein.

Er kommt an Seinem Tage zur vorbestimmten Zeit,
Und Satans Zwang und Plage weicht Seiner Herrlichkeit.
Doch eh die Völker beben vor Christi Endgericht,
Sagt allen: Er ist Leben, Er ist der Liebe Licht!

Wir dürfen heut Ihn schauen verhüllt auf dem Altar,
Wir wagen zu vertrauen: Sein Wort ist ewig wahr.
Was unsre Sinne merken, erscheint wie Brot und Wein.
Mit Sich will Er uns stärken, Er lädt zum Glauben ein.

Nun richtet eure Augen nicht in den Himmel nur.
Zum Leben will uns taugen, der vor uns zieht die Spur.
Bringt Liebe und seid Segen, wo immer Er euch weist,
In Worten, Taten, Wegen beschwingt vom Heilgen Geist.

© Claudia Sperlich

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