Ein Artikel der FAZ informiert über horrende Abtreibungszahlen in Osteuropa und eine noch horrendere Akzeptanz der Abtreibung in Nordeuropa. Darunter gibt es Kommentare für und wider ein „Recht“ auf Abtreibung. Der Kommentar eines Mannes fiel mir besonders ins Auge:
Solange für Kriegswaffen mehr Geld ausgegeben werden als für die Kinderkrippen, – garten, -horte ausgegeben wird und diese nicht 24 h offen und kostenlos sind, solange sollten Abtreibungen erlaubt sein. Solange nicht Frauen nicht gleich nach der Geburt wie eine Rabenmutter behandelt werden, wenn sie gleich zur Arbeit zurückkehren, solange wird noch zu wenig abgetrieben. Ich bin gerne bereit mehr Steuern für die Kinderbetreuung zu zahlen, damit Mütter ihre Kinder zur Welt bringen können und größerere Wohnungen zur Verfügung gestellt bekämen. Aber das ist ja nicht garantiert, von dem her ist Abtreibung die einzige Lösung, um der Armutsfalle für ältere Frauen zu entfliehen. Alles andere, insbesondere die der radikalen Katholiken, Evangelikalen, Islamisten und anderer rechter Gruppen ist verlogen. Wer Frauen nicht die Wahl lässt zwischen ausgezeichneter kidnerfreundlicher Gesellschaft und entsprechende sozialer Versorgung, der muss mit Abtreibungen leben
Zunächst mal: Daß für Kriegswaffen mehr Geld ausgegeben wird als für alles, was Kindern und Müttern helfen kann, ist selbstverständlich schlimm. Aber die Aussage „Solange viel zu viel Geld für Kriegswaffen und viel zu wenig für Kinder ausgegeben wird, ist es besser, Kinder zum Abschuss freizugeben“ ist erkennbar unsinnig. Sodann ist im Islam eine besondere Affinität zum Schutz Ungeborener und zu Arbeitsstellen für Mütter nicht unbedingt erkennbar.
Im übrigen verlangt der Kommentator nicht weniger als dies: Sobald eine Frau geboren hat, am besten noch im Wochenbett, spätestens aber nach dem Verlassen der Entbindungsstation, hat sie dem Arbeitsmarkt voll und ganz zur Verfügung zu stehen. Wer das nicht gut findet, ist ein schlechter Mensch. Wir verkaufen das übrigens als „Freiheit der Frau“.
Der alte Satz „Kapitalismus tötet“ ist viel zu schwach. Tatsächlich mordet Kapitalismus Kinder, zerstört die Seelen der Mütter und macht Männer extrem dumm – bis hin zum Verfassen solcher Kommentare wie den zitierten.
Nur wer sich gegen den herrschenden Turbokapitalismus wehrt, darf eventuell als Kinderfreund und Verfechter der Emanzipation bezeichnet werden.








