Abtreibung und Turbokapitalismus

Ein Artikel der FAZ informiert über horrende Abtreibungszahlen in Osteuropa und eine noch horrendere Akzeptanz der Abtreibung in Nordeuropa. Darunter gibt es Kommentare für und wider ein „Recht“ auf Abtreibung. Der Kommentar eines Mannes fiel mir besonders ins Auge:

Solange für Kriegswaffen mehr Geld ausgegeben werden als für die Kinderkrippen, – garten, -horte ausgegeben wird und diese nicht 24 h offen und kostenlos sind, solange sollten Abtreibungen erlaubt sein. Solange nicht Frauen nicht gleich nach der Geburt wie eine Rabenmutter behandelt werden, wenn sie gleich zur Arbeit zurückkehren, solange wird noch zu wenig abgetrieben. Ich bin gerne bereit mehr Steuern für die Kinderbetreuung zu zahlen, damit Mütter ihre Kinder zur Welt bringen können und größerere Wohnungen zur Verfügung gestellt bekämen. Aber das ist ja nicht garantiert, von dem her ist Abtreibung die einzige Lösung, um der Armutsfalle für ältere Frauen zu entfliehen. Alles andere, insbesondere die der radikalen Katholiken, Evangelikalen, Islamisten und anderer rechter Gruppen ist verlogen. Wer Frauen nicht die Wahl lässt zwischen ausgezeichneter kidnerfreundlicher Gesellschaft und entsprechende sozialer Versorgung, der muss mit Abtreibungen leben

Zunächst mal: Daß für Kriegswaffen mehr Geld ausgegeben wird als für alles, was Kindern und Müttern helfen kann, ist selbstverständlich schlimm. Aber die Aussage „Solange viel zu viel Geld für Kriegswaffen und viel zu wenig für Kinder ausgegeben wird, ist es besser, Kinder zum Abschuss freizugeben“ ist erkennbar unsinnig. Sodann ist im Islam eine besondere Affinität zum Schutz Ungeborener und zu Arbeitsstellen für Mütter nicht unbedingt erkennbar.

Im übrigen verlangt der Kommentator nicht weniger als dies: Sobald eine Frau geboren hat, am besten noch im Wochenbett, spätestens aber nach dem Verlassen der Entbindungsstation, hat sie dem Arbeitsmarkt voll und ganz zur Verfügung zu stehen. Wer das nicht gut findet, ist ein schlechter Mensch. Wir verkaufen das übrigens als „Freiheit der Frau“.

Der alte Satz „Kapitalismus tötet“ ist viel zu schwach. Tatsächlich mordet Kapitalismus Kinder, zerstört die Seelen der Mütter und macht Männer extrem dumm – bis hin zum Verfassen solcher Kommentare wie den zitierten.

Nur wer sich gegen den herrschenden Turbokapitalismus wehrt, darf eventuell als Kinderfreund und Verfechter der Emanzipation bezeichnet werden.

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Hörnchen begreift die Hörnchenstation

Um eine Hörnchenstation zu öffnen, braucht man Hände oder Pfötchen. Tauben und Krähen können das nicht. Und so nett ich die dicken Ringeltauben finde, sie wurden mir zu dreist – von Nebelkrähen ganz zu schweigen. Für die kleinen Singvögel werde ich eine andere Möglichkeit finden; vorerst sind sie im Garten gut versorgt.

Nun stellten sich die Hörnchen aber etwas dumm an. Sie begriffen nicht, wie man eine Futterstation öffnet. Eine Weile stellte ich das offene Häuschen und die Futterstation nebeneinander, mit dem Erfolg, daß sie nur an das offene Häuschen gingen. Dann klemmte ich ein Stück Holz so in die Klappe der Futterstation, daß sie ein bißchen weiter aufblieb. Tatsächlich wurde das Futter dann weniger, und heute früh sah ich, daß ein Hörnchen sich daran zu schaffen machte. Ich nahm das Holz wieder heraus, füllte das offene Häuschen nicht mehr, und siehe da – Hörnchen hat nicht nur verstanden, wie die Futterstation funktioniert, sondern findet das leere offene Futterhäuschen nun so deutlich schlecht, daß es etwas darauf hinterlässt.(Das hat es wirklich noch nie getan!)

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Die Futterstation funktioniert!

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Hinterher bringe ich die Futterstation noch besser an.

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Ewiges im Provisorium: Ein Buch zum Grundgesetz

Bücher sind beliebte Geburtstagsgeschenke, und wenn ich mir ein personifiziertes Grundgesetz vorstelle, eine rüstige 70jährige Constitutio, sehe ich sie fröhlich lächeln ob des Geschenkes, das der bloggende Philosoph und Christ Josef Bordat ihr macht. „Ewiges im Provisorium. Das Grundgesetz im Lichte des christlichen Glaubens“ ist für Menschen, die sich nicht von Berufs wegen mit Rechtsphilosophie beschäftigen, nicht eben leichte Bettlektüre, aber höchst lesenswert ist es auf jeden Fall.

Josef Bordat analysiert den Sinn des Gottesbezugs in der Präambel des Grundgesetzes: „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,
von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“

Das Buch ist in sieben Kapitel gegliedert, jedes mit mehreren Unterkapiteln und einer Schlußfolgerung. Das Kapitel GRUNDLAGE ist eine Abhandlung über die Entwicklung des Naturrechts in Deutschland seit dem 17. Jh.; Bordat zeigt die besondere Problematik des so wichtigen wie nicht völlig definierbaren Begriffs der Menschenwürde. Er stellt klar, daß das „Kernproblem der Naturrechtsthematik, die Letztbegründung der Verbindlichkeit des Rechts“ bestehen bleibt, und auch, daß die Geschichte des 20. Jhs. zeigt, zu welchen Schrecknissen eine Entfernung vom Naturrechtsgedanken führt.

Im Kapitel GOTT stellt Bordat zunächst die ordnende, Regeln und Rechte schaffende Kraft der Religionen vor und zeigt den Gottesbezug in zahlreichen modernen Verfassungen. Er erklärt, wie nach der Nazidiktatur der Parlamentarische Rat für ein verbindliches Grundgesetz etwas „auch dem totalen staatlichen Zugriff entzogen“ Bleibendes brauchte, ein „ewiges, überpositives, rational nicht feststellbares Sein“. Mit dem Gottesbezug wurde klargestellt, daß jedes Rechtswesen Menschenwerk und damit fehleranfällig ist, daß es also auf eine absolute Größe rekurrieren muss, weil es selbst nicht absolut sein kann. Jedoch muss es absolute Einzelrechte geben (wie die im folgenden Kapitel abgehandelte WÜRDE), die sich einer absoluten, überweltlichen Größe verdanken. Ohne Gottesbezug ist die Menschenwürde nicht zu verteidigen. Auch das Gewissen ist nur auf dieser Grundlage als dem Staat entzogen und übergeordnet denkbar.

Das Kapitel LEBEN zeigt zunächst die biologische Definition von Leben (von lebensfähiger Zygote bis zum natürlichen Tod) und stellt klar: Menschliches Leben ist lt. Grundgesetz vom Staat zu achten und zu schützen, und zwar ausdrücklich in jedem Stadium. Hier behandelt Bordat ausführlich das Problem der Abtreibung. Der Schutz menschlichen Lebens ist ihm ein offensichtliches Anliegen, das er völlig unsentimental darlegt. Dabei hält er offenbar Strafen für ein ungeeignetes Mittel im Kampf gegen Abtreibungen, plädiert aber für Gewissensbildung. „Wünschenswert wäre es, daß Frauen und Männer zu dem Zeitpunkt eine Entscheidung treffen, zu dem Dritte noch nicht betroffen sind. Idealerweise ist das die Entscheidung für oder gegen Geschlechtsverkehr. Hier gilt in der Tat Selbstbestimmung und größtmögliche Freiheit.“ (Hervorhebung im Original)
Überraschend, doch bei genauem Nachdenken einsehbar ist hier, daß der engagierte Lebensrechtler zugleich das irrende Gewissen nicht strafwürdig ansieht. Er wünscht eine keinesfalls „ergebnisoffene“ Beratung bei Konfliktschwangerschaften, aber zugleich Toleranz bei den für das Kind tödlichen Entscheidungen, wenn nach einer umfassenden, sachlichen und lebensbejahenden Beratung ohne „Schein“ eine Frau immer noch die Abtreibung will. Dann „kann und soll, ja, dann muß man diese Entscheidung tolerieren, also: erdulden, erleiden, ertragen. Nicht: gutheißen, befördern, zur Norm selbst erheben. Aber: tolerieren. Etwas anderes gibt weder unsere Rechtsordnung noch die christliche Morallehre her. Letztere verpflichtet uns auf die Liebe. Und die wird sie brauchen, die Frau. Und auch der Vater des Kindes.“ (Hervorhebung im Original)

Das Kapitel FREIHEIT behandelt Gewissens-, Glaubens- und Religionsfreiheit, ihre Notwendigkeit und ihre Grenzen. Das folgende Kapitel KIRCHE räumt unaufgeregt und sachlich mit den gängigsten Vorurteilen gegenüber dem Verhältnis von Staat und Kirche auf.

Das abschließende Kapitel ZUKUNFT zeigt Staatsziele als Entwicklungsfeld auf und zeigt ihre Berechtigung, aber auch ihre Problematik, wenn sie zu Kompetenzüberschreitungen (besonders hinsichtlich der Kindererziehung) und Unübersichtlichkeit eines wachsenden Grundgesetzes führen.

„An der Menschenwürde, dem Lebensrecht und dem Prinzip der Freiheit darf niemals gerüttelt werden, dahinter geht es nie mehr zurück! Und: Dabei muß es bleiben – nicht nur in den nächsten siebzig Jahren.“

Ich habe das Buch mit Gewinn gelesen und kann es jedem empfehlen, der den Zusammenhang zwischen den großen kulturellen Gütern Religion und Recht besser verstehen will, sowie jedem, dem unser Grundgesetz am Herzen liegt – ob er den Gottesbezug in der Präambel nun selbst unterschreiben mag oder nicht. (Daß es ohne diesen Gottesbezug nicht mit der gleichen Verbindlichkeit Grundgesetz sein kann, erschließt sich dem aufmerksamen Leser am Ende hoffentlich von selbst.)

Josef Bordat: Ewiges im Provisorium. Das Grundgesetz im Lichte des christlichen Glaubens, 212 S., Lepanto Verlag, ISBN 978-3-942605-08-3.

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Zwei Vorträge in Potsdam

Der nächste ist schon ganz bald, da springe ich für einen Referenten ein, der verhindert ist.

Dienstag, 21. Mai 2019
19.30-20.30 Uhr
Warum ich katholisch geworden bin – eine Bilanz
In der Osternacht 1984 ließ ich mich taufen. Wie es dazu kam, was die Folgen waren und wie mein Leben von der Kirche gesegnet und geprägt wurde, erzähle ich in der
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam (schräg gegenüber von St. Peter und Paul)

***

Und im Herbst geht es weiter mit einem Thema, das mir bei meinem letzten Vortrag dort in der Diskussion angetragen wurde – und zwar von einem ganz lehramtstreuen Katholiken, der diesen Punkt einfach genauer wissen will:

Dienstag, 24. September 2019
19.30-20.30 Uhr
Warum es keine katholischen Priesterinnen gibt
Immer wieder wird auch von Katholikinnen die Forderung nach dem Weiheamt für Frauen gestellt. Außenstehende sehen die Exklusivität des Weiheamtes für Männer ohnehin bestenfalls als Kuriosum an. Warum es sinnvoll ist, nur Männer zu Priestern zu weihen, erklärt die Autorin und Bloggerin Claudia Sperlich.
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam (schräg gegenüber von St. Peter und Paul)

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Ich bestreike den Herrn nicht.

Kürzlich, am Gedenktag der Heiligen Katharina von Siena, veranstalteten KFD-Frauen so etwas wie eine Andacht, und zugleich wurde auch in Berlin hingewiesen auf eine Aktion „Maria 2.0“, bei der die Gottesmutter instrumentalisiert wurde, um mittels eines „Streiks“ (vulgo Fernbleiben von der Kirche) auf das vermeintliche Recht zur Priesterinnenweihe hinzuweisen. Letzteres wurde in der Veranstaltung auch mehr als genug thematisiert.

Ich war dort. Eine Freundin hatte aufgerufen, einfach still zu beobachten, nach Möglichkeit zu beten, sofern es angemessen erscheine, sich zu äußern. Ich sage gleich: Es erschien uns dann doch nicht angemessen. Wir äußerten uns dort nicht. Aber das heißt nicht, daß wir generell verstummen.

Ich habe grundsätzlich nichts dagegen, am Gedenktag einer Kirchenlehrerin eine ökumenische Andacht zu feiern, diese in einer evangelischen Kirche zu beginnen und nach einem kurzen Spaziergang in einer katholischen Kirche zu beenden. Sehr viel habe ich dagegen, Andachten zu benutzen, um zu fordern und zu trotzen. Genau das wurde hier getan. Es wurden antikatholische Reden geschwungen – mit Wissen und Billigung auch des Pfarrers der katholischen Gemeinde. Es wurde von einer namhaften Katholikin eine Rede geschwungen, die gespickt war mit süffisanten Bemerkungen über die Struktur der Kirche, über die Männer, die angeblich Macht haben und ausspielen (tatsächlich haben einige von ihnen lebenslänglich Dienst, das ist ein Unterschied), über den bösen Zölibat, die böse Keuschheit, den bösen Gehorsam und so weiter. Das allgemeine Gekicher über die ach so witzigen Bemerkungen der Rednerin gegen die kirchliche Struktur ging mir ebenfalls auf die Nerven. Ich hielt es irgendwann nicht mehr aus und ging – weil ich sonst möglicherweise eine Sünde begangen hätte (bös geflucht, irgendetwas auf die Rednerin geworfen oder so).

Beim Verlassen der Kirche machte ich, ebenso wie beim Betreten, eine Kniebeuge. Einer der wenigen anwesenden Männer saß an einem Tisch mit Material und guckte etwas konsterniert. Ich raunte ihm zu: „Das ist für den Herrn, nicht für die Rednerin!“ – was er mit völlig verständnislosem Gesichtsausdruck quittierte.

Ich mag zu dieser oberpeinlichen Veranstaltung nichts weiter sagen. Aber ein paar Worte habe ich an die Priester.

Wenn Ihr Pfarrer seid, habt Ihr das Hausrecht in Eurer Pfarrkirche. Das bedeutet auch eine Verpflichtung – denn natürlich ist es nicht „Eure“ Kirche, sondern die des Herrn, den Ihr vertretet. Haltet das Haus rein! Lasst nicht zu, daß himmelschreiende Häresien in diesem Haus propagiert und beklatscht werden!

Als Priester habt Ihr das Wort Gottes zu verkünden und auszulegen sowie die Sakramente zu spenden – und auf den Empfang der Sakramente gründlich vorzubereiten. Zu Euren Aufgaben gehört es, Unwissende zu belehren, Zweifelnde zu festigen, Gläubige zu stärken, Irrende auf den rechten Weg zu führen – und wenn es gar nicht anders geht, auch mal vom Hausrecht Gebrauch zu machen. Jeder Pfarrer wird irgendwann in seiner Laufbahn mal einen Randalierer, der sich nicht zur Ruhe bringen lässt, aus der Kirche werfen müssen; das ist keine schöne Arbeit, aber muss getan werden. Menschen, die den Altarraum nutzen, um von Häresie triefende Reden zu schwingen, dürft Ihr als Randalierer bezeichnen. Menschen, bei denen solche Reden von vornherein zu erwarten sind, dürft Ihr gar nicht erst als Redner zulassen – zumindest nicht ohne einen Gegenredner (generisches Maskulinum), der ihnen gewachsen ist.

Und wenn man Euch dann intolerant und fanatisch findet? Ja dann findet Euch halt damit ab. Ihr seid nicht Priester geworden, um der Welt zu gefallen. Folgt dem, der auch schon mal Leute aus dem Tempel geworfen und andere als Heuchler oder Schlangenbrut bezeichnet hat.

Wir Laien brauchen Euch Priester, nicht weil wir hören müssen, wie klasse wir sind (sind wir nicht) und wie viele Fehler und Unzulänglichkeiten die Kirche hat (wissen wir längst), sondern weil wir die Sakramente brauchen, und weil wir Menschen brauchen, die uns helfen, die Heilige Schrift, die Gebote Gottes sowie Tradition und Gebote der Kirche zu verstehen und unseren Glauben zu stärken. Ihr habt ein langes Studium hinter Euch, das euch dazu befähigt, uns schwierige Schriftstellen auszulegen und die Schätze der Tradition zu erklären, und ihr seid durch die Weihe befähigt, uns die Sakramente zu spenden. Wenn Ihr außerdem noch überdurchschnittlich gute und freundliche Menschen seid, ist das beispielhaft und wunderbar, aber ganz ehrlich – das müsst Ihr nicht einmal unbedingt. Ich halte Euch auch so aus. Nur das mit der Schriftauslegung, den Kirchengeboten, der Tradition und den Sakramenten, das ist wirklich wichtig.

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Josef der Ernährer

Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren, GL 455

Wort, das in die Welt gekommen
durch des Geistes Kraft und Tat,
Dich hat Josef aufgenommen
väterlich nach Gottes Rat,
sah auf Deine ersten Schritte,
lehrte Lobpreis Dich und Bitte,
lehrte Handwerk Dich und Fleiß
väterlich zu Gottes Preis.

Josef hört auf Gottes Worte,
bringt in jener Schreckenszeit
aus gewohntem Heimatorte
Frau und Kind in Sicherheit,
hütet aller Welten Hüter,
nährt den Geber aller Güter,
dient dem jungen Gottesknecht
treu und liebend und gerecht.

Josef, bitt, daß Gottes Segen
auch auf unsrer Arbeit ruht.
Hilf, daß wir für Den uns regen,
Der die Wahrheit ist und tut.
Zeig uns, wie wir in Gefahren
Ruhe und Vertrauen wahren.
Du hast Gottes Sohn bewacht –
Steh uns bei in Not und Nacht.

© Claudia Sperlich

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Katharina von Siena: Drei Zitate

Der Mensch ist soweit gehorsam, als er demütig ist, und so demütig, wie er gehorcht.

***

Wer gehorsam ist und die Gebote und Räte in der Gesinnung und in der Tat befolgt, wirft das Netz besser aus als derjenige, der die Gebote und Ratschläge nur in der Gesinnung befolgt.

***

Die Dienerinnen der Armut sind Selbstverleugnung und wahre Demut. Diese bewahren und bestärken die Seele in der Liebe zur Armut.

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„Sie sind total unfrei!“

Irgendwie war man an der Kasse ins Gespräch gekommen und setzte das am Fahrradständer fort. Und plötzlich schlug es um. Denn unvermittelt sprach die Frau: „Ich möchte auch kein Kopftuch in der Öffentlichkeit sehen.“
Ich (mit Helm, aber ohne Kopftuch): Warum nicht?
Sie: Ich will dem nicht ausgesetzt sein. Das ist ein Zeichen der Unterdrückung.
Ich: Meine Patentante ist Nonne. Die trägt immer einen Schleier.
Sie: In ihrem Kloster kann sie ja machen, was sie will! Aber ich wünsche nicht, damit auf der Straße konfrontiert zu werden!
Ich: Sie trug es, solange sie arbeitete, auch bei der Krankenpflege und später beim Unterricht.
Sie: Das ist ein Zeichen der Unterdrückung! Und ich will das nicht!
Ich: Sie will das aber. Es ist ihre Entscheidung.
Sie: Ich will auch kein Kreuz im öffentlichen Raum.
Ich: Auch nicht, wenn Sie mal ins Krankenhaus müssen und das Gertrauden-Krankenhaus ist zufällig das nächste?
Sie: Das ist ein öffentlicher Raum, und die haben kein Kreuz aufzuhängen! Können sie ja zu Hause machen, so viel sie wollen!
Ich: Nur um bei dem Beispiel zu bleiben. Wenn Sie jetzt hier vor Zorn eine Herzattacke bekommen, werden Sie mit ziemlicher Sicherheit ins Gertrauden-Krankenhaus gefahren, da das das nächste Krankenhaus ist. Übrigens ein gutes, ich kanns empfehlen. Und ein katholisches, das heißt: Mit Kreuz an der Wand.
Sie: Dann würde ich da nicht hinwollen!
Ich: Also, wenn Sie aus der Bewußtlosigkeit erwachen und als erstes ein Kreuz an der Wand sehen, bestehen Sie darauf, die Behandlung abzubrechen?
Sie: Jetzt lenken Sie nicht ab! Sie sind ja fanatisch!
Ich: Oh, in der Tat.
Sie: Und dann will ich auch keine Kopftücher in der Öffentlichkeit. Absolut keine!
Ich: Wäre eine Kippa vielleicht in Ordnung?
Sie: Nein, auf keinen Fall!
Ich: OK. Darf der Mann, der keine Kippa tragen darf, wenigstens Schläfenlocken haben?
Sie: Was hat denn das damit zu tun?
Ich: Levitikus 19,27 – Ihr sollt euer Kopfhaar nicht rundum abschneiden. Das ist die Begründung. Dürfen Juden Ihrer Ansicht nach immer noch Schläfenlocken haben?
Sie: Also wenn das was Biblisches ist, natürlich nicht.
Ich: Also wenn es zum Judentum gehört, dürfen sie nicht, wenn es aber Mode wird, dürfen sie Schläfenlocken haben?
Sie: Jetzt werden Sie aber komisch.
Ich: Ich frage ja nur. Anderes Beispiel: Darf ich einen Film mit Audrey Hepburn öffentlich zeigen? In einigen trägt sie ein Kopftuch.
Sie: Also das ist jetzt ja was völlig Anderes!
Ich: Andere Frage: Darf man ein Kopftuch tragen, um sich vor der Kälte zu schützen?
Sie: Man kann ja eine Mütze nehmen.
Ich: Und wenn man Mützen blöd findet, Kopftücher aber schick – so wie Audrey Hepburn?
Sie: Sie immer mit der Hepburn! Kopftücher sind ein Zeichen der Unterdrückung!
Ich: Oder der Mode, oder der Jahreszeit. Darf eine Köchin ein Kopftuch tragen? Oder eine Bäuerin? Die eine, damit kein Haar in die Suppe fällt, die andere, um ihr Haar vor Staub und Dreck zu schützen?
Sie: Das sind doch Ausnahmen. Arbeitskleidung ist natürlich was anderes.
Ich: Bei meiner Patentante ist die Nonnentracht die Arbeitskleidung.
Sie: Nein, das stimmt nicht – das ist Religion.
Ich: Na dann kann es doch auch kein Problem sein. Wir haben doch Religionsfreiheit.
Sie: Ich bin Christin. Aber Religion gehört ja wohl in den Privatbereich! Und ich will nicht mit einer Burka konfrontiert werden, wenn ich in einer Behörde mit jemandem spreche.
Ich: Eine Burka, also ein Kleidungsstück, das nur einen Schlitz für die Augen freilässt, ist in der Tat nicht in Ordnung, wenn man mit Menschen zu reden hat. Aber…
Sie: Ach, da sind Sie auf einmal dagegen? Sie machen Unterschiede!
Ich: Ja, ich mache einen Unterschied, ob man das Gesicht eines Menschen sehen kann oder nicht.
Sie: Dann sind Sie doch ungerecht! Kopftuch hat überhaupt nie etwas in der Öffentlichkeit zu suchen! In Ihren vier Wänden können Sie sich ja anziehen, wie Sie wollen!
Ich: Ich möchte aber auch außerhalb meiner vier Wände nicht, daß man mir vorschreibt, welche Kopfbedeckung legal ist und welche nicht.
Sie: Sie sind ja total unfrei.

***

Das ist kein ausgedachter Dialog. Ich habe ihn nur um wenige Argumente erweitert, aber im Wesentlichen fand er heute so statt. Wenn ich ein Kopftuch tragen will – weil es kalt ist, weil es schick ist, weil ich gerade Lust dazu habe, weil ich (hoffentlich nicht) eine Chemotherapie brauche, weil ich mein Haar schützen will oder warum auch immer – dann werde ich ein Kopftuch tragen, und kein Mensch hat mir das zu verbieten.

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Nicht besser als Terror

… ist die in den letzten Tagen mehrfach gelesene Behauptung, die Abschaffung aller Religionen werde zum Frieden führen. Gepostet wurde das jedesmal im Zusammenhang mit den Anschlägen auf Sri Lanka.

Das muss man sich vorstellen: Da sitzen saturierte deutsche Bürgersöhnchen und sind der Meinung, daß man Christen nur deshalb umbringt, weil es Christen eben gibt, was ja die Schuld der Christen ist. Denn das, nichts anderes, kommt heraus, wenn man nach jedem Massaker an Christen wie ein Mantra wiederholt: Religionen abschaffen!

Vielleicht riskieren diese Religionsfeinde mal einen Blick in Geschichtsbücher, informieren sich über ihre Kumpels, die Religionsfeinde Goebbels, Pol Pot, Kim Jong-Il, Mao Zedong u.a.

Wahrscheinlich aber ist, wer auf ein Massaker an Christen mit „Alle Religionen abschaffen!“ reagiert, so dumm und zugleich so herzlos, das Lektüre ihm nicht mehr hilft. Besser als ein Terrorist ist so ein Mensch jedenfalls nicht.

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Kultursensibles Osterlied

Man soll ja jetzt immer und überall kultursensibel sein, weil Atheisten, Agnostiker, Heiden, Zöllner und andere Gruppen sich sonst auf den Schlips getreten fühlen könnten. Also gibt es heuer ein kultursensibles Osterlied, singbar auf die Melodie „Jesus lebt, mit Ihm auch ich“ (GL 336).

Jesus lebt, mit Ihm auch ich!
Rutscht mir doch den Buckel runter!
Die Kultur wär sicherlich
ohne Ihn nicht halb so munter!
Er beschwingt zum Höhenflug!
Das ist wohl sensibel g’nug.

Jesus lebt, das könnt ihr nicht
ändern oder ignorieren!
Nur erhellt vom Osterlicht
kann ich andre tolerieren,
auch wenn deren Toleranz
nicht so strahlt wie Osterglanz.

Jesus lebt! Der Tatbestand
hängt nicht ab von eurem Wollen!
Auch wer das nicht glaubhaft fand,
braucht deshalb nicht hier zu trollen.
Jesus lebt, leer ist das Grab:
Findet euch halt damit ab!

Jesus lebt, und Ihm sei Dank,
daß ich das begriffen habe.
Atheismus macht mich krank,
Christentum ist Gottesgabe.
Christus ist Barmherzigkeit!
Macht euch für den Herrn bereit.

© Claudia Sperlich

Toleranter wirds hier nicht! Halleluja!

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