In der Wildnis

Melodie: Befiehl du deine Wege*

Der Stürmen und Dämonen
gebietet, still zu sein,
der soll bei mir auch wohnen,
durch Ihn nur werd ich rein.
Dem will ich alles geben
und alles für Ihn tun,
Er ist mein ganzes Leben, 
bei Ihm nur kann ich ruh'n.

Wenn mir die Sorgen hemmen
den Schritt ans sichre Land,
und mir das Denken dämmen,
nimmt Er mich bei der Hand.
Er trägt die Dornenkrone,
auch wenn sie mir gebührt.
Ich glaube Ihm, dem Sohne,
der mich durchs Dickicht führt.

Der Ahnen, Schein und Irren
begnadet, hebt, erträgt,
dem meines Herzens Wirren
die Seitenwunde schlägt,
der, dessen Wort mich leitet,
der selbst sich in mich senkt,
hat mir ein Mahl bereitet,
den Lebenswein geschenkt.

© Claudia Sperlich

* Ja sicher: auf diese Melodie habe ich auch den Allerseelen-Choral schon geschrieben. Aber sie ist eben einfach gut.

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin. Befürworterin der Vernunft, aber nicht in Überdosierung.
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