Was man kurz vor Schluss unbedingt tun sollte

Sich mit Menschen versöhnen, mit denen man lange in bitterem Clinch liegt. (Kann, muss aber nicht, die Familie sein.)

Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gleichzeitig anwenden – und auch auf beide bestehen.

Alles weiter tun, was auch sonst gut und wichtig war: Beten, Glauben, Hoffen, Lieben. Wenn es mit dem Hoffen nicht mehr klappt, sich auf den Rest beschränken.

Sich freuen an allem, was irgend zum Freuen ist.

Weinen mit den Weinenden.

So verantwortungsvoll leben, als wäre das noch tausend Jahre lang wichtig.

So verschwenderisch freundlich sein, als gäbe es kein Morgen mehr.

Und für den Fall, daß das Ende doch noch auf sich warten lässt – die gute Arbeit weitermachen. Mit dem Verleger Kaffee trinken am Tag, an dem die Literatur verboten wird. Am Tag, an dem der Strom abgeschaltet wird, mit der Feder weiterschreiben. Und drüber lachen, daß die alte Luftschutztür kürzlich durch eine Holztür ersetzt wurde.

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Ein alter Vortrag in neuer Form – und es gibt immer noch keine römisch-katholischen Priesterinnen.

Auf Radio Horeb ist mein Vortrag „Warum gibt es keine Priesterinnen?“ schon seit längerer Zeit auch in der Mediathek. Nun ist er endlich auch zum Nachlesen auf der Internetpräsenz der Initiative Neuer Anfang – in überarbeiteter Form, theologisch noch genauer als der ursprüngliche Vortrag.

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Rosenkranz-Atelier in Luxemburg

Maryse Fritsch-Thillens fertigt in Luxemburg seit vielen Jahren kunstvolle Rosenkränze – und der Erlös geht vollständig an Kirche in Not. Nun aber berichtet sie:

„Im Mai dieses Jahr werden es 20 Jahre dass ich angefangen habe Rosenkränze zu machen. Von Anfang an habe ich den Erlös an Kirche in Not gespendet als Messintentionen für die Armen Seelen im Fegfeuer. Mein Ziel war und ist es, jedes Jahr genug Rosenkränze zu verkaufen damit die Armen Seelen jeden Tag eine Messe bekommen. Das hat auch jahrelang geklappt.

Seit einigen Monaten aber sind meine Verkäufe auf etsy eingebrochen. Das liegt einerseits an einer Änderung des Algorithmus der Käufern vorwiegend gelikte Shops und solche aus ihrem eigenen Land anzeigt, was für mich natürlich von großem Nachteil ist, da Luxembourg nun mal sehr klein ist und ich quasi 100% ins Ausland verkaufe.

Andererseits schränkt Facebook die Reichweite meiner Seite stark ein wegen “religiösem und politischen Inhalt”. Letzte Woche wurde eine Werbeanzeige für den etsyshop nicht erlaubt, da Facebook Werbung für diese religiöse Inhalte nicht mehr unterstütze. Gestern bekam ich eine Nachricht dass die Reichweite meiner Seite vorübergehend auf 10% limitiert werde bis ich diese Inhalte herausnehme und dass meine Seite gelöscht werden könne ohne weitere Warnung wenn ich weiterhin solchen Content poste. Daher meine Bitte, falls überhaupt jemand das hier sehen kann: bitte fügt meine Seite zu euren Favoriten hinzu und falls ihr jemand kennt dem meine Seite gefallen könnte, empfehlt sie bitte weiter. Bitte teilt diesen Post auch in katholischen Gruppen. Und betet bitte für mich und mein Rosenkranz-Atelier!“

Es kann doch nicht angehen, daß religiöse Kunst verboten wird – oder daß Aussagen zu religiösen Themen mit Schließung des Facebook-Accounts geahndet werden!

Nun kann ich gegen die Hausregeln bei Facebook nichts tun – es ist ein Privatunternehmen, und wenn die sich an „religiösen Inhalten“ so sehr stören, daß sie angesichts von Rosenkränzen ausflippen wie die Vampire, so fürchte ich, muss man diese Eigenheit hinnehmen. Man darf aber sagen, wie man das findet (hysterisch, unreif, ahnungslos, miesepetrig, zu blöd um wirklich boshaft zu sein…).

Auch gegen den Algorithmus bei etsy (nicht religionsfeindlich, nur unpraktisch für kleine Länder) bin ich machtlos – kann aber hier und anderswo darauf aufmerksam machen, wie wunderbar Maryses Arbeiten sind.

Man darf Maryses Atelier leerkaufen (keine Angst, sie wird nachproduzieren). Man darf für Maryses segensreiche Arbeit beten, z.B. den Rosenkranz.

Hier und hier und hier kann man Maryses Arbeiten sehen und auch kaufen. Rosenkränze sind zwar die Hauptsache, aber auch Ohrringe, Halsketten, Anhänger und Buchzeichen findet man bei ihr. Alles ist perfekt gearbeitet. Glasperlen stellt sie selbst her. Die von ihr verarbeiteten Kruzifixe und Heiligenmedaillons sind zu einem bedeutenden Teil Antiquitäten.

Übrigens: Mein Gedichtband „Rosenkranz-Sonette“ ist mit Photographien von Maryses Arbeiten illustriert.

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Und wie lief das Fastenprojekt „kein Essen kaufen“?

Spannend war es. Und bereichernd.

Auch hatte ich mir vorgenommen, von Montag bis Samstag auf tierische Produkte und auf Zucker zu verzichten. Eine Ausnahme machte ich mit süßem Senf und der zuckerhaltigen Lake, die ich zum Einlegen und später zum Würzen benutze.

In der ersten Woche habe ich ein bisschen gemogelt: Olivenöl war aus. Einen Moment überlegte ich, ob ich mich mit dem Rapsöl begnüge, das ich zum Braten benutze. Aber das wollte ich dann doch nicht! Also kaufte ich eine Flasche Olivenöl – und das war es dann auch an Lebensmittelkäufen. Einmal war ich zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Bei einer spontanen Einladung bei Nachbarn gab es Süßigkeiten. Und einen Samstag war ich wie fast immer samstags bei Freunden und konnte beim allgemeinen Schokoladeessen nicht zugucken. Jedesmal aber beschränkte ich mich auf wenig und fand das nicht schwierig – was mir zeigt, daß man Maßhalten auch ganz gut einüben kann. (Nichts Neues – aber doch immer wieder wie neu.)

Jeden Samstag war ich bei der Ausgabestelle der Essenrettung. Ich bekam dort immer reichlich Brot, Obst und Gemüse und in aller Regel auch Wurst und Milchprodukte (mein Sonntagsessen). Ein einziges Mal verpasste ich die Ausgabe – da hatte ich gedacht, ich schaffe noch, vorher um den Tegeler See zu fahren. Dann war es zu spät, der See ist größer, als ich ahnte. Ich nahm es mit Humor. „Weniger essen, mehr radfahren“ ist zuweilen ganz gut.

Meine zahlreichen selbstgekochten, selbst eingemachten Suppen mussten fast vollständig dran glauben. In der vierten Fastenwoche begann ich ernsthaft zu rationieren. Dann fiel mir ein, daß es eine kleinere Essenrettung auch in der nahen baptistischen Gemeinde gibt: den „Fairteiler“, wo Essenspenden (von Essenrettern dorthin gebracht) in öffentlich zugänglichen Kühlschränken liegen. Dort fand ich nur Brot, aber das langt ja. Ich hatte damit eindeutig genug, um Einkäufe zu vermeiden.

Fasten, um das Ersparte denen zu geben, die es nötiger haben als ich. Das war der Plan, und immerhin gab ich sehr wenig für mich aus (und bis auf das Öl nichts für Essen) und konnte ein bißchen spenden. Darüberhinaus lernte ich wieder einmal, daß man sich durchaus beschränken kann, auch hinsichtlich Essen. Dummerweise geht Beschränkung nicht in allem – wenn man auf sein Fahrrad angewiesen ist und es geht kaputt, muss man schon wieder Geld ausgeben. Sonst blieb aber alles im Rahmen, Fahrrad konnte repariert werden (nur eben nicht von mir).

Ich werde auch weiter die Essenrettung in Anspruch nehmen. Hinsichtlich Brot, Obst und Gemüse kommt ein Mensch damit beinah über die Woche, schont Geldbeutel und Ressourcen und verhindert sinnlosen Verderb. Brot werde ich aber auch wieder selber backen. Da könnte ich versuchen, eine Balance zu finden zwischen Selbermachen und Retten – was ich beides wichtig finde.

Zudem möchte ich noch mehr als bisher darauf achten, nicht unnötig weit transportierte Lebensmittel zu kaufen und möglichst nicht solche aus Ländern, in denen die Mißachtung der Menschenrechte zum guten Ton gehört. Zwar haben z.B. chinesische Christen und Uiguren vermutlich nichts davon, wenn ich keinen chinesischen Reis kaufe. Aber – würden Sie einem Menschen den Gebrauchtwagen abkaufen, wenn sie wissen, daß dieser Mensch seine Frau verprügelt? Wohl nicht, obwohl das gar nichts mit seinem Gebrauchtwagen zu tun hätte. Es ist schlimm genug, daß ich derzeit Gas von einem Kriegstreiber beziehe.

Am Gründonnerstag kaufte ich ein – nicht nur für die Ostertage, sondern auch wieder für die Vorratshaltung. Ich nahm mir vor, nichts von den Einkäufen vor Ostern anzurühren. Das gelang. Nun ist Osterwoche, da wird nicht gespart… aber danach möchte ich mich wieder beschränken, wenn auch nicht so radikal wie während der Fastenzeit.

Sich beschränken macht dankbar. Nach der Fastenzeit wieder festlich Mahl halten ist doppelt schön. Und danach weiterhin maßvoll essen und Ressourcen schonen, ist immerhin ein gutes Vorhaben, für das ich in der Fastenzeit trainiert habe. Es kann gelingen. Und wenn nicht, ist es auf jeden Fall den Versuch wert. Denn jeder Tag zählt.

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Halleluja!

Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren (GL 455)

Jesus, Sonne, Licht und Feuer, 
Du hast allen Tod besiegt!
Du bist Herr, Du hältst das Steuer,
und der Satan unterliegt!
Du bist nicht im Grab geblieben,
ewig lebst Du, um zu lieben -
Du bist Herr, Halleluja!
Du bist Herr, Halleluja!

Jesus, die verklärten Wunden
zeigen uns: Du trugst das Leid,
durch Dich kann die Welt gesunden,
Du hast uns im Tod befreit!
Wer Dir glaubt, wird auferstehen,
wird in Ewigkeit Dich sehen,
Dich, den auferstandnen Herrn,
Dich, den auferstandnen Herrn!

Jesus, Tilger aller Sünden,
Bruder, Herr und Gottessohn!
Von Dir alle Zeiten künden,
Du bist aller Künder Lohn.
Du bist uns vorangegangen,
lass auch uns zum Heil gelangen,
Wahrheit, Weg und Leben Du,
Wahrheit, Weg und Leben Du!

© Claudia Sperlich
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Gesegnete Speisen

Heute mittag wurden die Osterspeisen gesegnet. Heute abend, nach der Feier der Osternacht, werde ich zum ersten Mal davon essen. Bis dahin: Angucken, freuen, aber nicht mehr!

In den Gläsern sind marinierte Eier. Den Osterzopf habe ich in der letzten Nacht gebacken (geplant war der frühe Morgen, aber ich konnte nicht schlafen). Übrigens aus 650er Mehl, ungewohnt für mich – das Vollkornmehl war ausverkauft. Die Wildschweinsalami ist meine Beteiligung daran, die viel zu vielen Wildschweine in und um Berlin einzudämmen, oder vielleicht könnte man sagen: zu recyclen. Bei der Menge der Schokoladeneier muss man bedenken, daß ich in der gesamten Fastenzeit keine Lebensmittel – also auch keinen Süßkram – gekauft habe. Es war mir nicht möglich, weniger zu nehmen. Die sechs rohen Eier habe ich heil zur Kirche und wieder zurück gebracht – doppelt segensreich!

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Kreuzverehrung

Schon oft hab ich voll Zwiespalt so gekniet,
mit dem Gedanken: Kann ich denn verehren
ein Folterwerkzeug, an dem Jesus hing? 
Kann ich die Lieder singen, die zum Kreuz 
so sprechen wie zu Christi bestem Freund?
 
Auch heute war ich voller Zweifel, noch
als ich das „ecce lignum crucis” mitsang.
Im Herzen sagte ich: Mein Herr und Heiland,
für mich gekreuzigt – Dich will ich verehren.
Wie kann ich ehren dieses Schreckensding?

Dann kniete ich vorm Kreuz, und herzensklar
war mir ganz kurz der Sinn des alten Brauches:
Verehrung dessen, was zu Christi Tod
und meinem Heil geführt hat als ein Werkzeug.
Es schien ganz deutlich für den Augenblick.

Zurück in meiner Kirchenbank, ersann ich
Vergleiche mit den Dingen des Gedenkens,
mit einem Werkzeug oder einer Waffe,
im Leben einst gebraucht, im Tod erlitten
von einem Freund, an den man gerne denkt.

Das alles traf es nicht. Das Licht verschwand.
Doch die Sekunden, da ich klar erkannte
den Sinn in dieser seltsamen Verehrung,
Sekunden meines Lebens, bleiben Funken,
die mir mein Herz erhellen und versehren.

© Claudia Sperlich
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Zwei Lieder zum Karfreitag

Melodie: GL 428 (Herr, Dir ist nichts verborgen)

Das Kreuz hast Du getragen
zum Heil der ganzen Welt. 
Ans Kreuz bist Du geschlagen
als unser Lösegeld.
Hast Angst und Hohn und Qual,
den Foltertod erlitten.
Für uns, die so zerstritten,
starbst Du aus freier Wahl.

Zwei andre Kreuze tragen
zwei Räuber, die voll Hohn
Dir noch im Sterben sagen:
„Nun hilf uns, Gottessohn!”
Da sieht der eine Dich
als Weg zu neuem Leben:
„Wird Dir das Reich gegeben,
Herr Jesus, denk an mich!”

Ihm sagst Du zu: „Noch heute
wirst du mit Mir dort sein!”
Wer seine Schuld bereute,
geht in das Leben ein.
Vor Deinem Kreuz will ich
die Sünden eingestehen,
zu Dir um Heilung flehen
und ganz vertrau'n auf Dich.

© Claudia Sperlich

Ein anderes Lied hat der Dichter und Sänger Roger Strayt heute veröffentlicht: Ukrainian Tears.

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Gründonnerstag

Malchus

Ich wollte nur im Kreise der Familie 
Zum Sederabend alles vorbereiten
Wie jedes Jahr, wie jeder fromme Jude.

Da lässt mein Herr, der Hohepriester Kaiphas, 
Mich rufen – er, der doch vor allen Frommen
Darauf besteht, den heiligen Gesetzen,
Dem Gotteswort in jedem Punkt zu folgen. 
Er kennt und liebt Gesetz und Liturgie!

Nun aber unterbricht er sich und mich
Für diesen Jeshua, den Nazarener,
Den Dorn im Auge aller Pharisäer.

Die Römer, sagt er, wollen ihn ergreifen,
Er stelle sich angeblich über Cäsar.
Nun gelte es zu prüfen, ob er wirklich
Auch gegen Gottes Recht sich hat vergangen,
Und ob er schuldig sei nach unserm Recht.
Will denn der Sanhedrin zu Pessach tagen?

Was soll das? Ich bin ratlos – muss gehorchen.
Und meine Frau in Tränen! Und mein Jüngster 
Sagt vorwurfsvoll: „Es ist doch Seder! Papa!”
Der Bote drängt. Ich muss dem Kaiphas folgen.
Ich greife die Laterne, gehe stumm.

Da sind nicht nur die Priester und die Diener,
Noch andere, mit Knüppeln und mit Fackeln,
Ein ungeordnet aggressiver Haufen.
Ein wenig abseits römische Soldaten
In Reih und Glied, als ob sie uns bewachten.

Ein Unbekannter führt uns bis zum Ölberg.
Der Prediger ist dort, mit ihm drei andre.
Der Fremde, der uns führt, geht auf ihn zu
Und küsst ihn auf die Wangen. Ein Theater,
Angeblich ausgemacht mit unsern Priestern,
Als wäre Jeshua nicht stadtbekannt,
Als könnte er nicht einfach auf ihn zeigen!

Wir gehen auf ihn zu. Er steht und schweigt.
Doch einer seiner Freunde zückt ein Messer
Und stürzt auf Kaiphas los. Ich werfe mich 
Vor meinen Herrn. Der Kerl greift an, ich spüre 
Den heißen scharfen Schmerz an meinem Ohr,
Lass die Laterne fallen, und ich fühle:
Mein Ohr ist längs gespalten, nur vom Läppchen
Wird es gehalten, und es blutet furchtbar.

Und dieser Jeshua herrscht seinen Jünger an:
„Zurück! Das Messer weg!” Er streckt die Hand
Nach meiner aus, zieht sachte sie herunter,
Berührt mein Ohr – da heilt es in Sekunden,
Es tut nicht weh, es ist so gut wie neu.

Nun nehmen sie ihn fest, den Jeshua,
Den Prediger – der andre kommt davon.
Ich hebe die Laterne auf und gehe,
Mein Herr hat es gestattet und geht selbst.

Zu Hause sieht mich meine Frau zuerst 
Und jammert auf, denn ich bin voller Blut,
Der Hals und das Gewand sind rot besudelt.
Ich kann sie bald beruhigen, wasche mich,
Zieh etwas Saubres an, betrachte lange
Mein Ohr im Spiegel, es ist ganz und heil.

Das Sedermahl ist vorbereitet. Aber
Kann ich denn Seder feiern, wenn ich weiß:
Der mich verletzt hat, der ist fortgelaufen,
Doch meinen Heiler haben sie gefangen?

© Claudia Sperlich

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Judas

Ich liebte Jesus und vertraute Ihm
als dem Messias, der vor Rom uns rettet,
und unter dem Gerechtigkeit wird blühen
und Heil für alle Völker und die Freiheit.
Doch Er sprach nicht das Machtwort gegen Rom,
Er zögerte so lang. Ich musste handeln.

Ich wollte Ihn als Freund zum Handeln zwingen.
Die Pharisäer hatten mich bezahlt...
Ich tat, als stünde ich auf ihrer Seite.
Er selbst wusch uns die Füße, wie ein Sklave,
und ich ging fort, noch während jenes Mahles, 
Und Er schien einverstanden! „Tu es gleich!”

Ich hätte einfach auf Ihn zeigen können.
Ich habe Ihn geküsst. Es war mir ernst.
Und Er: „Mit einem Kuss verrätst du Mich?”
Da wusste ich: Er würde anders handeln,
weit weg von dem, was ich mir vorgestellt,
ich war Ihm keine Hilfe, war im Wege.

Als Petrus die Verteidigung versuchte
(viel mutiger als ich), da schritt Er ein
und wies ihn schroff zurecht: „Das Messer weg!”
Ich schlich mich fort. Ich wollte es nicht sehen.
Er wird mir sicher nicht vergeben können.
Mein Leben ist nichts wert. Es ist vorbei.

© Claudia Sperlich
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