Speisensegnung

In Heilig Kreuz in Berlin-Wilmersdorf werden an jedem Karsamstag die Osterspeisen gesegnet. Das ist immer schön, fröhlich und feierlich und nach der ernsten Karfreitagsliturgie, am Tag der Grabesruhe, ein lebensvolles Zeichen.

Und hier sind die gesegneten Speisen bei mir zu Hause. Ich hatte nicht einmal halb so viel Süßkram gekauft, wurde aber in den letzten Tagen mit Geschenken überschüttet. Das langt jetzt bis Pfingsten!

Aber vorher kommt die Osternacht. Ich bin kribbelig vor Vorfreude und habe auch schon geprobt,  denn ich habe Lektorendienst.

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Und wie war das Fasten?

Für mich war es eine Übung in Disziplin, Gottesliebe und Freigebigkeit. Denn Fasten, Gebet und Almosen geben gehören zusammen.

Ich habe das Stundengebet mehr als sonst gepflegt und finde, so kann es bleiben.  Stundengebet ist wundervoll.

Mein Speiseplan der Fastenzeit war vegan, zuckerfrei und einfach – und in der Regel nicht ganz zum Erhalt meiner Fülle. (Das ist auch aus anderen als religiösen Gründen gut.) Die Sonntage und Hochfeste sind zwar keine Fastentage, da wurde es etwas aufwendiger, aber ich blieb bei „vegan und zuckerfrei“. Ausnahmen waren nur die nicht ganz zuckerfreien Cornichons!

Habe ich „entbehrt“? Schon. Ich freue mich sehr auf das weder vegane noch zuckerfreie Fastenbrechen zum Abschluss der Osternacht. Gleich werde ich festlich einkaufen. Aber ich will nicht wieder in unkontrollierte Fresserei geraten. Eßsucht ist ein Problem,  aber mit Gottes Hilfe lösbar, ebenso wie Eigensucht, Egozentrik und eine Reihe anderer unschöner Dinge.

Zudem tut es gut, auch Entbehrung zu lernen. Es schärft den Blick für Menschen,  die nicht nur vierzig Tage und nicht nur ein bisschen entbehren müssen.

Fasten soll den Blick auf Gott ausrichten,  und ich merke an mir, dass es ein gutes Mittel dazu ist. Natürlich habe ich weiterhin meine Fehler und Macken., es war auch nicht zu erwarten, dass ich in vierzig Tagen alles Mangelhafte ablegen und Ostern in engelgleicher Güte und Schönheit begehe. (Vielleicht ist das auch eine etwas unheimliche Vorstellung!)

Aber ich habe nun wieder einmal trainiert, wie ich eigentlich sein soll, und ich möchte versuchen,  die Grundsätze dieses Trainings beizubehalten: Maß halten in allem außer der Liebe. Gott die erste Stelle in meinem Leben lassen.

Und heute Mitttag geht es zur Speisensegnung. „Wenn Fasten, dann Fasten  – wenn Rebhuhn,  dann Rebhuhn.“ (Teresa von Avila)

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Hörnchen in der Karwoche

Hörnchen war heute früh so richtig hungrig  –  wie immer. Es sei ihm von Herzen gegönnt!

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Freut euch!

Das heißt: Lætare! So heißt dieser Sonntag, an dem die Fastenzeit zur Hälfte um ist. Das Rosa des Priestergewandes lässt die Osterfreude schon aufscheinen.

Und die Magnolie hält sich auch daran.

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Seliger Clemens August von Galen

Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren (GL 455)

Löwe, der dem Lamme diente,
der dem Satan widerstand,
als die Niedertracht verminte
das geliebte Heimatland!
Als ihn Mächtige bedrohten,
hielt er fest an den Geboten,
und des Lebens Heiligkeit
kündet er in finstrer Zeit.

Als der Obrigkeit Befehle
widerstritten Gottes Wort,
blieb er stark in Herz und Seele,
keine Drohung trieb ihn fort.
Wer den Schwachen schmäht als Bürde,
raubt sich seine eigne Würde!
Wächst das Unrecht übergroß,
wird die Unschuld heimatlos.

Nicht von Menschenfurcht getrieben,
nicht von Lob und Schmeichelei,
ist er Christus treu geblieben,
Diener und im Herzen frei.
Wenn die Hämmer auf uns schlagen,
müssen wir’s als Amboss tragen!
Hammer schlägt, bis er zerfällt,
doch der Amboss steht und hält.

Fromme werden noch vertrieben,
Schwache werden noch bedroht.
Doch der Herr ist Herr geblieben,
Heiland, stärker als der Tod!
Auch wenn angemasste Mächte
unterdrücken Gottes Rechte,
bleiben wir im Glauben frei.
Clemens August, steh uns bei!

© Claudia Sperlich

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Josephstag

Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren, GL 455

Wort, das in die Welt gekommen
durch des Geistes Kraft und Tat,
Dich hat Joseph aufgenommen
väterlich nach Gottes Rat,
sah auf Deine ersten Schritte,
lehrte Lobpreis Dich und Bitte,
lehrte Handwerk Dich und Fleiß
väterlich zu Gottes Preis.

Joseph hört auf Gottes Worte,
bringt in jener Schreckenszeit
aus gewohntem Heimatorte
Frau und Kind in Sicherheit,
hütet aller Welten Hüter,
nährt den Geber aller Güter,
dient dem jungen Gottesknecht
treu und liebend und gerecht.

Joseph, bitt, daß Gottes Segen
auch auf unsrer Arbeit ruht.
Hilf, daß wir für Den uns regen,
Der die Wahrheit ist und tut.
Zeig uns, wie wir in Gefahren
Ruhe und Vertrauen wahren.
Du hast Gottes Sohn bewacht –
Steh uns bei in Not und Nacht.

© Claudia Sperlich

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Nicht verwechseln: Urteilskraft und Verurteilung

Lukas 6,36-38

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden! Gebt, dann wird auch euch gegeben werden! Ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden.

Richtet nicht, verurteilt nicht!

Oft werden diese Worte zitiert als empörter Einwand,  wenn jemand sagt, diese Handlung, jene Einstellung sei falsch. Aber Jesus hat uns nicht verboten,  uns ein Urteil über Handlungen und Einstellungen zu bilden – sonst dürften wir nicht einmal sagen, dass Mord falsch ist. 

Seligpreisungen und Weherufe
20 Er richtete seine Augen auf seine Jünger und sagte: Selig, ihr Armen, denn euch gehört das Reich Gottes.[1] 21 Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden. / Selig, die ihr jetzt weint, denn ihr werdet lachen. 22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und wenn sie euch ausstoßen und schmähen und euren Namen in Verruf bringen um des Menschensohnes willen. 23 Freut euch und jauchzt an jenem Tag; denn siehe, euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den Propheten gemacht. 24 Doch weh euch, ihr Reichen; denn ihr habt euren Trost schon empfangen. 25 Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet klagen und weinen. 26 Weh, wenn euch alle Menschen loben. Denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.

Paulus sagt, dass wir „die Geister unterscheiden“ sollen, d.h. den richtigen Weg für uns erkennen, Gottes Stimme in uns von den vielfältigen anderen Stimmen trennen,  nicht den eigenen Vogel für den Heiligen Geist halten sollen. Das ist Urteilskraft im Sinne Jesu.

Auch jemanden auf einen Fehler oder eine Sünde hinweisen ist nicht notwendig falsch,  es kann sogar rettend sein. (Man soll dem Nächsten die Wahrheit allerdings nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren schlagen,  sondern wie einen warmen Mantel reichen). Und natürlich müssen wir bestimmte Dinge verurteilen, wie Mord und Ungerechtigkeit.

Aber wir dürfen nicht den ganzen Menschen verurteilen,  sondern nur gegebenenfalls seine Tat oder Unterlassung. Auch ein Mensch,  der sich mit sehr üblen Taten einen Namen gemacht hat,  ist ein Kind Gottes (das sich vielleichtnoch bekehren wird) – und selbst wenn man ihn als Jurist verurteilen muss, verurteilt man seine Tat,  aber nicht den ganzen Menschen mit Leib und Seele,  denn das darf nur Gott.  Und dem liegt viel mehr an unserer Rettung als an unserer Verurteilung.

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Verklärung des Herrn

Melodie: Aus meines Herzens Grunde

Mit Moses und Elias
Auf Bergeshöhen stand
Der Christus, der Messias,
Des Vaters Mund und Hand.
Sie haben den erkannt,
Der das Gesetz erfüllte,
Und Gott der Vater hüllte
Ihn in ein Lichtgewand.

Die Welt läßt sich betören
Durch alle Zeiten schon,
So kann sie viel zerstören –
Doch nicht den Gottessohn.
Sein freundliches Gebot,
Einander nur zu lieben,
Ist immer wahr geblieben
Und stärker als der Tod.

Ich will Dir Hütten bauen
In meiner Seele Raum,
Aus Liebe und Vertrauen,
Aus Laub vom Lebensbaum.
Mein Jesus, sei bei mir
Und lass bei Dir mich leben.
Ich will Dir alles geben,
Was ich bekam von Dir.

© Claudia Sperlich

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All meine Sünden

Melodie: Herzliebster Jesu (GL 290)

All meine Sünden hat der Herr getragen,
für meine Schuld ist Er ans Kreuz geschlagen.
Ganz ohne Angst darf ich auf Jesus bauen
und Ihm vertrauen.

Auch wenn ich falle, wird Er mich doch lieben,
bin ich auch untreu, Er ist treu geblieben.
Wenn ich nur Ihm die Sünde will bekennen,
wird nichts uns trennen.

Ihm will ich meine Schulden überlassen.
Er streckt die Hand aus, ich muss sie nur fassen.
Er starb für mich, damit ich für Ihn lebe,
Ihm mich ergebe.

Er wischt die Sünde fort und und wird vergeben,
Er macht mich frei und schenkt mir neues Leben,
Er ist das Opferlamm für meine Sünden.
Ihn will ich künden!

© Claudia Sperlich

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Kreuzweg

Melodie: Dich liebt, o Gott, mein ganzes Herz (Berliner Anhang GL 752)

Pilatus fragt. Die Menge gellt.
Verurteilt ist der Herr der Welt.
Der Retter steht vor dem Gericht,
die Finsternis verschlingt das Licht.

Soldaten treiben Spott und Hohn.
Dann laden sie dem Menschensohn
den Balken auf und treiben Ihn
fort vom Palast, zur Richtstatt hin.

Der Weg ist steil, das Kreuz ist schwer,
die Geißelwunden schmerzen sehr.
Der starke Jesus stolpert, fällt.
Wo ist der Engel, der Ihn hält?

Maria muss voll Trauer seh’n
den Sohn und Herrn zum Tode geh’n.
Ihr Mutterherz ist so allein.
Er sieht voll Liebe ihre Pein.

Und Simon kommt den Weg entlang,
er trägt das Kreuz erst unter Zwang,
doch leidet mit und stützt den Herrn,
ist Jesus in der Not nicht fern.

Sie drückt ein Tuch ganz sanft und licht
dem Herrn aufs blutige Gesicht.
In deinem Tuch, Veronika,
ist Jesu Abbild für uns da.

Der Herr stürzt hin zum zweiten Mal,
Sein ganzer Leib voll Schmerz und Qual.
Wir fallen oft aus eigner Schuld,
Er aber hilft uns voll Geduld.

Die Frauen weinen. Jesus sagt:
„Die Kinder und euch selbst beklagt!“
Es kommt noch manche harte Zeit,
doch Jesus kennt all unser Leid.

Die wunden Füße tragen nicht
den guten Herrn, der Welten Licht.
Warum erzittert nicht die Welt,
als Er zum dritten Male fällt?

Auf Golgota, dem Schreckensort,
nimmt man Ihm Seine Kleider fort.
Den üblen Blick der Menge spürt
der, dem doch alles Lob gebührt.

Das Eisen dringt durch Fuß und Hand
dem, der mit Gott uns neu verband.
Die Schuld der Welt den Reinen schlägt.
Das Kreuz trägt den, der alles trägt.

Am Kreuze stirbt der Menschensohn.
Der Herr zahlt aller Sünden Lohn.
Die Erde bebt, ist aus dem Lot.
Die Welt ist finster, Jesus tot.

Vom Kreuz genommen wird Er nun,
im Schoß der Mutter darf Er ruh’n.
Der Sohn ist tot. Maria weint,
kein Licht in ihre Trauer scheint.

In Josefs Felsengrab liegt der,
dem dient der Engel lichtes Heer.
Das Grab verschließt ein schwerer Stein.
Verschlossen ist der Hoffnung Schrein.

Doch Jesus bleibt im Grabe nicht,
Er siegt und lebt, Er ist das Licht.
Der Leben uns und Liebe gab,
ist stärker noch als Tod und Grab.

© Claudia Sperlich

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