Zwei Lesungen auf Radio Horeb

Aus meinem Buch Die Befreier sind nun in der Mediathek von Radio Horeb zwei Erzählungen zu hören:

Hier die Titelgeschichte und hier im Rahmen der abendlichen Credo-Sendung „Ein Job fürs Leben“. Am Ende der Credo-Sendung noch ein kurzer Beitrag von mir zur Frage, warum die Jünger am Ölberg einschliefen. Und dazwischen zwei sehr hörenswerte lange Beiträge: Ein Interview mit Gabriele Kuby über den politischen Kampf der Christen und ein Vortrag von Josef Bordat über den Dreißigjährigen Krieg.

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Beim Karakul ist es falsch

Etwa sechzehnjährig erfuhr ich mit Entsetzen, daß für die Gewinnung der schöngelockten Persianerpelze teils wenige Tage alte, teils noch ungeborene Karakulschafe genutzt wurden. Es gab damals große Protestaktionen gegen das Pelztragen überhaupt und gegen das Schlachten hochträchtiger Muttertiere und ihrer Embryonen insbesondere. Und ja, das finde ich noch heute überaus eklig und dekadent – auch wenn ich Lammfleisch gerne esse und Wolle gerne trage.

Ohne Zweifel bin ich mir in der Abneigung gegenüber Karakulpelzen mit sehr vielen Menschen einig. Ich bin recht sicher, daß fast ausnahmslos all jene diese Abneigung teilen, die im September den Marsch für das Leben flankieren, um wüste Anschuldigungen und Obszönitäten zu grölen. Man kann sich eben nicht immer aussuchen, mit wem man bestimmte Ansichten teilt!

Nun ist die Gewinnung von Persianerpelzen oberster Qualität nicht eins zu eins mit der Tötung von Menschen im Embryonalstadium vergleichbar. Die Menschenmütter sollen ja überleben (wieder ein Punkt, in dem ich mir mit Pro-Choice-Aktivisten völlig einig bin). Auch wird der kleine Mensch nicht mit dem Ziel der Verwertung abgetrieben, sondern mit dem Ziel, die Frau in irgendeiner Hinsicht zu entlasten. (Wie absurd das ist, beschreibt Frederica Mathewes-Green in ihrem Artikel When Abortion Suddenly Stopped Making Sense.)

Jedoch ist offensichtlich, daß man in mehr Bevölkerungsgruppen und in höherem Maße Mitleid mit einem ungeborenen Karakulschaf empfindet als Mitleid mit einem ungeborenen Menschen. Fragen Sie einfach mal herum:

Ist die vorgeburtliche Tötung eines Karakulschafes unter bestimmten Umständen zu rechtfertigen?
Ist die vorgeburtliche Tötung eines Menschen unter bestimmten Umständen zu rechtfertigen?

Jede Wette: Die zweite Frage wird viel häufiger mit Ja beantwortet als die erste.

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Putten vor Gericht

Zum Glück musste ich nur vorbei am Amtsgericht Schöneberg, nicht hinein. Davor bleiben auch diese mahnenden Putten mit Schildern, deren Befolgung den Richtern über kurz oder lang die Arbeit wegnähme: Liebe deinen Nächsten! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht ehebrechen! Rede die Wahrheit!
Die beiden Putten ganz oben halten sich daran und umarmen sich liebevoll, von einer Blumenranke umgeben. Die Puttenpaare rechts und links müssen sich noch durch ein juristisches Gestrüpp arbeiten. Und ganz unten, rechts und links, wird je ein böser uneinsichtiger Putto gefressen. (Was ich allerdings übertrieben finde.)

Amtsgericht Berlin-Schöneberg
Amtsgericht Berlin-Schöneberg

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Schon mal vormerken: 6. November

Entgegen meiner Gewohnheit geht es diesmal nicht um das Mittelalter, sondern um das 19. Jahrhundert – um einen seliggesprochenen Polen.

Dienstag, 6. November 2018
19.30-20.30 Uhr
Edmund Bojanowski – Laie und Ordensgründer
Arche Potsdam
Am Bassin 2
14467 Potsdam (schräg gegenüber von St. Peter und Paul)

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Wußten Sie schon, wer im Mittelalter lehrte, daß die Erde eine Scheibe ist?

Die katholische Kirche, der das gern vorgeworfen wird, tat das jedenfalls nicht.
Im Alten Testament kommt verschiedentlich die Vorstellung einer scheibenförmigen Erde vor, mal auf Säulen ruhend, mal auf der Urflut schwimmend. Die meisten Christen hatten damit kein Problem; wenn ein poetischer oder prophetischer Text die Erde so beschreibt, wie man sie als Mensch wahrnimmt, dann ist das eben bildliche Rede, und in einer Zeit, in der Dichtung zum selbstverständlichen kulturellen Allgemeingut gehörte, sah man darin keinen Widerspruch zum wissenschaftlichen Blick auf die Erde. Die Intellektuellen in der jungen Kirche waren zahlreich (die Kirche wuchs ja gerade in den Städten), kannten ihren Vergil und ihren Homer ebenso wie ihren Aristoteles und konnten zwischen kündender Lyrik und wissenschaftlicher Prosa unterscheiden. (Ein Astrophysiker unserer Tage flippt ja auch nicht gleich aus, wenn man sagt, die Sonne geht auf.)

Die vollständige Antwort gebe ich auf Radio Horeb.
Viel Freude beim Hören.

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Abendmahl und Eucharistie – ein Lutheraner antwortet

Mein neulich so heiß diskutierter Artikel „Abendmahl und Eucharistie“ wurde nun auf kath.net von dem emeritierten Superintendenten Wolfgang Schillhahn von der SELK (Selbständige Ev.-Luth. Kirche) gewürdigt und auch korrigiert:

Die bekenntnisgebundenen Lutherischen Kirchen (z.B. die Selbständige Ev.-Luth. Kirche in Deutschland [SELK]) und viele Theologen und Christen in den Landeskirchen bekennen mit der Augsburgischen Konfession (CA) vom Heiligen Altarsakrament: „Vom Abendmahl des Herrn wird gelehrt, dass der wahre Leib und das wahre Blut Christi wirklich unter der Gestalt von Brot und Wein im Abendmahl gegenwärtig sind und dort ausgeteilt und empfangen werden. Entgegenstehende Lehre wird deshalb verworfen.“

Die Reformation hat die Transsubstantiationslehre verworfen, weil man sie für eine theologisch-philosophische Theorie hielt, die ein Geheimnis beschreiben wollte, dass nicht zu beschreiben ist. Martin Luther aber hat sie anders beurteilt als die reformierte Abendmahlslehre, weil die Transsubstantiationslehre wenigstens an der Realpräsenz festhält. Unter diesem Aspekt sollten Lutheraner der katholischen Eucharistie näher stehen als den protestantischen Abendmahlsfeiern, sofern diese Zwingli oder Calvin folgen, die beide in sich auch noch unterschieden sind.

Da habe ich olle Katholikin Protestanten jeglicher Couleur und Lutheraner recht leichtfertig in einen Topf geworfen.

Warum dennoch eine Interkommunion selbst zwischen SELK und Katholiken nicht ohne weiteres geht, erklärt Herr Schillhahn auch. Trennendes nicht verschweigen, Unterschiede freundlich und geduldig erklären und sich an Gemeinsamkeiten freuen – so geht Ökumene!

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Johannes

Bis unterm Kreuz war er mit Ihm zusammen.
Auf Adlerflügeln stieg sein Geist empor
Und schärfte ihm das Auge und das Ohr:
Er sah des wahren Gottes Blick wie Flammen.

Er sah das Wort als allen Daseins Tor,
Das Gotteswort, aus dem die Wesen stammen.
Begriff die Gnade – Gott will nicht verdammen –
Und sah: Nur Liebe brachte Jesus vor.

Er ging mit Ihm in ungewisse Weite,
Gewann durch Ihn in Geist und Seele Klarheit,
Erkannte Jesus Christus als die Wahrheit.

Er stand sehr nah an seines Meisters Seite,
Er trank Sein Wort wie Wasser und wie Wein.
Er wollte ganz in Jesu Liebe sein.

© Claudia Sperlich

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Nasse Natur

Der Regen war sehr nötig, und er war freundlicherweise fast nur, während ich in der trockenen Kirche war. Nach dem Rosenkranz war es wieder hell – und die Rosen vor der Marienkirche sehen besonders schön aus.
Rosen

Auf dem Mäuerchen eines Nachbargartens spaziert eine winzige Schnecke.
Schnecke

Dahinter ist der vertrocknete Blütenstand des Zierlauchs ins Immergrün gekippt – und sieht immer noch schön aus.
Zierlauch auf Immergrün

Und bei mir vor der Tür blühen die Staudensonnenblumen wie verrückt.
Staudensonnenblumen
Staudensonnenblumen

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Die Zeit fragt, ob ich Rassist bin.

Mit 33 Fragen will die Zeit mir Gelegenheit geben, mich mit eventuell vorhandenem eigenen Rassismus auseinanderzusetzen. Allerdings haben viele dieser Fragen nicht einmal am Rande mit Rassismus zu tun, und eine offenbart einen ganz vertrackten Rassismus des Fragestellers. Nun denn:

1. Wie oft wirst du auf einer Party gefragt: Wo kommst du wirklich her?
Ich gehe selten auf Parties, aber wenn ich „auf einer Party“ mit „gesprächsweise“ ersetze, kann ich immer noch sagen: Sehr selten – nur dann, wenn mein Gegenüber meine Mischung aus Hochdeutsch, Hamburgsch, Berlinerisch und ostpreußischem Einschlag nicht richtig einordnen kann.

2. Und wie oft fragst du selbst?
Nie.

3. Fragst du Weiße beim Smalltalk nach ihren Großeltern?
Nein. Leute mit irgendwie anderer Hautfarbe übrigens auch nicht – das habt Ihr doch glatt vergessen zu fragen.

4. Fühlst du dich jetzt schon von diesem Fragebogen angegriffen?
Nein. Nur befremdet.

5. Kannst du fluchen, Secondhand-Kleidung tragen, nicht auf Mails antworten – ohne, dass Menschen diese Entscheidung mit Sittenlosigkeit, Armut oder Faulheit verknüpfen?
Nein, kann ich nicht. Ich bin hellhäutig, Deutsche, fett und mittelalt – und die letzten beiden Eigenschaften stellen klar, daß ich hier mit „Nein“ antworten muss.

6. Denkst du, du bist nicht rassistisch, weil du einen Freund mit Migrationshintergrund hast?
Ob ich rassistisch bin oder nicht, hängt nicht von meinen Freunden ab, sondern von mir.

7. Weißt du, wie viele Muslime in Deutschland leben?
Nein. Es ist mir auch nicht besonders wichtig.

8. Wie viele enge Freunde hast du, die einen asiatischen, persischen oder nigerianischen Migrationshintergrund haben?
Ich kann nur mit kongolesisch und russisch dienen. Ist wohl nicht exotisch genug für die Fragesteller.

9. Wusstest du, dass fast jeder Vierte in Deutschland einen Migrationshintergrund hat?
Nein. Da ich das Wort „Migrationshintergrund“ sehr weit fasse, halte ich das auch für zu niedrig geschätzt.

10. Fühlst du dich fremd, wenn Leute um dich herum Arabisch oder Russisch sprechen?
Ja. Genauso fremd wie bei Spanisch, Italienisch, Dänisch, Urdu, Lingala, Mandarin und noch einer Menge anderer Sprachen (um ehrlich zu sein: den meisten) – weil ich sie nicht verstehe.

11. Fühlst du dich fremd, wenn Leute um dich herum Englisch sprechen?
Nicht ganz so wie bei Lingala, aber doch ziemlich. Mein Englisch langt einfach nicht für vielstimmige Konversation.

12. Wenn du ein Kind hättest, würdest du es in eine Kita mit mehrheitlich Kindern mit Migrationshintergrund schicken – wenn es in der Nähe eine Kita mit mehrheitlich weißen Kindern gäbe?
Zunächst einmal: Wenn ich ein Kind hätte, würde ich alles daransetzen, es in überhaupt keine Kita zu schicken. Wenn das aber sein müsste, würde ich es gerne in eine christliche Kita schicken. Da wären vermutlich neben den deutschen Kindern eher Eritreer als Chinesen zu erwarten. – Wenn ich Kita durch Schule ersetze, wird es anders: Ich würde ein Kind lieber in eine Schule schicken, in der es guten Deutschunterricht hat. Das ist in Schulen, in denen 50% oder mehr der Schüler nur wenig Deutsch können, nicht zu erwarten.
Entlarvend ist, daß der Fragesteller offenbar „Migrant“ und „Nichtweißer“ gleichsetzt. Das ist eine ganz vertrackte Art von Rassismus – einerseits gegenüber dunkelhäutigen Deutschen, andererseits gegenüber zugewanderten Polen, Tschechen, Russen, Dänen, Schweizern, Österreichern, Holländern, weißen Amerikanern, Engländern usw.

13. WISCHST DU BEI DATING-APPS TENDENZIELL WEITER, WENN DIE ANGEZEIGTE PERSON NICHT WEISS IST?
Ich habe keine Dating-App.

14. Kennst du fünf Bücher von Autorinnen, die nicht weiß sind?
Die Hautfarbe von Leuten, deren Bücher mir gefallen, ist mir wurst. Deshalb weiß ich sie auch nicht immer.

15. Wie viele hast du davon gelesen?
Wenn ihr männliche Autoren gelten lasst und eine leider nur auszugsweise Lektüre: Athanasius, Hieronymus, Ambrosius, Augustinus. Von keinem kennen wir das genaue Aussehen, aber alle waren mit Sicherheit um einige Schattierungen dunkler als ich.

16. Wie ehrlich warst du bei Frage 13?
Vollkommen.

17. STELL DIR VOR, DU SIEHST EINE RASSISTISCHE DISKUSSION IM NETZ. WÜRDEST DU DICH EINMISCHEN?
Einigemale habe ich mich schon eingemischt. Bei anderen Gelegenheiten hatte ich nicht den Eindruck, daß mein Einmischen da noch irgendwas helfen könnte. Einmal habe ich die Polizei informiert.

18. Hast du dich schon mal eingemischt – im Netz, auf der Straße, in ein Gespräch mit Freunden?
Wie gesagt. Und ja: sowohl im Netz als auch auf der Straße bzw. im Bus, und auch im Gespräch mit Freunden – wo es allerdings sehr selten nötig ist.

19. Wie oft wurdest du schon von der Polizei angehalten und kontrolliert?
Fünf mal, wenn ich mich recht erinnere. Das eine Mal in Hannover, wegen Großdemo. Das andere Mal in Berlin, wegen Großdemo. Das dritte, vierte und fünfte Mal in Paris, wegen mehrerer Bombenattentate und darauffolgender Polizeikontrollen in der Metro. In den 80ern.

20. Also in diesem Monat?
Keinmal. Was genau sagt das über meine Denkungsart? Bin ich Rassist, weil die Polizei mich in Ruhe läßt? Leute, werdet logisch.

21. Wirst du auch ohne blonde Begleitung in die meisten Clubs gelassen?
Weiß ich nicht. Ich gehe nicht in Clubs. Erinnerlich ist mir allerdings, daß ich als junge Frau einmal nicht in ein Tanzcafé gelassen wurde, weil ich keinen Rock trug, sondern eine sehr schicke seidene Hose.

22. WURDEST DU SCHON MAL DAFÜR VERPRÜGELT, DASS DU AUSSIEHST, WIE DU AUSSIEHST?
In meiner Schulzeit mehrmals, Mobbing ist keine neue Sache. Später ist mir nur mal von zwei neopaganen weißen Deutschen Mord angedroht, weil ich einen Kreuzanhänger trage. Das sagt nichts über meine Haltung zu anders aussehenden Menschen.

23. Stört es dich, wenn deine Eltern ganz anders über Migrantinnen denken als du?
Wir dachten da sehr ähnlich. Differenzen waren gering und nicht störend.

24. Haben Fremde schon mal ungefragt deine Haare angefasst?
Ja, Fremde haben mehrmals ungefragt meine Haare angefasst – weil ich nach einem Unfall als 10jährige erst kahl und dann stoppelkurzhaarig war. Das waren übrigens die gleichen Fremden, die mir nicht glauben wollten, daß ich ein Mädchen war, und es irrsinnig komisch fanden, zu sagen: Na, Höschen runter! Gesetzte ältere Damen in einem Berliner Villenviertel.

25. Gibst du dir viel Mühe, die Namen spanischer, italienischer oder französischer Fußballspieler richtig auszusprechen, die von türkischen und vielen anderen aber nicht?
Ich versuche bei allen richtige Aussprache, aber nicht übertrieben bemüht. Polnische Namen finde ich zuweilen wirklich schwierig.

26. Wie würdest du dich fühlen, wenn deine neuen Nachbarn eine afghanische Familie wären?
Das käme ganz darauf an, ob die afghanische Familie nett ist oder nicht. Meine polnischen und türkischen Nachbarn finde ich übrigens entzückend.

27. Wie würdest du dich fühlen, wenn deine neuen Nachbarn eine schwedische Familie wären?
Das käme ganz darauf an, ob die schwedische Familie nett ist oder nicht. Meine polnischen und türkischen Nachbarn finde ich übrigens entzückend.

28. Bezieht es irgendjemand auf dein Aussehen, wenn du etwas nicht so gut kannst?
Ja, es wird mit meinem Aussehen in Verbindung gebracht, wenn ich etwas nicht so gut kann. Fette Leute sind, wie männiglich weiß, doof. Oder wie war das gleich? Sarrazin ist überall.

29. WELCHES BILD KOMMT DIR IN DEN KOPF, WENN DU AN SCHWARZE MÄNNER DENKST?
Ein schlanker, hochgewachsener, feingliedriger Senegalese mit schönen Händen. Rassistisch genug? (Aber bei dem bloßen Begriff „schwarze Männer“ denke ich an sowas, ich alte Ästhetin.)

30. Welches Bild kommt dir in den Kopf, wenn du an muslimische Frauen denkst?
Die Bäckerin an der Ecke Bundesallee. Es gibt da sehr leckere Teilchen.

31. Hast du schonmal gedacht: Wenn ich könnte, würde ich nur mit Menschen zusammenarbeiten, die so sind wie ich?
Ja. Da war ich in der Pubertät. Jetzt bin ichs nicht mehr.

32. Siehst du Menschen, die dich repräsentieren, wenn du den Fernseher anschaltest oder eine Zeitung aufschlägst?
Nein. Außer vielleicht Christine Urspruch als Silke Haller.

33. Wie oft geben dir Menschen in deinem Umfeld das Gefühl, dass du nicht zu dieser Gesellschaft gehörst?
Täglich. Die meisten von ihnen sind weiß, das liegt aber nur daran, daß ich in Deutschland lebe. Lebte ich in Zentralafrika, wären die meisten, die mir dies Gefühl gäben, schwarz.

Nun denn, liebe Fragebogen-Ersteller: Ob ich von der Polizei kontrolliert werde, ob ich dumm angemacht oder angefasst werde und vieles mehr, was in diesem Fragebogen vorkommt, hat damit, ob ich rassistisch bin oder nicht, absolut nichts zu tun. Es macht einen Menschen auch nicht zum Rassisten, wenn er sich fremd fühlt, weil um ihn herum eine ihm unverständliche Sprache gesprochen wird, gleich ob das Schwäbisch oder Lingala ist. Es ist ferner nicht rassistisch, unter den nahen Freundinnen nur zwei Schwarze zu haben, von denen die eine seit ihrer Geburt Deutsche ist, die andere seit ihrer Geburt Französin. Wirklich rassistisch wäre, wenn ich jetzt zum Nachweis meiner Redlichkeit mich noch ein paar Migranten anbiedere, um sie meine Freunde nennen zu dürfen. Denn damit würde ich Menschen benutzen, um meinen Ruf zu verbessern. Das ist keine Freundschaft, versteht Ihr aber schon selber, Ihr von der Zeit, nicht wahr?

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Der Dreißigjährige Krieg ist vorbei!

Auch auf diesem Weblog.

Ich werde hier auch weiter hin und wieder versuchen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der großen christlichen Konfessionen zu erklären. Sofern sich darunter Diskussionen ergeben, soll es mir Recht sein – solange sie nicht in einen wilden Hickhack ausarten, bei dem die eine Konfession der anderen das Christsein generell abspricht. Ich dulde hier keine Religionskriege!

Deshalb habe ich eben die Kommentarfunktion zu zwei Artikeln geschlossen und werde sie unter diesem Artikel gar nicht erst zulassen.

Liebe Katholiken, liebe Protestanten, wenn Ihr Euch schlagen wollt, tut das meinethalben um fünf Uhr früh im Tiergarten, auf Pistolen. Ich sekundiere nicht.

Wenn Ihr allerdings vorhabt, gemeinsam den Glauben zu bekennen, gemeinsam das Vaterunser zu beten, gemeinsam für das unbedingte Recht auf Leben und für den Schutz der Familie einzutreten, gemeinsam für die verfolgte Christenheit Eure Stimme zu erheben – dann sekundiere ich gern.

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