Gesegnete Weihnachten allen Lesern!

„Glanz strahlt von der Krippe auf“, glänzen mögen heute nicht nur Kerzen und Augen (hier wiederum: nicht nur die von Kindern), sondern vor allem Herzen.

Der geschmückte Weihnachtstisch muss natürlich sein – wie bei mir üblich, mit weihnachtlich umgewidmetem Adventskranz und einem Weihnachtsbaum aus Filz. Zwei kleine Bäumchen hängen am blühenden Barbarazweig.
Liebe Menschen haben mich beschenkt. Videos sind dabei, die entstammen einem großen grauen Sack voll Videos, der im Hausflur steht mit dem Vermerk „Zu verschenken – frohe Weihnachten“. Lieben Dank an den Nachbarn, dem wir das zu verdanken haben!

Weihnachtstisch

Ein streichholzschachtelgroßes Symbol zeigt Anlass und Hauptgeschenk.

Krippe

Es gibt Kaffee. Heute nacht habe ich Lektorendienst.

Frohe Weihnachten, gesegnete Weihnachten!
Auch wenn die Welt in vielen Teilen zum Fürchten und zum Weinen ist:
Fürchtet euch nicht. Freut euch.

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Christgeburt

… wie schon hier bemerkt:

Melodie: Fest soll mein Taufbund… (GL 835)

Die Jungfrau hörte Gottes Ruf,
Und Er ist Mensch geworden.
Gott, der aus Liebe Menschen schuf,
Lässt Liebe überborden.
Weil wir in Schuld und Sünde sind,
Wird Gott zum hilflos kleinen Kind,
Um alle zu erlösen.

Der Herrscher über Zeit und All
Wird Mensch in dunklen Zeiten.
Das Kind in Bethlehem im Stall
Kommt aus des Himmels Weiten.
Ihn ehre heute alle Welt
So wie die Hirten auf dem Feld,
Die Engel und die Weisen.

Herr Jesus Christus, kleines Kind,
Du bringst uns wahres Leben!
Was diese Welt uns gibt, verrinnt,
Doch Du hast Dich gegeben
Als Gotteskind und Menschensohn
In Krippe und am Kreuzesthron,
Du gibst der Welt den Frieden.

Gott kommt in diese kranke Welt,
Lässt sie durch sich gesunden.
Er gibt sich selbst als Lösegeld.
Wir haben Ihn gefunden
In Krippe, Kreuz und Gottes Wort,
Nun wirkt Er in der Kirche fort
Und in den Sakramenten.

© Claudia Sperlich

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Gott kommt in die Welt. Aber nicht erst zu Weihnachten.

Zu Weihnachten feiern Christen die Geburt des Herrn Jesus Christus. Viele sagen auch: Die Menschwerdung Gottes, oder: Gottes Kommen in die Welt.

Insofern wir Seine Menschwerdung am 25. Dezember ausgiebig feiern, stimmt das. Vergessen wir dabei aber bitte nicht, daß Er neun Monate früher „in die Welt gekommen“ und „Mensch geworden“ ist. Das Leben beginnt nicht erst mit der Geburt.

Die katholische Kirche feiert neun Monate vor Weihnachten, am 25. März, die Verkündigung des Herrn. „Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist“ – so heißt es im Angelusgebet. Jesus kam als menschliche befruchtete Zelle in die Welt.

Natürlich feiert man den Geburtstag eines Menschen in besonderer Weise, und es ist verständlich, wenn auch nicht richtig, daß man davon spricht, ein Kind komme zur Welt. Man feiert zum Geburtstag, daß das Kind sichtbar lebt, und hoffentlich auch, daß die Mutter die Schwangerschaft überstanden hat. Man feiert, daß man das Kleine jetzt in die Arme nehmen kann und fähig ist, eine noch viel innigere Beziehung zu ihm zu entwickeln als während der Schwangerschaft möglich war.

Tatsächlich ist das Kind dann aber schon eine ganze Weile auf der Welt. Im Falle Jesu hat ein anderes, nur sechs Monate älteres Kind den Herrn erkannt, als der noch winzig, möglicherweise noch im Morula-Stadium war! Im Lukasevangelium schließt an die Verkündigung durch den Engel an:

In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es geschah, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabeth vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.

In diesen Tagen – also wirklich kurz nach der Verkündigung, kurz nachdem Maria mit ihren Worten „Mir geschehe, wie du gesagt hast“ dem göttlichen Plan zustimmte. Sie tat das übrigens, ohne ihren Verlobten zu fragen – Gott kam für sie eindeutig vor Joseph, auch wenn ich davon ausgehe, daß sie Joseph liebte. Sie hörte Gottes Ruf und entschied selbständig, ihm zu folgen. Was für ein Vorbild! (Die Kirchengeschichte ist voll von heiligen Frauen, die Maria zum Vorbild genommen haben, indem sie Gottes Ruf folgten und dabei riskierten und oft in Kauf nahmen, von der Familie verstoßen oder für verrückt erklärt zu werden.) Soviel nebenbei zum Vorwurf, die Kirche halte Frauen klein.

Heute gilt man leicht als Fanatiker und Frauenfeind, wenn man sagt, daß eine schwangere Frau regelmäßig mit einem Menschen schwanger ist und nicht mit einem Fleischklops. Was es mit Fanatismus und Misogynie zu tun hat, wenn man sagt, keine Frau ist mit einem Fleischklops schwanger, hat mir noch niemand erklären können.

Ich empfinde es als gröbste Beleidigung einer schwangeren Frau, zu behaupten, sie trage einen Zellhaufen / Gewebeklumpen / Fleischklops in sich, wenn man von ihrem Kind spricht. Wenn übrigens gar kein Zweifel besteht, daß die Frau das Kind will, wird es auch brav als Kind bezeichnet. Das heißt, ob ein ungeborener Mensch als Kind oder als Haufen bezeichnet wird, hängt davon ab, ob man ihn will. Im öffentlichen Diskurs bedeutet das: Ob ein ungeborener Mensch ein Kind oder ein entfernungswürdiger Haufen ist, hängt davon ab, ob er erwünscht ist. Was im Uterus einer Schwangeren ist, die über Abtreibung nachdenkt, wird demnach in dem Augenblick wunderbarerweise vom Klops zum Mensch, da sie sich zum Austragen entscheidet – Menschwerdung geschieht also in unseren Tagen angeblich durch den Willensakt der Mutter. Ich wüßte nicht, was unlogischer wäre.

Jesus Christus ist in die Welt gekommen – als Mensch, d.h. als jemand, der sich von der befruchteten Eizelle zum geburtsreifen Kind entwickelte, heranwuchs und insgesamt ungefähr 33 Jahre lang als ganzer Mensch lebte. Wenn wir Seine Menschwerdung feiern – also die Tatsache, daß Er nicht allein wahrer Gott, sondern auch wahrer Mensch ist -, dann feiern wir zugleich eine unfassbar große Würde des Menschseins überhaupt. Ein ungeborener Mensch, vom Entwicklungsstand der befruchteten Zelle an, teilt eine wesentliche Eigenschaft (das Menschsein) mit Jesus. Mit Gott.

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Vierter Adventsonntag

Vierter Adventsonntag

Je älter ich werde, desto mehr freue ich mich auf Weihnachten (und auf Ostern und Pfingsten und die vielen anderen Feste, die unsere Kirche feiert). In jedem Fest und in jeder schlichten Wochentagsmesse feiern wir Jesus Christus – und an den Hochfesten feiern wir Ihn eben „mit Pauken und Trompeten“, laut, bunt, froh und besonders feierlich. Die Erinnerung an Seine Geburt im Stall ist vielleicht das innigste Fest, das Fest, das auch einen guten Schluck Sentimentalität verträgt (Baby! Schäfchen!) und doch im Kern alles andere als kitschig ist (der Allmächtige macht sich ohnmächtig, um die Menschen zu erlösen – das läßt staunen und erbeben).

Und auf dieses wundervolle Fest bereite ich mich vor – nun im Endspurt. Die Vorbereitung hat mit Ernst und Schlichtheit zu tun, das Fest mit überschäumender Freude und Pracht.

Heute ist Sonntag, der ist auch in den Stillen Zeiten festlich. Morgen ist tagsüber noch immer Vorbereitungszeit – schon sehr geprägt von lustiger Aufregung. Am späten Nachmittag kommt die Einstimmung in der Kirche mit Krippenspiel und Gesang – und dann, am späten Abend oder um Mitternacht, beginnt das Fest, das wir mehrere Tage lang wirklich rauschend feiern werden.

Vier Kerzen geben schon eine ganze Menge Licht. Aber morgen Abend, da geht es richtig los. Da wird es hell!

Mache dich auf und werde Licht, denn dein Licht kommt!

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Laudes im Advent

Durch Dich, Herr, geht die Sonne auf,
In Dir beginnt der Tageslauf.
Gib, daß das Tagewerk gelingt,
Durch Deinen Heilgen Geist beschwingt.

Du Herr, der unsre Seelen kennt,
Der alle Welt beim Namen nennt,
Der auf sich hin die Menschen schuf:
Hilf uns, zu folgen Deinem Ruf.

Mach Du uns zum Verzicht bereit,
Wenn durch das Land die Habgier schreit.
Wo Aberglauben um sich greift,
Gib, daß in uns der Glaube reift.

Komm wieder in die Welt voll Streit!
Komm wieder, Herr, in Herrlichkeit!
Gib uns, daß alle Waffen ruhn,
Laß alle Deinen Willen tun.

Du bist das Leben, bist der Weg.
Sei Du zur Wahrheit unser Steg,
Bis überall Dein Wort erklingt,
Bis jeder Mund von Liebe singt.

© Claudia Sperlich

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Mal wieder was Lateinisches

In Tempore Adventus

Iesu Christe, exoptate,
veni intra corda nostra.
Tu quem mundus non accepit,
cape mundum, cape mentes.

Jesus Christus, Du Ersehnter,
Komm in unsre Herzenstiefe.
Den die Welt nicht angenommen,
Nimm die Welt und unsre Herzen.

© Claudia Sperlich

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Er hat als Gott sich Menschenlos gebeugt

Advent
XII

Er hat Maria mit dem Geist betaut,
Hat sie beschirmt vor aller Menschenschuld,
Hat sie bedacht mit Freude und mit Huld,
Und Gottes Tochter wurde Gottes Braut.

Ein Traum ermahnte Joseph zur Geduld.
Der hat auf Gottes Wahrheit fest gebaut,
Hat auf das Unwahrscheinliche vertraut
War nicht von der Gewohnheit eingelullt.

Der Vater aller ist Marias Sohn,
Der Diener aller auf dem Himmelsthron,
Im Stall der Schöpfer, der die Welt erbaut.

Er hat im Geist zum Menschsein sich gezeugt,
Er hat als Gott sich Menschenlos gebeugt,
Er hat aus Kinderaugen uns geschaut.

aus: Advent. Sonettenkranz, Zyklische Sonette, tredition 2016

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Er kam wie jeder Mensch im Leib zum Leben

Advent
XI

Er wurde Mensch, um Menschen anzurühren,
Der Angst und Schmerzen so wie diese kannte.
Der für das Reich des Vaters lodernd brannte,
Half andern, ihre müde Glut zu schüren.

Er selbst ist Gott und ist der, den Er sandte.
Er ließ sich nie zu übler Macht verführen.
Er lehrt uns, Gottes Worte aufzuspüren,
Weist keinen ab, der je an Ihn sich wandte.

Er hat Sein Wort Maria anvertraut
Und sich in ihr in diese Welt gegeben,
Er kam wie jeder Mensch im Leib zum Leben.

Der Geist war über ihr als Lebenskraft
Und als der Schwung, der die Gemeinde schafft.
Er hat Maria mit dem Geist betaut.

aus: Advent. Sonettenkranz, Zyklische Sonette, tredition 2016

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Er wurde Mensch

Advent
X

Der alles weiß und voraus hat bedacht,
Kam ohne Wissen in die Weltenzeit,
Zunächst zum nackten Leben nur bereit,
Von Eltern aufgezogen und bewacht.

Er lernte schnell. Er blickte klar und weit,
Als Knabe glühte Er für Gottes Macht.
Er sah die Welt bedrückt von Schuldenfracht
Und aufgestört von Sklaverei und Streit.

Er lernte, wer Er war. Er wollte lehren,
Um alle Welt zum Vater zu bekehren,
Und zahlte diese Liebe mit dem Leben,

Hat sich uns ausgeliefert, hergegeben.
Er will, daß alle Seine Liebe spüren.
Er wurde Mensch, um Menschen anzurühren.

aus: Advent. Sonettenkranz, Zyklische Sonette, tredition 2016

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Er wird wiederkommen

Advent
IX

Der ewig große Gott in hoher Macht
Wird wiederkommen und wird Frieden schaffen,
Vernichten wird Er die Vernichtungswaffen,
Entlarven wird Er jede falsche Pracht.

Dann wird kein Mensch mehr Güter an sich raffen,
Auf Friedenswege leitet froh und sacht
Der Herr, der über unsre Schritte wacht;
Kein Stolz, kein Neid wird andre mehr begaffen.

Wieviel muß armen Menschen noch geschehen?
Wieviele Sünden müssen wir begehen,
Bis Er der Finsternis ein Ende macht?

Kein Ende der Gewalt ist abzusehen,
Und doch wird dessen Reich allein bestehen,
Der alles weiß und voraus hat bedacht.

aus: Advent. Sonettenkranz, Zyklische Sonette, tredition 2016

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