Mein Klosterurlaub und die Benedict Option

Die stillen Tage bei den Mägden Mariens – ich berichtete schon – gaben mir Zeit, die Benedict Option zu lesen. Rod Dreher, ein erst zum Katholizismus und dann zur Orthodoxie konvertierter US-amerikanischer Christ mit brennendem Herzen, eucharistischer Frömmigkeit und großem Respekt vor anderen Konfessionen, schreibt mit seiner Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft einerseits eine scharfe Beobachtung des fadenscheinig werdenden Wohlfühlchristentums, das auch in Europa um sich greift, andererseits einen energischen Aufruf, sich auf die Wahrheit und Schönheit christlicher Kultur (und nicht etwa eines Kulturchristentums) zu besinnen, sie furchtlos und fröhlich neu zu beleben.

Tobias Klein hat das so ernsthaft wie witzig geschriebene Buch hervorragend übersetzt; besonders bewundere ich seine souveräne Übertragung des Plaudertons einiger Abschnitte. Es klingt an keiner Stelle „übersetzt“.

Inspiriert vom strengen und glaubensfrohen Leben der Benediktiner in Norcia, der Heimatstadt des Heiligen Benedikt, legt Dreher den Kontrast zwischen christlichem und modernen Leben dar. Denn ein ohne Abstriche christliches Leben ist in modernen westlichen Gesellschaften nicht ohne Abgrenzung möglich. Die Abgrenzung von einer hedonistischen Gesellschaft mit einer Vielzahl schwammiger Selbsterlösungslehren darf nicht einfach darin bestehen, daß man eben sonntags in die Kirche geht und sonst so weitermacht wie alle. Denn durch diese Haltung hat in den westlichen Kirchen schon längst ein „Moralistisch-therapeutischer Deismus“ Land gewonnen, eine Ersatzreligion, die besagt, daß wir irgendwie gut sein müssen, damit es uns gut geht, und daß es irgendeinen höheren Willen gibt, der das in Ordnung findet. Das Ziel des Christentums ist aber nicht ein irdisches Wohlgefühl der Anständigen, sondern das überirdische, ewige, selige Leben in der vollkommenen Liebe des Erlösers.

Der Weg dorthin ist von Kirchenlehrern und anderen Heiligen beschrieben und begangen. Dreher wirbt für eine neue Erarbeitung des verschütteten Wissens spätantiker und mittelalterlicher Autoren, für eine Neuauflage christlicher Bildung. Aber das Buch ist keine Anleitung zum Verständnis der Patristik, sondern ein fast alle Lebensbereiche ansprechender Weckruf, sich von jeder Versuchung zum hedonistischen Laissez-Faire oder zu einem Wohlfühlchristentum abzuwenden. Phantasie und Kreativität sind gefragt, um eine von klösterlicher Frömmigkeit und Disziplin inspirierte Lebensweise in Familie und Gesellschaft zu bringen. Das ist ein schwieriger Weg; es gab bereits mehrere existenzvernichtende Urteile in den USA, wo Christen sich geweigert haben, für homosexuelle Paare „Hochzeitstorten“ zu backen und „Hochzeitssträuße“ zu binden. Auch in Deutschland ist ein vergleichbarer Gegenwind spürbar, vielleicht noch nicht ganz so stark, aber wir sind auf dem schlechtesten Wege dazu.

Zunächst ist notwendig, daß wir neu lernen, was Christentum ist und will, dann ist unsere Kreativität gefragt. Wir müssen von der Pfarrkirche nicht erwarten, daß sie mal was in der Richtung anfängt, sondern etwas in der Richtung anfangen und dazu einen Raum im Gemeindehaus der Pfarrkirche erbitten. Wir müssen uns mit anderen Christen vernetzen, auch über Konfessionsgrenzen hinweg, müssen gemeinsam beten und handeln. Auch muss man bereit sein, die eigenen Ansprüche herunterzuschrauben. Denn in naher Zukunft werden Christen gezwungen sein, entweder dem Christentum widersprechende Dinge zu tun oder eine schlechter bezahlte Arbeit zu bekommen. (Ich bin sicher, daß das auch für Europa gilt.) Fragen wir uns bei allem, was wir tun, um unser Geld zu verdienen, ob es mit unserem Glauben vereinbar ist! Ist es das nicht, so kann man zwar um des Arbeitsplatzes willen zustimmen und damit „Weihrauch für Cäsar opfern“ (wie Dreher es nennt), aber man kann dann nicht gleichzeitig überzeugend christlich sein. Zum christlichen Leben gehört in derartigen Fällen auch, sich eine neue Arbeitsstelle zu suchen – auch wenn sie schlechter bezahlt ist oder eine weitere Ausbildung erfordert.

Weder die Arbeit noch die hochtechnischen Arbeitsmittel, allen voran das Internet, darf die Herrschaft über uns haben. Arbeit ist wichtig, nicht weil wir Arbeitstiere sind, sondern weil die Arbeit über den Erhalt unseres Lebens hinaus zu Gottes Ehre geschehen soll.

Ich habe die Benedikt-Option im tiefen Frieden eines Klosters gelesen, in dem ich Urlaub machte. Drehers klare Worte über die Notwendigkeit, zu Verzicht und harter Arbeit bereit zu sein und in einer zunehmend entchristlichten Welt erkennbar christlich zu leben, und die Beispiele, die er gibt, haben mich stellenweise beschämt innehalten lassen: Was tue ich denn, um diesem Anspruch gerecht zu werden?

Zugleich habe ich zu einem sehr wichtigen Punkt bei Dreher heftig genickt: Er stellt klar, daß Gebet, Anbetung und Empfang der Sakramente nicht Dinge sind, die dazukommen, wenn man mal Zeit hat, sondern das Fundament, auf dem eine christliche Gemeinschaft gedeihen kann. Auch in diesem Sinne ist es gut, seinen Urlaub (und möglichst viel Zeit außerhalb des Urlaubs) mit Stundengebet, Anbetung und guter christlicher Lektüre zu füllen.

„Wenn wir heutigen Christen nicht fest auf dem Felsen der geheiligten Ordnung stehen, wie unsere heilige Tradition sie offenbart – eine Ordnung des Denkens, Redens und Handelns, die das Christliche in der Kultur verkörpert und von Generation zu Generation weiterträgt -, dann haben wir überhaupt keinen Boden mehr unter den Füßen. Wenn wir nicht Praktiken in unser tägliches Leben einbeziehen, die sicherstellen, daß diese geheiligte Ordnung uns, unseren Familien und Gemeinschaften stets präsent bleibt, werden wir sie verlieren. Und wenn wir sie verlieren, laufen wir Gefahr, Ihn aus den Augen zu verlieren, auf den alles in dieser geheiligten Ordnung hinweist wie eine göttliche Schatzkarte.“

Mein Fazit aus dieser Lektüre ist: Ich möchte künftig noch entschiedener tun, was ich tun kann, und ich möchte wenigstens versuchen, in meiner Heimatgemeinde etwas von der Benedikt-Option wahr werden zu lassen.

Rod Dreher, Die Benedikt-Option. Deutsch von Tobias Klein. fe-medienverlags GmbH, 398 S., ISBN 978-3-86357-205-1

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 4 Kommentare

Die Maikolumne auf kath.net

Die Katholische Charismatische Erneuerung (CE) ist, wie die freikirchliche Pfingstbewegung, besonders auf den Heiligen Geist ausgerichtet. Das gibt ihren Lobpreisgottesdiensten und ihren Messen ein eigenes Gepräge.

Ich fühle mich selten wirklich „zu Hause“. Grundsätzlich ist die Kirche mir eher „zu Hause“ als meine gemütliche Wohnung – aber etwas fremd fühle ich mich fast immer. Vielleicht ist das eine gute Ausgangsposition, um die CE zu beschreiben – als wohlwollend aufgenommener Fremdling. Seit einigen Jahren gehe ich gern zu Lobpreisgottesdiensten der CE. In Berlin finden sie unter dem lustigen Namen „Praystation“ in der Kapelle des Gertrauden-Krankenhauses einmal im Monat statt.

Mehr kann man hier lesen.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Die Maikolumne auf kath.net

Urlaub bei den Mägden Mariens

Wilhelmshorst ist ein kleines Nest südlich von Potsdam; das älteste Haus wurde 1905 gebaut, und der Bahnhof Michendorf (immerhin zwei Gleise) passt ganz dazu. Wenn man von dort durch die Ortschaft mit viel Grün und wenigen Häusern einen knappen Kilometer geht, ist die Ortschaft schon zu Ende. Nahe einem Wald steht ein gründerzeitliches Haus – es wirkt auf den ersten Blick wie eine großbürgerliche Villa, aber während solche Villen meist prachtvolle Treppenaufgänge haben, gibt es hier nur einige bescheidene Seitentüren. Dies ist das Kloster Immaculata der Mägde Mariens von der unbefleckten Empfängnis – einer 1850 in Polen gegründeten Kongregation, die nach der franziskanischen Regel ihres Gründers, dem sel. Edmund Bojanowski, lebt und sich ganz dem Dienst an Waisen, Armen und Kranken verschrieben hat.

Der Garten ist eindrucksvoll groß und gut gepflegt. Ein kleiner See gehört schon zum Nachbargrundstück; ein fast ebenso großer Bewuchs mit gelb blühenden Schwertlilien steht noch auf Klostergrund. Man hört hier fast immer Stockenten, Teichrallen und Frösche knarren und quaken, außerdem singen Amsel und Buchfink, und der Buntspecht trommelt. Das Gästehaus ist ein etwas modernerer Bau, schlicht und funktional, mit einfachen, aber bequemen Zimmern – und ich war hier völlig allein.

Ich wollte – und mußte – ausspannen, und so nahm ich zwar mein Schreibzeug (Papier, einen Satz Stahlfedern und zwei Farben Tusche) mit, Telephon und Tablet ließ ich aber zu Hause. Ich hatte mir extra einen Reisewecker besorgt, der mich zwar zuverlässig weckte, aber nicht internetfähig ist.

Und es wirkte. Ich war schon auf dem Weg entspannter als sonst und überlege ernsthaft, mindestens einmal wöchentlich alles Internetfähige in Ruhe zu lassen. Empfangen wurde ich mit äußerster Herzlichkeit. Derzeit leben fünf Schwestern auf dem Anwesen in Michendorf. Die älteste ist demenzkrank und wird von ihren Schwestern mit Liebe und Fröhlichkeit mitgetragen.

Liebe und Fröhlichkeit sind überhaupt die Worte, die diese Schwestern beschreiben. Der Tag ist durch Gebet und Messe strukturiert (und ich nahm daran gern teil): 6.15 Laudes, 8.00 Messe, 11.40 Mittagshore, 17.40 Rosenkranz und Vesper. Komplet betet jede Schwester für sich, da die Arbeitszeiten zu unterschiedlich sind. Die Stundengebete werden ergänzt durch Gebete, die für diese Kongregation verpflichtend sind. Die demenzkranke Schwester nimmt an allen Gebeten teil – und sie nimmt wirklich teil, die Gebetstexte sind ihr in den Jahrzehnten ihres Ordenslebens so in Fleisch und Blut übergegangen, daß sie sie automatisch mitspricht. Sie ist auch für das Mittagsgebet zuständig und erfüllt diese Pflicht mit Freude und Genauigkeit. Auch besteht sie auf die Regel, daß zu jeder vollen Stunde das Ave Maria gebetet wird – jede Stunde wird hier unter den Schutz Gottes und Mariens gestellt.

Ich habe hier endlich ein Buch zu Ende gelesen, das schon lange auf meinem Schreibtisch lag: Sr. Pascalina, Ich durfte ihm dienen – eine stilistisch auf mir etwas anstrengende Weise blumige, aber dennoch sachlich sehr genaue und hochinteressante Beschreibung des Hl. Pius XII. Ein weiteres über 380 Seiten starkes Werk las ich hier von vorn bis hinten mit großer Spannung (ich werde darüber berichten). Die Pflege der Buchkultur war schon immer besonders in Klöstern zu Hause!

Außerdem versuchte ich mich wieder einmal ein bißchen in der Kalligraphie, mit leidlichem Erfolg – ein mittelalterliches Skriptorium hätte mich zwar hinausgeworfen, aber als neuzeitliche Freizeitbeschäftigung ist es in Ordnung.

Eine Woche lang beten, Messe feiern, lesen, mit Stahlfedern schreiben, den Garten genießen, mit den Schwestern plaudern, wieder beten – nicht mehr und nicht weniger! Und vom ersten Moment an war das so vollkommen schön, friedvoll, erholsam. Mit den Schwestern hatte ich wunderbare Gespräche, und es wird auch in Zukunft eine freundschaftliche Verbindung zu diesem Orden geben. Davon später mehr.

Ganz ohne Arbeit kann ein Dichter nicht leben, und es entstand auch dort wieder etwas. (Anmerkung: „Sonst keine Pflichten“ beziehe man bitte nur auf mich. Die Schwestern sind sehr tätig.)

Den Mägden Mariens in Michendorf

In frommer Schwestern stillem Haus
Ruh ich von Stadt und Arbeit aus,
Die Seele aufzurichten:
Kein Telephon! Kein Internet!
Früh auf die Beine, früh zu Bett!
Gebet – sonst keine Pflichten!

Die Tage sind so wundersam!
Viel Segen Gottes auf mich kam
In diesen heil’gen Hallen.
Ein jeder Tag hat Maß und Ziel
(Nur Schwester Köchin kocht zu viel,
Zu gut will’s mir gefallen)!

Wo jeder Tag voll Gotteslob
Mein Herz zu dem Dreieinen hob,
Muß ich nun fort mich heben!
Bleibt übers Jahr das Haus bestehn,
Will ich Euch gerne wiedersehn,
So Gott will und wir leben.

Der heilig-ruhigen Tage Glanz
Vermehrt ein blauer Rosenkranz,
Von guter Hand gespendet.
So fleh ich gerne im Gebet
Zu der, die überm Monde steht,
Auch wenn der Urlaub endet:

Maria, hilf der Schwesternschar,
Die mir so gut, so freundlich war,
Und bitt, daß dies Gebäude
Auf Gottes Ruf sich füllen mag
Mit Schwestern, die hier Tag für Tag
Ihm dienen voller Freude!

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Gesegnete Pfingsten!

Du Geist, der über Urflut schwebt,
der taubengleich vom Himmel steigt,
Du reine Liebe, die belebt,
die Sprache gibt und Wege zeigt!

Ein Flammenmeer im Jüngerkreis!
Aus jedem Mund ein Loblied klingt,
ein Glaubensfeuer, Gott zum Preis,
das Angst und Zweifel niedersingt.

Und keiner schweigt, und keiner bleibt,
der in dies Lied hat eingestimmt.
Auch uns der Geist zum Zeugnis treibt,
der unser Herz im Sturme nimmt.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , | 2 Kommentare

Beistehen, lieben, danken, ertragen

Zu meinem Tagespost-Artikel über den Umgang mit Leidenden geht es hier.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Beistehen, lieben, danken, ertragen

Was am Katholizismus so Klasse ist: Das Stundengebet!

In der Mitte der Nacht stehe ich auf, dir zu danken wegen der Entscheide deiner Gerechtigkeit… Siebenmal am Tag singe ich dein Lob wegen der Entscheide deiner Gerechtigkeit. (Ps. 119,62.164)
Betet ohne Unterlass. (1 Thess. 5,17)

Im Stundengebet strukturiert die Kirche den Tag zu einer Abfolge von Zeiteinheiten, die alle unter Gottes Segen und zu Gottes Ehre gelebt werden. Die tägliche Routine wird ebenso unterbrochen wie die außergewöhnliche Belastung, die feiertägliche Behaglichkeit ebenso wie die aufmerksame Tätigkeit, und selbst die Nachtruhe wird unterbrochen, um Gott zu preisen. Jede einzelne Hore ist wie ein großes Atemholen.

Priester, Diakone, die geweihten Jungfrauen, die Eremiten und die Ordensleute sind zum Stundengebet verpflichtet; sie stützen und tragen damit die Gemeinschaft der Gläubigen und dienen der ganzen Welt mit ihren Fürbitten. Eingeladen (nicht verpflichtet) sind alle Gläubigen zum Stundengebet, soweit ihre Lebensumstände das erlauben.

Mein Tag beginnt mit den Laudes, dem Morgenlob. Das heißt, ich danke zunächst einmal Gott für den neuen Tag, bitte Ihn um Seinen Segen, bitte auch für andere, stelle mich neu in Seinen Dienst.
Die mittägliche Sext und die Vesper am frühen Abend sind mir wichtig geworden und passen meistens in meinen Tageslauf.
Die Komplet bildet den Abschluss des Tages. Hier folge ich der ignatianischen Spiritualität und beginne mit einem dankenden Rückblick auf den Tag – und, vor dem Schuldbekenntnis, einem Vorsatz für den morgigen Tag. (Kein großer Vorsatz, nur einer, den ich mit sehr wenig Gnade ausführen könnte.)

Die Erfahrung zeigt mir, daß ein Tag, der von Laudes und Vesper umarmt wird, bessere Chancen hat zu gelingen. Die Kirche weiß das schon längst und nimmt gerade diese beiden Horen besonders wichtig. Es ist zwar keine Tragödie, wenn ich es mal nicht schaffe – denn die Priester und Ordensgemeinschaften tragen mich mit durch ihr Gebet. Andererseits glaube ich, je mehr das Stundengebet gepflegt wird, desto besser.

Die Komplet erfahre ich immer wieder als besonders tröstlich; ich kann mir auch keine schöneren Verse denken. Der abschließende Segenswunsch „Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende gewähre uns der allmächtige Herr“ legt in Gottes Hand, was der Beter selbst nicht in der Hand haben kann.

Das Stundengebet ist eine ganz sanfte Erziehung zu Frieden und Ordnung.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | 1 Kommentar

Hörnchen, der Kletterkünstler

Immer wieder staune ich darüber. Es hält sich an dem rauhen Fassadenputz und an den Ranken der Jungfernrebe fest und bewegt sich kopfüber, kopfunter vollkommen sicher, ohne groß nachzudenken (kann es auch nicht mit seinem kleinen Kopf).

Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen
Eichhörnchen

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit | Kommentare deaktiviert für Hörnchen, der Kletterkünstler

Ein Lied zu Christi Himmelfahrt

ChristiHimmelfahrt

Entzogen unserm Sehen, erhoben in das Licht,
Will Er nicht von uns gehen, der Herr verlässt uns nicht.
Wir sollen Seine Zeugen und Seine Freunde sein,
Und will die Welt uns beugen, wird Christus uns befrein.

Er kommt an Seinem Tage zur vorbestimmten Zeit,
Und Satans Zwang und Plage weicht Seiner Herrlichkeit.
Doch eh die Völker beben vor Christi Endgericht,
Sagt allen: Er ist Leben, Er ist der Liebe Licht!

Wir dürfen heut Ihn schauen verhüllt auf dem Altar,
Wir wagen zu vertrauen: Sein Wort ist ewig wahr.
Was unsre Sinne merken, erscheint wie Brot und Wein.
Mit Sich will Er uns stärken, Er lädt zum Glauben ein.

Nun richtet eure Augen nicht in den Himmel nur.
Zum Leben will uns taugen, der vor uns zieht die Spur.
Bringt Liebe und seid Segen, wo immer Er euch weist,
In Worten, Taten, Wegen beschwingt vom Heilgen Geist.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Jetzt ohne Werbung. Und mit Datenschutz.

Die Daten meiner Leser habe ich natürlich auch früher nicht verhökert oder von den Dächern gerufen. Die neue Datenschutzverordnung unterstellt das aber pauschal jedem, der sich im Internet tummelt, und trotz meiner kürzlichen sorglosen Ansage habe ich mir auf Anraten eines Freundes heute doch die Mühe gemacht, meine Accounts, vor allem den bei Google, der alten Krake, zu überprüfen.

Auf WordPress hat sich für meine Leser Folgendes geändert:

1. Mein Hauptblog – also dieses hier – heißt von nun an katholischlogisch.blog; wer den alten Namen eingibt, wird sofort auf den neuen umgeleitet.
2. Da hierdurch Google bestimmte Aktionen auf diesem Blog nicht mehr merkt, habe ich die Like- und Teilen-Buttons wieder eingerichtet. PARDON, DAS WAR EINE FEHLINFORMATION. NEIN, MAN KANN HIER WEDER TEILEN NOCH LIKEN – AUS GRÜNDEN DES DATENSCHUTZES.
3. Meine anderen Blogs, auch mein Autorenblog, bleiben ohne Like- und Teilen-Möglichkeiten und haben durchweg keine Kommentarfunktion mehr – sie sind ohnehin rein informativ.
4. Auf diesem Blog kann man wie vorher kommentieren, wenn man eine Mailadresse hinterlässt.
5. Meine Leser werden nicht mehr mit Werbung angeödet – es sei denn, ich werbe für etwas, z.B. Bücher. Aber das ist ja nicht öde.

Vielleicht werde ich mit dem Aussehen des Blogs noch ein wenig experimentieren – vielleicht auch nicht. Was die Inhalte angeht, bleibe ich katholisch, logisch, dichterisch, spiritotroph, häreticophob, ecclesiophil, hostiophag.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Jetzt ohne Werbung. Und mit Datenschutz.

Der Krimi und die Religion

Eine alte Katholikin wird ermordet. Es stellt sich heraus, daß die als wohltätig bekannte Frau um den langjährigen Mißbrauch von Jungs durch einen Pfarrer gewusst und geschwiegen hat. (Warum ihr, der höchst bigotten Katholikin, das Schicksal eines evangelischen Pfarrers so sehr am Herzen lag, verschweigt der Film.)

Grenzpolizisten erreichen auf Verbrecherjagd nur noch das kürzlich verlassene Auto eines Schmugglerduos – mit Rosenkranz am Innenspiegel.

Ein mit einer spannenden Rahmenhandlung um den blinden Ermittler beginnender Krimi geht weiter mit dem Streit zweier Ganoven in einem Lieferwagen, in dem sie junge Frauen transportieren (und schon sehr bald auf sie schießen). Auf dem Armaturenbrett klebt eine Madonnenstatue, am Innenspiegel baumelt (schon wieder) ein Rosenkranz.

Der anfangs nur leise Verdacht gegen einen Familienvater erhärtet sich, als deutlich wird, daß er seine Kinder ausdrücklich nach biblischen Maßstäben erzieht. Natürlich auch gewalttätig, Bibel ist so, meint der Drehbuchautor.

Ein frommer junger Mann mit amerikanischem Akzent entpuppt sich als ein jugendlicher Rabauke, der betrunken Auto fährt und andere Autos beschädigt, wobei die Zugehörigkeit zu einer christlichen Gemeinschaft ausschlaggebend ist. Fazit: Wenn die ihr geschütztes Umfeld verlassen, sind sie so.

Ein Kleinganove trägt einen auffälligen Kreuzanhänger.

Ein liebenswürdiger Polizist spricht nach einer für ihn sehr peinlichen Situation ein unbeholfenes Gebet. Ein Kollege kommt dazu und wundert sich.

Polizisten sprechen nach einem dramatischen Einsatz über ihr Verhältnis zur Religion. (Sie haben keines.) „Irgendwas wird es da oben schon geben“ ist das „Religiöseste“, was gesagt wird. Sonst geht es nur darum, warum sie nicht religiös sind. Und daß es doch genügt, ein guter Mensch zu sein und seine Arbeit anständig zu machen.

Die Rede ist von acht Fernsehfilmen aus verschiedenen Serien. Sie stehen hier exemplarisch für unzählige andere. Wenn man von verschiedenen Pater-Brown-Adaptionen absieht, ist Christentum (besonders das katholische, aber auch das anderer Denominationen) ein Hort der Kriminalität, zumindest des Rabaukentums, und die Guten haben religiöse Anflüge nur gelegentlich als liebenswerte Schrulle.

Gerade Serien stellen oft den Anspruch, auch aufklärerisch zu wirken. Was Religion angeht, so sind sie verleumderisch. Denn natürlich gibt es Mißbrauch, Mord und Totschlag und Rabaukentum leider auch bei Christen, nicht weil, sondern obwohl sie Christen sind. Aber Fernsehkrimis erwecken den Eindruck, als müsse man bei Christen im Gegensatz zu anderen Menschen schon gleich damit rechnen, daß sie gefährlich Böses tun. Es wird so getan, als neigen Christen in besonderer Weise zu Schandtaten.

Selbstverständlich bin ich als Christin meiner atheistischen Umwelt insofern gefährlich, als ich meinen Glauben nicht verhehle. Das birgt die Gefahr, daß ein Atheist sich dafür interessiert, und tut er das erst einmal, kann ihm geschehen, daß er irgendwann kein Atheist mehr sein will. In diesem Sinne könnte man behaupten, daß ich Atheisten kille. Aber physisch will ich niemandem etwas zuleide tun – was übrigens mit meiner Religion zu tun hat.

An dieser Stelle sage ich ausdrücklich: Auch wenn ich es in einer Aufwallung der Gefühle für angemessen hielte, einem Drehbuchautor eins hinter die Löffel zu geben, wäre das keineswegs mit dem Dekalog, der Goldenen Regel und den Geboten der Kirche vereinbar. Aber daß es bei ARD und ZDF atheistische Rotzlöffel gibt, die ihr Honorar damit verdienen, Lügen über die Christenheit und das Christentum in die Welt zu setzen, das darf ich sagen.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , | 4 Kommentare