Dienstag, 2. Adventswoche

Epheser 3,8-12 
 
Gewaltigen Herrschern im mächtigsten Reich
war nicht Gottes Weisheit und Ratschluss bekannt,
sie hörten's die Kirche verkünden.
So klug sie auch sind, ihr tiefer Verstand
erfasst nicht, daß Gott sich den Menschen macht gleich,
zu sterben für all ihre Sünden.

© Claudia Sperlich
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Montag, 2. Adventswoche

Jesaja 35,1-10 
 
Wenn einst das Land erblüht durch Gottes Gnade,
Wenn einst geebnet werden alle Pfade,
Wenn einst gerettet werden alle Kleinen,
Dann wird die Rache Gottes auch erscheinen.
Und die wird sein: Die Blinden werden sehen
Die eigne Kleinheit, eigene Vergehen.
Die Tauben werden Gottes Stimme hören,
Sein Wort wird ihre Selbstsucht dann zerstören.
Und wer bequem in seinem Haus verweilte,
Wer feig den Mund hielt, nicht zu Hilfe eilte,
Der wird die eigne Sünde ganz erkennen,
Wird tief erschrecken, tiefer noch bereuen
Und wird den Heiland seinen Richter nennen – 
Begnadigt wird er sich dann ewig freuen.

© Claudia Sperlich

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Nikolaus

Melodie: Den Herren will ich loben, GL 395

Sankt Nikolaus, der Knabe,
war reicher Eltern Kind,
verschenkte seine Habe,
schlug Reichtum in den Wind.
Er sorgte für die Armen,
half den Bedrängten gern.
Sein Herz war voll Erbarmen
und folgte unserm Herrn.

Sankt Nikolaus, der Hirte,
zum Priesterdienst bestellt,
manch Unrecht schnell entwirrte
und half mit Wort und Geld.
Er lehrte Jesu Wege,
bekämpfte Heidenkult,
stritt für des Rechtes Pflege,
verzieh auch schwere Schuld.

Er ließ die Stürme schlafen
im Meer und auch an Land.
Das Schiff fand seinen Hafen,
der Irrtum wich Verstand.
An ihn lasst heut uns denken
im winterlichen Haus,
lasst frei und froh uns schenken
wie Bischof Nikolaus.

© Claudia Sperlich

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Sonntag, 2. Adventswoche

Baruch 5,1–9

Jerusalem, leg ab das Kleid der Trauer
Und schmücke dich mich Gottes Herrlichkeit!
Er schafft dir Frieden und Gerechtigkeit.
Nimm an, was dir geschenkt hat dein Erbauer.

Er schenkt dir Freude, Frieden, Sicherheit,
Er lässt die Wälder duften und erblühen,
Er tröstet dich nach der Verbannung Mühen.
Du lebst in Seiner goldnen Ewigkeit.

Du bist vertraut mit so viel Angst und Grauen.
Nun sollen alle staunend auf dich schauen:
Du bist die Fürstin unter allen Ländern.

Der Herr holt Israels Versprengte heim.
Er rottet alles Unrecht aus im Keim.
Nichts kann den Herrn, der Herr kann alles ändern.

© Claudia Sperlich
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Samstag, 1. Adventswoche

Jesaja 30,19-26

Jede Prüfung wird einst enden,
allen wird der Weg gezeigt.
Falsche Götter werden Abscheu,
Gottes Weisung wird befolgt.
Wenn die Menschenwerke stürzen,
Menschenmacht verheert das Land,
finden Zuflucht Gottes Freunde,
finden Heilung ihrer Wunden,
frisches Grün und klares Wasser,
Reifes Korn und helles Licht.

© Claudia Sperlich
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Freitag, 1. Adventswoche

1. Korinther 9,16-23 

Ich will reden von dem, der mein Herz bewegt,
durch den Geist will ich reden, nicht aus mir selbst.
Nicht weil es sich lohnt nach menschlichem Maß
doch weil Er mich zum Bekenntnis drängt.
Will zu jedem so sprechen, wie er es versteht,
und das Wissen teilen, die Ohnmacht auch,
will vom Christus sprechen zu aller Welt,
von dem Retter, dem Heiland, dem einzigen Herrn. 
Und hören auch wenige nur das Wort,
und hört es nur einer, so hat es gelohnt.

© Claudia Sperlich
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Gebet am Freitag

Morgen geht es los: Freitags um 12.00 Uhr wird in der Heilig-Kreuz-Kirche in Berlin-Wilmersdorf, Hildegardstraße 3, gebetet. Die Kirche ist groß, coronagerechte Abstände sind spielend einzuhalten. Die Kirche gehört zur Großgemeinde Maria unter dem Kreuz.

Es handelt sich um eine Laieninitiative. Wir wollen erst einmal versuchen, ob Freitag 12.00 Uhr sich durchsetzen kann. Wenn die Zeit sich nicht bewährt, versuchen wir es mit einer anderen Zeit. Wir wollen gemeinsam 15-20 Minuten lang beten, ein kurzes Innehalten vor Gott. Wer mag, kann selbstverständlich früher kommen oder länger bleiben (oder beides), die Kirche ist tagsüber offen.

Herzliche Einladung!

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Die Rolle der Frau Sperlich in der katholischen Kirche heute

Die Diskussion mit den Synodalen über „Die Rolle der Frau in der katholischen Kirche heute“ am vergangenen Sonntag war ja eher ein Diskussion darüber, was die Rolle der Frau in der katholischen Kirche nun einmal nie ist. Die tatsächliche Rolle „der Frau“ ist auch nicht so leicht fassbar, weil es die „Frau an sich“ ja nicht gibt. Frauen können Dozentinnen an Priesterseminaren sein, sie können Pfarrhaushälterinnen sein, sie können Ehefrauen, Mütter, Professorinnen, Schriftstellerinnen, Ordensfrauen, geweihte Jungfrauen, geweihte Witwen, Pfarrsekretärinnen, Rendantinnen, Malerinnen, Bildhauerinnen, Organistinnen, Putzfrauen, Ärztinnen, Köchinnen oder was auch immer sein und auf unzählige Weise Gott und Seiner Kirche dienen. Manch eine hat das Charisma, um sich herum Frieden und Freude zu verbreiten, andere haben ein besonderes Organisationstalent – und so weiter. Gemeinsam ist allen Tätigkeiten für Gott und Kirche, daß sie sich als Dienst verstehen. Aber das ist nicht geschlechtsspezifisch. Der männliche Organist, Rendant, Koch, Lehrer, Mönch usw. dient ebenfalls. Die Rolle des Menschen in der katholischen Kirche heute ist die gleiche wie gestern, vorgestern, am Anfang, morgen und immer: aus Liebe dienender Gehorsam.

Jeder Mensch steht dabei vor der Aufgabe, seine Berufung zu finden und so gut wie möglich zu erfüllen. Bei dem Wort „Berufung“ ganz und gar auf „Priesterweihe“ fokussiert zu sein, ist der Klerikalismus unserer Zeit. Manche Männer sind zu Priestern berufen, manche Männer und Frauen zu Ordensleuten, viele zur Ehe, manche zu Einsiedlern, manche Frauen zu geweihten Jungfrauen, manche Frauen zu geweihten Witwen (männliche Analogien für die letzten beiden Lebensformen gibt es nicht). Wieder andere haben einen Beruf, der zugleich Berufung ist, und dienen Gott in Krankenhäusern, Künstlerateliers, Schulen, Rettungsstellen, Polizeirevieren – oder in welchem Beruf auch immer. Wir sollten nicht vergessen, daß so verantwortungsvolle und wichtige Arbeiten wie Müllentsorgung und Putzen wertvolle Dienste sind, und daß man sie durchaus als Dienst im christlichen Sinne verstehen und ausführen kann. (Wer es nicht glaubt, möge sich die Kirche seiner Heimatgemeinde in seit Monaten ungeputztem Zustand vorstellen, mit längst überquellenden Mülleimern im Pfarrgarten.)

Weil es wegen der Fülle der Möglichkeiten ausgeschlossen ist, in aller Kürze „Die Rolle der Frau“ zu beschreiben, lege ich hier meine eigene, sehr kleine Rolle dar.

Als Lektorin darf ich in der Messe die Lesungen vortragen, zuweilen auch den Psalm. Das mache ich sehr gerne und seit einiger Zeit auch für die italienische Gemeinde. Hierzu und dadurch lerne ich Italienisch. Bei den italienischen Gottesdiensten am Freitag ist kein Musiker, und also singe ich den Psalm und das Halleluja, bin also auch Kantorin – obwohl ich das nie gelernt habe, der Kantorenkurs fiel Corona zum Opfer.

Gelegentlich finde ich die Marienstatue allzu verrußt und verstaubt und greife zu Lappen. Eine Zeitlang war ich Putzfrau in den Gebäuden eines katholischen Friedhofes und habe dort meine Arbeit gut und gerne gemacht. Und es gibt keinen Grund, die Sauberkeit eines Friedhofsklos für weniger bedeutend zu halten als die Arbeit eines Priesters. Putzarbeit ist anders, und es gibt mehr Menschen, die sie tun können, aber selbst der frömmste Leser wird mir zustimmen, daß er auf den priesterlichen Dienst seltener unmittelbar angewiesen ist als auf das Sitzmöbel im Bad. Selbstverständlich ist der priesterliche Dienst mit einer langen und harten Ausbildung verbunden und ich will ihn in keiner Weise schmälern. Zudem handelt Gott unmittelbar durch den Priester bei der Wandlung und Spendung der Sakramente. Aber ich bin nicht klerikalistisch genug, das Priestertum selbst für eine übermenschlich hohe Kategorie zu halten.

Ich diene Gott als Schriftstellerin, als Übersetzerin, als Bloggerin. Außerdem diene ich durch mein Gebetsleben, seit nunmehr fünf Jahren mit dem besonderen Segen der Kirche, in meinem Gelübde. Zugleich ist das ein wundervoller, unerschöpflicher Schatz für mich. Ich diene und werde dadurch beschenkt.

In der Diskussion neulich wurde gefragt, wovor ich „Angst habe“, wenn ich Priesterinnen ablehne. Der Grund für Ablehnung von irgendetwas ist aber nicht notwendig Angst. (Ich lehne bei der Aufgabenstellung 2 · 2 = x die Lösung 5 nicht aus Angst ab, sondern weil sie falsch ist. Kategorien wie Angst und Mut haben da gar nichts zu suchen.)

Im übrigen ist die Berufung jedes Christen, so gut Christ zu sein wie er eben kann. Wie vermutlich jeder andere Christ bleibe auch ich hinter diesem Ideal weit zurück. Jesus Christus, Seine Kirche und Seine Sakramente helfen mir immer wieder auf die Beine. Ich möchte Ihm und ihr dafür nicht in den Bauch treten. Deshalb verteidige ich die kirchliche Lehre.

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Donnerstag, 1. Adventswoche

Jesaja 26,1-6 

Fest steht Gottes Stadt für ewig,
nur Gerechte ziehen ein,
die dem Treuen Treue wahren:
Er ist unser ewger Fels.
Menschenmacht erweist sich schwächer
als des Armen leichter Schritt.
Die gerecht gemacht durch Glauben,
sei er wie ein Senfkorn klein,
leben in dem Frieden Gottes,
in der goldnen Gottesstadt.

© Claudia Sperlich
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Liebe EU, geh baden.

Gerade hast Du, liebe EU (ich darf Dich doch duzen? Wir kennen uns ja schon übergenug!), erst einen kapitalen Bock geschossen und ihn dann sehr schnell und heimlich wieder verschwinden lassen. Liebe EU, wenn man etwas verbockt, dann sagt man hinterher: „Entschuldigt, das war blöd von mir.“ Man kann es auch parlamentarischer ausdrücken, aber einfach nur so tun, als hätte man nichts getan, ist falsch (und in Zeiten des Internet unsinnig).

Was war?

Die EU, besorgt um unser aller Seelenheil, gibt ein Dokument zur Vermeidung ungerechter Sprache heraus. Irgendwie soll man beim Sprechen immer alle berücksichtigen, die sich irgendwie auf Schlips, Binder, Halstuch, Kufiya oder Sarockel getreten fühlen könnten: Männer, Frauen, Diverse, Ungläubige, Irgendwiegläubige, Leute mit irgendeiner oder ganz ohne Kultur… die Liste ist schier endlos, nur auf Christen darf man zwar Rücksicht nehmen, wenn man unbedingt möchte, muss aber nicht. (Sarockel also doch?)

Das in englischer Sprache verfasste Dokument erteilt keine Ge- oder Verbote, sondern Ratschläge. Die sind aber nervig genug. Und von der EU kommend, sind Ratschläge auch von einer anderen Qualität als wenn die entfernte Verwandte das sagt, die man ohne Schwierigkeiten ignorieren darf.

Nun wird im Internet gerne alles sehr hochgekocht, „EU verbietet Weihnachten“ und so weiter. Mir liegt das Dokument leider nicht vor, aber hier ist eine englischsprachige Seite, die wörtliche Zitate bringt.

Zunächst geht es darum, auf gar keinen Fall jemanden zu beleidigen, der irgendwie zum LGTB-Spektrum gehört. Leute, es nervt! Jeder darf jederzeit ungestraft sagen, daß zölibatäres Leben geisteskrank macht (oder Geisteskrankheit zölibatär, oder was immer), jeder darf damit implizit behaupten, daß Frauen willig sein müssen, damit Männer nicht gewalttätig werden (denkt es durch: genau dieser krude Gedanke kommt dabei heraus) – aber wenn ich in meiner Sprache einmal nicht berücksichtige, daß meine Leser divers sein könnten, bin ich bäh. Das ist so nervtötend albern!

Der Hauptaufreger ist aber: Weihnachten und Vornamen.

Im Englischen kann man für „Vorname“ drei Ausdrücke gebrauchen: entweder das gängige „Christian name“ oder „first name“ oder „forename“. Natürlich ist es sinnvoll, auf Dokumenten, die von jedermann ausgefüllt werden können oder müssen, eher nach dem „first name“ zu fragen. Sonst müssten zahlreiche Menschen dort ehrlicherweise eine Lücke lassen. Hier ist der Vorschlag des Dokuments sinnvoll.

Aber dann geht es um Namen in Beispielsätzen. Da wird’s absurd. Das Dokument rät davon ab, Namen zu benutzen, „die für eine Religion typisch sind“. Also nicht „Maria und John“, sondern „Malika und Julio“, um ein Paar mit verschiedenen Nationalitäten zu beschreiben. Bitte? Maria, John (im Deutschen wäre es Hans) – diese Namen, beide mit hebräischer Wurzel, sind ohne weiteres zwei verschiedenen Religionen zuzuordnen, auch wenn sie in dieser Form wohl häufiger bei Christen und Agnostikern als bei Juden vorkommen. Malika ist möglicherweise arabischer Herkunft (weibliche Form von malik, König), wird aber auch als Koseform von Amalia geführt. Und so heißen zwei Heilige der katholischen Kirche sowie eine evangelische Wohltäterin. Julio ist die spanische Form von Julius – und so heißen ungefähr zwanzig katholische Heilige. Liebe EU, sei wenigstens konsequent und nenn das Paar „Wotan und Mirabelle“. (Wotan ist zwar auch einer Religion zuzuordnen, und Mirabelle war im englischen Mittelalter ein häufiger Name, aber das ist ja lang her.)

Und Weihnachten? „Nicht jeder feiert christliche Festtage, und nicht alle Christen feiern sie zum gleichen Datum“, weiß das Dokument. Daher solle man Sätze wie „Weihnachten kann stressig sein“ meiden und stattdessen sagen „Die Festtage können stressig sein“. Aber warum sind die Festtage denn Festtage? Weil da Weihnachten ist, ob man es feiert oder nicht. Im übrigen ist es sprachlich ungenau, Weihnachten mit „Festtage“ („Holidays“) zu ersetzen, weil es ja noch andere Festtage im Jahr gibt. Und schließlich ist „holiday“ ursprünglich „holy day“ – „heiliger Tag“. Das könnte doch den, dem dieser Tag nicht heilig ist, kränken! EU, Du musst noch viel lernen!

Daher mein obiger Rat: Geh baden, EU. Ein Bad ist wohltuend, entspannend, gesund, reinigend, und manchmal findet man dabei auch etwas Wichtiges heraus. Vor allem aber kann man beim Baden keine Dokumente verfassen, und das täte Dir mal sehr gut, liebe EU.

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