Gesegnete Weihnachten!

Allen Lesern die besten Wünsche – möge der menschgewordene Gott in Euren Herzen sein und bleiben, möge Sein Licht jede Finsternis in und um Euch überstrahlen!

Ich war heute ungewohnt früh zum Heiligen Abend – in der Kapelle des Gertrauden-Krankenhauses fing die Messe schon um 20.00 Uhr an. Keine Sorge: Ich bin nicht krank. Diese Kapelle besuche ich oft, in letzter Zeit (und heute) auch als Lektorin, da die Ordensschwestern dort nur noch zu zweit sind und mich um Unterstützung gebeten haben.

Ein schöner, froher Heiligabend war das, mit guter Liedauswahl und ausgezeichneter Predigt, mit einer wirklich mitfeiernden Gemeinde, und für mich mit langer, ruhiger Zeit der Vorbereitung: Anbetung und Rosenkranz im Stillen. Und dann diese schönen Texte lesen und hören dürfen, Jesajas Verheißung und die Weihnachtsgeschichte.

Gott ist Mensch geworden und doch Gott geblieben. Vor diesem Geheimnis bin ich einerseits ehrfürchtig verstummt, andererseits jubelfroh und ausgelassen, und der Aufbau der Messe lässt für beide Gefühlslagen genug Raum.

Natürlich schwirren um Weihnachten herum auch wieder besserwisserisch-religionskritische Bemerkungen und Essays durch Netz und Presse, aber gerade jetzt kann mich das nicht mal ansatzweise stören. Die Wahrheit liegt in der Krippe, hängt am Kreuz, ist auferstanden und verherrlicht, wird wiederkommen.

Weihnachtswahrheit

Ist denn die Wahrheit unbedingt
historisch-kritisch nur verkündbar?
Kann es nicht sein, daß Gott gelingt,
was unsrer Forschung unergründbar?

Der Wahrheit macht den Weg bereit,
dem wahren Gott, dem Weg für alle.
Das ist die Wahrheit, die befreit:
Die Jungfrau Mutter! Kind im Stalle!

Und alle Jahre wieder hält
sich mancher gern für kirchenkritisch,
der altklug aus dem Spiegel bellt –
der Christenhass ist monolithisch.

Und alle Jahre wieder frisst
sich mancher im Advent zugrunde –
daß jetzt die Zeit der Buße ist,
das geht im Glühwein vor die Hunde.

Doch Hirten, Engel, Sternenglut
und Stall stehn für mich außer Frage –
denn viel zu wahr ist dieses Gut,
und viel zu gut für eine Sage.

aus: Claudia Sperlich, Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , , , | Kommentare deaktiviert für Gesegnete Weihnachten!

Christgeburt

Christgeburt
Melodie: Fest soll mein Taufbund…

Die Jungfrau hörte Gottes Ruf,
Und Er ist Mensch geworden.
Gott, der aus Liebe Menschen schuf,
Lässt Liebe überborden.
Weil wir in Schuld und Sünde sind,
Wird Gott zum hilflos kleinen Kind,
Um alle zu erlösen.

Der Herrscher über Zeit und All
Wird Mensch in dunklen Zeiten.
Das Kind in Bethlehem im Stall
Kommt aus des Himmels Weiten.
Ihn ehre heute alle Welt
So wie die Hirten auf dem Feld,
Die Engel und die Weisen.

Herr Jesus Christus, kleines Kind,
Du bringst uns wahres Leben!
Was diese Welt uns gibt, verrinnt,
Doch Du hast Dich gegeben
Als Gotteskind und Menschensohn
In Krippe und am Kreuzesthron,
Du gibst der Welt den Frieden.

Gott kommt in diese kranke Welt,
Lässt sie durch sich gesunden.
Er gibt sich selbst als Lösegeld.
Wir haben Ihn gefunden
In Krippe, Kreuz und Gottes Wort,
Nun wirkt Er in der Kirche fort
Und in den Sakramenten.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentare deaktiviert für Christgeburt

Warum Maria immer ein blaues Tuch trägt

Das erste Weihnachtsgeschenk
Legende

Joseph hat Geld auf die Seite gelegt
von seinem mageren Handwerkerlohn
und hat sich heimlich zum Krämer bewegt:
Für ein blaues Wolltuch langte es schon.

Dann plötzlich war alles ganz anders und neu:
Die Braut war schwanger, wer weiß von wem?
Ein göttliches Wort, und er wartete treu,
doch das Tuch in der Truhe vergaß er seitdem.

Als Monate später der Kaiser befahl:
„Ein jeglicher gehe in seinen Ort!“,
packt Josef die Sachen und sieht auf einmal
das Tuch in der Truhe und nimmts mit sich fort.

Als endlich die Jungfrau im Stalle gebar,
das Kind warf den Schimmer des Sternes zurück,
da reicht er das blauwollne Tuch ihr dar,
das wurde ihr liebstes Kleidungsstück.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Warum Maria immer ein blaues Tuch trägt

Wiederkunft

Komm in unsre dunkle Zeit,
Christus, ende unsre Nacht!
Komm, wie Du verheißen hast,
leuchtend mit der Engel Schar.

Der Erlösung uns gebracht,
Schaffe fort, was von Dir trennt!
Unser Heiland, Gottes Sohn,
Sei barmherzig im Gericht.

Du, gezeugt vom Heilgen Geist,
Den die Jungfrau uns gebar,
Der für uns am Kreuze starb,
Der vom Grabe auferstand,

Komm, wie Du verheißen hast,
Aus des Himmels Herrlichkeit,
Lass durch Deine Liebe blühn
Frieden und Gerechtigkeit.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Wiederkunft

Vierter Adventssonntag

… und der Tisch gewinnt an Pracht.
Ich freue mich so auf Weihnachten! Und ich freue mich über jeden einzelnen Tag der Adventszeit.

VierterAdvent

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Größere Postsendungen

Am Donnerstag brachte ein ausnehmend freundlicher Paketbote mir einen wunderschönen Blumenstrauß. Auch sonst kommt hier in letzter Zeit vieles an, liebe Karten, Geschenke verschiedener Art, einige sind noch verpackt und warten auf den Heiligen Abend.

Das bringt die Zeit mit sich, und ich freue mich und bin gerührt, daß so viele liebe Menschen mich bedenken.

Heute kam eine Nachricht, ich solle in der nächsten Postfiliale ein Paket abholen. So etwas ist spannend, wenn man keine Ahnung hat, welcher freundliche Mensch was geschickt haben könnte. Außerdem ist das Wetter herrlich. Also aufs Rad geschwungen und hingefahren.

Bis auf die Straße standen Menschen an. Eine alte Dame kam und fragte, ob es hier auch einen Briefmarkenautomaten gebe. Die Frau vor ihr sagte, sie wisse es nicht genau, halte ihr aber den Platz frei, sie könne ja nachschauen. Es gab keinen. Jemand anders wußte, daß ganz nah ein Papiergeschäft sei, in dem es auch Briefmarken gebe. Falls es nicht klappen sollte, werde man den Platz weiter freihalten. Nach wenigen Minuten kam die Dame wieder: es gebe da nur Briefmarken im Zehnerpack, und sie brauche doch nur eine. Die Frau, die ihr den Platz freigehalten hatte, sagte: Eine habe sie und könne sie ihr geben. Und nein, das gehe so, Geld brauche sie dafür nicht.

Diese nette Episode machte das Warten sehr viel angenehmer. Und alle, die dies mitbekommen hatten, waren freundlich gestimmt.

Nach etwa einer halben Stunde war ich dran. Mein Paket wurde lange, lange gesucht. Dann meinte der Mitarbeiter bedauernd, es sei nicht da. Ich fragte, wie das denn sein könne. Daraufhin tippte er die Nummer der Sendung in seinen Computer und sagte, es sei bereits zugestellt – und ob ich am Donnerstag ein Paket bekommen hätte?

Statt sauer zu werden, wie er wohl erwartet hatte, fing ich an zu lachen. Ja, ich habe ein Paket bekommen, mit einem wunderschönen Geschenk. Alles gut, und frohe Weihnachten wünsche ich! Ein Mann neben mir lachte zunächst etwas ungläubig, dann fröhlich mit. Aber das sei doch nun so viel Warterei für nichts gewesen, meinte er.

Ja – aber soll ich mich jetzt ärgern? An einem so schönen Tag, in einer so schönen Zeit? Und wo ich so schöne Sachen bekommen habe? Nein, ich weigere mich, wütend zu sein. Ich will mich nicht ärgern. Ich freu mich auf Weihnachten!

Die Umstehenden bekamen es mit. Und freuten sich auch. Ich glaube, ich habe noch nie eine so vergnügte Warteschlange bei der Post verlassen.

Warum ich so überhaupt gar nicht ärgerlich bin, weiß ich ja selbst nicht. Vermutlich liegt es an den O-Antiphonen.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 1 Kommentar

Der Synodale Weg fragt, ich antworte

Vorab: Ich habe eine Weile überlegt, ob ich auf die Suggestivfragen des Synodalen Weges – also der Deutschen Bischofskonferenz in Komplizenschaft mit dem Zentralkomitee der Deutschen Katholiken – wirklich antworten soll. Zwingt mich ja keiner.

Aber dann dachte ich: Wenn Ihr vom DBK und ZdK die Katholiken in Deutschland fragt, dann lebt damit, wenn die antworten. Und zwar katholisch.

1. Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag

Frage 1: Welche konkreten Erfahrungen von Macht und Ohnmacht haben Sie in der Kirche gemacht und was muss Ihrer Meinung nach in der Kirche verändert werden, damit der Umgang mit Macht besser kontrolliert und Machtmissbrauch verhindert werden kann?

Macht (positiv):
Die katholische Kirche hat von Gott die Macht erhalten, Sakramente zu spenden. Das ist meine tägliche wundervolle Erfahrung.

Macht (negativ):
Frauen der Initiative Maria 2.0 stören Gottesdienste, benutzen Kirchen, um dort Vorträge gegen die katholische Lehre zu halten und häretische gottesdienstähnliche Veranstaltungen abzuhalten.

Gegen Machtmißbrauch in der Kirche hilft:
Solide, lehramtstreue Katechese für alle Altersgruppen
Messen, die sich nach dem Messformular richten
lehramtstreue Predigten
häufige Eucharistische Anbetung
häufiges Rosenkranzgebet
Unterstützung von Gebetskreisen
gute, lehramtstreue Ausbildung von Priestern
genaue Prüfung der Kandidaten für das Priesteramt besonders auf geistige (auch sexuelle) Reife und Ausschluss aller Kandidaten, die diese Reife nicht haben

Frage 2: Wie können mehr Menschen aktiv an den Aufgaben und Entscheidungen in der Kirche beteiligt werden?

Priester und Laien müssen lernen, daß es eigentlich gar kein „Ehrenamt“ gibt in der Kirche, sondern daß sich jeder Gläubige so gut er kann einzubringen hat – ob es durch Putz- oder Bürodienst ist, durch Katechese oder Kuchenbacken, durch liturgischen Gesang oder Organisation von Wallfahrten oder was immer. Hierbei ist (besonders bei der Katechese) darauf zu achten, daß alle genau das tun, was sie können (und nicht, was sie eben nicht können). Der Pfarrer sollte Klüngelbildung möglichst entgegensteuern, sonst entstehen Grüppchen, in die kein Außenstehender mehr hereinkommt.

Andererseits sollen alle Gemeindeglieder (Priester, Diakone und Laien) untereinander Netzwerke bilden, in denen jeder Vorschläge machen und sich einbringen kann, so daß eine Art „katholisches Dorf“ entsteht. Eine Gemeinde sollte selbständig imstande sein, eine christliche Bibliothek, eine Reparaturwerkstatt, eine Suppenküche und mehrere Treffen bestimmter Interessengruppen (Eltern von Kleinkindern, Computerfreaks, Bibelkreise, Interessen- und Helfergruppen für alle möglichen Belange…) zu bilden.

Wer neu in eine Gemeinde kommt, sollte ihr im Sonntagsgottesdienst vorgestellt werden. Beim anschließenden Kaffeetrinken muss unbedingt vermieden werden, daß alle so sitzen wie immer (und der Neue außen vor).

Frage 3: Wie können wir im Sinne von Papst Franziskus als Kirche in Deutschland überzeugender eine dienende Kirche sein?

Es geht darum, zu dienen – und zwar zuallererst Gott und dann dem Nächsten und der Kirche. Hierzu ist in Deutschland ein Abbau der bürokratischen Strukturen sinnvoll, aber noch wichtiger ein Aufbau der Katechese, Neuevangelisation, Bildung von den unter Frage 2 beschriebenen „katholischen Dörfern“.

Natürlich ist Organisation nicht per se falsch, im Gegenteil trägt gute Organisation zum Gelingen bei. Aber wo jeder einzelne Schritt durchorganisiert wird (also z.B. in Deutschland), wird jede Spontaneität erstickt. Das ist böse und hat zu unterbleiben.

Priester: Lebt überzeugend priesterlich und ruft die Gemeinde immer wieder zum sinnvollen und christlichen Handeln auf. Lasst zu, daß Gemeindeglieder eigene Ideen einbringen, auf die Ihr nicht gekommen wärt. Lasst aber nicht zu, daß sich häretische Klüngel in der Gemeinde bilden. Werft Maria 2.0 raus. Unterstützt die Rosenkranzbeter ebenso wie die Charismatischen Gottesdienste, die Wallfahrer ebenso wie die Bibelstudiengruppen, die Suppenküchen und Kleiderkammern ebenso wie die Firmgruppen und die Erwachsenenkatechese. Holt Euch fähige Laien mit ins Boot, aber bleibt Kapitäne.

Bei alldem geht es mir, bei allem schuldigen Respekt vor Seiner Heiligkeit, vielmehr darum, im Sinne von Jesus Christus zu dienen.

2. Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft

Frage 1: Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gemacht, welche Erkenntnisse oder Überzeugungen persönlich gewonnen?

Wenn ich frühzeitig von der katholischen Sexuallehre erfahren und mich daran gehalten hätte, wäre mir selbst viel Herzeleid erspart geblieben, und ich hätte anderen weniger Leid zugefügt.

Die katholische Sexuallehre ist nicht revisionsbedürftig – sie ist hervorragend.

Frage 2: Wie kann die Kirche Ihrer Meinung nach das Evangelium von der Liebe Gottes in unserer Zeit überzeugender verkünden?

Da frage ich mich zuerst, was diese Frage unter der Überschrift „Sexualität und Partnerschaft” zu suchen hat. Selbstverständlich berühren Jesus Christus und kirchliche Lehre alle Bereiche des Lebens, also auch Sexualität und Partnerschaft. Aber unter dieser Überschrift etwas über „das Evangelium von der Liebe Gottes” wissen zu wollen, erinnert stark an eine Sekte der 70er Jahre, die „Children of God”.

Die Kirche hat zu verkünden, was sie lehrt – und das ist hinsichtlich des Umgangs mit Sexualität sehr klar. Wer sich von dieser Lehre entfernt, entfernt sich von der Kirche – und von Jesus. Für den Rückweg empfiehlt sich der Besuch eines Beichtstuhls.

Frage 3: Was ist Ihnen wichtig in der Sexuallehre der Kirche und was müsste dringend verändert werden?

Wichtig ist mir, daß sie freimütig verkündet und erklärt wird, und daß sie befolgt wird. Verändert werden muss da bittschön gar nichts.

3. Priesterliche Existenz heute

Frage 1: Was zeichnet Ihrer Auffassung nach einen authentischen Priester heute aus, welche Eigenschaften und Fähigkeiten sollte er besitzen?

Er muss Jesus Christus von ganzem Herzen lieben, seiner Berufung treu sein, freudig und rite et recte die Messe feiern, der Gemeinde ein guter Hirte sein. Er soll das Stundengebet pflegen, häufig beichten, viel in Bibel und geistlicher Literatur lesen. Er muss erkennen lassen, daß er der väterliche Hausherr der Gemeinde ist, aber kein Herrscher. Er soll die Ministranten so ausbilden, daß sie wissen, was sie tun und warum, und er soll Kindern und Erwachsenen zeitweise (z.B. in Kinderfreizeiten, auf Pilgerfahrten) ein geduldiger und fähiger Katechet sein.
Er soll sich seiner eigenen Schwächen bewußt sein und im Bedarfsfall Hilfe suchen (d.h. in jedem Bedarfsfall, ob es um die Organisation einer Wallfahrt geht oder um irgendeinen anderen kirchlichen Dienst oder ob er in gesundheitlichen Belangen Hilfe braucht). Das hat mit Demut zu tun. Er soll freundlich sein, und ist er es mal nicht, soll er Manns genug sein, um Verzeihung zu bitten.
Er soll sich nicht verbiegen, soll seine eigene Persönlichkeit haben – aber wie jeder Christ auch an ihr arbeiten oder besser: Christus arbeiten lassen.

Frage 2: Wie kann ein authentischer Priester mitten in der Welt von heute in der Nachfolge Jesu leben, welche Lebensform halten Sie für den Priester heute für angemessen?

Er muss Jesus Christus von ganzem Herzen lieben, seiner Berufung treu sein, freudig und rite et recte die Messe feiern, der Gemeinde ein guter Hirte sein. Er soll das Stundengebet pflegen, häufig beichten, viel in Bibel und geistlicher Literatur lesen.

(Ja, ich wiederhole mich. Man kann es kaum oft genug sagen.)

Frage 3: Was müssen wir in der Kirche tun oder verändern, damit es mehr Berufungen gibt und der Dienst des Priesters attraktiver für junge Menschen wird?

Wir müssen frömmer werden, mehr um Priesterberufungen beten, und wir müssen die Gemeindepfarrer nach Kräften unterstützen. Wenn wir Freude am Christentum zeigen, kann das auch nur hilfreich sein. Ebenso ist es sinnvoll, Kindern und Jugendlichen zu sagen, was die eigentlichen Aufgaben des priesterlichen Dienstes sind, warum Gott hierzu nur Männer beruft und warum das keine Herabsetzung von irgendjemandem ist.
Die Bischöfe haben dafür zu sorgen, daß die Priester ihrer Diözese nicht zu Managern werden, sondern im wesentlichen priesterliche Aufgaben erfüllen.

4. Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche

Frage 1: Wie sehen Sie die Rolle der Frau in der Kirche?

Da sind zunächst die ganz klassischen Berufungen: Ehefrau und Mutter, Ordensfrau, Geweihte Jungfrau, Eremitin. In diesem Rahmen sowie bei alleinstehenden Frauen, die nicht zu einem der letzten Stände berufen sind, gibt es natürlich unzählige Berufungen zu einer bestimmten Tätigkeit in der Welt und / oder Kirche.
Ich selbst lebe in einem privaten Gelübde nach den evangelischen Räten, habe mich zu täglicher Messfeier, täglicher Anbetung und häufiger Beichte verpflichtet. Außerdem – außerhalb dieses Gelübdes – diene ich Gott als Lektorin und Schriftstellerin sowie als Putzfrau und natürlich situationsbedingt, wo sich mir gerade eine Möglichkeit zeigt.

Die Bibel rät mehrfach zu Gelübden. Jeder Mensch ist berufen, Gott auf die Weise zu dienen, die diesem besonderen Menschen entspricht.

Der Königsweg, zu seiner Berufung zu finden, ist bei Frauen nicht anders als bei Männern das hörende Gebet. Allerdings kann Gott sich auch auf umwerfend überraschende Weise in unser Leben einmischen. Wer nicht völlig in seiner eigenen Nabelschau gefangen ist, kann Ihn hören.

Selbstverständlich gibt es spezifisch weibliche Arten der Nachfolge. Insgesamt gibt es vermutlich mehr Frauen als Männer, die ganz in dienenden und sozialen Berufen aufgehen. Es gibt einige Berufungen, die eine Frau nicht haben kann (Diakon und Priester), und einige, die ein Mann nicht haben kann (Geweihte Jungfrau – dazu gibt es kein männliches Gegenstück – und Mutter). Im übrigen gibt es so viele Berufungen wie Menschen, es findet nur leider bei weitem nicht jeder die seine. Eine von mir geschätzte Kollegin ist Autorin von Thrillern mit katholischen Helden, und sie ist Mutter – zwei Berufungen, die sie hervorragend kombiniert.

Meines Wissens ist übrigens niemand auf der Welt, gleich ob Mann oder Frau, zum Häretiker oder zum Langweiler berufen. So etwas tut Gott nicht.

Frage 2: Was müsste sich ändern, damit mehr Frauen Leitungspositionen in der Kirche übernehmen (können)?

Die Frage scheint zu implizieren, daß das nötig wäre. Davon bin ich nicht überzeugt.

Wenn ich wüsste, was sich ändern müsste, damit mehr Frauen Leitungspositionen in der Kirche übernehmen, würde ich zunächst um Erkenntnis beten und dann möglicherweise viel tun, damit genau dies Etwas sich nicht ändert.

Frage 3: Wie müsste das Miteinander von Frauen und Männern in der Kirche gestaltet sein, damit wir in unserer Zeit glaubwürdig das Evangelium verkünden können?

Wenn Männer und Frauen gleichermaßen katholisch, lehramtstreu und bereit sind, einander zu respektieren, dann klappt das schon. Da ist allerdings noch viel Luft nach oben, und zwar bei Männern und Frauen.

Veröffentlicht unter HÄRETISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , , | 7 Kommentare

Ewiges Gelübde

Am 27. November 2016 hatte ich ein Gelübde auf drei Jahre abgelegt und habe es diese drei Jahre mit wachsender Freude gelebt.

In der letzten Woche hatte ich mich auf diesen Tag vorbereitet, gestern gebeichtet, und nun war ich in der Kapelle des St. Gertrauden-Krankenhauses zur Messe und zur Erneuerung des Gelübdes – auf immer. Bei der Messe waren übrigens Zelebrant und Konzelebrant und Diakon… und sie alle waren auch bei meinem Gelübde da. Großer Bahnhof!

Der Priester, der vorher Konzelebrant gewesen war, rief mich nach vorn, wir beteten das Vaterunser und das Ave. Dann fragte er, ob dies Gelübde „ein freiwilliges und überlegtes, mögliches und Gott gemachtes Versprechen sei, dessen vorsätzlicher Bruch einer sakrilegischen Sünde gleichkommt.“ Ich konnte aus vollem Herzen JA sagen.

Nun kniete ich vor dem Altar und sagte vor dem Priester und der Gemeinde:

Ich gelobe, mein Leben lang keusch zu leben, dem Herrn und der Kirche gehorsam, in evangelischer Armut so besitzend, als besäße ich nicht,
täglich an der Heiligen Messe teilzunehmen,
täglich wenigstens eine halbe Stunde lang in Anbetung zu verharren, entweder vor dem Tabernakel oder bei der Eucharistischen Anbetung,
häufig, das heißt mindestens einmal im Monat, das Sakrament der Versöhnung zu empfangen.

Beide Priester legten mir die Hände auf, und nun ist das Gelübde öffentlich und damit in einer Form abgelegt, daß nur der Papst mich davon entbinden könnte (sollte ich jemals so irre sein, das zu wollen, aber da sei Gott vor).

Photos gibt es nicht, weil die Photographin (Mutter meines entzückenden Patentöchterchens) einerseits durch das heilige Geschehen und andererseits durch ihr Kind abgelenkt war. Aber das Dokument mache ich gerne öffentlich.

Geluebde

In der kleinen Kapelle findet sich seit langem eine treue Gemeinde, keineswegs nur Kranke. Sehr viele kamen nach dem Gelübde auf mich zu, um mir zu gratulieren – ich bin wirklich gerührt, wie sehr sie sich mit mir freuen. Einen kleinen Kreis hatte ich eingeladen, natürlich die Priester und den Diakon und einige Freunde, und wir frühstückten ausgiebig beim Bäcker gegenüber. Beschenkt wurde ich auch, mit Büchern und Karten und noch mehr guten Wünschen. Dank allen Freunden!

Ein herrlicher Tag ist das – und ein herrlicher Herr, dem ich bis zum letzten Atemzug dienen will, weil ich Ihn liebe.

Ewiges Gelübde

Mein Herr, Dir will ich ganz und gar gehören,
Ich will Dir dienen jeden Tag im Leben.
Was Du mir gibst, will ich Dir wiedergeben,
Und unsre Zweisamkeit soll niemand stören!

In Dir, mit Dir, zu Dir hin will ich streben,
Nie soll mich Welt und Nützlichkeit betören,
Dein Wort will ich an jedem Tage hören,
Zu Deinem Leib und Blut mein Herz erheben.

Ich will Dir gern bekennen meine Sünden,
In Armut, Keuschheit und Gehorsam bleiben,
Dein Wort und Deinen Leib mir einverleiben.

Von Deiner Liebe will ich dichtend künden
Und mit Dir teilen Deines Herzens Wunde.
So soll es bleiben bis zur letzten Stunde.

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 14 Kommentare

Morgenlicht

Laudes im Advent

Wir stehn vor Dir, Du Morgenlicht,
Du Herr, der unsre Fesseln bricht.
Behüte unsern Tageslauf,
Und wo wir fallen, hilf uns auf.

Komm wieder, Herr! Die Welt ist kalt,
Ist voller Trauer und Gewalt.
Gib, daß in allem Lärm der Zeit
Wir hören noch das stumme Leid.

Da Du um unsre Schwachheit weißt,
Hilf glauben uns, was Du verheißt.
Laß unsre Hoffnung nicht vergehn,
Laß liebend uns den Nächsten sehn.

Gib, daß ein jeder, der Dich liebt,
Dein Wort mit Freude weitergibt,
Daß sich die Welt zu Dir bekehrt
Und daß Dich jedes Herz verehrt.

Du hast den Frieden uns gezeigt,
Der unser Denken übersteigt.
Wir glauben, Du machst alles neu.
Dein Wort ist Wahrheit. Du bist treu.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , | Kommentare deaktiviert für Morgenlicht

Dritter Adventssonntag

dritter_advent

Laetare Gaudete heißt der dritte Sonntag im Advent, das heißt: Freut euch!

Ich freue mich sehr, und nicht nur über die Adventszeit und auf Weihnachten. In wenigen Stunden sage ich mehr darüber. Einstweilen hibbele ich vor Freude einfach so vor mich hin.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , | Kommentare deaktiviert für Dritter Adventssonntag