Gesegnete Weihnachten!

Allen Lesern die besten Wünsche – möge der menschgewordene Gott in Euren Herzen sein und bleiben, möge Sein Licht jede Finsternis in und um Euch überstrahlen!

Ich war heute ungewohnt früh zum Heiligen Abend – in der Kapelle des Gertrauden-Krankenhauses fing die Messe schon um 20.00 Uhr an. Keine Sorge: Ich bin nicht krank. Diese Kapelle besuche ich oft, in letzter Zeit (und heute) auch als Lektorin, da die Ordensschwestern dort nur noch zu zweit sind und mich um Unterstützung gebeten haben.

Ein schöner, froher Heiligabend war das, mit guter Liedauswahl und ausgezeichneter Predigt, mit einer wirklich mitfeiernden Gemeinde, und für mich mit langer, ruhiger Zeit der Vorbereitung: Anbetung und Rosenkranz im Stillen. Und dann diese schönen Texte lesen und hören dürfen, Jesajas Verheißung und die Weihnachtsgeschichte.

Gott ist Mensch geworden und doch Gott geblieben. Vor diesem Geheimnis bin ich einerseits ehrfürchtig verstummt, andererseits jubelfroh und ausgelassen, und der Aufbau der Messe lässt für beide Gefühlslagen genug Raum.

Natürlich schwirren um Weihnachten herum auch wieder besserwisserisch-religionskritische Bemerkungen und Essays durch Netz und Presse, aber gerade jetzt kann mich das nicht mal ansatzweise stören. Die Wahrheit liegt in der Krippe, hängt am Kreuz, ist auferstanden und verherrlicht, wird wiederkommen.

Weihnachtswahrheit

Ist denn die Wahrheit unbedingt
historisch-kritisch nur verkündbar?
Kann es nicht sein, daß Gott gelingt,
was unsrer Forschung unergründbar?

Der Wahrheit macht den Weg bereit,
dem wahren Gott, dem Weg für alle.
Das ist die Wahrheit, die befreit:
Die Jungfrau Mutter! Kind im Stalle!

Und alle Jahre wieder hält
sich mancher gern für kirchenkritisch,
der altklug aus dem Spiegel bellt –
der Christenhass ist monolithisch.

Und alle Jahre wieder frisst
sich mancher im Advent zugrunde –
daß jetzt die Zeit der Buße ist,
das geht im Glühwein vor die Hunde.

Doch Hirten, Engel, Sternenglut
und Stall stehn für mich außer Frage –
denn viel zu wahr ist dieses Gut,
und viel zu gut für eine Sage.

aus: Claudia Sperlich, Lass mich bekennen Deine Mandelblüte, tredition 2015

Über Claudia Sperlich

Dichterin, Übersetzerin, Katholikin.
Dieser Beitrag wurde unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Höfliche Kommentare sind willkommen. Erstkommentierer müssen auf die Freischaltung warten.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s