Friedenslied

Melodie: Zeige uns, Herr, Deine Allmacht und Güte (GL 272)

Herr, es ist Krieg! Mach ein Ende, gib Frieden!
Herr, brich der Mächtigen Starrsinn und Gier!
Und wo die Frommen von Dir sind geschieden,
schenke Bekehrung und führ sie zu Dir!
Zeige uns Wege, Dir neu zu vertrauen,
Wunden zu heilen und Brücken zu bauen.

Vater, Du weißt, daß wir klein sind und beben
vor der Gewalt, die den Nachbarn bedroht.
Du gabst uns allen aus Liebe das Leben,
gib uns auch allen das tägliche Brot.
Wo immer Mächtige Kriege entfachten,
gib, daß wir Deine Gebote beachten.

Jesus, Du kennst unsre Tücken und Schwächen,
gib uns zum Helfen die Kraft und den Mut!
Städte verbrennen und Herzen zerbrechen
vor der verderblichen Habgier und Wut.
Du, voller Sanftmut und Demut und Liebe,
mach uns zum Sand in des Krieges Getriebe!

Heiliger Geist, der uns tröstet und leitet,
Licht sei den Herzen in dunkelster Zeit!
Wenn auch der Wahn um die Vorherrschaft streitet,
mach uns zum klaren Bekenntnis bereit:
Gott ist die Liebe! Das Böse verschwindet
nur durch die Liebe, die alles verbindet.

© Claudia Sperlich
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Gebet und Stille

Gebet ist so vielfältig wie die Beter sind und deren Situationen. Deshalb kann ich nicht gut schreiben, Gebet ist so und so und aus Gebet folgt das und das. Gott ist auch kein Wunschautomat, in den man ein Gebet steckt und dann kommt das Gewünschte heraus. Aber ich kann über meine Erfahrungen mit dem Gebet schreiben.

Kürzlich war ich in einer leeren, halbdunklen Kirche zur stillen Anbetung. Immer wichtiger wird mir das stille Gebet mit wenigen Worten, das Herzensgebet, bei dem ich innerlich nur wenige Worte wiederhole, zum Beispiel „Jesus – Heiland“ oder „Jesus Christus – Friedensfürst“, oder einen kurzen Satz, auf zwei Atemzüge. Nun fiel mir beim Beten plötzlich etwas Anderes und doch Ähnliches ein, ein Gebet, das sich am Rosenkranz orientiert, aber stiller ist.

Beim Einatmen bete ich (innerlich, schon weil es beim Einatmen nicht möglich ist zu sprechen) „Jesus“, beim Ausatmen (je nach Stimmung innerlich oder hörbar) eines der Geheimnisse des Rosenkanzes und „erbarme Dich unser“. Also „Jesus, Du hast für uns Blut geschwitzt – erbarme Dich unser“. Dies zehn mal, und dann zehn mal „Jesus, Du bist für uns gegeißelt worden – erbarme Dich unser“, und so weiter. (Das geht natürlich auch mit anderen Geheimnissen des Rosenkranzes – aber der Krieg in der Ukraine lässt mich gerade an die schmerzhaften Geheimnisse besonders denken.)

Bei dieser Gebetsform lasse ich alles andere, was ursprünglich zum Rosenkranz gehört, aus, es geht mir dabei nur um dies ganz einfache, ganz stille Meditieren über Jesus und um die Bitte um Sein Erbarmen.

Das ruhige, langsame Atmen, das Betrachten des Leidensweges, die Wiederholungen geben mir selbst Ruhe und lassen mich zugleich Gottes Leiden und Erbarmen in besonderer Intensität meditieren.

Wenn das keine andere Folge hätte als daß ich selbst hinterher spürbar friedlicher bin, wäre es schon mehr als nichts. Ich glaube aber nicht, daß Gebet im besten Fall eine psychologische Beruhigungspille ist! Im Gegenteil. Zunächst hat ein friedfertiger und ruhiger Mensch eine weit bessere Ausstrahlung und weit bessere Ideen als ein hektischer und aggressiver Mensch. Ich kann das sehr gut beurteilen, weil ich meine hektischen und aggressiven Zeiten kenne. Vor allem aber vertraue ich darauf, daß Gott Gebete hört.

Damit widerspreche ich mir nicht. Ich glaube immer noch nicht, daß Gott eine Wunscherfüllungsmaschine ist. Aber Er hört. Wann und wie Er eingreift, muss ich Ihm überlassen.

#betenwirgemeinsam

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Essen retten und tanzen

Am Samstagabend ist in Berlin-Tegel eine Abholstelle für vor dem Wegwerfen gerettetes Essen. Die Menschen, die das organisieren, legen sich sehr ins Zeug dafür – nicht nur holen sie die Lebensmittel in den Läden ab, wo sie sonst weggeworfen würden, weil sie nicht mehr ganz taufrisch sind, bringen sie mit einem Lieferwagen zur Abholstelle, bauen dort Klapptische auf und sortieren die Ware dort ordentlich und appetitlich. Sie machen das unter sehr strenger Einhaltung der Hygienevorschriften, achten darauf, daß die Menschen, die anstehen, erstens die Coronaregeln befolgen und zweitens alle gerecht behandelt werden. Wenn viel da ist, bekommt man viel, wenn wenig, weniger – meist immer noch reichlich.

Heute stand man recht lange an, der Lieferwagen kam erheblich später als sonst – weil auch Flüchtlinge zu versorgen waren, wie ich auf Nachfrage erfuhr. (Ich bin voll ehrlicher Bewunderung. Die Essenrettung macht ja schon genug Mühe. Da investieren Menschen viel Zeit und Kraft, zu bewahren und zu helfen. Und sie sind immer freundlich.)

Aber in der Warteschlange kennt man sich schon ein bißchen. Es wurde geschwatzt. Und dann hatte jemand die Idee, sein kleines Radio hinzustellen, es gab Tanzmusik, und ein junger Mann begann sehr schön zu tanzen. Eine Frau gesellte sich dazu, auch sie eine begabte Tänzerin.

Endlich kam der Wagen und wurde mit Jubel empfangen. Dann dauerte es noch eine Weile, bis alles aufgebaut war. Und nun habe ich eine ganz unglaubliche Ernte, Unmengen an wirklich guten Sachen. Meinem Fastenprojekt „keine Lebensmittel kaufen“ steht einstweilen nichts im Wege.

Essenrettung gibt es mittlerweile in vielen Städten, und immer mehr Läden beteiligen sich. Aber immer noch werden täglich Tonnen von Lebensmitteln weggeworfen, weil sie nicht mehr ganz frisch sind (sind sie nach drei Tagen im Kühlschrank liegen auch nicht, und das kennt nun jeder), weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist (was noch lange nicht heißt, daß sie schlecht sind) und zuweilen auch, weil sie bei der Kundschaft eines Ladens nicht so gut ankommen.

Essen wegwerfen, das noch in Ordnung ist, oder Essen mutwillig vergammeln lassen, ist eine Sauerei (sagte meine agnostische Mutter), eine Sünde (sage ich). Das „tut man einfach nicht“ – und in der Realität tut man es eben doch, tun Läden es täglich. Dagegen ansteuern ist nicht nur gut für den eigenen Geldbeutel, es ist auch ein Akt der Ehrfurcht vor Gottes Gaben.

Essen retten ist nicht nur aus moralischen und wirtschaftlichen Gründen gut. Es ist kommunikativ, es ist spannend (was gibt es diese Woche? Mal sehen…) – und manchmal gibt es eine Tanzeinlage.

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Zum Josephstag

Melodie: Alles meinem Gott zu Ehren, GL 455

Wort, das in die Welt gekommen
durch des Geistes Kraft und Tat,
Dich hat Joseph aufgenommen
väterlich nach Gottes Rat,
sah auf Deine ersten Schritte,
lehrte Lobpreis Dich und Bitte,
lehrte Handwerk Dich und Fleiß
väterlich zu Gottes Preis.

Joseph hört auf Gottes Worte,
bringt in jener Schreckenszeit
aus gewohntem Heimatorte
Frau und Kind in Sicherheit,
hütet aller Welten Hüter,
nährt den Geber aller Güter,
dient dem jungen Gottesknecht
treu und liebend und gerecht.

Joseph, bitt, daß Gottes Segen
auch auf unsrer Arbeit ruht.
Hilf, daß wir für Den uns regen,
Der die Wahrheit ist und tut.
Zeig uns, wie wir in Gefahren
Ruhe und Vertrauen wahren.
Du hast Gottes Sohn bewacht –
Steh uns bei in Not und Nacht.

© Claudia Sperlich
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Flieg, Odessa, auf blau-goldnen Flügeln!

Am 13. März 2022 gaben Chor und Orchesterder Oper von Odessa ein Freiluftkonzert, das seitdem durchs Internet geht. Hier der Gefangenenchor „Va pensiero“ aus Verdis Nabucco.


Das Libretto schrieb Temistocle Solera. Ich weiß nicht mehr, warum ich mich gerade im Oktober 2007 mit genau diesem Lied so beschäftigte – jedenfalls habe ich es damals mit Hilfe meiner Lateinkenntnisse, eines italienisch-deutschen Wörterbuches und der englischen wörtlichen Übersetzung auf einem Forum in eine singbare (mithin nicht ganz wörtliche) Übersetzung gebracht. Heute widme ich diese Übersetzung den Ukrainern – insbesondere jenen, die jetzt in Deutschland ankommen und sich mit unserer schwierigen Sprache auseinandersetzen müssen.

Flieg, mein Sinnen, auf goldenen Flügeln,
laß dich nieder auf Hügeln, auf Bergen,
süße Lüfte der heimischen Erde
geben warmen und lieblichen Duft!

Grüß des Jordans verlassene Ufer,
und auch Zions zerschlagene Türme.
Oh mein Heimatland, schön und verloren,
oh Gedenken so elend und so wert!

Goldne Harfe prophetischer Sänger,
warum hängst du so stumm an der Weide?
In die Herzen ruf uns die Erinnrung,
daß sie spricht von vergangener Zeit!

Oh wie Salomo einst sein Geschick sang,
gib ein Tönen von dir rauher Klage.
Es erwecke der Herr deinen Wohlklang,
der durchdringe voll Liebe unser Leid!

© der Übersetzung: Claudia Sperlich

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Frieden der Ukraine!

Gib Deinen Frieden, Herr, der Ukraine,
Gib Deinen Frieden auch der ganzen Welt!
Daß unter blauem Himmel reifes Feld
Zu Brot und Hostie allen Menschen diene!

Durch angemaßte Macht, durch Stolz und Geld
Rotiert von neuem Satans Kriegsmaschine:
Gewehr, Rakete, Panzer, Bomber, Mine
Und Menschen sind in seinen Dienst gestellt.

Um Abwehr und Verteidigung zu schaffen,
Sind wieder nötig Waffen über Waffen,
Solang Gespräche keinen Frieden bringen.

Herr Jesus, Du nur kannst den Krieg beenden,
Nur Du kannst diese Zeit zum Guten wenden.
Herr Christus, lass den Frieden doch gelingen!

© Claudia Sperlich

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Fastenprojekt: keine Lebensmittel kaufen

… und auch sonst möglichst wenig.

Wie sollte das klappen? Klar, ich könnte „an das Eingemachte“ gehen. Das geschieht in sehr geringem Maß – in dem geplanten. Sauer eingelegte Zwiebeln und dito Eier sind dafür gemeint, an Sonn- und Feiertagen nach und nach vernascht zu werden. Ich habe zudem einen Vorrat an Linsen, Haferflocken, Nudeln usw., der eine Weile reicht. Hafermilch (die ich als leichte Alternative zu Milch sehr gerne mag) habe ich nur noch zwei Liter; Nudeln und passierte Tomaten waren bereits in der ersten Fastenwoche an ein Ende gelangt – nachgekauft wird nicht.

Essenrettung ist eine Möglichkeit, gute Nahrungsmittel vor dem Wegwerfen zu retten. Jeden Samstagabend stehen Freiwillige in Berlin und geben gerettete Lebensmittel aus. Das ist für mich der „Wocheneinkauf“ – für den ich keinen Cent ausgebe. Nun ist diese Ausgabestelle 17 Kilometer von meiner Wohnung entfernt. Andere Ausgabestellen sind nicht für jedermann, sondern für besonders Bedürftige, also muss dieser Weg schon sein. Allerdings wohnen ganz nahe der Ausgabestelle liebe Freunde, die ich ohnehin jeden Samstag besuche. Die Arbeit ist also nur, zwei Packtaschen und einen Rucksack voll Essen (Brot, Brötchen, Obst, Gemüse, ein paar Milchprodukte und manchmal Wurst) nach Hause zu transportieren.

Auf halben Weg liegt die Bahnhofsmission. Da ich oft große Mengen an Mandarinen bekomme, fahre ich dort noch kurz vorbei und gebe etwas ab. (Mandarinen kommen dort immer sehr gut an. Obdachlose brauchen dringend Vitamine – und Mandarinen kann man auch bei sehr schlechtem Zahnstatus essen.) Dann geht es nach Hause, die Sachen einräumen und Abendbrot machen.

Die Essenrettung mache ich so fast jede Woche, unabhängig von der Zeit im Kirchenjahr. Aber außerhalb der Fastenzeit kaufe ich trotzdem auch Essen ein. Brot backe ich in der Regel selber. Nun aber das Fastenprojekt: Nichts Essbares kaufen!

Ganz hat es nicht geklappt. In der ersten Fastenwoche war das Olivenöl leer. Ich überlegte eine Weile, ob ich auch darauf verzichten und nur noch das Rapsöl nehmen sollte, das ich zum Braten nehme. Aber da sträubte ich mich. Also Olivenöl! Und am Gründonnerstag ist der Einkauf für Ostern dran – eindeutig nur für Ostern, davon wird vorher nichts angebrochen.

Ich versuche auch, nicht an die eingemachten Suppen zu gehen. (Ich habe im Februar massenweis gute Suppen gekocht und eingemacht, eingedenk der Mahnung von Katastrophenschutz und klugen alten Frauen, man brauche im Katastrophenfall einen Vorrat für zehn Tage, den man notfalls kalt Strom essen kann. Rohe Linsen und Nudeln sind da ungeeignet.)

Wenn das Brot schon am Donnerstag aufgegessen ist, kann man Freitag und Samstag Porridge zum Frühstück essen. Schmeckt gut und macht satt und warm.

Montags bis Samstags gibt es in der Regel nichts Tierisches und keinen Süßkram. Das möchte ich gerne so beibehalten – war schon mal dabei und hatte dann die Disziplin verloren. Sonn- und feiertags ist alles möglich. Falls es bei der Abholung mal weder Wurst noch Käse gibt, kann ich darauf in der Fastenzeit entweder einfach mal verzichten oder auf eine der Thunfischdosen zurückgreifen (davon habe ich mehr als es Fastensonntage gibt). Eingelegte Eier sind mir sicher (und sehr, sehr lecker). Und wenn ich sonntags Lust auf Süßkram habe? Süßes Joghurt oder selbstgemachtes Popcorn mit Zucker ist lecker.

Beim Essen von der Abholung muss man schauen, was möglichst schnell verarbeitet werden muss. Da kann es durchaus sein, daß ich einen großen Topf Gemüsesuppe mache und davon mehrere Tage esse (oder, außerhalb der Fastenzeit, einen Teil einwecke). Falls Brötchen hart werden, kann man sie zu Auflauf oder Brotsuppe (herzhaft oder süß) oder zu Semmelbröseln verarbeiten. Immer aber ist es möglich, sich auf diese Weise gut und gesund zu ernähren. Auch ein durchaus festliches Mahl am Sonntag ist möglich (heute: Salat, Kartoffel-Pilz-Pfanne, Joghurt mit Banane – bis auf Öl, Essig und Salz alle Zutaten aus der Essenrettung).

Klar, nach Ostern werde ich einiges an Grundnahrungsmitteln wieder kaufen müssen. Aber bis dahin sollte es langen, zumal ich bei der Essenrettung eine Menge Kartoffeln bekomme.

Gewinn: Essen vor dem Verderb retten, Haushalten und Disziplin lernen, Obdachlosen zu Obst verhelfen, Geld sparen (nicht nur in der Fastenzeit: um es wenigstens teilweise zu spenden), dankbarer werden.

Und weil nach den Rezepten sicher gefragt wird:

Saure Zwiebeln
Im Prinzip wie die teuren Borettane-Zwiebeln, nur billig. Nicht zu große Zwiebeln (ich mache das mit ganz gewöhnlichen Zwiebeln, wie man sie normalerweise in der Küche hat) schälen, aber nicht schneiden, in einen Topf legen, knapp mit Wasser bedecken und etwa 15-20 Minuten lang kochen.
Inzwischen eine Lake machen aus 1 Teil Balsamico-Essig, 1 Teil Wasser, etwas Salz, etwas mehr Zucker, evtl. Pimentkörnern oder was einem sonst einfällt. Aufkochen.
Zwiebeln abgießen und in Schraubgläser oder Weckgläser legen. Gläser mit kochendem Sud füllen, verschließen, einige Minuten umgedreht stehen lassen. Dann mindestens zwei Wochen lang ungeöffnet stehenlassen. 

Saure Eier
Eier hartkochen. Inzwischen reichlich Gemüse (Paprika oder Pilze oder eine Mischung daraus sind gut geeignet, frische Kräuter ebenfalls) in Streifen schneiden (bzw. Kräuter möglichst erkennbar lassen). Sud aus 1/2 Liter Essig (Sorte nach Wahl, hier darf man experimentierfreudig sein), 1/2 Liter Wasser, 1 Esslöffel Salz, 3 Esslöffel Zucker, Gewürze nach Belieben (Vorschläge: Piment oder Koriander oder Pfeffer). Eier pellen. In die Gläser erst eine Schicht Gemüse, dann 2-3 Eier, dann wieder Gemüse, wieder Eier usw.; mit Gemüse abschließen. Kochenden Sud drüber und weiter wie bei den Zwiebeln. Eier vertragen gut, noch länger zu ziehen.

Mit sauberem Löffel entnehmen. Was drinbleibt, hält sich weiter, solange es von Sud bedeckt ist. Der Sud aus beiden Rezepten hält lange und eignet sich hervorragend als Suppengewürz. (Ganz simpel: 1 Kästchen passierte Tomaten, ebensoviel Wasser, knapp so viel Sud - dafür gehe ich dann auch von dem Prinzip "unter der Woche kein Zucker" mal ab.)
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Jesus und die Lebenswirklichkeit

Ich wurde aufgefordert, weitere Argumente gegen die Weihe von katholischen Priesterinnen und möglichst auch für die Gültigkeit der katholischen Sexualmoral zu nennen. Man habe, hieß es, meinen Vortrag gehört, mein Blog gelesen, kenne Bibel und Katechismus und die bestehenden Argumente, aber, so hieß es weiter, die langten nicht und ich möge weitere Argumente bringen.

Das werde ich nicht tun. Es bringt niemanden etwas, wenn ich Menschen, die die katholische Lehre unbedingt ablehnen wollen, wieder und wieder Argumente für dieselbe nenne. Ich verlinke hier auch nichts dergleichen; wer meine Argumente (genauer: die Sammlung und Erläuterung der längst bestehenden Argumente) finden will, findet sie.

Immer wieder lese ich in diesem Zusammenhang das Argument, Jesus sei „auf die Lebenswirklichkeit der Menschen zugegangen“ (natürlich, worauf denn sonst?) und deshalb müsse die kirchliche Lehre der Lebenswirklichkeit, die gerade im Schwange ist, angepasst werden.

Bitte? Jesus (Herr und Bräutigam der Kirche) als angepasster Typ, der alles abnickt? Mir fällt gerade keine größere Blasphemie ein. Jesus ging und geht auf die Lebenswirklichkeit der Menschen zu (einfacher: auf die Menschen, so wie sie sind), um sie aus dieser verkehrten, verkorksten, sündhaften Schein-Wirklichkeit zu befreien und ihnen Wege zum Leben in Gott zu zeigen. Wo es nötig ist, wirft er dazu auch Tische um.

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John Ogilvie

Hier berichtete ich vor einem Jahr über einen Heiligen, dessen die Kirche heute gedenkt – vor allem in Schottland, während er in Deutschland recht unbekannt geblieben ist. Inzwischen habe ich ihm auch einen Choral geschrieben.

Melodie: Deinem Heiland, deinem Lehrer 

Schottland lag in schweren Zeiten,
in der Konfessionen Streiten
wich der Glaube kalter Macht,
und die Kirche war zerrissen
und verfälscht das alte Wissen,
und geschwunden alte Pracht.

John Ogilvie auf der Reise
traf auf Männer, treu und weise,
die den Glauben ihn gelehrt.
Der Gesellschaft Jesu Lehrer
als Bekenner und Bekehrer
haben wahrhaft ihn bekehrt.

Alten Glauben zu erneuen
als ein Priester für die Treuen
fuhr er heim trotz der Gefahr.
Bald schon wurde er gefangen
und blieb, als sie in ihn drangen,
ungebeugt und herzensklar. 

„Besser für die Wahrheit sterben,
als des Königs Gunst erwerben!
Wahr bleibt wahr für alle Zeit!
Besser Gott die Ehre geben,
als in Trug und Irrtum leben!”
John Ogilvie war bereit.

„Eine Kirche, die ich ehre,
gibt uns eine wahre Lehre,
über sie verfügt ihr nicht!
Wollt ihr Herren mich zerbrechen,
kann ich auch nicht anders sprechen:
Christus nimmt mich ja in Pflicht.”

Unterm Galgen, auf der Leiter,
betete er segnend weiter
und verzieh dem Henker gern.
Sind wir untreu oder feige,
heilger John Ogilvie, zeige
uns den Weg zu Gott dem Herrn!

© Claudia Sperlich
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Wenn Erklärungen nicht fruchten

Ich werde auch weiterhin über den katholischen Glauben schreiben, auch erklären, was es damit auf sich hat. Allerdings wende ich mich damit nicht mehr an DBK und Synodalen Weg. Denn denen ist es – wie mir kürzlich die Reaktionen von DBK und anderen Synodalen auf meinen Artikel zum Gehorsam zeigte – vollständig wurst.

Zumindest wesentliche Teile der DBK sowie Laien, die intellektuell und praktisch (Bildung, Bücher, Computer, freier Zugang zu Unis und Bibliotheken) JEDE Möglichkeit haben, es selber zu lernen – und behaupten, das hätten sie schon getan, und den Synodalen Wech hochjubeln – haben an der Glaubenswelt lehramtstreuer Katholiken kein Interesse. Erklären hilft da nicht mehr, das kommt nicht an. Aber…

Mir fällt da eine Legende ein, ich glaube, ein literarisches Ding aus dem 19. Jh., aber dennoch gut.

Ein Ritter steht vor Gottes Richterstuhl, und es sieht wirklich schlimm aus für ihn. Eine Waagschale enthält seine Gewalttaten, Ehebruch, Suff, Lüge, Prahlerei, Kirchenferne. In der anderen liegt ein Schmetterling, den er als Knabe mal gefangen und dann wieder freigelassen hatte, weil er ihm leid tat.

In dieser Not wendet sich der Ritter an Maria.

Maria guckt sich die Sache an – und setzt sich in die Waagschale mit dem Schmetterling, worauf die mit den bösen Taten bei weitem überwogen ist.

(Nota bene: Das geht natürlich nur, wenn man sich ein hochbarockes Bildnis der Allerseligsten vorstellt. Mit El Greco klappt es nicht.)

Das nur so als Tip an die Synodalen, wenn es einst ans Eingemachte geht. Allerdings ist es ratsam, dann nicht nach der „Schwester auf Augenhöhe“ zu rufen, sondern nach der wunderbaren Mutter des Herrn. Es gibt auch einen sichereren, wenn auch nicht einfacheren Weg, aber den sage ich den Synodalen nun nicht ungefragt zum drölfzigsten Mal. Der DBK – zu deren Aufgaben es gehört, diesen Weg zu erklären – schon gar nicht.

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