Carl Haas: Verteidigung der katholischen Kirche

Soeben habe ich als Herausgeberin ein neues Buch auf den Markt gebracht. Hier, bitte!

Die „Verteidigung der katholischen Kirche“ erschien 1857 und widerlegt in zwanzig Kapiteln die gängigsten Falschbehauptungen gegen die katholische Kirche anhand von Bibel und Kirchengeschichte.

Der Kulturkampf war noch nicht in seiner heißesten Phase, aber die katholische Kirche hatte in Preußen bereits einen schweren Stand. Man warf ihr vor, was man ihr noch immer vorwirft: Sie wolle die Menschheit in „das Mittelalter” zurückwerfen, von dem das 19. Jh. eine romantische, teils gruselige, teils verklärte Vorstellung hatte, die der Mediävistik nicht standhält.

In dieser Situation schrieb Haas in der Hoffnung, wenigstens hie und da Menschen zu überzeugen, dass Katholiken keine menschenfressenden Hinterwäldler sind. Mit der überarbeiteten Neuauflage will ich Ähnliches heute versuchen. Die Polemiken gegen die Kirche haben sich ja kaum geändert. Vor allem geht es um Geschichtsfälschungen, die Haas aufdeckt.

Ich habe das Buch vorsichtig unseren Lesegewohnheiten angepasst, ohne ihm den Stil zu verderben, und mit einem Vorwort und Fußnoten versehen. Die Arbeit hat lange gedauert, zwischendurch habe ich befürchtet, nie fertig zu werden, und dann war ich fast fertig und bekam eine depressive Verstimmung (vielleicht auch bloß einen anhaltenden Schub Faulheit, das lässt sich nicht abschließend klären). Wie auch immer, jetzt ist alles gut.

Jetzt ist das Buch fertig, in etwa fünf Tagen ist es auch lieferbar (weil tredition zwar nicht so lange daran arbeitet wie ich, aber ein bißchen Zeit braucht man auch dort).

Solltet Ihr, geneigte Leser, als Autoren oder Herausgeber arbeiten und keinen Verleger finden, werdet Ihr vermutlich auch einen Print-on-demand-Anbieter suchen. Dann rate ich dringend zu tredition. Die sind günstig und haben einen ausgezeichneten Service. Wer bei der Gestaltung Hilfe braucht oder durch irgendeinen Fehler das Buch nicht hochladen kann (an einer Stelle das falsche Häkchen anklicken oder das richtige nicht anklicken genügt schon), bekommt schnell, kompetent und freundlich Auskunft, wie es geht.

Natürlich könnt Ihr das Buch über den Buchhandel bestellen. Für Euch genauso gut und für mich erheblich besser ist es, wenn Ihr es über tredition bestellt. Dann bekomme ich höhere Tantiemen, für Euch ändert sich aber nichts.

Veröffentlicht unter HÄRETISCHES, KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Winterbilder

Nun liegt in Berlin wirklich Schnee, und die Sonne scheint. Schön ist das!

Vorgarten und Hofgarten

Schillerplatz

Brabanter Platz mit verändertem Wahlplakat

Fahrräder – die Leute nutzen ihre Fahrräder nicht, dabei ist die Straße frei! Ich fahre jedenfalls.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Böses ist gescheitert.

Mit einem deutlich bedauernden Unterton wird derzeit berichtet, dass man immer noch nicht wirklich sehr kleine Menschen umbringen darf. Das heißt, man kann es immer noch straflos tun, aber man muss den Killer selber zahlen, und es ist zwar straflos, aber verboten. Und es gibt auch immer noch keinen Freigabeschein für die Tötung von Ungeborenen, die behindert sein könnten. („Könnten“, weil bei Erstgebärenden die Diagnose „behindert“ in der Hälfte der Fälle eine Fehldiagnose ist, wie man durch zahlreiche lebende Nichtbehinderte weiß, bei denen eine solche vorgeburtliche Diagnose stattfand.)

Ja, ich bin glücklich, dass das Menschenrecht auf Leben nicht weiter aufgeweicht wurde. Traurig bin ich, dass es weiterhin recht leicht unterlaufen werden kann. Traurig bin ich, dass so viele Menschen geradezu empörend finden, wenn man einen sehr jungen Menschen als solchen bezeichnet und schützenswert findet. Entsetzt bin ich, dass ein Begriff wie „embryopathische Indikation“ überhaupt von erwachsenen Menschen in wichtiger Position diskutiert werden konnte. Dass ich in einem Land lebe, in dem ernsthaft über die Tötung Schwerkranker und Behinderter diskutiert wird!

Es geht dabei natürlich auch – vermutlich am meisten – ums Geld. Einen Behinderten am Leben zu erhalten kostet mehr – oft sehr viel mehr – als einen Gesunden großzuziehen. Je besser die Medizin wird, desto häufiger überleben Menschen, die der Volkswirtschaft keinen großen Nutzen bringen werden (außer Herstellern von Hilfsmitteln und Ärzten sowie Pflegepersonal). Das ist wahr, aber es als Argument gegen das Leben zu benutzen, ist von kältester Herzlosigkeit.

Ich habe gerade die Begriffe „Geld“ und „Herz“ in einem Absatz gebraucht. Es gibt Menschen, die finden das naiv. Ich nicht. Wenn man Geld – eigentlich nur ein vereinfachtes Tauschmittel – nicht mit moralischen und ethischen Begriffen koppeln darf, wird es monströs. Dann wird nämlich zweifelhaft, ob man Geld überhaupt noch für etwas ausgeben darf, was irgendeinem Menschen existenzielle Hilfe bringt. Dann landet man bei einer Gesellschaft, die nur noch auf Gewinnmaximierung und Lustbefriedigung aus ist. In so einer Gesellschaft möchte ich nicht leben, und ich könnte es auch gar nicht.

Man kann auch nicht vorgeburtlich erschließen, ob dies Down-Syndrom-Kind eventuell fähig sein wird, einen Beruf zu erlernen und selbständig zu leben, oder eher nicht – und danach entscheiden, ob man es leben lässt. Man kann als anständiger Mensch nicht angesichts irgendeiner im Mutterleib sichtbaren Behinderung über die wirtschaftlichen Möglichkeiten ihres Trägers debattieren und danach entschließen, ob dies Kind lebenswert ist oder nicht.

Wenn es jemals zu einer derartigen Gesetzeslage kommt, wird es schwer, gegen den Mord an bereits geborenen Behinderten oder Kranken oder am Ende auch einfach Armen zu argumentieren. Vielmehr wird es dann sehr leicht, Behinderten, chronisch Kranken und Armen zu sagen, dass ihr Leben der Wirtschaft nichts bringt, der Gesellschaft nichts bringt, mithin auch ihnen selbst nichts bringt und daher besser nicht wäre.

Aber Leben ist ein Wert an sich. Kein Mensch muss argumentativ darlegen, warum gerade er leben darf – nicht vor sich selbst, nicht vor anderen. Ja, Leben kostet auch was, und ist vielleicht auch eine Zumutung für die anderen Lebenden, und macht Dreck und Lärm und Stress, und wo Menschen leben, gehen auch Sachen kaputt. (Das gilt übrigens für alles Leben, gleich wie gesund und fit es sein mag.)

Leben ist aber am Ende herrlich, es ist heilig, es ist von Gott gewollt, und es ist und bleibt falsch und böse, unschuldige Menschenleben auszulöschen. Auch dann, wenn man durch ihre Auslöschung Geld spart.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 2 Kommentare

Abtreibung bleibt falsch!

Nun soll eine Expertenkommission über das angebliche Recht zur Abtreibung irgendetwas beschließen. Im Ernst: Wir brauchen Experten, um herauszubringen, ob das Recht auf Leben von Anfang an gilt oder erst ab der 13. Schwangerschaftswoche (oder wann immer).

Lebensfeindlich eingestellte Expertenkommissionen ändern daran auch nichts. Es ist falsch, einen unschuldigen Menschen zu töten, auch wenn er sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium befindet. Es ist falsch, Frauen zu signalisieren, dass das in ihnen heranwachsende Leben gar kein richtiges Leben ist. Es ist falsch, Behinderte und Kranke vorgeburtlich auszusieben (was selbstverständlich umso häufiger geschieht, je leichter es wird, eine Abtreibung vorzunehmen, besonders wenn eine „embryopathische Indikation“ eingeführt wird, die bereits vorgeschlagen wurde). Es ist falsch, Männern zu signalisieren, dass kein Grund besteht, sich ihrer Verantwortung zu stellen (weil sie ja einfach ihre Flamme so lange bequatschen können, bis sie einer Abtreibung zustimmt). Es ist falsch, Ärzte zu ermutigen, Abtreibungen vorzunehmen. Es ist falsch, zu behaupten, die Biologie habe einfach Unrecht mit der Angabe, bei der Verschmelzung von Ei und Samenzelle entstehe Leben. Es ist falsch, Schwangere in Not zur Abtreibung zu ermutigen.

Es gibt an Abtreibung überhaupt nichts, was richtig ist. Nicht einmal die komplizierte Gesetzeslage „verboten aber straffrei“ ist richtig – weil kaum einer sie verstehen kann.

Und die Forderung, ein Unrecht zum Menschenrecht zu erheben, verbunden mit dem Argument, man wolle in einem Land leben, in dem man Frauen vertraue (so Ricarda Lang von den Grünen), ist schlicht unsinnig angesichts der Tatsache, dass 50 % der Abgetriebenen (in vielen anderen Ländern erheblich mehr) Frauen geworden wären, wenn man sie gelassen hätte. Einem menschlichen Embryo nicht zu vertrauen, dass aus ihm ein menschliches Baby und hoffentlich ein Erwachsener wird, ist schon ein starkes Stück – da kommt es auf das Geschlecht auch nicht an.

Die Expertenkommission möge bitte auch überlegen, was eine Legalisierung der Abtreibung und eine „embryopathische Indikation“ für bereits geborene Behinderte bedeutet: „Du kommst aus einer Zeit, wo man sowas wie dich noch leben ließ.“ Glaubt bloß nicht, das würde ja keiner sagen.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , , | 1 Kommentar

Israel lebe!

Wieder wurden drei israelische Geiseln freigelassen,  diesmal mit einem besonders widerlichen Theater der Hamas, riesige Bilder von getöteten Terroristen (Hamas-Sprech: „Märtyrer“) und lauten Anklagen wegen angeblicher Folter auf israelischer Seite.

Und wieder wurden im Gegenzug zahlreiche palästinensische Terroristen freigelassen. 

Und wieder überschlagen sich in den sozialen Medien die Hasskommentare von Menschen,  nicht nur mit arabischen Namen. Wieder wird so getan, als seien die Geiseln gut behandelt worden. Sie sind es nicht,  schon allein weil es keine gute Behandlung ist,  Menschen zu entführen. Tatsächlich sind die neuerdings freigekommenen Geiseln in einem schlechten Gesundheitszustand.

Angeblich sind auch unter den freigelassenen Terroristen einige in schlechtem Gesundheitszustand. Das kann sein. Es muss nichts mit irgendwelchen Misshandlungen zu tun haben,  denn natürlich kann man auch in einem gut geführten Gefängnis ganz einfach krank werden, genau wie zu Hause. Der Grund kann vielleicht auch Misshandlung sein. Das wäre schlimm,  aber ganz ehrlich,  ich würde es verstehen.

Ich habe höchsten Respekt davor,  dass israelische Soldaten und Gefängniswärter nicht komplett austicken und Palästinenser einfach platt machen. Zugleich hoffe ich, dass alle israelischen Geiseln befreit und die Toten unter ihnen anständig in Israel bestattet werden. Das Schicksal der Hamas-Terroristen interessiert mich nicht besonders. Hauptsache,  sie werden vollständig besiegt.

Die Palästinenser haben in jahrzehntelanger Mühe bewiesen, dass man ihnen kein Land geben darf. Sie hätten mit den vielen Mitteln aus Israel den Gazastreifen zu einem blühenden Land machen können. Stattdessen ist es ein unfruchtbares und zerstörtes Land ohne Bildung. Das Gejammer der Hamas und ihrer westlichen Bejubler kann ich nicht mehr ertragen. Mein Kontingent an Mitleid ist verbraucht für die Opfer der Hamas.

Es gibt Tage,  an denen ich fertigbringe, für die Bekehrung der Terroristen zu beten. Heute ist kein solcher Tag. Ich hoffe und bete nur, dass die freigelassenen Geiseln sich körperlich und seelisch erholen. Gott segne sie und ihre Angehörigen. Gott segne Israel.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Erinnerung und Hoffnung

Vor knapp zehn Jahren (eigentlich gut neun Jahren, aber wer will streiten) fand im Kardinal-Hengsbach-Haus in Essen ein katholisches Bloggertreffen statt, an das ich mich immer noch gerne zurückerinnere und das Anlass zur Aufgabe meines alten Blogs und Neubeginn dieses Blogs war.

Einige Zeit später sollte noch einmal ein katholisches Bloggertreffen in Passau stattfinden, es wäre das vierte seiner Art gewesen, das wurde aber leider abgesagt. Das Versprechen, es zu einer anderen Zeit stattfinden zu lassen, wurde bisher nicht eingelöst, aber auch nicht zurückgenommen. Man darf ja hoffen.

Auch wenn sich die Webloglandschaft durch Facebook und andere soziale Medien stark verändert hat, gibt es weiter Weblogs, und nicht nur die katholischen darunter sind immer noch lesenswert. Das Essener Treffen war produktiv, und ich erinnere mich gern an die sehr frohe Gemeinschaft am Frühstückstisch, bei der Messe, in den Pausen im Kreuzgang, bei den intensiven Arbeitsgesprächen.

Ob man nun die klassischen Weblogs benutzt oder auf Facebook oder anderswo „bloggt“, ist dabei nicht einmal so bedeutend (auch wenn ich das Format des Weblogs gerade für längere Texte bevorzuge). Neuerdings scheint Threads auch eine ganz gute Möglichkeit zu sein, auch wenn es hinsichtlich der Ästhetik und Übersichtlichkeit noch nicht so befriedigend ist.

Die Bloggertreffen dienen der Geselligkeit und Zusammenarbeit, der Verständigung und Planung (und im Falle katholischer Bloggertreffen der Mission, wie jedes katholische Weblog es tun sollte). Sie waren bisher spannend, interessant, anregend und stellenweise sehr, sehr lustig. Ich finde, das könnte man gerade in so unlustigen Zeiten, wie Kirche und Welt gerade durchleben, wirklich öfter mal machen.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Vorfrühling im Vorgarten

Die Schneeglöckchen (Galanthus) blühen schon seit einigen Tagen.

Ein winziges Röschen blüht seit vergangenem Sommer, es will einfach nicht wahrhaben, dass der Sommer vorbei ist.

Die Christrose (Helleborus niger) blüht langsam ihrem Ende entgegen, sie wird beim Verblühen grünlich mit rosa Flecken.

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Thomas von Aquin

Melodie: GL 387 – Gott ist gegenwärtig

Thomas war gefangen in des Turmes Enge,
beugte sich doch keiner Strenge,
hielt dem Herrn die Treue, ließ sich nicht verleiten,
bis die Brüder ihn befreiten.
Altes geht, Neues steht:
Herzen, Stimmen,  Werke,
allem gibt Gott Stärke

Schüler eines Großen, lernt er zu verbinden,
wie die Völker Wahrheit finden.
Engelgleicher Lehrer,  will er alle lehren,
Gottes Wahrheit zu begehren.
Was er lehrt, ist bewährt
auch in unsern Zeiten,
frommen Sinn zu leiten.

Thomas preist den Herren: Sichtbare Gestalten,
die wir in den Händen halten.
Lösegeld für viele, gibt sich Gott zur Speise,
endlich auch zum Ehrenpreise.
Thomas singt, und es klingt
noch in Glanz und Frische
an des Herren Tische.

Preise den Erlöser! Was du kannst, das wage!
Preis Ihn, Zion, alle Tage!
Wo Verstand zu klein ist, um das Herz zu rühren,
muss allein der Glaube führen.
Was wir sehn und verstehn,
soll zu dem uns bringen,
dessen Lob wir singen.

„Gut hast du geschrieben“, hört er’s in sich klingen,
„welchen Lohn soll Ich dir bringen?“
„Jesus,  Du Verborgner, lass es einst geschehen,
Deine Herrlichkeit zu sehen!“
Thomas schweigt, Thomas neigt
sich vorm Herrn der Zeiten,
lässt von Ihm sich leiten.

(c) Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Pomeranzen

… sind eine Sorte Orangen,  die roh ungenießbar ist – zu Marmelade verarbeitet aber köstlich.

Leider kann ich sie vor Ort nicht kaufen.  Aber es gibt Versandhäuser, die auf exklusive Früchte spezialisiert sind. Warum geizen, dachte ich,  und bestellte sechs Kilo Pomeranzen.

Die Schale ist sehr dick. Etwa ein Drittel der Früchte habe ich sehr dünn abgeschält. Diese äußere Schale wird fein geschnitten. Die Schale wird abgewogen und mit dem gleichen Gewicht Zucker (kein Gelierzucker!) in einen Topf gefüllt und eine Stunde lang auf kleiner Flamme gekocht (anfangs häufig umrühren).

Man kann natürlich die Schale aller Pomeranzen so schälen,  dann hat man später noch eine Art Vorform von Orangeat,  hält ewig und schmeckt gut in Kuchen. Das hatte ich auch vor, aber meine Hand erhob Einspruch.

Dann werden alle Pomeranzen geschält, daß weiße Zeug wird abgepult. Früchte vierteln, die weiße Ader in der Mitte großzügig wegschneiden. Man muss die Pomeranzen nicht filetieren, aber es empfiehlt sich, die härtesten Stücke der Haut um die Fruchtspalten zu entfernen. Die Kerne (sehr viele) kann man in einem Leinensäckchen mitkommen (ich habe darauf mangels Leinensäckchen verzichtet).

Der Abfall wird abgewogen. Es waren hier 2,5 Kilo! Bleiben also 3,5 Kilo Frucht und Schale.

Nun werden die Früchte auf kleiner Flamme zwei Stunden lang gekocht, Dann kommt die in Zucker gekochte Schale dazu und kocht noch etwa zehn Minuten mit. Schließlich schüttet man Zweifach-Gelierzucker dazu (in diesem Fall zwei Kilo), rührt um, lässt alles noch einmal aufkochen und füllt die Marmelade in Schraub- oder Weckgläser.

Die Gläser stellt man dicht an dicht in Töpfe und gibt so viel Wasser dazu, dass es beim kleinsten Glas bis knapp unter den Deckel reicht. Dann kocht man es noch etwa zehn Minuten.

Jetzt sind die Gläser wirklich luftdicht verschlossen. Zumindest sollten sie das sein! Wenn der Deckel nach innen gewölbt ist,  ist das Glas dicht. Wenn er nach oben gewölbt ist,  sollte das Glas noch einmal fünf bis zehn Minuten im kochenden Wasser stehen.  Und wenn er dann immer noch nach oben ploppt, ist der Deckel nicht dicht, das Glas kommt in den Kühlschrank und hält sich noch zwei oder drei Wochen.

Elf Gläser – etwa 5,5 Kilo – beste Pomeranzenmarmelade, alles Bio!

6 Kilo Pomeranzen  30,98
(3,5 Kilo ohne Abfall)
4 Pfund Gelierzucker 7,96
340 Gramm Rohrzucker 1,29

Zusammen 40,23 plus Energieverbrauch – runden wir auf zu 45 Euro für etwa 5,5 Kilo Marmelade (den Verlust durch Wasserdampf und angesetzten Rest im Topf muss man auch bedenken).

Entgegen der Regel „Selbst einmachen spart Geld“ ist das nur unerheblich billiger als erstklassige im Handel gekaufte Orangenmarmelade. Aber sehr viel besser.

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Wie man lernt – und wie nicht

Vor 24 Jahren hatte ich einen Kurs des Arbeitsamtes belegt, in dem ich lernen sollte, mit dem Computerprogramm Excel Tabellen zu erstellen und zu bearbeiten.

Das Wichtigste, woran ich mich erinnere, ist, dass eines Abends der Hausmeister am 11. September zu spät kam, um die Tür aufzuschließen, weil er gebannt vorm Fernseher gesessen hatte, als die Nachricht von dem Attentat auf die Türme gesendet wurde. Es war noch nichts Genaues erfahrbar.

Ich habe in jenem Kurs ein Zertifikat erworben, weil ich teilgenommen hatte. Verstanden habe ich eigentlich nicht viel – nicht weil der Kursleiter schlecht war (andere Teilnehmer hatten ja alles begriffen), sondern weil er für meine Art zu lernen nicht der Richtige war.

Jetzt habe ich mit einer Excel-Tabelle zu tun. Ich habe gerade eine wesentliche Funktion verstanden, und zwar nicht, weil jemand erklärend danebenstand, sondern weil ich so lange herumprobiert habe, bis ich es begriffen habe. Das ist nicht immer die beste Art zu lernen (z.B. würde ich Scharfschützen in der Ausbildung unbedingt von dieser Methode abraten), aber bei mir und für Excel klappt es.

Vielleicht sollte man auch in Schulen mehr darauf schauen, welche Lernmethode der einzelne Schüler mitbringt. Das muss nicht die beste sein, vielleicht kann man ihm praktischere Methoden nahelegen, aber es muss auch nicht die schlechteste sein, und vielleicht ist sie gerade für diesen Menschen genau richtig.

Ich fürchte allerdings, Schulen können angesichts der wenigen und überarbeiteten Lehrer nicht leisten, sich dem einzelnen Schüler zuzuwenden. Und das bedeutet vermutlich, dass zahlreiche Schüler als minderbegabt gelten, obwohl sie es gar nicht sind – sondern nur ständig auf eine Weise lernen müssen, die ihnen nicht liegt, und nicht dürfen, was sie können.

Erst wenn man erwachsen ist und sein erstes eigenes elektronisches Haushaltsgerät kauft, dessen Gebrauchsanleitung man nicht versteht, muss man diese in der Schulzeit kaum geübte Methode anwenden: So lange herumprobieren, bis es klappt. Aber dann ist man aus dem besten Lernalter schon heraus.

Veröffentlicht unter WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar