Der Garten des Gertrauden-Krankenhauses ist sehr schön – auch im Januar und bei morgendlichem Nebel!




Der Garten des Gertrauden-Krankenhauses ist sehr schön – auch im Januar und bei morgendlichem Nebel!




Zu Weihnachten bekam ich von meinem Bruder zwei lebenswichtige Dinge: Ein Pfund sehr guten Kaffee und einen großzügigen Gutschein für eine sehr nette, mir bis dato unbekannte Buchhandlung, Walthers Buchladen in Berlin-Steglitz. Von letzterer komme ich gerade mit drei Büchern (ein bißchen habe ich noch draufgezahlt, aber gerne).
Das erste und wichtigste ist, der geneigte Leser wird es schon ahnen, das Nibelungenlied, und zwar in einer zweisprachigen Ausgabe (mittelhochdeutsch und neuhochdeutsch). Das hatte ich bestellt. Ich hatte dazu nach Übersetzungen gesucht und war fündig geworden: von 1782 bis 2013 ist das Nibelungenlied immer wieder ins Neuhochdeutsche übersetzt, insgesamt 67 mal, und genau einmal von einer Frau! Ursula Schulze heißt die Germanistin, die sich gleich zweimal an diesen Stoff gemacht hat, einmal als Herausgeberin und einmal als Übersetzerin. Eigentlich wollte ich ihre Übersetzung haben. Ob ich den Fehler gemacht habe oder die Buchhändlerin mich falsch verstanden hat, weiß ich nicht – jedenfalls liegt mir nun die Übersetzung von Siegfried Grosse vor, immerhin herausgegeben von Ursula Schulze. Ich will mich nicht darüber ärgern. Die Prosaübersetzung ist genau und gut lesbar.
Wenn ich das Original lese, versuche zu verstehen und dann mit der Übersetzung vergleiche, merke ich: So schwierig ist Mittelhochdeutsch gar nicht, ich werde mich irgendwie einlesen und hoffe, am Ende des Buches nicht nur mehr über die Nibelungensage zu wissen, sondern auch mehr über das Mittelhochdeutsche.
Zwei weitere Bücher mussten auch mitgehen, ein Thriller und ein Krimi. Darüber werde ich vielleicht später berichten. Jedenfalls habe ich nun eigentlich mehr Lesestoff als Zeit, aber so ist es ja immer, und was wäre mein Leben ohne dies kleine Problem?
Du trägst mich über Schluchten,
Du führst mich durch die Nacht.
In Kühnheit und auf Fluchten
Hast Du mein Herz bewacht.
Du hast mein Heil beschlossen,
Vor meinem ersten Wort.
Dein Blut, am Kreuz geflossen,
Wusch meine Sünden fort.
Mein Gott, so hoch erhaben,
Mein Freund, mir immer nah!
Du Geber aller Gaben,
Du ewger Ich-bin-da!
In Dir bin ich geborgen,
Durch Dich bin ich befreit.
Du führst mich heut und morgen
Und in die Ewigkeit.
© Claudia Sperlich
Johannes der Täufer hat klar gesehen, dass Jesus kein Zeichen der Umkehr und Vergebung nötig hatte. Der Herr, der ganz frei von Sünde war, bestand trotzdem darauf, sich taufen zu lassen.
Die orthodoxe Kirche sieht in Jesu Untertauchen im Wasser eine Heiligung des Wassers. Der vollkommen Reine teilt dem Wasser Seine Reinheit mit.
Die Taufe ist auch beispielgebend. Jesus hat immer wieder dazu aufgerufen, so zu handeln wie Er. Verzeihen, lieben, erdulden, Gerechtigkeit herstellen, beten – das sollen wir alles nach Seinem Beispiel tun. Die Taufe erbitten und sich taufen lassen ist auch Sein Beispiel.
Die Taufe heißt auch: Untertauchen und wieder auftauchen (auch wenn heute in der katholischen Kirche nur ein Übergießen mit Wasser stattfindet). Das ist ein Bild für Tod und Auferstehung. Diese Erklärung leuchtet mir am meisten ein. Jesus hat am Kreuz die Sünden aller Menschen auf sich genommen. Bereits in der Taufe hat er gewissermaßen die Erlösungsbedürftigkeit aller Menschen auf sich genommen.
Der Heilige Geist kommt ins Spiel, als Jesus unmittelbar nach der Taufe betet. Da öffnet sich der Himmel, da wird der Geist Gottes spürbar. Auch das ist Beispiel für uns. Wenn wir beten, öffnet sich der Himmel. Gott hört unser Beten, Er ist anwesend, Er handelt – auch wenn wir es nicht merken.
Jesus ließ sich taufen, weil Er uns liebt. Weil Er will, dass wir getauft sind, dass wir beten und dass sich über uns der Himmel öffnet.
Die Sternsinger waren da! Acht an der Zahl, sechs Kinder, zwei Jugendliche, und das jüngste Kind fünf oder sechs Jahre alt (und kannte alle Lieder auswendig)!
Süß waren sie, gesungen haben sie und mir erklärt, wofür sie sammeln: für die Durchsetzung von Kinderrechten in Kolumbien, für die dortige „Kinderrepublik“ Benposta, wo sie vor Elend, Gewalt und Drogen geschützt lernen, eigenverantwortlich zu leben.
Das erste Lied sangen sie übrigens auf meine Bitte – damit alle es mitkriegen! – auf dem Hof. Ich hoffe, wenigstens einige Nachbarn haben es gemerkt.
Die Wohnung ist nun gesegnet von Christus selbst, durch die Hand eines Kindes.

Die Weisen aus dem Morgenland hatten sicher eine beschwerliche Reise, aber nicht bei Matschwetter knapp über dem Gefrierpunkt. Ein Hoch auf die tapferen Sternsinger!
Sehr Bedenkenswertes hat Bloggerkollege Tobias Klein in der Tagespost zur Monopolisierung der Sternsinger geschrieben.
Mir fällt dazu ein:
Sternsinger gibt es seit den 40er Jahren des 16. Jahrhunderts. In Nordeuropa waren es zunächst Klosterschüler, da den Klosterschulen durch den erstarkenden Protestantismus die Einnahmen wegbrachen und Schüler, die nicht von Hause aus reich waren, sammelten, um weiter lernen zu können. Auch andere Berufsgruppen wurden zeitweise mit dem Dreikönigssingen unterstützt. Zudem steuerten arme Kinder so etwas zum Unterhalt der Familie bei.
Es gab auch missbräuchliche Verwendung der Sammlungen (Versaufen), die Verbote nach sich zogen. Aber im Großen und Ganzen diente das Dreikönigssingen von jeher dem Lebensunterhalt und der Bildung. Verbote wurden teilweise auch aus politischen Gründen ausgesprochen. Bettelei wirft kein gutes Licht auf die Obrigkeit.
Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gibt es in Deutschland, Österreich und Belgien die Sternsinger in der organisierten Form und mit dem Zweck, Armen zu helfen.
Aber wenn die Sternsinger ehrlichen Herzens den Segen Gottes bringen, singen und sammeln, ohne organisiert zu sein, kann ich das nicht schlimm finden. Wirklich schlimm fand ich nur die deutliche Missbilligung der Sammlungen zugunsten von Menschen, die weit weg leben.
Melodie: Onward, Christian Soldiers
Königen und Weisen
zeigt den Weg ein Stern.
Durch die Wüste reisen
sie zu ihrem Herrn.
Heiden sind sie, fragen
die Gestirne nur;
Gott kennt ihre Plagen,
legt mit Licht die Spur.
Ihre Zweifel schwinden,
hell wird ihr Gesicht,
da sie Jesus finden
unterm Sternenlicht.
Ihre Gaben legen
sie vor Jesus hin,
und von Gottes Segen
leuchtet Herz und Sinn.
Da das Kind sie preisen,
ahnen sie es schon:
Ziel all ihrer Reisen
ist der Gottessohn.
Ihm dient alles Leben,
Luft und Meer und Land,
Er hat uns gegeben
Liebe und Verstand.
Kind, mach Du uns weise,
sei auch unser Stern.
Auf des Lebens Reise
folgen wir Dir gern.
Was Du uns gegeben,
geben wir zurück:
Du bist ja das Leben,
Seligkeit und Glück.
Steil sind unsre Pfade,
dunkel ist die Welt,
doch Du hast voll Gnade
Dich zu uns gesellt.
© Claudia Sperlich
Hier liegen mehrere literarische Baustellen seit langem brach. Die meisten sind nicht einmal groß, nur der letzte Schliff fehlt. Sie alle wollen dies Jahr endlich abgearbeitet werden!
Damit ich das schaffe, brauche ich Energie und Disziplin. Um beide ist es seit längerem nicht zum Besten bestellt. Und da schließt die Bitte an:
Ob meine geneigten Leser wohl mal in dieser Sache für mich beten?
Danke.
Melodie: Wie soll ich Dich empfangen
Ich sage Deinen Namen
am Tag wohl hundert mal.
Dir gilt mein Ja und Amen.
Bin Dein aus freier Wahl.
In Dir, mein Herr, alleine
ist Leben, Heil und Licht.
Du liebst das Schwache, Kleine,
Du hasst den Sünder nicht.
In Krankheit, Not und Ketten
mein Trost, der nie vergeht,
Dein Name: „Gott wird retten“,
Verheißung und Gebet.
Kein andrer lässt mich finden
das Heil, die Seligkeit.
Ihm will ich mich verbinden
für Zeit und Ewigkeit.
© Claudia Sperlich
Befürworter eines „Rechtes auf Abtreibung“ wiederholen gerne, dass die gesetzliche Regelung, je liberaler sie wird, desto weniger Abtreibungen zur Folge hat. Das Statistische Bundesamt zeigt aber, dass die Abtreibungszahlen in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig steigen.
1. Quartal 2023: rund 27 600 Schwangerschaftsabbrüche (Zunahme gegenüber dem 1. Quartal 2022 um 6,8 %).
2. Quartal 2023: rund 26 700 Abtreibungen (Zunahme um 4,8% gegenüber 2. Quartal 2022).
3. Quartal 2023: rund 26 600 Abtreibungen (Zunahme um 0,7 % gegenüber 3. Quartal 2022).
4. Quartal 2023: rund 25 300 Abtreibungen (Abnahme um 3,1 % gegenüber 4. Quartal 2022).
1. Quartal 2024: rund 28 200 Abtreibungen (Zunahme um 2,3 % gegenüber 1. Quartal 2023).
96 % der gemeldeten Abtreibungen (1. Quartal 2024: 95 %) erfolgten nach Beratungsregelung.
(Quelle: Statistisches Bundesamt)
Die Zahlen ab dem 2. Quartal 2024 liegen mir noch nicht vor. Die Dunkelziffer liegt, wie immer, höher – wie viel höher, kann ich nicht wissen.
Babyklappen werden wenig genutzt – das liegt vermutlich zum Teil daran, dass es viel zu wenige gibt: In ganz Deutschland rund hundert. Von 2001 (Beginn der statistischen Aufzeichnung) bis Ende 2024 wurden nur 50 Säuglinge in Babyklappen in Deutschland gelegt. Immerhin: Für diese fünfzig war es eine gute Chance. Einen von ihnen durfte ich im vergangenen Jahr kennenlernen; er äußerte sich froh und dankbar dafür und wurde schnell in eine liebevolle Familie aufgenommen. Babyklappen sind sicher; sie bestehen aus einem Wärmebettchen mit einem Sensor, so dass das Kind sofort bemerkt wird und dann fürsorglich aufgenommen und medizinisch versorgt wird. Problematisch bleibt dabei, dass die Mutter völlig unbekannt und unversorgt ist. Wenn sie das Kind irgendwo heimlich geboren hat, fehlt ihr die oft dringend nötige medizinische und seelische Umsorgung. Auch für das Kind wird es meist später problematisch sein, nichts über seine Herkunft zu wissen. (Quelle: ein Artikel des Merkur unter Berufung auf das Landesverwaltungsamt in Halle.)
Die anonyme Geburt ist in der Regel ein besserer Weg für Mutter und Kind. Hier werden beide sofort nach allen Regeln der ärztlichen Kunst versorgt. Die Mutter kann anonym bleiben, muss aber nicht, und kann ihre Anonymität zu einem ihr genehmen Zeitpunkt (zuweilen Jahre später) aufheben. Das Kind hat mit 16 Jahren das Recht, zu erfahren, wer seine leibliche Mutter ist. In den Jahren 2014 bis 2023 wurden 1147 Kinder vertraulich geboren. Die Fallzahl hat sich auf 100 bis 130 eingependelt. (Quelle: Endbericht für die Erneute Aktualisierung von Daten über
Beratungen zur vertraulichen Geburt sowie über Auswirkungen des SchwHiAusbauG auf anonyme Formen der Kindesabgabe. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend)
Die reguläre Adoptionsfreigabe nach einer nicht vertraulichen Geburt ist ein weiterer Weg für Mütter, die ihr Kind aus irgendwelchen Gründen nicht versorgen können. Eine Statistik hierzu habe ich nicht gefunden. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 1116 Kinder im Alter von einem bis unter drei Jahren adoptiert. Daraus ist aber nicht ersichtlich, wie viele Kinder von ihren Müttern zur Adoption freigegeben wurden. (Verwaiste Kinder und Kinder, die zu ihrem Schutz aus dem Elternhaus genommen wurden, sind ja auch in dieser Zahl enthalten.) Die Entwicklung der Anzahl der Adoptionen zeigt, dass seit 1993 immer weniger Minderjährige in eine neue Familie aufgenommen wurden. (Quelle: statista)
An den Möglichkeiten für Schwangere in Not muss noch sehr gearbeitet werden, aber immerhin gibt es Möglichkeiten. Eine Frau, die sich nicht zutraut, ihr Kind zu versorgen, braucht Hilfe – und es ist keine Hilfe, dies Kind „wegzumachen“.
Wirkliche Hilfe – Beratung, Begleitung und materielle Hilfe – gibt es bei zahlreichen Organisationen, z.B. bei Kaleb, 1000plus, Die Birke u.a.
Es lebe das Leben!