Verschwörungstheorien und Antisemitismus

Was immer der Inhalt einer Verschwörungstheorie ist – Impfen macht krank, Kondensstreifen sind in Wirklichkeit giftige Substanzen, die uns willfährig machen,  es gab nie eine Mondlandung, Amerika gibt es nicht, Amerika wird uns alle töten, die Erde ist flach usw. -, wenn man sich auf ein Gespräch mit dem Theoretiker einlässt, wird er irgendwann die Juden als Schuldige erwähnen. Je haarsträubender der verteidigte Unsinn ist,  desto schneller kommt der Antisemitismus hinzu. 

Manchmal werden auch die Freimaurer genannt oder die Katholiken. Aber die sind optional. Ohne das Feindbild „Jude“ kommt keine Verschwörungstheorie aus!

Allerdings wird in der Regel abgestritten,  daß es sich hierbei um Antisemitismus handelt. Dazu werden auch immer wieder die besten Freunde herausgekramt, die Juden sind. (Das muss nicht immer eine Lüge sein. Natürlich gibt es unter 14 bis 15 Millionen Juden auch ein paar mit nicht nachvollziehbaren Entscheidungen bezüglich ihrer Freunde.) Antisemitismus ist es aber trotzdem,  die Juden als Feind an sich darzustellen. Und genau das kommt, wie gesagt, meiner Erfahrung nach bei jeder einzelnen Verschwörungstheorie heraus.

Warum das so ist, weiß ich nicht. Ich habe auch nicht die Nerven,  einen wissenschaftlichen Beweis anzutreten.  Denn dazu müsste ich Feldforschung treiben,  das heißt,  mit einer großen Zahl Verschwörungstheoretiker verschiedener Art sprechen. Stattdessen gebe ich hier nur den Eindruck wieder, den ich in den vergangenen Jahrzehnten gewonnen habe. In meiner Jugend waren das tatsächlich Gespräche mit Anhängern solcher Gedankengebäude. Nun ist es mehr der Blick auf die sozialen Netzwerke, der meine Ansicht erhärtet.

Es mag Antisemiten geben,  deren einzige Verschwörungstheorie das Judentum zum Inhalt hat. Aber Verschwörungstheorien ganz ohne das „Feindbild Jude“ sind mir noch nie vorgekommen,  uns ich halte sie für unmöglich.

Aber eigentlich ist das ja ein hohes Lob an Gottes auserwähltes Volk: Wer dies verleumdet, hat auch sonst nicht alle Tassen im Schranke.

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Wenn es dunkel wird

Wenn ich einst nicht mehr logisch denken kann,
Nur fühlen,  und wenn die Erinnrung schwindet,
Wenn mich mit dieser Welt nur noch verbindet
Die Gier, die in mir flackert dann und wann,

Wenn sich kein klarer Satz mehr aus mir windet,
Wenn Lied und Wort und Tinte längst verrann,
Wenn ich statt denken nur noch grübeln kann,
Und wenn mein Geist nichts Neues mehr erfindet,

Wenn ich vergesse meiner Freunde Scharen,
Wenn ich voll Angst bin wie die kleinen Tiere,
Sei Du mein Trost, wenn ich die Welt verliere!

Du bist das Wort! Dies Wort will ich bewahren.
Dann lass mich sprechen Deinen lieben Namen,
Sprich Du an meinem Ende selbst das Amen.

© Claudia Sperlich

Anmerkung: Akute Gefahr besteht nicht.  Aber aus irgendeinem Grund war gestern Zeit,  eine bestimmte Zukunftsangst zum Sonett zu machen.

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Zum Tag der Einheit

Es begann mit Gebetsgrüppchen von fünf bis sieben Personen,  meist Frauen,  in verschiedenen Kirchen.

Es wuchs zu riesigen und vollkommen friedlichen Demonstrationen, immer im Anschluss an das gemeinsame Gebet um Einheit und Frieden.

Saboteure der Stasi mischten sich darunter und wollten Gewalt provozieren.  Sie wurden immer von friedlichen Demonstranten umringt und mit „Schschhhh, keine Gewalt“ zur Ruhe gebracht.

Die Angst vor der Stasi schwand, obwohl die Stasi weiter haarsträubende Untaten beging.

Trotzdem glaubte ich nicht an einen friedlichen Ausgang,  ich als Wessi. Bis ich eines Morgens beim Musikhören vom Telephon unterbrochen wurde. Meine Mutter sagte: „Die Mauer ist gefallen!“

Ich wartete auf die Pointe.  Aber Mutter versicherte mir, es sei kein Witz.  Ich schwang mich aufs Fahrrad und sah bald die Menschenmenge, die feierlich und fröhlich in den Westteil der Stadt zog.

Bis zu diesem Augenblick hatte ich geglaubt,  das Höchste, was man in dieser Beziehung erwarten könne, sei eine Entente zwischen beiden deutschen Staaten. So gern hatte ich noch nie einen Irrtum eingestanden.

Vertrauen wir doch weiter auf die Kraft des Gebetes,  auf Gottes Kraft!

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Hörnchen am Meisenring

Wenn die vogelsichere Futterstation mal leer ist, muss man eben beim Nachbarn essen gehen! Denn umgekehrt ist der Meisenring nicht hörnchensicher.

Merke: Auch ein Abszess an der Wange ist da kein Hinderungsgrund. Hunger ist stark!

Leider konnte ich die Aufnahmen nur bei geschlossener Balkontür machen.

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Engel an unserer Seite

Heute feiert die Kirche das Fest der Schutzengel. Jeder von uns kann also heute mit seinem persönlichen Schutzengel feiern, der ihm von der Zeugung bis zum Tod zur Seite steht, ohne dabei seine Freiheit zu beschneiden. Denn Engel sind keine Gouvernanten.

Dir begegnet kein Unheil, deinem Zelt naht keine Plage. Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen. Sie tragen dich auf Händen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

Ps. 91

Auch Jesus hatte als Mensch Seinen Schutzengel. Möglicherweise war er es, der Ihn auf dem Ölberg stärkte.

Dann entfernte Er sich von ihnen ungefähr einen Steinwurf weit, kniete nieder und betete: Vater, wenn Du willst, nimm diesen Kelch von mir! Aber nicht Mein, sondern Dein Wille soll geschehen. Da erschien Ihm ein Engel vom Himmel und stärkte Ihn.

Lukas 22,41-43

Über die Schutzengel jedes Menschen, besonders wohl jedes Kindes, sagt Jesus:

Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn Ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht Meines himmlischen Vaters.

Matthäus 18,10

Schutzengel
Melodie: Was Gott tut, das ist wohlgetan (GL 416)

Ein Engel ist uns beigesellt
seit frühen Kinderzeiten,
den Gott an unsre Seite stellt,
durchs Leben uns zu leiten.
Er führt uns sacht, er schützt und wacht
in Torheit und Gefahren,
will liebend uns bewahren.

Er schaut auf unsern Gott und Herrn
voll Liebe ohne Wirren.
Er zeigt uns Jesus, Gottes Stern,
und hält uns, wenn wir irren.
In dieser Zeit ist sein Geleit
ein wunderbarer Segen
auf unsern Erdenwegen.

Er führt uns aus der Welt hinaus
wenn dieses Leben endet,
zu Heimatlicht und Vaterhaus,
wo Schuld und Not sich wendet.
Von Angst und Leid sind wir befreit,
um ewig Gott zu preisen
in himmelschönen Weisen.

© Claudia Sperlich

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Oktoberrosen

Auf dem Augustaplatz blühen sie ein halbes Jahr lang.  Und Hagebutten gibt es nun auch.

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Wer ist der Beste?

Lukas 9,46-50

In jener Zeit kam unter den Jüngern die Frage auf, wer von ihnen der Größte sei. Jesus wusste, was in ihrem Herzen vorging. Deshalb nahm Er ein Kind, stellte es neben sich und sagte zu ihnen: Wer dieses Kind um Meinetwillen aufnimmt, der nimmt Mich auf; wer aber Mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer unter euch allen der Kleinste ist, der ist groß. Da sagte Johannes: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in Deinem Namen Dämonen austrieb, und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er nicht mit uns zusammen dir nachfolgt. Jesus antwortete ihm: Hindert ihn nicht! Denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.

Wer von uns ist der beste, frömmste, bedeutendste Christ?


Genau das ist, so lehrt uns der Herr,  nicht unsere Sache. Konkurrenzkampf sollte es unter Christen nicht geben! Dem frommen Nachbarn nacheifern in dem, was wir können und was er gut macht, weil er uns ein gutes Beispiel gibt, ist gut – ihn überholen wollen, weil wir dann besser dastehen als er, ist dumm. Wir brauchen vor Gott nicht mit irdischen Erfolg und Überflügelung des Nächsten zu glänzen. Er will nicht,  daß wir „besser als der Nachbar“ sind, sondern er bietet uns die Möglichkeit, heute besser zu werden als wir gestern waren.


Kinder sind bei guter Entwicklung vertrauensvoll. Ein Kind hat in der Regel aus seiner Sicht den besten Papa und die beste Mama der Welt. So soll unsere Haltung vor Gott sein: Er ist der beste Papa,  und Er hat uns mit Maria die beste Mama gegeben. Das können wir annehmen und müssen es auch, anders als bei unseren irdischen Eltern,  nie revidieren.

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Ein Fest für drei Engel

In jüdisch-christlicher Tradition haben Engel, so wichtig sie sind, keinen Namen. Eine Ausnahme bilden die Erzengel, deren Fest die katholische Kirche heute beginge, wenn nicht Sonntag wäre: Gabriel („Gott ist Kraft“), Michael („Wer ist wie Gott?) und Raphael („Gott heilt“). Diese sprechenden Namen sagen etwas über die Aufgaben der Erzengel. Gabriel verkündete Maria die wunderbare Schwangerschaft durch Gottes Kraft. Michael warf die abtrünnigen Engel, die wie Gott sein wollten, aus dem Bereich der Herrlichkeit hinaus. Raphael befreite eine Frau von einem Dämonen und heilte einen Mann von Blindheit.

Erzengel
Melodie: Wohl denen, die da wandeln (GL 543)

Ihr seid der Liebe Künder,
Ihr seid aus Gottes Licht.
Ihr sprecht als Seine Münder,
Ihr sagt uns: Fürchtet nicht.
Ihr seid von Gott zu uns gesandt,
Um auf Ihn hinzuweisen,
Ihr gebt Sein Wort bekannt.

An unsrer Seite streitet
Der Engel Michael.
Wo Böses sich verbreitet,
Da ficht er stark und schnell.
Wenn uns die Niedertracht bedroht,
Hilft er uns, Mut zu zeigen,
Und fragt: Wer ist wie Gott?

Auf Wegen uns geleitet
Der Engel Raphael,
Daß unser Fuß nicht gleitet,
Daß unser Blick wird hell.
In Krankheit und in Seelennot
Heißt er uns, Gott zu ehren,
Spricht: Euer Heil ist Gott.

Von Gottes Liebe kündet
Der Engel Gabriel.
Das All hat sie begründet,
Und alles macht sie hell.
Sie gibt der dürren Wurzel Saft,
Läßt Israel ergrünen,
Sie blüht durch Gottes Kraft.

© Claudia Sperlich

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Marsch für das Leben 2024

Der ernste Anlass, der Protest gegen Abtreibung und Beihilfe zum Suizid, hindert nicht,  daß es ein Fest für das Leben war, mit bekannten und unbekannten Menschen,  mit Musik und bei herrlichem Wetter.

Ich kann noch nicht wieder so lange Strecken gehen und hatte wie im Vorjahr einen Leihrollstuhl und einen lieben Freund,  der mich schob. (Nächstes Jahr hoffe ich,  daß wieder zu Fuß zu schaffen!) Aus der Perspektive knipsen ergibt nicht die besten Bilder,  aber immerhin.

Auf dem Podium war auch eine Gruppe aus Brasilien, darunter ein gehörloser junger Mann und dessen Adoptivvater. Dieser Adoptivvater hat über die Jahre 46 Kinder angenommen, die eine Abtreibung überlebt hatten. „Brasilien ohne Abtreibung“ steht auf dem Transparent als Wunsch für die Zukunft. Wichtig ist ihm, dass er sich nicht über seine Adoptivkinder stellt, sondern sie mitsamt ihrer vielfältigen, durch die Abtreibung entstandenen Behinderungen als Familie sieht, in der jeder gleichwertiges Mitglied ist. Ebenso wichtig ist ihm, die leiblichen Mütter nicht zu verurteilen, sondern auf ihre Not zu schauen.

Die Jugend für das Leben betrat ebenfalls das Podium,  und mehrere junge Menschen brachten ihre politischen Forderungen vor, u.a. Verbesserung von Adoptionsrecht und Babyklappen sowie bessere Hilfe für Suizidale und Ächtung der Euthanasie.

Die obligatorischen Krakeeler am Rande sind wirklich nicht mehr gut bei Stimme. Leute, man  Eure Parolen ja kaum! Stimmbildung ist möglich und kostet nicht allzu viel. Oder liegt es am zunehmenden Durchschnittsalter?

Der Sturm auf die Abschlusskundgebung (leider ohne Photo) war auch etwas unüberlegt. Ihr unterschätzt die Polizei. Fazit: Kein Schaden an der Technik, der evangelische Geistliche und der katholische Erzbischof von Berlin standen wie die Felsen in der Brandung, der Sänger war auch ziemlich ungerührt, und die 17 Randalierer wurden festgenommen, ehe sie ihr rotes Transparent vollständig entrollt hatten. Kinnings, ich kann für Euch beten und gleichzeitig über Euch lachen.

Ebenfalls festgenommen wurde ein Mann,  der eine Flasche mit Buttersäure geworfen hatte. Zu. Glück wurde niemand getroffen.  Ich frage mich nur: Ist das Verbreiten von Gestank ein Argument gegen den MfdL oder irgendeine andere Aktion zur Verteidigung des unbedingten Lebensrechtes?

Zornig bin ich über Teile der Presse. Der Tagesspiegel,  einst eine sachliche und des Populismus unverdächtige Quelle, berichtet in tendenziöser Weise mit offenkundig Naserümpfen ob der „Fundamentalisten“, womit nicht die Menschen ge.eint sind, die das Podium stürmten. Berichtenswert ist, daß Parteien des rechten Spektrums dabei sind. Unerwähnt bleibt,  daß Geistliche und Laien dabei waren, die sich von diesem Spektrum deutlich abgrenzen.

Angeblich hatte der RBB bereits morgens verkündet, es werde eine Demonstration geben für das Recht auf Abtreibung,  und zu erwarten seien Gegendemonstranten aus dem christlich-fundamentalistischen Spektrum. Ich habe das nicht überprüfen können,  halte meine Informantin aber für glaubwürdig  – und frage mich,  was den RBB da geritten hat.

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Endlich wieder Hörnchenbilder!

Ich wurde gestern freundlich gemahnt, mal wieder Hörnchen zu bloggen. Bitte sehr!

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