Hörnchen und der 23. Psalm

Die Menschenfrau im ersten Stock lässt Du für mich sorgen; mir wird nichts mangeln. Der Herr weidet mich auf grünen Auen und führt mich zu stillen Wassern.
Eichhörnchen

Er erquickt meine Seele; Er führt mich die berankte Wand hoch um Seines Namens willen.
Eichhörnchen

Und wenn ich auch wanderte durchs Tal der Winternacht, so fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir; Dein Futter und Dein Schutz, die trösten mich.
Eichhörnchen

Die oben erwähnte Menschenfrau bereitet vor mir einen Tisch angesichts der Eichelhäher und Turmfalken.
Eichhörnchen

Du hast mein Haupt mit stattlichen Pinselohren versehen, mein Futternapf quillt über.
Eichhörnchen

Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde wohnen im warmen Kobel immerdar.

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Programmhinweis: Radio Horeb

Mein Veranstaltungskalender ist mehr einen Blick wert.
Und Radio Horeb schätzt meine Mitarbeit. Am Montag der Karwoche bin ich dort um 16.30 Uhr zu hören mit einem Vortrag über Jesu Einzug nach Jerusalem (die Aufnahme war heute vormittag und ging gut).
Geplant ist außerdem für Freitag, den 27. Mai um 20.30 Uhr eine Sendung über Annette von Droste-Hülshoff.
Die Sendungen werden auch als Podcast hörbar sein.

Zudem rücken zwei Buchvorstellungen meines Archipoeta näher:
Am Dienstag, 5. April, 19.30 Uhr, in der Arche Potsdam, Am Bassin 2, 14467 Potsdam
und
am Sonntag, 10. April, 10.30 Uhr, im Kleinen Pfarrsaal von St. Marien (Gebäude hinter der Kirche, Tür links, 1. Stock, Bergheimer Platz 1, 14197 Berlin.

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Dienstag der fünften Fastenwoche

Umkehr

Du greifst in mein Herz –
lenke auch meine Schritte,
zügle auch meine Zunge,
kläre auch meine Gedanken.

Du zeigst mir mich selbst –
daß ich vor mir erschrecke,
daß ich die Schuld bekenne,
daß ich zu Dir mich wende.

Du zeigst mir den Weg –
gib mir den Mut, zu gehen,
führ mich nach Deinem Willen,
tu mir nach Deinem Willen.

© Claudia Sperlich

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Montag der fünften Fastenwoche

Überfall

Herr und Gott, Du hast mich überfallen,
unvermutet, jählings mich begnadet,
mich gerufen, Sicherheit und Ängste
gleichermaßen hinter mir zu lassen,
umzukehren, völlig Dir zu trauen,
meine Eitelkeiten abzulegen.
Gott, ich lege alle meine Sünden,
Laster, Unzulänglichkeiten, Fehler
vor Dich hin – ich habe ja nichts andres.
Führe mich, wohin Du willst, mein Gott,
tu mir, was Du willst, denn ich bin Dein.

© Claudia Sperlich

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Judica

Parusia

Komm wieder, Herr, den Streit der Welt zu schlichten!
Wenn Du nicht sichtbar alles lenkst und leitest,
wenn Du nicht über sie den Segen breitest,
dann wird die Welt sich selbst zugrunderichten.

Von neuem hat die Welt sich selbst geknechtet,
da Du sie doch von Schuld und Tod befreitest.
Solang Du, Herr, nicht wieder auf ihr schreitest,
bleibt Mensch von Mensch und Macht und Geld geknechtet.

Noch liegt die ganze Schöpfung in den Wehen.
Willst Du denn die Erlösung nicht vollenden?
Dein Reich, Herr, komme. Laß die Zeit sich wenden.
Komm wieder, Herr, und laß die Welt vergehen.

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Samstag der vierten Fastenwoche

Seine Wahl, meine Wahl

Von den Sternen steigt herab
meine Sehnsucht,
zu den Sternen fliegt hinauf
meine Sehnsucht.
Der in meinem Herzen wohnt
alle Zeiten,
der ist, der mein Herz erhebt
bis zum Vater.
Ihn, den Herrn der Sterne, liebt
meine Seele,
als Erwählte wähle ich
Ihn, den Höchsten.

© Claudia Sperlich

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Ein bescheidener Vorschlag

… der British Transplantation Society während einer Konferenz in Glasgow im Februar 2016 lautete, Müttern schwerkranker, nicht lebensfähiger Föten von der Abtreibung abzuraten.
Klingt gut, nicht? Ärzte gegen Abtreibung, auch bei todgeweihten Kindern?
Nun ja…

Ärzte hoffen, jährlich auf hundert Organspender im frühen Säuglingsalter zu kommen. Hebammen sollen über die Verwendungsfähigkeit kindlicher Organe für Transplantationen belehrt werden.

Es geht also darum, Kinder, die auch durch modernste medizinische Hilfe nicht lebensfähig gemacht werden können (z.B. wegen Anenzephalie), mit dem Ziel zur Welt zu bringen, ihre Organe für andere Menschen zu nutzen. Das bedeutet, daß das Kind nicht im Arm der Mutter stirbt, sondern noch lebend für die Transplantation vorbereitet wird und daß nach dem Hirntod der Körper künstlich am Leben gehalten wird, um die Organe entnehmen zu können. (Tatsächlich hat 2014 eine Frau dies entschieden; die Nieren ihres anenzephalen Sohnes retteten das Leben eines Erwachsenen.)

In Daily Mail äußern sich zwei Ärzte zu dem ethischen Problem, Babys zu Organspendern zu machen. In meiner Übersetzung:

PRO: Dr Joe Brierley, Facharzt, Great Ormond Street Hospital

Da täglich drei Menschen sterben, während sie auf eine Organtransplantation warten, begrüße ich alles, was die Zahl der Spender erhöht.
Es ist unbedingt notwendig, den Familien der in der Intensivpflege Sterbenden zur bestmöglichen Information zu verhelfen, damit sie diese Entscheidung treffen. Im Fall von Anenzephalie treten solche Diskussionen auf bei einer Frau, der gesagt wurde, ihre Schwangerschaft kann mit einer Totgeburt enden, oder, wenn das Kind lebend geboren wird, wird es als Neugeborenes sterben.
Auch wenn es ein Grundpfeiler guter Pflege ist, diese Information zu bieten, darf dies meiner Ansicht nach nicht benutzt werden, um eine Frau zu überzeugen, keinen Abbruch vorzunehmen.
Wenn aber die Entscheidung getroffen wird, die Schwangerschaft aus anderen Gründen fortzuführen, dann sollten alle palliativen Pflegemöglichkeiten – einschließlich Spende – diskutiert werden.
Oft machen Menschen sich mitten in der Tragödie eines Kindstodes nicht klar, daß eine Organspende geschehen kann. Aus Gründen ihrer Größe können kindliche Organe oft nur anderen Kindern helfen – aber manchmal können die Organe von Kleinstkindern auch einem Erwachsenen helfen. Nach meiner Erfahrung rettet die überwältigende Großzügigkeit von Menschen in so traurigen Situationen Leben und kann Familien, die einen schmerzlichen Verlust erleben, Trost spenden.
Natürlich ist Organspende nicht für jeden etwas, und die Aufgabe der Fachleute ist, Menschen zu unterstützen, wie immer sie auch entscheiden. Und auch wenn ein Kind geboren wird, kann es immer noch Gründe geben, die eine Spende unmöglich machen.
In den letzten zwei Jahren gab es elf Organspender im Alter unter 60 Tagen – der Mut ihrer Familien sollte uns alle inspirieren, Organspenden zu diskutieren und zu erwägen.

Für Dr Joe Brierley gibt es bei nicht überlebensfähigen Kindern zwei Möglichkeiten: 1. Abtreibung, 2. Austragen mit dem Ziel, die Organe zu verwenden. Der Gedanke, ein todkrankes Kind auszutragen und es dann bis zu seinem Tod im Arm zu halten, kommt ihm gar nicht erst.

CONTRA: Dr Trevor Stammers, Bioethiker, St Mary’s University

Es wäre ganz einfach abscheulich, sollten Transplantationsärzte Frauen, bei deren ungeborenen Kindern schwere Mißbildungen diagnostiziert wurden, auffordern, ihr Baby auszutragen, aus dem einzigen Grund, daß sein Körper nach Organen geplündert werden kann.
Mütter, die entscheiden, Babys mit so schweren Mißbildungen auszutragen – weil sie ihr Kind, so wie es ist, lieben wollen, so lange es lebt – wurden bis jetzt oft bedrängt, es doch einfach abzutreiben.
Sie wurden als dumm angesehen, wenn sie ihre Schwangerschaft fortführten. Es ist besorgniserregend, daß Mütter nun zum Austragen ermutigt werden mit der ausdrücklichen Absicht, die Organe des Kindes wegzunehmen. Was geschieht, wenn sie sich anders entscheiden, sobald sie ihren neugeborenen Sohn, ihre neugeborene Tochter sehen?
Es ist ein makabrer Vorschlag, der das öffentliche Vertrauen zur Transplantation – eine der größten medizinischen Errungenschaften in meiner Lebenszeit – untergräbt.
Das Konzept reduziert das Baby auf nichts als ein utilitaristisches Mittel zum Zweck – eine Sammlung von Ersatzteilen – statt das Leben um seiner selbst willen zu achten.
Ja, ich weiß, daß diese Organe möglicherweise das Leben anderer Menschen retten können, aber was kostet das unsere Menschlichkeit?
Die Integrität der Transplantationsmedizin wurde bereits durch den Gebrauch der Organe euthanasierter Erwachsener kompromittiert.
Die Körper von Kindern zu plündern, die ausschließlich um ihrer Organe willen geboren wurden, wird diesen Berufszweig weiter beflecken – und könnte sehr wohl zu einem weiteren Schwinden der Bereitschaft zur Organspende führen.

Auch aus der Sicht eines grundsätzlichen Befürworters von Organspenden ist es ein Unding, nicht lebensfähige Kinder nur als Ersatzteillager zu sehen. Persönlich bin ich gegen Organspenden. Ich habe das in einem längeren Artikel erklärt (hier). Meine Abneigung gegen Organspenden wächst durch Aussagen wie die von Dr. Joe Brierly. Seine Argumentation erinnert mich an Jonathan Swifts satirischen Aufsatz A Modest Proposal / Ein bescheidener Vorschlag.

Ich bin gegen Abtreibung auch bei schwer kranken und nicht lebensfähigen Kindern. Meine Gründe gegen Abtreibung sind aber niemals das Bereithalten von Ersatzteilen oder sonstige utilitaristische Erwägungen. Menschenleben ist deshalb schützenswert, weil es Menschenleben ist – nicht weil es möglicherweise anderen nützt.

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Freitag der vierten Fastenwoche

Wann, mein Gott?

Wann, mein Gott, gibst Du die Gnade,
zu begreifen, was Du sagst?
Unter meines Schicksals Rade
fühl ich nur, wie Du mich plagst.

Deines Weltenrads Getriebe
dreht und dreht sich, mir zum Grauen.
Du mein Gott – Du Gott der Liebe -,
laß Dein Licht mich endlich schauen!

© Claudia Sperlich

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Donnerstag der vierten Fastenwoche

Allwissend unwissend

Du bist der Dreieine, bist Einer und Drei,
schon das unbegreiflich und wahr.
Du bist der Gott, der als Mensch geborn,
der machtvoll in Wort und Tat,
der sich aus Liebe geopfert hat,
geschunden wurde und starb.
Du warst als Mensch Dir selbst nicht bewußt,
die eine Gottheit zu sein,
Du hast als Mensch Dich verlassen geglaubt
von Dir, dem Vater und Geist.
Aus freiem Willen kann niemand je
nicht wissen, was er ist.
Nur Du, Dreieiner, allwissender Gott,
hast Dich außer Dir hingestellt,
Du wußtest als Vater, wußtest als Geist
Dich eins mit dem göttlichen Sohn,
Du glaubtest als Sohn, nur Mensch zu sein,
am Kreuz verlassen von Dir.
Mir weist dies Rätsel den Weg zu Dir,
der ganz sich entäußert hat.

© Claudia Sperlich

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Die Meinung der anderen

In gut sieben Monaten werde ich wieder am Marsch für das Leben teilnehmen – hoffentlich wieder als Ordnerin, das hat mir beim letzten Mal Freude gemacht.

Organisatoren und Teilnehmern wird immer wieder gerne geistige Nähe zu dem Mordgesindel des Dutzendjährigen Reiches vorgeworfen, und zwar genau deswegen, weil sie gegen Tötung irgendeines Menschen sind. Da greift man dann auch mal zur Verleumdung durch gefälschte Photos. Oder beruft sich auf angebliche, tatsächlich aber nie geäußerte Worte von Kirchenleuten, um zu „beweisen“, daß die Kirche ein frauenverachtender und reaktionärer Haufen ist. Damit müssen wir leben, und ich weiß, daß stichhaltige Gegenbeweise nicht akzeptiert werden. Mit dem Vorwurf, ein ungebildetes Dummchen in den Fängen katholischer Schergen zu sein, muss ich auch dann leben, wenn ich ihn in lateinischer Sprache widerlege – ebenso mit dem Vorwurf, Gewalt anzuwenden gegen Menschen, die gewalttätig eine genehmigte und friedliche Versammlung stören (wenn ich z.B. sage: Lass das).

Das ist so, ich werde es nicht ändern können. Als Kinder haben wir gern eine Kurzfassung benutzt für die Aussage, daß geistige Defizite nicht pharmazeutisch bekämpft werden können (dbddhkPsAv).

Zur Zeit wird mit besonderer Vehemenz behauptet, Lebensschützer seien AfD-gesteuert. Nun, zum einen gibt es die Lebensschutzbewegung schon einige Jahrzehnte länger als die AfD. Zum anderen ist sie nicht homogen. Ich kenne zahlreiche Lebensschützer; mit den meisten bin ich mir einig in der heftigen Abneigung gegen diese Partei. Es gibt unter Lebensschützern Menschen, die ich sehr schätze und die eine andere politische Meinung als ich vertreten. Es gab eine Zeitlang unter den Menschen, die ich schätze, auch einige, die der AfD nahestehen – bis mir die Äußerungen dieser Menschen immer unangenehmer und nach meiner Auffassung menschenfeindlicher wurden, so daß ich sie nicht mehr schätzen kann. Deshalb sind sie aber dennoch teilweise im Lebensschutz aktiv und in diesem einen Punkt mit mir einig.

Dadurch wird nun nicht der Lebensschutz zu einer schlechten Sache. Denn ob eine Sache gut ist oder schlecht, hängt nicht davon ab, ob ich ihre Unterstützer samt und sonders gerne mag oder nicht. Die biologische Tatsache, daß der Inhaber einer humanen DNA ein Mensch ist, ist unabhängig davon, ob das auch richtig unsympathische Leute wissen und sagen. Wenn jemand sagt „Ein Mensch ist von der Zeugung an Mensch“, so ist das auch dann richtig, wenn er im nächsten Satz etwas sehr Dummes über Fremde oder Frauen oder Arbeitslose sagt.

So wie beim letzten Mal und den Malen davor werde ich auf dem Marsch für das Leben einigen Menschen begegnen, die ich nicht leiden kann. Es werden leider auch einige Menschen dabeisein, die meiner Ansicht nach dummes Zeug über andere verbreiten. Das bleibt nicht aus bei mehreren tausend Menschen. Ich habe diese Wahrnehmung auch auf Demonstrationen gegen Atomkraft und gegen Gebäudespekulanten gemacht. Das, was Menschen auf einer Versammlung eint, ist das Thema der Versammlung. In anderen Themen können sie sich einig sein, müssen aber nicht. Je mehr Menschen anwesend sind, desto höher wird die Wahrscheinlichkeit, daß nicht alle in allem einig sind.

Die Organisatoren des Marsches für das Leben sind sich einig darüber, daß dies an keiner Stelle eine parteipolitische oder sonstwie weltanschaulich geprägte Aktion sein soll. Es geht um Lebensschutz – und um nichts anderes.

Davon abgesehen, ist mir beim Marsch für da Leben bisher stets zweierlei aufgefallen: 1. Die, die mitgehen, sind friedlich; fast alle wirken auf mich sehr sympathisch, die paar, die das nicht tun, sind auch friedlich. 2. Die Gegner des Marsches sind kindische Krakeeler; einige von ihnen habe ich auch außerhalb der Gegenaktion als logikfern und äußerst despotisch erlebt.

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