Für die Ungeborenen: In die Kirche. Auf die Straße

Am Samstag, dem 16. September findet wieder einmal der Marsch für das Leben statt, an dem ich seit 2012 regelmäßig teilnehme, heuer wieder als Ordnerin. Er beginnt mit einer Kundgebung vor dem Reichstagsgebäude in Berlin (Platz der Republik, 10557 Berlin). Die Wegstrecke ist voraussichtlich rund 5 km lang und barrierefrei. Im Anschluss findet ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Die Veranstaltung endet gegen 17.30 Uhr.

In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal am Vormittag des gleichen Tages ein „Engelamt“ – ein Requiem für ungeborene Kinder.

Samstag, 16.9., 10.00 Uhr,
Kirche St. Marien am Behnitz (Behnitz 9), U-Bahnhof Altstadt Spandau, von dort 210 m Fußweg.

Die Heilige Messe wird von engagierten Katholiken aus Berlin vorbereitet. Wir wollen für die im Mutterleib getöteten Kinder beten und die Anliegen des Marsches für das Leben vor Gott bringen. Nach einer alten Tradition tun wir dies als „Engelamt“, der Totenmesse für unschuldige Kinder.

Auch ich gehöre zu den engagierten Katholiken aus Berlin und habe zu diesem Anlass ein Lied geschrieben. Liedzettel gibt es vor Ort.

Kommt in Scharen! Die Kirche ist groß und soll voll werden! Im Anschluss fahren wir gemeinsam zum Marsch für das Leben.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 2 Kommentare

Monika, meine Mutter und ich

Zwar verdrängt der Sonntag liturgisch den Gedenktag der Heiligen Monika. Aber er verdrängt nicht die Möglichkeit, sich mit ihr oder irgendeinem aus der Schar der Heiligen zu beschäftigen.

Mit ihr, deren Gebete um Bekehrung des Ehemannes und des Sohnes so spät erhört wurden, konnte ich mich lange nicht anfreunden. Als ich mich taufen ließ (zu allem Überfluss katholisch!), war niemand aus meiner Familie dabei; meine Eltern und Brüder fanden diesen Schritt beängstigend, bestenfalls „spinnert“, und befremdlich, daß ich dem „vernünftigen“ und „aufgeklärten“ Atheismus absagte. Meine Mutter befürchtete, mich zu verlieren.

Ich habe lange Zeit nur mit einer Art Neid an die Heilige Monika denken können: Wieso hatte ich niemals eine Mutter, die für mich gebetet hat? Wobei meine Mutter ja eine gute Frau war und viel für mich getan hat! Gemeinsam mit meinem Vater hat sie mir die Schönheit der Sprache nahegebracht; ich wäre ohne diese Eltern wohl nicht Dichterin geworden. Paradoxerweise kenne ich von ihr sogar eines der schönsten Marienlieder. „Maria durch ein Dornwald ging“ sang sie gerne. Als ich sie noch als Kind fragte, warum sie dies Lied so gerne singe, obwohl wir doch an sowas nicht glauben, erklärte sie: Die Geschichte einer Frau, die schwanger ist und sich so darüber freut, daß um sie herum die Rosen erblühen, gefalle ihr.

Über das Christentum sagte sie, es habe wohl vielen Menschen große Dämonenängste genommen. Und dann sei da die Kunst und die Musik! Kultur! Das aber war schon die Quintessenz des Christentums, so wie ich es zu Hause kennenlernte: Schön, poetisch, psychologisch sinnvoll für die Angstgeplagten, die nicht auf modernere Weise damit fertigwerden – aber daß eine liebe und hochgebildete Freundin der Familie katholisch war, war eher zum Wundern.

Und dann wurde ich katholische Christin und las die Confessiones und beneidete Augustinus um seine Mutter. Heute weiß ich: Zum Neid besteht kein Anlass, zuallererst deshalb, weil Neid als Sünde einfach bescheuert ist. Zudem ist es nicht ausgeschlossen, daß die Heilige Monika den Part übernommen hat, den meine Mutter nicht leisten konnte – das Gebet für mich.

Monica

In ihrer Jugend brannte
In Herz und Seele schon
Ein Licht, da sie bekannte
Sich zu dem Gottessohn.
Von Demut und von Güte
War Monica beseelt,
Und wo der Hader glühte,
Hat nie ihr Trost gefehlt.

Sie weinte im Gebete
Für ihren wilden Sohn,
Und für den Gatten flehte
Sie oft vor Gottes Thron.
Den überreichen Segen
Hat Gott ihr spät gewährt:
Zu Jesu Wort und Wegen
Sich Mann und Sohn bekehrt.

Wenn Traum und Bilder schweigen
Und auch die Seele schweigt,
Dann werden wir uns neigen
Vor dem, der uns gezeigt
In einem Atemholen,
In Augenblickes Zeit,
Daß Er uns anbefohlen
Die frohe Ewigkeit.

aus: Lass mich bekennen Deine Mandelblüte

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Monika, meine Mutter und ich

Veronica und Agustin: zwei Christen im Iran

Der folgende Text ist von Citizen-Go übernommen. Hier kann man eine Petition unterschreiben; überall kann man beten für die beiden katholischen Christen.

Sie kamen ohne Vorwarnung: am frühen Morgen des 20. Februar 2017 wurden Anoushe (Veronica) Reza-Bakhsh und ihr Sohn Sohail (Agustin) Zargarzade-Sani in Urmia, Iran, von Angehörigen der Revolutionsgarden verhaftet und an einen unbekannten Ort gebracht.

Nach einer Meldung der christlichen iranischen Nachrichtenagentur Mohabat News wurden in der Wohnung Notebooks, sowie verschiedene religiöse Schriften und Bibeln beschlagnahmt.

Die 51-jährige Anoushe (Veronica) Reza-Bakhsh und ihr Sohn Sohail waren vom Islam zum Christentum konvertiert. Zeugen berichteten, dass sie vor einiger Zeit in die Türkei gereist waren, wo sie die Taufe empfingen und der katholischen Kirche beitraten. Von Sohail ist bekannt, dass er über Satelliten-TV religiöse Programme verfolgte und sich über Online-Angebote weiterbildete, um seinen Glauben zu vertiefen.

Nach übereinstimmenden Angaben verschiedener Quellen ist bis jetzt nicht bekannt, wo die beiden festgehalten werden, was ihnen konkret vorgeworfen wird und in welcher Verfassung sie sich befinden. Im Iran wird Apostasie, die Abkehr vom Islam, immer wieder unnachgiebig verfolgt und entsprechend den Vorgaben der Scharia hart bestraft.

Bitte helfen Sie den Beiden, indem Sie unsere an den iranischen Präsidenten Hassan Rouhani, den obersten Religionsführer Ajatollah Sejed Ali Chamenei und Justizminister Sadeq Larijani gerichtete Petition unterzeichnen und verbreiten. Fordern Sie von den verantwortlichen religiösen und politischen Führern des Iran, Anwälten und Menschenrechtsorganisationen unverzüglich Zugang zu den Inhaftierten zu gewähren und Anoushe Reza-Bakhsh und ihren Sohn Sohail unverzüglich freizulassen.

Je mehr Menschen sich für Anoushe (Veronica) Reza-Bakhsh und ihr Sohn Sohail (Agustin) Zargarzade-Sani einsetzen, desto eher wird der Aufruf Gehör finden. Bitte beten Sie auch für die Inhaftierten!

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Ambrosius als mp3

Der Vortrag, den ich neulich auf Radio Horeb hielt, ist hier als mp3 hörbar.

Die zitierten Hymnen sind neben vielen anderen in meinem Hymnarium nachzulesen.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, LITERATUR | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Ambrosius als mp3

Maria Königin

Das heutige Hochfest hängt mit einem anderen Fest zusammen, das wir vor einer Woche feierten – die Aufnahme Mariens in den Himmel.

Mariæ Dormitio, Maria Regina

Zum Himmel steigt die Gottesmutter auf.
Was schlangenhaft sich um die Erde windet,
Zertritt sie unterm Ballen, und es schwindet.
Ihr andrer Fuß rührt schon an Mondes Lauf.

Zum Herrn der Welt, zum Regenbogenthron
Führt unsichtbar hinauf die letzte Stufe.
Maria folgt schon seit sie lebt dem Rufe –
Der Mutter ausgestreckte Hände greift der Sohn.

Der Erdenschmutz befleckt nicht ihre Füße,
Das Mondlicht übertrifft nicht ihre Süße,
Sie schreitet ohne Tod ins ewge Leben.

Zwölf neue Sterne formt der Herr zur Krone,
Der Heiland krönt die Mutter vor dem Throne,
Will sie zur Königin den Menschen geben.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter HIMMLISCHES, KATHOLONIEN | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Maria Königin

Demonstrieren ist ein bißchen wie Pilgern, nur lauter

Unter dem Motto „Ich bereue nichts“ (echt jetzt!) veranstalteten heute etwa fünfhundert Neonazis einen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch. Peinlich genug! Aber vielleicht muss eine Demokratie auch dieses Maß an Dummheit, gepaart mit Bosheit, noch gerade aushalten.

Etwa doppelt so viele andere Menschen gingen dagegen auf die Straße. Auch wenn ich mit vielen von ihnen politisch wahrlich uneins bin: es war eine gelungene Gegendemonstration, weil deutlich, friedlich und auch lustig.
Ich traf mich mit Tobias und Suse Klein – wir hatten versucht, noch mehr Katholiken zu mobilisieren, um einen „katholischen Block“ hinzubekommen, aber das hat nicht geklappt. Ein Blick in die Runde ließ mich denken: Vom Sozialismus lernen heißt siegen lernen – allerdings nur in dieser einen Hinsicht. Zwar berichtet Josef Bordat, daß noch weitere Katholiken in der Gegendemonstration waren – nun, nächstes Mal koordinieren wir uns besser.

Warum nun die Überschrift? Weil wir drei den Rosenkranz beteten und danach eine von Tobias zusammengestellte Märtyrerlitanei, bei der wir von den Nazis ermordete Katholiken um Fürbitte anriefen. Und dann noch einen Rosenkranz.

Inmitten der lauten und aufgeregten (dabei friedlichen) Demonstration machte ich die Erfahrung ganz großer Ruhe.

Ärgerlicherweise wurde die Gegendemonstration von der Polizei so geleitet, daß es überhaupt fast keine Berührung mit den Neonazis gab, auch nicht bei deren Abschlußkundgebung. Ob das böser Wille war oder mit irgendwelchen administrativen Stolpersteinen zu tun hatte (was Suse für wahrscheinlicher hält), wissen wir nicht, aber ungut ist es, wenn die Hirsel, um deretwillen wir auf die Straße gehen, das erst in den Nachrichten sehen und nicht gleich. Immerhin – der RBB berichtet.

Dennoch bin ich froh, mitgemacht zu haben. Sollte dergleichen wieder einmal nötig sein, hoffe ich auf einen katholischen Block mit mindestens zwanzig Rosenkranzbetern.

Gutes Zitat!
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

Auf der andern Seite desselben Plakates leider ein ziemlich blöder Spruch. Widerstand an sich ist ja kein Qualitätsmerkmal.
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

Viele verschiedene Leute…
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

die Evangelische Kirche macht auch mit…
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

SPD und links davon…
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

und ein gelungenes Wortspiel.
19. August 2017 - Demo gegen Rudolf-Heß-Gedenkmarsch

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , , | 11 Kommentare

„Solche wie dich dürfte es nicht geben“

Es gibt Menschen, die haben diesen Satz schon gehört.
Es gibt auch Menschen, die haben diesen Satz verinnerlicht und halten sich selbst nicht für lebenswert.

Je „normaler“ es wird, Behinderte abzutreiben und Alte zu euthanasieren, desto deutlicher wird dieser Satz gesagt, vielleicht nicht wörtlich, aber durch die Tat, zu Menschen, die mit einer Behinderung oder einem Gebrechen leben.

In Island werden Menschen mit Down-Syndrom fast immer abgetrieben. Auch in Deutschland wird die Abtreibung Behinderter von zahlreichen Menschen als normal oder gar wünschenswert gesehen. Das immer wieder gehörte Argument ist, daß es den Betroffenen Leid erspart. Bei der weit häufigeren Abtreibung gesunder Kinder wird auch so argumentiert, da behauptet wird, ein ungewünschtes Kind hätte wenig Chance, glücklich zu werden.

Sowohl Behinderten als auch Menschen aus schwierigen sozialen Verhältnissen – also den meisten Menschen überhaupt – wird damit gesagt: „Es wäre besser, wenn es dich nicht gäbe.“ Und jetzt komme mir keiner damit, daß Behinderte das ja eh nicht verstehen. Erstens ist „behindert“ ein schwammiger Begriff, der alles von einer leichten Beeinträchtigung bis zu ständiger Pflegebedürftigkeit umfasst, zweitens sind gerade Menschen mit Down-Syndrom – um die es bei diesbezüglichen Überlegungen häufig geht – oft äußerst feinfühlig.

Menschen, die gerade nicht so passen oder die mit ihrem Leben große Schwierigkeiten haben, umzubringen, sei es im Mutterleib oder durch Suizidbeihilfe, sendet an andere Menschen mit vergleichbaren Schwierigkeiten ein klares Signal: „Solche wie dich macht man besser weg.“

Die Behauptung, Abtreibung habe mit Frauen- und Menschenrecht zu tun (die in solchen Diskussionen übrigens gern getrennt aufgezählt werden, als seien Frauen irgendwie anders Mensch als Männer), führt dahin, daß das Menschenrecht Behinderter, Kranker, Alter und Armer grundsätzlich in Frage gestellt wird. Und das merken die Betroffenen.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare

Wieder mal ein Behördensonett

Es geschieht so häufig, daß ich auf dem Heimweg von einem Behördengang ein Sonett schreibe, daß ich eigentlich beginnen müßte, der deutschen Bürokratie ein wenig dankbar zu sein. Aber ach, ich bin ein unvollkommener Mensch, und es will mir nicht gelingen.

Als sie vom Bürgeramte kam

O meiner Nerven Geißel, Bürgeramt,
An das ich goldne Lebenszeit verlier!
In dir verschwindet virtuell Papier,
Du Tümpel, von der Akten Wust verschlammt!

Das Führungszeugnis war bestellt – und dir
Hab ich geglaubt; der Stimme Seidensamt:
„Wir schickens!“ hat zum Warten mich verdammt.
Heut stand ich endlich mahnend wieder hier.

Bisher kein Dokument stillt mein Verlangen,
Beschwerdefrist ist leider auch vergangen –
Und wieder heißt es: „Zahle, und dann warte!“

Hast zweimal dreizehn Euro abgenommen
Dafür, daß ich nichts Böses unternommen
Und daß zu lang auf den Beweis ich harrte.

© Claudia Sperlich

Veröffentlicht unter LITERATUR, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Wieder mal ein Behördensonett

Demonstrieren gegen nazihafte „Helden“verehrung

Am kommenden Samstag, dem 19. August, um 11.00 Uhr am S-Bahnhof Spandau, beginnt die Demonstration Spandau wehrt sich – eine Gegendemonstration gegen eine von Neonazis geplante Kundgebung zum ehrenden Andenken an Rudolf Heß.
Ich bin keine Spandauerin, aber ich finde es wichtig genug, dieser Nazi-Heldenverehrung entgegenzutreten – und zwar auch dann, wenn ich mich dabei zu Menschen geselle, die die katholische Kirche nicht mögen. Tobias Klein hat darüber schon sehr ausführlich unter einem hinreißend schönen Titel gebloggt, und ich schließe mich ihm in aller Kürze an:

Kommt und zeigt Präsenz gegen Nazis!

Heiliger Maximilian Kolbe, Heilige Teresia Benedicta a Cruce, bittet für uns.

Veröffentlicht unter HÖLLISCHES, KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , , , | Kommentare deaktiviert für Demonstrieren gegen nazihafte „Helden“verehrung

Wenn es kein Beichtgeheimnis gäbe

Wenn, wie die australische Regierung anstrebt, das Beichtgeheimnis im Falle von Kindesmißbrauch nicht mehr gilt, wird Kindesmißbrauch nicht mehr gebeichtet. Der Schuldige wird nicht mehr die Möglichkeit eines guten Neuanfangs erfahren, nicht mehr ermahnt werden, sich zu stellen und so gut es geht, Sühne zu leisten, nicht mehr hören, daß er sich mit Gottes Hilfe bessern kann und das daher auch muß.
Das mißbrauchte Kind, das sich selbst schuldig fühlt, weil der Täter – ein naher Verwandter – ihm das eingeredet hat, wird nicht mehr zur Beichte gehen und also nicht vom Priester hören, daß dies nicht seine, sondern des Verwandten Schuld ist, und es wird nicht erfahren, wo es Schutzräume gibt.

Wenn das Beichtgeheimnis im Falle von Kindesmißbrauch aufgehoben wird, werden bald Vorschläge und dann Forderungen folgen, es auch in anderen Fällen aufzuheben. In der Folge wird nicht mehr gebeichtet, zumindest nicht, wo es um nach säkularem Recht strafbewehrte Dinge geht.

Wenn sich dann doch Priester finden, die das Kirchenrecht ernst genug nehmen, lieber die staatsrechtlichen Konsequenzen für ihr Schweigen zu tragen als die kirchenrechtlichen Konsequenzen für ihr Reden, gibt es zwei Möglichkeiten, daß dies überhaupt bekannt wird: Entweder das Beichtkind verrät den Priester (also einen, dem es im Vertrauen auf sein Schweigen gebeichtet hat – sehr unwahrscheinlich) oder es werden von staatlichen Behörden Schritte unternommen, Beichten abzuhören, also ein Lauschangriff auf den Beichtstuhl.

Ich vermute nach Kenntnisnahme einiger Diskussionen zu diesem Thema, daß die Mehrheit der Deutschen (und vermutlich auch vieler anderer) einen solchen Lauschangriff wünscht (auch wenn es bisher gar nicht um deutsches, sondern um australisches Recht geht). Die Säkularisierung hat meiner Beobachtung nach ein starkes Bedürfnis nach Bespitzelung und anderen diktatorischen Maßnahmen zur Folge – ich merke das nicht zum ersten Mal.

Veröffentlicht unter KATHOLONIEN, WELTLICHES | Verschlagwortet mit , , , | Kommentare deaktiviert für Wenn es kein Beichtgeheimnis gäbe