Es ist wunderbar, den Ukrainern Solidarität zu zeigen. Und trotz meiner maroden Knie könnte ich doch wenigstens ein Stündchen teilnehmen an einer der zahlreichen Demonstrationen für den Frieden – oder?
Ja, könnte ich. Tu ich aber nicht. Nicht obwohl, sondern weil ich den Ukrainern nur Gutes wünsche.
Wir haben immer noch eine Pandemie. Derzeit grassiert eine hoch ansteckende Variante. Die Ukrainer, die jetzt als Flüchtlinge zu uns kommen, sind zunächst gestresst und geschwächt. Und die wollen wir empfangen, indem wir die Inzidenzen hochfahren und ihnen erstmal eine Ladung Covid-19-Viren ins Gesicht pusten?
Bitte nicht.
Betet, schreibt, nehmt Leute auf, wenn Ihr könnt (nur bitte nicht mehr als unter diesen Umständen in die Wohnung passen). Unterstützt Hilfsgütertransporte. Zwackt Euch in der Fastenzeit was ab, um denen zu helfen, deren Heimat gerade zerstört wird. (Nicht alles auf einmal, sondern das, was Ihr könnt!)
Aber bitte, haltet Abstand. Meidet Massenansammlungen. Covid 19 wird nicht besser davon, daß es auch noch Krieg gibt – sondern die Not wird größer, wenn es beides gibt. Ist ja nicht so schwer zu begreifen.
Heute will ich besonders daran denken, daß mein Leben endlich ist, daß ich wie Staub bin und Staub werde. Das bedeutet nicht, mein Leben und das Leben anderer Menschen gleichermaßen sinnlos zu gefährden. Aus Erfahrung kann ich sagen: ein milder Verlauf von Covid 19 unter guten Lebensumständen ist ekelhaft genug. Ein schwerer muss wirklich nicht auch noch sein. Für niemanden.











