Männer, die mir erzählen,  dass die Pille nicht schadet

… sind kaum bereit, sich selbst durch Hormongaben eine Zeitlang steril zu machen. (Nicht, dass ich das befürworten würde. Ich stelle nur fest.)

Sie könnten das. Tatsächlich wurde in meiner Jugend eine „Pille für den Mann“ entwickelt. Sie setzte sich nicht durch,  weil die gesundheitlichen Risiken zu hoch waren.

Die Pille für die Frau hingegen hat sich aufgrund der felsenfesten Meinung zahlreicher Männer, sie sei unschädlich,  weithin durchgesetzt.

Risiken und Nebenwirkungen: Thrombosen, Herzinfarkt,  Abnahme der Knochendichte, Durchblutungsstörungen, Gewichtszunahme, Eierstockzysten, Störungen der Regelblutung (bis hin zum vollständigen Ausbleiben nach Absetzen der Pille), Übelkeit, Depression, Brustspannungen, Kopfschmerzen,  Akne,  verminderte Libido, Trockenheit der Scheide (dadurch Störung der Scheidenflora).

Es geht ja nur um Frauen,  nicht wahr,  und die können solche Risiken ja ruhig auf sich nehmen!

Männer hingegen sind einerseits zu kostbar,  ihre grandiosen Körper durch Hormongaben zu schädigen,  andererseits immer gern bereit, uns armen Weiblein zu erklären,  warum eine schleichende Vergiftung für uns besser ist als Fruchtbarkeit.

Auch die Spirale hat, entgegen der Meinung einiger Männer,  Nebenwirkungen, z.B. Bauchschmerzen und Eileiterzysten bei der Kupferspirale, Depressionen, Angstzustände und Kopfschmerzen bei der hormonellen Spirale.  Würden Männer Verhütungsmittel benutzen,  von denen sie Schmerzen, Depressionen und Geschwüre bekommen können?

Ich finde es richtig,  dass die katholische Kirche die permanente Gefährdung der Gesundheit durch therapeutisch sinnlose Maßnahmen untersagt. Auch, aber nicht nur, bei Männern.

Ich bin froh und dankbar, einige gute und gescheite Männer zu kennen.  Und immer wieder muss ich mir diese in Erinnerung rufen,  wenn andere Mannsbilder mir erklären wollen,  dass hormonelle Kinderverhinderung ganz harmlos ist.

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Palmarum

Melodie: GL499 (Gott, der nach Seinem Bilde / Wir weih'n, wie Du geboten)

Lasst uns mit frischen Zweigen
dem Herrn entgegengeh'n,
in Ehrfurcht uns verneigen,
voll Liebe auf Ihn seh'n.
Der Gutes tat und lehrte,
der Wasser macht zu Wein,
der selbst dem Satan wehrte,
zieht nun als König ein!

Verdorrt sind bald die Zweige
in dieser Leidenszeit.
Doch niemals geht zur Neige,
was uns im Herzen schreit:
Bleib in den dunklen Stunden
bei uns mit Deinem Licht,
die Sünder lass gesunden,
sei gnädig im Gericht!

Durch Nöte und Beschwerden
lass Du uns sicher geh'n.
Im Himmel und auf Erden
Dein Wille soll geschehn.
Wenn wir einst vor Dir stehen,
ob jung, ob lebenssatt,
dann lass mit Dir uns gehen
in Deine goldne Stadt.

Nun wollen wir Dir singen:
Hosanna Davidssohn!
Du endest unser Ringen,
Du bist der höchste Lohn,
Nur Du kannst Liebe geben
in Zeit und Ewigkeit!
Ich leg vor Dich mein Leben,
mein Herr, ich bin bereit.

© Claudia Sperlich

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Ein Artikel,  ein kritischer Frager und einige Antworten

Auf der katholischen Seite „Neuer Anfang“ erschien dieser Artikel. Auf Facebook kommentierte jemand ausführlich. Ich zitiere die von ihm zitierten Stellen und seine Fragen dazu und beantworte sie einzeln.

„Seit dieser Sex am Ende dieser langen Zeit auch Personen „befällt“, nicht nur periodisch wie in Rauschzeiten das Schwarzwild und in der Brunft das Rotwild, sondern homo sapiens ganzjährig, gibt es Sexualität in immer komplizierteren Formen, und die sind nicht alle wünschenswert und schon gar nicht gottgewollt.“

Wer sagt mit welchem Recht, was wünschenswert ist?
Und nicht gottgewollt?
Woher weiß er das? Hat er Gott gefragt? Was eine Person will, dazu forscht die Psychologie. Wer ist so überheblich, eine Gottespsychologie zu entwickeln? Sollte Gott tatsächlich fromme Zombies gewollt haben?

Daß es Formen von Sexualität gibt, die Gott für den Menschen nicht will, steht in der Bibel.  Vorrangig in den Zehn Geboten. Hier wird Ehebruch verboten, aber auch jede Form von „Vergötterung“ des Partners  oder der Sexualität selbst und jede Begehrlichkeit nach der Partnerin eines anderen (oder dem Partner einer anderen).

Im Buch Genesis wird deutlich,  daß eine Ehe zwischen genau einem Mann und einer Frau das gottgewollte Modell der Partnerschaft ist. Erst einige Zeit nach dem Sündenfall (der Abwendung des Menschen von Gott) kommt die Polygamie auf, und zwar zuerst bei einem rachsüchtigen und gewalttätigen Protz (Gen 4,23-24).  Alle in der Bibel beschriebenen polygamen Verhältnisse sind belastet und schaden besonders den Frauen,  und zwar auch da, wo die Männer keine schlechten Kerle sind.

Homosexualität kommt in der Bibel ausschließlich im Zusammenhang mit Gewalt vor, sie wird als etwas in sich Ungutes dargestellt.

Gott will keine frommen Zombies,  sondern Menschen,  die sich aufgrund ihrer Einsicht und Liebe für Ihn entscheiden.  Deshalb hat Er uns Gebote gegeben und die Autoren der Bibel inspiriert.

Gott will, dass es den Menschen gut geht (steht in der Bibel an mehr Stellen,  als ich hier anführen kann). Deshalb gehört Sexualität (in der der Mensch ohnehin verletzlich ist, weil sie mit Hingabe zu tun hat) in den besonders geschützten,  geheiligten Raum der Ehe mit der Offenheit für Kinder. Ich finde es richtig,  daß die Kirche Verhütung untersagt, außer durch die Natürliche Familienplanung,  bei der zudem die Frau ihren Zyklus genau beobachtet und dadurch ein besonderes Gespür für ihren Leib bekommt. Hormonelle Beeinflussung oder Einführung eines Fremdkörpers findet die Kirche falsch, und das entspricht dem Gebot,  niemandem vermeidbaren Schaden zuzufügen. (So die strenge Auslegung des Tötungsverbotes.) Es geht also auch um unbeeinträchtigten, fröhlichen Sex,  um Partner,  zwischen deren Liebe nicht nur kein Blatt Papier,  sondern nicht einmal ein Hauch Latex passt! Und es geht um Verantwortung.

„Soweit es an uns liegt, wird Umkehr gefordert.“ Dazu müsste man ja die eigene Richtung kennen, um zu wissen, von welcher Richtung man in welche neue Richtung man umkehren muss. Weiß das wirklich jeder Mensch? Umkehr wohin? Die Antwort lautet stereotyp: „Der Glaube an das Evangelium, die Botschaft dieses Mensch gewordenen Gottes und die Nachfolge in dieser Botschaft ist angesagt.“ Niemand sagt, was diese Sprechblasen ganz konkret im Tagesablauf bedeuten sollen.

Natürlich weiß nicht jeder Mensch zu jeder Zeit,  ob seine Richtung stimmt. Der einschränkende Halbsatz „Soweit es an uns liegt“ weist genau darauf hin. Dennoch ist der Aufruf zur Umkehr immer richtig. Jeder Mensch hat ein Gewissen.  Das Gewissen kann missachtet werden, und es kann irren. (Beides kommt in Diktaturen oder despotischen zwischenmenschlichen Verhältnissen häufig vor.) Jedoch bleibt das eigene Gewissen die höchste Instanz, die wir direkt befragen können und von der wir eine ebenso direkte Antwort erwarten dürfen (auch wenn die Antwort im Fall eines moralischen Dilemmas „Ich weiß nicht, aber ich würde jetzt eher zu …. raten“ sein kann). Deshalb kann die ehrliche Befolgung dessen, was das eigene Gewissen rät, zwar unter Umständen falsch oder dumm sein, nicht aber moralisch verkehrt. Denn auch dem irrenden Gewissen ist Folge zu leisten.

Man ist also durch das Gewissen,  sofern man es benutzt, vor einer Menge falschen Entscheidungen geschützt. Aber das Gewissen benutzen muss beinhalten,  es zu schulen. Dazu gibt es keine bessere Hilfe als die Botschaft Jesu  – und zwar die ganze Botschaft,  nicht nur die gefälligeren Teile daraus. Jesus spricht viel von Barmherzigkeit und Liebe, aber Er erwähnt auch die Konsequenzen gewissenloser Handlungen.

Dass „niemand sagt, was diese Sprechblasen ganz konkret im Tagesablauf bedeuten sollen“, stimmt nicht.  Der erwähnte Jesus sagt es. Er gibt uns eine sehr klare Richtschnur für das tägliche Leben: Gott vertrauen, Ihm treu sein, nach Kräften Gutes tun, Böses nicht gutheißen,  aber verzeihungsbereit sein, wenn es einem selbst widerfährt. Sehr deutlich ist das in der Bergpredigt, aber auch an zahlreichen anderen Stellen. 

Jesus fasste Sympathie zu einem Jüngling, der von sich offenbar für Jesus glaubhaft alle Gebote hielt (Paulus hätte ihm das nicht abgenommen). Jesus stellte eine offensichtlich dysfunktionale Forderung an ihn, was er sicher selbst wusste, nur um ihm seine Achillesferse vor Augen zu führen. Denn er stellte eine solche Forderung nicht an seine Jünger und Jüngerinnen, die ihn ja unterhielten. Petrus durfte sein Haus behalten, und er verschmähte nicht die Teilnahme an einer kostspieligen Hochzeit. Die Erfüllung der Forderung an den Jüngling hätte kaum einen Armen über Wasser gehalten, stattdessen anschließend einen weiteren hinzugefügt.
Zachäus war ein reicher Zöllner. Jesus kehrt bei ihm ein. Er verlangt keineswegs, dass dieser sein ganzes Vermögen spendet sondern begnügt sich mit der vierfachen Rückgabe von unrechtmäßig erworbenem Gewinn.

Jesus verlangt vom Einzelnen,  was gut und möglich für ihn ist. Seine Jünger schickt Er eine Zeitlang paarweise aus, um zu missionieren und zu heilen.  Dabei besteht Er darauf,  dass sie auf allen Besitz verzichten und sich vollständig von ihrer Umwelt abhängig machen.  Dies verlangt Er für die Zeit dieser besonderen Mission,  nicht aber darüber hinaus. Es geht also darum, dass die Jünger lehren und zugleich lernen sollen;  dass sie Ansprüche und Eitelkeiten aufgeben,  Mitgefühl mit den Ärmsten lernen und begreifen,  dass sie ganz in Gottes Hand sind.

Bei der Hochzeit in Kana offenbart Er sich als der, der das Leben in Fülle bringt. Das ist Sein erstes öffentliches Auftreten als Erwachsener und eine ganz und gar messianische Tat. Diese Perikope ist sehr vielschichtig; auch die ungeheure Menge des Weines, die Zahl der Krüge,  die besondere Gelegenheit (Hochzeit) haben eine messianische Bedeutung.  Dazu vielleicht mal ein besonderer Artikel.

Dem reichen Jüngling empfiehlt Er, seinen Reichtum loszulassen. Bei Zachäus lädt Er sich ein und bewirkt allein dadurch,  dass dieser Kollaborateur und Betrüger sich bekehrt und von sich aus eine Wiedergutmachung vorschlägt.

Jesus fordert von verschiedenen Menschen verschiedene Taten  – weil sie eben verschieden sind. Er fordert stets, was dem Angesprochenen möglich und nützlich ist und was zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort richtig ist. Und immer fordert Er die Nachfolge. Genau das ist ja Nachfolge: Im Vertrauen auf Gott tun und riskieren, was mir jetzt hier möglich ist und gut ist.

Wie gesagt, stereotype Sprechblasen (Aufkleber auf dem Auto: „Jesus liebt Dich“) sind nicht hilfreich.

Hier stimme ich zu.  Allerdings verstehe ich den zitierten Artikel keineswegs als stereotype Sprechblase.

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Johannes 8,1-11

Wir hören von einer Ehebrecherin, die in flagranti ertappt wurde. Der beteiligte Mann kommt nicht vor, die Gesellschaft scheint ihm gegenüber recht nachsichtig zu sein (da hat sich in den letzten zweitausend Jahren nicht übermäßig viel geändert).
Jesus äußert sich zunächst nicht, sondern schreibt etwas in den Sand.
Bei Jeremias 17,13 lesen wir: „Du Hoffnung Israels, HERR! / Alle, die Dich verlassen, werden zuschanden. Die sich von Mir abwenden, / werden in den Staub geschrieben, denn sie haben den HERRN verlassen, / den Quell lebendigen Wassers.“
Wir können davon ausgehen,  daß die Frommen,  die die Ehebrecherin nach dem Gesetz  steinigen wollten, diese Worte kannten und sie auf diese Frau münzten. Sie hatte ja gegen das Gebot verstoßen und sich damit von Gott abgewandt!
Aber als Jesus spricht, redet Er von der Abwendung der anderen. Nur wer selber nie gesündigt hat, hat das Recht, einen Stein zu werfen! Nur wessen Name bestimmt niemals in den Sand geschrieben wurde!
Die Älteren verstehen das sofort. Sie wissen, wie oft Gott ihnen schon verziehen hat. Die Jüngeren begreifen es auch.
Ganz zuletzt wendet Er sich an die Frau.  Er, der einzige,  der sie nach Seinen eigenen Worten verurteilen könnte,  tut es nicht. Ja, Er sagt: Sündige nicht mehr. Er verurteilt damit die Tat  – aber nicht die Frau.
Die Sünde hassen,  den Sünder lieben  – das ist ein guter katholischer Grundsatz.

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Der Heiligenschein dient zur Notbeleuchtung

Das sagte mir eine Frau in einer Diskussion, in der es um ein ganz anderes Thema ging und in der ich begründet eine andere Meinung geäußert hatte als ihre. Es ging ihr offensichtlich darum, mich zu verunglimpfen oder wenigstens zu ärgern. 

Ich ärgere mich aber gar nicht,  und die Meinung Glaubensferner über meinen Glauben ist mir nicht so wichtig. Aber die Formulierung „der Heiligenschein dient zur Notbeleuchtung“ gefällt mir richtig gut,  auch wenn das von jener Frau nicht erwünscht ist.

Wir sind zweifellos in Not. Auch wo gerade kein Krieg herrscht, ist prinzipiell jeder Mensch jeden Tag bedroht von zahlreichen Gefahren.  Art und Höhe sind individuell verschieden.  So ist bei mir ein Verkehrsunfall oder ein Herzinfarkt weit wahrscheinlicher als ein Bergunfall; bei einem durchtrainierten Alpinisten mit Häuschen im Bergdorf wäre es umgekehrt.  Aber unser Leben,  Gesundheit,  Wohlstand und Glück ist immer gefährdet.

Das sollte uns nicht um die Nachtruhe bringen; Gelassenheit ist eine gute Grundhaltung. Aber es sollte uns bewusst sein. Memento mori, gedenke, dass du sterben musst, ist ein sinnvoller Rat  und will uns das Leben nicht vermiesen,  sondern es achten lehren und darauf hinweisen,  dass wir es nicht vergeuden sollen.

In der Not,  der eigenen und fremden,  umgebenden und fernen, brauchen wir Orientierung. Der heilige Gott und seine Heiligen sind probate Leuchten, die uns zeigen,  wie wir auf schwierige Situationen  am besten reagieren,  und die auch ein tröstendes Licht geben,  wo wir machtlos sind.

In einer Notsituation den Heiligsten anrufen und die Heiligen um Hilfe bitten (und sich um Heiligkeit mühen, so gut es geht), lässt das Notlicht angehen. Und das funktioniert bekanntlich unabhängig von der übrigen Stromversorgung.

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Johannes 7,14-53

Wir hörten von einer Ablehnung,  die aus Mangel an Information entstand. Dieser Jesus kommt aus Galiläa,  mithin kann Er nicht der Messias sein, denn die Schrift sagt, der Messias wird aus Bethlehem kommen. – So die Meinung vieler, und diese Meinung gründet sich sogar auf die Bibel! Die fehlende Information ist: Jesus wurde in Bethlehem geboren.
Statt nun nachzufragen,  wo Jesus denn eigentlich herkommt und ob es irgendwelche biblisch begründbaren Indizien gibt, daß Er der Messias ist, sagen viele: Er kommt aus Galiläa, wir mögen Ihn nicht,  also ist Er nicht der Messias.
Nikodemus ist klüger. Auch er bezieht sich auf die Bibel,  die eine Verurteilung ohne Verhör nicht zulässt.  Und er hat einen Wissensvorsprung: Er hat Jesus bereits gehört, hat Ihn aus eigenem Antrieb getroffen,  Ihm Fragen gestellt und Ihm zugehört.
Daß Jesus in Bethlehem geboren ist, weiß Nikodemus wohl auch nicht,  sonst hätte er es doch gesagt. Aber er erkennt an, daß er eben nicht alle notwendigen Informationen hat. Er weiß,  daß sein Wissen über Jesus unvollkommen ist, und benutzt diese Unvollkommenheit nicht als Argument. Für ihn steht fest: So wie Jesus spricht, ist es zumindest möglich,  daß Er der Ersehnte ist. Und ohne Ihn gründlich anzuhören,  darf man Ihn nicht verurteilen,  ja nicht einmal vollständig beurteilen.
Nehmen wir uns vor, nicht zu urteilen,  ehe wir zugehört, hingeschaut und Informationen gesammelt haben.

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Benjamin Coleman – Die Festung

Der 6. Band der Benjamin-Coleman-Reihe von Veronika Grohsebner führt den Leser in eine Unterwelt der grausigsten Art.  Der junge Lieutenant Ben Coleman ist Gefangener einer riesigen mafiösen Organisation,  die unter dem Deckmantel der Medizin Menschen als Organspender, Leihmütter und Versuchskaninchen missbraucht.  Um seine Mitgefangenen zu schützen,  lässt er sich auf einen Deal ein, der ihn fast das Leben kostet.

Nicht nur seine Kollegen von den Special Troops und die Polizei suchen nach dem Entführten.  Auch Gangmitglieder, die ihm zu Dank verpflichtet sind, beteiligen sich an der langwierigen und aufreibenden Suche. 

In seiner Gefangenschaft gelingt es ihm, den einen das Leben zu erhalten und den anderen in ihren letzten Momenten Trost zu spenden. Möglich ist ihm das durch seinen Glauben,  der in dieser Prüfung allerdings auch an seine Grenzen kommt.

Der Leser wird in diesem Band mit abgründiger Bosheit konfrontiert. Dabei werden weniger Gewaltexzesse selbst beschrieben,  mehr ihre körperlichen und seelischen Folgen. Die Autorin nimmt den Leser einerseits mitten ins Geschehen (das Buch ist nichts für allzu Zartbesaitete), andererseits ist sie nie aufdringlich in ihren Schilderungen.

Die Täter werden nicht alle ausschließlich böse dargestellt. Psychologisch glaubhaft schildert Grohsebner,  daß einer der Hauptschurken außerhalb dieser Mafia  wirklich hilfreich wirkt und manch anderer auch barmherzig handeln kann.

Es geht wie in den anderen Bänden immer wieder um religiöse Themen aus katholischer Sicht: Um Opferbereitschaft, Liebe (auch Feindesliebe), Vergebung, Gebet und Vertrauen,  und mehr als in den vorhergehenden Bänden um die Theodizeefrage. Der gekreuzigte Heiland ist die Schlüsselfigur, ohne daß das Buch jemals ins traktätchenhafte abgleitet.

Man sollte das Buch allerdings nicht zur Hand nehmen,  wenn eine unaufschiebbare Arbeit zu erledigen ist. Ich habe es vom Erhalt bis zur letzten Seite kaum aus der Hand legen können.

Veronika Grohsebner: Die Festung.  Benjamin Coleman 6, ISBN 978-3-200-09524-3, 408 S.

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Unsinn in der Fastenzeit

Mir fallen eben nicht nur seröse Sachen ein.

Gefährliche Tiere 

Es lebt die große Zumpfe
Im Sumpfe.
Sie frisst die kleinen Schwerne
Recht gerne.
Nicht Schwernenschicksal teile!
Verweile!
Hast nichts in Sumpf und Mooren
Verloren!

Dann gibt es noch die Knehre
Am Meere,
Die Meeresstrand und Küsten
Verwüsten,
Die See mit ihren Schwärmen
Erwärmen -
Auch diese gilt's, bescheiden
Zu meiden!

Und schließlich lebt die Querge
Am Berge.
Sie weidet ab die Kiefern,
Nagt Schiefern,
Sie spuckt wie ein Gewölle
Gerölle.
Wer sie nicht kann verderben,
Muss sterben!

(c) Claudia Sperlich
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Zum Frauentag bekommen

Eine Nelke habe ich weitergeschenkt an eine Frau mit drei kleinen Kindern,  die aus dem Bus ausstieg, was mir Gelegenheit gab, mit dem Fahrrad kurz innezuhalten. 

Ein Medaillon mit der Heiligen Teresa von Avila bekam ich von einer lieben Freundin.  Die betende Teresa mit Büchern,  Schreibzeug,  durchbohrtem Herzen und der Taube des Heiligen Geistes  – die gehört wohl über meinen Schreibtisch!

Allen Lesern wünsche ich einen gesegneten Tag Unserer Lieben Frau vom Grundrecht!

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KI-Sonett

KI kann viel, was Menschen gar nicht können:
Sie rechnet Schwierigstes schnell wie der Wind,
Stellt Diagnosen treffend und geschwind –
Ja, solch ein Superhirn soll man sich gönnen!

Sie malt auch Bilder wie von Künstlerhänden
Und schreibt Gedichte,  wenn man das befiehlt,
Wobei sie von den echten Künstlern stiehlt,
Denn eignen Geist hat sie nicht zu verschwenden.

Sie kann sogar des Pfarrers Predigt schreiben!
Doch ehrlich ließe sie es besser bleiben.
Sie weiß ja nichts. Sie übernimmt nur Daten.

Moral und Liebe kann sie nicht empfinden,
Und kein Geschmack wohnt in den Drahtgewinden.
Sonette kann sie nicht, und nicht Sonaten.

(c) Claudia Sperlich

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