Kräuterbuschen

Zu Mariä Himmelfahrt werden Sträuße aus duftenden Kräutern gebunden und in der Messe gesegnet. Diese Kräuterbuschen sind gut für die Raumluft, und die Kräuter kann man auch in der Küche nutzen. Ich mache das allerdings nie, ich habe den duftenden Strauß lieber in meinem großen Zimmer, in dem ich arbeite und schlafe, und freue mich an dem feinen, wohltuenden Duft. In meinem Buschen sind heuer Lavendel, Majoran, Thymian, Rosmarin, Salbei, kleine Spitzpaprika und Astern. Sieben oder neun Zutaten sind traditionelle Zahlen für den Kräuterbuschen – es gibt allerdings auch Traditionen mit wesentlich mehr Zutaten. Das kommt sicher auch darauf an, in welcher Landschaft man die Kräuter sammelt.

Das katholische Brauchtum wird mir immer lieber. Als junge Frau habe ich solche Dinge eher belächelt, heute sehe ich viele Bräuche als besondere, poetische Weisen, Gott zu ehren und Ihm zu danken. Denn jede Ehrung Mariä ist zunächst ein Dank dafür, dass sie ist, die sie ist, durch Gottes Gnade. Der Kräuterbuschen soll mich an sie und Ihn erinnern. Schönheit, Wohlgeruch und Heilkraft kommen von Gott. Maria, Ihm enger verbunden als irgendein anderer Mensch, hat all das reichlich und gibt gern davon.

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Maria lebt bei Gott!

Tizian hat sie gemalt…

… und ich habe sie besungen.

Mariä Aufnahme
Melodie: Wie freue ich der Botschaft mich  GL 705, Berliner Anhang

Nach Erdenleben aufgeblüht, erhoben in das Licht,
Entschlafung, sanfter Übergang, das Leben endet nicht:
Die einst Sein Tabernakel war, die Ihn in Bethlehem gebar,
Hebt nun der Sohn aus dieser Zeit hinauf in Seine Ewigkeit.

Bewahrt vor Sünde und vor Schuld, und auch im Tod bewahrt,
Durch den, der aus dem Grab erstand, bleibt dir das Grab erspart.
Du hast als Gotteskind vertraut, du Gottesmutter, Gottes Braut,
Die der Lebendige erhob: Maria, Ihm und dir sei Lob.

© Claudia Sperlich

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Kräuter und Blumen

Bald ist Mariä Aufnahme, und ich wollte drei Töpfe mit Kräutern kaufen, um einen Kräuterbuschen herzustellen. Also höchstens drei. Vielleicht nur zwei, wenn sie zu teuer sind. Salbei habe ich ja schon, also Rosmarin und irgendwas anderes.

Ich verließ das Geschäft mit Thymian, Oregano, Rosmarin, drei verschiedenfarbigen Astern, Lavendel, kleinen Paprika, einem länglichen Blumentopf für den Balkon und zehn Litern Erde.

Mariä Aufnahme kann kommen!

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Sonett auf das drölfzigtausendste Nostalgiebildchen

Pflegt nur die Sehnsucht nach den alten Tagen,
Als TBC und Krebs noch tödlich waren,
Als sechzehntausend jährlich totgefahren,
Als Lehrer durften noch die Schüler schlagen.

Nein, besser war es nicht in alter Zeit!
Anästhesie zum Beispiel war es nicht.
Und wie war auf Behinderte die Sicht?
Die Türen schmal, der Rollstuhl schwer und breit.

Und war die Jugend wirklich wohlerzogen?
Ich halte diese These für verlogen,
Ich hörte ja schon damals euer Lästern.

Sentimental ist das Geschwätz von gestern,
Das mit modernster Technik die verbreiten,
Die mich schon hassten in den alten Zeiten.

© Claudia Sperlich

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Beichte

Jemand hat Wind in mein Herz gesät,
vielleicht das Leben, vielleicht ich selbst.
Dann wuchs in meinem Herzen ein Sturm,
Den liebte ich, und er zerrte an mir,
trieb mich weg von mir selbst und von Gott,
war so herrlich,  so düster und schön!

Du aber, wie ein goldner Orkan,
triebst mir aus den finsteren Sturm.
Nur die Winkel des Herzens sind
Nester noch, wo der Sturm gern haust.
Wenn mein Dunkel mir wird bewusst,
bitte ich Dich, dass Du mir verzeihst,
und Du reinigst im Sakrament
Neu mein Herz,  dass es hell ist in Dir.

© Claudia Sperlich

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Ignatius von Loyola

Heute gedenkt die Kirche des Heiligen Ignatius von Loyola, des Gründers der Societas Jesu (bekannter unter der ursprünglich spöttisch gemeinten Bezeichnung Jesuiten).

Beinahe auf den letzten Drücker bekommt er noch ein Lied von mir. Allerdings hat er fast alles davon selbst geschrieben, ich habe es nur umformuliert.

Melodie: All Morgen ist ganz frisch und neu (GL 700)

Im Leiden hat er Gott erkannt,
hat von der Welt sich abgewandt,
und Ordnung, Klugheit, Herz und Sinn
gab er dem Herrn mit Freuden hin.

Nimm hin, o Herr, mein ganzes Sein!
Du gabst mir alles. Ich bin Dein,
ich überlasse alles Dir,
nur Deine Liebe schenke mir.

Herr Jesus, Dich nur suche ich.
Verbirg in Deinen Wunden mich!
Beschirme mich vorm bösen Feind,
und lass mich sein mit Dir vereint.

© Claudia Sperlich
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Kartoffelgrün

Neulich sind mir Kartoffeln stark gekeimt. Ich habe vier Kartoffeln in einen Pflanztopf gesetzt, und sie grünen ganz unglaublich schnell und üppig.  Mitte Oktober werde ich schauen,  was ich ernten kann.  Gespannt bin ich auch auf die Blüten und die Früchte (auch wenn letztere giftig sind), einfach aus Neugier.

Wenn alles gut geht, besorge ich mir einen Pflanzsack und ziehe künftig meine Kartoffeln selber.

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Blumen aus Berlin

Aus dem Garten, vom Balkon, aus einer Grünanlage und von verschiedenen Wegesrändern – von wejen „grauer Städte Mauern“! Ich finde, da kann man nicht meckern. Und die Kornblumen auf meinem Balkon haben noch Knospen. Samen sammle ich fast jeden Tag.

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Du, Jesus,  bist mein Bräutigam

Melodie: The Yellow Rose of Texas

Du, Jesus,  bist mein Bräutigam,
mein Heiland und mein Held,
Ich habe mich auf Deinen Ruf
In Deinen Dienst gestellt.
Aus Seelennot und Sünde rufst
Du mich mit Macht zurück,
Bin ich Dir fern,  bist Du doch nah,
mein Heil und Herzensglück.

Mein Herr und Gott,  ich liebe Dich,
Du bist allein genug!
Du bist des Lebens Sinn und Ziel,
In Dir sind Toren klug.
In Dir bewegt sich alles Sein,
die Liebe selbst bist Du.
Dem alle Herrlichkeit gebührt,
ist meines Herzens Ruh.

In Dir beginn ich meinen Tag
und was ich tu und bin.
Mein Gott,  auf Dich hin lebe ich,
Du gabst Dich für mich hin.
Du hast durch Deinen Kreuzestod
Zum Leben mich befreit,
Du nahmst all meine Schuld auf Dich,
mein Herr in Ewigkeit!

© Claudia Sperlich

Das ist mir gestern eingefallen und heute fertig geworden. Den zugrundeliegenden Westernsong kannte ich schon lange,  aber seine Geschichte habe ich tatsächlich erst heute, als mein Liedtext fertig war, ergoogelt.

Das Lied hat eine bewegte Geschichte.  1853 wurde es veröffentlicht als Liebeslied und Teil einer rassistischen Show. 1858 und später wurde es mit Klaviersatz und bereinigten Text veröffentlicht,  noch später gab es weitere Textunterlegungen als Soldatenlied.

Mir macht diese Geschichte nichts aus. Das bereinigte Liebeslied mag ich, die Melodie gefällt mir. Und Melodienrecycling ist ja keine Neuheit in der Musikgeschichte.

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Gedenken an zwei Menschen

Ein Mann wurde erschossen, als er sich schützend vor seine Familie warf. Auch der 20jährige Schütze wurde erschossen. Zudem wurden zwei Männer schwer verletzt.

Der Mann,  den der Schütze eigentlich hatte töten wollen, bekam durch diese Tat ein ikonisches Heldenphoto, Blut im Gesicht und hochgereckte Faust unter der Flagge der USA. Wahrscheinlich wird er die Wahl gewinnen, und ich finde, er schuldet dem Schützen Dank dafür.

Ich denke mit Trauer an den durch das Attentat getöteten Mann und seine Familie. Aber auch um den Schützen trauere ich, der durch eine so sinnlose Tat fremdes Leben zerstörte und sein Leben verlor. Daß ich alle Beteiligten politisch grässlich finde, spielt keine Rolle.

Dem Vernehmen nach (ohne daß ich diese Nachricht verifizieren kann) hat ein Zeuge vor der Tat minutenlang vergeblich den Leibwächtern durch Zurufe und Gesten bedeutet, daß da ein Mann mit Gewehr auf ein Dach kletterte. Sie beachteten ihn nicht. Vielleicht hätten sie sonst den Mann kampfunfähig schießen und festnehmen können.

Mitleid mit dem leichtverletzten Mann, dem das Attentat galt, fällt mir schwer, aber ich versuche dennoch froh zu sein, daß er überlebt hat. Nicht weil ich ihn irgendwie mag, sondern weil es in aller Regel falsch ist,  Menschen totzuschießen, und weil hier noch kein Fall vorliegt, der diese Regel außer Kraft setzt. Es gelingt mir nur mäßig,  mich darüber zu freuen. Vielleicht gelänge es mir besser ohne jenes Photo mit der hochgereckten Faust.

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