MEHR und mehr!

Drei von vier Tagen,  Sonntag bis Dienstag, war ich auf dem Glaubensfestival MEHR in Augsburg. Angeboten wurde mehr, viel mehr, als ich konzentriert hören konnte,  und weil ich derzeit an Krücken gehe, war es auch anstrengend  – aber wunderschön!

Zunächst die Atmosphäre: elftausend Gläubige verschiedener Konfessionen,  und kein Ärger, keine Zickerei. Alle waren mit dem einen Wunsch gekommen,  Gott zu loben und ihrer Liebe zu Ihm Ausdruck zu verleihen.

Lobpreis und Vorträge gab es zuhauf, aber ich hörte nur zwei Vorträge, war am Sonntag zur Messe mit Weihbischof Florian Wörner und am Dienstag (leider nicht sehr pünktlich) bei der mit Bischof Bertram Meier.

Beide Messen waren sehr gut besucht (am Sonntag eine große Messehalle voll, zwei- bis dreitausend Gläubige; am Abreisetag immerhin noch dreiviertel voll), es gab schöne Lobpreismusik und hervorragende Organisation – mehreren tausend reibungslos die Eucharistie zu spenden ist nur mit gut geplanten Ablauf möglich!

Und natürlich waren sie feierlich und fröhlich und rechtgläubig und erhebend,  und für mich war besonders schön, wie viele junge Menschen dabei waren.

Statt vielen Vorträgen und viel Lobpreis entschied ich mich für intensives Herumgucken in den beiden Hallen, in denen verschiedene Initiativen und Organisationen und Vereine sich vorstellten. Ich werde ab morgen über meine vielen Eindrücke berichten.

Für heute nur: Schön war’s,  gelohnt hat’s, und der törichte Fernsehfuzzi, der von gefährlichen „hippen Missionaren“ sprach, wurde mit freundlichem Spott bedacht (u.a. gab es T-Shirts mit dem Aufdruck „Hipper Missionar“ zu kaufen).

Nun bin ich wieder zu Hause,  werde mich den Rest der Woche nicht viel bewegen und die Fülle meiner Eindrücke verarbeiten.  Ich freue mich schon jetzt auf die nächste MEHR.

Dank und Gebet gilt auch den vielen, die hinter den Bühnen für den reibungslosen Ablauf sorgten: Sicherheitsleute, Sanitäter, Putzfrauen und -männer, die Leute vom Catering, Techniker und wer immer noch unverzichtbar und fast unbemerkt zum Wohl aller tätig war. Die Sicherheitsleute mussten teilweise bis Mitternacht in klirrender Kälte wachen!

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Erscheinung des Herrn, Dreikönigstag

Melodie: Onward, Christian Soldiers

Königen und Weisen
zeigt den Weg ein Stern.
Durch die Wüste reisen
sie zu ihrem Herrn.
Heiden sind sie, fragen
die Gestirne nur;
Gott kennt ihre Plagen,
legt mit Licht die Spur.
Ihre Zweifel schwinden,
hell wird ihr Gesicht,
da sie Jesus finden
unterm Sternenlicht.

Ihre Gaben legen
sie vor Jesus hin,
und von Gottes Segen
leuchtet Herz und Sinn.
Da das Kind sie preisen,
ahnen sie es schon:
Ziel all ihrer Reisen
ist der Gottessohn.
Ihm dient alles Leben,
Luft und Meer und Land,
Er hat uns gegeben
Liebe und Verstand.

Kind, mach Du uns weise,
sei auch unser Stern.
Auf des Lebens Reise
folgen wir Dir gern.
Was Du uns gegeben,
geben wir zurück:
Du bist ja das Leben,
Seligkeit und Glück.
Steil sind unsre Pfade,
dunkel ist die Welt,
doch Du hast voll Gnade
Dich zu uns gesellt.

© Claudia Sperlich


							
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Seliger Pietro Bonilli

Heute ist der Gedenktag eines italienischen Seligen (1841-1935), der sich im 19. Jahrhundert der Taubblinden und Waisen annahm.

Pietro Bonilli wurde als Bauernsohn in San Lorenzo di Trevi, Perugia, zunächst nur von seiner Mutter und dem Pfarrer der örtlichen Gemeinde unterrichtet, weil die nächste Grundschule weit entfernt war. Er lernte schnell, besonders Mathematik und Philosophie interessierten ihn.

Er sah mit Anteilnahme die Probleme seiner Zeit  – harte Arbeitsbedingungen,  Analphabetismus und frühe Sterblichkeit bei den Bauern, demzufolge zahlreiche Waisenkinder.

Er muss recht geradlinig aufs Priesterseminar zugegangen sein. 1863,  mit 22 oder 23 Jahren,  wurde er zum Priester geweiht. 35 Jahre lang diente er in der ärmsten Gegend der Diözese Spoleto. 1884 gründete er dort ein Waisenhaus. Er bat die 1857 gegründete Kongregation der Schwestern von der Heiligen Familie von Bergamo um die Betreuung, die lehnten aber ab. „Wenn man nicht alles selber macht“, mag er gedacht haben und gründete die Kongregation der Schwestern der Heiligen Familie von Spoleto. Zunächst nur vier Postulantinnen machten sich an die Arbeit, und die Kongregation wuchs.

1893 gründete er ein Heim für Taubblinde, und auch hier übernahm diese Kongregation die Pflege. Auch für Obdachlose sorgten die Schwestern.

„Familie sein, Familie geben, Familie bauen“ war sein Prinzip. Er empfahl,  in jedem Haus ein gut sichtbares Schild aufzuhängen: IN DIESEM HAUS WIRD NICHT GEFLUCHT.

In seiner Pfarrkirche ließ er ein Bild der Heiligen Familie anbringen, auf dem Jesus nicht als Baby, sondern als Teenager dargestellt ist – wohl mit dem Gedanken,  dass „seine“ pubertierenden Waisenkinder sich eher mit einem Jugendlichen als mit einem Baby identifizieren mochten.

Die letzten sechs Jahre seines Lebens war er selbst blind. Er starb 93jährig.

1988 wurde Pietro Bonilli von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

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Schneegarten

Kalt ist es, aber zauberhaft schön! Schneehauben auf den vertrockneten Hortensienblüten, den dunkelgrünen Rhododendronblättern, den immer noch fast sommerlich grünen Geranienblättern, den dürren Stengeln von Ichweißnichtwas, die dadurch alle wieder ganz edel wirken – alte Damen mit weißen Pelzchen.

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Ein neuer Krieg

Als gäbe es nicht genug Kriege auf der Welt,  hat Trumpistan nun einen weiteren angefangen.  Gegen Venezuela, das Land mit den größten Ölreserven.

Ich habe keine guten Worte für die USA. Ich kann nur hoffen,  dass Trump bei seiner nächsten Auslandsreise festgenommen, verurteilt und eingesperrt wird. Gründe gibt es schon lange genug, aber der Überfall auf Venezuela ist endlich einer, der so deutlich gegen internationales Recht verstößt,  dass man ihn vielleicht wirklich mal unschädlich machen könnte.

Ja klar, das ist naiv, Putin hätte auch schon längst festgesetzt werden können und wurde nicht. Aber man soll andererseits die Hoffnung nicht aufgeben.

Ideal wäre, wenn Trump und Putin sich eine Zelle teilen.  Da könnten sie meinetwegen bis an ihr Lebensende einander ihre Wertschätzung versichern und zugleich klar machen, dass jeder von ihnen eigentlich der Größte ist. Wenn nur nichts davon die Zellenwände durchdringt!

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Drei Monate mit dem Rosenkranz

Ich war nie eine besonders fleißige Rosenkranzbeterin, obwohl ich diese Meditation durchaus schätze. Warum ich mich so selten dazu aufraffte,  weiß ich nicht.

Im vergangenen Jahr,  im Rosenkranzmonat Oktober,  nahm ich mir vor: Wenigstens ein Gesätz am Tag!  Ich hielt mich daran – meistens war es wirklich nur ein Gesätz,  manchmal mehr. Den Oktober über betete ich für alle, die Christus und der Kirche fernstehen.

Ich merkte, dass diee Art des Gebetes mir wohltat; im Gebet erfuhr ich eine große Ruhe. So beschloss ich,  im November weiterzumachen,  diesmal für die Armen Seelen. Im Dezember betete ich den Rosenkranz für die Ungeborenen und ihre Mütter und Väter.

Oft bete ich den Rosenkranz,  der ja auch ein betrachtendes Gebet ist, während meiner täglichen Anbetung vor dem Tabernakel. Die Wiederholungen und die Vergegenwärtigung von Jesu Leben sind auch als Einstimmung zur stillen Anbetung gut.

Natürlich gelingt das nicht immer gleich gut. Manchmal bin ich abgelenkt und fahrig. Aber selbst dann ist eine versuchte Meditation besser als gar keine.

Im Januar bete ich den Rosenkranz für die Priester und Diakone. Ich bin gespannt,  wie es mit diesem alten, neu entdeckten Gebet für mich weitergeht. Einstweilen kann ich sagen: Das Vorhaben lohnt.

Also, falls unter meinen Lesern auch jemand irgendwo einen staubigen Rosenkranz hat – nimm ihn zur Hand! Es gibt keinen Zwang zum Rosenkranzbeten,  aber segensreich ist es allemal. Eine Meditation,  die zu innerer Ruhe führt.

Und wer Lust hat, einen Rosenkranz zu knüpfen – es gibt zahlreiche Anleitungen auf Youtube, und es ist nicht sonderlich schwer.

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Zum Neuen Jahr 2026

Mit Dir, mein Gott, ging ich ins Neue Jahr
und will Dir weiter stets entgegengehen.
Hör meinen Lobpreis, höre auch mein Flehen!
Gib Frieden, Herr! Mach die Verheißung wahr!

Du kamst zur Welt, Du wirst die Welt einst richten –
Herr, komm doch bald! Die Welt ist alt und krank.
Doch ich will Dir für alles sagen Dank!
Nur Du wirst endlich allen Hader schlichten.

Du bist der Friede. Du bist selbst in Kriegen,
Wo alles, alles zu zerbrechen scheint!
Du bist, wo jemand seine Schuld beweint,
Du bist, wo Eltern ihre Kinder wiegen,

Und wo das Böse düstre Blüten treibt,
Da bist Du auch und ziehst an Dich und rufst,
Und bist im Leid und tröstest, die Du schufst,
Und wo man betet, bist Du Wort, das bleibt.

Du bist und willst die Liebe, willst das Leben,
Du lässt uns loben, jubeln, feiern, singen!
Lass dies Jahr blühen, reifen und gelingen!
Lass uns in Wahrheit Dir die Ehre geben.

© Claudia Sperlich

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Sankt Silvester

Melodie: Der Geist des Herrn erfüllt das All (GL 347), Melchior Vulpius 1609

Mit Dank und Freude lasst uns nun
das alte Jahr beschließen!
Der alte Hader möge ruh’n,
und goldne Liebe sprießen.
Das neue Jahr bring neue Zeit
voll Frieden und Gerechtigkeit.
Bitt für uns, Sankt Silvester!

Du hast Verfolgung noch gekannt
zur Flucht musst du dich wenden.
Wo einst ein Totenkult bestand,
hast du mit eignen Händen
ein Kirchlein auf den Fels gebaut,
hast ganz dem Herrn dich anvertraut.
Bitt für uns, Sankt Silvester!

Des Kaisers Wort ließ Freiheit zu,
zu künden, wem wir trauen.
Als Haupt der Kirche ließest du
zehn Gotteshäuser bauen.
Wo man verfolgt die Christenheit,
wo unsre Not zum Himmel schreit,
bitt für uns, Sankt Silvester!

© Claudia Sperlich

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Rückblick und Dank

Im Januar habe ich Pomeranzen zu Marmelade verarbeitet – werde ich im kommenden Jahr wieder machen.

Im Februar erschien, von mir herausgegeben: Carl Haas, Verteidigung der katholischen Kirche. Kommentierte Neuauflage, bei tredition.

Im März habe ich was über den Unterschied zwischen Urteilskraft und Verurteilung geschrieben.

Im April starb Papst Franziskus, und ich dichtete ein Sonett.

Im Mai jährte sich das Konzil von Nizäa zum 1700sten Mal, und ich dichtete eine Ballade. Außerdem wurde Kardinal Prevost Papst.

Im Juni gelangen mir sehr gute Hörnchenbilder.

Im Juli war ich vier Tage lang in Wien und Klosterneuburg und habe nach meiner Rückkehr darüber berichtet: hier und hier und hier und hier.

Im August durfte ich einen außerordentlich schönen Käfer ablichten.

Im September nahm ich hinkend und fröhlich am Marsch für das Leben teil.

Im Oktober wurde Carlo Acutis heiliggesprochen und ich schrieb ihm ein Lied.

Im November konnte ich ein Eichhörnchen bei einer sehr sinnlosen Form der Vorratshaltung filmen.

Im Dezember gelang mir mal wieder ein Nikolausgedicht.

Das war nur ganz wenig aus einem Jahr mit so viel guten und schönen Erlebnissen! Und zugleich war es ein Jahr voll Terror und Krieg, mit bedenklichen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in meiner Heimat, und ich kann auf vieles nur ratlos und traurig schauen – und beten.

Aber ich habe selbst viel Grund zu Dank und Freude. Ich will mich so viel freuen und so viel danken, wie ich kann.

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Maria Evangelista

Wir hören und lesen dieser Tage viel von der frühen Kindheit Jesu: Geburt, Darstellung im Tempel,  Lobpreis und Prophezeiung Simeons, Lobpreis Hannas. Auch von Elisabeths Lobpreis bei der Begegnung mit der erst wenige Tage schwangeren Maria haben wir im Advent gehört. Die Flucht vor dem Mordanschlag des Herodes wird erwähnt, ebenso die Rückkehr aus Ägypten. Und später werden wir hören, wie der zwölfjährige Jesus Seinen Eltern abhanden kam und im Tempel lehrte.

Keiner der Evangelisten war bei irgendeinem dieser Ereignisse dabei. Elisabeth,  Hannah, Simeon und Joseph sind längst tot, als die Evangelien geschrieben werden. Woher also haben Lukas und Matthäus die Nachricht?

Natürlich kann Jesus ihnen das alles selbst gesagt haben. Maria und Joseph haben es Ihm ja sicher erzählt. Die Episode im Tempel hat Er äußerst bewusst erlebt.

Herodes starb 4 v.Chr. Nun ist bekannt,  dass das Geburtsjahr Jesu falsch berechnet wurde; als Geburtsjahr wird allgemein etwa 6 bis 4 v.Chr. angenommen.  Da Herodes von einem etwa zweijährigen Jesus ausging (der Kindermord betraf Knaben von zwei Jahren und darunter), muss Jesus bei Seiner Rückkehr aus Ägypten höchstens fünf Jahre alt gewesen sein. Das heißt,  an die Flucht kann Er kaum Erinnerungen gehabt haben, an die Rückkehr schon.

Einer Person hat Joseph mit Sicherheit seine Träume erzählt, eine Person lebte, der die Hirten in fassungslosem Staunen von dem Engel und den Himmlischen Scharen berichtet hatten, eine Person hatte mit Sicherheit klare Erinnerungen an die bei Lukas und Matthäus beschriebenen Ereignisse und war imstande,  sie den Evangelisten mitzuteilen: Maria, die Mutter Jesu.

Ihr verdanken wir mit Sicherheit nicht nur die Geburt Jesu,  sondern auch die erwähnten Berichte bei Lukas und Matthäus.

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